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In einer schlichten, dem Ernste unserer.härten Zeit ent­sprechenden, aber erhebenden Leier gedachte der (Eimer Spar- und Darlehenskassenverein gemeinschaftlich mit der gesamten Grtseinwohnerschaft und zahlreichen geschätzten Gästen am Sonntagabend im Saalezu den sieben Brü= dern" der 40. Iahreswiederkehr seines Gründungstages und blickte damit e^renaoll auf vier Jahrzehnte einer gesegneten und erfolgreichen Genossenschastsärbeit zurück. Der Saal war festlich geschmückt. Als Gäste des Abends waren der bewährte Führer der Genossenschaften des Schlüchterner Kreises, Herr Unterverbandsdirektor Pfarrer Gtto-Marjoß und andere Genossenschaftsleiter vertreten. Von Graf von Brandenstein-Zeppelin lag ein herzlich gehaltenes Glückwunschschreiben vor. Die Leitung der Leier lag in den Händen des Aussichtsratsvorsitzenden des Inbilarver- eins, Herrn Bürgermeister Möller, dem der Vorsteher, Herr Landwirt Adam Müller, und der Rechner des Vereins, Herr Andreas Möller, zur Seite standen. Das von Herrn Lehrer G. Blum geleitete. HeimischeGesangsquartett" und die Schlüchterner Kapelle hatten sich in den Dienst der Veran­staltung gestellt und gaben in schönen Heimat- und Vater­landsliedern, sowie guter Konzert- und Marschmusik ihr Bestes. Die Leier wurde mit einem Prolog joroie einem Gefangsvortrag stimmungsvoll eröffnet. In der Begrü­ßungsansprache wies Herr Bürgermeister Möller auf den Sinn der Veranstaltung und die Tatsache hin, daß der Jubi­larverein all die 40 Jahre seines Wirkens hindurch im Sinne L. W. Raiffeifens sich betätigt habe, dessen Wahl­spruch:hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott!" selbst in unseren umdüsterten Tagen wirtschaftlicher Not und Ohnmacht sei­nen Glanz behielt,' der Reimer streifte sodann kurz die Entwickelung des 'Vereins und hob den günstigen Wieder- anstieg nach der Inflation hervor. Nach Gedichts- und Kon- zertvortrag folgte eine kurze Ansprache von Verbandsrevi­sor Hahn, der mit den Grüßen des Kasseler Verbandes dem Vorsteher des Vereins, Landwirt Adam Müller, ein großes Bild Vater Raiffeisens überreichte, für die treuen, geleisteten Dienste dankte und weiter den Gedanken der Selbsthilfe und des Gemeinsinns betonte. Ueber die Vereinsgeschichte im Allgemeinen, Gründung, Geschäftsführung und Ent­wickelung hielt sodann Bürgermeister Möller einen mit starkem Interesse aufgenommenen vortrag. Die Mitglieder- zahl habe 1892 51 betragen und sei bis heute auf 114 angewachsen,' von den damaligen Mitbegründern seien noch 11 am Leben und hiervon noch 10 heute Mitglieder desi Vereins. Es find dies 1. Adam Gottfried Gerlach, 2. Jo­hannes Dorn, 3. Neuberg, 4. Hagemann, Reinhard, 5. Koller, Adam, 6. Möller, Johannes, 7. Sauer, Aban^ 8. Schmitt Kaspar, 9. Stoppel, Ulrich, 10. Gerlach, Jo­hannes und 11. Lotz, Johannes. Die 10 Jubilare wurden durch Ehrenurkunden des Verbandes erfreut, während bis zum Jahre 1918 zusammen 1,5 Million Mark umge= setzt worden waren, wurden von 1924 bis dato 1,8 Mil­lionen Mark umgesetzt und insgesamt von der Gründung bis heute an Spargelbern rund 250 000 NM. eingelegt. Der Bericht schloß mit einem zündenden Aufruf zu wei­terer, fruchtbarer Mitarbeit. Ihm folgte nach einem Thor des G^sangsquartetts, der vorzügliche, mit dem Goethewort: Wohl dem, der seiner Väter gern' gedenkt!" beginnende Festvortrag des Herrn Pfarrer Otto, über das, die Ver­flechtung unseres Genossenschaftswesens mit den wirtschaft­lichen und sittlichen Belangen unseres Volkes in der ge­genwärtigen, schweren Zeit auf das Beste kennzeichnende, Thema:Das Gesicht dem Dorfe zu!" Nach der Feststellung, daß eine Gemeinschuft ohne Vergangenheit auch keine Zu­kunft haben könne, gab Redner ein klares Bild der Ent­wickelung unseres Bauerntumes von den ersten Anfängen über Burgen, Klöster, Städteentwickelung, den Glaubens­krieg und die sich später ergebende innere Verflechtung des Bauern in das allgemeine Netz des Geldes und der Wirt­schaft hierüber bis zu dem bitteren Begriffe der Landflucht, der Maschinenzeit, der Entwurzelung des ländlichen Men­schen und die uns hierdurch erwachsenden Aufgaben, deren Erfüllung besonders den Genossenschaften obliegt.Mehr Liebe zu den Genossenschaften!" war die eine Lorderung des sinnfälligen Referates,mehr Liebe zum Dorfe!" die andere. Beide ergänzen sich in der Tatsache, daß die soziale Frage nur in gegenseitigem Verstehen und Dienen gelöst werden kann und nicht die Wirtschaft, sondern der Geist entscheidend und unser Schicksal ist. Der Vortrag hatte langanhaltenden Beifall zu verzeichnen. Mit der Vor­führung bes ansprechenden FilmwerkesErnte", einer Ge­schichte aus der Schwalm, verband Diplomlandwirt Lan- derer ein einleuchtendes Referat über die Verknüpfung der deutschen Landwirtschaft mit der Volkswirtschaft und der Weltwirtschaft und betonte die nationale Aufgabe des deut­schen Landwirtes, auf eigener Scholle alles Lrzeugbare hervorzubringen. Besonders scharf wandte er sich mit Recht gegen die überstarke Einfuhr von Auslandsobst. Der Ver­losung, Konzert und sonstigen guten Darbietungen folgte das erhebende Schlußwort des Herrn Unterverbandsdirek- tors, in dem er zum steten Glauben an die Zukunft aufrief und zum Glauben an Gott, an deutsches Schaffen, an die deutsche Jugend. Als Ausklang der Leier sang die Ver­sammlung das Deutschlandlied. ck.

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Frankfurt a. M. (Frankfurt die dritteuerste Stadt Europas.) Nach einer Statistik des Internationalen Ar­beitsamts, die einen Ueberblick über die Lebenshaltung einer durchschnittlichen Familie von 14 europäischen Städten gibt, stellt sich die Stadt Stockholm als die teuerste Stadt Europas dar. An zweiter Stelle folgt Berlin, dann kommen Frankfurt a. M., Kopenhagen und Paris. In der Zu- lammeustellung der Lebensmittel-, Kleidungs- und Woh- nungspreise, sowie der Kosten für Bildung und Unter» Haltung werden als billigste Städte Europas Barcelona, Antwerpen, Stambul und Warschau angegeben.

flus Stadt, Kreis und Provinz

Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Kreisgebiet sind für diese Rubrik willkommen.

Nealsteuern der Gemeinden.

Durch die Vierte Notverordnung vom 8. Dezember 1931 ist das Verbot der Erhöhung der Realsteuern in den Ge­meinden bis zu einem bestimmten Umfang aufgehoben worden. Es ist dabei an solche Gemeinden gedacht, in denen die Realsteuerzuschläge noch verhältnismäßig niedrig liegen und hinter dem Landesdurchschnitt zurückbleiben. Es kann aber, wie die RLE. mitteilt, nach den neuesten preußischen Bestimmungen auch geprüft werden, ob eine Erhöhung der Biersteuer, der Bllrgersteuer und gegebenenfalls auch der Gemeindegetränkesteuer den Vorzug vor der Erhöhung der Realsteuern verdient. In jedem Falle müssen alle Erspar­nismöglichkeiten auf der Ausgabenseite erschöpft sein, bevor diese Steuererhöhung eintritt. Der maßgebende Landes- durchschnittssatz für Preußen ist der Höchstsatz, bis zu dem eine Erhöhung äußerstenfalls durchgeführt werden kann. Er stellt sich wie folgt dar: 260 o. H. bei der Grundoer- mögensteuer vom landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Grundvermögen (Grundvermögensteuer II), 290 v. H. beim übrigen Grundvermögen (Grundoer- mögensteuer I), 500 v. H. bei der Gewerbeertragsteuer, 1000 v. H. bei der Gewerbekapitalsteuer, 1560 v. H. bei der Ge­werbesteuer nach der Lohnsumme. Bei den Gemeinden bis zu 100 000 Einwohnern ist in Preußen der Regierungsprä­sident ermächtigt, nach den erfolgten Beschlüssen der Ge­meinden Erhöhungen bis zu diesen Sätzen zuzulassen. Für Gemeinden mit mehr als 100 000 Einwohnern ist die Ge­nehmigung des Innenministeriums nachzusuchen.

Fieber ohne Krankheit.

Ueber eine eigenartige Erscheinung berichtet Professor Feer-Zürich in derKlinischen Wochenschrift". Er hat be­obachtet, daß sehr häufig ängstliche Eltern ihre Kinder zu ihm bringen, weil bieje dauernd leichtes Lieber .hätten, allerdings nur, wenn die Messungen im After vorgenom­men werden. Die Temperatur in den Achselhöhlen sei da­gegen durchaus normal. Läßt man solche Kinder einige Tage im Bett, so ist auch die im After gemessene Tempera­tur wieder normal. Sobald die Kinder aber ausstehen, steigt das Lieber sofort wieder leicht an. Worauf beruht nun diese rätselhafte Erscheinung? Die Erklärung ist viel einfacher, als man denkt. Bei muskelschwachen Kindern, die sich viel bewegen, tritt eine auf die unteren Organe beschränkte Steigerung der in den Muskeln erzeugten Wär­me ein und führt zu dem leichten Lieberanstieg. Bei Bett­ruhe fällt die Ursache zu diesem Vorgänge weg, und das Lieber klingt sofort ab. Besonders wichtig ist die Lest­stellung, daß auch bei Erwachsenen solche im Alter zu mes­senden Temperatursteigerungen sehr häufig eintreten. Pro­fessor Leer teilt mit, daß Untersuchungen nach Wettlaufen bei den Teilnehmern oft vorübergehend einen Fieberan- stieg bis zu 40 Grad ergeben. Warme Kleidung, Lettleibig- keit, Muskelschwäche, heißes schwüles Wetter, können auch ohne besondere Anstrengung zu Erhöhungen der Bluttem­peratur führen. Bei besonders empfindlichen Kindern wird ein solcher Vorgang sogar nach überreichlicher Ernährung beobachtet. Zu Beunruhigung ist also kein Anlaß.

Wetterbericht. An der Nordseite des kräftigen, sich von England nach dem schwarzen Meer zu erstreckenden Hochdruckgebiets ist lebhafte Wirbeltätigkeit im Gange, wobei im Laufe des Dienstag etwas mildere maritime Luft bis in die östlichen Gebietsteile Deutschlands verfrachtet wurde und hier zum Auftreten von Schnee fällen führte. Unser Gebiet lag jedoch vorwiegend an der Südabdachung des Hochdruckgebiets, sodaß das trockene Wetter erhalten blieb, im ganzen jedoch etwas lebhaftere Lormen ange­nommen hat. Der Hochdruckeinfluß bleibt auch weiterhin für unser Wetter bestimmend. Aussichten für Don­nerstag und Lreitag: Lortdauer der trockenen, sonst zeit­weise ausheiternden Witterung mit nächtlichen Frösten.

Evangelisatiom vom 4.7. Februar wird in der evangelischen Kirche in Schlächtern Herr Landrat a. D. von Engel evangelisieren. Donnerstag:Gehen wir dem Ende entgegen?" Freitag:Wo sind unsere Toten?" Samstag: Heimweh." Sonntag:Line. Einladung."

Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie» Die Lose zur 5. Klasse und letzten großen Hauptziehung dieser Lotterie sind bis spätestens zum 2. Februar d. Js. einzulösen, worauf wir Hinweisen wollen.

U. - T. - L i ch t s p i e l e. Helden der Nacht, ein Bergwerk- drama, wie es sich jetzt erst vor etlichen Wochen in Leuthen zugetragen hat. Tief unten in den Kohlengruben, von Ge­fahren umlauert, verrichten die Bergleute ihre schwere Arbeit. Stille, ernste Menschen mit heißem, tapferen Herzen, denen Kameradschaft und Freundestreue das höchste Gebot ist.Helden der Nacht", ein hohes Lied gesungen den Männern, die tagaus, tagein in Finsternis und Gefahr ihr Leben für uns aufs Spiel setzen auch in Stunden der Not, wenn Feuer und Tod bedrohen, mutig für einander stehen.

Die Zinsen für Beitragsrückstände in der Invalidenversicherung. Die Landesversicherungs- anftalt teilt mit: Nach § 3 Abschnitt 2 Kapitel IV des Fünften Teiles der vierten Verordnung des Reichspräsi­denten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutze des inneren Friedens vom 8. Dezember 1931 Reichsgesetzbl. 1 S. 699 können die Träger der Invaliden-, der Angestellten- und der knappschaftlichen Ver­sicherung für Beitragsrückstände Zinsen erheben. Die Höhe dieses.Zinssatzes ist auf Grund des § 3 Satz 2 a. a. O. auf 2 vom hundert über den jeweiligen Reichsbankdis­kont festgesetzt.

Wintererholungsfahrt nach Garmisch-Pa» tenKirchen. Da nach neueren Mitteilungen die Schnee­verhältnisse für den Wintersport in Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald gut sind, wird die von der Reichsbahn»

direktion Frankfurt a. M. angekündigte Wintererholungs­fahrt dorthin bestimmt vorgenommen. Hinfahrt Sonntag, den 31. 1., Rückfahrt am 8. 2. 1932. Ermäßigte Teilneh­merkarten sind bei dem Mitteleuropäischen Reisebüro zu haben. Die Fahrkartenausgaben nehmen Bestellungen ent­gegen.

Die Notverordnung entlastet die Städte um 1 3 5 Millionen, welche Entlastung bringt die letzte Notverordnung den deutschen Städten? Diese wichtige Frage läßt sich im Augenblick noch nicht klar übersehen. Immer­hin bietet es gewisse, greifbare Anhaltspunkte, wenn der Deutsche Städletag die Verbesserungen für alle deutschen Gemeinden auf 135 Millionen Mark für den Rest des laufenden Haushaltsjahres veranschlagt. Bei diesen Ein­sparungen ist öie Gehaltssenkung mit 42 Millionen, die Erhöhung der Umsatzsteuer mit 30 Millionen, die Zinssen­kung mit 25 Millionen, die Lockerung der Realsteuern mit 1b Millionen, die Preissenkung mit 10 Millionen und schließlich die Lockerung der gehobenen Fürsorge mit 8 Millionen und die Lohnsenkung der Kämmereiarbeiter mit 5 Millionen Mark eingesetzt worden. An Verschlechterun­gen bringt die Aufhebung der Mineralwassersteuer eine Mindereinnahme von etwa 3 Millionen, während der Aus­fall bei der Einkommen- und Körperschaftssteuer vorläufig mit einem großen Fragezeichen in Rechnung gestellt werden muß.

Die Notlage des Handwerks in der Pro­vinz Hessen-Nassau. Wie der Amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Minister für Han­del und Gewerbe auf eine Kleine Anfrage der oolksipar- teilichen Landtagsabgeordneten über die durch die Schä­den in der Landwirtschaft heroorgerufene Notlage des Handwerks in der Provinz Hessen-Nassau folgende Ant­wort erteilt: Soweit das Handwerk durch die Notlage der Landwirtschaft in wirtschaftliche. Bedrängnis geraten ist, können ihm nach den besonderen Verhältnissen des Einzel- falles Erleichterungen bei den Staatssteuern, insbesondere bei der Hauszinssteuer, nach Maßgabe der hierüber be­stehenden gesetzlichen und im Verwaltungswege erlassenen Bestimmungen bewilligt werden. Soweit Reichssteuern in Frage kommen, hat der Reichsminister der Finanzen das Landessinanzamt in Kassel ersucht, die Finanzämter anzu- weisen, nach Maßgabe des Runderlasses vom 14. Novem­ber 1930 in den Fällen, in denen Handwerker infolge der Witterungsschäden in der Landwirtschaft durch Mangel an Aufträgen oder durch schlechten Eingang an Zahlungen erheblich geschädigt wurden, auf dem Gebiete der Reichs- steuern durch wohlwollende Behandlung der eingehenden Anträge, insbesondere durch Stundung, entgegenzukommen.

Was wird aus den Abiturienten? Im Reichs- ministerium des Innern fanden Verhandlungen statt, auf welche Weise man die etwa 45000 Abiturienten, die Ostern die Schule verlassen werden, am besten in das Berufsleben eingliedern könne. Denn alle Behörden sind sich über die Unmöglichkeit einig, wenn, wie bisher, rund 70 Prozent der Abiturienten zur Universität gingen, weil sie auf diesem Wege kaum je zu einer Anstellung kommen könnten. Die Ergebnisse dieser Konferenz werden in einem engeren Aus­schuß noch weiter durchberaten werden. Man glaubt, daß es möglich sein werde, den größten Teil der abgehenden höheren Schüler in das Berufsleben einzugliedern, als kaufmännische Lehrlinge, als Handwerkslehrlinge und viel­leicht auch als Landwirte. Das sei in diesem Jahre verhält­nismäßig leicht möglich, da der Jahrgang der abgehen- den Volksschüler es ist der Jahrgang 1916=17 be­sonders schwach ist; statt IV2 Millionen kommen nur etwa 900 000 zur Entlassung.

Das Pferd kommt wiederzu Ehren. In Ame­rika hat man die Erfahrung gemacht, daß die Motorpflüge nicht unbedingt rentabler arbeiten als das gute alte Pferd. Dabei sprechen natürlich die amerikanischen Bodenverhält­nisse mit. Aber das so oft angekündigteAussterben des Lin-PS-Motors" ist auch bei uns in Europa durchaus nicht zu verzeichnen. Im Gegenteil gibt es heute in Deutsch­land 100 000 Pferde mehr als im Jahre 1914. Allein im letzten Jahre hat der deutsche Pferdebestand eine 5u= nähme von rund einer Viertelmillion Tieren erfahren.

Wie soll frankiert werden? Die Reichspost teilt mit: Die neuen Freimarken zu 6 und 12 Pfennig werden vor­aussichtlich erst in der ersten Hälfte des Monats Februar erscheinen und zum Verkauf gestellt werden können. Bis dahin müssen die Fernbriefe 12 Pfennig und die Fernpostkarten ohne Wertstempel 6 Pfennig mit den vorhandenen Marken zu 3, 4 und 8 Pfennig freigemadjt werden. Um die Abstempelung zu veschleunigen und die unverzögerte Absendung der Briefe sicherzustellen, bittet die Reichspost, bis zur Ausgabe der neuen Freimarken die Sendungen mit einer möglichst geringen Zahl der vorhan­denen Marken freizumachen und diese am oberen Rand der Briefe und Poststkarten von rechts nach links nicht an der Seite von oben nqch unten aufzukleben, damit die Sendungen durch die Stempelmaschinen gehen können. Da vielfache Fehlfreimachungen beobachtet werden, wird darauf hingewiesen, daß die Gebühren für Ortsbriefe und für Drucksachen allgemein nicht ermäßigt worden sind (Orts­briefe bis 20 Gramm 8 Pfennig, Ortspostkarten 5 Pfennig, einfache Drucksachen unter Umschlag 4 Pfennig."

Gießen. Der Gauleiter der RSDAp. in Hessen, Laud- tagsabgeordneter Lenz, sprach hier in einer öffentlichen Versammlung und kam dabei auch aus die Frage der Regierungsbildung in Hessen zu sprechen. Er lehnte die Beteiligung seiner Partei an der Regierungsbildung ent­schieden ab und erklärte, man habe die RSDAp. in die Regierung hineinmanövrieren wollen. Die Nationalsozia­listen dächten aber gar nicht daran, sondern wollten die andern selber regieren lassen und es ihnen anheim stellen, selber die Pleite anzumelden. Kirnberger und Abelang sollten allein angeben, daß sie nicht mehr könnten. Die RSDAP- könne warten, bis_ das jetzige System zu Ende sei, und dann komme die Seit, wo die RSDAp. allein die Macht haben werde.