Hugenberg in Essen.
Präsidenkschaslswahl und Preußenwahl.
Essen. 2. März.
Dr. Hugenberg sprach in Essen über die bevorstehende Präsidentschaftswahl. Er legte dar, weshalb die DNVP. keinen eigenen Parteikandidaten aufgestellt habe. Maßgebend sei letzten Endes das Ziel von Harzburg: „Das verderbliche schwarz-rote System muß fallen!" Die Präsidentenwahl wirke heute in der Richtung, daß die an sich klaren Fronten verwischt werden. Die Preußenwahl werde und müsse sie wiederherstellen. Der Preußenwahl gelte der Hauptstoß. Der Versuch des schwarz-roten Systems, sie mit der Präsidentenwahl in den Hintergrund zu drängen, werde mißlingen. Daß die Gefahr auf längere Sicht auch heute noch nicht überwunden sei, gehe zu Lasten des Zentrums und seiner Bundesgenossen. Das Zentrum habe nach den Wahlen vom 14. September 1930 einen gegebenen Augenblick nach dem anderen ungenutzt vorübergehen lassen. Es habe die Landtagswahl trotz aller Bemühungen der Rechten hinter die Präsidentenwahl statt davor gelegt, um den Frieden zwischen Hindenburg und der Rechten unmöglich zu maä)en, ja, um Hindenburg aus dem politischen Schachbrett auf der Seite des schwarz-roten Bundes als seinen König gegen die Reckte auszuspielen. Es habe im Sommer 1931 die beste Gelegenheit zur endgültigen Abwerfung der Tribute versäumt. Es habe sich nicht rechtzeitig zu einer klaren Politik des inneren Marktes entschließen können.
Reichslandbund gegen Hindenburg.
Der Bundesvorstand des Reichslandbundes nahm in einer Sitzung folgende Entschließung zur Reichspräsidentenwahl an:
„Die nationale Opposition hat die Proklamation hindeo- burgs durch die Parteien des Weimarer Systems mit der Herausstellung ihrer Vorkämpfer Hitler und Duesterberg beantwortet. Der Reichslandbund steht im Lager der nationalen Opposition. Er wird seine Stimme nicht für hinden- bürg einsehen. Der Kampf für den einen der beiden Kandidaten der nationalen Opposition darf nicht zum Kampf gegen den anderen werden. Unser gemeinsamer Kampf richtet sich gegen die Herrschaft der verderblichen Kräfte, die für die Irrwege unserer bisherigen gesamtstaatlichen und Wirtschaftspolitik verantwortlich sind."
Falsche Gerüchte.
Die Hauptgeschäftsstelle der Hindenburg-Ausschüsse teilt mit: Durch eine böswillig, aber geschickt geführte Mundpropaganda wird, wie aus allen Teilen des Reiches berichtet wird, die Behauptung verbreitet, daß der Oberst von Hindenburg und der Staatssekretär Meißner Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei seien, sowie daß die Kinder des Obersten von Hindenburg in einer „Gottlosen"-Schule erzogen würden.
Die Hauptgeschäftsstelle der Hindenburg-Ausschüsse stellt fest, daß diese Nachrichten sämtlich erlogen sind.
Achtung, Gas!
Vorbereitung des zivilen Luftschutzes.
k. ... __ Berlin, 2. März.
Bisher sind alle Bemühungen vergeblich gewesen, für den Kriegsfall den Abwurf von Kampfstoffen aus der Luft völkerrechtlich bindend zu verbieten. Das Reichskabinett hat bereits im Jahre 1927 die Vorbereitung eines Luftschutzes für die Zivilbevölkerung beschlossen, wobei dem Reichsministerium des Innern die Federführung übertragen wurde. Den ersten-praktischen Schritt auf diesem Gebiete bildete die Ausbildung und Ausrüstung der Polizei, Feuerwehr, Technischen Nothilfe und der sanitären Hilfsverbände zum Schutze der Bevölkerung gegen Gasgefahren.
Die Mittel des zivilen Luftschutzes sind in allen gröhe- renen Staaten der Welt sorgfältig untersucht worden. Nach allgemeiner Auffassung kommen hauptsächlich folgende Maßnahmen in Frage:
1. Ein wirksamer Meldedienst, der die Bevölkerung rechtzeitig warnen soll;
2. eine Tarnung der Ziele durch Verdunkelung oder Der- nebelung;
3. ein kollektiver Schuh der Bevölkerung durch Schaffung behelfsmäßiger splitter- und gassicherer Unterkunftsräume in Häusern und Gebäuden und durch zweckentsprechende Anordnung bei der Planung künftiger Bauanlagen;
4. die Ergänzung des kollektiven Schuhes durch Einzelschuß gegen Gas, und
5. umfassender Ausbau eines Sicherheits- und Hilfsdienstes. Diese für die Allgemeinheit erforderlichen Schutzmaßnahmen haben sinngemäß auch für alle größeren Betriebe und Unternehmungen — insbesondere Eisenbahn und Post wie die lebenswichtigen Werke — Anwendung zu finden.
Sicherung der Ernte.
Eine Denkschrift der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.
Berlin, 2. März.
Um vor einer unsachgemäßen Ackerbestellung, die die deutsche Ernte für das Jahr 1932 aus das stärkste zu gefährden droht, zu warnen, hat es die Deutsche Landwirk- schasts-Gesellschast für erforderlich erachtet, in letzter Stunde aus den Ernst der Lage hinzuweisen. Aus einer Besprechung, an der die interessierten Reichs- und Staatsbehörden und die Vertreter befreundeter Organisationen teilnahmen, wurde eine von Rittergutsbesitzer Dr. h. c. Schurig-Zeestorv verfaßte Denkschrift über die Gefährdung der deutschen Ernte übergeben.
Die Denkschrift klingt aus mit der Feststellung, eine Unterlassung aller der Maßnahmen, deren Anwendung sich lohne, d. h. deren Erfolg, in Geld gemessen, größer sei als ihr Einsatz, müsse die Lage der Landwirtschaft weiter verschlechtern. Es sei hier neben der Anwendung gesunden und leistungsfähigen Saatgutes im besonderen auf die Düngung hingewiesen, da die Düngung auch ein unerläßliches Mittel zur Senkung der Erzeugungskosten geworden sei.
— Kuf einem Ca^zv^rgnügen in Tessin (Mecklenburg) gerieten Nationalsozialisten und Kommunisten in ein Hand- oemenge. Drei Nationalsozialisten mußten mit schweren Verletzungen ms Krankenhaus übergeführt werden, von denen einer bereits gestorben ist, der zweite in Lebensgefahr schwebt.
Marsch der Lappos nach Helsingfors.
Steht Finnland vor einem neuen Bürgerkrieg? helsingfors, 1. März.
Aus allen Teilen des Landes gehen in helsingfors Nachrichten über Unruhen ein. 5n Mäntsälä (etwa 50 Kilo- meter nördlich von helsingfors) sammeln sich Scharen von Bewaffneten, die nach Helsingfors zu ziehen drohen.
Der durch die Entführung Stahlbergs bekannte Walle- nius begab sich abends mit ungefähr hundert feldmäßig ausgerüsteten Männern der Schutztruppen nach Mäntsälä. In dieser Stadt haben die Bewaffneten alle Wege gesperrt und Kriegszustand erklärt. Alle ausfahrenden Kraftwagen werden untersucht. Die Anzahl der Bewaffneten wird auf 5000 geschätzt, doch kommt stündlich neuer Zuzug. Die Bewaffneten fordern die Entfernung des Landeshauptmanns Ia- landa und des Ministers von Born sowie Auflösung sämtlicher sozialistischer Arbeitervereine. Sie wollen nach Helsingfors ziehen und ihr- Forderungen durchsetzen.
Truppenaufgebot gegen Lappo-Ansammlungen.
Helsingfors, 2. März.
Auf Anordnung der finnischen Regierung marschieren starke Truppenabteilungen nach Mäntsälä. Die Truppen sollen die in Mäntsälä aufmarschierten Lappo-Leute zur Uebergabe zwingen. Die Lappo-Leitung fordert in einem neuen Befehl alle Lappo-Leute auf, sich für vier Tage mit Lebensmitteln versehen an den Sammelpunkten einzufinden. Es hat den Anschein, als ob es sich bei dem Mäntsälä - Unternehmen um ein verfrühtes Losschlagen handelt.
Haftbefehle gegen die Führer.
Reval, 2. März.
Nach den letzten Meldungen aus Finnland hat sich die Lage der Regierung insofern verbessert, als nunmehr feststeht, daß die Mobilisation der Lappo-Leute nicht einheitlich durchgeführt werden konnte und daß anscheinend innerhalb der Lappobewegung ein gewisser Gegensatz besteht.
Während die Lappoleute aus Süd- und Mittelfinnland dem Mobilisationsbefehl Folge leisteten und sich in den vorher bestimmten Quartieren sammelten, ist die Mobilisierung in den übrigen Landesteilen nicht durchgeführt worden. Das freisinnige Blatt „Helsingin Sanomat" bezeichnet die Lappo- mobilisierung als mißglückt. Dem gleichen Blatt zufolge hat die Regierung Haftbefehle gegen Kofola, Wallenius und andere Lappoführer erlassen.
Neuer japanischer Großangriff.
60 000 Mann Kampftruppen vor Schanghai.
Schanghai, 2. März.
Die Japaner eröffneten auf der ganzen Front von Schapei bis Kiangwan eine neue Offensive. Nach vorhergehender Bombardierung Schapeis durch Flugzeuge rückte die japanische Infanterie trotz des chinesischen Widerstandes im Bezirk Hongkiu sowie gegen das Gebäude der „Handels- presie" vor. Auch bei Tasang griffen die Japaner an. Flugzeuge belegten die chinesischen Stellungen mit Bomben, während Tanks die chinesischen Schützengräben angriffen.
An der Yangtse-Mündung wurden 12 0ü0,Mann japanische Truppen gelandet. Es wird vermutet, daß diese Truppen, die unter dem Oberbefehl des Generals Schirokawa stehen, die chinesische Front hinter den Wusung-Forts umgehen sollen. Im ganzen sollen 60 000 Mann japanische Truppen in Schanghai stehen.
Japan nimmt Ratsvorschläge an.
Die japanische Regierung hat sich entschieden, die Genfer Vorschläge für die Einberufung einer Vermittlungskonferenz in Schanghai für annehmbar zu erklären. Außenminister Joschisawa teilte mit, daß die von dem Präsidenten des Völkerbundsrates gemachten Vorschläge nicht mit der japanischen Politik in Widerspruch ständen. Die japanischen Vertreter in Genf sind von der Entscheidung der japanischen Regierung unterrichtet worden
Russische Truppenansammlungen bei Wladiwostok?
Im japanischen Außenministerium ist ein Bericht des japanischen Konsuls in Wladiwostok eingelaufen, daß zwei russische Armeekorps in der Nähe von Wladiwostok zusammengezogen worden seien. Weitere 100 000 Mann sollen im Ussuri-Gebiet an der mandschurischen Grenze bereitstehen.
Japan meloet Erfolge bei Schanghai.
Schanghai, 2. März.
Das japanische Hauptquartier teilt mit, die japanischen Truppen bei Tasang hätte 1K Kilometer Boden gewonnen. Mehrere chinesische Stellungen seien genommen worden. Die chinesische Front zwischen Kiangwan und Tschapei sei damit durchbrochen. Die Verluste der japanischen Truppen bei diesen Kämpfen sollen außerordentlich groß sein.
Zugendausschuß Berlin der OBP für Omgeldey
Der Wahlkreis-Iugendausschuß der Deutschen Volks- partei im Wahlkreisverband Berlin (Hindenburg-Bund) veröffentlicht eine Erklärung in der er mitteilt, er lehne es auf das allerentschiedenfte ab. sich dem Schritt einiger Mitglieder des Wahlkreisverbandes anzuschließen und zu den Deutsch- nationalen Überzugehen. Die Jugendgruppe des Hindenburg- Bundes stehe in unwandelbarer Treue hinter ihren Führern Dingeldey und Hintzmann.
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Die Krise in der Volksparte».
Berlin, 2. März. Der Vorstand der Deutschen Volks- partei erklärt zu dem Uebertritt des Vorsitzenden und Generalsekretärs des Berliner Wahlkreises zu den Dsutschna- tionalen, beide Herren seien damit ihrem Ausschluß zuvorgekommen. — Inzwischen hat auch der frühere .Neichs- minister von Räumer seinen Austritt aus der Partei erklärt.
Der jugoslawische Staä!s^mwhätt vor der Skupfchtina.
In der jugoslawischen Skupfchtina wurde vom Finanzminister der Staatsvoranschlag eingebracht, der in den letzten Wochen vom Finanz- und Haushaltsausschuß durchberaten worden war. Der Ausschuß hatte am Voranschlag noch einige kleinere Abstriche in der Gesamthöhe von 129 Millionen Dinar (rund 10 Millionen RM) vorgenommen, so daß er jetzt 11,72 Milliarden Dinar oder rund 900 Millionen RM beträgt. Zu Beginn der Haushaltsaussprache ergriff Ministerpräsident Ziwkowitsch das Wort und teilte mit, daß der König sich bereit erklärt habe, seine Zivilliste um 4 Millionen Binar (etwa 300 000 RM) herabzusetzen.
Sklarek-prozeß.
Weitere Belastung der Stadtbankdirektoren.
Berlin, 2. März.
Im Sklarek-Prozeß wurde Stadtoberinspektor Fabian vernommen. Er erklärte, er habe auf Veranlassung der Stadtbankdirektoren die Prüfungsberichte einmal dahingehend geändert, daß von den Bezirksämtern eine Bestätigung der Sklarekschen Rechnungei» nicht zu verlangen fei. Als Stadtbankdirektor Schmidt dabei den Prüfungsbeamten vorwarf, sie hätten nicht gründlich genug geprüft, kam es zu einem lebhaften Auftritt, in dem der bereits als Zeuge vernommene Rechnungsdirektor Neumann voller Erregung auffprang und erklärte:
„Wenn wir den Sklarek-Kredit nachprüfken, besamen wir von den Sladtbankdirekloren einen Anschnauzer. Der Stadtbankdirektor ist der letzte, der das Recht hat, gegen uns Vorwürfe zu erheben."
Als sich Stadtbankdirektor Schmidt gegen diese Vorwürfe verwahrt, erklärt der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Keßner, er habe keine Veranlassung, hier einzugreifen, wenn dem Zeugen Neumann einmal das Temperament durchgehe. Der Zeuge Neumann habe Tatsachen vorgebracht, die doch nicht mehr zu leugnen seien. Stadtoberinspektor Fabian schildert dann weiter, wie sich bei den Sklarekschen Krediten heraus- stellte, daß die Sklareks einmal die Bevorschussung einer angeblichen Forderung an das Bezirksamt Spandau in Höhe von 700 000 Mark verlangten, obwohl der Haushalt des Spandauer Bezirksamts lediglich 200 000 RM vorsah. Er habe sich aber damals nicht getraut, bei der KVG. nachzu- forschen, weil er befürchtete, von Stadtbankdirektor Schmidt etwas auf ben Hut zu bekommen.
Neues aus aller Welt.
Hackebeil bleibt in haft. Die Große Strafkammer des Landgerichts I in Berlin hat auf den Haftentlasiungsan- trag des in Untersuchungshaft befindlichen Generaldirektors Hackebeil dahin entschieden, daß der Haftbefehl gegen Generaldirektor Hackebeil wegen Fluchtverdachts und Verdunkelungsgefahr aufrecht erhalten bleibt. Das Verfahren gegen Generaldirektor Hackebeil wird beschleunigt durchgeführ! werden und der Prozeß, für den zwei Verhandlungstage vorgesehen sind, voraussichtlich am 4. April beginnen.
Zweifaches Todesurteil. Der Wächter Rohrbach und bet Arbeiter Wittstock wurden vom Schwurgericht III in B er- l i n wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode verurteilt. Die Verurteilten hatten am 8. November o. Is. in der Nähe von Buch bei Berlin den Kraftwagenführer Pohl während einer Fahrt ermordet. Bei dem Versuch, den Ermordeten zu berauben, waren die Mörder gestört worden.
Kraftwagenunfall Duesterbergs. Als Oberstleutnant a. D. Duesterberg mit zwei Begleitern im Kraftwagen mit hoher Geschwindigkeit die Eilenriede entlang zur Stadthalle in Hannover fuhr, löste sich plötzlich das linke Vorderrad des Wagens vollkommen ab. Der Kraftwagen senkte sich zur Seite und lief auf der Nabe weiter, hin und herschleudernd und sich umdrehend, bis er zum Stillstand gebracht werden konnte. Es ist kaum erklärlich, daß der Wagen nicht umgeschlagen ist. Duesterberg und seine Begleiter unverletzt,
Urteil im Millionenerbfchafksprozeß. Der Riese um die Millionen-Erbschaft ist beendet. Die Große Strafkammer in Breslau als Berufungsinstanz fällte folgendes Urteil: Die Berufung der Staatsanwaltschaft sowie der Angeklagten wird verworfen. Es bleibt somit im wesentlichen bei dem Urteil der ersten Instanz, wonach Frau Hart- mann auf Grund des § 51 freigesprochen wurde. In beut Prozeß handelte es sich um eine angebliche Erbschaft, die auf den 1839 gestorbenen Kapitän Anton Bänsch, genannt König von Paramaribo, in Holländisch-Indien zurückzufüh- ren sein soll. Dieser Mann soll sieben Millionen Dollar drei Schiffe und große Plantagen hinterlassen haben.
Drei Sportslugzeuge abgestürzt. Bei Uebungsflüger- stießen zwei Sportflugzeuge in der Nähe von Teschen zusammen und stürzten ab. Der Führer und der Beobachter des einen Flugzeuges wurden schwer verletzt. Die Insassen des zweiten Flugzeuges trugen unerhebliche Verletzungen davon. Kurze Zeit später stürzte in der Nähe ein drittes Sportflugzeug ab. Der Führer wurde ebenfalls nur leicht verletzt.
Feuertod von 12 Personen. Im Altersheim in Svärds- i ö bei Falun (Darlekarlien) brach Feuer aus. Von den 32 Insassen des Hauses kamen 12 um. Fünf Personen liegen schwerverletzt im Krankenhaus. Ein Uhrmacher aus Stockholm, Gustav Blomgren, der zu Besuch in dem Hause weilte rettete mehreren Personen das Leben. Die Feuerwehr konnte wegen des Qualms auf der Treppe nur mit Leitern in die im dritten Stockwerk gelegenen Schlafräume gelangen.
Schweres Explosionsunglück. Drei Mann wurden bei einer schweren Explosion an Bord eines Schleppers im Hafen von Liverpool lebensgefährlich verletzt, ein vierter wird vermißt. Das Fahrzeug wurde vollständig zertrümmert. Der Kessel flog 100 Meter weit durch die Luft. Ein großes Oelfaß wurde über ein Lag rhaus auf das Deck eines Dampfers geschleudert.
Kleine politische Meldungen.
Verlängerung des tschechisch-ungarischen Handelsprovisorium« s » ungarische und die tschechische Regierung vereinbarten, da» vesteyende Handelsprovisorium vor der Hand auf acht Tage zu verlängern.
Dot der Unterzeichnung des französisch-italienischen Handelsvertrages. Wie Havas aus Rom berichtet, haben die Haudelsver- lragsverhanMungen mit Italien zu einem positiven Ergebnis ge' >uhrt. Die Unterzeichnung werde demnächst erfolgen.
.. ®“s englifdje Einfuhrzollgesetz angenommen. Das Oberhaus hat das Eiusuhrzollgefetz mit 129 gegen 12 Stimmen angenommen Außerdem wurden das Ausschußstadium sowie die kommissarisch! Zustimmung des Königs erledigt.
i Gm'tchi aus dem Gefängnis entlassen. Nach Ablauf ihrer sechswöchigen Gefängnisstrafe ist Frau Gandhi wieder auf freien gesetzt worden. Sie wird in aller Kürze ihren Mann im Gefängnis besuchen.
100 000 Siedler im Jahre 1931.
Nach Mitteilungen des preußischen Siedlungskommissars, Mini- sterialdirektor Dr. Bollert vom Landwirtschaftsministerium, ist e« im Jahre 1931 gelungen, 100 ÜÜO Menschen durch Ansiedlung Arbeit und Brot zu geben und sie krisenfest zu machen. Rund 500 OOO Morgen an deutschem Boden wurden den Siedlern im vergangenen Jahre ysv Verfügung gestellt.