Schlüchtemer Zeitung
ßreis-Kmtsbtatt * Mgemdnee amULcherKnzeLtzerDr 8m Kreis WWtu
Nr. 50
(L Blatt»
Dienstag, den 26. April 1932
84. Jahrs.
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Amtliche Bekanntmachungen.
Kreisausschuß.
Ober- und Schafbockköruug am 6. und 7. Mai 1932.
I.Mr. 1593 K. A. Unter Bezugnahme aus die im Kreis« Matt Rr. 135 von 1927 veröffentlichten Kegierungspolizei- «rordnungen vom 19. Oktober 1927 und die im Kreis- Matt Rr. 44 von 1931 veröffentlichte Polizeiverordnung vom 25. März 1931 werden für die diesjährige gemeinsame Körung von Ebern und S ch a f b ö cke n folgende (Termine festgesetzt:
Freitag, den 6. Mai 1932.
In Schlüchtern 8 Uhr vormittags vor der Mühle Hildebrand (frühere Hadermann'sche Mühle).
In Tlm 81/2 Uhr vorm. vor dem Kriegerdenkmal.
In Hütten 9 Uhr vorm. vor dem Eberstall.
In Gundhelm 91/2 Uhr vorm. vor dem Eberstall.
In Ober Kalb ach 10 Uhr vorm. vor dem Eberstall.
In Uttrichshausen IOV2 Uhr vorm. vor der Gast« wirtschaft Diegelmann.
In Heubach 11 Uhr vorm. vor dem Eberstall.
In Ober je II 111/2 Uhr vorm. vor dem Eberstall.
In Züntersbach 12 Uhr vorm. vor dem Kürgermei- f^amt.
In Schwarzenfels 2 Uhr nachmittags vor dem Eberstall.
i In weichersba ch 21/2 Uhr nachm. vor dem Eberstall.
In Mottgers 3 Uhr nachm. vor der Gastwirtschaft Günther.
s In Sterbfritz 31/2 Uhr nachm. vor dem Kullenstall.
In Weipe rz 4 Uhr nachm. vor dem Eberstall. In 5annerz 4^/2 Uhr nachm. vor dem Eberstall. In vollmerz und Kamholz 5 Uhr nachm. dem Eberstall.
In Herolz SVs Uhr nachm. vor dem Eberstall- In A hle r s b a ch 54-1 Uhr nachm. im wurshof.
vor
Samstag, bett 7. Mai 1932.
3n 8 reitenbach 8 Uhr vormittags vor dem Eberstall.
In Wallroth 8V2 Uhr vorm. vor dem Eberstall.
In hin tersteinau 9 Uhr vorm. vor dem Denkmal.
In Keinhards 9V2 Uhr vorm. im Hofe des Bürgermeisters.
In Uerzell 10 Uhr vorm. für Schafböcke bei Gastwirt Iahn, für Eber vor dem Eberstall.
InKressenbach IOV2 Uhr vorm. vor der Gastw. Lotz.
In Ulmbach 11 Uhr vorm. vor der Gastwirtsch. Heil.
In Sarrod 111/2 Uhr vorm. vor der Gastwirtsch. Bös.
In M a rb 0 rn 12 Uhr norm, vor dem Eberstall.
In Komsthal WVs Uhr vorm. vor der Gastw. Weber. In 8 a d Soden 11/2 Uhr nachmittags vor dem Eberstall.
In In In In In In In In In In
S a l m ü n ft e r 2 Uhr nachm. vor dem Eberstall.
A h l 2^/s Uhr nachm. vor der Gastwirtsch. Erhard. Stein au 3 Uhr nachm. im Gutshof Hundsrück. Rieber je II ZVs Uhr nachm. vor dem Eberstall, bohenzell 4 Uhr nachm. vor dem Eberstall. Bellings 4Va Uhr nachm. vor dem Eberstall.
M a r j o ß 5 Uhr nachm. vor dem Eberstall.
3 o ff a 51/2 Uhr nachm. vor dem Eberstall. Altengronau 6 Uhr nachm. vor dem Eberstall. Neuen gronau 6V2 Uhr nachm. vor der Gastwirt
schaft Abam Köder.
In 8 reunings 7 Uhr nachm. vor der Gastwirtschaft. Die Berren Bürgermeister ersuche ich dies in ihrer Gebinde sofort bekanntmachen zu lassen und dafür zu sor- ^ daß sämtliche Eber und Schaf börste (Alt- und Juna« c^r sowie Alt= und Junnschafböckes zur angesessen Seit Enktlich zur Stelle sind. Die Obren der Tiere müssen für 7 Kennzeichnung sauber gewaschen sein. Ferner mckche * darauf aufmerksam, daß für jedes anaskörte Tier 1 Köraebühr bei der Köruna zu entrichten ist.
Schlüchtern, den 20. April 1952.
Der Landrat. Dr. Müller.
^-Nr. 1668 K. A. Durch Kesckluß des Kreisausschusses 0°m 11. April-b. 3s. ist gemäß § 22 bezw. 41 des Wahl- ^hes oom 7. Oktober 1925 — preuß. Gesetzsammlung ”on 1925 Seite 123 ff. — festaestellt worden, bah an Stelle ^Pfarrers Wilhelm Otto in Marjoß. der sein Mandat als 'fe i s t aa s a b g e 0 r d n e t e r niederaelegt hat, der Landet und Büraermeifter a. D. Konrab 3oft in Ober-
16 a ,(b nach rückt. Berr Pfarrer Otto bleibt nach wie °°r Mitglied des Kreisa usschusses.
Demäß § 113 der Wahlordnung für die Wahlen zu den r^vinziallandtagen fKommunallandtaaen) und Kreistagen 111 her Fassung vom 25. Juli 1929 bringe ich dies hiermit ^ öffentlichen Kenntnis.
Sd)Iüchtern, den 25. April 1932.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. Dr. MüNer.
Die Lanötagswahl in Preußen
Grosser Erfolg der N. G. D- A. P. — Schwere Verluste der Mittelparlelen. Sozialdemokratische Partei Deutschnationale Volkspartei Zentrumspartei Kommunistische Partei Deutsche Volkspartei Wirtschaftspartei Landvolk Staatspartei Nationalsozialisten Deutsch-Hannoveraner Christl-Sozial Sozial. Arbeiterpartei Volksrechtpartei Splitterparteien
Die Wahlen in Hessen-Nassau.
Die Wahlen zum preußischen Landtag haben auch in der Provinz Hessen-Nassau ein gänzlich verändertes Bilb gegenüber den letzten NeichstagZwahlen ergeben. Zunächst fällt der katastrophale Stimmenverlust der Mittelparteien in die Augen. Volkspartei, Staatspartei und Thristlich-Sozialsr Volksdienst haben fast gleichmäßig mehr als die Hälfte ihrer Wähler eingebüßt. Die Wirtschaftspartei brächte es kaum auf den vierten Teil ihrer Keichstagswähler, und die Land- volkpartei erzielte sogar nur noch knapp den sechsten Teil ihter Stimmen bei der Keichstagswahl. Auch die Sozialdemokraten haben 12 Prozent ihrer Stimmen eingebüßt. Dem- geaepüh^r huben die Kut',)nalfc. Kisten wieder eine starke Zunahme zu verzeichnen. Sie verdoppelten ihre Stimmen- zahl gegenüber der Keichstagswahl und konnten selbst ihre Ziffer vom zweiten Wahlgang zur Keichspräsidentenwahl noch um rund 96000 Stimmen erhöhen. Das Zentrum geht 'mit einem Gewinn von etwa 15000 Stimmen aus der Wahl hervor, ebenso haben die Deutschnationalen 4500 Stimmen gewinnen können. Die Kommunisten haben gegenüber der Keichstagswahl nur eine geringe Einbuße erlitten.
Die stärkste Vertretung Unserer Provinz im Landtag haben die Nationalsozialisten. Sie stellen 12 Abgeordnete, und zwar: Karl Weinrich-Kassel, Dr. Friedrich Krebs-Hom- burg, Waltet Kramer-sFrankfurt, Karl Vetter-Wanfried, Dr. Koland Freisler-Kassel, Willi Metz-Diez, Abolf Heinz Deckerle-iFrankfurt, Wilhelm Schneider-Melsungen, Felix Piekarski-Wiesbaden, Konrab Verne-Kassel, Wilhelm Georg Schmibt-Wiesbaben und Willi Kecker-Frankfurt. Die Sozialdemokraten stellen 6 Abgeordnete: Professor Dr. Röl« tma-sFrankfurt, Karl Kraft-Nieste, Paul Köhle-Frankfurt, Karl Kehbein-hanau. Friedrich hofacker-Ka-sel und Berta Jourdan-Frankfurt. vom Zentrum werden 4 hessen-nassaui- sche Abgeordnete im Landtag sitzen, nämlich Dr. Friß Graß- Koblenz, Andreas Khiel-Fulda, Heinrich Koth-Montabaur und Josef Fink-Wiesbaden. Die Kommunisten entsenden 2 Abgeordnete, nämlich Max Dpitz-Frankfurt und Anton Müller-Frankfurt. Die Deutschnationalen haben durch die Li- stenverbindung mit dem Radikalen NNttelstand gerade noch
Landratsamk.
Unter Bejugnahme auf die Verordnung des Herrn Ober- Präsidenten vom 13. Mai 1905, betreffend Verbot der Ausfuhr von Reben aus reblausverseuchten Gemarkungen — Amtsblatt Rr. 21 von 1905 — wird hierdurch zur öffent- lfchen Kenntnis gebracht, daß z. Zt. als reblausverseucht zu gelten haben die Gemarkungen: Aulhaufen, Bab Kß- mannshausen, Taub, Dörscheid, Eibingen, Eltville, Erbach, Frauenstein, Geisenheim, Hallgarten, Hattenheim, Hoch- Heim, Johannisberg, Kiedrich, Lorch, Lorchhausen, Mittel- heim, Reuborf, Oeftrid), Rauenthal, Küdesheim und Winkel.
Die Gemarkungen Winkel und Oeftrid) gelten zusammen mit dem verseuchten Teil der Gemarkung Johannisberg als e i n Gemeindebezirk im Sinne des § 6 der Verordnung vom 16. August 1905 (Amtsblatt Rr. 34 von 1905). ' (A III. £. u. K. 375 6/32.)
Kassel am 12. 4. 1932. Der Keg.-Präsident.
wird veröffentlicht.
Schlüchtern, den 20. April 1932.
Der Landrat. 3. V.: Duwe.
467491-3
seither
4 989 500
Mandate
93
seither
137
1524931
1968 700
31
71
3374413
3158100
67
71
2 890 602
3141500
57
48
330 807
1400 200
7
40
191032
803100
0
16
153562
579 030
0
12
332441
681000
2
22
8008219
3 968 000
ff
162
9
63803
//
—
ff
1
5
255 068
509 400
ff
2
ff
4
80437
ff
—
ff
0
ff
3
44119
236 400
ff
0
ff
2
198632
Fraktionslos 7 Mandate
insgesamt:
422
seither
450
1 Mandat retten können, das Lothar Steuer in Kassel ju- fällt. Aud? der Deutschen Volkspartei ist es nur durch die Verbindung mit den Wahlvorschlägen der eigenen Partei der Wahlkreise Koblenz-Trier und Köln-Kachen gelungen, ihren Spitzenkandidaten Dberschulrat Wilhelm Schwarz- Haupt-Frankfurt durchzubringen. Wirtschaftspartei, Deutsches Landvolk, Staatspartei und Schriftlich-Sozialer Volksdienst konnten dagegen auch mit Hilfe der gleichen Verbindungen zu keinem Mandat kommen. Die „große Kehrma- schine", die am 24. April durch das Land Preußen ging, hat also selbst Parteien erfaßt, die ihre Hoffnung auf be- trächtlicben Stimmengewinn gesetzt halten.
In Hessen-Nassau Wja^n 1 439 979 gültige Stimmen ab« yei,. je.» Duoui. entf0 <t auf: Lzueldemokrarm 3'39 561 (553110), DeutfcbnaJ.^ale 49 010 (44 558). Kadik. Mit- telstand 5 481 (—), Zentrum 207 588 (192 692), Kommunisten 136 275 (137 138), Volkspartei 35 105 (76 313), Volksrecktspartei 1913 (—), Wirtschaftspakte! 12694 (53 869), Landvolk 15 712 (85 961), Staatspartei 25 670 (56 641), Nationalsozialisten 606 725 (285 071), Deutsche Hannoveraner 508 (—), Thristlich-Soziale 28 420 (60 449), Sozialist. Arbeiterpartei 7 590 (—)..
3m Kreise Schlüchtern wurden 17 936 gültige Stimmen abgegeben, und zwar für: Sozialdemokraten 3047 (3361), Deutscbnationale 766 (793), Kad. Mittelst. 51 ( —), Zentrum 3944 (3733), Kommunisten 1002 (941), Volkspartei 191 (302), Volksrechtspartei 10 ( —), Wirt- schaftspartei 52 (147), Landvolk 119 (1516), Staatspartei 320 (575), Uationalsozialilten 8280 (2946), Deutsch-hannoveraner 4 ( —), Christlich-Soziale 130 (823), Socialist. Arbeiterpartei 20 ( —). (3n Klammern Ergebnisse der Keichstagswahl 1930).
Auf der Keichswahlliste find als gewählt zu betrachten: Bei der SPD. die Minister Braun. Severing, ferner die Abgeordneten Kuttner, Heilmann, Leinert, Sanbrat Hausmann, prof. Rölting.
Beim Zentrum: die Minister Dr. Steiger und Hirtliefer, neu u. a. Graf v. Dahlem. Graf Matulchka, Dr. Hettlage.
Bei der Deutschen volkspartei: Wiegand-Berlin, Dr. Koehm, Schwarzhaupt.
Bei den Nationalsozialisten: Dr. Goebbels. Graf v. H?ll» dorf, General Litzmann, Freiherr v. Keibnitz, Gauleiter Wagner, Oberleutnant a. D. Schulz.
Wie fast regiert werben?
Der Zusammentritt des neugewählten Preuß^nrarsamentr muß bis zum 20. Juni erfolgen.. Ueber Koalitionsmöglich- Keiten wird berichtet, daß die gesamte Rechte über 203 Stimmen und die Weimarer Koalition über 163 Stimmen verfügt, fodaß. da zur absoluten Mehrheit 212 Stimmen gebären, die Entscheidung beim Zentrum liege. Die Regie- rungsbilduna ist zurzeit noch sehr undurcksichtig. Während man theoretisch ein „Beamtenkabinett" für möglich hält, glaubt man nicht daran, daß ein solches zustande kommt.
— Die Länderwahlen in Kapern, Württemberg und An- halt sind ähnlich verlaufen wie diejenige m Preußen. Die Mandate der Mittelparteien sind stark zurückgegangen und kamen hauptsächlich den Nationalsozialisten zugute.
— 3n der ausländischen Presse werden insbesondere die Preußenwahlen als ein politisches Ereignis ersten Ranges beurteilt.