Nr. 4
Schlüchterner Zeitung
L. Blatt
Deutsche Konzerne.
Die wenig erfreulichen Erscheinungen bei verschiedenen deutschen Unternehmungen sind zweifellos geeignet, das Vertrauen der Oeffentlichkeit in die deutsche Privatwirtschaft stark zu erschüttern, und es entspricht durchaus einem gefunden Rechtsempfinden, wenn die Allgemeinheit und nicht zuletzt die Wirtschaft selbst schärfstes Vorgehen gegen die Schädlinge des deutschen Wirtschaftslebens fordern. Erfreulicherweise handelt es sich bei den in Frage kommenden Betrieben doch nur um eine kleine Minderheit, die weitaus große Mehrheit der deutschen Wirtschaftsbetriebe ist — j natürlich abgesehen von den allgemein in Erscheinung tretenden furchtbaren Wirkungen der Weltwirtschaftskrise — in ihrem inneren Aufbau gesund. Wir denken da vor allem an die ganz großen Wirtschaftskonzerne, die gewissermaßen das Gerippe des deutschen Wirtschaftskörpers darstellen.
Die Entfaltung der Wirtschaft ist nicht denkbar ohne neuzeitliche, leistungsfähige Verkehrseinrichtungen. In feinem weitverzweigten Eisenbahnnetz besitzt das deutsche Volk ein hervorragendes Hilfsmittel, dessen Ausbau ein Werk jahrzehntelanger Bemühungen war. Ursprünglich als Privatbahnen gebaut, gingen die deutschen Bahnen später als Staatsbahnen in das Eigentum der Bundesstaaten über. Eine Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahnwesens hat uns erst der Weltkrieg und die darauf folgende politische Neuordnung gebracht. Am 1. April 1920 wurden die Landeseisenbahnen auf Grund der Weimarer Verfassung in das Eigentum des Reiches übernommen. Im November 1923 erhielt die Reichsbahn wirtschaftliche Selbständigkeit und im Februar 1924 Rechtsform als „Unternehmen Deutsche -Reichsbahn". In den folgenden Jahren wurde das Schicksal der Reichsbahn mit der Frage der deutschen Kriegstribute verknüpft. Aus Grund des Dawesplanes wurde die „Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft" gegründet, die mit der Aufbringung eines wesentlichen Teiles der Reparationen belastet wurde. Als juristische Person hat die Reichsbahn- Gesellschaft eigenes Vermögen, die Reichsbahnanlagen jedoch 'bleiben Eigentum des Reiches und find der Gesellschaft nur zu treuen Händen für die Dauer ihres Betriebsrechtes überlassen. An der Spitze der Gesellschaft steht ein Generaldirektor. Zur Ueberwachung seiner Geschäftsführung und zur Entscheidung über wichtige Fragen ist ein Verwaltungs- rat von 18 Mitgliedern eingesetzt, von denen bis zum In- ' krafttreten des Doungplanes die Hälfte von den Repara- tionsgläubigern ernannt werden mußte. Die Neuregelung t der Reparationsfrage im Jahre 1929 brächte dann wesentliche Aenderungen des Reichsbahngesetzes, vor allem die ' Beseitigung jeder ausländischen Beteiligung in der Ver- waltung der deutschen Reichsbahn. Aufrechterhalten wurde gber private und unabhängige Charakter der Gesellschaft mit Einschluß ihrer selbständigen Verwaltung in wirtschaftlicher und finanzieller Beziehung sowie auch in bezug auf Personalfragen. Das Kapital der Gesellschaft belauft sich auf 13 Milliarden RM Stammaktien und 2 Milliarden RM Vorzugsaktien. Die Gesellschaft ist mit einem Personalstand
Iun rund 675 000 Köpfen das weitaus „größte deutsche Lirtschaftsunternehmen und damit ein wichtiger Bestand- eil der Volkswirtschaft und mit seinen Anlagen und Vermögenswerten ein unschätzbarer Besitz des deutschen Volkes.
Unter Den privalwirtschaftlichen Unternehmungen steht ier große Konzern der deutschen chemischen Industrie, s. G. Farben-Industrie A.-G., an der Spitze. Dieses größte deutsche Industrieunternehmen ist 1925 durch die Fusion der sechs führenden Firmen der chemischen Industrie — dar- Bmfer die Badische Anilin- und Soda-Fabrik, Ludwigs- Hafen, die Farbenfabriken vorm. Bayer-Leverkusen — entstanden. Die Interessengemeinschaft gliedert sich in fünf große Betriebsgemeinschaften, die Haupterzeugnisse sind Teerfarbstoffe, pharmazeutische Produkte, Chemikalien, Sprengstoffe usw. Besondere Bedeutung hat die durch den Krieg lebenswichtig gewordene Luftstickstosfherstellung, für ^die das große Ammoniakwerk Merseburg eigens gegründet _ wurde. Das Gesamtkapital, das sich bei der Fusion auf Ü 646 Millionen RM belief, beträgt heute 1,1 Milliarden RM. ! Zur Regelung und Sicherung des Absatzes sind im Laufe v der letzten Jahre zahlreiche Abkommen mit ausländischen
11 Industrien getroffen worden. Der Grundbesitz der I. G. n wird auf über 8000 Hektar beziffert, die Stärke der Beleg- schaft auf etwa 90 000 Mann.
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je Besondere Würdigung verdient auch der große AEG.- ii Konzern. Die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft ist her- t> vorgegangen aus der deutschen Edison-Gesellschaft für an= gewandte Elektrizität, die im Jahre 1883 von Emil Rathest nau mit einem Anfangskapital von 5 Millionen Mark ge- ' gründet wurde. Heute verfügt der Konzern über ein Ge- ” samtaktienkapital von 200 Millionen RM und unterhält c, mehr als 300 Niederlassungen in der ganzen Welt.
ts Auf dem Gebiete des Versicherungswesens nimmt Sie c Allianz und Stuttgarter Verein Versicherungs-A.-G. mit ' über 234 Millionen RM Aktiva die erste Stelle ein. Im Jahre 1890 mit einem Grundkapital von 4 Millionen Mark _ gegründet, beschränkte sie sich ursprünglich auf den Betrieb " der Unfall- und Haftpflicht-, der Transport- und Garantie- versicherung. Bald nahm sie auch die Feuer- und Einbruchs- " diebstahlversicherung hinzu, und heute umfaßt ihr und der f ihr angeschlossenen Gesellschaften Geschäftsgebiet sämtliche I Dersicherungszmeige. Im Laufe der Jahre sind nicht meni- Mer als acht Gesellschaften zu einem einheitlich geleiteten Großbetriebe zusaminengefaßt worden. Als im Jahre 1929 der Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen Versichc- rnngs-A.-G. erfolgte, glaubte die Allianz im Interesse der ii deutschen Gesamtwirtschaft, der deutschen Privatversicherer ii' und im eigenen Interesse hier helfend einspringen zu müs- n- sen. Hunderttaufenden von Versick-erten ist dadurch der ge- »' wohnte Versicherungsschutz erhalten, so daß das Vertrauen zu der deutschen Privatversicherung nicht erschüttert wurde.
Beamte verklagen den Fiskus.
□ Beim Landgericht I Berlin ist die Klage eines Oberstudien- direktors und eines Obcrstudienrntcs gegen den preußischen Fiskus 1: «'»gegangen, in der unter Bezugnahme auf den einstimmigen Be- ii schloß des preußischen Staatsrates uom 30. September o. J. die H Dcrsassnngswidrigkcit und Rechtsungöltigkeit der preußischen Spar- Verordnung uom 12. September v. J. in eingehenden Ausführun- y 8«» dargelegt und derzufolge der Sparverordnung gekürzte Gc- Haltsbetrag von den Klägern zurückgefordert wird.
Außen- und innenpolitische Not.
Dietrichs Rede in Stuttgart.
Stuttgart, 7. Januar
Reichsfinanzminister Dr. Dietrich hielt auf der Tagung der schwäbischen Demokraten eine Rede, in der er u. a. ausführte: Das Jahr 1932 wird ein Jahr der schwersten Entscheidungen werden. Außenpolitisch geht der Kampf um die Regelung der deutschen Privatschulden und um die Reparationen, innenpolitisch wird das heutige System darum zu kämpfen haben, sich gegen, die anstürmenden neuen Gewalten zu verteidigen.
Soeben hat der Beratende Sonderausschuß bei der B33 aus dem Gang der Dinge Schlußfolgerungen gezogen, und in einer, wenn auch verklausulierten Form ausgesprochen, daß ohne eine gründliche Neuordnung des Reparationspro- blems eine Genesung nicht eintreten wird. Es steht also nach Meinung aller Sachverständigen fest, daß die heutige Krisis mit in erster Linie aus die Zahlungen Deutschlands aus dem verlorenen Kriege und die Verrechnung der Kriegsschulden unter den Alliierten zurückzuführen ist.
Ich bin aber nicht vermessen genug, zu behaupten, daß die Reparationszahlungen und Schuldenverrechnungen allein die Schuld an der Weltkrise tragen. Vielmehr sind daran : ebenso sehr schuld die unmöglichen Friedensverträge, die den Kriegszustand in latenter Form fortgesetzt haben und die wirtschaftlichen Fehlgriffe der vergangenen Jahre, in denen eine Ueberspekulation in Wertpapieren und in Waren statt- gefunden hat, die schließlich unter Zerstörung einer ungeheuren Menge von Kapital zusammenbrach und #)amit einen großen Teil der Betriebsmittel der Weltwirtschaft vernichtete.
Zur Innenpolitik übergehend, bemerkte Dietrich: Hinter uns liegt das Jahr der Notverordnungen. So wichtig der Inhalt der Notverordnungen ist, entscheidend für die Zukunft des deutschen Volkes wird der Ausgang des Kampfes fein, der sich in einigen Monaten bei der Wahl des Reichspräsidenten entspinnen wird.
Hier wird sich zeigen, ob das deutsche Volk gesonnen ist, einzusehen, daß man nur mit Einsicht, Beharrlichkeit und rücksichtsloser Anspannung aller Kräfte die Not meistern kann, aber nicht dadurch, daß man irgend einem Phantom nachläuft, das dem deutschen Volke Wunder verspricht. Hier ist die Schicksalswende Deutschlands. Die Frage, ob die besonnenen Elemente sich durchsehen, wird über Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes entscheiden.
Die Außenpolitik kann nur mit Erfolg betrieben werden, wenn der Kampf im Innern gedämpft wird. Dabei wird entscheidend sein, ob das Bürgertum neben den staats- ; bejahenden Parteien des Zentrums und der Sozialdemo- kratie gesonnen ist, sich zusammenschließen, um eine politische Rolle zu spielen. Die Reichsregierung kann und wird ihre Pläne durchsetzen und das Volk wird durch die Schwierigkeiten der Zeit hindurchkommen, wenn es entschlossen ist, an seinem Teil den Kampf um seine Zukunft aufzu- nehmen.
' Botschasierkonferenz in Berlin.
Berlin, 7 Januar
Die deutschen Botschafter von Hoesch, von Neurath und von Schubert sind nach Berlin gekommen und werden hier Besprechungen mit dem Reichskanzler und den für die Tri- buffrage zuständigen Ressortministern haben, um sich eingehend über die Absichten der Reichsregierung bezüglich der Tributkonferenz zu unterrichten.
Der Reichskanzler benutzte die Anwesenheit des amerikanischen Botschafters in Paris, Edge, zu einem eingehenden Meinungsaustausch mit diesem.
Freiherr von Neurath, der deutsche Botschafter in London hat inzwischen dem britischen Außenminister einen Besuch abgestattet und aus die Notwendigkeit einer baldigen zufriedenstellenden Dauerlösung der Tributfrage im Interesse der Erhaltung der Kreditwürdigkeit und Wiederbelebung des Wirtschaftslebens in Deutschland hingewiesen. Der eng- lische Außenminister erkannte voll an, daß auch die eng- lische Regierung eine dauernde Lösung an sich für die wünschenswerteste hielt, wies aber auf die veränderten Umstände hin, die eine derartige Lösung nicht möglich mach-
Die Jugend siegt.
Weltmeistern im Eiskunstläufen Sonja Henie (links) und ihre schärfste Rivalin bei der letzten Weltmeisterschaft Hilde Holovski-Wien, die sich jetzt den österreichischen Meistertitel holte. Hilde Holovski ist ebenso wie die deutsche Meisterin Michaelis erst 15 Jahre alt.
Die neuen Postgebühren
Ab 15. Januar betragen die Gebühren 1. für Briefe im Fernverkehr bis 20 Gramm 12 Rpf, über 20 Gramm bis 250 Gramm 25 Rpf, über 250—500 Gramm 40 Rpf; 2. für Postkarten im Fernverkehr 6 Rpf; 3. für Pakete, die in der nachfolgenden Uebersicht zusammengestellten Gebührensätze, zu denen bei Nichtabholung eine Zustellgebühr von 15 Rpf für jedes Paket Hinzutritt, die auch vom Absender voraus- gezahlt werden kann. Der Freimachungszmang für Postpakete wird gleichzeitig aufgehoben, für nichtfreigemachte Pakete bis 5 Kilogramm einschl. wird neben dem Fehlbetrag ein Gebührenzuschlag von 10 Rpf nacherhoben. Die neuen Paketgebühren betragen im Einzelnen:
Gebühr
Für Pakete*)
1. Zone
2. Zone
3. Zone
4. Zone
5. Zone
bis
üb. 75
üb. 150
'üb. 375
üb. 750
75 Km.
bis 150
bis 375
bis 7Sss
Km
Km.
Km.
Km.
RM
RM
RM
RM
RM
bis 5 Kg.
0,30
0,40
0,60
0,60
0,60
über 5
„ 6 „
0,35
0,50
0,80
0,90
1 —
., 6
,. 7 „
0,40
0,60
1,—
1,20
i,40
„ 7
„ 8 „
0,45
0,70
1,20
1,50
1,80
„ 8
„ 9 „
0,50
0,80
1,40
1,80
2 20
„ 9
„ 10 „
0,55
0,90
1,60
2,10
2/0
., 10
„ 11 „
0,65
1,05
1,80
2,35
2 chO
., 11
„ 12 „
0,75
1,20
2 —
2,60
3,20
„ 12
„ 13 „
0,85
1,35
2,20
2,85
3 50
„ 13
„ 14 „
0,95
1,50
2,40
3 10
3 80
„ 14
„ 15 „
1,05
1.65
2,60
3.35
4.10
„ 15
„ 16 „
1,15
1 ?0
2,80
.0.66
4 40
„ 16
„ 17 „
1,25
1,95
3,—
3,85
4 70
„ 17
„ 18 „
1.35
2,10
3,20
4,10
5.—■
„ 18
„ 19 „
1,45
2,25
3.40
4,35
5,30
„ 19
„ 20 „
1,55
2,40
3.60
4.60
5,60
*)
Im Paketverkehr zwischen Ostpreußen
und dem
ül rinnt
Reich wird dir Gebühr der jeweilig nachstniedrigen Zone in An
satz gebrach:
Degen 20 Blatt in den Tod. Am Ufer des Templiner Sees bei Berlin hatte der 17jährige Fleischerlehrling Paul Torgau seine Kleider zurückgelasjen mit einem Zettel, auf dem stand: „Sachen abzugeben bei Torgau, Neukölln, Warthestraße 45". Die polizeilichen Nachforschungen ergaben, daß Torgau, der bei einem Fleischermeister in die Lehre ging, für diesen Neujahrsbestellungen ausführen mußte, wobei er 20 Mark verlor. Er wußte nicht, wie er das Geld ersetzen sollte und hat vermutlich in feiner Bedrängnis Selbstmord begangen. Seine Leiche konnte jedoch noch nicht gefunden werden.
Die Leichen der Bergleute noch nicht geborgen. Ununterbrochen gehen die Bergungsarbeiten auf der Karsten- Zentrum-Grube bei Beuthen weiter. Es ist noch nicht gelungen, die Leichen 5er verschütteten 14 Bergleute freizulegen.
Selbstmord eines polnischen Abgeordneten. Aus unbe- kanntetz.Gründen hat im Abgeordnetenhaus inWarschau der Abgeordnete Warynski Selbstmord durch Erhängen verübt. Warynski gehörte der rechtsradikalen Gruppe des Regierungsblocks an.
Kreuzer „Köln" fährt in den Atlantik. Der Kreuzer „Köln" hat Wilhelmshaven verlassen, um etwa drei Wochen in See zu gehen und zwar in die Biskaya. Dort wird der Kreuzer „Köln", der bis zur Indienststellung des Artillerieschulschiffes „Bremse" zu Schulzwecken gebraucht wird, artilleristische Erprobungen vornehmen. Vom 14. bis 21. Januar besucht der Kreuzer „Köln" den portugiesischen Hafen Ponta Delgada auf den Azoren. Am 28. Januar kehrt der Kreuzer nach Wilhelmshaven zurück.
Zweimal so groß wie die „Do X". Augenblicklich ist man auf der Flugzeugfabrik Koolhoven in Rotterdam mit der Ausarbeitung der Pläne für den Bau eines Flugbootes beschäftigt, das zweimal so groß werden soll wie das deutsche Flugboot „Do X". Das neue Flugboot soll mit zehn Motoren von je 1000 PS ausgerüstet werden, die zusammen drei Schrauben treiben sollen. Die Geschwindigkeit soll auf 210 Kilometer in der Stunde gebracht werden. Das Ladevermögen soll 42 Tonnen betragen bei einem Totalgewicht von 100 000 Kilogramm. Wegen der enormen Ausmaße soll das Flugboot besonders für Ueberseeflüge, so für Flüge nach Indien, verwandt werden.
Streckenflug Paris—Indochina. Die Strecke Marse i 11 e—A then haben die beiden französischen Flieger Codos und Robida, die mit einem Militärflugzeug einen Etappenflug nach Hanoi (Indochina) unternehmen, in einem ununterbrochenen Fluge zurückgelegt. Die beiden Flieger hoffen, am Sonntag an ihrem 'Bestimmungsort einzutref- fen.
Goldflugzeug notgelandet. Jnfole dichten Nebels mußte bei St. Quentin ein holländisches Flugzeug, das sich mit einer Ladung Gold auf dem Wege nach Paris befand, eine Notlandung vornehmen.
kein politischer Word in Leverkusen. Bei dem erschossenen Arbeiter Lorscheid in Leverkusen hat sich die Annahme, daß es sich um einen politischen Mord handelt, nicht bestätigt. Die Polizei nimmt vielmehr an, daß Lorscheid Selbstmord verübt hat, obgleich die Leiche drei Schüsse auf- weist. Die Waffe hat man allerdings nicht^gefunden. Man nimmt aber au, daß eine Person, die den Toten zuerst entdeckte, die Waffe an sich genommen hat. Der Tote soll in letzter Zeit häufig die Absicht geäußert haben, seine Familie und sich selbst umzubringen. Die Untersuchung wird fortgesetzt.
Kommunistische Kundgebung in Osaka. Zwischen streikenden Arbeitern und der Polizei ist es in Osaka (Japan) zu scharfen Zusammenstößen gekommen. Die Arbeiter ver- anstalteten eine Kundgebung und führten im Zuge Anschriften mit kommunistischen Losungen mit sich.^Die Polizei beschlagnahmte die Aufschriften, wobei es zu Schlägereien kam. 32 Arbeiter wurden verletzt.
Wilde Streits in japanischen Metallwerken. Zu wilden Streiks ist es in verschiedenen Industriestädten I a p a n s gekommen. Die Arbeiter einiger Metallwerke verlangten Lohnerhöhungen, die von den Werkszeitungen nicht bewilligt wurden. Die Polizei nahm Verhaftungen vor und schützt die Betriebe. Stellenweise ist die Arbeit bereits wieder ausgenommen worden.