flus Stadt, Kreis und Provinz
Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Kreisgebiet sind für diese Rubrik willkommen.
Der Januar.
Der Januar, der erste Monat des Jahres, wird auch „Erster", „Erstling" oder „Jahrmonat" genannt. Weil er für gewöhnlich schneereich und eiskalt durch das Land marschiert, heißt er im Kalender auch „Schnee- oder Eismonat". Der Januar hat 31 Tage, davon sind 5 Sonntage und 2 Feiertage, nämlich der 3„ 10., 17. 24. und 31. Januar, sowie der Neujahrstag und das Dreikönigs- sest. An politischen Gedenktagen bringt uns der 18. Januar den Erinnerungstag an die Reichsgründung in Versailles im Jahre 1871. Nach dem hundertjährigen Kalen- oer soll der Januar trocken und nicht sehr kalt werdest. Der Januar hat seinen Namen nach dem römischen Gotte Janus. Die alten Deutschen nannten den ersten Monat des Jahres Hart- oder Lismonat. Der Januar zeichnet sich gewöhnlich dadurch aus, daß er der strengste Wintermonat zu sein pflegt. Wenn der Januar keinen Schnee dringt (was hoffentlich nicht zutrifft), so ist auch nicht damit zu rechnen, daß der Februar- und Märzschnee von langer Dauer sein wird. Ein milder Januar ist im allgemeinen kein günstiges Zeichen, weil dann draußen in der Natur die Welt vom Winterschlaf erwacht und den Kälte- rückschlägen der beiden anderen Wintermonate keinen genügenden Widerstand entgegensetzen kann. ‘Jm Januar wünscht sich der Landwirt einen strengen Frost, damit die Erdkruste ordentlich zersprengt und der Boden aufgelockert wird. Die Bauern- und Wetterregeln besagen: „Januar kalt und klar bringt ein gutes Jahr". — „Jm Januar muß die Straße einen Güterwagen tragen", also stark gefroren sein. — „Januar soll vor Kälte knacken, wenn die Ernte gut soll sacken". — „Reichlich Schnee im Januar gibt den Dung fürs ganze Jahr". — „Knarrt im Jänner Eis und Schnee, gibt? zur Ernt' viel Korn und Klee". — Januar muß mit Strenge walten, sonst wird sich der Frühling nicht gut halten."
Dreikönigsfest.
Die heiligen Drei-Könige mit ihrem Stern kommen gegangen. Sie heißen Kaspar, Melchior und Balthasar. Der heilige Stern von Bethlehem hat sie zusammengesührt. Der Kaspar ist schwarz und kommt vom Mohrenland. Der Melchior ist in Arabien beheimatet. Der Balthasar stammt aus perfien. Dem heiligen Kindlein wollen sie huldigen. Weihrauch, Myrrhen und Gold sind ihre Gaben. Dreikö- nigstag, der 6. Januar, wird auch Lpiphanie oder Lrschei- nungsfest genannt. Die Kirche widmet den Tag dem Andenken und der Berufung jener Magier, Sterndeuter und Weltweisen, die als Erstberufene aus der Heidenwelt das Jesuskind anbeteten. — Fchr die Weinbauern ist Dreikönig Wein- prophet. „Ist Dreikönig hell and klar, gibts viel Web: in diesem Jahr.' Dreikönigs-Bräuche sind die kirchlichen Weihen von Brot, .Salz und Kreide. Geweihter Brot und Salz wird am Dreikönigstag den Angehörigen und dem Vieh gegeben als ein Schutz gegen Krankheit und Unglück. Mit Dreikönigskreide schreibt man T. M. 8. oder auch T ^ M -^ B über die Türen. — Als besonders heilkräftig gepriesen wird das Dreikönigswasser, das am Tage selbst vom Priester gesegnet wird. Ein schöner alter Brauch ist das Sternsingen. Drei Kinder ziehen am Vorabend von Dreikönig als Kaspar, Melchior und Balthasar durch das Dorf. Dabei tragen sie einen „goldenen" Stern mit und singen um eine Gabe. „Um Dreikönig wächst der Tag, soweit das Hirschlein springen mag."
Wetterbericht. An der Südseite der über dem nördlichen Europa befindlichen Tiefdruckgebiete hat warme Luft ganz Deutschland überflutet, wobei es überall zu sehr ergiebigen Regenfällen und starkem Tauwetter kam. Diese warme Westströmung ist im Norden begrenzt durch eine Linie, die von Schottland über Hamburg nach Südpolen geht. Nördlich dieser Linie lagern Kaltluftmassen mit meist östlicher Strömung. Buch im nördlichen Deutschland herrschen vielfach niedrige Temperaturen. In unserem Gebiet wird aber die milde Westströmung vorläufig anhalten, wobei noch weiterhin vielfach Regenfälle austreten. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß späterhin die Entwicklung eines neuen Tiefdruckwirbels die im Norden lagernden Kaltluftmassen südwärts in Bewegung setzen und bei uns einen Temperaturrückgang hervorrufen wird. Für diese Entwicklung sind aber z. 3t. die Vorzeichen noch nicht zu erkennen. — Vorhersage für Montag: Bedeckt, vielfach Niederschläge
mild, lebhafte westliche Winde. — Witterungsaussichten für Dienstag: Vorerst Fortdauer des milden und trüben Westwindwetters.
Sparen und Einschränkung! — das ist die Losung von heute. Leider kann dabei auch am haushaltungs- Budget nicht vorübergegangen werden. Jede verantwortungsbewußte Hausfrau wird aber alles daran setzen, trotzdem die Ernährung der Ihrigen auf dem bisherigen Stande zu erhalten. Denn gesunde und ausreichende Kost ist heute mehr denn je erforderlich, um den Körper mit den nötigen Energien für den schwierigen Existenzkampf zu versehen. Jede Preissenkung von Lebensmitteln hilft der Hausfrau in dem genannten Bestreben und so wird sie es freudig begrüßen, daß jetzt auch zwei für die menschliche Ernährung äußerst wichtige Speisefette, nämlich die beliebte „Scniella-" Margarine und das ebenfalls allgemein geschätzte „Palmin" im preise gesenkt worden sind. Das halbe Pfund kostet jetzt nur noch 32 pfg. Somit ist zu hoffen, daß im Haushalt, wenigstens auf dem Gebiet des Fettverbrauchs, eine Einschränkung vermieden werden kann.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 4. 1. 1932. Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1454 Rindern, darunter 348 Ochsen, 151 Bullen, 463 Kühen, 415 Färsen, ferner 558 Kälbern, 106 Schafen und 5834 Schweinen. Bezahlt wurde:
Ochsen a 1 30—34, b 25-29, c 22—25,
Bullen a 26—29, b 20-25,
Kühe a 24—27, b 20—23, c 14-19,
Färsen a 30—34, b 26—29, c 22—2 5, Kälber b 35—42, 33—37, 28—32, Schafe a 1 24—27, b 18—23, Schweine b 39—42, 39—43, 38—41, 35—40. Rinder ruhig. Kälber und Schafe langsam. Schweine schleppend.
L-Pfg.-Stephan-Postkarken verlieren ihre Gültigkeit. Die am 7. Januar 1931 ausgegebenen Postkarten mit dem Bildnis des Generalpostmeisters von Stephan werden von den Postanstalten nur noch bis Ende November verkauft. Ende Dezember 1931 verliert der Freimarkenstempel von 8 Reichspfennig auf den Stephankarten seine Gültigkeil. Karten, die von den Käufern bis dahin nicht aufgebraucht sind, können während des Monats Januar 1932" bei den Postanstalten gegen Freimarken oder gewöhnliche Postkarten gebührenfrei umgetauscht werden
Kanada nimmt wieder deutsche Landwirte aus Die kanadische Regierung yot für das Jahr 1932 die Einwanderung von landwirtschaftlichen Familien deutscher Staatsangehörigkeit in den See-Provinzen Kanadas Reu-Braun- schweig und Neu-Schottland vorgesehen. Familien, die außer dem Fahrgeld über Mark 4000.— verfügen und zur Auswanderung nach Kanada entschlossen sind, erhalten Auskunft über Abfahrten, Fahrpreise und erforderliche Einreisepapiere bei der Hamburg-Amerika-Linie oder ihren Vertretern.
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Breitenbach. Am Sonntag Abend gegen 11 Uhr wurden die Bürger von Breitenbach durch laute „Hilferufe", die in der Gegend nach Schlüchtern vernehmbar waren, in nicht geringe Aufregung versetzt. Nachdem sich einige hilfsbereite, mit Laternen bewaffnet, dem vermeindlich Uebersallenen genähert hatten, stellte sich ein ganz harmloser Vorfall heraus: Ein Schlüchterner Bürger, welcher sich auf dem Nachhausewege von Breitenbad) nach Schlüchtern befand, war infolge der starken Dunkelheit von der Straße abgekommen und befand sich mitten auf einem Ackergrunbftück, das durch den gestrigen starken anhaltenden Regen vollständig aufgeweicht war und unter Wasser stand. Der Bedauernswerte, der nicht vor noch rückwärts konnte, hatte schon eine Viertelstunde erfolglose anstrengende Befreiungsversuche gemacht, ehe er sich entschloß, seine „S©S"=Rufe auszusenden. Erst nachdem ihn die Hilfsbereiten Breitenbacher aus )einer festgefahrenen Lage befreiten, konnte er feinen Heimweg unter Begleitung einer ihm zur Verfügung gestellten Laterne sorgenlos antreten.
Bad Soden b. Salmünfter. (Fabrikant Sebastian herbst, Ehrenbürger der Stadt Bad Soden.) Am Neujahrs- tage wurde dem Fabrikanten Herrn Sebastian herbst, von den städtischen Körperschaften in Anerkennung seiner hohen Verdienste um das öffentliche Wohl, das Lhren- bürgerrecht der Stadt Bad Soden verliehen. Herr Herbst hat' innerhalb von 40 Jahren aus kleinsten Anfängen heraus, eine blühende Möbelindustrie hierorts geschaffen, die vielen hundert Menschen Lohn und Brot gegeben hat und noch gewährt, und deren Produkte sich des besten Rufes im In- und Busland erfreuen. Herr herbst hat feinen Wahlspruch, der auch auf der Ehrenurkunde verzeichnet ist, wahr gemacht: „Ich wollte der Menschheit nützlich sein!"
Die vom Wohlfahrtsamt vorgeschriebenen Bezugsscheine
für Brot und andere Waren in 6 verschiedenen Sorten sind zu haben bei
H. (Steinfeld Söhne, Schlüchtern
Sein ganzes Leben war tatsächlich selbstlose Einfachheit, Sparsamkeit und vorbildlicher Fleiß, gepaart mit besonderer pflichttreue, hohem Verantwortungsgefühl und einem trockenen, gesunden Humor. Den vielen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der letzten Jahre begegnete der Gefeierte mit überlegener Ruhe, fester Hand, zäher Busdauer. Alles Eigenschaften, die wir in der heutigen Zeit auch wieder sehr nötig brauchen. Seinen Arbeitern und Angestellten gegenüber war Herr herbst wie ein treuer Dater; dankbaren Herzens gedenken auch gar viele andere seiner stillen Mildtätigkeit. Die Gemeinde Soden aber kann diesem seltenen Manne, der vor 40 Jahren nach Soden kam und in engster Verbundenheit mit dem seligen hochverdienten Herrn Pfarrer Schulz und Herrn Bltbürgermeister Berta so energisch für Sodens Wohlfahrt Und Gedeihen schaffte, nur von ganzem herzen dankbar fein. Die Arbeitnehmerschaft ließ es sich nicht nehmen, Herrn Herbst zu seinem Ehrentage gleichfalls Dank und Treugelöbnis auszusprechen, ebenso wie der Sodener Raiffeifenoerein, dessen Bussichts- ratsvorsitzender Herr herbst ist, herzlich gratulierte. Daß die Kreisverwaltung, sowie die Staatsregierung dem Geehrten Dank und Anerkennung widmete, freute Herrn herbst und die Gemeinde besonders. Möchte unser neuer Ehrenbürger in Gesundheit und Tatkraft unserer Gemeinde noch lange erhalten bleiben.
Fulda. (Der ungarische Fußballmeister in Fulda.) Der erste Sportverein Borussia 04 e. V., Fulda, empfängt am Mittwoch, den 6. Januar 1952 (hl. 3 Könige) den mehrfachen ungarischen Meister FFT Budapest zu einem Lehr- spiel. Die Spieler der Budapester Mannschaft haben alle schon des ©efteren international gespielt, sodaß am Mittwoch eine ausgesprochene ungarische Nationalmannschaft gegen die Fuldaer Boruffian antritt. FFT ist Herbstmeister 1930, Mitropapckalmeister 1928—1929 und hat 1920 den Weltmeister Uruguay in Montevideo mit 3 :2 geschlagen. Die Zuschauer werben hier GeleLenheil haben den Fußball in seiner Vollendung zu sehen.
Lampertheim. (Ehrung eines zwölfjährigen Künstlers.) Der zwölf Jahre alte Sohn des Gastwirts Jakob Göbel von hier zeichnete ein Porträt des Reichspräsidenten von Hindenburg, ebenso ein solches des Thefs der Reicks- wehr, des Generals Frhrn. v. Hammerstein. Dem gingen begabten Künstler gingen nun schöne Anerkennungen für seinen Fleiß und sein Können zu. Er erhielt vom Reichspräsidenten ein Anerkennungsschreiben mit Unterschrist sowie ein Geldgeschenk von 20 Mk. General v. Hammerstein schickte neben einem freundlichen Dankschreiben ein Weihnachtsgeschenk von 10 Mk.
Bschassenburg. (Pros. Keller gestorben.) Der Spes- sartbund, und mit ihm die ganze Spessarhbeoölkerung, sind gleich zu Beginn des neuen Jahres in tiefe Grauer versetzt worden. Der Vorsitzende des Spessartbundes und verdienstvolle Förderer und Vertreter der Spessartbelange, Professor Keller, ist in der Neujahrsnacht infolge Herzlähmung und schweren Erstickungranfällen gestorben. Professor Keller hatte den Silvesterabend noch frohen_llluts im Kreise seiner Familie verbracht und ohne ein «seichen körperlicher Schwäche sich kurz nach Mitternacht zur Ruhe begeben. Gegen 4 Uhr morgens tratenjue Krankheitser- scheinungen auf, die gegen 7 Uhr zum Gode führten. Ein Pionier der Wanderbewegung, ein sorgender Vater in den schweren Nöten der Spessartbewohner ist mit ihm dahin- gegangen.
Frankfurt a. M. (Reichsbahnwagen zu Siedlungs- zwecken.) Die Reichsbahndirektion teilt mit: Jn letzter Zeit laufen verschiedentlich Gerüchte über den Verkauf von Reichsbahnwagen zu Siedlungszwecken um. Die Reichsbahn gibt die Wagenkästen, die sie als alt aus mustert, zu einem Verkaufspreis von etwa 250 RM. „frei Standort ab. Es stehen ihr verhältnismäßig wenig Wagen dafür zur Verfügung.' Jährlich kommen etwa 1000 Personenwagen und 3000 Güterwagen zur Ausmusterung. Zum Geil braucht tue Reichsbahn diese wagen selbst als Unterbringung? räume für ihr an der Strecke arbeitendes personal und zu Materialzwecken. Soweit dem Publikum noch nutz-
PREISSENKUNG: