Bankiers Hogmann zu, der angeblich als Strohmann Kreuzers umfangreiche Bankgeschäfte tätigte und auf Grund der gefälschten Papiere
mehrere Banken um riesige Summen betrogen haben soll.
Die Pariser Gerichte werden aufgefordert, Hogmann, der sich augenblicklich noch in Paris befinden soll, zu verhaften, ehe er die Möglichkeit habe, über die Grenze zu gehen. Es scheint auch, als ob die zuständigen Stellen eine eingehende Untersuchung eingeleitet haben, die jedoch bis zum Augenblick noch zu keinem endgültigen Ergebnis führte.
Arkeitslosenunruhen in Australien
Ein« Kirche in Brand gesteckt.
Wellington (Neuseeland), 17. April.
In Auckland kam es zu Arbeitslosen- Unruhen, wobei ein« größere Anzahl von Fensterscheiben eingeworfen wurde. Große Abteilungen von Polizisten und Marinesoldaten sowie beritten« Freiwillige mußten gegen die Menge vorgehen, bevor diese auseinandergetrieb.cn werden konnte.
Die Hauptgeschäftsstraßen Aucklands sehen aus wie nach einer Beschießung mit Schrapnells. 250 große Auslagefenster von Geschäften müssen neu eingesetzt werden. Die Versicherungsprämien für Glasplatten sind um 50 v. h. erhöht worden. Feuerversicherungen gegen Brände, die von Demonstranten angestiftet werden, sind unerschwinglich, da die Gesellschaften Prämien von 1000 v. h. über den Normalsatz verlangen. 3m neuseeländischen Parlament wurde die Einführung einer besonderen Gesetzgebung für Arbeitslosen- unruhen in Erwägung gezogen, während der Unruhen, die drei Stunden lang andauerten, setzten die Demonstranten eine Kirche in Brand. Das Feuer richtete großen Schaden an. Der Bürgermeister versuchte, die Menge zu beruhigen. Er wurde jedoch niedergeschrien.
Dammsprengung durch Bombenabwurf.
Die Hochwasserkalastrophe in Südslawien.
Belgrad, 18. April.
Infolge der ununterbrochenen Regenfälle in Südslawien fuhren die großen Ströme immer gewaltigere Wassermassen heran. Der Wasserstand an der Theiß und Save ist höher als bei allen großen Ueberschwemmungen in den lebten Jahrzehnten. J
• , ^c Saoe hat alle Notdämme hinweggespült und ergießt hemmungslos ihre Fluten in das flache Land. 3n oen letzten 24 Stunden sind wieder etwa tausend Häuser u«.ker Wasser gesetzt worden. Die überschwemmte Fläche beträgt schätzungsweise bereits eine halbe Million Hektar. Die Lage der Bevölkerung, die vor dem Wasser, wie in Srieas- zeiken vor dem Feind, flieht, ist äußerst ernst.
^^^ läßt Geld und Lebensrnittel unter den Flüchtlingen verteilen. Aus Anordnung des Flughafenkommandos in Neusatz kreisen ständig Flugzeuge über den Ueberichwemmungsgebieten. Fachleute beobachten von den Apparaten aus ununterbrochen die Entwicklung der Lage. । Bon den Flugzeugen aus werden :
öurch Bombenabwürfe Dammsprengungen i vorgenommen, um den Abfluß der Fluten zu ermöglichen. Infolge des Regens mußten mehrere Landesbahnen den ' Bekehr einstellen, da große Erbmassen die Strecke oer- ' ichuttet hatten. Auch der Verkehr zwischr Belgrad und Sa- razewo ist unterbrachen.
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Fortsetzung 35)
„Ach, Kind, haben Sie erst einmal etwas erlebt, das Ihnen die tiefsten Tiefen Ihrer Seele aufwühlt — sei es durch Glück oder Jammer, Leidenschaft oder Not, Schuld oder Reue — dann ist das Letzte da, was der Künstlerschaft die Vollendung gibt! Dieses Allerletzte kann nie gelernt werden, das muß das Leben geben! Zum echten, wahren Künstler reift man erst durch schmerzhaftes, eigenes Erleben — das Herzblut kostet es oft! Wohl Ihnen, daß Sie es noch nicht kennen! Ich, als Mensch, in meinem mütterlichen Fühlen für Sie, wünsche wohl, daß Ihnen das, was dieses Letzte der Kunst erfordert, daß es Ihnen erspart bleibt! Künstlerwege sind Dornenwege, die wenige ganz zu Ende gehen können, weil das Herz zerrissen und die Füße wund werden! Künstler tragen oft eine unsichtbare Dornenkrone —"
„Ich will sie gern tragen, wenn ich das Bewußtsein haben ^dars, daß ich eine wahre Künstlerin werde —"
„Ja, Kind, Sie werden es, und ich bin sogar stolz darauf, daß ich Ihre Lehrerin bin! Fabelhaftes haben Sie jetzt schon gelernt, und wenn es Herbst wird, sind Sie fertig; ich kann Sie dann nichts mehr lehren! In Ihnen ist der göttliche Funke — sonst würde ich Ihnen längst von der Bühnenlaufbahn abgeraten haben! Es ist manchmal, als ob ich mich sehe, da ich jung war! — Es ist doch wohl mehr als Zufall gewesen, daß wir uns damals trafen —"
„Ja, was wäre wohl ohne Ihre Güte aus mir geworden, gnädige Frau?" sagte Ebba leise.
„Vielleicht wären Sie doch wieder nach Hause qe- fahren!"
„Nein, gnädige Frau, lieber wäre ich gestorben!" rief Ebba fast heftig.
„Kommen Sie einmal her, Kind — so! Ganz nahe! Nun frage ich Sie, bitte ich Sie: können Sie nicht ein wenig Vertrauen zu mir haben? Ich will gewiß nicht in Sie drängen! Aber ich meine, eine Aussprache müßte Sie doch erleichtern! War es wirklich so schlimm, was Sie veranlaßte, Ihre Eltern zu verlassen? Glauben Sie, ich ahne nicht, daß der Name Eva Sommer, den Sie mir genannt, nicht Ihr richtiger Name ist? Darum habe ich Sie nie so anaeredet —!"
Der Vater der Abstammungslehre.
Wenn jemals ein Mensch mit modernen Ideen die Welt in einen Erregungszustand versetzt hat, so war es Charles Robert Darwin, der nunmehr am 19. April 1932 bereits 50 Jahre tot ist. Auch Charles Darwin liefert den Beweis dafür, daß die umwälzenden Ideen zumeist von Außenseitern entwickelt werden. So wurde die Grundlage zu Darwins ganzem Lehrgebäude auf einer großen Weltreise gelegt, die der Naturforscher — damals erst ein eifriger Käfersammler und angehender Geologe mit dem Kapitän Fjtzroy unternahm. Es ging nach Brasilien durch die Magalhaesstraße bis Peru. Schließlich über die Gala- pagosinseln und die Südsee nach Neuseeland und Australien. Von dort ging es über Südamerika nach England zurück.
Aber Darwin hatte auf diesen Reisen nicht nur eifrig gesammelt, sondern er verarbeitete alles Geschaute und Erworbene von höheren Gesichtspunkten aus, sah nicht nur Einzeltatsachen, sondern ahnte größere Zusammenhänge. Die Fülle seiner Reiseerlebnisse und Erfahrungen verarbeitete er im Verkehr mit bedeutenden Spannern in London, um dann auf einem Landsitz in Down ganz und gar selbständigen Forschungen zu leben. Darwin kam zu einer ganz neuen Klassifikation der Tierarten. Er propagierte in seiner Abstammungslehre geradezu revolutionäre Ideen, die den Menschen nicht über die Tierwelt hinaushoben, sondern ihn nur als letztes Glied einer wunderbaren Entwicklung erscheinen ließen. Kein Wunder, daß um diese umwälzenden Theorien ein heftiger Streit entbrannte. Einer der eifrigsten Jünger und Freunde Darwins war der deutsche Naturforsche Ernst Haeckel.
In den modernen Naturwissenschaften haben sich die Darwinschen Entwicklungsgedanken unwiderstehlich nach harten Kämpfen durchgesetzt und heute, 50 Jahre nach fest nem Tode, darf man sagen, daß der Vater der Abstammungslehre zugleich als der Begründer der neueren Zoologie angesehen werden muß.
Veulscher Lustsahrlsachversländiger für die Abrüstungskonferenz. Der Reichspräsident hat den Leiter der Lustfahrtabteilung im Reichsverkehrsministerium, Ministerialdirektor Dr. ing. Brandenburg, zum deutschen Abgeordneten für die Abrüstungskonferenz ernannt
Ebba wurde rot.
Leise sagte sie — „Verzeihen Sie mir, gnädige Frau! Vorhin sagten gnädige Frau, daß man nur durch schmerzhaftes, eigenes Erleben zum echten, wahren Künstler reift! Dann müßte ich eine große Künstlerin werden!"
„War es doch eine Herzensangelegenheit? In Ihrem Alter kann eine solche gar nicht so tiefgehend sein — dafür nimmt man sie aber um so tragischer! Aber darum läuft man nicht von zu Hause fort."
„Es war auch nicht das Schlimmste, obwohl ich sehr gelitten!"
„So sprechen Sie, Kind! Ich habe für alles Der- ständnis — und sei es das Schlimmste."
Der blonde Kopf des jungen Mädchens senkte sich tief;- ihre Hände falteten sich im Schoß. Sie kämpfte mit dem Verlangen, sich einmal auszusprechen und sich endlich ihre Dual vom Herzen herunterzuschreien — doch Scheu hielt ihr den Mund verschlossen. Wie, wenn diese gütige Frau sich von ihr wenden würde —? Aber nein, sie würde es nicht tun! Dazu dachte sie zu groß! Sie war Künstlerin, stand im Leben — sie urteilte gewiß nicht kleinlich und engherzig!
Frau Angela beobachtete ihren Schützling; sie drängte mit keinem Wort mehr, da sie merkte, daß die widerstrebenden Lippen sich ihr jetzt öffnen wollten.
Und da sagte Ebba leise:
„Damals, als mich gnädige Frau trafen, war ich in größter Verzweiflung! Ich wußte nicht, wohin — ins Elternhaus wagte ich nicht zurückzukehren —"
„Hatten Sie außer Ihren Eltern keine Verwandten, zu denen Sie einstweilen gehen konnten — als so allein und unerfahren in die Fremde — bei Ihrer Jugend und Schönheit welche große Gefahr —!" fragte sie.
„Für einen Augenblick hatte ich überlegt, ob ich nicht Zuflucht bei meinem väterlichen Freund, Pfarrer Sturm."
Da fuhr Angela in größter Erregung zusammen.
„Bei wem, sagten Sie —?"
„Bei Pfarrer Sturms! Ach, gnädige Frau, ich kenne keine lieberen, gütigeren Menschen als Pfarrer Sturms! Herr Pfarrer war in dem Dorfe, wo mein Vater Lehrer ist, Geistlicher. Er hat mich miterzogen, hat mich konfirmiert! Und so beliebt und angesehen war er, daß die Gemeinde ganz traurig war, als er sich pensionieren ließ und dann fortzog — mein Bruder ist sein Nachfolger geworden —"
Frau Angela saß da, die Hand gegen die Stirn gepreßt, mit Mühe ihre Gedanken sammelnd. Dieses Mädchen, das sie aus Barmherzigkeit ausgenommen, kannte ihre Eltern? Welcher Zufall! Doch ehe sie sich dazu äußerte, mußte sie erst weiter hören!
„Warum sind Sie anderen Sinnes geworden?"
„Weil mich Pfarrer Sturm ganz bestimmt wieder
Voruntersuchung gegen Rosen und kerischer beanfragf, Nach Abschluß des Ermittlungsverfahrens gegen Dr. Rosen und den Kaufmann Werner Kertscher wegen des Anschlag? auf den Reichsbankpräsidenten hat jetzt die Staatsanwaltschaft I Berlin bei dem Untersuchungsrichter des Landgerichts I Antrag auf Eröffnung der Voruntersuchung ge= stellt. Den Angeschuldigten wird gemeinschaftlicher Mordversuch an dem Reichsbankpräsidenten und Vergehen geg>n das Schußwaffengesetz zur Last gelegt.
Lokomotivfabrik Hentschel ab 9. Mai wieder in Betrieb. Die Lokomotivfabrik Hentschel & Sohn A.-G. Kassel, die bekanntlich Ende vorigen Jahres ihre Werke stillgelegt hatte, wird, wie die Verwaltung mitteilt, nach einer durchgreifenden Betriebsreorganisation den Betrieb am 9. Mai wieder- aufnehmen. Es dürfte mit einer Wiedereinstellung von 1500 bis 2000 Arbeitern zu rechnen fein.
Sühne für einen Sprengstoffanschlag. Das Kasseler Schwurgericht beschädigte sich in zweitägiger Verhandlung mit dem Sprengstoffanschlag auf die Pension „Haus Elfriede" in Waldeck im Dezember vorigen Jahres. Der unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftete Schlosser Kleinschmidt aus Waldeck leugnete vom Tage seiner Verhaftung an jegliche Schuld. Das Gericht hielt Kleinschmidt auf Grund der Be- weisaufnahme jedoch für überführt und verurteilte ihn wegen Verbrechens nach § 5 des Sprengstoffgesetzes, wegen Verursachung einer Explosion und wegen Körperverletzung zu einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren und zu zehn Jahren Ehrverlust. $
Sprengkörper gegen Polizeiwache. Wie amtlich gemeldet wird, wurde gegen die Polizeiwache in Baden- Baden ein Sprengkörper geworfen, der die Glasscheibe der Eingangstür zertrümmerte. Personen seien nicht verletzt worden. Einwandfrei sei festgestellt, daß es sich hierbei um einen nationalsozialistischen Anschlag handelt. Die Polizei habe drei Verhaftungen vorgenommen.
Urteil im Pirmasenser Wirtschaftsprozeß. In dem Prozeß gegen angesehen« Wirtschaftsführer in Pirmasens erklärte der eine Angeklagte, Rechtsanwalt König (Mannheim), daß er die erhaltenen Beträge freiwillig zurückbezahlt habe. Das Gericht fällte folgendes Urteil: Der Angeklagte Götz wird wegen eines fortgesetzten Vergehens der aktien- rechtlichen Untreue zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 5000 RM oder weiteren 50 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte König wird freigesprochen.
Entlassung von weiteren 2000 Saarbergleuten. Wie die französische Generaldirektion der Saargruben den Vertretern der Bergarbeiterorganisationen mitgeteilt hat, sollen am Dienstag, den 19. April, weitere 2000 Bergleute zur Entlassung kommen. Außerdem wird die Grube Hostenbach stillgelegt. Die Organisationen wollen gegen diese neue Maßnahme der Verwaltung sofort Schritte unternehmen. Mit den neuen Entlassungen beträgt die Zahl der in den letzten vier bis fünf Wochen entlassenen Bergleute 5000.
Bachs Matthäus-Passion in Rom. Die Matthäus- Passion von Bach, die, lange mit Spannung erwartet, zum ersten Male in R o m von der Berliner Singakademie unter der Leitung von Professor Georg Schumann aufgeführt wurde, hat bei den Römern leider nicht das Verständnis gefunden, das man ihr gewünscht hätte. Bei aller Anerkennung der Leistung der Chöre, der Einzelstimmen und des Orchesters machen die römischen Blätter eine Reihe von Vorbehalten.
nach Hause gebracht hätte, und das eben konnte nicht sein!"
„— und der Grund —?"
Es fiel Ebba schwer, weiterzusprechen. Sie seufzte tief.
Geduldig wartete Frau Angela, Ebbas Hand in der ihren haltend und immer sacht darüber streichelnd.
„Nun, mein Kind —"
„Gnädige Frau, — ich — ich — der junge Graf in unserem Dorfe liebte mich, ich war auf dem Schlosse wie zu Hause; mit der Komtesse Inga hatte ich schon als Kind gespielt — und ich dachte — ich sei seine Braut — denn sonst hätte ich doch nie — ich bin doch nicht leichtfertig."
„Das weiß ich, mein Kind! Und was weiter? Zwar — ich kann mir denken, wie es kam: der Standesunterschied! Darum hat die erste Liebe ein so jähes Ende nehmen müssen! Aber es ist nicht das Schlimmste! Sie werden überwinden—*
Ebba preßte ihr Gesicht an Angelas Knie. „Das alles war es ja nicht! Der Graf war nicht so hochmütig; wie ein Kind hat man mich gehalten auf Schloß Reins- hagen —"
„Wo —?" fragte Angela erregt.
„In Reinshagen! Es ist ein hübsches Dorf; das Schloß liegt eine Viertelstunde davon! Mein Vater ist Lehrer dort! Nein, nicht mein Vater —I" Sie zitterte und brach schluchzend aus — „Das ist's ja eben! Der Lehrer ist gar nicht mein Vater — ich habe gar keine richtigen Eltern! Bald nach meiner Geburt haben sie mich ausgesetzt! Eines Morgens fand der Lehrer Lenz mich in seinem Garten — ich bin — nur — ein — Findelkind —"
Ein tiefes Stöhnen kam von Angelas blaffen Lippen.
Angela lehnte sich vergehend zurück. Das war zu überwältigend, was sie da eben gehört! Ihre an jahrelange Selbstbeherrschung gewöhnte Natur war dieser Ueberraschung doch nicht gewachsen!
„Ein — Findelkind — Sie —?" tonlos hauchten es ihre Lippen.
Ebba kniete.
Ihr Gesicht berührte beinahe den Boden.
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