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Schmchtemer Zeitung
ßreis-Kmtsblatt * MyemeLner amUicherKnzeLtzerfLr 6m Kreis Schtüchtem
M 52 (1. Blatt)
Gamstag, den 30. April 1932
84. Jahr«.
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■ Amtliche Bekanntmachungen.
zandratsamt.
Ketrifft: Senkung der Kosten für Hufveschlag.
Auf Grund der §§ r, 3, 4, 7 der Verordnung über die Pisugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung vom ^Dezember 1931 (Reichsgesetzblatt Teil r, S. 747) sowie ^f Grund der vierten Verordnung des Reichspräsidenten zU Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutze M inneren Friedens vom 8. Dezember 1831, Teil 1, Ka- plcl 2, § 5 (Reichsgesetzblatt Teil i, S. 699 ff.) und der ültrorbnung des Reichskommissars für Preisüberwachung rom 21. I. 1932 betreffend die Ernennung eines Beauf- tragten für Hessen und Heffen-Naffau treffe ich folgende gnorbnung:
1. In der Provinz HessemNaffau werden die Beträge ^ft Schmiede für den Hufbeschlag bei
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2. Soweit der Hufbeschlag
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Preis vorgenommen wurde, verbleibt es bei dem bisherigen Preis.
3. Diese Anordnung findet keine Anwendung auf die Wie: Wiesbaden, Frankfurt a. M., Kassel und Hanau a. M.
4. Die Anordnung tritt am 18. April 1932 in Kraft.
gez. Dr. Langer.
[ Wird veröffentlicht!
Die Ortöpolizeibehörden und die Herren Landjägereibe- mten ersuche ich, die Durchführung der Anordnung streng tu überwachen. Etwaige Uebertretungen sind unnachsichtig M Anzeige zu bringen. _
’ Schlüchtern, den 26. April 1932.
Der Landrat. Dr. Müller.
’ I 3-Rr. 1913. Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die n11 für die Landtagswahl am 24. d. Mts. gelieferten und et‘ verwendungsfähigen 5ti mmzettelumschläge gebündelt
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zu 100 StM und mit der Kufschrift der Gemeinde ver- Mn bis zum 5. Mai ds. 3s. hierher zurückzusenden.
I Lchlüchtern, den 27. April 1932.
Der Landrat. 3. D.: Vuwe.
Der Reichskanzler über Genf »Deutschland muß an der Gleichberechtigung und der tatsächlichen Abrüstung unter allen Umständen feftbalfen.“
Genf, 29. April.
Reichskanzler Brüning empfing am Donnerstagabend im Hotel Metropol die internationale Presse, der er in deutscher Sprache folgende Erklärungen abgab:
„Meine Absicht ist es nicht gewesen, von vornherein in den Erörterungen der Aussprache des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz heroorzutreten, sondern angesichts der Tatsache, daß eine Reihe verantwortlicher Staatsmänner hier anwesend ist, habe ich die Gelegenheit benutzt, nicht nur über die Abrüstungsfrage. sondern auch über eine Reihe anderer die Welt und uns bewegender Fragen eine große Anzahl von Gesprächen mit den Vertretern der übrigen Länder zu führen. Ich verspreche mir von solchen Gesprächen immer außerordentlich viel, und auch diese Gespräche haben zweifellos das eine herbeigeführt, daß
das Gelände für eine große Anzahl von Fragen insofern geklärt worden ist, als man die gegenseitige Stellungnahme scharf und deutlich erkennen konnte.
Das halte ich für wesentlich, um zu praktischen Lösungen und Erfolgen zu kommen. Ich habe außerordentlich bedauert, daß der französische Ministerpräsident erkrankt ist und ich habe seinem Vertreter meine aufrichtige Anteilnahme ausgesprochen. Aber ich habe seine Erkrankung auch bedauert, weil die in dieser Woche begonnenen Gespräche nicht mehr fortgesetzt werden können.
Die deutsche Stellung hat sich nicht geändert. Wir müssen vom deutschen Standpunkt aus an der Gleichberechtigung und ui einer tatsächlichen Abrüstung unter allen Umständen festhalten. Darin ist sich das ganze deutsche Volk, wie groß euch immer die parteipolitischen Gegensätze sein mögen, völlig einig.
Ich bin auch der Ansicht, — so fuhr der Kanzler fort — daß man über diese Forderungen Deutschlands durchaus reden kann, denn es ist ja notwendig, die Lage auf diesem Gebiet ebenso wie in den anderen Fragen der Reparationen uuo ^r Hilfsmittel zur ^Beseitigung und Milderung der Weltkrise ganz klar ins Auge zu fassen. Alle diese Dinge gehören zusammen. Es handelt sich nicht nur um finanz- und wirtschaftstechnische Fragen, sondern es handelt sick auch darum, die psychologische Grundlage zu schaffen, daß die Völker wieder ein stärkeres Vertrauen zueinander fassen, weil nur davon die wirtschaftliche Erholung der Welt nach meiner festen Ueberzeugung abhängig ist. Deswegen soll man sich meines Erachtens nicht entmutigen lassen, wenn die Dinge nicht so schnell gehen, wie man es gern haben möchte.
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Kreisausschutz.
T-Nr. I 8472 $. Der Herr Rreismedizinalrat wird am Dienstag, dem 3. Mai! tdss. 3s. von 9 Uhr ab im hiesigen Kreisläufe Sprechstunde halten.
Die Mütterberatung findet nachmittags 2 Uhr im Kreis- ogsfaal statt.
Schlüchtern, den 28. April 1932.
Rreiswohlfahrtsamt. Dr. Müller.
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ir er riet e- >e e.
01 n e. t.
&tabt Schlüchtern.
Bekanntmachung.
stuf die n der Zchlüchterner Zeitung vom 28. d. Mts. ~ Rr. 51 — veröffentlichte Bekanntmachung des Finanz- ^tes Zchlüchtern, betr .die Auslegung der auf den 1. 3a= luor 1931 festgeftellten Tinheitswerte, weisen wir noch- ^Is hin.
Die Gffenlegungslisten, die den in hiesiger Gemarkung Duden Grundbesitz betreffen, liegen in der Zeit vom 2. ^>bis einschl. 1. Juni 1932 im Rathaus — Zimmer Nr. 3 - Zur Einsicht aus.
Schlüchtern, den 28. April 1932..
Der Magistrat. Gaentzlen.
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Stadtschule in Schlächtern.
Elternbeiratswahl.
., 3n diesem Jahre sind die Elternbeiräte neu zu wählen.
Wahl ist auf Sonntag, den 5. Juni 1932, festgesetzt, ^e vorgeschriebene
erste Elternversammlung
Hiermit auf Sonntag, den 8. M a i, nachmittags 3 Ul) r in dem Zeichensaal der Stadtschule einberufen.
Schlächtern, den 28. April 1932.
Der Rektor der Stadtschule: Flemmig.
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3n Dessau hielten am Donnerstag die Rechtsparteien Besprechung ab, nachdem sie bei den Mahlen in Anhalt Mehrheit errungen haben. Die Dertreter der National- Widyen und der bürgerlichen Fraktionen beschlossen, sich 311 ewer Regierungsboalition zusammen^chliehen.
" Nach einer Mitteilung der Nationalsozialistischen Kor- ^Ipondenz wird sich die Nationalistische Ncichstagsfralition qln 9- Mai an allen Arbeiten des Reichstags, auch an den '"^Ichuharboiten beteiligen.
Neue Zusammenkunft am 18. Mai?
Bei der Wiederantnahme der Abrüstungsverhandlungen.
Genf, 29. April.
Räch Mitteilung von englischer Seite besteht der Plan einer neuen Zusammenkunft zwischen Brüning, Tardieu und MacDonald in der Woche nach Pfingsten. Vorläufig ist der 18. Mai dafür in Aussicht genommen. 69 soll dann versuch! werden, diejenigen Fragen ja behandeln, die jetzt infolge der Erkrankung Tardieus nicht eingehend durchberaten werden konnten. Man nimmt aus englischer Seite an, daß in dieser Besprechung vor allem die Grundfragen der Abrüstung, die Frage der Gleichberechtigung Deutschlands und die französischen Znternationalisierungspläne behandelt werden.
Die Abrüstungskonferenz wird während der Pfingst- ferien ihre Arbeiten vom 13. bis 17. Mai für vier Tage unterbrechen. Die vorgesehene neue Zusammenkunft zwi- scheu Brüning, Tardieu und MacDonald würde damit am Tage der Wiederaufnahme der Arbeiten der Abrüstungs- konferenz stattfinden.
Russischer Spion verhaftet? Ein italienischer Staatsangehöriger wurde an der schweizerisch-französischen Grenze verhaftet der angeblich in sowjetrussischem Spionagedienst stehen soll. Der Verhaftete, ein gewisser Henry Vercaliano, war im Besitz von 600 000 Franken und hatte außerdem eine ganze Reihe von unausgefüllten Fragebogen über die französische Landesverteidigung bei sich.
Konferenz über die 40-Stunden-woche.
Im Reichsarbeitsministerium hat am Donnerstag eine Konferenz der Vertreter der Reichsministerien und der Länder begonnen, in der die verschiedenen Pläne des Retchsarbeitsministeriums zur Entlastung des Arbeitsmarktes durch Einführung der 40-Stun- den-Woche besprochen werden sollen. — Am Freitag findet ebenfalls im Reichsarbeitsministerium eine Besprechung mit den Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände statt.
Die deutsche Sprache gleichberechtigt in Südwest.
Der gesetzgebende Ausschuß von Slldwestafrka hat, wie aus Windhuk gemeldet wird, in einer einstimmig angenommenen Entschließung das Abkommen zwischen Südafrika und Südwestafrika bestätigt, das u. a. die Einführung der deutschen Sprache als gleichberechtigte Amtssprache neben dem Englischen und Holländischen Vorsicht. Der gesetzgebende Ausschuß van Südwestafrika wird durch Verfassungsänderung feine Lebensdauer um ein Jahr verlängern, um die zur Durchführung der Abkommensbestimmungen nötigen gesetzgeberischen Maßnahmen treffen zu können.
Das Problem der Arbeitsbeschaffung vor der neuen Rotverordnung. — Erlaß in etwa 14 Tagen erwartet.
Berlin, 29. April.
Das ftaatspolitifme Problem, das vordringlichst gelöst werden muß, ist das der Arbeitsbeschaffung. Sofort nach der Rückkehr des Reichskanzlers wird das Kabinett mit ber Beratung der dafür vorgesehenen neuen Notverordnung beginnen. In großen Umrissen ist es möglich, schon jetzt über die Pläne der Reichsregierung bestimmtere Mitteilungen zu machen. Die neue Notverordnung enthält Maßnahmen, die notwendig werden, zur Ausgleichung des D e f i z i t s bei der Arbeitslosenfürsorge. Es handelt sich um einen Fehlbetrag von ungefähr 600 Millionen RM, die beabsichtigte Reform des gesamten Versicherungswesens läßt sich zurzeit noch nicht durchführen. Vielleicht kann sich erst einmal der Reichswirtschaftsrat in Verbindung mit anderen wissenschaftlichen Gremien über diese Problemlösung beraten. Vor dem Sommer wird die Reichsregierung kaum die große Sozialreform in Angriff nehmen können.
Für den Augenblick muß es sich darum handeln, so schnell wie möglich das Defizit zu beseitigen.
Man denkt hierbei an eine gewisse Anpassung der Sätze an die Wohlfahrtsunterstützung, und zwar in beweglicher Form, je nach den Teuerungsverhältnissen, nach der Größe der Städte usw., weil auch hier vorerst die geplante Zusammenlegung der drei Arten der Arbeitslosenunterstützung nicht durchführbar ist. Nun wird das Defizit auf diesem Wege allein nicht gedeckt werden können, so daß auch andere Quellen herangezogen werden müssen, aber auf keinen Fall neue Steuern.
Der zweite große und wichtige Teil der Rokoerordnung umfaßt dann alle Probleme, welche mit der Arbeitsbeschaffung Zusammenhängen. Das Reichskabinett will durch zu- sammengesahte Maßnahmen erreichen, daß neben der Saison- und konjunkturmäßigen Abnahme der Arbeitslosig- feit ungefähr 400 000 Arbeiter mehr in den Produktionsprozeß hineingestellt werden können. Rechnen wir dazu die Familien, so kommen wir zu einer Versorgung von mehr als einer Million Menschen.
Ueber eine Reihe von Einzelmaßnahme» dieses Beschaf- fungsprogramms sind schon früher Mittestungen gemacht worden, die sich jetzt als richtig erweisen. Im Vordergründe steht eine starke Förderung der Siedlung, sowohl der städti- M)«!, Randsiedlung wie der ländlichen Siedlung. Die ein- gehenden Vorbereitungen zielten besonders auf eine Ver» billigung des Ansetzens und die Kapitalbeschaffung hin.
Bei der Randsiedlung wird auf die Personen hauptsächlich zurückgegriffen, welck)e ohnehin Anspruch auf Renten haben. Bei der ländlichen Siedlung sollen die Kosten, welche sich pro Stelle bisher auf bis 50 000 RM beliefen, auf 5000 bis 6000 RM in der Weise Herunter- gedrückt werden, daß man Holz aus staatlichen Forsten für den Häuserbau bereitstellt, Boden heranzieht, der für absehbare Zeit nur verzinst zu werden braucht, und dergleichen.
Wie ebenfalls bereits angekündigt, beabsichtigt man einen starken Ausbau des freiwilligen Arbeitsdienstes.
Während bis jetzt hierin ungefähr 36 000 Menschen beschäftigt sind, glaubt man, diese Zahl mit einem verhältnismäßig geringen Kapitalaufwand mindestens versechsfachen je können. Gerade in Verbindung mit der Förderung der Siedlung ergeben sich für diesen freiwilligen Arbeitsdienst viele Aufgaben. Denken wir nur an den Straßen- und Wegebau
Außerdem soll für den gewerblichen Mittelstand vermehrte Arbeit beschafft werden, besonders durch die in der letzten Zeit ergiebig erörterte Reparatur der Altbauten. Hier sind allerdings die Verhandlungen über die Finanzierung noch nicht abgeschlossen. Das Reichskabinett, das in der nächsten Woche die Beratung aller dieser Fragen und Probleme beschleunigt in Angriff nehmen wird, rechnet damit, daß die neue Notverordnung in etwa 14 Tagen erscheinen kann.
Bisher keine neuen Koalittonsverhandlungen in Heffen.
Zu den Meldungen über neue Koalitionsverhandlungen zwischen Zentrum und Nationalsozialisten in Hessen wird berichtet, daß es sich zunächst nur um Gerüchte handelt, für die positive Unterlagen nicht vorhanden sind. Es ist kaum anzunehmen, daß vor der Entscheidung in Preußen Aenderungen in Hessen eintre- teil werden.
Wirlschaslsparlei weiter für Brüning.
In der Sitzung der Reichstagsfraktion der Wirtjchaftspartü kam bei der Aussprache über den Ausgang der Länderwahlen zum Ausdruck, daß die Partei ihre zustimmende Haltung zum Kabinett Brüning vorläufig nicht zu ändern brauche. Allerdings würden die Führer der Partei dem Reichskanzler Anfang nächster Woche ihre Forderungen auf beschleunigte Maßnahmen für den innerer Aufbau der deutschen Wirtschaft unterbreiten.
Yoover mahnt zur Sparsamkeit.
Präsident Hoover hielt auf der Gouverneurkonferenz in Rich- mond (Virginia) eine lange Rede, in der er erneut äußerste Sparsamkeit in allen Zweigen des Staatshaushalts forderte. Eine Herabsetzung der Ausgaben fei die größte nationale Notwendigkeit.