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Wüchtemer Zeitung
ßrets-Kmtsbtatt * UllyemeLner amtlich erMzeltzer für 8m Kreis Schlüchtem
Nr. 43
(1. Blatt)
Samstag, den 9. April 1932
84. Jahrs.
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Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
Ich mache die Herren Bürgermeister darauf aufmerksam, daß die Anzeigen über die Zahl der ausgestellten Stimm» ' scheine mit größter Sorgfalt zu erstatten sind.
Die Anzeigen oder aber Fehlanzeige sind mit den ÄS stimnungsakten am 11. d. Hits. norm. 8 Uhr pünktlich hierher einzureichen.
Gleichzeitig ersuche ich die Herren Bürgermeister, die für die Reichspräsidentenwahl am 10. d. Mt§. gelieferten mS noch verwendungsfähigen StimmzettelumschlKge gebündelt zu 100 Stück, und mit der Aufschrift der Gemeinde versehen ebenfalls am 11. d. Mts. norm. 8 Uhr pünktlich znrüchzugeben.
Ich mache die Herren Bürgermeister für die genaue Erledigung dieser Verfügung persönlich verantwortlich.
Zchlüchtern, den 6. April 1932.
Der Landrat. Dr. Müller.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich., dafür zu sorgen, daß Löschmannschaften, die zur Bekämpfung von Waldbränden angefordert werden, die notwendigen Werkzeuge, vor allem Aexte, Spaten. Schaufeln, eiserne Rechen und Hacken mitbringen. Ohne solche Werkzeuge ist die wirksame Bekämpfung eines Waldbrandes kaum möglich.
Schlächtern, den 6. April 1932.
Der Landrat. 3. 0.: Duwe.
3n den Monaten Februar und März sind folgenden per. fernen Jagdscheine ausgestellt worden:
a. Jahre s j a g d s chein e:
Kitz, Ludwig proDiantamtsbeamter, Dberzell,
b. Unentgeltliche Jagdscheine:
Seifert, Förster Romsthal.
Schlächtern, den 6. April 1932.
Der Landrat. 3. D.: Duwe.
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Sammlungen fit wohltätigen Zwecke«.
Es besteht Veranlassung auf die Bekanntmachung Über Wohlfahrtspflege vom 15. 2. 1917 — R. G. Bl. S. 143 — hinzuweisen, wonach öffentliche Sammlungen zu vaterländischen, gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken (Wohl- fahrtrzwecken) behördlicher Erlaubnis bedürfen.
Schlüchtern, den 4. April 1932.
Der Landrat: Dr. Müller.
Den Drtspolizeibehörden und den Herren Landjägereibeamten bringe ich die Beachtung der Landespolizeilichen Anordnung zum Schutze der einheimischen Vogelwelt und der Waldes vom 22. 11. 1930 — Reg. Amtsblatt S. 266 — in Erinnerung.
Schlüchtern, den 6. April 1932.
Der Landrat. 3. V.: Duwe.
Krelsausschutz.
J.-Nr. 1381 K. A. Am Donners'tag, den 28. April 1 9 3 2 norm. 10 Uhr findet im Sitzungssaal des Kreislaufes hierselbst eine Sitzung des
Kreistags
statt.
Schlüchtern, den 6. April 1932.
Der Landrat. Dr. Müller.
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— Der Schiffsbauer Turtis aus Norfolk, der Lind- bergh bei seiner Suche nach dem geraubten Kinbe unterstützt, erklärt, daß er mit den Räubern Fühlung genommen habe und daß das Kind gesund sei.
— Am Mittwoch verunstaltete die Ehemnitzer Polizei im Städtischen Speisehause eine Razzia auf Spieler, die ihre Wohlfahrtsunterstützung im Glücksspiel vergeudeten. Er wurden etwa 100 Personen festgenommen.
— Die Anttnerpener Staatsanwaltschaft veranlaßte die Verhaftung von 20 Personen, angeblich Mitglieder einer internationalen Bande, die seit einigen Jahren in den grossen Welthäfen umfangreiche Diebstähle verübt haben soll. Der Wert der gestohlenen Waren soll Hunderte von Millionen betragen.
Nach Feststellung einer Verschwörung in der süd- amerikanischen Republik Thile ist über das ganze , Land der Belagerungszustand verhängt worden. Die Regierung ist zuräckgetreten. 3n der Hauptstadt Santiago zogen viele Menschen vor die Staatsbank und wollten wegen Wäh- rung-befürchtungen ihre Banknoten in Silbergeld umge- weäfelt haben. Sie wurden von der Polizei auseinandergetrieben.
— Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Donnerstag um 5,14 Uhr Ortszeit glatt in Recife bei Pernambuco gelandet.
Zollverein!
Zur Donaukonferenz in London.
London, 8. April.
Die Londoner Vorkonferenz über die Donaukrise hat sogleich die Gegensätze klar aufgezeigt, die diese Frage ausgelöst hat. Und auch die Fronten sind klar. Auf der einen Seite flehen Frankreich und England, auf der anderen Seite Deutschland und Italien.
Man hat die Begriffe Handelsstaaten contra Bankier- staaten geprägt, und hiermit wird in der Tat an die Hintergründe der bestehenden Gegensätzlichkeiten gerührt. Ohne prophezeien zu wollen, darf man doch wohl jetzt schon, nachdem diese klaren Gegensätze beim ersten Verhandlungstag den Unterhaltungen, die geführt wurden, das Signum gaben, die Vermutung aussprechen, daß es in London nicht möglich fein wird, einen Ausgleich herzustellen zwischen den beiden Systemen, zwischen Handelspolitik und Bankier- politik, mit denen man der Donaukrise zu Leibe gehen will.
Das erste Echo der französischen Presse zeigt denn auch deutlich, daß man in Frankreich diese Gegensätzlich- 1 keilen politisch als nicht unerwünscht betrachtet, i Ob man nun daraus einen Erfolg der Londoner Reise Tardieus konstruieren will, sei dahingestellt. Man bemüht sich jedenfalls von vornherein, alle Türen für die „Schuldigen" zu öffnen, wenn die Verhandlungen nicht zu einem Ergebnis führen, wenn die Donaukrise ungelöst bleibt. Und dabei sollte auch in Paris jedes Kind wissen, daß die Donaukrise nur eine Teilkrise in Europa ist und daß wir in Europa niemals wieder zu besseren Verhältnissen kommen können und kommen werden, solange man nur an den Symptomen kuriert und nicht an der Krise selbst.
Mit großem Interesse verzeichnet die englische presse den deutschen Plan, der Italiens Unterstützung findet und der in seinem Endziel aus die Bildung eines „Zollvereins" mm abziell, dem alle Donaustaaten u.ller Einschluß von Deutschland, Italien und vielleicht auch noch anderer Länder angehören sollen.
Ein Plan, der angesichts des Zollwahns in Europa als kühn angesehen werden muß, der aber in seiner Wirkung allein den Weg aus der Donaukrise wieder ebnen sonnte. Es kommt nicht darauf an, den österreichischen Kredit neu aufzupulvern, es kommt nicht darauf an, in das Land an der Donau neue Millionen ober Milliarden zu stecken. Das kann nur ein Parallelmittel fein, das erst dann feinen Sinn erfüllen würde, wenn die Hauptsache geschehen ist: die Sanierung des Absatzmarktes, eine Wiederbelebung und Wie- dergesundung einer vernünftigen und großangelegten Exportpolitik, Die aber nicht möglich ist, wenn man einen Plan auflegt, der wie der französische, handelspolitische Inzucht zur Folge hätte.
Was hat das für einen Sinn, die Agrarländer an der Donau zollpolitisch zusammenzuschließen, Länder, die alle an dem gleichen Uebersluß derselben Produktionsmittel, im wesentlichen Agrarprodukte leiden?)
Ein französisches Blatt, „Oeuvre", sieht die Dinge, wie sie sind, wenn es feststellt, daß Deutschland und Italien dazu berufen fein können, die Brücke zwischen den Donaulän- Dern und Frankreich und England zu bilden; und daß so gesehen, auch der Anschlußgedanke, der die französische Lo- naupolitik wie ein Schreckgespenst beeinflußt, nicht nur politischen, sondern gerade wirtschaftlichen Vernunftüberlegun- gen entsprang. Aber bis solche Erkenntnis allgemein wird, — wird es noch lange dauern.
Nach den neuesten Meldungen aus London ist die Do» naukonferenz ergebnislos verlaufen. Der französische Ministerpräsident Tardieu will sich in englischer Sprache im Rundfunk an das englische und amerikanische Volk wenden und die Gründe über das Scheitern dieses Planes darlegen .
Der Wahlkampf.
Am Donnerstag hat wieder eine Hochflut von Wahlpropagandareden stattgefunden. Hitler sprach hintereinander in Frankfurt a. M., Darmstadt und Ludwigshasen. Brü« ning ergriff in Hamburg das Wort, Treviranus sprach in München und Graf Westarp in Mannheim. Frick und Göbbels sprachen im Berliner Sportpalast und Geheimrat Hugenberg setzte sich in Frankfurt a. M. für die Zerschlagung der Weimarer Koalition anläßlich der Preußenwahlen am 24. April ein.
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Prinz August Wilhelm v. Preußen ist von der BSDAP. als Kandidat für den preußischen Landtag, und zwar an siebenter Stelle der Landeswahlliste aufgestellt worden.
, In Sete in Frankreich hat ein Geisteskranker vier Personen getötet, eine fünfte verletzt und sich dann in seinem Hause verschanzt. Die Polizei umstellte seine Wohnung und schoß ihn schließlich nieder, nachdem alle Aufforderungen, er möge sich ergeben, nutzlos waren..
Brüning
über die Reparationsfrage.
In seiner Wahlrede in Weimar behandelte Reichskanzler Dr. Brüning vor allem außenpolitische Fragen. Alle die Fehler — so führte der Kanzler aus —, die in den letzten Jahren in der Welt, vor allem mit dem Abschluß des Friedensvertrages gemacht worden seien, würden sich heute erst in ihrer ganzen Tragweite auswirken. Deutschland dürfe von sich sagen, daß es als erstes Land die wirtschaftlichen und finanziellen Folgerungen aus dieser Erkenntnis gs- zogen habe. Hätten wir gewartet, bis die Krise in England, Frankreich, Amerika und in den Donauländern gekommen wäre, dann hätte kein Kanzler in der Reparationssrage zu Beginn dieses Jahres ein Stein aussprechen können.
Die erste Voraussetzung einer Lösung der Repara- lionsfrage sei eine sichere wirtschaftliche und finanzielle Grundlage im eigenen Lande, aus der allein ein Kanzler die Auseinandersetzungen mit der ganzen Welt bis zur endgültigen Lösung der Reparationssrage durchhallen könne.
Gegen die Streichung der Reparationen gebe es heute nur noch ein Argument, nämlich, daß die deutsche Industrie beim völligen Erlaß der Reparationen einen zu gewaltigen Vorsprung vor den Industrien aller übrigen Länder erlangen wurde. Wenn man im Hinblick auf die Nervenproben, die die Außenpolitik bringen werde, nicht freiwillig alle Streitigkeiten beiseite lasse, so würde die Not alle Stände und Schichten des Volkes dazu zwingen.
Der Sinn für Gerechtigkeit wachse langsam in der Welt,
vor allem aus der Erkenntnis, daß die Friedensverträge zum wirtschaftlichen Uebergang Europas und der ganzen Welt führen können. Deutschland werde aber Nutzen aus diesem völlig veränderten Bild der internationalen Lage nicht ziehen können, wenn es sich selbst zerfleische.
Der Vfaun aber, der Deutschland einigen und retten könue, sei allein hindenburg.
98000 Arbeitslose weniger.
Frühjahrsentlastung am Arbeitsmarkt.
Berlin, 8. April.
In der zweiten Hälfte des Monats März ist die Früh- iahrsentlastung am Arbeitsmarkt deutlich erkennbar geworden. Vach dem Bericht der Reichsanstalt ist seit dem 15. März die Arbeitslosenzahl um rund 98 000 zurückgegangen und betrug am 31. März rund 6 031 000.
Die Besserung der Beschäftigungsverhältnisse hat sich nunmehr allgemein durchsetzen können. Sie blieb jedoch hinter der entspreck-enden Bewegung im Vorjahr nicht unerheblich zurück, wohl zum Teil infolge der Zurückhaltung der Wirtschaft wegen der ungeklärten politischen Lage.
Von der Gesamtzahl der Arbeitslosen wurden am 31. März rund 3 323 000 in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisenfürsorge, rund 1 948 000 Wohlfahrts» erwerbslose in der öffentlichen Fürsorge unterstützt. Gegenüber dem Stand Mitte März hat die Arbeitslosenversicherung eine Entlastung um rund 158 000 auf rund 1 579 OÖO Hauptunterstützungsempfänger erfahren. In der Krisenfürsorge wurden rund 1 744 000 Hauptunterstützungsempfänger gezählt, was gegenüber Mitte des Monats eine Zunahme um rund 27 000 bedeutet.
Erleichterung der Wirifchafi?
Bevorstehende Ermäßigung des Reichsbankdiskonls.
Berlin, 8. April.
Wie bereits vom Reichsfinanzminister angekündigt, schweben innerhalb der Reichsbank Erwägungen darüber, ob der derzeitige flüssige Geldmarkt und die verhältnismäßig geringe Inanspruchnahme der Reichsbank nicht zu einer Senkung des Diskantes ausgenutzt werden könnten, um von dieser Seite aus der Wirtschaft eine weitere Erleichterung zu verschaffen. Diese Erwägungen dürften sich am Donnerstag zu einem Beschluß verdichtet haben, da der Zentralausschuß auf heute nachmittag, 15 Uhr, einberufen worden ist. Man dürfte in der Annahme nicht fehlgehen, daß eine Senkung des Diskontsatzes um % auf 58 v. h. beschlossen werden wird.
Senkung der Vermögenssteuer geplant.
Berlin, 8. April.
Wie verlautet, beabsichtigt das Reichsfinanzministe- rium, die bet der Veranlagung der Vermögenssteuer ent- standene Härte durch eine generelle Herabsetzung der S t e u e r zu beseitigen. Dadurch soll der seit dem 1. Januar 1931 eingetretenen Wertminderung Rechnung getragen werden.
König Gustaf von Schweden beim Reichspräsidenten.
Reichspräsident von Hindenburg empfing den inoffiziellen Besuch der Königs von Schweden, der sich auf der Ruckreise aus dem Süden einen Tag in Berlin aushielt. Der König traf gegen 1J.30 Uhr im Reichspräsidentenpalais ein, wo ihm eine Ehrenwache die militärischen Ehrenbezeugungen erwies. An eine etwa halbstündige private Unterhaltung der beiden Staatsoberhäupter schloß sich ein Frühstück.