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Markt und Landwirtschaft.

Lk.-Rat Fr. Keiser- Berlin.

Zu den Darbietungen, die von den Besuchern der Wanderausstellungen der D. L. G. mit besonderem Inter­esse betrachtet werden, gehört seit einigen Jahren die regel­mäßig wiederkehrende Ausstellung „Markt und Landwirt­schaft". Diese sowohl für Erzeuger als auch für Ver­braucher besonders wichtige Abteilung gewinnt in dem Maße an Bedeutung, in dem der deutsche Markt aus deutsche Erzeugnisse eingestellt wird und mit Rücksicht auf die allgemeinen Finanzverhältnisse immer stärker ein­gestellt werden muß. Dementsprechend hat auch die D. L. G. im Verein mit allen landwirtschaftlichen Körper­schaften der Ausstellungsgruppe „Markt und Landwirt­schaft" ihre besondere Beachtung geschenkt. Die Mann­heimer 'Ausstellung (31. Mai bis 5. Juni) wird auf diesem Gebiete neue und besonders wesentliche Gesichtspunkte auf­weisen insofern, als sie an £mnb sehr klarer Darstellungen zeigen wird, in welcher Weise die Landwirte als Erzeuger die Marktverhältnisse zu ihren Gunsten auszunutzen in der Lage sind. Die Vorbereitungen zur Ausstellung haben er­kennen lassen, daß es tatsächlich eine Vielzahl von Mög­lichkeiten gibt, mit deren Hilfe der landwirtschaftliche Er­zeuger zu seinem eigenen Nutzen aus die Anforderungen des Marktes Rücksicht nehmen kann. In der Form einer großen Markthalle wird gezeigt werden, in welchem Um­fange die deutsche Erzeugung an der Versorgung des Volkes mit Lebensmitteln teil hat. Die Abteilung wird die Überschrift „Bald ist's geschafft!" tragen, und sie wird beweisen, welch große Möglichkeiten für die Landwirtschaft bestehen, den gesamten binnenländischen Bedarf an not­wendigen Lebensbedürfnissen zu decken. An einer Reihe von Beispielen wird dann gezeigt, wie der Landwirt die Maßnahmen zur Verbesserung des Angebots wirtschaftlich richtig durchführen kann. Das gesamte Gebiet der Markt- beobachtrmg, Marktnotierung und der Preisberichterstat­tung, also das gesamte Gebiet der Unterrichtung über die Marktverhältnisse, wird in allgemeinverständlicher Form aufgezeigt. Es wird nachgewiesen, unter welchen Verhält­nissen die einzelnen Erzeugnisse gut und wann sie schlecht verwertet werden. Die Verschiedenheiten der Marktlage für die einzelnen Erzeugnisse in den verschiedenen Jahres­zeiten geben dem Besucher der Ausstellung die Unterlage für die Einstellung seiner Erzeugung auf die jeweils gün­stigsten Preisverhältnisse. Kulturanweisungen für markl- fähige Feldfrüchte geben praktische Ratschläge. Die im Laufe des letzten Jahres erlassenen gesetzlichen Bestim­mungen, insbesondere aus dem Milch- und Eiermarkt, bilden die Grundlage für die Ausstellung der Gruppe Milchwirtschaft und Eier. Die Möglichkeit betriebstechni­scher Verbilligungen und die betriebswirtschaftlich richtige Durchführung der Erzeugung werden an einer Reihe von Beispielen aus den verschiedenen Betriebszweigen des Ackerbaues, der Tierhaltung und des Spezialpflanzen- baues in sehr treffsicheren Bildern dargelegt werden.

So wird die Sonderausstellung „Markt und Land­wirtschaft" den Verbrauchern, den Erzeugern, den Haus- frauen, Lehrern und Schülern, den landwirtschaftlichen Beratern und den Landwirten selbst eine Fülle von An­regungen bieten, deren Nutzbarmachung uns in der Land­wirtschaft langsam, aber doch mit einer gewissen Sicherheit zur Belieferung des Marktes mit Qualitätsware führen wird.

Kurze J^acbricbten.

Im Weinzelt des Badischen Weinbauverbandes auf der Mannheimer Wanderausstellung finden an den sechs Aus­stellungstagen (31. Mai bis 5. Juni) zahlreiche Versamm­lungen und Empfänge statt, so am 31. Mai die General­versammlung der drei Zentralanstalten der Raiffeisen- Hauptgenossenschaflen, Ludwigshasen, am selben Tage die Begrüßungsfeier des Badischen Weinbauverbandes selbst, am 1. Juni die Verbandstagung des Raiffeisenverbandcs. Am 4. Juni hält der Badische Landbund eine Vertreier- tagung und eine Begrüßungsfeier für Reichslandbund und Junglandbund ab. Auch ist das Zelt Treffpunkt für eine Reihe von Vereinigungen, von Landwirtschafts-, Obst- und Weinbauschülern.

Die Wanderversammlung der D. L. G., die mit der Mannheimer Wanderausstellung (31. Mai bis 5. Juni) verbunden ist, bringt in erster Linie die Fachberichte der Preisrichter auf der Wanderausstellung, und zwar am Ausstellungs-Donnerstag zunächst über die Abteilungen Pferde- und Rinderzucht, anschließend über Schaf- und Schweinezucht, Fischzucht und Geflügelzucht, sämtlich im „Rosengarten". Am Sonnabend folgen die Richterurteile über Bienenzucht („Mannheimer Hof") und über Ziegen­zucht („Rosengarten"), am Sonntag über Kaninchenzucht („Rosengarten"). Erwähnenswert ist noch eine Versamm­lung für Obst- und Weinbau, die am Mittwoch, und eine Versammlung zur Förderung des Maisbaues, die am D. 8. G. ist auf Donnerstag festgesetzt. Die Teilnahme an MrMchen Versammlungen der D. L. G. ist kostenlos.

Die Rinder auf der Mannheimer Zander aus stcllung.

Oberregierungsrat Dr. h. c. Fehse meter, Karlsruhe.

Bei den Wanderausstellungen der Deutschen Land- wirtschafts-Gesellschaft darf sich erfahrungsgemäß die Tier- ausstellung und in dieser vor allem die Abteilung „Rin- d e r" jeweils einer besonders lebhaften Beachtung der Besucher erfreuen. Dies gilt nicht nur für die Besucher, die selbst Viehhalter und Viehzüchter, also eigentliche Fach­leute auf dem Gebiete der Viehwirtschaft sind, sondern auch für die dem landwirtschaftlichen Berufe nicht angehörigen Besucher, da für diese als Abnehmer und Verbraucher die Herkunft und Erzeugung von Fleisch, Milch und anderen unentbehrlichen Lebensrnitteln aus der Tierzucht natur­gemäß keine geringere Bedeutung besitzt als für den Er­zeuger selbst. Im Hinblick auf die Lage des diesjährigen Ausstellungsortes (Mannheim, 31. Mai bis 5. Junis in unmittelbarer Nähe nicht nur der rühmlichst bekannten süddeutschen Viehzuchigebiete, sondern auch tm Mittel­punkt zahlreicher Unternehmungen der Industrie, des Ge­werbes und Handels darf daher damit gerechnet werden, daß gerade die Rinderabteilung der Ausstellung für die Besucher aus Stadt und Land einen besonderen An- ziehungspunki bilden wird.

Trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse wird die Rinderausstellung mit einer stattlichen Anzahl von Zuchttieren der wichtigsten deutschen Rinderschläge beschickt sein. Da die Ausstellung, entsprechend der Lage Mannheims, mit Zuchtvieh vorzugsweise aus Süd- und Mitteldeutschland beschickt werden wird, werden die dort fast ausschließlich gezüchteten Höhenviehschläge vor­herrschen. Nach den vorliegenden Anmeldungen werden namentlich größere oder kleinere Sammlungen Höhen- fleckvieh ans den bekannten Zuchtgebieten in Baden, Bayern uudRheinpfalz, Württemberg, Hessen, Thüringen und der Provinz Sachsen gezeigt werden. Dieser Höhen- fleckviehschlag hat in den genannten Gebieten eine erheb­liche Verbreitung erlangt, weil er auf mehrfache Nutzung

— Milch-, Fleisch- und Arbeitsleistung — gezüchtet ist und so besonders den Bedürfnissen des dort vielfach vorherr- schenden klein- unv mittelbäuerlichen Betriebes Rechnung trägt. Von weiteren Höhenviehschlägen werden kleinere Sammlungendes Einfarbig gelben Schlages aus Bayern, der Rheinpfalz und der Rheinprovinz sowie des Graubraunen Schlages vertreten sein. Be­sondere Aufmerksamkeit werden, wie bei srüheren Aus­stellungen, wiederum die ausschließlich im badischen Schwarzwald Heimischen und deshalb weniger allgemein bekannten Wälderviehschläge erregen. Sie werden in einer Sammlung Vorder Wäldervieh und in einer Sammlung Hinter Wäldervieh, dem kleinsten deut­schen Viehschlag, ausgestellt sein.

Die Besucher, die sich mehr für die Zucht des Tief­landrindes interessieren, werden in Mannheim eben­falls auf ihre Rechnung kommen, wenn diese Ausstellungs­abteilung naturgemäß der Zahl nach auch nicht so stark beschickt sein wird wie die Sammlungen aus Höhenvieh, j So wird das Schwarzbunte Niederungsvteh mit Tieren aus Ostpreußen und Brandenburg, der R o t - bunte Schlag mit einer Sammlung aus Westfalen ; vertreten sein. Die Zahl der zur Schau gebrachten Rinder । wird sich nach den vorliegenden Anmeldungen voraussicht- ; lich auf rd. 400 Stück, nämlich etwa 300 Höhenrinder und [ etwa 100 Tieflandrinder, belaufen. Bei dem hohen Stand, den die Rinderzucht in den verschiedenen Zuchtgebieten ein- i nimmt, ist es selbstverständlich, daß nur solche Zuchttiere zur Ausstellung gelangen, die in Körperbau und Leistung den hochgestellten wirtschaftlichen Zuchtbedingungen ent­sprechen. Um so mehr darf angenommen werden, daß die Rinderabteilung der Ausstellung die Erwartungen sowohl der Viehhaltenden Landwirte als auch der den sonstigen Berufskreisen angehörigen Besucher auch diesmal voll be­friedigen wird.

Wenn der Flieder wieder blüht...

Nur noch ein paar Wochen trennen uns von jener M lichen Zeit, in der die duftenden Fliedersträuße wich«,« den Vasen stehen; nicht lange mehr währt es, dann njaiJ wir draußen in der Natur an duftigen Blütenbüsche«' weiß und lila vorbei. Der Flieder nimmt bei uns eine schieden herrschende Stellung ein und gibt der Zeit U Blühens eine ganz besondere Frühlingsstimmung. f

Der Flieder ist eine ausländische Pflanze, die uns in Deutschland erst hat das Heimatrecht erwerben«! sen. Er stammt aus dem warmen Mittelasien und ist« China zu uns gebracht worden. Er kam nicht, wie irr« sich so oft behauptet wurde, aus Spanien. Jetzt hat > Flieder durch seinen einschmeichelnden Duft alle M Europas auf die friedlichste Weise erobert und sich d« Klima anbequemt. Er ziert die Gärten Neapels wie die« Paris, London und Berlin, er ist in Wien gerade Häufe wie in Budapest, sein entzückender Duft ist « ebenso heimisch in Deutschland und Rußland, wie in M schweden und Finnland. Freilich hat das Klima seine M zeit verändert. "5n den Ländern am Mittelmeer blüh« bereits Anfang des Monats März. In Frankreich 1 Ungarn blüht er im April, während England und DeM land sich erst zu Anfang des Monats Mai feines M erfreuen. In Mittelschweden und in Finnland dagegen« hört der Flieder zu den ausgesprochenen SommerbluM Er steht dort eigentlich erst im Monat Juli in vollster M und ist bis in den August hinein anzutreffen.

ltnverbrennbares Papier!

In einem Vorort von Berlin soll es einer Papiersch! j geglückt sein, ein Papier zu schaffen, das völlig unDerber; bar ist. Bereits bei dem Fabrikationsvorgang soll 1 breiigen Papiermasse ein bisher noch nicht benannter M , beigegeben, der es fürderhin unmöglich machen soll,», Papier in Flammen aufgehen zu lassen. Bedeutung-:» f dabei ist, daß weder die Haltbarkeit noch die Färbung Papierstoffs durch diese Beimischung irgendwie beeintril tigt wird. Den Behörden ist die Vorführung des wie brennbaren Papiers angemeldet, und man wird allerdi« . bis zu diesem Zeitpunkt abwarten müssen, ob die Erfind« ,

in der Tat das hält, was sie verspricht.

Etwas Zurückhaltung dürfte vorerst noch am P!» sein, denn erste Papierfachleute und Chemiker, die sich!» sein Problem seit vielen Jahrzehnten zugewendet HM bestreiten, daß die Erfindung tatsächlich einwandfrei I Von der Herstellendsn Firma wird aber trotzdem weite:« versichert, daß es eine Leichtigkeit wäre, sämtliche Pas« sorten auf diesem Wege herzustellen und jegliche Formt Papierverarbeitung täte der Erfindung keinen Abbrüch e soll auch gleichgültig sein, ob das Papier bedruckt, mit M oder Bleistift beschrieben, ob mir daraus radieren oder am

Man hat ja in den letzten Jahren allerlei auf ähnliÄ Gebieten zuwege gebracht. Man hat eine Feuerschutzsack erfunden, mit der man die Hölzer des Dachgestühls streicht, man kann die Strohdächer der Scheunen mit Wi sigkeit tränken, um sie vor Feuer zu schützen, wenn nun eil der Schlüssel gefunden sein sollte, solch eine Feuerschi appretur dem Papier beizugeben, so hätten wir in der U nicht mehr allzuviel zu befürchten. Brände würden nl mehr die Ausdehnung von einst annehmen, unsere All» und Urkunden würden nicht mehr ein Raub der FlaimV werden, unsachgemäß aufbewahrte Geldscheine (wer ik| welche hat!) könnten selbst im eisernen Ofen nicht verbrennen. Und trotz alledem darf man die Hoffnung» nicht zu hoch veranschlagen: Es gibt kaum ein Stoss,« sich nicht bei einer bestimmten Hitzeentwicklung in Urbestandteile auflöst, oder der feine Starrheit nicht gibt. Selbst Gold und Silber zerfließen unter der M des Feuers. Wie kann angesichts dieser Tatsache das M pier einer größeren Hitzeentwicklung standhalten Es brennt allmählich, wenn es den Strahlen der SommersM ausgesetzt ist, und wenn es auch keine offenen Flamm gibt, so wird das Papier doch dünn und widerstandslos,« zerbröckelt in unseren Händen wie Tabacksblätter, wird i j ansehnlich und schwarz.

Man möchte es vorerst nicht daraus ankommen Ich! ein Paket Urkunden in den Ofen zu werfen: Selbst« Feuerschutzbrei könnte nicht verhindern, daß sie allmäh« in ein Nichts verwandelt werden und wie Zunder ausiil anderfliegen. Wenn die Firma nur erfunden hat, daß M verbrennende Papier keine offenen Flammen mehr zeugt, sondern der Verbrennungsvorgang nur ein langsam ist, der das Material versengt, hätten wir schon reH m gewonnen. Ein im Papierlager ausgekommenes Mi wHrde nicht mehr jene schnelle Ausdehnung erfahren, würden aus Papierbränden keine Riesenfeuer mehr ir­den, die schon so oft ein ganzes Gebäude eingeäschert M ben. Warten wir ab, wie sich die Behörden zu neuen Erfindung stellen werden! G. M

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6,80 Mark

Düngrmittelprrise Mai 1932. I g

Mitgeteilt von der Hanielschen Handelsgesellschaft m. b.

Berlin NW. 7. ni igefah: Kainit 12 Prozent 117, Kali 40 Wie je 100 Kilo, Frachtparität Sondershausen.

Thomasmehl: 22^2 Pfennig auf Frachtgrundlage AEf Rothe Erde je Kiloprozent zitrl. Phosphorsäure emschlü^! 100-Kilo°2utejack.

Stickstofs: Schwefels. Ammoniak Typ 1 0,82, Typ 2 Kalkammonsalpeter JG 0,86, Kalkammon DAVV 0,74, monsulfatsalpeter (Leuna-Montan) 0,82, Kalkstickstosi A Natronsalpeter 1,09, Kalksalpeter 3® 0,99 je Kiloprozent • I Nitrophoska 3® 1 23,34, 2 21,98, 3 23,80, 4 19,00 Mark l 100 Kilo Ware. I

Superphosphat und Ammoniaksuperphosphat: 1. BeM I gebiet: Alle Stationen links der Elbe, Frachtparität htld- I Heim, Verkaufsgebiet Hannover-Magdeburg: SuperPhoM« 18 Prozent 5,58, Ammoniaksuperphosphat 9maI9 10,71, moniaksuperphosphat 5mall0 7,93; Verkaufsgebiet Dreeoc« Superphosphat 18 Prozent 5,45, AmmouiaksuperphoM« 9mal9 10,57, Ammoniaksuperphosphat 5mallO 7,79; Fra« Parität Bielefeld: Ammoniaksuperphosphat 9mal9 10,67, moniaksuperphosphat SmallO 7,89; 2. und 3. Bezugsgcdh Schleswig-Holstein, beide Mecklenburg, Brandenburg, mern und Ostpreußen: Superphosphat 18 Prozent 5,96, moniaksuperp'' -sphat 9mal9 11,07, Ammoniakluperphoepf" SmallO 8,28 4. Bezugsgebiet: Niederschlesien: SuperphosN'-l 18 PioztM 6,25 Ammoniaksuperphosphat 9mal9 11,21, moniaksuperphosphat SmallO 8,45; 5. Bezugsgebiet: schlesien: Superphosphat 18 Prozent 6,33, Animo.yiaksupf Phosphat 9maI9 11,25, Ammoniaksuperphosphat SmallO 6. Bezugsgebiet: Oberschlesien: Superphosphat 18 Prozent", s Ammomaksuperphosphat 9maI9 11,31, Ammoniaksuperphospv" SmallO 8,55 Mark für 100 Kilo.

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