Einzelbild herunterladen
 

pus Stadt, Kreis und Provinz

Mitteilungen lokalen 3ntere|Jes aus dem Kreisgebiet sind für diese Rubrik willkommen.

Abschied von Pfingsten

Zwei Tage lang stand das Räderwerk still, ruhten die schaffenden Hände aus von der Arbeit, blieben die Menschen fern von ihrer beruflichen Tätigkeit und feierten Pfingsten. Wie immer sind diese zwei Tage viel zu schnell dahingegan- gen, und nun heißt es wieder Abschied nehmen vom lieblichen Pfingstfest. Diesen Abschied von Pfingsten feiern wir am dritten Feiertag. Zwar läuft an den meisten Stellen schon wieder die Maschine über Tag, aber der Abend ist noch nicht der des eigentlichen Werktages, sondern er ist eben noch ein Stückchen Feiertag. Wenn die Finanzen noch nicht erschöpft sind, geht man noch ein bißchen aus, trinkt unter blattbela- denen Bäumen sein Gläschen Bier und läßt es sich im grünen Garten wohlgefallen. Nicht alle können es sich leisten, diesen dritten Pfingsttag völlig untätig zu begehen; ihre Pflicht ruft sie in die Büros und Fabriken. Aber die Arbeit will noch nicht recht schmecken. Das Pfingstfest muß erst in uns abklingen, muß irgendwie einen allmählichen Uebergang zum Alltag haben. Der dritte Pfingstfeiertag ist es, der diese Brücke zwischen Festzeit und Arbeit baut. Dann ist es end­gültig Schluß. Wir haben Abschied genommen vom Fest des Frühlings. Dieser oder jener wird mit Hochdruck arbei­ten, weil in einigen Tagen oder Wochen der Sommerurlaub beginnt, in dem man frei und unbeladen von allen geschäft­lichen Verpflichtungen und Verantwortungen sein will. Und dennoch wird dieser Gegensatz zwischen Freizeit und Arbeit darüber belehren, daß eines so wichtig ist wie das andere. Wir müssen arbeiten, um leben zu können; aber wir müssen auch einmal ausspannen, um diese Arbeit nachher wieder mit erneuten Kräften und erhöhter geistiger Regsamkeit be­wältigen zu können. Diejenigen, denen das harte Schicksal vielleicht schon seit Jahren völlige Untätigkeit beschert hat, werden das Krankhafte dieses Zustandes längst, eingesehen haben, und die Pfingstfeiertag« werden ihnen aus verschie­denen Gründen nicht. das gewesen sein, was sie den Werk­tätigen sein konnten und sein mußten.

Herrliche Pfingstfeiertage.

Pfingsten 1932 wird in der Chronik schöner Pfingst- feierrage mit an der Spitze stehen müssen. Obwohl in diesem Jahre Pfingsten außerordentlich früh fiel und der Mai bis kurz vor die Feiertage sich von einer recht unan­genehmen Seite gezeigt hatte, haben uns die Feiertage ein Wetter gebracht, wie es schöner nicht sein konnte. Alle Schönheiten des Frühlings und Sommers vereinigten sich an diesen beiden Tagen zu einer wundervollen Symphonie: das junge Grün und die Blütenpracht des Mai, und der segenspendende, herzerquickende Sonnenschein des Sommers. Wer mochte da nicht hinauöziehen in Wald und Feld, in die Schönheiten unserer deutschen Heimat in der Nähe und in der Ferne. Es war ein gewaltiges Bekenntnis des heu­tigen Menschen zur Natur, das diesen wundervollen Pfinall- tagen das Gepräge gab. Wo nur der Wald ein schattiges Plätzchen aufwies, da lagerten fröhliche Menschen, die bei Sang und Klang sich des Lebens in der freien schönen Natur erfreuten. So sind die diesjährigen Pfingstfeiertage zu wahren Segensspendern für die Menschen geworden, die heute mehr denn je Kraft und Mut für den Lebens­kampf aus der Natur zu schöpfen gezwungen sind.

Eröffnung des städtischen Schwimmbades. Der Ladebetrieb des städtischen Schwimmbades Schlüchtern wird am Freitag, Äen 20. IHai eröffnet. Näheres über Badezeiten und Badepreise, welch letztere eine starke Er­mäßigung erfahren haben, wird in der morgigen Zeitungs- ausgabe veröffentlicht.

vor trag. Rm Donnerstag Rbend von 79 Uhr wird Herr Dr. Heinrich Ritzmann-Frankfurt a. M. im Hess. Hof in Schlüchtern im Rahmen der klrbeiterbildungskurse der Firma Viktor Wolf einen Vortrag halten über das Thema:Führt Rreditausweitung und Zahlungsmittelver­mehrung zur Rbwendung der, Wirtschaftskrise?" Die ver- pnstaltung steht auch Interessenten offen, die nicht Be­triebsangehörige sind.

Hessen-Nassau Preußens waldreichste Pro­vinz. Nach den neuesten Feststellungen umfaßt die land- wirsschaftliche Nutzfläche im Bezirk Rassel 616000 und im Rezirk Wiesbaden 286 000 Hektar. Es werden demnach nur 55 bezw. 51 Prozent der Gesamtfläche landwirtschaft­lich genutzt, während es im Staatsdurchschnitt über 63 Prozent sind. Dagegen ist die Waldfläche, auf die vier Zehntel des Lodens entfallen, umso größer (Staatsdurch- schnitt nur rund 25 Prozent). Hessen-Nassau ist damit die waldreichste Provinz Preußens. Rund 6,5 Prozent der Bo= denfläche werden von Hosräumen, Wegen, Gedland usw. eingenommen.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 17. 5. 1932. Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1019 Rindern, darunter 257 Ochsen, 85 Bullen, 388 Kühen, 250 Färsen, ferner 294 Kälbern, 9 Schafen und 3665 Schweinen. Bezahlt wurde:

Ochsen a 1 3134, 2730, 2326,

Bullen a 2731, 22-26,

Kühe a 2527, 2224, 1521,

Färsen a 3134, 2730, 2326,

Kälber b 4043, 3639, 3035, Schafe

Schweine b 3740, 3740, 3640, 3338.

Rinder langsam. Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig.

Tann (Rhön). (Ein unglücklicher Schuß.) Im be­nachbarten Weiler-Schwarzenborn hat sich dieser Tage ein schwerer Unglücksfall zugetragen. Ein i7jähriger junger Mann namens Krenzer wollte einer befreundeten Familie fein Tesching zeigen, mit dem er am andern Morgen Ratten schießen wollte. Krenzer, in der Meinung die Waffe sei

nicht geladen, hantierte unvorsichtig mit dem Tesching. Plötzlich ging ein Schuß los und die Kugel drang der erst 18jährigen Ehefrau Fischer in die Brust. Unglücklicherweise traf die Kugel eine Schlagader, was zur Folge hatte, daß die junge Frau nach wenigen Minuten durch Verblutung starb. Der Vorfall ist umso tragischer, als bereits vier Brüder der Frau durch Unfälle ums Leben gekommen sind.

Kassel. (Wechselfälschungen in Höhe von 1.70 000 Mk.). In zweitägiger Verhandlung hatte sich die hiesige Straf­kammer mit einer üblen Wechfelsälschungsaffäre zu beschäf­tigen. Als Hauptangeklagter hatte sich der Inhaber der Getreide- und Futtermittelgroßhandlung Wilde & Sernau, Fritz Ackermann in Kassel, zu verantworten. Der Ange­klagte hatte jahrelang Wechsel gefälscht und in Umlauf ge­setzt. Die Geschädigten waren in der Hauptsache Landwirte in der Umgebung von Kassel. Die Höhe der gefälschten Wechsel belauft sich auf etwa 170000 Mk. Das Gericht verurteilte Ackermann wegen fortgesetzten Betrugs und Un­treue in Tateinheit mit schwerer Blankettfälschung zu ins­gesamt vier Jahren Gefängnis. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Die beiden Mitangeklagten wurden freigesprochen.

Frankfurt a. M. (Ein Mädchen in den Main ge­stoßen.) Der Z ijährige Schornsteinfegergeselle Ludwig Mantel hat am Samstag abend ein bisher noch unbekanntes Mäd­chen an der Obermainbrücke auf der Frankfurter Seite nach einem vorausgegangenen Streit in den Main geworfen. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht gefunden werhen. Mantel stellte sich selbst der Polizei. Er erzählte, daß das Mädchen ihn in der Stadt angesprochen habe, und als sie später Geld von ihm verlangte, sei es zu einem Krach ge­kommen, wobei er das Mädchen, das er selbst nicht kannte, in den Main warf. Es handelt sich um eine etwa 26 Jahre alte Persov. Mantel ist in Haft genommen worden.

Mannheim. (Beim paddeln ertrunken). Rm zweiten Pfingsttag nachmittag ist eine des Schwimmens unkundige 22jährige Frau beim Paddeln in der Nähe des hiesigen Strandbades ertrunken. Das Paddelboot, in dem sich auch der Mann der Ertrunkenen befand, stieß gegen eine Boje upb kenterte. Der Mann vermochte sich durch Schwimmen zu retten, es gelang ihm aber nicht, seiner Frau rechtzei­tig Hilfe zu bringen.

Das Grab von Beethovens Mutter. Auf dem vor kur­zem wieder aufgefundenen Grab der Mutter Beethovens hat der Verein Beethovenhaus eine Grabplatte errichten lassen, die von dem Vorstand des Vereins in die Obhut der Stadt Bonn übergeben wurde. An dem schlichten Einweihungsakt nahmen u. a. teil: der Auffinder des Grabes, Professor Dr. Knickenberg, und der Oberbürgermeister von Bonn. Das Grab der Mutter Beethovens befindet sich auf dem Alten Friedhof in Bonn, wo so viele deutsche Geistesgrößen ruhen. Ihr Grab ist in nächster Nähe der Witwe Friedrich von Schillers.

Sprengstoffanschlag auf eine kraflwagengarage. Auf ein Sprengstoffanschlag oeruBT. Personen kamen dabei nicht zu Schaden, jedoch wurde durch die Explosion Sachschaden angerichtet. Als Bombe ist ein Maschinengeweyrmunitions- kasten aus Blech verwendet worden, der mit Eisenbeschlägen verstärkt worden war.

Großfeuer auf dem Budapester Lebensmittelmarkt. Auf dem großen Lebensmittelmarkt am Donauufer brach ein Großfeuer aus. Es sammelte sich eine riesige Menschen­menge an. Acht Personen wurden im Gedränge verletzt. Der Brand entstand durch Funkenflug eines Dampfers. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen bereits zahlreiche Buden in Flammen. 40 Buden wurden vollkommen ein­geäschert.

ASSIN WIRKT AM BESTEN wenn es bei den ersten Anzeichen

1 Mk. einer Erkältung genommen wird. 1 Mk.

Apotheke in Schlüchtern

Nach siebenjähriger Tätigkeit als Assistent an Universitätsinstituten und Kliniken, zu­letzt bei Herrn Professor Dr. Bessert an der städtischen Kinderklinik in Essen, habe ich mich in FULDA als Kinderarzt niedergelassen.

Dr. med. Paul Gunkel

Facharzt

für Säuglings- und Kinderkrankheiten am Landeskrankenhaus in Fulda.

Sprechstunden:

vorläufig im Landeskrankenhaus werktäglich von 1012 Uhr, 1517 Uhr.

BekanntmaKung.

Donnerstag, den 19. Mai, 15 Uhr

sollen zu Schlüchtern in der Gastwirtschaft Adler Brückenauerstraße: 1 Kuh, 1 Piano, 1 Büffet, 1 Küchenbüffet, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 1 Spiegelschrank, 1 Kleiderschrank, 1 Kassenschrank, 1 Bücherschrank, 1 Bertikow, 1 Kommode, 1 Divan, 1 Tisch, 1 Sofa, 1 neuer Polstersessel, 1 Schreibtisch, 1 Kuckucksuhr, 2 vollltänd. Betten, 1 Prysmenglas, 1 Hahn Doppelflinte, 1 Herrn­fahrrad, 1 Radioapparat, verschiedene neue Lampen und Bügeleisen, 1 neuer Federwagen, 15 neue Wagenachsen, 1 Partie Anzug- und Mantelstoffe, Herrenanzüge u. Mäntel, 1 Partie Emaillewaren, verschiedene neue Öfen u. Herde, Ackereggen und Ackerpflüge, 1 Partie Schuh­waren und noch andere Gegenstände öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung zwangs­weise versteigert werden.

K i r s ch n e r, O. G. D-, Fuldaerstraße 64.

Die gute Anzeige

T

ist das beste Werbemittel Sie spricht zu Tausenden und

X

erhöht

Umsatz u.Gewinn

Auskunft

über Anfragen bei In­seraten (Zu erfragen in Der Geschäftsstelle) kann nur während der Ge­schäftszeit von mor­gens 8 bis abends 5 Uhr gegeben werden.

o Brüderlich gefeilt! Mit seinem Gefolge ritt einst d Fürst zur Jagd aus. Da begegnete ihm auf dem M ein Bettler, der ihm um eine Gabe ansprach. Der griff nach seinem Beutel und reichte dem Bettler Groschen. Da sprach der Bettler:O, Herr, Ihr habt gleich geteilt mit eurem Bruder!" Erstaunt fragte der F^I Bist du denn mein Bruder?" Der Bettler aber antwort^! Freilich bin ich euer Bruder! Nennt Ihr denn nicht ich Gott euern Vater und betet Ihr nicht auch wie ich ter unser"?" Als der Fürst diese Rede des Bettlers nahm, erwiderte er:Wenn es so ist, so hast du dein das dir als mein Bruder gebühret, reichlich empfangn Denn wollte ich jedem meiner Brüder soviel geben wie so müßte ich schnell mein Fürstentum verkaufen, und was ich habe. Und doch würde es zusammen nicht bringen, daß ich jedem einen Groschen geben könnte. M du aber hin zu all deinen Brüdern und laß dir von auch einen Groschen geben, so wird dein Sack bald mehr zureichen, das Geld aufzunehmen!"

2 5 jährig es Geschäftsjubiläum der Chlf r 0 d 0 n t - F a b r i k. In den ersten Tagen des Mai die Ch' odont-Fabrik auf ihr 2;jähriges Bestehen zuM blicken. Im Mai 1907 stellte der Apotheker und Chechl Dr. phil. Ottomar Heinzius von Mr yenburg in den Laboratoriumöräumen der Dresdener Löwen-Apotheke J mannigfachen Versuchen die ersten Tuben Chlorodont-ZchI paste her. In den verflossenen 25 Jahren bis heute sind« Millionen Tuben gefolgt. Aus dem kleinen Laboratorw ist ein großes Werk geworden mit zahlreichen Tochterfabrist und Betriebsstellen im In- und Ausland. Einige Unterm mungen stellten die wichtigsten Bestandteile der Chlorod«»: Zahnpasta her; rund 1000 Arbeiter, Angestellte und Verlrü sind in dem Werk tätig, über 6 Millionen Menschen »erbte: chen allein in Deutschland täglich seine Erzeugn« Aus Anlaß des Jubiläums gab das Werk eine BrosG heraus, die mit reichen, geschmackvollen Illustrationen « Einblick in die Arbeit des Werkes gibt.

Der Saatenstand Anfang Mat 1932. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern.

Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 M 4 = gering, 5 = sehr gering.

Fruchtarten

Durch­schnitts­not. f. d.

Anzahl der von den VertrauenSmSmm I des Kreises abgegebenen Noten [

usw.

'S

1

12

2

2-3

3

34

4

4-5 St

Winterweizen

Spelz (Winterfrucht, auch mit Beimischung von Weizen oder Roggen

Winterroggen

Wintergerste

Gemenge a.Wintergetreide RapS u. Rübsen (Winterfr. Klee a. m. Beim. v. Gr. Luzerne

Be- u. CntwässerungSw.

Andere Wiesen

Viehweiden

2,8

2,7

2,6

2,8

2,8

2,9

2,8

2,9

3,0

3,1

3,1

2,8

2,5

2,8

2,7

3,1

2,9

3,0

2,9 3,0

3,0

1

2

1

1

1

2

1

2

1 1

1

1

1

1

2

1

1 1

1

1

1

Der Präsident des Preußischen Statistischen Landeeamls.

ArbeitergesangvereinVorwärts ! Schlüchtern.

Dienstag Abend 8 Uhr Gesangstunde für du gemischten Chor. Mittwoch Abend 8 Uhr 0t sangstunde für den Männerchor. Donnerst«: »Abend 8 Uhr Gesangstunde für den gemischt» Chor. Vollzähliges und pünktliches Erschein» wird erwartet. Der Vorstand.

verantwortlich für den Inhalt: Fr. Steinfeld.

Oberförsterei Marjoß verkauft am Donnerstag, den 19. Mai 193! ab 9 Uhr in der GastwirtschaftZum weihe' Roß" in Steinau öffentlich meistbietend M und Brennholz nach Bedarf aus der Försterei Thalhof, Marjoß-West und Marjoß-Noid md Rohrbacherhof.

Heute Dienstag abend 8* 2 Zum letzten Male

Bis Land des Lädielns Tonlichtspiele UT

kut Dausaison;

^ empfehle

Ila LudowlcbZlegel (Original) = Schwemmsteine, Ziegelsteine,

2 fa Porttand - Zement, Kalk, Gips. I » ^-Träger, v Eisen,

gementrohre, Steinzeugrohre, : Wand- und Fuhbodenplatten j

i sowie alle sonstigen Baumaterialien I Y zu notverordnungsgemäß gesenkten billigsten Preisen.

^Heinrich LinS

Telefon 267 |