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Schluchtemer Zutuns

Kreis-Amtsblatt * Allgemeiner amUicherKazelyerfür ßen Kreis Schlüchtern

Nr. 25

(1. Blatt)

Gamslag, den 27. Februar 1932

84. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt-

I.-Rr. 594. Die Drtspolizeibe^örden werden hiermit auf den im Ministerialblatt für die innere Verwaltung Leite 89 öorrt 3. Februar d. 3s. veröffentlichten Runderlaß vorn 21. Januar d. Is. I M II 66/32 und II D 125 IV, betr. polizeiliche Unterbringung Geisteskranker in öffent­lichen Heil- und Pflegeanstalten, besonders aufmerkam ge­macht.

Schlüchtern, den 19. Februar 1932.

Der Landrat- Dr. Müller.

J.-Nr. 701. Die Grtspolizeibehlörden und die Herren Landjägereibeamten werden hiermit auf den im M. Bl. i D. $. 65 ff veröffentlichten Runderlaß der Herren Mini- fter des Innern, für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und für Handel und Gewerbe vom 23. Januar d. 3s. I f 11 V, II 2232/81, U IV 5)55 III c 336, betr. Schmal­filmvorführung, besonders aufmerksam gemacht.

Schlüchtern, den 22. Februar 1932.

Der Landrat. J. v.: Vuwe.

Der Herr Kreismedizinalrat wird am Dienstag, den 1. März 1932 von 9 Uhr ab im hiesigen Kreishaufe (Kreis- tagsfani) Sprechstunde halten.

Schlüchtern, den 23. Februar 1932.

Der Landrat. 3. V.: Duroe.

3n der Gemeinde Völlbach, Landkreis Fulda, ist die UlauD und Klauenseuche festgestellt worden.

Schlüchtern, den 25. Februar 1932.

Der Landrat. J. v.: Duroe.

Kreisausschutz.

Vierte Verordnung über die Mietfenkung

Vom 12. Februar 1932.

Ruf Grund des § 5 des Kapitels II im Zweiten Teile der vierten Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutze des inneren Friedens vom 8. Dezember 1931 (Reichsgesetzbl. I S. 699) in Verbindung mit der Verordnung zur Durchführung der Wetsenkung vom 15. Dezember 1931 (Reichsgesetzbl. I S. 752) wird mit sofortiger Wirkung angeordnet:

Einziger Rrtikel.

Die Dritte Verordnung über die Mietsenkung vom 11. Januar 1932 (Gesetzsamml. S. 49) wird, wie folgt, geän­dert:

a) die Wortespätestens am 25. Januar" werden durch die Wortebis zum 1. März" ersetzt,

b) hintergestellt werden" tritt nach einem Semikolon folgender Zusatz:teilt der Vermieter gemäß § 15 dem Mieter den neuen Mietzins erst nach dem 25. Februar 1932 mit, so muß der Antrag binnen 2 Wo­chen gestellt werden, nachdem die Mitteilung erfolgt ist."

Berlin, den 12. Februar 1932.

(Siegel)

Der preußische Minister für Volkswohlfahrt, gez. Hirtsiefer.

n 3100 b/ 12. 2.

*

2 .-Rr. 297 B. Wird veröffentlicht.

Schlüchtern, den 24. Februar 1932.

Der Vorsitzende des Rreisausschusses: Dr. Müller.

Stabs Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Der von der Spenglersruh nach dem Rahnhof führende Fußweg wird wegen des Umbaues der im Zuge dieses Deges liegenden Holzbrüche von Montag, den 29. d. Mts. "b bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt.

Schlüchtern, den 26. Februar 1932.

Der Bürgermeister als Grtspolizeibehörde: Fenner.

städtische Lateinschule Schlüchtern.

(®9ta bis Obertertia einschließlich, Lehrplan des Reform- realprogymnasiumö bezw. der Oberrealschule).

. Die Anmeldungen von Schülern und Schülerinnen für sämtliche Klassen zu Ostern 1932 werden von dem Unter« Widmeten bis zum 10. März mündlich oder schriftlich ent« ^fiengenommen. Dabei sind Geburtsschein, Impfschein und das Schulzeugnis der zuletzt besuchten Schule einzureichen.

Anstelle der bebördlicherseits aufgehobenen Aufnabme- Mfung ist der Meldung ein Gutachten des Klassenlehrers «'üifüqen.

Schlüchtern, den 5. Februar 1932.

Der stellvertretende Leiter der städtischen Lateinschule: H. Schreiber, Mittelschullehrer.

Baldige Bildung des Mmeldirestormms?

Ministerberatung in kowno.

kowno, 26. Februar.

Das litauische Ministerkabinett hielt im Palais des Staatspräsidenten eine Sitzung ab, auf der Dr. Zaunius über den Verlauf der Memelverhandlungen in Genf Bericht erstattete. Im Anschluß daran nahmen die einzelnen Mi­nister zu der Memelfrage Stellung.

Wie verlautet, fand der Wunsch des Staatspräsidenten, sobald wie möglich ein dem Uebereinkommen entspre­chendes Direktorium in Memel zu bilden, allgemeine Zustimmung.

Als Voraussetzung für diesen Beschluß war die Auffassung maßgebend, die bisherige litauisch-freundliche Haltung der Signatarmächte durch weitere Maßnahmen im Memelgebiet nicht zu hintertreiben. Die Bildung des Direktoriums soll schon in drei bis vier Tagen erfolgen.

Für Streichung der Kriegsschulden.

Jn einem Aufruf von IJO Persönlichkeiten des englischen öffentlichen Lebens wird die Streichung der Kriegsschulden und Reparationen, die Rbkehr vom Protektionismus und die Entlastung der Staatshaushalte von den übertrieben hohen Rüstungsausgaben als einziger Weg aus der Welt­krise und zu neuem Wohlstand gefordert.

3 630 000 Einzeichnungen für Hindenburg.

Der Hindenburg-Aueschuß teilt mit: Nachdem die Meldungen der an der Einzeichnungsaktion beteiligten Stellen nunmehr zum größten Teil vorliegen, stellt sich die Gesamtzahl der Einzeichnungen für die Volkskandidatur Hindenburgs auf über 3 630 000. Davon wurden mehr als 3 000 000 Eintragungen von rund 1100 deutschen Zeitungen aufgebracht, die von über 800 Städten aus die zehn­tägige Auslegung der Einzeichnungslisten bewirkten.

Die Bezirkslarisverkräge im Baugewerbe. irjiWWK&W senkt: die hierdurch festgelegten Löhne sind aber bereits gekündigt oder auf baldigen Ablauf gestellt, so daß neue Verhandlungen in Kürze bevorstehen. Unter diesen Umständen hat der Reichsarbeits- minister Bed'enken getragen, die Lohntarifverträge des Baugewer­bes für allgemeinverbindlich zu erklären, um so mehr als bei dem derzeitigen niedrigen Beschästigungsstand und der schwierigen Lage des Baugewerbes die allgemeine Durchsetzbarkeit der gegenwärtigen Löhne als sehr zweifelhaft anzusehen ist.

3n den letzten Sitzungen des hessischen Landtages ging es wieder sehr bewegt her. Neben anderen Abftim= mungen wurde am Donnerstag über einen nationalsozia­listischen Antrag gesprochen, der aufVermögensverteilung", d. h.Nachprüfung und eventuelle Beschlagnahme des auf unlautere Art erworbenen Vermögens der Bank- und Bör- senfürsten und Wstjuden" abzielte.

3um neuen Vertreter Polens in Danzig wurde der bisherige Generalkonsul in Königsberg Dr. Easimir Papee ernannt.

Die New Parker Bundesreserve dank senkte am Donnerstag ihre Rediskontrate von 31/2 auf 3 Prozent.

Auf grausige Weise verübte im Gebäude des Kreis- gerichts zu Marburg a. d. Drau (Oesterreich) ein Rnge- klagter Selbstmord, indem er sich eine Viznamitpatrone in den Mund steckte und sie anzündete. Sein Kopf wurde durch die Explosion in Stücke gerissen.

Ruch die am Donnerstag begonnene neue energische Offensive der Japaner bei Schanghai hatte bisher keinen Erfolg zu verzeichnen. Die Verluste auf beiden Seiten wer­den für die Japaner mit 80, für die Thinesen mit 3400 Toten angegeben. Die Thinesen werden am Freitag neue Verstärkungen erhalten.

- Jn Lübeck ist am Donnerstgg im Alter von 74 Jahren Bernhard v. hindenburg, der letzte Bruder des Reichspräsidenten, gestorben. Der verstorbene war früher Offizier und befaßte sich später mit Schriftstellern.

Jn Hamburg wurde am Donnerstag abend nun ersten Mal der angekündigte Lichtbopkott der Geschäfts­leute voll durchgeführt. Fast alle Schaufensterbeleuchtun­gen und Lichtreklamen erloschen um 19 Uhr. Der Ausfall der Elektrizitätswerke durch den Bopkott wird auf 15000 RM. täglich geschätzt.

Jn einem Berliner Arbeitsnachweis kam es zu Tumulten, nachdem ein arbeitsloser Schneider einem der bienfttuenben Beamten ein Tintenfaß an den Kopf gewor­fen hatte. Die Polizei stellte die Ruhe wieder her und nahm den Tintenfaspverfer fest. Der Beamte mußte mit erheblichen Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Reichstagsabgeordnete Hartwig hat einen von 160 evangelischen Arbeiterführern unterzeichneten Rufruf zur Wiederwahl Hindenburgs herausgegeben.

Hindenburgs Kandidatur.

Der Arbeitsausschuß beim Reichspräsidenten.

Berlin, 26. Februar.

Der Reichspräsident empfing den Arbeitsaus­schuß der vereinigten Hindenburg-Ausschüsse. bestehend aus den Herren Landrat a. D. G e r e k e, Graf W e st a r p und General v. W i n t e r f e l d t, die im Namen der Ausschüsse dem Reichspräsidenten ihren Dank dafür aussprachen, daß er sich bereit erklärt habe, das Amt des Reichspräsidenten er­neut zu übernehmen. Sie wüßten sich eins mit sehr vielen und maßgeblichen alten Wählern des Reichspräsidenten vom Jahre 1925, wenn sie den Generalfeldmarschall und Reichs­präsidenten ihres uneingeschränkten Vertrauens ver­sicherten. Der Arbeitsausschuß sei gewillt, sich mit aller Kraft für die Wiederwahl Hindenburgs einzusetzen, aber den Wahlkampf nur sachlich und im ritterlicher Form zu führen.

Der R e i ch s p r ä s i d e n t begrüßte den Entschluß des Arbeitsausschusses, den leider unvermeidlich gewordenen Wahlkampf in vornehmer Form zu führen und alles zu ver- meiden, was zu einer Verschärfung der vorhandenen Gegen­sätze führen könnte.

Ich habe," so betonte der Reichspräsident,die Kandi­datur nur aus der Grundlage vollster Unparteilichkeit über­nommen und es auf das bestimmteste abgelehnt, irgend­welche Bindungen den Parteien gegenüber einzugehen oder irgendwelche Bedingungen anzunehmen. Ich werde auch weiterhin jede Festlegung nach der einen oder anderen Seife hin ablehnen. Ich bin Treuhänder des ganzen deut­schen Volkes, nicht der Beauftragte einer Partei oder Par­teigruppen und will nur meinem Gewissen und dem Vater­land verpflichtet sein."

Sietltreif trotz Biersteuersenkung.

12 000 Berliner Gastwirte im Streit.

Berlin, 26. Februar.

Wie verlautet, hat der Reichsfinanzminister seine Zu- jtimmung dazu gegeben,,daß vom 2 0. März ab die SBier» steileF um 7 "Mark je Hektoliter gesenkt wird und zwar überall dort, wo sie 22 Mark je Hektoliter und mehr beträgt.

Mit Eintritt der Polizeistunde am Donnerstag morgen 3 Uhr hat in Berlin der Bierstreik begonnen, dem sich ne­ben rund 12 000 Schankstätten auch zahlreiche Großbetriebe angeschlossen haben. So sind die Bahnhofswirtschaften, de­nen die Reichsbahn ihr Verhalten anheim gestellt hatte und die Aschinger AG. dem Streit gleichfalls beigetreten. Eine Schließung der Gaststätten ist keinesfalls beabsichtigt. Den Kunden wird lediglich kein Bier ausgeschenkt, statt dessen werden Schoppenweine, Selterswasser, Kraftbrühe «nh Kaffee angeboten.

Auch Senkung der Branntweinsteuer.

Der Gewerbeausschuß beim Branntweinmonopol teilt mit:Der Gewerbeausschuß beim Branntweinmonopol hielt am Mittwoch eine außerordentliche Sitzung ab, zu der der Präsident der Monopolverwaltung sowie das Finanzmini­sterium besonders eingeladen worden waren. In dieser Sit­zung wurde durch die Vertreter des Gewerbes mit großem Nachdruck auf den ständigen Rückgang der fiskalischen Erträge aus dein Branntweinmonopol und auf die allein schon hier­aus sich ergebende Notwendigkeit einer erheblichen Sprit- Preissenkung bingewiesen.

Der Vertreter des Finanzministeriums anerkennt rück­sichtslos die sich aus dem ständigen Rückgang oes Brannt- weiuverbrauches ergebende schwere Schädigung der Reichs- finanzcn. Er sei ermächtigt, die Erklärung abzugeben, daß gleichzeitig mit der Senkung der Biersteuer eine ^en ftskali- schen Interessen gerecht werdend« Senkung vrs Spritpreifes erfolgen würde."

Regierungsrat Hitler.

Die Pressestelle der Deutschen Volksparkei für das Land Braunschweig verbreitet eine Erklärung, in der es heißt: In Uebereinstimmung mit den Regierungsparteien hat die braun- Ichweigifche Staatsregierung Herrn Hitler eine freie Regierung»- ratsstelle übertragen und wird ihn bei der braunschweigischen Ge­sandtschaft in Berlin beschäftigen, wo er ausschließlich die Inter­essen der braunschweigischen Wirtschaft wahrnehmen wird. Mit dieser Ausgabe Hitlers ist eine Vertretung beim Reichsrat nicht verbunden. Die jetzige Lösung schließt jeden Zweifel an dem ernsthaften Willen der braunschweigischen Regierung aus, Herrn Hitler mit einem Amt zu betrauen, das er nutzbringend für das Land auch ausülen kann. Es liegt die Erklärung des Herrn Hitler vor, daß er die Stellung mit allem Nachdruck im Interesse des Landes Braunschweig wahrnehmen wird.

Die Stimmberechtigten zur Reichspräsidenkenwahl.

Der preußische Minister des Innern ersucht in einem Rund- erlaß im Hinblick auf die bevorstehende Reichspräsidentenwahl, un- verzüglich dafür zu sorgen, daß aus den bei dem Volksentscheid be­nutzten mntlichen Verzeichnissen der Stimmberechtigten nicht mehr ersehen werden kann, ob ein Stimmberechtigter am Volksentscheid teilgenommen hat oder nicht. Zu diesem Zweck ist in den Stimm- karteien das für den Vermerk der erfolgten Abstimmung angewen­dete Kennzeichen bei allen Stimmberechtigten in der anläßlich der VolksentscheidsLandtagsauflösung" benutzten Spalte nachzutra- gen; das gleiche gilt für die Stimmlisten, die beim Volksentscheid benutzt sind und bei späteren Abstimmungen wieder verwendet werden sollen.