Drohender Zerfall des Glrahennehes-
Die Notwendigkeit zu sparen hat bei vielen Verwaltungen schon vor Monaten zur Einstellung jeglicher Ztraßenarbeiten geführt. Dar ist nur scheinbar gerechtfertigt und höchst bedenklich. Zwar ist der Kraftverkehr durch Stillegung von Fahrzeugen bereits zurückgegangen. Ferner geht auch der Anteil des Fuhrwerksverkehrs am Gesamtverkehr dauernd zurück. Nlan braucht also für die nächsten Jahre nicht mit einer lvesentlich steigenden Beanspruchung der Straßen zu rechnen. Aber dadurch wird nickt die Notwendigkeil beschränkt, die Straßen zu unterhalten und die unzureichenden sandgebundeiren Schotterstraßen zu teeren. Beides ist durchaus möglich, wenn die vom Kraftverkehr aufgebrachten Gelder restlos dem Straßenbau zugeführt werden. Bisher wurde von den Steuererträgen aus dem Kraftverkehr fast nur die Kraftverkehrssteuer von rund 200 Millionen Mark jährlich für den Straßenbau verwendet. Das ergibt aber für den Quadratmeter aller Straßen nur knapp 10 pfg. und reicht nur eben zur Unterhaltung und zum Flicken der mit modernen Belägen oder Pflaster versehenen Srraßen aus, aber nicht zu ihrer Erneuerung ober Auffrischung. Hierfür dürsten im Neichsdurchschnitt 0,20 bis 0,30 Mark pro Quadratmeter notwendig sein. Es liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit, auch die hierzu notwendigen Geldmittel zu beschaffen, wenn das Aufkommen aus den Abgaben für Treibstoffe und aus Zöllen von insgesamt 300 Millionen Mark im nächsten Jahre nicht mehr für den allgemeinen Finanzbedarf, sondern für den Straßenbau verwendet wird. Denn überall, wo Flicken und rechtzeitige Auffrischung unterlassen wurde, müssen die ganzen Straßenbeläge in etwa 8—10 Ttm. Tiefe erneuert werden. Das kostet mit Ausreiten, Schotterzusatz, Bindemittel und Malzen mindestens 2 Mark je Quadratmeter, das ist mindestens das Vierfache der Kosten einer recht« zeitigen Nachteerung, das Zwanzigfache der Kosten der regelmäßigen Pflege. Wenn die vom Kraftverkehr ausgebrachte Summe von rund 500 Mistionen Mark 1932 zum Straßenbau zur I^erftaung gestellt wird, dürfte es sogar möglich sein, auch noch einen Teil der ungeschützten, sandgebundenen Schotterdeckrn durch Teerungen den Bedürfnissen des Verkehrs anzupassen. Das ist mindestens für die Staats- und Provinziasttraßen erforderlich. Diese sind nach der Verkehrszählung 1928 '29 im Neichsdurchschnitt täglich mit rund 750 Tonnen belastet. IDo Neubauten von Straßen, wie etwa eine Umgehungsstraße, unvermeidlich sind, können diese vielfach mit Mitteln der wertschaffenden Erwerbslosenfürsorge finanziert werden.
Bunter Wochenspiegel.
Jas Sterben im U-Boot — „S. 51“ und „Poseidon". —
Tom Morris. — Schicksalstücke. — Technische Probleme. — Nur für 48 Stunden Lebensraum unter Wasser.
Jäh hat uns in dieser Woche die Nachricht von dem U-Boot-Unglück in der englischen Marina ausgeschreckt, und mir erleben in Gedanken die furchtbaren Quoten der armen Opfer, die auf oem Meeresgrund ihrem Schicksal überlassen werden mußten. U-Boot-Kata- strophen sind leider gar nicht so selten.
Das Schwesternschiff der „M. 2", die „M. 1" ging im Jahre 1925 mit der gesamten Mannschaft von 68 Offizieren und Matrosen unter. Ebenfalls im Jahre 1925 wurde das Unterseeboot „S. 51" von dem Dampfer „City o f R o m s" gerammt. Damals hat der Funker der „City of Rome" die amenkanische Kriegsmarine alarmiert. Die Besatzun- gen der Torpedoboote und Torpedobootszerstörer eilten aus den Cafes, um sofort zur Hilfeleistung auszufahren, aber alle Bemühungen waren vergebens. Das gesunkene U-Boot wurde zu einem Kerker des Grauens, in dem die Mannschaften erstickten. Nur drei Mann der Besatzung konnten gerettet werden, weil sie sich in eine Kammer geflüchtet hatten, die mit dem übrigen Teil des U-Bootes nicht in Verbindung stand.
Das letzte U-Bootunglück, das sich in der englischen Marine zutrug, war der Untergang des U-Bootes „Poseidon ", das an der chinesischen Küste bei Weihaiwei mit einem Dampfer zusammengestoßen war. Hier konnten nach sehr schwierigen Rettungsarbeiten noch mehrere Matrosen gerettet werden, während 18 Matrosen umkamen. Zu diesen wenigen Geretteten gehörte auch der Matrose Tom Morris, der nun auf der „M. 2" vom Schicksal ereilt wurde. Morris hat eine Frau und zwei Kinder und sollte in zwei Monaten aus der aktiven Marine ausscheiden. Das Schicksal hat es anders gewollt. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ist eben das Unterseeboot immer noch den Tücken des Meeres am meisten ausgeliefert. Der U-Bootdienst ist der gefährlichste Dienst des Friedenssoldaten, und die Mütter und Frauen der U-Boot-Matrosen sehen ihre Söhne und Männer nur bangen Herzens an Bord gehen. Sie fürchten das Sterben im U-Boot. Es sind dieselben Gefahren, die auch den Bergmann bedrohen, die Ovalen des Erstickungstodes. Freilich, der Bergmann gräbt nach Erz und Kohlen, schafft für uns alle wertvolle Rohstoffe zutage, während das Unterseeboot lediglich ein Kriegsinstrument ist, das schon im Frieden zahlreiche Opfer fordert. • Dem deutschen Volke ist ja die U-Boot-Waffe verboten, so daß wir an der U-Bootskonstruktion nur theoretisch beteiligt sind.
In bezug auf Die Sicherheit der U-Boote sind noch manche technischen Probleme zu lösen, und man kann nur wünschen, daß die Gefahrensicherung so weit fortschreitet, daß die Matrosen, die mit ihrem Ü-Boot auf Grund ge- raten, möglichst lange ohne fremde Hilfe in ihrem Stahl- defängnis aushalten können. Gerade bei den ungeheuren Schwierigkeiten, die die Bergung eines gesunkenen U= Bootes bereitet, find die 48 Stunden, die ein solches U-Boot unter Wast'er bleiben kann, nur eine kurze Frist, denn schon mit dem Suchen eines vermißten U-Bootes geht kostbare Zeit verloren. Es ist ja auch bekannt, daß die Taucherarbeit in größeren Tiefen sehr anstrengt und daß diese Taucher nach kurzer Zeit abgelöst werden müssen. „M. 1" und „M. 2" sind rechte Unglücksschiffe gewesen, und mit aufrichtiger Anteilnahme sind unsere Gedanken bei den toten Matrosen und ihren trauernden Angehörigen.
Jörg.
Sahm bildet Hindenburg-Ausschuß.
Berlin, 28. Januar.
Der Oberbürgermeister der Reichshauptstadt, Dr. Sahm, ist, — wie verlautet —, seit mehreren Tagen um die Bildung eines überparleiischen Ausschusses führender Persönlichkeiten aus allen Kreisen des deutschen Volkes bemüht, der die Wiederwahl des gegenwärtigen Reichspräsidenten von hindenburg in die Wege leiten soll. Es ist dabei an Männer und Frauen gedacht, die in maßgebender Stellung mit großen Bevölkerungsschichten in enger Fühlung stehen. Dr. Sahm wird die Einladungen an die in Aussicht genommenen Persönlichkeiten in kürzester Frist hinausgehen lasten, so daß der „Hindenburg-Ausschuß" schon Anfang nächster Woche mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit treten dürfte.
Bayrischer Aufruf
München, 28. Januar.
Namhafte bayrische Persönlichkeiten, darunter Wirt- schafts- und Finanzführer, bedeutende Wissenschaftler sowie zahlreiche höhere Beamte und Offiziere der alten Armee erlassen einen Aufruf zur Wiederwahl des Reichspräsidenten von Hindenburg. Unterzeichnet ist ter Aufruf u. a vom Präsidenten des Reichsfinanzhofs Dorn, Generaloberst Graf von Both m er, Forstrat E scheri ch, Dr. Heim, Minister Fehr, Max Halbe, In dem Aufruf heißt es u. a.:
„Der außenpolitische Erfolg der kommenden enlschei- dungsreichen internationalen Verhandlungen ist mit bedingt durch die Geschlossenheit, mit der das deutsche Volk hinter seinen Unterhändlern steht. Aus den Einsatz des gewaltigen Ansehens, das der Name hindenburg im 3n- und Auslande genießt, dürfen wir nicht verzichten. Wir sollten dem Schick- Sal für jede Stunde danken, die der Generalfeldmarschall ein hohes Amt noch weiter ausübt. Vor sieben Jahren eierte Deutschland die Wahl hindenburgs als Sieg des deutschen Gedankens. Deutschlands Pflicht ist es auch heute, den Feldmarschall auf den Schild zu erheben.
Das bayrische Volk hat 1925 die Wahl des Feldmar- fchalls entscheidend mit beeinflußt. Wir halten uns daher befugt, den ersten Schritt zu tun. Dir rufen auf zur Wiederwahl des Mannes, der wie kein zweiter Deutschland verkörpert. Dir wollen den Herrn Reichspräsidenten bitten, sich zur Wahl erneut zur Verfügung zu stellen. Unser Ruf ergeht an alle, ohne Unterschied des Alters, des Standes des Geschlechts, des Bekenntnisses und der Parteien."
Dr. Sahm, der Oberbürgermeister von Berlin, ist mit der Ausarbeitung eines Aufrufs für die Wiederwahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten beschäftigt.
Randsunl-Programme.
Frankfurt a. M. und Kassel (Sübunftfunt).
Jeden Werktag wiederkehrende Programmnummern: 6.15 Wettermeldung, anschließend Morgengymnastik 1; 6.45 Morgengymnastik II; 7.15 Wetterbericht, anschließend Frühkon- zert; 7.55 Wasserstandsmeldungen; 12 Zeitangabe; 12.05 Konzert; 12.40 und 13.50 Nachrichten; 12.55 Nauener Zeitzeichen; 18 Konzert; 14 Werbekonzert; 14.45 Gießener Wetterbericht; 15.05, 17, 18.30 und 19.30 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen; 17.05 Nachmittagskonzert.
Sonntag, 31. Januar: 7 Bremer Hafenkonzert; 8.15 Katholische Morgenfeier; 10 „Siegfried", Einführungsvor- trag mit Orchester; 10.45 „Die Volksmusikforschung in Ungarn", Vortrag; 11.30 von Leipzig: Bachkantate; 12.15 Mittagskonzert; 14 Landwirtschaftskammer Wiesbaden; 14.10 Stunde des Landes; 15 Jugendstunde; 16 Nachmittagskonzert; 18 Frank Wedekind, Vortrag; 18.25 Die Dämmerstunde; 18.50 Vortrag der Frankfurter Zeitung; 19.20 Sportnachrichten; 19.30 Eine Viertelstunde Lyrik; 19.45 Klavierkonzert; 20.30 Anekdoten, Ludwig Hardt; 21.15 „Siegfried", Oper, 2. Aufzug; 22.30 Nachrichten; 22.40 Tanzmusik.
Montag, 1. Februar: 15.20 Frauenvortrag; 18.40 „Das britische Weltreich", Vortrag; 19.05 Englischer Sprachunterricht; 19.35 „Wirtschaftskrise und Kommunalpolitik", Vortrag; 20.20 Volkstümliches Konzert; 22.30 Zeitbericht.
Dienstag, 2. Februar: 15.20 Hausfrauen-Nachmittag; 15.20 „Bewegliche Seilbahnen, die Lösung der Transport- schwiengkeiten im Weinberg", Hörbericht; 18.40 Vortrag; 19.05 Arbeitslosenversicherung, Vortrag; 19.45 Aktueller Dienst; 20.05 Symphoniekonzert, Pfitzner; 21.30 Im Fluge um die Welt; 22.30 Nachrichten; 22.50 Tanzmusik.
Mittwoch, 3. Februar: 10.20 Schulfunk; 15.15 Jugendstunde; 18.40 „Die Kluft zwischen den Generationen", Vortrag; 19.45 Unterhaltungskonzert; 20.45 Aktueller Dienst; 21 Dichtergalerie; 21.30 Händel-Konzert; 22.30 Nachrichten.
Donnerstag, 4. Februar: 9 Schulfunk; 15.30 Jugendstunde; 18.40 Stunde des Buches; 19.05 „Wirtschaftsverfassung und Wirtschaftslage: Italien", Vortrag; 19.45 Emil Heß liest Heinrich von Kleist; 19.50 Aktueller Dienst; 20.05 Großes Blaskonzert (Karlsruhe); 21.40 Funkbericht; 22.20 Nachrichten; 22.35 Tanzmusik.
Börse und Handel.
Berlin, den 28. Januar 1932.
Produkkenmarkt. Der Roggenmarkt wird heute noch deutlicher von den Abgaben der Deutschen Getreide-Handelsgesellschaft beherrscht, so daß der Roggenkurs im Prompt- oerkehr um 2 Mark nachgab. Weizen setzte seine Auswärts- bewegung fort. Der Preisstand besserte sich im Durchschnitt um eine Mark. Im Mehlgeschäft fehlt im ganzen Belebung, wenngleich die Werterhöhung des Weizens die Müller zu einer weiteren Herauffetzung für Weizenmehl anregt. Hafer war nicht voll behauptet. Gerste blieb still.
Dollar: 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund: 14,56 14,60, holl. Gulden: 169,58 169,92, Belga (Belgien): 58,71 58,83, ital. Lira: 21,08 21,12, bän. Krone: 80,12 80,28, norw. Krone: 78,92 79,08, franz. Franken: 16,57 16,61, tschech. Krone: 12,465 12,485, schwelz. Franken: 82,07 82,23, span. Peseta: 35,36 35,44, schweb. Krone: 81,37 81,53, österr. Schilling: 49,95 50,05.
Warenmarkt.
Mittagsbörse. (Amtlichst Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Märk. 235—237 (am 27. 1.: 234-236). Roggen Mark. 195-197 (197—199). Braugerste 158-168 (158 bis 168). Futter- und Industriegerste 153-158 (153-158). Hafer Märk. 139-147 (139-147). Weizenmehl 28,25 bis 32,25(28,25—32). Roqqenmchl 27,25-29,40 (27,25-29,50). Weizenkleie 9,60—10 (9,60-10). Roggenkleie 9,60—10 (9,60-10). Viktoriaerbsen 21-27,50 (21-27,50). Kleine Speiseerbsen 21—23,50 (21—23,50). Futtererbsen 15—17 (15—17). Peluschken 16-18 (16—18). Ackerbohnen 14-16 (14-16). Wicken 16-19 (16-19). Lupinen blaue 10-12 (10—12), gelbe 14,50—16 (14,50—16). Serradella neue 23-29 (23-29). Leinkuchen 11,70-11,80 (11,70-11,80). Erdnußkuchen 50 Prozent ab Hamburg 12,50—12,60 (12,50 i bis 12,60). Erdnußkuchenmehl ab Hamburg 12,20—12,30 ‘ (12,20-12,30). Trockenschnitzel 6,60-6,70 (6,60-6,70). . Sojabohnenschrot 10,60—11,90 (10,60-11,90). Kartoffel- ! flocken 12,50-12,60 (12,50—12,60).
Kartoffelpreise.
Amtliche Kartoffelerzeugerpreise je Zentner waggon- i frei ab märkischen Stationen (amtlich ermittelt durch die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg und Berlin): Weiße 1,50—1,60, Rote 1,70—1,90, Odenwälder Blaue 1,80—2,00, gelbfleischige 2,10—2,30. Exportware über Notiz. — Fabrikkartosfeln 8/4—9/4 Pfennig pro Stärkeprozent.
Milchpreise.
Die Preise für Milch, die nach Berlin zur Lieferung gelangt, betragen für die Zeit vom 29. Januar bis 4. Febr. je Liter frei Berlin für A-Milch 12,25, für tiefgekühlte A-Milch 12,75, für molkereimätzig bearbeitete Milch 14,00, für B-Milch 8,00, für tiefgekühlte B-Milch 8,50 Pfennig. Die A-Milchmenge ist für dieselbe Zeit auf 76 Prozent des A-Milchkontingents der einzelnen Lieferstelle festgesetzt.
Butterpreise.
Amtliche Berliner Notierungen für Butter im Verkehr zwischen Erzeuger und Großhandel. Fracht und Gebinde zu Lasten des Käufers: 1. Qualität 103, 2. Qualität 96, abfallende Qualität 86 M. per Zentner. — Tendenz: Stetig.
Eierpreise.
Bericht der amtlichen Berliner Notierungskommission: Deutsche Eier: Triukeier: Sonderklasse über 60 Gramm 10W Klasse A über 60 Gramm 9-4, Klasse B über 53 Gramm 8V2, Klasse C über 48 Gramm 71/2: aussortierte kleine und Schmutzeier: 51/2—6/2 Pfennig ie Stück. — Aus- landseier: Dänen: 18er 10, 17er 91/2, 151/2—16er 8/4, leichtere 61/2—714: Schweden: 18er 10, 17er 91/2, 15/a bis 16er 81/4, leichtere 61/2—7/4: Holländer: 68 Gramm IO1/2, 60—62 Gramm 8%9, 57—58 Gramm 81/4—8/4, leichtere 71/2—8: Rumänen: 51/2—73/4: kleine und Schmutz- ewr: 5—51/2: K üh lh a u s e ier : normale 51/2—6 Pfennig je Stück. — Tendenz: Freundlicher.
Magerviehhof Berlin-Fried:ichsfcwe.
(Amtlicher Bericht vom 28. Januar.,
Auftrieb: 385 Rinder (darunter 322 Milchkühe, 63 Stuck Jungvieh) und 113 Kälber.
Es wurden je nach Qualitäten gezahlt für das Stück: Milchkühe und hochtragende Kühe: 190—320 Mark
Tragende Färsen: 160-260 Mark.
„ Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere und Färsen 18—22 Mark für einen Zentner Lebendgewicht.
Marktverkauf: Ruhig; Preise gedrückt für mittlere Qualitäten.
.^„„^rieb: 368 Stück. Preise je nach Qualität 200 bis 1200 Mark, Schlachtpserde 25—100 Mark.
Marktverlauf: Sehr ruhig.
Frankfurter Schlachwiehmarkt
Dem Frankfurter Schlachtviehmarkt am Donnerstag waren zugeführt 94 Rinder, 1003 Kälber, 178 Schafe, 880 Schweine. Preise pro 50 Kilo Lebendgewicht: Kälber —, 35 bis 39, 30 bis 34, 26 bis 29; Schafe 25 bis 28, —, 20 bis 24; Schweine —, 37 bis 39, 36 bis 39, 35 bis 39. Marktverkauf Kälber langsam; Schafe rege geräumt; Schweine langsam ausverkauft.
Die Veruntreuungen des Wetzlarer Bürgermeisters. Von der Staatsanwaltschaft und auch durch den Untersuchungsausschuß des Stadtverordnetenkollegiums wurde nach dem Selbstmord des Wetzlarer Bürgermeisters Dr. Kühn im Dezember 1930 die Geschäftsführung des Bürgermeisters geprüft. Für die letzten vier bis fünf Jahre wurden an Hand der unvollständigen Belege allein 60 500 Mark einwandfrei als veruntreut ermittelt. Die indirekten Schäden beziffert der Bericht als weitaus höher.
100 000 RRi unterschlagen. Wegen Amtsunterschlagung ist vor einigen Tagen der Verwaltungssekretär Schalles vom Oberversicherungsamt D a r m st a d t verhaftet worden. Die Untersuchung hat ergeben, daß es sich nicht, wie man zuerst annahm, um kleinere Summen handelt, sondern daß eine Summe von mindestens 100 000 RM in Frage kommt, die Schalles nach und nach durch Fälschung von Belegen sich angeeignet hat. Gleichfalls festgesetzt wurde seine Ehefrau, da sie im Verdacht steht, die Belege gemeinschaftlich mit ihrem Mann gefälscht zu haben.
Gemeindekasse um 20 000 RRI geschädigt. Durch jahrelange Veruntreuungen des Rechnungsführers ist bei der Gemeindekasse in Thalheim (Kr. Limburg) ein Fehlbetrag von etwa 20 000 RM entstanden, der jetzt aufgedeckt wurde.
Neues englisches Unterseeboot. Das neue englische 1760=Ionnen=Unterfeeboot „Themse" wurde in Barr 0 w - in - Furneß vom Stapel gelassen. Die „Themse", die mit einem l2Zentimeter-Geschütz bestückt ist, bildet eine eigene Klasse für sich und ist das zweitgrößte Unterseeboot der englischen Marine und das fünftgrößte Unterseeboot