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Gegen die Favag-„Moral".

Bier Monate lang ist vor unseren Augen ein Prozeß abgerollt, der alle die Praktiken und „Geschäftsmethoden" aufdeckte, die in gewissen Kreisen deutscher Nachkriegswirt- schaft sich zum Schaden der deutschen Volkswirtschaft breit­gemacht haben. Es ist der Favag-Prozeß, dessen Schlußakt jetzt begonnen hat. Der Erste Staatsanwalt hat in seinem Plädoyer rücksichtslos diese Praktiken gekennzeichnet und be­tont, daß gerade auf Grund dieses Prozesses zwischen ge- under und kranker Wirtschaft der Trennungsstrich gezogen werden müsse. Zwei markante Aussprüche des Ersten Staatsanwalts haben selbst diesen Trennungsstrich gekenn­zeichnet: „Ein fast unbegreifliches System der Korruption, las eine Verwirrung aller Gefühle von Recht und Moral mit sich gebracht habe" — das ist die eine Seite, die in Frankfurt a. M. auf der Anklagebank saß und die in letzter Zeit verschiedentlich die Anklagebänke bevölkert hat. Und auf der andern Seite jenes Wort: „Ich wünschte, wir hätten in dieser Verhandlung von Favag-Seite auch nur einmal eine Auffassung über Geschäftsmoral zu hören be­kommen, wie sie hier durch die Allianz in allen Stadien dieser nur losen Verhandlung angewandt worden ist."

Es ist zu begrüßen, daß der Erste Staatsanwalt nicht nur diese geradezu verblüffenden Korruptionsmethoden, die in der Favag gleichsam als selbstverständlich entwickelt wur­den, in schärfster Weise gegeißelt, sondern daß er auch ge­fordert hat, daß diese Methoden in diesem Falle wie auch in allen ähnlichen Fällen die notwendige strenge Ahndung finden. Denn nur wenn das geschieht, wenn es schnell ge­schieht, ist es möglich, diesen Krebsschaden aus unserer Wirtschaft wieder auszumerzen. Eine untadlige Geschäfts­moral ist Voraussetzung für das Vertrauen, das die Grund­lage einer gesunden Geschäftsentwicklung bildet. Die Wirt­schaft wird deshalb selbst alles tun müssen, um der wirt­schaftlichen Korruption der Nachkriegszeit Herr zu werden. Unsere Behörden, in erster Linie unsere Gerichte, sollten aber ebenfalls mit dazu beitragen, daß diese Korruptions- seuche durch schnelles Zupacken und durch schwerste Strafen restlos ausgebrannt wird. Das gehört mit zum Aufbau der deutschen Wirtschaft und Zukunft. Solange aber sich noch Schädlinge breitmachen dürfen, wie wir es jetzt im Favag-, Sklarek- und im Schultheiß-Prozeß so drastisch vor Augen geführt bekommen, solange ist der Trennungsstrich zwischen Favag-Moral und Allianz-Moral, wie sie von dem Staatsanwalt gekennzeichnet wurden, noch nicht scharf ge­nug gezogen. Um diesen Reinigungsprozeß durchzuführen, bedarf es nicht einmal einer neuen Notverordnung. Die ge­setzlichen Bestimmungen reichen aus, um hier reinen Tisch zu machen. Nur muß man sie anwenden, muh sie schnell und muß sie scharf anwenden. Das erfordert die deutsche Wirtschaftsmoral.

Briefträger als Fernfprechmarder. Das Schöffengericht Berlin-Schöneberg verurteilte den Hilfspostschaff- ner Otto Nerlich wegen fortgesetzten Diebstahls in Tatein­heit mit Urkundenvernichtung zu vier Monaten Gefängnis. Der ungetreue Briefträger hatte von Juni bis Oktober vo­rigen Jahres auf dem Postamt Friedrichshagen Dienst ge­tan und während der Nachtdienststunden die im Postamt aufgestellten Münzfernsprecher geöffnet und diesen einen Gesamtbetrag von 600 RM entnommen.

- - Nach Aeußerungen im Berliner „vorwärts" beabsich­tigt die S. p. v. nicht, für die Reichspräsidentenwahl eine Sonderkandidatur aufzustellen.

— Jn einer Kundgebung des Reichsbanners in Dessau nahm der Lundesvorsitzende Höltermann Stellung zu dem bekannten Erlaß des Reichsinnenministers Groener. Er for­derte den Minister auf, die S. R. und S. S. und alle Wehr- verbände, die nicht auf dem Loden der Verfassung stehen, auszulösen,' dann werde sich das Reichsbanner sofort den gegebenen Verhältnissen anpassen.

— Der Vorsitzende der Deutschen Staatspartei Reichs­tagsabgeordneter Dr. Weber kritisierte in einer Versamm­lung scharf den bekannten Erlaß des Reichswehrministers und erklärte, die Staatspartei könne eine solche Politik fernerhin unter keinen Umständen mitmachen.

— Nach bisher unbestätigten Meldungen ist Hitler be­reits am Freitag zum Professor für angewandte Pädagogik an der Technischen Hochschule in Braunschweig ernannt worden.

— Prinz Sennart, der 22 jährige Enkel des Königs Gustaf von Schweden teilte Londoner Blättern telefonisch mit, daß er demnächst aus einem Londoner Standesamt die Ehe mit Karin Nißwandt, Tochter eines Stockholmer Kaufmannes, gegen den willen des Königs eingehen werde. Er werde seinem Vaterlande dann für immer den Rücken kehren.

— 1500 Mann japanische Truppen, die bei den Wu- sung-Forts einen Rngriff auf die chinesische Stellungen unternahmen, wurden von den Thinesen zurückgeschlagen und verloren 37 Mann. Am Sonntag landeten die Ja­paner in Schanghai weitere 12000 Mann, die durch die internationale Niederlassung in den japanischen Teil. der Niederlassung marschierten. Am Montag sollen weitere 10 000 Mann japanische Truppen gelandet werden.

— Jn Frankreich wird von der am Dienstag im Senat stattfindenden Jnterpellationsdebatte über innenpo­litische Fragen (besonders die Wahlresorm) ein Sturz der Regierung erwartet.

— Jn Hamburg wurden nationalsozialistische Flugblatt­verteiler von Kommunisten beschossen. Ein Nationalsozialist wurde durch Kopfschuß getötet, ein zweiter leicht verletzt.

— Der Präsident des Altinbifdpm Kongresses Sirbar Sarbul Singh wurde verhaftet. Ein anderer Führer über­nahm die würde des Kongreßpräsidcnten.

— Bei einer Explosion auf der Nickisch-Grube in Janow (Dstoberschlesien) wurde ein Arbeiter getötet, einer schwer und sieben leicht verletzt.

— Bei einem Zusammenstoß zwischen Heimwehrleuten und Kommunisten in Hallein im Salzburgischen, wurden drei Heimwehrleute durch Schüsse schwer, zwei leicht Der« letzt.

1 — Bei Marseille entgleiste der D-Zug Ventimiglia- Paris, wahrscheinlich infolge eines Attentats. Es wurden jedoch nur einige Reisende unerheblich verletzt.

| flus Stadt, Kreis und Provinz j Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Kreisgebiet sind für diese Rubrik willkommen.

(Sentimental in der Freude.

Manchmal kommt es vor, daß sich ein Kreis von Leu- gefunden hat, die miteinander so recht gemütlich sind. Stimmung ist immer noch im Ansteigen begriffen. Wenn sie ihren Höhepunkt erreicht hat, dann kann man plötzlich einen jähen Wandel beobachten. Mitten aus dieser Freude, aus diesem Frohsinn heraus schält sich ein Zustand, der an Sentimentalität grenzt. Wir wissen nicht, ist es eine Reaktion, die sich da im Innern vollzieht, ist es etwas Na­türliches, daß dieser Stimmungswechsel zu einem Kontrast wirb, oder ist es nur das, was man als den sogenannten „Moralischen" bezeichnet. Jedenfalls, wir können diesen Sentimentalitätszustand zum Beispiel an dem Singsang dieses fröhlichen Kreises beobachten. Man vermutet, daß sie einen Gassenhauer oder ein Bierlied singen, aber was hö­ren wir: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, daß ich so traurig bin?" Oder Cäsar Flaischlens unsterbliches: „Alle Tage ist kein Sonntag!" Und ernst werden die Ge­sichter, nachdenklich werden die Menschen gestimmt, es ist gleichsam, als kommen ihnen in dieser fröhlichen Stunde Erinnerungen, freudiger oder schmerzlicher Natur, die man aber nicht auslöschen kann, die hier inmitten dieses fröh­lichen Reigens wieder wach werden. Aber wollen wir diese Ursache ergründen, dann schauen wir zu den Völkern des Ostens und Südens herüber. Eben noch ging der Tanz, leidenschaftlich, temperamentvoll, übersprudelnd, und ihm folgt das wehmütige Heimatlied, oder das hingebungsvolle Minnelied, fehnfuchsvoll, unerfüllt — tragisch. Oder denken wir an den Czardas, dessen zündendes Feuer, dessen tolle Akrobatik der Töne dem sinnenden, träumerischen Zustande folgt. Hier sehen wir es, es ist das Gemüt im Menschen, das sein ganzes Inneres beherrscht, das bei dem Normal­menschen ausgleichend wirkt, das zwar wie ein Barometer bald auf Ruhe und bald auf Sturm penduliert, das aber auch ausgleichend wirkt und einen Durchschnitt erkennen läßt — einen Gemütsdurchschnitt, der sich aus Ruhe und Sturm zusammen ergibt! E.—

Wetterbericht. Während über Nordeuropa bereits wieder milderes Wetter eingesetzt hat, hält sich das kalte Hochdruckwetter noch über Mitteleuropa. Zwar haben mari­time Luftmaffen in Norddeutschland eine starke Milderung der Fröste gebracht und im Küstengebiet die Temperaturen sogar über o Grad ansteigen lassen. In Süddeutschland hält der Frost jedoch bei klarem Himmel noch unvermindert an. Bei erneutem Druckanstieg nach vereinzelten leichten Schneefällen ist nochmals der Hochdruckeinfluß mit Frost wahrscheinlich, doch dürfte von Norden langsam unbe­ständigeres und milderes Wetter vordringen. Witterungs- aussichten für Dienstag: Erneut Vorbringen milderer Luft.

Vom Finanzamt. (Bürgersteuer.) Nach der Bürger- steuerverordnung ermäßigt sich der Landessatz der Bürger­steuer für Personen, die einkommensteuerfrei sind, auf die Hälfte. Hierbei ist jedoch nicht das gegenwärtige Ein-, kommen, sondern das Einkommen von 1930 maßgebend. Diese Regelung wirkt sich infolge der inzwischen eingetretenen außerordentlichen Vermehrung der Kurzarbeit in Verbindung mit den Lohnrückgängen sehr hart aus. Diese Härten sollen durch eine neue Verordnung zur Durchführung der Bürger- steuer 1931 beseitigt werden. Die Verordnung betrifft lediglich die Steuerpflichtigen, die im Jahre 1930 noch so­viel verdienten, daß sie nicht einkommensteuerfrei waren und von henen daher in der Steuerkarte nicht bereits die Hälfte des niedrigsten Steuersatzes angefordert worden ist, während ihr gegenwärtiger Lohn die Lohnsteuerfreigrenze nicht üben steigt. Bei diesen Lohnsteuerpflichtigen, — aber nicht bei denen, von denen bereits auf der Steuerkarte die Hälfte des niedrigsten Satzes angefordert worden ist —, ermäßigt sich nach der neuen Verordnung die Bürgersteuer auf die Hälfte des angeforderten Betrages, wenn der Pflichtige bei der maßgebenden Lohnzahlung, von der die Bürgersteuer ein- zubehalten ist, einen so geringen Lohn erhält, daß von ihm eine Lohnsteuer nicht einzubehalten ist. Weitere Auskunft erteilt das Finanzamt.

Weitere Preissenkung gefordert. Der Deutschnationale HandlungSgehilfen-Verband hat seine For­derungen zu den Fragen der PreiesenkungSaktion in einem ausführlichen offenen Brief an den Beauftragten des Reichs­kommissars für Preisüberwachung für Hessen und Hessen- Nassau, Stadtrat a. D. Dr. Langer zusammengefaßt. Der DHV kommt in seinem Schreiben zu dem Ergebnis, daß die Lebenshaltungskosten im Laufe des Monats Januar um 4,5 °/o gefallen sind, während die Kürzung der Löhne und Gehälter zur gleichen Zeit 10—15% betrug. Er fordert eine energische Fortsetzung der PreiesenkungSaktion und zeigt im einzelnen die wirtschaftlichen Möglichkeiten für weitere Maßnahmen, um den Preisstand zu der stark gesunkenen Kaufkraft wieder in ein erträgliches Verhältnis zu bringen.

Keine Senkung der Düngemittelpreise. Die Prüfung der Düngemittelpreise der Düngersyndikate hat ergeben, daß für die laufende Frühjahrssaison eine Preis­senkung nicht erfolgen kann.

Rolkreuztag 1932. Der Rotkreuztag, der in jedem Jahre von den deutschen Rotkreuzvereinen zur Gel­tung des Wirkens und der hohen Idee des Roten Kreuzes einheitlich im ganzen Reich veranstaltet wird, findet in diesem Jahre am Sonntag, den 12. Juni, statt. Mit dem Rot- kreuztag ist eine öffentliche Sammlung für d'e humanitären Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes verbunden. Das Rote Kreuz zählt in Deutschland gegenwärtig insgesamt rund 8000 Organisationen mit über 1 430 000 Mitgliedern. Die Zahl seiner Anstalten, Heilstätten, Krankenpflegestationen, Heime, Kindergärten, Fürsorgestellen, ständigen Rettnngs- wachen und dergl. beträgt über 8000.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 15. 2. 1932. Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1409 Rindern, darunter 374 Ochsen, 1‘27 Bullen, 454

Kühen, 410 Färsen, ferner 622 Kälbern, 75 Schafen und 4813 Schweinen. Bezahlt wurde: Ochsen a 1 30—33, b 26—29, c 22—25,

Bullen a 28—31, 6 22—27,

Kühe a 25—27, b 20—24, c 15-19, Färsen a 31—34, b 27—30, c 22—26, Kälber b 35—39, 30—34, 25—29, Schweine b 43—45, 42—45, 41—44, 36—41, 32—38. Rinder und Schweine ruhig. Kälber und Schafe langsam.

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Zlieden. (Schadenfeuer.) In der Nacht von Frei­tag auf Samstag brach in den Wirtschaftsgebäuden des Hofes am Katzenderg (Höf und Haid) Feuer aus, das diese in Asche legte. Die Feuerwehren aus der Umgegend, die zur Brandstelle geeilt waren, mußten sich auf die Sicherung des Wohngebäudes beschränken. Die Untersuchung der Ur­sache des Brandes ist im Gange.

F u l d a. Zum Schweinemarkt waren 45 Ferkel und 2 Läufer aufgetrieben. Die Preise betrugen für Ferkel bis zu 6 Wochen durchschnittlich 9, bis zu 8 Wochen 12 und bis zu 13 Wochen 15 Rm. Der Handel war schleppend,' es ver­blieb Ueberstand. — Am Buttermarkt bezahlte man für das Pfund Landbutter durchschnittlich 1.00 bis 1.10 RM. Die Eier kosteten 7 bis 8 Pfg. je Stück.

Lischofsheim (khön). (Erfroren aufgefunden.) Auf der Straße Kipplbach-Eersfeld ist ein Mann erfroren auf­gefunden worden. Dr Erfrorene scheint nach dem Unter« suchungsergebnis betrunken gewesen zu sein. Er hat sich hingesetzt, ist eingeschlafen und erfroren. Der Mann scheint etwa 55 Jahre alt zu sein.

Frankfurt a. M. (Senkung des Milchpreises.) Der Beauftragte Oes Reichskommissars für Preisüberwachung für Hessen und Hessen-Nassau hat angeordnet, daß in der Stabt Frankfurt der preis für Milch ab Laden des Klein­händlers um 2 pfg. (auf 23 pfg.) pro Liter gesenkt wird.

Frankfurt a. M. Der bisher am Kasseler Realgym­nasium tätig gewesene Studienassessor Heinz Herders ist bekanntlich wegen eines Artikels, der Beleidigungen der Generäle der alten Armee, einschließlich Hindenburgs, ent­hielt, vom Kassel provinzialschulkollegium nach Frankfurt a. M. an das Kaiser-Friedrich Gymnasium versetzt worden. Diese Versetzung ist, wie wir erfahren, mit sofortiger Wir­kung ausgesprochen worden. Herders kam dann auch nach Frankfurt, um seinen neuen Posten anzutreten. Der Em­pfang, der ihm hier zuteil geworden ist, mag chn dazu bewogen haben, sofort bei dem Direktor der Anstalt um Krankheitsurlaub einzukommen, der ihm hann auch ohne weiteres gewährt wurde. Sollte das Provinzralschulkolle- gium nicht mit einer raschen Entscheidung zuvor kommen, so wird sich am kommenden Mittwoch nach vorauszehender Tagung des Elternbeirats die Elternversammlung des Kai- ser-Friedrich-Gymnasiums mit dieser Maßregelung befas­sen und voraussichtlich einen entsprechenden Beschluß an das provinzialschulkollegium richten. Das Lehrerkollegium der LnIast,,dü,ijfte sich ähnlichem SinneJ^lüffig werden wie die Kasseler Ortsgruppe des Deutschen Philologenverbandes, die beschlossen hat, den Fall Herbers dem Ehrenrat des Verbandes zu übergeben und die Rufsichtsbehörde zu er­suchen, Herders von jeder Unterrief) tserteilung zu entbinden.

Kassel. Die Stockfabrik Ludwig Rocholl G. m. b. H. in Kassel, ein Unternehmen von Weltruf, hat die Zahlun­gen eingestellt. Die Ursache ist in der allgemeinen Wirt­schaftslage und speziell in erheblichen Verlusten infolge des Währungsverfalls in England und Skandinavien be­gründet. Ein Status ist noch nicht aufgestellt.

Kassel. (Weiterführung der pädagogischen Akabemie in Kassel unmöglich.) Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat dem (Oberbürgermeister mitge­teilt, daß der Weiterführung der pädagogischen Akabemie bis Ostern 1933 leider unüberwindlich« Schwierigkei­ten entgegenstehen. Neben Bedenken grundsätzlicher Art beständen solche rechtlichen, organisatorischen und technischen Tharakters, wie sie sich aus der Umbildung der pädagogi­schen Akademien durch Verringerung ihrer Zahl und Der« schmelzung der Lehrkörper sowie aus der Anwendung der Wartegeldordnung auf die von der Schließung der Aka« bemien betroffenen Dozenten ergeben. Bei voller Wür­digung des regen Interesses, das seitens der Bürgerschaft, des Lehrervereins und des Lehrkörpers der pädagogischen Akabemie in dem Wunsche nach Wetterführung der Aka« demie Aufbruck finde, sei der Minister zu seinem lebhaften Bedauern nicht in der Lage, dem Antrag auf Weiterfühsi rung der Akabemie zu entsprechen.

Kleine politische Meldungen.

Auflösung von 40 Versorgungsämtern. Der Reichsarbeit»- minister veröffentlicht soeben eine Verordnung, wonach insgesamt 40 Versorgungsämter aufgelöst und eine Reihe weiterer Umbil­dungen vorgenommen werden.

Maschinen in der Landwirtschaft. Von 1907 bis 1925 haben die Sämaschinen um 300 000, die Mähmaschinen um 700 000 zu­genommen.

Volkskommissar Rudsutak in Ungnade? Polnische Blätter mel­den, daß der Kommissar Rudsutak bei Stalin in Ungnade gefallen sei. Dieser bisher führende Sowjetpolitiker sei nicht nur all seiner Aemter beraubt, sondern auch aus dem Politbüro ausgeschloffen worden.

Weiteres Ansteigen der Arbeit»Iosenrahl in Frankreich. Die Zahl der amtlich eingetragenen Arbeitslosen in Frankreich betrug am 12. Februar rund 259 000, darunter waren etwa 50 000 Frauen. Gegenüber der Vorwoche bedeutet die» eine Erhöhung um etwa 18 000.____________________________________________ -

Sprachenpflege. £e Traducteur, französisch - deM- sches Sprachlehr- und Unterhallungsblatt. Allen, bie bereits Dorkenntnine in der französischen Sprache besitzen, ihr Wissen aber aus unterhaltsame und zugleich bildende Weife vervollkommnen wollen, wird die Zeitschrift von großem Nutzen sein. Probeheft kostenlos durch den Verlag des Traducteur in La Thaux-de-Fonds (Schweiz).

verantwortlich für den Inhalt: Fr. Steinfeld,