| pu0 Stadt, Kreis und Provinz Z Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Kreisgibitt sind für diese Rubrik willkommen.
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Sonntagsgedanken
„Wahrlich ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und zweifelte nicht in l (einem Herzen, sondern glaubte, daß es geschehen wurde, tbas er sagt, so wird's ihm geschehen, was er sagt. Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, daß ihr', empfangen werdet, jo wird's euch werden. Und wenn ihr stehet und betet, so vergebet, wo ihr etwas wider jemand habt, auf daß auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Fehler." Jesus redet hier vom Beten, und dieser Sonntag, der den Namen „Rogate", das heißt „BetetI", trägt, lenkt unsere Gedanken auch auf das Gebet. Wie ist es damit? Flattert es nicht so oft mühsam dem Boden nach? Muß es nicht wie das Wasser aus dem Brunnen mühsam emporgehoben werden? Hängt sich nicht der Kleinglaube wie ein Bleigewicht an seine Flügel? Ist es nicht oft nur ein Ziehen an der Notbremse? Wie ganz anders würde unser Beten sein wenn es aus einem Herzen käme, das erfüllt ist von unerschütterlichem Vertrauen zu Gott, — von jenem Vertrauen, das sich ausspricht in den Worten: „Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht". — Mehr von diesem Vertrauen, und es wird mehr Fröhlichkeit aus Erden seinl Mehr von diesem Vertrauen and es wird weniger Nervosität und Krankheit da sein und Diele bösen Geister werden weichen. —
Es ist wohl wahr, daß über jedem rechten Gebet stehen muß: Dein Wille gescheheI Das kann und soll uns hindern, etwas von Gott ertrotzen zu wollen. Aber es kann uns doch nicht hindern, zu ihm zu sprechen: Herr, dir ist alles möglich! Es kann uns nicht hindern zu glauben, daß Gott das Beste tun wird. Wo dieses Vertrauen ist, da betet man mit ungebrochener Zuversicht. Wenn der Berg sich nicht ins Wasser wirft, so ist es deshalb, weil es richtiger ist, daß wir auf seine Höhe hinaufsteigen, und mit Gottes Hilfe kommt man über die steilsten Berge glücklich herüber.
Aber unser Heilandswort weist nicht nur auf die Macht des Glaubens hin. — „Und wenn ihr stehet und betet, so vergebet, wo ihr etwas wider jemand habt." Da kommt zum Vertrauen auf Gott auch die Liebe zum Mitmenschen. Das sind gleichsam die beiden starken Flügel, auf denen das Gebet siegreich und befreit von aller Erdenschwere, gereinigt von allem Erdenstaub sich zu Gottes Thron erhebt. — Vertrauen auf Gott gibt dem Pfeil des Gebets die unwidersteh- liche Flugkraft, Liebe gibt ihm die Richtung. Jenes führt in das Land unbegrenzter Möglichkeiten, diese leitet unser Bitten auf den rechten Weg. Vertrauen zu Gott räumt auf mit allem, was uns am Beten hindern will, und Liebe nimmt unserem Beten das Kleinliche, Selbstsüchtige, macht es weit, frei und rein, und hebt es empor zu den großen Anliegen d°- Weiches Gottes.
Dom Waldmeister.
Wenn sich in den Frühlingstagen die Buche mit frischem Grün bedeckt hat, dann streckt zu ihren Füßen der Waldmeister seine zarten Glieder heraus. Er kann als-****^ Waldkind den Schatten, den ihm die Bäume spenden, nicht entbehren. Es gelingt daher schwer, das Kraut von dem schattigen Heimatboden in den Garten zu verpflanzen. Der angenehme Duft, den die Pflanze ausströmt, ist den größeren Tieren des Waldes widerwärtig. Die Menschen sammeln hingegen den Waldmeister, ehe er Blumen hervorbringt, zur Bereitung von Maitrank. Schon vor vielen Jahrhunderten würzte man den Wein mit dem lenzduftigen Stengel. Und im Jabrc 1354 wird der Maitrank von dem Bruder Walbar Bertus aus der berühmten Benediktiner- abtei Brüm in der Eifel zum erstenmale erwähnt. Andere schreiben dem Leibarzt des Kaisers Maximilian II., Sem- portus DodomäduS, das Verdienst zu, den Waldmeister auf die bei uns jetzt gebräuchliche Art verwendet zu haben. Man muß mit dem Waldmeister vorsichtig umgehen. Er darf weder zu kurze, noch zu lange Zeit im Wein ziehen. Der Waldmeister enthält nämlich eine giftige Substanz, das Kumarin, und wer nach dem Genuß von Maitrank heftige Kopfschmerzen bekommt, muß diese auf das zu lange Ziehen des Waldmeisters im Wein und auf das Kumarin zurück- führen. _______________
Mor einer Dürre?
Der Leiter des Staatlichen Instituts für langfristige Wettervorhersage in Frankfurt a. Main, Professor Dr. Franz Baur, macht in der „Frankfurter Zeitung" interessante Ausführungen über den voraussichtlichen Witterungscharakter des Hochsommers 1932. Danach muß im größten Teile Deutschlands mit einem trockenen Hochsommer gerechnet werden. Professor Baur stützt sich bei dieser Voraussage auf den in jüngster Zeit geglückten Nachweis, daß die Ausstrahlung der Sonne in den Weltraum tatsächlich Schwankungen unterworfen ist, und daß diese sich auch in den irdischen Witte- rungserscheinungen bemerkbar mache. So zeigt sich u. 0., daß die Tiefstwerte der Sommerniederschlagsmengen Mittel- ruropas zwischen den Sonnenfleckenextremen liegen. Eine damit zusammenhängende Erscheinung, die mit großer Regelmäßigkeit eintritt, ist die, daß der Hochsommer (Juli und August) zwei Jahre vor dem Sonnenfleckenminimum in Mitteleuropa fast stets trocken, meist sogar sehr trocken ist. Da wir jetzt wieder einem Sonnenfleckenminimum entgegen gehen 7 es werde wahrscheinlich 1934, vielleicht auch schon 1933 tintreten — und da die beiden letzten Hochsommer in Deutsch, land zu naß waren, sei demnach anzunehmen, daß der Hoch- kmmer 1932 im größten Teile Deutschlands trocken werde. Die EintreffungSwahrscheinlichkeit werde weiterhin dadurch aoch erhöht, daß inzwischen, wie neueste Meldungen aus Amerika besagen, das erwartete Ansteigen der Ausstrahlung b" Sonne tatsächlich eingetreten ist.
Ein L a u t s p r e ch c r a u t 0 der Waldorf-Obcrst-Zig«- Wien fuhr am Donnerstag Abend mit Schallplattenmusik burch Schlächtern und forderte die Bevölkerung gu einer Donfilmvorführung in der Hanauerstraße auf.
Wetterbericht. Ueber Irland liegt ein Tiefdruckgebiet, dessen Einfluß jedoch bei uns nur vorübergehend bemerkbar werden dürfte. Da das osteuropäische Hochdruckgebiet sich weiter festigt, ist sogar späterhin erneut aufheiterndeö aber noch unbeständiges Wetter zu erwarten. Witterungsaus- sichten für Samstag und Sonntag: Weitere Zunahme des Hochdruckeinflusses, doch immer noch leicht unbeständig.
Bahnland für Gartenbau. Zur Förderung des Gartenbaues sind die Reicbsbabndirektionen angewiesen worden, alle in Frage kommenden Grundstücke unverzüglich den Reichsbahn-Kleinwirtevereinen und Eisenbahnervereinen zur Aufteilung an die einzelnen Beamten anzubieten. Reichsbahnarbeitnehmer und Rentenempfänger, die durch Einlegung von Feierschichten, Wegfall oder Kürzung von Renten in besonders schwierige Lage geraten sind, sollen bevorzugt werden. Unter allen Umständen ist ihnen das Gartenland für das erste Jahr der Bestellung ohne Pachtzins zu überlassen.
Maifeier 1932. Das Gewerkschaftskartell des Kreises Schlüchtern verunstaltet auch in diesem Jahre eine Maifeier. Der Arbeiter-Weltfeiertag (1. Mai) fällt auf den kommenden Sonntag. In Schlüchtern findet die Feier auf dem Acisbrunnen statt. Die Aufstellung des Demonstrationv- zugeö erfolgt am nachmittag ^3 Uhr am „Untertor" bei der Dreschhalle. Unter Vorantritt des Arbeiter-Trommler- Chors und des Musik-Vereins Schlüchtern wird der Zug durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Acisbrunnen führen. Dortselbst ist nach erfolgter Festansprache allen Teilnehmern für genügende Unterhaltung bestens gesorgt. Sportliches Können sowie Gesangsvorträge werden das Programm abwechselnd ergänzen. Auch die Kinderbelustigung ist nicht vergessen worden. Anschließend findet dann ein Tanz statt. Alles Nähere durch Inserat und Plakate ersichtlich.
Deutschlands Jungflieger zu Pfingsten auf der Wasserkuppe. Der große Erfolg, den in den letzten Jahren das Pfingsttreffen der deutschen Jungflieger auf der Wafferkuppe in der Rhön hatte, hat dem Deutschen Luftfahrtverband Veranlassung gegeben, auch in diesem Jahre wieder die deutsche Fliegerjugcnd auf der Wafferkuppe zu versammeln. Mit dem Jungfliegertressen ist ter Modell-Wettbewerb 1932 des Deutschen Luftfahrtverbandes verbunden. Zugelassen sind alle Segelflugmobelle zwischen 1,50 und 3,50 Mtr. Spannweite. Der Wettbewerb, an dem nur Mitglieder des Deutschen Luftfahrt-Verbandes teilnehmen können, findet am Pfingstsonntag auf der Wafferkuppe statt. Bereits am Sonntag, den 14. Mai, ist eine Feier am Fliegerdenkmal auf der Wafferkuppe. Der Sonntag vormittag wird mit einem Gottesdienst eingeleitet. Von 9 Uhr morgens ab beginnen dann die sportlichen Wettbewerbe.
Neues D-Zug-Paar. Vom 1. Mai ab verkehrt auf der Strecke Karlsruhe—Frankfurt—Fulda—Bebra— Hamburg ein neues D-Zug-Paar und zwar D-Zug 77 von Karlsruhe (ab 19.45 Uhr) über Frankfurt (ab 22.35 Uhr) Fulda (ab 0.26 Uhr) Bebra (ab 1.25 Uhr) nach Hannover (an 4.Zi Uhr) Hamburg (an 8,$6 Uhr) und Bremen (an 7.38 Uhr). Der Gegenzug D 78 verläßt Bremen um 21.45 Uhr, Hamburg um 22 Uhr, Hannover um 0.51 Uhr, Bebra um 4.04 Uhr, Fulda um 4.55 Uhr und erreicht Frankfurt um 6.42 Uhr und Karlsruhe um 9.54 Uhr.
Sammlung für den „Mutterdienst". Der Gesamtverband der Evangelischen Frauenhilfe, die mit ihren 2 Millionen Mitgliedern eine der größten Frauenorganisatio- nen Deutschlands darstellt, hat in den letzten Jahren in umfassender Weise einen „Mütterdienft" aufgebaut. In ihren 19 Provinzial- und Landesverbänden hat sie 31 Müttererho« lungsheime und rund 50 Mütterschulen geschaffen, 15000 Mütter aller Stände fanden im vergangenen Jahr in diesen Erholungsheimen Aufnahme, mehr als 20000 Mädchen und Frauen wurden durch die Mütterschulung erfaßt. Dieses großzügige Werk hat in der Oeffentlichkeit starke Beachtung gefunden und bereits so sichtbare Früchte getragen, daß der preußische Staatskommissar für die Wohlfahröpflege vom 4.—18. Mai dem „Mütterdienst" der Frauenhilfe — bereits zum dritten Mal — eine Haus- und Straßensammlung bewilligt hat. Eine breite auch nicht-kirchliche Oeffentlichkeit wird aus diesem Anlaß mit den Gedanken und Zielen des „Mütterdienstes" in Berührung gebracht werden.
Tagung für Gesangserziehung vom 17. bis 19. Mai in Frankfurt a. M. Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht und der Hauptvorstand des Reichs- verbands Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer veranstalten in der Süddeutschen Zentrale Frankfurt a. M. vom 17- bis 19. Mai einen Musikpädagogischen Kursus für Gesangöer- ziehung, mit dessen Durchführung der Provinzialverband Hessen-Nassau und der Frankfurter Tonkünstlerbund betraut sind. Die besondere Bedeutung der Tagung liegt darin, daß zum ersten Male Disziplinen der Gesangsausbildung öffentlich erörtert werden sollen, daß Gesangspädagogen und Chordirigenten in Arbeitsgemeinschaften Gelegenheit haben werden die in eigener Praxis gewonnenen Erfahrungen auf dem Gebiet der Stimmbildung gegenseitig auszutauschen. Als Referenten sind gewonnen: Prof. Clewing, Berlin, Hans Erben, Dresden, Jürgen Forchhammer, München, Mary Hahn, Berlin, Hedwig Herterich, Frankfurt a. M., Prof. Dr. Hans Joach. Moser, Berlin, Prof. Dr. Friedrich Noack, Darmstadt, Prof. Walter Rein, Kassel. Bei der Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit des Programme ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die Teilnehmer des Kursus reich an Anregungen aus der Zusammenarbeit hervorgehen werden. Anmeldungen und Anfragen sind zu richten bis zum 2. Mai an die Ortsgruppe des R. D. T. N. in Frankfurt a. M. z. H. von Frau Hedwig Herterich, Leerbachstraße.
M a r j 0 ß. Wie uns mitgeteilt wird, ist der Unterverbandstag der ländlichen Gen offenschaft ten des Kreises Schlüchtern, der ursprünglich am 1. Mai stattfinden sollte, nunmehr auf Sonntag, den 22. M a i festgesetzt worden. Tagungsort ist E l m. Die einleitende Ansprache wird Herr Bürgermeister Johannes Möller halten,
den Bericht über das verflossene Geschäftsjahr 1931/32 gibt Herr Unterverbandödireklor Pfarrer Otto, Marjoß. Herr Verbandsanwalt Schmidt, Kassel wird über die Wirtschaftslage und ihre Rückwirkung auf die genossenschaftliche Ge- famtorganifation sprechen. Im Mittelpunkt der Tagung steht der Festvortrag des Herrn Pfarrer Otto über das Thema: „Des Landes Not und des Landes Hoffnung." Der Gesangverein „Eintracht" und der „Gemischte Chor" Elm werden die Tagung umrahmen.
Niederzell. 3u der Notiz über einen Zwischenfall am Wahlsonntag wird uns von der KSDAp., Ortsgruppe Nie- derzeit, mitgeteilt, daß der Angreifer auf Seiten der SPD. war und die Schlägerei von dieser Seite mit Zaunlatten eingeleitet wurde, während die Nationalsozialisten sich mit den Fäusten verteidigten.
Salmünfter. Ein Pferdefuhrwerk aus Schlüchtern, das mit Kälbern beladen war, hatte der Händler am Bahnübergang unbeaufsichtigt stehen gelassen. Als ein Zug vorbeifuhr, scheute das Pferd und ging mit dem Wagen durch. Dabei hlieb der Wagen an einem Geländer hängen und schlug um, daß alle Kälber auf die Straße flogen ohne jedoch Schaden zu nehmen.
Kassel. Am Ausgang des Dorfes Werl bei Brilon stieß in der Dunkelheit der Waffenhändler Schrick mit seinem Motorrad mit einem entgegenkommenden Motorrad zusammen. Beide Fahrer wurden aus der Stelle getötet. Die auf dem Soziussitz mitfahrende Frau des Waffenhändler; wurde schwer verletzt.
— Bei der Festnahme von zwei Personen in Hamburg, die falsche Fünfmarkstücke unterzubringen versuchten, ermittelte ■ die Polizei in einem Keller eine Falschgeldwerkstatt. Auch der Hersteller wurde verhaftet. Umfangreiches Malerial wurde beschlagnahmt.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern. Evangklischt @ < mtfnbc. Sonntag, den 1, Mai 1932. Bormittag» */iio Uhr: Herr Krritpfarrrr Rollmann; anfdjlttfenb Ehnstrnlthrc der konfirmierten Mädchen.
Um 1/I2 Uhr Kindergottesdienst: Herr Pfarrer Burhenne. Wochendienst: Herr Krei-pfarrer Rollmann. Montag Abend 8 Uhr Posaunenchor.
Dienstag Abend Jungmädchenverein Gesangstunde. Mittwoch Abend 8 Uhr Dereintabend.
Katholische Gemeinde. Sonntag, den i. Mai 1932. 8'/( Uhr Frühmesse mit Ansprache, 10 Uhr Hochamt mit Predigt.
Um 8 Uhr Maiandacht.
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Freitag abend 7.05. Samstag morgen 8.00. Samstag nachmittag
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G. m. b. H. Gwi, Poetfich 13
Veraatwortlich für ten Inhalt: Fr. Steinfeld. 4