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Frage und Antwort

Gemeinnütziger Ratgeber für jedermann

Bedingungen für die Beantwortung von Anfragen: Der weitaus größte Teil der Fragen wird ichristlich beantwortet, da ein Abdruck aller Ant­worten räumlich unmöglich ist. Deshalb muß jede Anfrage die genaue Adresse des Fragestellers enthalten. Anonyme Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, sowie als Portoersatz der Betrag von 50 Rps. beizufügen. Für jede weitere Frage, auch desselben Fragestellers, sind gleichfalls 50 Rpf. mitzusenden. Anfragen, denen zu wenig Porto beigefügt ist, werden zurückgelegt und erst beantwortet, wenn der volle Portoersatz erstattet wird. Im Briefkasten werden nur rein landioirt- schaftliche und unmittelbar rinschlägige Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten die sich nicht dem Rahmen unseres Blattes an- passen, taun Auskunft keinenfalls erteilt werden. Unsere Ratschläge geschehen ohne jede Verbindlichkeit. Die Echristleitung

Lupinen erst Ende März, Anfang April unter. Der Boden ist eben und leicht (leidlicher Haser- boben). Kann ich den Kalkstickstoff zu Roggen jetzt schon bei offenem Frost streuen? 3. 6. in H.

Antwort: Ohne Bedenken können Sie jetzt Thomasmehl und 4üprozenti>ges Kalisalz ausstreuen und mit den Lupinen zusammen dem­nächst flach unterpslügen. Der Kalkstickstoff zu Kartoffeln sollte erst kurz vor dem Pflanzen gestreut und mit einem letzten Eggenstrich amtier» gebracht werden. Den Kalkstickstoff als Kops- düngung zu Roggen bereits im Januar zu geben, ist reichlich früh, besonders wenn ein feuchter Nachwinter folgt. Der größere Teil dürste ausgewaschen werden und der Nutzung verlorengehen. Richtiger ist es, im Februar bei offenem Frostwetter zu streuen. Dr. E.

Frage: Bestellung eines Ackerstückes mit Runkelrüben. Dieses Stück war im vorigen Jahre mit Klee bestellt und fohl in diesem Jahre mit Runkelrüben bepflanzt werden. Von einigen hiesigen Landwirten ist mir von der Bestellung von Runkelrüben abgeraten worden, da Klee keine gute Vorfrucht sein soll. Wie ist Ihre Meinung? Das Land ist stark gekalkt worden und könnte vielleicht noch eine Kunst- düngergabe erhalten. K. L in G.

Antwort: Don einer schädlichen Beein­flussung der Rüben durch Klee als Vorfrucht ist mir nichts bekannt. Aus dungkräftigen Böden baut man im Gegenteil besonders gern Rüben nach Klee, weil Getreide, auch der jtarWjalmigc Weizen, nach Kleebrache sehr häufig früh­zeitig und stark zu Lager geht. Um die Rüben gut zur Ausreise zu bringen, empfohlen wir, je Hektar (10 000 qm) 6 Zentner Superphosphat und 6 Zentner 40prozentiges Kalisalz ober 16 Zentner Kainil auszuftreuen und vor dem Pflanzen mit rinzuardeiten. Wird vom Klee im Frühjahr noch eine Nutzung gewonnen, so kann es vorkommen, daß die Phlanzrüben infolge Trockenheit des Bodens nur langsam anwachsen und ich Ertrage Zurückbleiben. Das ist das einzig« Bedenken, welches man gegen Ihr Vorhaben geltend machen kann. Dr. E

Frage. Weißgarmichen von Kanintzellen. Wie geschieht dies? Welche wirklich erprobten Mittel werden dazu benötigt? K. W. lnG.

Antwort: Grundsatz für die Einarbeitung von Kaninfellen ist, daß die Felle lochfrei und sauber abgezogen sind. Das Trocknen solcher Felle ist bei mäßiger Temperatur von etwa 10 Grad Wärme nach dem Ausstopsen mit Stroh zu bewirken, ober man muß die Felle glatt aufschneiden und glatt gespannt auf einem Brett trocknen, wenn man sie nicht gleich frisch einarbeiten will, wobei auch über­flüssige Fleisch- und Setteile sowie dünne Häutchen mittels eines stumpfen Messers vor- R abgeschabt werden. Trockne Fell« sind essendem oder wiederholt erneutem Wasser gut einzuweichen und dann mit den Händen wie Wäsche vorsichtig auszuwaschen und, auf einem Tisch liegend, mit stumpfem M^' in überflüssigen Fettanhängseln zu r" ^.cr»

tmf werden sie auf der Flei . mit einer Alaunlösung besteigen. Die tojung wird her- gestellt aus 1 kg Alaun, 0,4 kg Kochsalz und 6 bis 10 Eiter Wasser. Das Bestrenhen wird bei den oberflächlich abgetropften Fellen auf der Fleischseite mieb'"'''* ' '" Pinsels

ober Bürste) bewirkt werden

jedesmal ausgebreitet aufgebängt oder auf- o «spannt, nachdem sie einen Anstrich bekommen haben, und dies wird so oft oorgenommen, bis die Fleischseite eine weiße «Farbe angenom­men hat. Dann läßt man die Felle wieder

Frage: Pferd hat Anschwellung«» am Brustblatt. Die Anschwellungen zeigen fkl) in fünf bis sechs Knoten in der Haut, grade unter dem Brustblatt Die Knoten lassen sich ver­schieben. Beim Ziehen hat das Pferd nun Schmerzen. Nach der Arbeit sind die Beulen etwas angeschwollen. Kann ich sie durch Ein­reibungen wieder beseitigen? K.tnB.

Antwort: Sie können versuchen, die Beulen mit Kampfer- oder Iodkali-Salbe fort» zumassieren. Wir glauben aber kaum, daß Sie ohne tierärztliche Hilfe auskommen wer­den. Um das Tier nicht durch eine falsche Be­handlung zu quälen, empfehlen wir, umgehend einen Tierarzt zur Behandlung des kranken Pferdes zu Rate zu ziehen. Bet.

Frag«: Kuh leidet an Kreuzschwäche. Diese Erscheinung zeigt sich bei der Kuh seit einiger Zeit und wirkt sich besonders auf den Hinterbeinen aus, so daß die Kuh manchmal beim Ausstehen gestützt werden muß. Die Kuh ist ungefähr drei Jahre alt, in gutem Zustande und zum zweitenmal im fünften Monat trächtig. Wie kann ich die Kreuzschwäche bei der Kuh erfolgreich und schnell beheben? 2. L. in O

Antwort: Die bei der Kuh beobachtete Kreuzschwäche kann durch die verschiedensten Ursachen bedingt sein Erkrankungen des Nervensystems, der Knochen, Gelenke und der Muskeln können als Ursache rn Frage kommen. Die einzuleitende Behandlung wird abhängig sein müssen von der zu behebenden Ursache die erst durch eine eingehende Untersuchung des Tieres seitens eines Sachverständigen festgestellt werden muß. Ganz allgemein ist für haß Rind ausreichender unld reichlich eingestreuter Platz zu beschaffen. Um ein Durchliegen zu verhindern, ist das Tier öfter zu roertben. Nur leichtverdau, liches Futter ist zu verabreichen, in bestimmten Zwischenräumen sind Abführmittel zu geben. Gleichzeitig können flüchtende reizende Ein­reibungen von Lende und Kruppe versucht «erden mit Kampferspiritus, Salmiakgeist u. a. Im späteren Verlauf wird die Besserung ge­fördert durch angemessene Bewegung. Dr. T

Frage: Bier Monat« alter Schäferhund leidet an Kropsgeschwulst. Sonst ist der Hund aber ganz mobil und frißt gut. Soll ich den Hals einmal mit 3ob einreiben? O. O. in K.

Antwort: Wenn es sich tatsächlich um eine Vergrößerung der Schilddrüse handelt, dann wäre eine Iodbehandlung angezeigt. Reiben Sie den Hals an der betreffenden Stelle dreimal täglich mit einer zehnprozentigen Iodkali-Salbe ein und fügen Sie weiterhin dem Futter statt des gewöhnlichen Kochsalzes Iüdsalz hinzu. Bet.

Frage: Katzen leiden an Ausschlag. Die Haut ist gerötet. Die Katzen lecken sich viel, da sie starken Juckreiz haben Was kann ich zur Beseitigung tun? K. M. in 3.

Antwort: Reiben Sie die erkrankten Hautstellen und ihre nächste Umgebung mit Perugen ein. Vorsichtshalber werden Sie gut daran tun, die Lagerstätte der Katzen gründlich zu desinfizieren. Sollte diese äußer- liche Behandlung keine Heilung bringen, müßte eventuell ein Futterwechsel eintreten. Vct.

3 r a g er Rechtzeitiges Ausftreuen von Kunstdünger. In hiesiger, viehloser Wirlschast werden Kartoffeln auf Grllndüngimgslupine gebaut, an Kunstdünger bekommen dieselben 1,25 Zentner Kalkstickstoff, 1 Zentner Thomas­mehl und 0,75 Zentner 40prozentiges Kali. Kann ich ohne Bedenken diese drei Kunst- bünaerforten schon jetzt geben und dann im zeitigen Frühjahr unterpslügen? Ich pflüge die

*111« Aulen»iingcii an Ute Schrillte»»»,, auch Anfragen, lind ,u richten an den Merino 3. N eumn n », Nendamn» («e,. 3fu.)

trocken werden. Um sie geschmeidig «zu machen, zieht man sie vorsichtig über eine scharf« Kante (Stuhllehne) hin und her und reibt sie unter mäßiger Kraftanstrengung mit den Händen möglichst weich. Zum Schluß walkt man mit den Handballen, auf den man einige Tropfen Glyzerm gibt, dieses in die Fleisch­seite der Felle ein und bürstet die Felle mit einer weichen Bürste aus. Wenn die Felle schlecht getrocknet oder ausbewahrt sind, kön­nen sie Faulstellen zeigen, die jede Benützung ausschlichen. Ebenso kommen Motten und Milbensraß vor, die der Benützung entgegen­stehen Mit einigen Versuchen werden sich die nötige Uebung und gute Ersolge bei der ein­fachen Einarbeitung erzielen lassen. Wenn aber ein Wcißgerbcr in der Nahe erreichbar ist, empfiehlt es sich, besser diesem die Ein- arbeitung zu übertragen Bro.

Frage- Harte Beschaffenheit der Butter. Ich füttere meine Kuh zuerst mit etwas Heu, sodann gebe ich Tränke mit Gersten- und Haferschiot. Nachher erfolgt die Verabreichung von Kohlrüben mit Spreu gemischt. Zum Schluß der Fütterung werden Heu undGerstcn- schrot gemischt vorgelegt. Während die Milch von -bet Kuh noch gut ist, zeigt der Rahm im Topf etwas Geruch, und auch die Butter meist diesen auf. Die Butter ist sehr hart und läßt sich nicht schmieren Die Kuh ist in der 21 Woche tragenib, gibt noch die Milch für 2,5 kg Butter je Woche. Das Butter: dauert jedoch sehr lange. V. M. in W.

Antwort: Die feste Beschaffenheit der Butter von Ihrer Kuh rührt ganz zweifellos von bei Verfütterung von Kohlrüben her. Diese haben die Eigenschaft, auf die Ausbildung eines sehr harten Butterfettes zu roirften. Auch «der Geruch, gegebenenfalls auch ein bitterer Geschmack, stammt von den Rüben, da auf Grund eingehender Untersuchungen festgostellt wooden ist, daß Stoffe von der Rübe in die Milch übergehen können. Zwecks Abstellung dieses Uebels möchten wir Ihnen empföhlen, die täglich zu verabreichende Ration an Kohl- rüden nicht höher als 10 kg zu bemessen. Wahr­scheinlich liegt dieselbe sehr viel höher. Sodann muß das Kraftfutter nicht in Form einer Tränke, sondern trocken, und zwar mit den Kohlrüben, verabreicht werden. 3 um Zwecke der Erzielung einer weicheren Butter fügen Sie am besten Palmkernkuchen bei, und zwar in der^ gleichen Menge wie Hafer- und Gersten- schrot' Geringe Gaben Salz bewirken einen regeren Stoffwechsel und sind infolgedessen ge­eignet, ungünstige Umsetzungsvorgänge zu be­heben. Die Ausbewahrung des Rahmes muß an geruchfreiem, kühlem Orte erfolgen Dr. Bn.

Frage: Apfelwein hat unklares Aus­sehen. Der eingefanbte sllßvcrgorenc Wein wurde mit Nierensteine: Hefe angesetzt und hat anfangs gut gegoren. Jetzt hat die Gärung ausgehürt. Der Wein ist unklar und soll nun genußferlig gemacht werden. Wie geschieht dies am schnellsten ? E. W. iny.

Antwort: Dei süßvergorene Apfelwein hat 12 Volumenprozent Alkohol. Zur Klärung empfehlen wir (auf 10 Liter berechnet) 1,9 g Tannin (Gerbsäure), in wenig heißem Wasser S, dem Weine unter Umrühren zuzusetzen. nn werden 2,5 g beste weiße Gelatine, in gleicher Weise gelöst, unter langsamem Um- rühren hinzugesetzt. Die entstehende Trübung wird allmählich ausslocken und als dicker Niederschlag zu Boden gehen. Der Wein kann sodann abgezogen werden. Die eingefanbte Probe war bei weitem zu klein, um eingehende Versuche zu machen. Prof. Dr. Ks.

Nil £

Allgemeine Zeitung für Landwittschust, Gartenbau und SauswirtschLft

41. SOBrQ. Schristlettung: Oetonomierat gsrunCmann, Neudamm Jeder Nachdruck aus dem Juball dieses Slattti wird gerichtlich »erfolgt (Seiet) vom 19. Juni 1901) 1932

Ringelfpinner, ©Oleaster, Baumwelstllng, Apfelblüten­

stecher, vier Schädlinge des Apfelbaumes und ihre Bekämpfung 'Hon Dr. 3ar.de Mit fünf Abbildungen

Während die bisher oehandelien Schädlinge mit Ausnahtne der Kommaschildlaus und des Frostspanners nur aus dem Apselbaum vor- fomnten, wollen wir uns jetzt einige Groß- schmetterlinge ansehen, deren Raupen auf allen Obstbäunien zu finden sind und bei starkem Auftreten schon oft zu Kahlfraß und völligem Ernteausfall geführt haben. Sehr bekannt unter ihnen ist der Ringelspinner (Malacosoma neustria), der seinen Namen daher trägt, daß er seine Eier dicht aneinandergeklebt um dünne Ztveige legt, so daß nach Erstarren der Kleb- masse sehr feste Ringe daraus werden. Die im Frühjahr daraus schlüpfenden, ihre Färbung mehrfach verändeniden Raupen fressen zunächst gemeinsam unter Anlage von Gespinsten. Schon bald weisen sie die für sie charatteristische Färbung auf, die ihnen den NamenLivreeraupeti" ein- brächte (Abb. 1 b). Über den Rücken zieht sich

a) Falter des Ringelspinners (Malacosoma neustria L.) Normale Groß b) Raupe d es ausgewachsenen Ningelspinners (Vergrößert)

eine weiße Linie, die von braunen, schwarz- gemusterten Streifen eingefaßt wird, auf. die blaue folgen, denen sich seitliche Streifen von dersell>en braunen Tönung mie die erstgenannten anschließen. Kurz vor der Verpuppung zerstreuen sich die Raupen der einzelnen Gelege über den Baum und fressen einzeln. Die Verpuppung findet in einem gelblich-weißen Kokon statt, der zwischen den Blättern ausgehängt wird. Die braunen Falter schlüpfen im Juli (siehe Abb. 1 a) und legen im selben Monat ihre Eier ab. Die Bekänrpsung der Raupen kann einmal dadurch erfolgen, daß man die Gespinste mit

Abbildung 2

Weibchen des Goldafters (EuproetiB ohrysorrhoea) (Start) Schmidt)

ben darin sitzenden Raupen bald nach ihrem Erscheinen abschneidet und verbrennt oder sie am Baum mit der Raupenfackel abbrennt. Die sich besonders in Astgabeln auf dichteil Gespinsten am Tage dicht gedrängt ruhendeir Raupen lassen sich mit geeigneten Vorkehrungen leicht zer guetschen ober durch vorsichtiges Bespritzen mit 6 bis 10 prozentigem Obstbaumkarbolineum

abtöten. Das Karboliueum darf dabei 'nicht an grüne Baumteile gelangen, da diese da­durch verbrannt werden. Handelt es sich um größere Bäume oder große Anlagen, dann be­spritzt man am besten bald nach dem Er­scheinen der ersten Raupen die Bäume mit Arsenmitteln. Auch Stäupungen mit Arsen­mitteln können gute Dienste tun. Auch diese Spritzung taun mit einer Kupferkalkspritzung gegen pilzliche Sckchdlinge kombiniert werden. Im Winter empfiehlt es sich natürlich, beini Baumschneiden auf die Eigelege des Ringel­spinners zu achten, die man bei einiger Übung leicht findet, und sie zu vernichten.

Ähnlich der des Ringelspinners ist in mancher Hinsicht die Lebensweise des Goldafters (Eu- proctis chrysorrhoea), dessen reinweiße Falter (Abb. 2) man Ende Juli bis Anfang August vorfindet. Sie tragen ihren Namen von den

goldbraunen Haaren, die das Weibchen als Büschel am After trägt, währeild der Hinterleib des Männchens fast ganz davon eingehüllt ist. Die Eier werden in Haufen aus den Blättern abgelegt und von bem Weibchen mit der After- wolle bedeckt. Aus ihnen schlüpfen meist schon im August die kleinen Räupchen, die eine Zeit­lang gesellig an Blättern fressen und sich dann durch Zusammenspinnen von mehreren Blättern einRaupennest" anfertigen, in dem sie auch sehr tiefe Kältegrade des Winters, wie die des Winters 1928/29, ohne Schaden überstehen. Jni Frühjahr gehen die Insassen der einzelnen Nester, immer beisammenbleibend, an den Blatt­fraß und richten oft enormen Schaden an. Nach wenigen Häutungen bekoinmen sie ihre typische Färbung (Abb. 3), an der die beiden roten Längsstreifen, die sie auf dem Rücken, und die weißen Striche, die sie an der Seite tragen, besonders ausfallend sind. Die Ber- puppung findet in einem grauweißen Gespinst meist zwischen Blättern statt. Die Bekämpsung dieses Sckjädlings ist schwieriger als die des Ringelspinners, da Goldasterraupen gegen Arsen sehr widerstandsfähig sind und auch die Gespinste, mit denen sie das von ihnen abgeweidete Blatt­werk überziehen, viel Giftbrühe abhalten. Des­halb ist hier die Winterbekämpfung die .Haupt-!

sache, die darin besteht, daß man mit größter Sorgfalt die gar nicht schiver zu findende« Winteniestei des Goldafters gelegentlich des Baumschnittes abschneidet und verbrennt. Wo man mit der Schere nicht hinkommt, genügt ein Abbrennen mit der Raupenfackel. Wenn sich an dieser Arbeit ein ganzer Ort oder eine

Abbildung 3 Raupe sei Goldafters «Nach Schmidt)

ganze Gegend planmäßig beteiligt und auch Laubbäume, die in der Nähe stehen, mit abgefucht werden, gelingt es verhältnismäßig einfach, sich der Goldafterplage zu erwehren. Aber die Saumseligkeit des Nachbars macht oft die ganze Arbeit eines eifrigen Obstbauern zuschanden.

Sehr viel Gemeinsames mit dem Goldaster hat ein im allgemeinen seltener, gelegentlich aber massenhaft auftretender Schmetterling, dessen Raupen besonders in der Psalz öfter Kahlfraß in den Obstanlagen herbeiführten. Ich meine den Baumweißling (Aporia erataegi), einen ebenfalls weißen Falter, dessen Flügeladern aber als dunkle Adern hewortreten. (Abb. 4.) Er fliegt im Juni und Juli und legt seine gelben Eier in einer Anzahl von 60 bis 120 eng gedrängt in Platten auf die Blätter der Obstbäume. Die Räupchen schlüpfen nach drei Wochen und nagen oberflächlich an den Blättern, die nach dem Abuagen, mit den Gespinsten der Räupchen überzogen, sich zusammenrollen. Bei Laubfall lösen sich ihre Stiele von den Zweigen, bleiben aber an Gespinstfäden Hängen und dienen den Räupchen bei Eintritt ocs Winters als Unterschlupf. Diese sogenannten kleinen Winternester verlassen die Räupchen im Früh­

Abbildung 4

Ba >> mwe > ßIing (Aporia crataegi)

jahr, um zunächst gesellig über die jungen Blätter und Blüten herzusallen, so daß die Bäume schon oft im Frühjahr kahlgefressen sind. Beim Fressen legen auch sie größere Gespinste an. Die den Ringelspinnerraupen ähnelnden Raupen, die aber über den Füßen eine rötlich-gelbe Längs- linic auftveiseu, verpuppen sich Ende Mai frei an Ästen und stammen, an einem Gürtelsaden