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Das Gehalt -es ^eichsprasi-enten.

Gegen verleumderische Mundpropaganda.

Berlin, 24. März.

In der Oeffentttchkelt werden erneut haltlose Gerüchte über das Einkommen des Reichspräsidenten verbreitet mit der Absicht der persönlichen Verleumdung. Dabei werden auch falsche Behauptungen über die Bezüge des früheren Kaisers ausgestellt.

Angesichts dieser Behauptungen ist es notwendig, den Tatbestand festzustellen:

Wilhelm II. hatte als deutscher Kaiser kein Dienstein- kommen, er bezog aber als König von Preußen eine Krön- rente von 1754 Millionen Mark, einschließlich 7% Millionen jährlich als Entschädigung für die 1820 vom Königshaus an den Staat abgetretenen Domänen. Der erste Reickspräsident Friedrich Ebert hatte, einschl. der Aufwandsentschädigung, ein Diensteinkommen von 53 510 RM.

Reichspräsident von Hindenburg

hat 60 000 RM Gehalt, das — entsprechend der Senkung der Ministergehälter — um 28 Prozent (16 800 RM) gekürzt wurde, also bis zum 31. 12. 1931 43 200 RM betrug. Dazu kamen Aufwandsgelder im Betrage von 120 000 RM, so daß sich das gesamte Diensteinkommen des Reichspräsidenten auf 163 200 RM belief.

Vom 1. 1. 1932 ab werden dem Reichspräsidenten neben den vorher genannten 28 Prozent noch weitere 9 Prozent gekürzt, das sind insgesamt 22 000 RM weniger. Somit bezieht er also nur 37 800 RM Gehalt und 120 000 RM Aufwandsgelder, zusammen 157 800 RM.

Es ist noch zu berücksichtigen, daß das Einkommen des Kaisers und Königs steuerfrei war, während das Einkom­men des Reichspräsidenten wie das eines jeden Staatsbür­gers steuerpflichtig ist.

3m gleichen Zusammenhang werden auch falsche Be­hauptungen über das Gehalt des Reichskanzlers Brüning verbreitet. Auch hier ist festzustellen: Fürst Bismarck bezog als Reichskanzler ein Diensteinkommen von 50 000 Mark. Die späteren Reichskanzler erhielten 36 000 RM Gehalt und 64 000 RM Repräsentationskosten, zusammen also 100 000 RM.

Das Gehalt des Reichskanzlers Brüning

betrug 46 350 RM (45 000 RM Grundgehalt und 1350 RM örtlicher Sonderzuschlag). Nach Abzug von 28 Prozent (20 Prozent freiwilliger Verzicht und 8 Prozent Abstrich durch die dritte Notverordnung, zusammen 12 978 RM) er­hielt er bis zum 31. 12. 1931 eine Gehaltssumme von 33 372 RM. Dazu kommen 18 000 RM Dienstaufwandsent­schädigung, .so daß das gesamte Diensteinkommen des Reichskanzlers am Ende des vergangenen Jahres 51372 RM betrug.

Vom 1. 1. 1932 ab werden dem Reichskanzler neben den genannten 28 Prozent noch weitere 9 Prozent gekürzt, da» find zusammen 17 149,50 RM weniger. Somit bezieht er also nur 29 201 RM Gehalt und 18 000 RM Dienstauf­wandsentschädigung, zusammen also 47 200 RM.

Berlin, 24. März. Der Reichspräsident empfing den Reichskommiflar für Preisüberwachung, Oberbürgermeister Dr. Goerdeler zur Berichterstattung. An dem Vortrag nahm auch der nächste Mitarbeiter des Reichskommissar», Oberbürgermeister Schröder-Schneidemühl, teil.

QfcH<4M d«rch C. Ackermann, Romanjentrale Stuttgart)

Fonsetzung 25)

„Ach, Ebbachen, ich meine es so gut mit Ihnen — gelt, Sie werden mir nicht böse sein?" Die Mamsell blickte erst vorsichtig nach der Tür, ehe sie mit gedämpfter Stim- me fortfuhr, Ebbas Hand noch immer streichelnd — „der junge Herr Graf, ich kenne ihn doch schon, wie er noch ein kleiner Bub war — was ihm gefiel, das mußte er haben — und Sie, Ebbachen, Sie gefielen ihm eben arg gut — kein Wunder auch, wenn man Sie anschaut —"

„Was?" Ebba richtete sich auf, stützte sich auf die Ellenbogen und blickte erschrocken in der Sprecherin Ge­sicht — was würde sie zu hören bekommen? Wußte die Mamsell auch schon etwas? Unwillkürlich ängstigte sie sich und fernste tief auf.

„So gern ich unseren jungen Herrn habe — ich muß ihn aber tadeln, wenn er Ihnen allerhand vorgeredet ha­ben sollte —"

Erregt umklammerte Ebba den rundlichen Arm der guten Mamsell und preßte ihr glühendes Gesicht dagegen. „Ja, der Hanno! Seine Mutter, die Frau Gräfin, wünscht, daß er die Baronesse Armgard Westernhagen heiratet — er hatte ja immer widersprochen, jetzt kann ich mir den Grund denken! Aber eine junge Frau muß doch her auf Reinshagen, und die Baronesse soll recht hübsch und recht reich sein —"

Ein Wehlaut entrang sich den Lippen Ebbas.

„Das ist doch nicht wahr — so schlecht kann Hanno nicht sein! Er hat doch gesagt, ich sei seine Braut —" Hier stockte sie; hatte sie nicht soeben eine Unwahrheit ausgesprochen? Das hatte er nie gesagt; sie hatte sich alles nur eingebildet, weil er sie geherzt und geküßt — aber das Liebchen küßte man ja auch!

Sie drückte ihr Gesicht in die Kiffen, um nicht laut aufzuweinen.

„Ebbachen, ich sage Ihnen das alles, damit Sie sich danach richten können — weil die Leute doch so allerhand reden und munkeln, was gar nicht wahr ist — dazu kenne ich Sie doch zu gut —"

Also doch!

Ebba stöhnte tief auf. Was sie befürchtet, war nun eingetroffen! Und wenn die Eltern es erfuhren und In­

Don der hessischen Höheren Bauschule <Df« fenbach a. tH. Bei der diesjährigen Gster-Reifeprüfungj unter dem Dorff^ eines Regierungskommissars und im Bei­sein der Herren- Regierungsbauraf Heper als Hochbautech* nisches Mitglied der Regierung und der Bausachverständigen Hermann Brockmann und Georg Müller aus Gffenbach a. 1RV bestanden alle 34 Prüflinge, darunter 2 „mit Aus­zeichnung" und 8 mit „gut".

Frankfurt a. M. (Schwerer Tumult in der Frank­furter Stadtoercrdnetensitzung.) Jm Verlaufe der Stadt- oerordnetensitzung am Mittwoch kam es zu schweren Tät­lichkeiten seitens eines kommunistischen Stadtverordneten. Nachdem schon längere Seit Radau geherrscht hatte, wurden zwei Kommunisten ausgeschlossen. RIs auch der kommuni­stische Stadtverordnete Aschenbrenner wegen dauernden Lärms aus dem Saal gewiesen werden sollte, trat dieser an den Vorstehertisch, ergriff einen Löscher und warf ihn dem stellvertretenden Vorsteher Dr. Schnorr ins Gesicht, der eine blutende Wunde davontrug. Außerdem wurde dessen Brille zertrümmert. Weitere Geschosse Aschenbrenners ver­fehlten ihr Ziel. Herbeieilende Stadtverordnete hielten । Aschenbrenner von weiteren Tätlichkeiten ab. Die Sitzung wurde aufgehoben und der Aeltestenausschuß trat zusam­men, um zu dem bedauerlichen Vorfall Stellung zu nehmen.

Rassel. (Tntschädigung aus dem Viehseuchenfonds des Bezirksverbandes Rassel. Die Entschädigungen an die Land­wirte und Viehhalter der 29 Kreise des Regierungsbezirkes Rassel aus dem viehseuchenfonds des Bezirksverbandes erreichten in 1931 die Höhe von 267 000 RM. für Rind­vieh und 3600 RM. für Siegen. Wie in der Jahreshaupt­versammlung der Rasseler Schlachtviehversicherung am Mon­tag Radimittag mitgeteilt wurde, ist vom Regierungsprä­sidenten Dr. Friedensburg angeordnet worden, daß die im Tuberkulose-Tilaungsverfahren geschlachteten Rinder aus den Bezirken Fulda, Hünfeld' und Marburg nicht mehr nach Rassel zur Verwertung kommen, sondern innerhalb der einzelnen Bezirke, in denen diese seuchmoerdächtigeN Rinder anfallen, auch verwertet werden müssen.

Wer^BohnenKtffce mit Hz Kathreiner mischt—spart schon an einer einzigen Tasse fast soviel. als eine Semmel kostet.

Habe es noch keinen Kathreiner, dann müßte er jetzt geschaffen werden/

ga? Ach, sie sah setzt ihre heimliche Liebe in einem an­deren Lichte. So häßlich und entwürdigend für sie war das alles!

„Wer spricht, Mamsell? Und was wird gesprochen?" fragte sie tonlos.

„Ach, alle, Ebbachen, Sie wissen doch, wie die Leute sind! Da weiß einer mehr als der andere, und da wird das Blaue vom Himmel heruntergeschwätzt! Ich wünsche nicht, daß Ihre Eltern von dem Gerede erfahren! Es ist mir richtig ein Stein vom Herzen, daß der junge Herr mor­gen allein fährt! So weinen Sie doch nicht, Kindchen. Still, still, wenn die Mutter hereinkommt —" Liebevoll tupfte die Mamsell die Tränen von Ebbas Gesicht.

„Mamsell, es ist ja alles nicht so! Hanno sagte mir, daß er mich liebe, es solle aber vorläufig noch geheim bleiben; diplomatisch müsse man vorgehen — oh, wie bin ich unglücklich!"

Die Mamsell nickte energisch.

„So machen es die Mannsbilder immer — das kennt man! Ich werde aber den Leuten schon die Mäu- ler stopfen, da verlassen Sie sich darauf, Ebbachen! Nun lachen Sie, die Mutter darf keine Tränen sehen — ma­chen Sie ein heiteres Gesicht — es ist alles nicht so schlimm, Kindel!"

Der Hanno! wer weiß, was er der unerfahrenen Ebba alles vorgeredet — recht war es nicht von ihm — sie wollte es ihm schon sagen, wollte kein Blatt vor den Mund nehmen!

Das Mädel, die Ebba, war böse ins Gerede gekom­men — weiß der Kuckuck, wer es aufgebracht! Wie der Fuchs um den Hühnerstall, so war der Hanno ja immer um die Ebba herumgestrichen — sie hatte es wohl be- merkt! Aber daß die Ebba so naiv war, zu denken, sie sei . nun verlobt —! So einfach war das doch nicht—!

Nach einigen Tagen kam ein Brief von Inga, in dem sie die Unpäßlichkeit der Freundin sehr bedauerte und die Hoffnung aussprach, Ebba ganz bestimmt bei sich zu sehen, sobald sie nur einigermaßen reisefähia sei. Der „Ring" würde in nächster Woche gespielt — „--d^nke, Ebba- kein, die ,Walküre" und .Götterdämmerung"--dazu mußt Du unbedingt gesund sein!"

Mit einem entsagenden Lächeln legte sie den Brief i beiseite. Ach, sie würde niemals nach Dresden kommen!

Obwohl Ebba die leichte Krankheit bald überstanden, fehlte ihr doch die frühere Frische. Blaß und müde ging sie umher; wurde sie angeredet, schreckte sie nervös zusam­men.

Und dann war das Gefürchtete doch eingetreten — die Eltern hatten don den Gerüchten, die über sie umlie- fen, natürlich mit den nötigen Uebertreibungen, gehört!

Die Gefühle des Herzens sollen nicht Herrscher f^ über den erwägenden, prüfenden Geist, sondern nur sch Diener und Gehilfen. _ Zschokke

Ostergerichte.

Es ist recht hübsch, wenn auch aus der SpeisenzusW menstellung der Osterfeiertage etwas österliches herau- spricht. Dies ist ohne besondere Schwierigkeiten oder Kost« möglich.

Das E i gehört ebenso oder in noch stärkerem Matz zum Osterfest wie etwa die Gans oder der Stollen gut Weihnachtsfeste. Fragt sich nur, wie man es verwendet, oh- Ueberdruß zu bekommen. Da seien zunächst die gefüii tenEier genannt, die unsere Abendtafel schmücken möget Ihre „Fülle" kann sehr verschieden fein. Unter Verwes dung der herausgehobenen und feingewiegten Dotter sann man eine Fülle aus frischen Dottern, in Milch geweicht« Semmelkrume, saurem Rahm und feingehacktem FischfleM oder auch Hackfleisch, oder aber feingehackten Pilzen stellen. Ganz einfach bereitet man sie auch mit Petersili, Schnittlauch, Estragon und anderen Kräutern, natürlich dann gehacktes Dotter, vielleicht in Verbindung mit Butt« nicht entbehrlich. Man kann den Eiern auch ein Mützch« aus Tomate aufsetzen.

Gibt man einen feinen Kartoffelsalat, so wird mci diesen dem Feste entsprechend ganz besonders mit Eier ausstatten. Sehr hübsch sieht es aus, wenn man hartg« kochte, recht bunt gefärbte Eier in einem Nest von grüner Moose auf den Tisch bringt. Butterbrot und Tee paffer dazu.

In vielen Gegenden ißt man Rühr- oder Spiegelet« zum Osterfeste. Wem dieses Gericht nicht sättigend genu: erscheint, dem steht es ja frei, dem Ei durch Zugabe our gehacktem Schinken oder Speck mehr Sättigungswert ji geben.

Etwas Grünes gehört ebenfalls zum Osterfest. Der Rühr- oder Spiegelei gesellt sich der junge Spinat. Der Kartoffelsalat garniert man mit Rapünzchen, und die Su^ muß, wenn man nicht eine ausgesprochene KräutersM aufträgt, unbedingt doch wenigstens etwas Grünes ein halten.

Auch der Brotbelag kann eine österliche Note 6e kommen. Eierbrötchen, Kräuterbutter, Butterbrötchen nti Schnittlauch sehen nicht nur feiertäglich aus, sondern tz schmecken auch recht gut. Bei etwas Nachdenken ist es jeder falls möglich, die Speisekarte der Feiertage so zusammen zustellen, daß sie der Bedeutung des Festes Rechnung trägt

Blätterteig zum Tee. Man mengt & Kg. Mehl m vier Eidottern, einer halben Obertasse voll Rahm, ?! Gramm gestoßenen Mandeln, der auf Zucker abgerieben« Schale einer Zitrone, zwei Eßlöffeln voll Zucker gut durd) einander und arbeitet zuletzt 150 Gramm Butter darunter Den Teig stellt man 6 bis 8 Stunden kalt und treibt ifji halb so stark wie ein kleiner Finger aus. Nun schneid! man mit dem Messer längliche Vierecke oder Streifen dar aus und bäckt sie auf einem mit Butter gestrichenen Bled

Beide waren außer sich — ihre vergötterte Ebba ein Sie besverhältnis mit dem jungen Grafen!

„Ebba, wie konntest du — wie ist das nur möglich!

Ebba hätte vor Scham in den Erdboden sinken möget — ihre Liebe war besudelt — was sie Heiliges Hineingk legt, in den Schmutz gezogen — wie stand sie da vor du kalten, neugierigen, schadenfrohen Augen der Leute - unaussprechlich litt ihre keusche mimosenhafte Seele. Di vorwurfsvollen Fragen der Mutter waren nicht mehr ji ertragen.

„— was wird Christel dazu sagen, wenn er es et fährt? Seine Stellung ist ihm dadurch unmöglich gemach! Ebba! Hast du denn gar nicht an ihn und uns gedacht?"

„Christel weiß bereits darum! Fragt ihn, er wird eui alles sagen — es ist ja alles ganz anders. Wenn ihr mid nicht zur Verzweiflung bringen wollt, dann schweigt! Seht ihr nicht, wie ich leide?"

Der junge Pfarrer suchte die Eltern zu beruhige« Für die Reinheit der Schwester würde er die Hand int Feuer legen. Ihre Vertrauensseligkeit, mit der sie M als heimliche Braut Hannos von Reinshagen betracht habe, müsse sie nun schwer büßen, und darum bitte er nichts mehr zu ihr zu sagen.

Daß Christel Ebba nicht verdammte, war für Frei Lenz eine große Beruhigung, obgleich sie gar nicht betrübet hinwegkommen konnte, daß die Tochter so im Gered! stand. Jetzt wurden ihr auch manche ihr unverständlich Anspielungen, die ihr die Nachbarn im Laufe von Gesprö' chen gemacht, endlich klar.

Ging sie mit Ebba über die Dorfstraße, fühlte st förmlich die neugierigen spähenden Blicke der Leute, vo« einigen auch ein hämisches, schadenfrohes Lächeln, ob wohl man ihr im Dorfe im großen ganzen gut gesinnt war! Doch eingedenk der Bitte, die der Sehn ausgefpro1 chen, sagte sie nichts mehr zu Ebba, der aber Vorwürß beinahe noch erträglicher gewesen wären als dieses sie ^ mütigende Schweigen der Mutter. Die Mamsell ließ ß<f auch wieder einmal sehen, beladen mit einem große« Kuchenpaket, um den Sonntagnachmittag im Lehrerhauß gemütlich zu verbringen.

„Run, Ebbachen, wann fahren Sie denn nach Dres' den?"

„Gar nicht, Mamsell!" kam Ebbas leise Antwort.

„Das ist Unsinn! Komtesse Inga würde Ihnen da- schwer übelnehmen! Sie wartet mit Ungeduld auf Sie! Und für Sie ist es auch gut, wenn Sie mal hier heraus' kommen —"

(Fortsetzung folgt.)