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Wanderausstellung Mannheim (3h Mai bis 5. Juni 1932*)

Ausstellungsplatz: Größe 250 000 qm.

Eingang an der Kronprinzenstraße, 12 Minuten Straßenbahnfahrt vom Hauptbahnhof Mannheim, wenige Minuten Fußweg vom Bahnhof Käfertal.

Man beachte die Sonderausstellungen: „Die badische Landwirtschaft", Wein-, Obst-, Gemüse- und Tabakbau; Landarbeits- und Marktwesen; landwirtschaftlicher Rund- sunk; Forstsonderschan „Holz"; Jndustrieschau „Stahl"; Deutsche Reichsbahn; Deutsche Reichspost. Diese Sonder- ausstellungen befinden sich in besonderen Bauten auf dem Russtellungsgelände (siehe Ausstellungsplan); sie können an allen Tagen besichtigt werden.

Sonderschau:

Die badische Landwirtschaft

Wie die Landwirtschaft des Ausstellungsgaues auf den Wanderausstellungen alljährlich besonders vertreten ist, so wird auch die badische Landwirtschaft in diesem Jahre auf der 38. Wanderausstellung der Deutschen Land- Ivirtschafts-Gesellschaft in Mannheim in einem eigenen Hause eine Schau der badischen Landwirtschaft zeigen. Regierung, Landwirtschaftskammer, landwirtschaftliche Ge­nossenschaften und Verbände haben sich zur Schaffung dieser einheitlichen Schau zusammengefunden. In einem Zelt ganz großen Ausmaßes von 60 Meter Länge und 31 Meter Breite wird diese badische Sonderschau gezeigt werden. Bei der Vielheit der Kulturen, die die badische Landwirtschaft betreibt, bei der Vielseitigkeit ihrer Tier­zucht und Tierhaltung war es nicht leicht, ein Bild der ge­samten Förderungstätigkeit zu bieten. Immerhin ist es jetzt gelungen, in etwa 40 kleinen Ausstellungsräumen und sechs großen Sälen einen Querschnitt durch die badische Landwirtschaft zu zeigen.

Da sehen wir aus der Geschichte des Ackerbaues bis [ auf die Steinzeit zurückreichende Geräte. Wir finden an Hand von Tafeln, Karten und graphischen Darstellungen, wie die Statistik in die badische Landwirtschaft eingedrun­gen ist. Wir sehen, wie auf dem großen Gebiete des Acker- und Pflanzenbaues gearbeitet wird, und erhalten insbesondere einen Einblick in die vielen Einzelkulturen, den Tabakbau, den Hopfenbau, den Zuckerrübenbau, den Zichorienbau und vieles mehr. Die wichtige Arbeit am Grünland vor allem im Schwarzwald ist zur Schau gestellt durch Modelle zweier Schwarzwaldhöfe, einen alten Hof und daneben eine Musterwirtschaft, wie wir sie gottlob int Schwarzwald mehr und mehr entstehen sehen.

Ganz besonders eingehend ist der badische O b st - bau und der badische Weinbau geschildert. Von der Heranzucht der Obstbäume an, ihrer Pflege, ihrer Ver­edelung bis zur Schädlingsbekämpfung und zur Ernte wird alles gezeigt. Keine tote Ausstellung in Bildern, Ab­bildungen und Tafeln, sondern lebendiges Material, eine ganze kleine Obstanlage wird da gezeigt werden. Ja, wir werden einen Eisenbahnwagen vorfinden, in dem die modernste Verladung nach den Grundsätzen der „Süd­deutschen" Verladekontrolle gezeigt wird. Nicht viel and«rL^ wird uns beim Weinbau alles Wissenswerte über die Rebe, ihre Pflege usw. gezeigt.

Aus dem anderen großen Gebiet der Landwirtschaft, aus dem der Tierzucht, wird uns gleichfalls in zahl­reichen Räumen Einblick in die Arbeiten gewährt, die der badische Landwirt auf diesem Gebiete leistet. Wir sehen, welche Leistung heute von der Milchkuh, der Henne, dem Schaf und dem Schwein verlangt und gebracht wird, und wir erhalten einen Einblick in die vielen Tausende und aber Tausende von Betrieben, die Haustiere halten.

Ganz besonders lehrreich wird die Ausstellung über all das sein, was mit der S ch u l u n g u n d B e r a t u n g , des Landwirts zusammenhängt. Da zeigen uns die badischen Schulen im Modell einen fortschrittlichen und einen rückständigen Landwirtschaftsbetrieb. Sie zeigen uns, wie ein Betrieb aussieht, ehe sein Besitzer durch

die Schute ging, und wie er aussieht, nachdem er die Schule besucht hat. Vor allem werden wir aber auch einen Einblick in die Arbeiten der Versuchsringe be- komznen, jener neuzeitlichen Einrichtung, die mit Recht als der letzte Rettungsanker des badischen Landwirts bezeichnet worden ist. Sinnbildlich sehen wir dargestellt, wie der Versuchsring sich als Rettungsring der in den Wogen der Wirtschaftskrise versinkenden Landwirtschaft zeigt, nach dem sich die Hände der Ertrinkenden ausstrecken.

Noch einen Blick in die Arbeit der landwirtschaftlichen Vereine dürfen wir tun. Da zeigen uns die Hausfrauen, was sie heute alles leitend und fördernd in der Tätigkeit der Bauersfrau unternommen haben; da sehen wir, wie Haushaltungsschulen der verschiedensten Art die Bauern­mädchen auf ihren Beruf vorbereiten und was die ge­lehrigen Schülerinnen alles vermögen. Wir gewinnen einen Einblick in die Arbeit der wirtschaftspolitischen Verbände, wie des Badischen Bauernvereins, der technischen Ver­bände, wie des Badischen Landwirtschaftlichen Vereins. Vor allem aber gewinnen wie einen Einblick in die ganz große Arbeit des landwirtschaftlichen Genossenschafts­wesens in allen seinen Sparten, in der Vermittlung land­wirtschaftlicher Bedarfsmittel, auf dem Geibete des Kreditwesens, des Milch-, Vieh- und Eierabsatzes.

Nicht zuletzt zeigt uns die Ausstellung unter freiem Himmel die vielen Gräserarten, die der Landwirt heute in einer neuzeitlichen Grünlandwirtschaft kennen muß, mit all den Geräten, die er dafür braucht.

Alles in allem eine stattliche Schau, die für den Land­wirt wie für den Laien, für die Erwachsenen wie für die Heranwachsende Jugend gleich anschaulich und bemerkens­wert ist. Der badische Landwirt nnd der Badener über­haupt wird da vieles wiederfinden, was er in der Heimat gesehen hat; der, der von Autzerbaden nach Mannheim kommt, wird sich von dem, was in Baden wächst und ge­deiht, was in Baden gearbeitet wird, ein Bild machen können.

Qnd weiter rollte derEilfiter Käse.

Als Auftakt für die Sammelausstellung ostpreußischer Molkereiwaren bei der diesjährigen Wanderansstellung in Mannheim (31. Mai bis 5. Juni), zugleich als Wer­bung für die unter der Absatzkrise besonders schwer leiden­den ostpreußischen Käsereien, setzte der rollende Riesenkäse seine Reise durch Deutschland fort. Dieser Werbegedanke hat sich als besonders glücklich erwiesen. In jedem Ort, durch den der Käse rollt, wird mächtiges Aufsehen erregt, des Fragens nach Zweck und Ziel ist kein Ende. Fast die gesamte Presse beschäftigt sich mit dieser Aktion, die in Verbindung mit dem Handel und den Heimatverbänden Ost- und Westpreußens durch örtliche Werbung für das ostpreußische Edelerzeugnis, den Original-Tilsiter-Käse, eintritt. Seit dem Start in Königsberg (Pr.) am 13. April ging die Reise durch Pommern über Stettin zur ersten Etappe nach Berlin. Hier wurde dem Käse und seinen Be­gleitern ein herzlicher Empfang bereitet. Tonfilmaufnahmen beim Start und in Berlin trugen die Not Ostpreußens in alle Welt. Über Magdeburg — Braunschweig — Hildes­heim — Hannover durch das Ruhrgebiet bis Köln, dann den Rhein entlang bis Wiesbaden, Frankfurt a. M., hin­unter bis Ludwigshafen, so rollt der Käse weiter durch die deutschen Lande, bis er am Eröffnungstag der Wander­ausstellung (31. Mai) in Mannheim, dem Zielpunkt der Fahrt, eintrifft. Hier findet die bedeutungsvolle Werbung ihren Abschluß durch eine Ehrenrunde vor der Aus­stellungsleitung.

Es ist Ostpreußens beste Eigenschaft, der Not der Zeit nicht tatenlos gegenübcrznstehen, sondern trotz aller Wider­stände durchzuhalten und weiterzukämpfen. Aus diesem Gedanken heraus wurde auch dies Unternehmen geschaffen; der Widerhall, den es bisher gefunden hat, läßt hoffen, daß es der ostpreußischen und der deutschen Milchwirtschaft ’.um Segen werden wird.

Erachten schau in Mannheim.

An den beiden letzten Tagen der Mannheimer Wanderausstellung, Samstag, den 4. Juni, nachmittags 3 Uhr, und Sonntag, den 5. Juni, vormittags 1412 Uhr, wird jeweils ein großer „südwestdeutscher" Trachtenzug Verunstaltet. Die beiden Züge gehen von den „Rhein- Neckarhallen" durch die Stadt nach dem Ansstellungs- platz. An beiden Tagen werden nachmittags 4 Uhr von den Trachtenträgern im Großen Ring Volkstänze vorgeführt. Am 4. Juni, abends 8 Uhr, versammeln sich die Trachtenträger im Nibelungensaal zu einem T r a ch - t e n abend. Das Programm des Abends sieht eine Fülle von Darbietungen vor. Von den Trachtenträgern werden Volks- und Heimatlieder vorgetragen und unter den Klängen der Trachtenkapellen alte Volkstänze vor­geführt. Im Mittelpunkt des Abends steht ein Theater­stück „Der Sieg der D. L. G.", aufgeführt von Trachten- trägern aus dem hohen Schwarzwald. Dieses Stück zeigt einen Ausschnitt aus dem Leben der Schwarzwälder Bauern, wie überhaupt das Trachtentreffen nicht ein bloßer Unterhaltungsabend sein wird, sondern vielmehr ein Heimatabend, der den Berufsgenossen aus den übrigen Gebieten des Reiches die Sitten und Gebräuche unserer Bauern lebendig vor Augen führen wird.

An den Veranstaltungen nehmen teil die Bürger­wehren mit ihren historischen Waffen und Uniformem alle Volkstrachten vom Schwarzwald und der Baar, vom Mark- gräflerland und Hanauerland, von der Bergstraße, von Württemberg und aus der Pfalz, sowie Gcbirgslrachten aus der näheren Umgebung von Mannheim, ferner eine große Anzahl ländlicher Reiter. Sehr belebt werden die Züge außerdem werden durch eine Anzahl schmucker Wagen aus den verschiedensten Gebieten der südwest- deutschen Landwirtschaft.

„Dos Deutsches Dolz“.

Major a. D. Brauer, Geschäftsführer der „Arbeits­gemeinschaft Holz".

Im Rahmen ihrer planmäßigen Absatzwerbung wird die „Arbeitsgemeinschaft Holz" (Reichsforstwirtschastsrat und Deutscher Forstverein) auch auf der diesjährigen D. L. G.-Wanderschau in Mannheim (31. Mai bis 5. Juni) mit einem umfangreichen „Hof Deusches Holz" die Be­deutung der Forstwirtschaft zeigen und insbesondere dem Landmann den wirtschaftlichen Vorteil einer stärkeren Ver- Wendung deutschen Holzes erläutern.

Zwei hübsche Siedlungshäuser in Blockbau­weise und in Holzgerippeban beweisen, daß man aus deutschem Holz bei geringstem Preis unserer Notzeit an­gepaßte, aber durchaus befriedigende Dauerheime zu schaffen vermag. Daneben wird ein lustiges Wochen­endhaus vielen Frende machen.

Dem praktischen Landwirt soll insbesondere der E ch w c i n e st a l l nach den Erfahrungen des großen Züchters V. Lochow willkommene Anregung geben, um mit geringstem Aufwand höchste Wirtschaftlichkeit zu ver­binden. Ein Düngerschuppen, gleich gut als Maschinenschnppen verwendbar, soll die besondere Eignung oes^ol^ ->iir derartige Banten ^eiarn Md eine leichte und praktische Holzkonstruktton Vorsuhren. Em Grun- I Futtersilo, Frühbeetfenster, landwirtschaft- । lichc M aschine n und Geräte, ein H o l z v e r - i gaser werden dem Landmann die Bedeutung des beut ! schen Holzes für seinen Betrieb zeigen, und auch die . L a n d s r a u ivirb alles an hölzernem Gerät vorfinden, I was ihr in Küche und Keller, in der Kleintierzucht usw. ' dient. Eine Stell macherwerk st att ivirb sich int : Betrieb zeigen, und auch die anderen an der Holzverarbei- : tung beteiligten Gewerbe, insbesondere die Zimmerlente, ! Drechsler, Böttcher und Tischler nehmen teil.

Aus den Wuchsgebieten des staatlichen und privaten i Waldbesitzes in Baden, Reffen und der Pfalz ivirb eine Sammlung von Hölzern in Stammstücken nnd Schnittware gezeigt werden, die dazu helfen sollen, in das deutsche Heim wieder Möbel aus deutschem Holz zu bringen.

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