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Lrris-Kmtsbtatt * MyemeLner amtlicher KryeLsi-r für tat Kreis Schlüchtern

Nr. 27<1. Blatt)Donnerstag, den 3. Märr 1932 84. Jahrs.

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Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Den karren Bürgermeistern gehen heute Vordrucke zu 5timmsch,einen für die Reichspräsidentenwahl M Die Er­teilung von Stimmscheinen regelt sich nach § 9 der Reichs- stimmordnung. Ltimmscheine dürfen nur bis zum Hbenb des 12. März d. 3s. ausgestellt werden. Ueber die Er- teilung eines Stimmfdeines ist von den Gemeindebehörden in der für den vermerk der Stimmabgabe vorgesehenen Spalte des Wahlverzeichnisses ein Hinweis aufzunehmen.

Schlüchtern, den 2. März 1932.

Der Landrat. 3. V.: Vuwe.

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Kreisausschuß.

Nochmalige öffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gemerbesteuer nach dem Gemerbeertrag für 1932.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung

Die Wahllisten für die am Sonntag, den 1 3. März 193 2 stattfindende Reichspräsidentenwahl liegen in der Zeit vom 3. bis einschließlich! 6. März 1 932 im Rathaus Nanzleizimmer und zwar von vormittags 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 4 bis 6 Uhr zur Ein­sichtnahme öffentlich aus.

Am Sonntag, den 6. März 1932 wird die Auslegungs- frift auf vormittags 11 bis 121/2 Uhr beschränkt.

Jeder Wahlberechtigte, der die Wahllisten f^r unrichtig oder unvollständig hält, kann dies bis zum 'Ablauf der Auslegungsfrist bei dem Magistrat schriftlich anzeigen oder zur Niederschrift geben.

Steinau, den 29. Februar 1932.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

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J.-Nr. 128 Gew. Unter Bezugnahme auf meine Kreise blatt-Bekanntmachung vom 5. Februar 1932 J.-Nr. 42 Gew. veröffentlicht in der $d]ilüexterner Zeitung Nr. 16 von 1932 werden die noch rückständigen Gewerbetrei­benden hiermit nochmals unter Hinweis auf Abschnitt III der genannten Bekanntmachung aufgefordert, ihre Steu­ererklärung nach dem Gewerbeertrag Jür 1932 unver» züglich hierher einzureichen.

Schlüchtern, den 2. März 1932.

Der Vorsitzende des Gewerbesteuerausschusses.

3. V.: Nreß.

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3.»Ur. 127 Gew. Die Herren Bürgermeister, die noch mit der Erledigung meiner Mundverfügung vom 8. Fe­bruar 1932 3.-Hr. 52 Gew. betr.: die (Einreibung eines Verzeichnisses über die in den Gemeinden bestehenden Gewerbebetriebe noch im Rückstände sind, werden hiermit ah -die süsMjge.. ELlMgUAg. ^innert.

Schlüchtern, den 2. März 1932.

Der Vorsitzende des Gewerbesteuerausschusses.

3. D.: Kre^

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Frelmtlltge Sanitätskolonue Schlüchtern.

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Die Uebungsstunden der hiesigen Sanitätskolonue finden in Zukunft wie folgt im Kreistagssaal statt:

Sonntags von 2*/24V2 Uhr nachmittags, Miltmoch» von 89*/2 Uhr abends.

Unsere Mitglieder werden gebeten, diese Uebungestunden regelmäßig zu besuchen.

Schlüchtern, den 19. Februar 1932.

Wolf, Dr. Müller,

Bors. der Sanitätskolonue Dorf, des Männer-Vereins

Schlüchtern. vom Roten Kreuz.

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3.-Hr. 901 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land­gemeinden des Kreises mache ich auf den in der Zeitschrift Wie Landgemeinde" (Hr. 4 vom 25. Februar 1932, Seite 63) veröffentlichten AufsatzVerkehr mit Milch nach dem Keichsmilchgesetz" aufmerksam. Ich ersuche hierbei die her. wn Bürgermeister, sich jetzt schon mit den einschlägigen, den Verkehr mit Milch betreffenden Bestimmungen vertraut JU machen.

Schlüchtern, den 1. März 1932.

Der Vorsitzende des Ureisausschusses: Dr. Müller.

3-ttr. 729 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land­gemeinden des Kreises mache ich auf den Ministerial- Erlaß vom 12. Februar 1932 IV St 156 und II B 353 ~ betreffend Ermäßigung der Bürgersteuer für lohnsten- ersteie Arbeitnehmer, insbesondere für Kurzarbeiter auf. luerksam. Der genannte Erlaß ist in der Gesetzsammlung ^er ZeitschriftDie Landgemeinde" Nr. 4 vom 25. Fe- bruar 1932 veröffentlicht.

Schlüchtern, den 1. März 1932.

Der Vorsitzende des Rreisausschusses: Dr. Müller.

Stabt Schlüchtern.

Die Wahlkartei für die am 13. März 1932 stattfindende ^eichspräsidentenwahl liegt in der Zeit vom 3. bis einschl. 6- März 1932 im Rathaus Zimmer Nr. 4 und zwar von vormittags 912 Uhr und nachmittags 46 Uhr zur Einsichtnahme öffentlich aus.

Am Sonntag, den 6. März 1932 wird die Auslegungszeit auf vormittags IOV212 Uhr beschränkt.

'Jeder Wahlberechtigte, der die Wahlkartei für unrichtig °6er unvollständig hält, kann dies bis zum Ablauf der ^xslegungsfrift bei dem Magistrat schriftlich anzeigen oder Mr Niederschrift geben.

Lchlüchtern, den 29. Februar 1932.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Um die deutsche Gleichberechtigung.

Entscheidung auf das Konferenzende verschoben.

Genf, 2. März.

Tardieu hat kurz vor seiner Abreise nach Paris der Presse einige Mitteilungen über seine letzten Verhandlungen gemacht. Er betonte, daß er sich mit dem Botschafter Na- dolny offen über die schwebenden Fragen unterhalten habe. Die Unterredung sei in durchaus freundschaftlichem Geiste verlaufen. Die grundsätzlichen Schwierigkeiten beständen jedoch weiter. Auf keiner Seite bestehe die Absicht, die Lage weiter zu verschärfen.

Die großen grundsätzlichen Fragen der Abrüstung, die mit dem Artikel 1 des Abkommensenlwurfes Zusammen­hängen, würden gleich zu Beginn der jetzt einsehenden sach­lichen Verhandlungen aus den Abschluß der Konferenz ver­schoben werden. Man wolle die mit diesem Artikel zusam­menhängenden Schwierigkeiten erst am Ende der Konferenz beratWiWM«""^'"'

Die sachlichen Verhandlungen würden daher zunächst mit dem Kapitel 2 des Abkommensentwurfs über die Herab­setzung der effektiven Truppenbestände beginnen. Dieses Kapitel berühre die internationalen Fragen, so daß hierbei die Sicherheitsfrage und die französischen Vorschläge be­handelt werden würden. Bis zum Abschluß der am Donners­tag beginnenden außerordentlichen Vollversammlung des Völkerbundes würden keinerlei bedeutungsvolle Verhandlun­gen mehr stattfinden. Tardieu erklärte, er nehme an, daß die grundsätzlichen Erörterungen voraussichtlich erst nach der Osterpause einsetzen würden.

Krancois'poncet bleibt in Berlin.

Wie in politischen Kreisen zuverlässig verlautet, hat Jrancois-Poncet sich nunmehr endgültig entschlossen, auf dem Berliner Posten zu verbleiben und nicht mehr für die Kammer zu kandidieren.

Chefredakteur Perreux schreibt imParis Midi", Fran- cois-Poncet habe in Berlin eine außerordentlich schwierige Aufgabe zu erfüllen. Trotz gegensätzlicher Anschauungen der beiden Regierungen sei es ihm aber bereits gelungen, viel zu erreichen. Man müsse zugeben, daß der deutsch­französische Wirtschaftsausschuß nicht viel von sich reden mache. Trotzdem werde jedoch gearbeitet, und es sei ge­lungen, etwa 20 industrielle und handelspolitische Abkommen unter Dach zu bringen. Die Aufgabe des Ausschusses sei noch lange nicht beendet. Was die politischen Fragen zwi­schen den beiden Völkern anbelange, so seien sie so bekannt, daß man sich nicht im einzelnen mit ihnen zu beschäftigen brauche. Francois-Poncet habe sich entschlossen, das^ von ihm begonnene Werk weiterzuführen, nachdem die Regie­rung an ihn die Bitte gerichtet habe, auf seinem Posten zu verbleiben.

Weiter heißt es, daß drei französische Botschafter wegen lleberschreitung der Altersgrenze demnächst zurücktreten würden, was eine Umbesetzung verschiedener diplomatischer Posten notwendig mache.

Nach Mitteilung bes Präsidenten "her amerikanischen Arbeiterpartei beträgt die Zahl der Arbeitslosen in den [ vereinigten Staaten am 1. Februar 8,3 Millionen.

Der Auswärtige Ausschuß der chinesischen Natio- | nairegierung in Nanking hat beschlossen, die seit 1929 abgebrochenen Beziehungen zur Sowjetunion wieder auf- | zunehmen.

Bei EHarbin ist ein chinesisches Pulvermagazin in die Luft geflogen. Etwa 100 chinesische Wachmannschaften und Zivilpersonen wurden getötet oder verletzt.

' Die neue unabhängige Republik Manschauka (Mandschurei) wurde am Dienstag offiziell proklamiert. Die Amtsübergabe an den Präsidenten, dem früheren chine­sischen Kaiser Pup, wird am Samstag erfolgen.

3n dem Essener Stabs teil Borbeck kam es zu einem ! Zusammenstoß zwischen $. A.-Leuten und Kommunisten. 11 Nationalsozialisten wurden durch Stiche und Schläge verletzt und mußten sich in ärztliche Behandlung begeben.

Die Preissenkungsattion.

Relchskommissar Goerdeler im Rundfunk.

Berlin, 2. März.

Der Reichskommissar für Preisüberwachung, Dr. Goer­deler, sprach im Rundfunk über seine Tätigkeit.

Er wandle sich zunächst dem Biersireik zu und erklärte, die Brauereien seien durch Notverordnung gezwungen worden, ihre Preise um 10 v. h. zu senken.

In längeren Verhandlungen sei die Senkung um 2 RM je Hektoliter festgelegt worden. Diese Senkung des Bierpreises habe zwangsläufig nicht dem Gastwirt überlassen werden können, sondern hätte dem letzten Verbraucher zugefllhrt werden müssen. Da die Verhältnisse im Reich zu verschieden Gewesen seien, habe er die Sachkunde der örtlichen Be- örden eingeschaltet, um in den Gastwirtschaften einen ge­rechten Bierpreis einzuführen. Es müsse klar ausgesprochen werden, daß ein Steuerstretk niemals zum Erfolg führen könne, da jede öffentliche Gewalt, die in diesem Punkte nicht unnachgiebig sei, das ganze Staatswesen der Auflösung aus- setze. Im übrigen würden die Mittel aus der Biersteuer von den Gemeinden meist für Arbeitslosenunterstützung verwandt

Die Erhöhung der Bullerpreise sei durch die Erhöhung des Bulterzolls bedingt, er habe jedoch die Hoffnung, daß der Butter- und Wilchpreis, insbesondere durch Beeinflus­sung etwa übersetzter Handelsspannen sich nicht nur halten lassen, sondern zum Teil sogar eine rückläufige Bewegung haben werde, da die Milcherzeugung der Landwirtschaft ab Februar stets ansteige.

Der Brotpreis

fei in den letzten beiden Monaten in ganz Deutschland her­abgesetzt worden. Durch Maßnahmen der Reichsregierung sei es gelungen, die Roggenpreise und die Roggenmehl­preise, die in den letzten Tagen gestiegen seien, nach unten zu beeinflussen. Die Getreidevorräte in Deutschland würden vollkommen ausreichen, um die Brotversorgung bis in das nächste Erntejahr hinein sicherzustellen.

Fujammenfsstend peUce Dr d^^Loiee jes^ daß er jeü Antritt seines Amtes eine Senkung der Richtziffer um 7 v. H. erreicht habe. Noch niemals seit der Inflation fei eine so starke Senkung der Richtziffer in etwa zwei Monaten er­reicht worden. Die Landwirtschaft und der Bergbau hätten von weiteren Senkungsmöglichkeiten ausgenommen wer­den müssen. Die Preisbewegung sei jetzt auf einem gewissen Beharrungszustand angelangt, soweit nicht die wirtschaft­liche Entwicklung automatisch eine weitere Preissenkung herbeiführe.

Dr. Goerdeler behandelte ferner eingehend die Preis­senkung der wichtigsten Warengattungen.

Das Handwerk im Februar.

Die wirtschaftliche Lage.

Hannover, 2. März.

Dom Reichsverband des deutschen Handwerks wird u. a. geschrieben: Wie bei dem anhaltenden allgemeinen Tief­stand der deutschen Wirtschaft nicht anders zu erwarten ist, hat auch der Monat Februar dem Handwerk keine Besse­rung gebracht.

Die Frühjahrsbelebung, die sonst bereits im Februar einzusetzen pflegte, ist ausgeblieben. Von einer Beschäfti­gung mit Reuaufträgen kann im Handwerk kaum noch die Rede sein. Soweit überhaupt Beschäftigung vorlag, be­schränkte sie sich aus unerläßliche Reparakurarbeiten.

Aber auch die Zahl dieser Aufträge war äußerst be­schränkt, einmal infolge der Zurückhaltung der Kundschaft, zum anderen, weil diese Aufträge dem Handwerk in immer größerem Maße von" Schwarzarbeitern entzogen werden. Für die Entwicklung der Handwerkswirtschaft außerordent­lich bedeutsam ist auch die Preissenkungsaktion der Reichs- regierung, die zum Teil durch die Form ihrer Durchführung im Handwerk außerordentliche Erbitterung ausgelöst hat. Es wird bei den Forderungen auf Senkung der Preise im Handwerk nur zu leicht vergessen, daß das Handwerk in seiner Preisbildung nicht frei ist, sondern wesentlich von den Preisen seiner Vorlieferanten, von der Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen, die noch keine Senkung er­fahren haben, usw-, abhängt. Infolge der bereits seit Jah­ren andauernden Depression im Handwerk hat sich allmäh­lich ein derartiger Hunger nach Arbeit entwickelt, daß bie Preise im Handwerk auf das äußerste gedrückt sind.

Eharakleristisch für die gegenwärtige Lage im Hand­werk ist das vollständige Darniederliegen der Bau­tätigkeit.

Die Aussichten für das bevorstehende Baujahr müssen, zum mindesten soweit die Privatbautätigkeit in Frage kommt, als äußerst ungünstig angesehen werden. Auch die Rah- rungsmittelhandwerke bekommen immer stärker den allge­meinen Niedergang zu spüren. Entsprechend der schlechten Beschäftigung der Betriebe hat die Lage auf dem Arbeits- marrt eine weitere Verschärfung erfahren. Selbst für Lehr­linge liegt vielfach keine Beschäftigung mehr vor.

Die nterneler Mehrheitsparteien haben in einem Schreiben an den Sanbesrat die ihnen angetragene Le- teiligung an dem Memel-Vircktorium abgelehnt.