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Nr. 33

Gchlüchterner Zeltuns

2. Blatt

Zwischen den Schlachten.

Die erste Schlacht ist geschlagen! Die Wahlen vom 13. März haben für den Generalfeldmarschall von Hindenburg bit absolute Mehrheit nicht gebracht, es fehlen ihm daran rund 150 000 Stimmen, die er wahrscheinlich aufgebracht hStte, wenn weniger ungültige Stimmen zu verzeichnen und wenn weiter die groteske Figur des Herrn Winter aus dem Wahlkampf ausgeschaltet geblieben wäre. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß in dem zweiten Wahlgange, für den der Reichspräsident bereits zu kandidieren zugesagt hat, mit seinem unbedingten Sieg zu rechnen ist, da ja dann derjenige als gewählt gelten wird, der die meisten Stim­men auf sich vereinigt. Als Gegner kommt für Hinden­burg in der Stichwahl am 10. April nur Hitler in Frage, der 11K Millionen auf sich vereinigen konnte, und be­reits feine Kandidatur für den zweiten Gang angekündigt hat.

Politisch von großem Interesse ist das Ergebnis, das die einzelnen Parteien erzielt haben. Bemerkenswert ist, wie schlecht die Kommunisten gestimmt haben. Trotz leb­haftester Agitation haben die Kommunisten bei den Prä­sidentenwahlen nur rund 400 000 Stimmen mehr erhalten, als bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930. Die Kommunisten haben also bei der Präsidentenwahl sehr viel schlechter gestimmt, als dies auf Grund der verschie- benen Landtagswahlen angenommen werden konnte.

Die Nationalsozialisten hatten bei den letzten Reichs- tagswahlen 6,379 Stimmen erhalten; diesmal haben sie 11,338 Millionen Wähler aufgebracht. Sie haben also einen Stimmenzuwachs von rund 80 v. H. zu verzeichnen. Das heißt also, daß die Nationalsozialisten nicht mehr ganz die Gewinne zu verzeichnen Latten, die sie bei den Hessen- wahlen erzielt hatten, daß sie sich aber doch noch etwas bester gestellt haben, als dies z. B. bei den Wahlen in Hamburg der Fall war. Dieses Ergebnis entspricht etwa den Erwartungen, die man außerhalb der NSDAP. hegte, während die Partei selbst bekanntlich mit höheren Ergeb- nisten gerechnet hatte, wie das z. B. der „Völkische Beob­achter» ausgesprochen hatte. Würden bei einer Reichs­tagsauflösung die Nationalsozialisten einen ähnlichen Er­folg wie bei der Präsidentenwahl haben, so würden sie also statt 107 Abgeordnete etwa 190 erhalten.

Für Duesterberg sind 2,56 Millionen Stimmen abge­geben worden. Die Deutschnationalen haben bei den letzten Reichstagswahlen 2,46 Millionen Stimmen erhalten. An­gesichts der besonderen Verhältnisse der Präsidentenwahl lassen sich diese Ziffern nur schwer vergleichen. Die DNVP. hat jedoch wahrscheinlich überall im Lande gewonnen, wie das unter anderem besonders deutlich die Wahlen in Meck­lenburg zeigen, wo sie sich gegenüber den Reichstagswahlen verdoppeln konnten.

Der deutschnationale Führer ist nun mit einem Vor­schlag an die Oeffentlichkeit getreten, nach welchem der zweite Wahlgang unter der Bedingung nicht stattfinden solle, daß das deutsche Volk am 8. Mai -für eine Reichstags­neuwahl erneut zur Wahlurne schreite. Es solle für diesen Fall die Amtszeit des Reichspräsidenten verlängert werden. Es ist kaum anzunehmen, daß die Mehrzahl der Parteien, die hinter Hindenburg stehen, sich für diese Idee Hugen- bergs begeistern werden, ganz abgesehen davon, daß die Nationalsozialistische Partei schon aus Prestigegründen auf den zweiten Wahlgang mit Hitler als ihren Kandidaten bestehen bleiben wird.. Wir werden also das Schauspiel einer neuen Wahl mit all ihren Aufregungen, mit dem Aufwühlen der politischen Leidenschaften bis aufs Aeußerste nochmals über uns ergehen lassen müssen, obschon jeder be­reits heute weiß, daß der Name, der aus der Urne als der siegreiche hervorgehen wird, nur derjenige des Trägers der derzeitigen Reichsgewalt, des Generalfeldmarschalls von hindenburg, sein kann.

Vor dem starken Interesse für die Reichspräsidenten­wahl sind die Wahlen im Saargebiet fast untergegangen. Sehr zu Unrecht, denn die dortigen Ergebnisse sind in dop­pelter Hinsicht interessant; sie zeigen vor allem, daß die Parteien im Saargebiet, auch die Kommunisten, in ihrer Propaganda die Notwendigkeit einer baldigen Wiederver­einigung mit dem Deutschen Reich in den Vordergrund ge­stellt haben. Die Wahl stellt also gewissermaßen eine Probe- abstimmung dar. Sie ergab, wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, eine überwältigende Mehrheit für Deutsch­land.

Die Deutschnationalen haben ihr einziges Mandat an M« Nationalsozialisten abgeben müssen, auf die nur zwei Citze entfallen. Die SPD. hat zwei Sitze und trotz der höheren Wahlbeteiligung 7500 Stimmen verloren, während die KPD. drei Mandat« und 37 500 Stimmen gewonnen hat. Der Wahlerfolg der Kommunisten findet sein« natür« liche Erklärung in der großen Not weitester Arbeiterkreise.

Das Zentrum hat sich, wie bisher überall nach den letz- ten Wahlen, nicht nur gehalten, sondern seine Stellung auch Wrbeffert. Es ist mit 14 Mandaten die stärkste Partei des Saargebiets geblieben und hat seine Stimmenzahl um etwas mehr als 20 000 auf 155 000 verbessert. Sehr gut hat sich auch die deutsche Saarländische Volkspartei gehalten. Sie hat nur 2000 Stimmen und ein Mandat verloren. An­gesichts der Lage der Deutschen Volkspartei im Reich und des starken Ansturms der Nationalsozialisten ein um so erfreulicheres Ergebnis, als damit die wertvolle Gruppe des Kommerzienrats Hermann Röchling für die vom Landesrat gestellte Genfer Delegation erhalten bleibt.

Die separatistischen Saarbündler hatten Wahlenthal- hing ausgerufen in der Absicht, den nicht wählenden Teil der Bevölkerung für sich zu reklamieren, eine Absicht, die ihnen gründlich vorbeigelungen ist.

Brüder Saß freigewrochen. Die 5. Große Strafkammer dein Landgericht I in Berlin sprach in der Berufungs- hage gegen die Brüder Saß die Angeklagten von dem Ergehen des Münzverbrechens frei. Sie erhielten lediglich drei Wochen Haft wegen Anfertigung von Stempeln und Mchees ohne schriftlichen Auftrag. Die Strafkammer sagt, He trieben nur Studien, sie seien keine Münzfälscher. Die Strafe gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Die «rüder Saß wurden nach der Verhandlung entlassen.

Ein^Dorschlag Hugenbergs verzicht auf zweiten Mahlgang, wenn Reichstagrneuwahlen.

Berlin, 15. März.

In einem Artikel zu dem Ergebnis der Reichspräsi­dentenwahl schreibt Dr. Hugenberg: „Die Angst vor Erschüt­terungen, die etwa mit einem Reichspräsidentenwechsel ver­knüpft sein könnten, hat ein paar Millionen Wähler, die im Lager der Nationalen Opposition gegen das herrschende System stehen, dazu bewogen, für die Wahl des Feldmar- schallr von Hindenburg zum Reichspräsidenten zu stimmen. In der zweiten Wahl entscheidet die einfache Mehrheit.

Nach Lage der Dinge ist damit zu rechnen, daß der Generalfeldmarschall von hindenburg im zweiten

Mahlgang gewählt wird.

Unter diesen Umständen führt eine Betrachtung, die sich über die Kampfesverbissenheit der Parteien erhebt, zu dem Ge­danken, daß unser öffentliches Leben von den vielen Un- klarheiten, die uns lähmen, befreit würde, wenn man fol­gendermaßen oorginge:

Außer den schon vorgesehenen Wahlen zum Preußischen, Bayerischen und Würltembergischen Landtag soll am 8. Mai die Neuwahl des aufzulöfenden Reichstags stattfinden. Unter dieser Voraussetzung konnte durch verfassungsänderndes Reichsgesetz anerkannt werden, daß die Abstimmung vom 13. März die Wirkung eines zweiten Wahlganges der Reichs- vräsidentenwahl haben soll, daß also die Wiederwahl Hin- venburgs erfolgt ist.

Die gesamte nationale Opposition könnte einem solchen Borschlag zustimmen, denn eine zweite Wahl würde nur die Bedeutung einer Gegenprobe haben, die auf dem oben vor- geschlagenen Wege einfacher, billiger und durchgreifender erreicht werden würde."

Ein deutschnationaler Aufruf.

Die Deutschnationale Volkspartei erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: „Die Ausnutzung der Autorität, die der Name des Feldmarschalls von Hindenburg in Deutschland genießt, die skrupellose Einsetzung der gesamten Machtmittel oes Staates einschließlich der Gelder der Steuerzahler für die Partetinteressen des Systems und die Angst vor Erschüt­terungen, die Millionen von Wählern im Lager der Natio­nalen Opposition zur Stimmabgabe für den Feldmarschall bestimmt hat, täuscht noch einmal einen Erfolg des schwarz­roten Systems vor. Der starke Stimmenrückgang der Systemparteien und das gleichzeitige Ergebnis der Wahlen in Mecklenburg-Strelitz hat gezeigt, daß es tatsächlich nur ein Scheinerfolg ist. Dort haben die Deutschnationalen bei den Landtagswahlen doppelt so viele Stimmen erhalten wie bei der Reichspräsidentenwahl. Wie wir stets betont haben, sind bei der Reichspräsidentenwahl, einer reinen Personen- wahl, die politischen Fronten andere als bei den Wahlen zum Reichstag und zu den Landtagen. Die Wahlen in Preußen und die Wahlen im Reich, die wir auf Grund der Wahlergebnisse als Ausdruck des Volkswillens fordern, wer­den das Anwachsen des nationalen Gedankens erneut zeigen und den Zusammenbruch der schwarz-roten Koalition besie­geln. Unter diesen Umständen wird der zweite Wahlgang hervorragend unter dem Gesichtspunkt der Preußenwahlen zu führen sein. Unser nächstes großes Kampfziel heißt Preußen."

Kundgebung der Hindenburg-Ausschüsse.

Die Hauptgeschäftsstelle der Hindenburg-Ausschüsse gibt kund: „Das Wahlergebnis hat die Erwartungen der Hinden­burg-Ausschüsse voll gerechtfertigt. Die Sammlung auf nationaler und überparteilicher Grundlage zur Durchsetzung der Kandidatur des Reichspräsidenten von Hindenburg ist vom Volke verstanden und gebilligt worden. Die Gegner der Kandidatur Hindenburgs sind auf allen Fronten geschlagen. Herr Adolf Hitler hat trotz Aufbietung aller Kräfte einer strafforganisierten Partei das von ihm selbst abgesteckte Ziel nicht erreicht und ist um fast 7,5 Millionen hinter den für Hindenburg abgegebenen Stimmen zurückgeblieben. Die Kandidatur Duesterbergs hat sich, wie vorauszusehen war. als eine aussichtslose Zählkandidatur erwiesen. Die taktische Absicht, sie zum entscheidenden Faktor in der zweiten Wahl zu machen, ist gescheitert. Der Sieg des Reichspräsidenten von Hindenburg im zweiten Wahlgang ist sicher. Der ge­sunde politische Sinn des deutschen Volkes hat sich trotz allem bewährt. Der Herr Reichspräsident ist, wie nicht anders erwartet werden durfte, entschlossen, seine Kandidatur im zweiten Wahlgang zum Endsieg zu führen. Die Hindenburg- Ausschüsse werden deshalb auf der alten überparteilichen Grundlage ihre Arbeiten fortsetzen."

Hindenburg kandidiert im zweiten Wahlgang.

Reichspräsident von Hindenburg hat am Wahltag bis um 23 Uhr die Ergebnisse im Rundfunk gehört und sich dann zur Ruhe begeben. Das Ergebnis der Wahlen wurde ihm am Wontagmorgen gegen 7 Uhr mitgeteilt. Er gab feiner tiefen Befriedigung über das Wahlergebnis Ausdruck. Dem hindenburg-Ausschuh erklärte er, daß er auch im zweiten Wahlgang kandidieren werde.

Hitlers zweite Kandidatur.

München, 15. März.

Adolf Hitler sagt in einer Kundgebung:

„Gegen das vereinte Auftreten aller anderen Parteien, trotz schwerster behördlicher Unterdrückungen und Behinde­rungen unserer Propaganda, hat die NSDAP. ihre Wäh­lerschaft in knapp eineinhalb Jahren fast verdoppelt. Wir sind heute zur unbestritten weitaus stärksten Partei Deutsch­lands emporgestiegen. Die gegen uns vereint aufmarschie­renden Parteien sind von 21,4 auf 18,6 Millionen gesunken, wir sind dagegen von 6,4 auf 11,3 Millionen gestiegen. Deutschnationale und Stahlhelm haben ihren alten Bestand gehalten. Was uns in diesem Wahlkampf noch nicht restlos gelungen ist, muß im kommenden vollendet werden. Ich fordere euch auf, augenblicklich den Kamps für die zweite Wahl zu eröffnen. Kein Tag darf verlorengehen. Wenn die Wühler der gesamten nationalen Front sich auf das Gebot der Stunde besinnen, muß es uns noch möglich wer­den, die wenigen Millionen fehlender Volksgenossen aus der widernatürlichen Front unserer Gegner herauszubrechen und uns zuzuführen. Die übrigen nationalen Kräfte eingerech­

net, umfassen wir rund 13,8 Millionen. Es muß uns mög­lich sein, die fehlenden 2,5 Millionen aus der gegnerischen Front herauszureißen und dorthin zu führen, wo sie hin­gehören. Der erste Wahlkampf ist beendet, der zweite Hot mit dem heutigen Tag begonnen. Ich werde auch ihn mit meiner Person führen."

Wahlbeteiligung etwa 87 v. H.

Had) dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis beträgt die Gesamtziffer der abgegebenen gültigen Stimmen 37 660 394. Dies Ergebnis bedeutet eine Wahlbeteiligung von ungefähr 87 v. H. hiervon erhielt Duesterberg 6,8 o. h., hindenburg 49,6 v. h., Hitler 30 v. H., Thälmann 13,3 v. h., Winter 0,3 v. h.

Das Echo der Welt.

Wien.

Die Montagausgaben der Wiener Blätter bringen das Ergebnis der Reichspräsidentenwahl an erster Stelle. Die christlichsoziale „Reichspost" hebt den 80prozentigen Stim­menzuwachs der Nationalsozialisten hervor und erklärt das Wahlergebnis als eine persönliche Niederlage Hugenbergs. Die „Wiener Neuesten Nachrichten" bezeichnen als das Er­gebnis, daß Hindenburg Reichspräsident bleibt, und sagen u. a.: In Oesterreich, wo man mit leidenschaftlicher Anteil­nahme das Geschehen des gestrigen Tages verfolgt hat, wird man das Verbleiben Hindenburgs im Amt herzlich begrüßen. Die „Neue Freie Presse" erklärt, Hindenburg sei im zweiten Mahlgang vollkommen unabhängig von der Zustimmung der Hugenbergleute. Sie würden nicht Gele­genheit haben, politische Erpressungen zu üben.

Warschau.

Die Reichspräsidentenwahl in Deutschland hat In Polen das größte Interesse hervorgerusen. Der „Krakauer Illu­strierte Kurier" hebt beispielsweise hervor, daß es falsch wäre, Hindenburg als republikanischen Kandidaten Hitler, dem Vertreter der Republikfeinde und Revanche-Kriegsbe- wegung, gegenüberzustellen. Die politischen Ziele 'eien, so­bald es sich um die Außenpolitik handele, auf beiden Seiten dieselben.

Genf.

Das Ergebnis der Reichspräsidentenwahl in Deutsch­land steht völlig im Vordergrund des allgemeinen Inter­esses und wird in allen Kreisen der Abrüstungskonferenz auf das Lebhafteste erörtert. Ein endgültiges Ergebnis war nach der ersten Wahl allgemein nicht erwartet worden. Leb­haft erörtert werden die Schlußfolgerungen, die man nach den Präsidentenwahlen für die kommenden Landtagswahlen ziehen kann. Die Genfer Presse bringt das Ergebnis der Wahl in großer Aufmachung an erster Stelle und gleich­zeitig spaltenlange Berichte von ihren nach Berlin entsand­ten Sonderkorrespondenten.

Rom.

Der italienischen Oeffentlichkeit wurde das Ergebnis der Reichspräsidentenwahl erst durch die Mittagsblätter be­kannt. Der „Tevere", das einzige Blatt, das bisher einige Worte zu dem Wahlergebnis sagt, erklärt, daß der vor­läufige Sieg Hindenburgs durch die große Anzahl der Par­teien, die sich aus Angst vor der Hitlerpartei um ihn ge­schart hätten, zu begründen sei. In der deutschen Kolonie war das Interesse für die Reichspräsidentenwahl so groß, daß etwa 100 Personen sich in der Deutschen Vereinigung versammelt hätten, um die deutschen Sender zu hören.

Paris.

Die Präsidentenwahlen in Deutschland sind in Frank­reich mit größter Aufmerksamkeit verfolgt worden. Der französische Rundfunk gab in bestimmten Abstünden das je­weilige Teilergebnis, und auch die großen Blätter wie „Ex- celsior" und „Petit Parisien" hatten ihre öffentlichen In­formationsbüros ausnahmsweise bis 3 Uhr morgens ge­öffnet. Die Pariser Frühpresse ist allgemein in der Lage, in längeren Ausführungen redaktionell zu dem Ergebnis Stellung zu nehmen. Ganz allgemein kommt zwar die Ge­nugtuung darüber zum Ausdruck, daß der Reichspräsident mit den besten Aussichten in den zweiten Wahlgang geht. Man unterstreicht jedoch gleichzeitig, daß die Opposition die Hälfte der Wähler auf sich vereinigt habe.

London. .

Der Eingang der deutschen Wahlergebnisse wurde auch in London mit großer Spannung verfolgt. Nachdem zu­nächst ein totes Rennen erwartet worden war, drückt die Morgenpresse im algemeinen ihre volle Zufriedenheit über den unerwartet hohen Vorsprung des Reichspräsidenten vor seinen Gegnern aus

Neuyork.

Die amerikanischen Blätter berichten in großer Auf­machung über den Ausgang der Reichspräsidentenwahl. Die „Neuyork Herold Tribune" stellt fest, daß Hindenburg die Hauptgewinne im Rheinland und in Bayern erhalten habe, während für ihn in Ostpreußen und im Industriezentrum Stimmenverluste zu verzeichnen seien. Die „Neuyork Times" sagt, der Sieg Hindenburgs sei nicht erwartungsgemäß aus­gefallen und bedeute nicht das Ende Hitlers. Die natio­nalsozialistische Bewegung habe anscheinend mit einem Drittel der Stimmen aus dem Reiche und einer Verdoppe­lung der Stimmenzahl seit 1930 ihren Höhepunkt erreicht. Trotzdem sei die Republik für die nächste Zeit gesichert.

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