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DonnciStag, den 17. z.abends 8 UhrGesangstunde für bm gemischten Chor. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen wird erwartet.
Der Vorstand.
rf\ Turnverein Tchlüchtern
V (1861 e. V.)
Handballabteilung.
Donnerstag, den 17. d. Mts. abends 8^/2 Uhr Spieli sitzung in der Turnhalle, Grabenstraße. Aufstellung llkannschasten für die Spiele am Kommenden Sonntag.
Alle aktiven Spieler werden der Wichtigkeit wegen bi gend gebeten, zu Erscheinen. Der Spielausschuß.
Mh»«schutz durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart)
Fortsetzung 21)
„An den Herrn Lehrer hätte ich eine Bitte —" Frau Mähler nahm aus ihrem Korb ein amtliches Schreiben — „vom Steueramt! Ich werde aber nicht klug daraus — wenn der Herr Lehrer es mal durchlesen möchten —?"
Gern erfüllte Christian Lenz ihr die Bitte und erklärte ihr das Nötige.
Mit vielen Dankesworten stand Frau Mähler auf.
Sie seufzte.
„Die Lotte kam gestern auch wieder. Aus Dresden. Sie hatte dort eine so schöne Stelle als Verkäuferin in einem Kolonialwarengeschäft; aber nirgends hält sie aus — es ist ein Kreuz mit ihr!"
„Sie haben ihr immer zuviel Willen gelassen, Frau Mähler! Das Mädchen ist Ihnen über den Kops gewachsen; etwas Rechtes hat sie nie lernen wollen! Bei Ihnen ist sie doch am besten aufgehoben, ehe sie schließlich aus schlechte Wege kommt!"
Natürlich hatte es sich im Dorfe herumgesprochen, daß Ebba Lenz Komtesse Inga in Dresden besuchen würde. Lotte Mähler, die davon gehört, war voller Neid und Mißgunst. Sie war auch in Dresden gewesen, hatte aber gar nichts von der schönen Stadt gehabt, hatte nur arbeiten und sich plagen müssen — und Ebba Lenz sollte dort in Vergnügungen schwimmen —?
Ah — wenn die Leute wüßten, was sie wußte!
Noch hatte sie das Geheimnis gewahrt — solchen Trumpf gab man nicht vorschnell aus der Hand — — j jetzt aber war es so weit, sonst würde das Lehrertöchter- chen gar zu übermütig! —
Nach Dresden sollte Ebba nicht, dafür würde sie sor- gen! —
Der erst Schnee in dies m Jahr war gefallen.
Ueberrascht sahen sich die Leute, die zum Sonntag : länger geschlafen, das weiße Wunder an — in fleckenloser Reinheit deckte er die Wege, und es fielen noch immer die" neckischen Schneesternchen in li s! gem Wirbel.
Langsam und umständlich rüstete man zuni Kirchgänge.
Mit feierlichem Klang schwangen sich die Glocken- stimmen in die klare, kühle Luft. ,
Ebba, die den Eltern vorausgeeilt, stand bei ihrem i
Bruder, um ihm, wie jeden Sonntag, „Guten ^lorgen" zu wünschen, ehe er zur Kirche ging. Wie männlich und gereift er in dem schwarzen Talar aussah — trotz seiner Jugend!
Er schien heute Ebba anders als sonst, und wie eigen er sie ansah — was hatte er nur? Doch sie fragte ihn nicht, um ihn nicht aus seiner inneren Sammlung zu, bringen. Er liebte es nicht, vor der Predigt durch weltliche Dinge abgelenkt zu werden!
Es fiel ihr auf, daß er bei Tisch wenig aß — ja, daß er sich zum Essen zwang — und die Mutter hatte sich doch so viele Mühe gegeben! Zu ihrem — Ebbas — Bedauern hatte sogar eine von den perlgrauen Hennen, die sie so liebte, ihr Leben lassen müssen!
War er krank? Oder war etwas mit Inga? Quälte ihn seine Liebe zur Iugendgespielin? Sie fragte ihn, doch er umging eine Antwort. Doch dann, als die Eltern schliefen und Ebba in der Küche Kuchen aufschnitt und für den Kaffee sorgen wollte, sprach er — langsam, zögernd fiel die Frage von seinen blassen Lippen: „Ebba, wie stehst du eigentlich mit Hanno Reinshagen?"
Eine dunkle Röte jagte bis unter die Haarwurzeln über ihr weißes Gesicht, und diese Röte war ihm Antwort genug, mehr als ihre im Grunde sehr überflüssige Gegenfrage — „ich mit Hanno Reinshagen? Wie meinst du das? Ich verstehe dich nicht." Ihre Hände witterten aber merklich, als sie den Apfelkuchen auf den Teller ordnete.
„Ich verstehe dich auch nicht, Ebba, daß du mit dem Grafen Reinshagen ein — Liebesverhältnis hast anfangen können!" sagte Christel traurig.
Das Messer fiel ihr aus der Hand. Leichenblaß war sie geworden, und in jähem Schrecken starrten ihn ihre Blauaugxn an.
„Ein Liebesverhältnis — ich — ? Wer sagt das? 'Nein!" stammelte sie.
„Ja, Ebba! Was sagst du hierzu?" Er nahm aus seiner Brieftasche einen Brief — „dies habe ich gestern bekommen! Obwohl ich nichts auf anonyme Briefe gebe — dennoch muß ich Klarheit von dir haben! Lies! Und wenn du mir ein ehrliches Nein sagen.kannst, will ich keine Mühe und Kosten scheuen, um dem Schreiber nach- zuforschen und ihn bestrafen zu lassen —"
Vor Ebbas Augen tanzten die Buchstaben. Der Brief war mit einer schlechten Schreibmaschine geschrieben; man hatte demnach keinen Anhaltspunkt, aus der Schriktzügen den Absender zu ersehen. Der Poststempel war ein schwer leserlicher der Bahnpost, man wußte also auch nicht, aus welchem Ort dieses hinterlistige Schreiben kam! Und dennoch fühlte Ebba ganz genau: nur Lotte Mähler konnte es gewesen sein! Darum hatte sie sie heute oot mittag i.i der «i aj O tri ; phirend gemustert. Hatte
die Lotte ihr nachgespurt, sie doch einmal mit Hanno gesehen und daraus kühne Folgerungen gezogen?
Nur wenige Zeilen waren es, und dennoch jede eine Bosheit —
„Es würde Herrn Pfarrer gewiß interessieren, daß seine Schwester Ebba ein Liebesverhältnis mit dem Graten Reinshagen habe, und man erlaube sich die Frage, ob dieses Liebesverhältnis nicht doch zu einer Verlobung führen würde. Für diesen Fall erlaube man sich, schon jetzt die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen; denn keine sei durch Schönheit und Herkunft mehr berechtigt, Gräfin Reinshagen zu werden, als Fräulein Ebba Lenz!" Der junge Pfarrer hatte, während Ebba las, kein Auge, von ihrem Gesicht gelassen, dessen wechselnde Röte und Blässe ihm ja genug sagten!
Da sie schwieg und das Briefblatt immer noch in der Hand hielt, fragte er eindringlich, — „nun, Ebba —?"
Sie schluchzte bitterlich auf und schlug in brennender Scham die Hände vor das Gesicht.
„Ebba —"
Der traurige, vorwurfsvolle Ton in feiner Stimme traf sie tief.
„Christel, wie das geschrieben ist, ist so häßlich — wir sind heimlich verlobt, der Hanno und ich! Er will aber nicht, daß ich schon darüber spreche! Es soll noch niemand erfahren! Seine Eltern müssen erst langsam vorbereitet werden!" stieß sie unter Tränen hervor: sie war ganz außer sich.
„Ist das wahr, Kleines?" fragte Christel liebevoll; schonend mußte er ja mit der unerfahrenen Schwester umgehen; wer weiß, was Hanno ihr vorgeredet, und sie in ihrer Unschuld hatte ihm geglaubt —1
„Ja, Christel, was denkst du sonst?" Groß und ehr- lich sah Ebba ihn an. Gleich glänzenden Tautropfen hingen noch die Tränen an ihren langen, seidenartigen Wimpern.
Er kannte die Schwester; sie sprach die Wahrheit; rein und lauter war sie, die Unschuld selbst, und darum durfte er ihr keine Vorwürfe machen, durfte sie nur warnen! Denn was wußte sie vom Leben, die streng behütet von den Eltern, kaum aus ihrem Dörfchen herausgekommen war!
Gemüse kocht man schmackhaft mit
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