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Zum 4 Ofübrigen Raiffeisen Jubiläum von Adam Meuenschein.

Am 24. Januar waren 40 Jahre verflossen, seitdem der von vielen Tausenden im Hejsenland geschätzte und ver­ehrte Vorkämpfer der deutschen ländlichen Genassenschafts- Kewegung, Adam Menenschein, der seit 1918 in Kas­sel lebt, unter die Fahne Raiffeifens, des genialen Schö- xferr der ländlichen Genossenschaftsbewegung, getreten ist. IDie vieler seiner öerufsgenossen, so krachte auch ihn die furchtbare Hot der in der letzten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts unter dem Wucher schwer darniederliegenden Landbevölkerung als jungen Landpfarrer mit der Raiffei- senkewegung zusammen. Jm Januar 1892 gründete er in seinem damaligen Kirchspiel Hohenzell Kreis S pIü p ter n einen Raiffeisenverein, um dadurch seinen Gemeindegliedern in ihrer Rat eine wirksame Hilfe zu bringen. Diese Tat war der Anfang eines Lebensweges, der den hochbegabten, mit heißer £$ebe zum Landvolk erfüllten Mann zu einer solchen Führerstellung krachte, daß er zurzeit in Deutschland und im deutschen klusland als die lebendigste Verkörperung des genossenschaftlichen Gedankens Raiffeifenfper Prägung gilt. Auf ein Leben voll unendlicher Arbeit und voll heißen Kämpfens für die Raiffeifenbewegung kann der auch heute noch trotz seines Ruhestandes unermüdlich tätige Jubilar zurückblicken, der 3- 5. als Ehrenmitglied des Verbandsausschusses der Kur- hessischen Raiffeisen-Graanisation, als erster Vorsitzender des Vereins Thriltliche Bauernhochschule Loshausen e. v., als Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur Förderung des ländlichen Bildungswesens in der Provinz Hessen-Nassau, Selbsthilfe unö Gemeinsinn auf dem Lande und als Vor­sitzender der hessischen Bezirksgenossenschaftsbank im Ehren­amt tätig ist. Wenn die genossenschaftliche Hilfe unser Landvolk in den letzten 50 Jahren aus der Tiefe heraus führen und wieder zu einem tätigen, schaffenden Glied am Volksganzen machen konnte und wenn heute die Kur- hessische ländliche Genossenschafts-Drganisation mit ihren fast 100 000 Mitgliedern als eine der festesten Hochbur­gen zum Schutze der Landbevölkerung ins Land zu Hessen grüßt, Freund und Feind belehrend, was energische Selbst­hilfe und opferwilliger Gemeinsinn in einigem Bunde zu leisten vermögen, und wenn sich immer wieder Tausende

von Männern im Landvolk dazu bereitfinden, als Führer in den Dorfgenossenschaften mit allem, was sie sind und haben, den Kampf gegen Gleichgültigkeit, Eigenbrüdelei und Eigennutz aufzunehmen, und in diesem Kampf um die Seele des Landvolks trotz aller Anfeptung mutig und glaubensstark aushalten, so ist das alles vornehmlich dem Wirken Aham Mepenscheins zu verdanken, der der länd­lichen Genossenschaftsbewegung die geistigen Waffen gege­ben hat, die es im Kampf für Raiffeisen und das Land­volk zu schwingen gilt. Seitdem er 1894 zum ersten Male auf dem Verbandstag in Schlächtern in öi£ ©effentlipkeit hat, ist fast keine bedeutsamere Raiffeisen-Tagung in Kur= Hessen voräbergegangen, wo nicht Meyenschein mit seinem klaren, überzeugenden und packenden Wort die Seele seiner Zuhörer mit freudiger Begeisterung und tiefem Ernst für die Sache erfüllt und ihnen die umfassende Bedeutung der genossenschaftlichen Selbsthilfe gezeigt hätte. Eine unend­liche Kiaft ist von diesen Vorträgen ausgegangen, und mancher Zuhörer hat sich von dieser Kraft etwas mitnehmen können, um daheim in seinem Raiffeisen-Verein sich und I anderen das Herz warm zu machen zu echter Raiffeifens tat. Wen Meyenschein nicht mit dem gesprochenem Wort erreichen konnte, den hat er gepackt mit dem schriftlichen Wort in dem Raiffeisen-Boten, der dank seinem langjährigen Wirken heute eine Auflage von 48 000 Stück erreicht hat. Eine Hülle von Schriften ist aus seiner volkstümlichen Feder hervorgegangen, in denen er dem Raiffeisengedan- Ken eine i'nübertrefflip; und jeden Leser in der Seele packende Darstellung gegeben hat.

Jn zahlreichen Ehrenämtern der kurhessischen Raiffeisen» Organisation, deren Perbandsvorstand er bis zum 50. Juli 1950 angehörte, vor allem aber als langjähriges Rup fiptsratsmitglieb der Landwirtschaftlichen öentraldarlehns- lursse für Deutschland, als Mitglied des Generalverbandsra­tes der deutschen Raiffeisen-Genossenschaften, eine Reihe von Jahren hindurch als Mitglied des preußischen Abgearb« netenhouses und als üiitglieb der Landwirtschaftskammer Kassel hat er wie keiner vor Freund und Feind mit, klarem verstand und unerschrockenem Mut für die Raiffeisensache gewirkt. Jn Kampfeszeiten hat er stets in vorderster Front gestanden.

Was dem Jubilar die Kraft gab, sich so mit Leib und Seele der Raiffeisensache zu verschreiben, daß er schließ­lich ihr zu lieb seinen Pfarrberuf aufgab, um ihr haupt­amtlich dienen zu können, das war ihm, wie er einmal selbst sagte, die heilige Ueberzeugung, daß in Raiffeisen dem Manne und inRaiffeisen", dem Werk des Mannes, seinem Volk etwas gegeben ist, das ihm damals fo nötig war wie das tägliche Brot und das ihm heute und für die kom­menden Jahre noch nötiger ist wie damals die Spule, wo es Selbsthilfe und Gemeinsinn lernen soll und kann, um aus einem Nicht-Volk, aus einem Haufen, wieder ein Volk zu werden an dem Gott Ehre und Menschen, die guten Willens sind, Freude haben können, ein Volk das dadurch selbst jum Stieben kommt. Und weiter war es ihm der Umstand, daß er bei Raiffeisen zahlreiche Men­schen fand, die unterm Bauernwams, unterm Arbeiterkind, unterm Beamtenrock und unterm Handwerkskleid hohe Gedanken in treuem Herzen trugen, Menschen aus allen Parteien, allen Ständen und allen Konfessionen.

Wenn nun heute die große Spar der Raiffeisenmänner des deutschen In- und Ruslanbes sich in herzlicher Dank­barkeit im Geiste um den Jubilar versammelt, so ver­einigen wir uns mit ihr in dem Wunsche, daß der trotz seiner 69 Jahre noch immer jungfrische Raiffeisenkämpfer Abam Meyenschein der hessischen Raiffeisensache noch recht lange als ihr Getreuer Eckart erhalten bleibe!

Rücklagen. Ein frankfurter Sportangler fifpte aus der Kinzig einen 18% Pfund schweren Hecht. Der HP hatte eine Länge von 1,05 Meter und einen Umfang von 40 Ttm.

Tan n (Rhön). Jn dem benachbarten Dorf Habel statt im verlaufe eines Streites der Knecht Rammet den Eh werbslosen Kirchner mit einem Messer in die Brust. Der Getroffene starb nach kurzer Zeit. Rommel wurde festge- nommen.

H r a n k f u r t a. M. Der Reichskommissar für Prech Überwachung hat für Hessen-Nassau den Stadtrat a. D, Dr. Heinrich Langer in Frankfurt a. M. als Landesbeauß fragten eingesetzt.

Frankfurt a. M. ((Ein Toter und sechs Derlei bei einem Autounfall.) Sonntag nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr sah der Schrankenwärter einer zwischen Rödelhem und Eschborn befindlichen Eisenbahnschranke seitlich bes Ueberganges auf einem Acker ein umgestärztes Auto lie- gen. Neben dem Auto lag ein Mann, der anscheinend bei dem Unfall zu Tode gekommen war. Sechs weitere ver­letzte wurden nach dem Krankenhaus gebracht. Die Nach­forschungen ergaben, daß das Auto etwa um 4 Uhr, von Eschborn kommend, auf eine seitliche Schrankenstätze bet offenstehenden Schranke angefahren war. Der Anprall i muß sehr heftig gewesen sein, da sich der Wayen über-, schlug. Der Wagen gehörte der Firma Hoppe u. Hochge- 'fang in Frankfurt a. M.-Höchst.

Kriegerverein Schlüchtern.

Am Mittwoch, den 27. Januar 1932 abend«

8 Uhr findet imISaale des Kameraden Hafner eine Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beschlußfassung über die Sterbekasse. 2, Senkung der Beiträge. 3. Volkstrauertag betr. 4. Vertrag betr. Ab- j rüstungskonferenz. 5. Verschiedenes. Rechts zahlreiches Er­scheinen erwünscht. Der Vorstand.

Hansfrauenverein Schlüchtern.

Mittwoch, den 27. Januar abends 8 Uhr findet in der Turnhalle (Grabenstraße) eine Versammlung statt. Frau M. Friedrich aus Darmstadt hält einen Vortrag :Wie Heiz- ich richtig". Mit erklärenden Lichtbildern. Wir bitten um recht zahlreichen Besuch der Versammlung.

Der Vorstand.

Freiwillige Feuerwehr Schlüchtern.

Don«rrsta?!,838. Jan. abends 6% Uhr Uebunß%ämttiper Mannschaften der Wehr.

Der F ü h r e r: Denhard.

e Futzballverein Schlächter» 1810 e. D.

Mittwoch, den 27. Januar 1932 ^.pünktlich abends 8 Uhr in der neuen MSchulturnhalle Training sämtlicher ^Mannschaften. Vollzähliges Erschei­nen wird erwartet. Anschließend im Vereinslokal Tpleler-

fthnng. Tagesordnung: 1. Verbandsspiel der 2. Mann­schaft in Breitenbach am Sonntag, den 31.%. 1932. 2. Verschiedenes. Der Spielausschuß.

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Ar beitergesangvereinVorwärts" Schlächtern.

Mittwoch, den 27. Januar abends 8 Uhr Gesangstunde für den Männerchor, um 9 Uhr Gesangstunde für den gemischten Chor. Voll­zähliges und pünklliches Erscheinen erwartet Der Vorstand.

verantwortlich für den Inhalt: fr. Steinfeld.

Am 21. Januar 1932 ist unser Kollege der

Maler- und Weistbinbermelster

Heinrich Arbach

unserer Innung durch den Tod entrissen worden, verlieren in dem Heimgegangenen einen Anhänger fleißigen Mitarbeiter in unserer Korporation. Wir den ihm ein treues Andenken bewahren.

Maler- und Welstblnberinnung des Kreises Schlüchtern.

Wir und wer-

Bekanntmachung.

Donnerstag, den 28. Januar 1932 15 Uhr sollen zu Schlüchtern Gastwirtschaft Adler, Brückenauerstratze: 1 Registrierkasse, 1 Kassen- schränk, 1 Büffet, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 1 Tisch, 1 Chaiselongue, 1 Sofa, 1 Kommode, 1 Dertikow, 1 Divan, 1 Schreibtisch, 1 neue Näh- Maschine, 1 neue Tafelwage, verschiedene neue Ackereggen und Ackerpflüge, 1 neuer Feder, wagen, 2 neue Pürschbüchsen, 1 neue Waschma­schine, verschiedene neue Oefen und Herde und noch andere Gegenstände öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung zwangsweise ver- steigert werden.

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Rufgebot.

Das Sparbuch Nr. 7823 Scr. 1 lautend auf:

Margarete Schlichting, Höf und Haid, jetzt Ehefrau des Michael Mlinaric, Hombruch b. Dortmund, Wilhelmstr. 8 ist in Verlust geraten.

Der Sparbuchinhaber wird aufgefordert, un­verzüglich das Sparbuch vorzulegen, andernfalls das Sparbuch nach Ablauf einer Frist von vier Wochen nach der zweiten Bekanntmachung dieses Aufgebots, die mit einer gwischenfrist von vier Wochen nach erfolgtet erstmaliger Bekanntma­chung zu erfolgen hat, für kraftlos erklärt wird.

Der Vorstand

der Kreissparkasse Schlstchlern:

J. V.: gez. Preiß.

©ittförfltrti SalMiifltr versteigert öffentlich meistbietend am Mittwoch, den 10. Februar 1932 'vormittags 9 Uhr im «Basthauszszum Engel" ichSalmünster: Aus den Förstereien: Häuserdick, Alsberg, Ahl: Aus den Distrikten: 35, 103/122, 113a/b, 146a.

Brennholz:

Eiche: Scheit ges. = 10 Rm.

Buche: Scheit" ges. = 1748 RmScheit,anbr.

= 38 Rm., Knüppel'--'30ORm.,

Reis 1. (gehackt) 56 Rm.

Anderes Laubholz: Scheit = 3!.Rm., Fichten; Knüppel 10 Rm. (2 Meter lang).

Altpapiervertauf.

Am 4. Februars. 3s. vorm. 10 Uhr sol­len beim Amtsgerichten Fulda Zimmer Nr. 16 die bei diesem und 7 venachbarten Gerich­ten lagernden, ausgesonderten Akten im Gesamt­gewicht von etwa 130 Zentnern als Altpapier zum Einstampfen im Wege der Versteigerung ver­haust werden. Etwaige schriftliche Angebote sind bis zum Termin dem Amtsgericht in Fulda ein' zureichen.

H R. B 7. -29-

Bckaunt »itachun g.

Jn unser Handelsregister ist bei Nr. 7: Hessi­sche Portland-Zement-Fabrik Steinau, Aktienge­sellschaft Berlin heute folgendes eingetragen wor­den :

DerlSitz ist nach Steinau,'Kreis Schlüchtern verlegt.

Steinau (Kr. Schlüchtern), den 21. Januar 1932

Amtsgericht.

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