Einzelbild herunterladen
 

IWVER3ITÄTS-

I fclBLI0T^k |

chluchtemer Leitung

ÄLis-Kmtsbiatt * Myemeines tmÄLcherKuzeLtzevM tat Kreis Schlüchiem

Nr. 1 v. Blatt) ^^

50 Mark Belohnung!

An unserem Druckereigebäude wurden in der Silvesternacht einige Fensterscheiben eingeschlagen, scheinbar grober Unfug versucht und von den Tätern ein Meter langes Wasserleitungsrohr, das an der Muffe verkorkt ist, zurückgelassen. Derjenige, der in der fraglichen Nacht irgend eine Person mit dem Eisenrohr gesehen hat oder über die Herkunft desselben orientiert ist, erhält obige Belohnung, wenn der oder die Täter über- führt werden können. Mitteilungen, die streng vertraulich behandelt werden, an^uns oder das Polizeibüro Schlüchtern erbeten.

H. Gteinfeld «Söhne

Schlüchterner Zeitung"

Amtliche Detaantmachuasen.

Landratsamt.

Itr. 7408. Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Fleischbeschauer und Trichinenschauer und die in der Fleisch- ! beschau tätigen Tierärzte zu einer Vienstversammlung auf Sonntag, den 1 0. Januar 1 932 nachm. 3 Uhr in das hiesige Kreishaus zu laben.

Zu dieser Versammlung haben die Beschauer die abge­schlossenen Tagebücher, die Beihefte und die IahreszUsam- menstellungen der Ergebnisse der Lchlachtvieh- und Fleisch- j beschau für 1931 sowie die Bierteljahresnachweisungen (Post- : Sorten), scfern diese noch nicht einge^andt worden sind. MMktngen. - * Schlüchtern, den 29. Dezember 1931.

Der Landrat. 3. D.: Duwe.

In den Gemeinden Haimbach und Traisbach, Landkreis Fulda, ist die Maul- und Klauenseuche^ausgebrychen. Schlüchtern, den 30. Dezember 1931.

Der Landrat. 3. D.: Duwe.

Kreisausschutz.

Zusatzrente für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebenen.

I .-Nr. IV 24821 F. Die Empfänger von Zusatzrenten sind bestimmungsgemäß verpflichtet, jede Aenderung in den Voraussetzungen für den Bezug der Renten der Fürsorge- stelle unverzüglich anzuzeigen. hierzu gehören insbefonbere . Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, Erhöhung des Einkom­mens (auch der Kinber), Wegfall der Waisenrente oder Kinberjulage, Tod eines Kinbes usw. Ueberhobene Zusatz­rente muß nach den gesetzlichen Vorschriften in jedem Falle zurückgefordert werden.

..Die Kriegsbeschädigten, Ariegshinterbliebenen und Vor­münder von Waisen, die Zusatzrente beziehen, ersuche ick. diese Bestimmungen künftighin genau zu beachten, kamst Überzahlungen und Rückforderungen an Zusatzrente ver­mieden werden.

Schlüchtern, den 29. Dezember 1931.

Kreiswohlfahrtsamt: Dr. Müller.

Bürgermeister-Versammlung

3 .*Rr. 6148 K. 6. Die Herren Bürgermeisterder Stadt- und Landgemeinden des Kreises werden zu einer Bespre­chung dienstlicher Angelegenheiten auf Montags den 1 1. Januar 1 932 v 0rmit tags 9 V2 Uhr in den Sitzungssaal des hiesigen Kreishauses eingelaben. 3m Vor­dergrund dieser Versammlung steht ein Vortrag über die Verantwortung des Bürgermeisters bei der Bufnahme von Anträgen auf Gewährung von Arbeitslosenunterstützung und Krisenunterstützung. 3m Hinblick auf die Wichtigkeit dieser Frage ist es unbedingt erforderlich, daß sämtliche Herren Bürgermeister erscheinen oder einen Vertreter ent­senden .

Schlüchtern, den 29. Dezember 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Stadt Steinau.

Bekanntmach n 11 g.

Die Anlieger von Straßen und Wegen werden darauf hingewiesen, daß sie uerpfsichtet sind, bei eintretendem Frost die fraglichen Straßen- und Wegestücke mit abstumpfen- den Massen zu bestreuen, anderenfalls sie für eintretende Schäden haftbar gemacht werden.

Steinau, den 31. Dezeinber 1931.

Der Bürgermeister als (vrtspolizeibehörde: £ raubt

Gamstag, den 2. Januar 1932

Hindenburgs Botschaft an das deutsche Volk

Ein bringender Appell an die Nation, in der schweren Not zusammenzuhalten

Hindenburg spricht im Rundfunk zu dem deutschen Volke.

Berlin, 1. Januar.

Der Reichspräsident von Hindenburg hielt um 21,30 Uhr im deutschen Rundfunk folgende Neujahrsansprache:

Deutsche Männer und deutsche Irauen!

Aus meinem Amt als Reichspräsident und aus der Tatsache, daß ich als hochbetagter Mann einen verhältnis­mäßig großen Abschnitt deutscher Geschichte miterlebt habe, folgere ich die Berechtigung, he-te am Abschluß eines schick­

tragen.

Ich bin mir voll bewußt, welche gewaltigen Opfer von jedem von uns verlangt werden, damit wir es versuchen können, durch eigene Kraft die gegenwärtige Notzeit zu überwinden. Dem deutschen Volke gebührt aufrichtigster Dank und hohe Anerkennung für die bisher bewiesene Opferbereitschaft und für die Geduld, mit der es in Er­kenntnis der harten Notwendigkeit alle Leiden und alle Lasten getragen hat. Das fei hier zuerst gesagt.

Aber die Größe dieser Opfer, die wir bringen, berech­tigt uns dem Auslande gegenüber gleichzeitig zu Der Forderung, sich unserer Gesundung nicht durch Zumutung unmöglicher Leistungen entgegenzustellen. Auch in der Ab- rüstungsfrage darf Deutschland sein gutes Recht nicht vor- enthalten werden. Unser Anspruck auf gleiche Sicherheit ist so klar, daß er nicht befinden werden kann.

Unwillkürlich denke ich zurück an T a n n e^n b e r g. Unsere Lage war danials gleichfalls schwierig eehr ge­wagte Entschlüsse mußten gefaßt werden und hohe Anfor- berunqen an die Truppe gestellt werden, um des Gefolges nach Möglichkeit gewiß zu sein. Da mag mancher innerlich Bedenken gehegt haben, aber das Band gegenseitigen Ver­trauens, treuer Kameradschaft, inniger Vaterlandsliebe und der Glaube an uns selbst hielten uns fest zusammen, so daß die Entscheidung nach mehrtägigem heißen Ringen zu unseren Gunsten ausfiel.

Auch heute rufe ich, abermals in ernster Zeit. und zwar ganz Deutschland, auf zu gleicher treuer, fdiidfalsoctbunbc- ner Einigkeit. Lassen Sie uns Hand in Hand unverzagt der Zukunft mit ihren sorgenschweren Entscheidungen ent- gegegehen. Möge keiner dem Kleinmut unterliegen, sondern jeder unerschütterlichen Glauben an des Vaterlan­des Zukunft behalten. Gott hat Deutschland schon oft aus tiefer Not errettet; er wird uns auch jetzt nicht verlassen!

Und nun wünsche ich dem deutschen Volke in seiner Ge­samtheit und jedem einzelnen Deutschen aus vollem, treuem Herzen ein gesegnetes Neues Jahr!

Nachdem der Herr Reichspräsident seine Rede beendet hatte, 'pielie die Musik das Deutschlandlied.

Die Ansprache des Reichspräsidenten am Rundfunk, die nicht nur über alle deutschen Sender, sondern auch über angeschlossene Sendergruppen nach Amerika, England und nach Dänemark weitergeleitet wurde, stellt am Ausklang des Jahres ein in seiner Art ungewöhnliches Er ein- nis dar. Denn es ist zum ersten Mal, daß der Reichs­präsident seit Uebernahme seine.- Zimtes eine solche An- sprachc bind) den Rundfunk gehalten hat. Ein einziges Mal vorher, kurz vor seiner Wahl, hat der üleichspräsidebl von seinem Arbeitszimmer in Hannover aus zum bc t .hen Volk gesprochen. In der Zwischenzeit sind aHrere..seiner Reden und Ansprachen, so bei der laufe des PquFrühizfesPeut.a» lanb*, in Tannenberg, bei Empfang bet von der We.trei e zurückgeled.rten Zeppelinfabrer nsw. übert ag n ward. ; Hie- der bat man ihm diesmal wie vor fast neben Jabren in Hannover bas Mikrofon auf seinem Schreibtisch ausgevaut, und die Stimme, die von dessen Schwingungen in die Welt binausgetragen worden iit, bat seither in ihrem markigen Klang, in ihrer zu Herzen gehenden Eindringlichkeit nichts ein­

84. Jahrs.

gebüßt. Prägnant auch wie in der Wahl der Worte und

bezeichnend für die Persönlichkeit Hindenburgs war die kurze unb knappe Form des Ausdrucks. Was zu sagen war, war in diesen wenigen Sätzen enthalten und mit schlichter Ein­maligkeit und Eindringlichkeit formuliert. Reichspräsident von Hindenburg hat dem deutschen Volke und, wie man hoffen darf, der, ganzen Welt mit seinen Reusahrswünichen mehr gesagt als- viele lange Reden anderer und ganze Bücher mit ereiltem Beweismaterial zu unserer und zur Lage der Welt vermochten.

Möchte das neue Jahr in den Schicksalsfragen befreiend« Taten bringen! Empfang der Diplomaten. Rundfunk-

Appell an das deutsche Volk.

Berlin, 2. Januar.

Aus Anlaß des Neujahrstages fanden im Palais des Reichspräsidenten die üblichen Empfänge statt. Den An­fang machte die Wache, deren Meldung Reichspräsident von Hindenburg an der Tür seines Hauses entgegennahm. Um 11.30 Uhr begann die Anfahrt des diplomatischen Korps Die Chefs der beim Reich beglaubigten fremden Vertretun­gen, denen eine im Ehrenhof des Reichspräsidentenhauses aufgestellte Abteilung Reichswehr unter Führung eines Offi­ziers bei ihrem Eintreffen militärische Ehrenbezeugungen erwies, versammelten sich in dem großen Saal des Reichs- präsidenienhauses. Um 12 Uhr trat der Reichspräsident mit seiner Begleitung ein und begab sich in die Mitte des Saales Der Apostolische

Nuntius Orfenigo

brächte als Doyen des diplomatischen Korps dessen Glück­wünsche in einer Ansprache zum Ausdruck, die in der Ueber- setzung u. a. wie folgt lautet:

Das Jahr, das soeben abgelaufen ist, war zweifellos eines der schwierigsten und härtesten für alle Völker, aber 1 . . ende.. .: Maß? für Ihr beatiti.« Volk. 3» den Plänen der Vorsehung kommt dieser herben Prüfungszeit gewiß auch eine besondere, mahnende Mission zu. Sie hat der Welt mit tragischer Eindringlichkeit geoffenbart, wie eng und unlösbar die wirtschaftlichen Bande sind, welch« die Völker miteinander verknüpfen. Lande so eng, daß die Wohlfahrt jedweder Nation, ob Siegerin oder Besiegte, heute nicht mehr vorstellbar ist, es sei denn im Rahmen einer gewissen, die ganze Welt umfassenden Gesamtwohl- fahrt. Bande so unlöslich, daß der Zusammenbruch auch nur eines Großstaates heute unvermeidlich seine störenden Rück Wirkungen auf viele andere Staaten ausüben müßte.

Belehrt und aufgerüttelt durch die Größe solcher Ge­fahr, haben endlich alle Völker die Notwendigkeit einer auf­richtig?:, und allseitigen Verständigung zu begreifen begon­nen. Mit einer aufs höchste gesteigerten Sehnsucht schauen alle diesem neuen Jahr entgegen, und manch einer sieht darin bereits den Anbruch einer neuen Kuliuraera, in der der Fortschritt der Völkersitten alle kriegerischen Rüstungen entbehrlich macht. Wir haben das Empfinden, daß die Len­ker der Völker dahin gelangen werden, sich in einer edel­mütigen und aufrichtigen Solidarität zusammenzufinden. einer Solidarität, die nicht nur für alle die Grundlage der Wiederaufblühens der Weltwirtschaft, sondern auch ein Un­terpfand einer vollen und endgültigen Befriedung der Völ­ker sein wird. Deutschland wurde schwer von der großen Weltkrise getroffen, aber all das hat nicht oermochr, ihm seine Willensstärke zu rauben, noch seinen Mur zu lahmen. Wir wünschen ihm, daß seine harren Anstrengungen bald von Erfolg gekrönt würden.

Reichspräsident von Hindenburg aniwortcte mit folgenden Worten: Herr Nuntius! Es ist auch mir eine große Freude, heule zu Beginn des neuen Jahres aus Ihrem Munde wieder die Wünsche des diplo- matifden Korps für die Zukunft des deutschen Volkes ent­gegennehmen zu können.

Mit eindrucksvollen Worten «haben Sie die furchtbaren Schwier:'leiten gekennzeichnet, mit denen an dieser Jahres­wende alle Völker, am sckwersten wir Deutsche, zu ringen haben. Eine beispiellose Krise hat die gesamte Weltwirt­schaft erfd üttert und hat Deutschland auf das schwerste ge- troffen. Alle Zweige unserer Wirtschaft liegen darnieder. Millionen arbeitsküchtigec und arbcitsmiUiger Volksgenos -n sehen fielt ihrer Daseinsgrundlage berpubt. Auch die nicht der Arbeitslosigkeit verfallenen Teile der Bevölkerung stehen unter stärkstem materiellen und seelischen Druck.

Aber mit dankbarer Genugtuung kann ich Jbre Worre bestätigen, in denen Sie davon sprachen, daß

die bittere Not nicht vermocht hat, dem deutschen Volk seine Willensstärke und seinen Mut zu nehmen.

Das hat es der deutschen Regierung ermöglicht, die äußerste Kraft einzusetzen, um Volk und S: mt vor der Katastrophe zu bewahren.' Deutschland hat zu ungewöhnlichen, rief ein­schneidenden Maßnahmen greifen-müssen, die jedem Deut jd)cn die schiversten Opfer auferlegen. In unterschültertem vaterländischen Bewußtsein hat das ganze Volk diese Opfer auf sich genommen.

Auch die höchsten Anstrengungen des einzelnen Volkes reichen iedach allein nicht aus, um der kritischen Lag« Herr