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Für die Völker ist da, Dasein schon gemeinhin das Recht des Daseins. & v. Treitfchke

Allerlei Wurzelgemüse.

Durch die Wurzelgemüse wird die Hausfrau in die Lage versetzt, mit verhältnismäßig geringen Kosten auch während des Winters Gemüfegerichte zu bereiten, auf die heute niemand mehr verzichten mag. .1

Die Mohrrübe oder Mähre steht hinsichtlich der ] Häufigkeit in der Verwendung zweifellos obenan. Das ist nicht nur auf ihre Billigkeit, sondern auch auf ihren Nähr­wert, besonders für die Entwicklung des kindlichen Körpers, zurückzuführen. Bei uns kennt man kaum etwas anderes als Möhren-Gemüfe mit Rindfleisch und Kartoffeln oder gedünstete Möhren als Beilage zu beliebigem Fleisch. In Frankreich bereitet man eine Art Kuchen aus Möhrenbrei, Semmel und Eiern, die man in Butter oder zerlassenem Speck brät und zu Fleisch gibt. Man kann aber auch Möh- renscheiben, die halb weichgekocht sind, panieren und bak- ken. Möhrensuppe kann sich überall sehen lassen, und auch Möhren-Püree schmeckt zu gebratenem Fleisch recht gut.

Die weiße Rübe, die W a s s e r r ü b e, die Stop­pelrübe und ähnliche Rübenarten treten seltsamerweise in der Küche gegen die Teltower Rübe sehr zurück. Man kann sie aber alle gleich gut verwenden. Die Zubereitungsweisen sind verschieden. Am liebsten kocht man sie mit Hammel- leisch und Kartoffeln, doch gibt man sie auch mit Hammel­koteletts, Fisch oder Ente gedämpft auf den Tisch. Man kann Rüben mit Bier dämpfen, mit Butter und Zucker dünsten, man kann sie füllen, glasieren, mit Kastanien oder Flecken zusammenkochen.

Meerrettich wird dann besonders wohlschmeckend, wenn man ihm andere Nahrungsmittel beigesellt. So reibt man ihn sein und gibt ihn mit geriebenen Aepfeln zusam­men. Dazu gehört noch etwas gestoßener Zucker, etwas Weißwein sowie Weinessig. Das Ganze bildet ein dickliches Mus, das zu gekochtem Fisch neben brauner Butter oder auch zu Braten, Wild und Geflügel gegeben werden kann. Es gibt eine große Menge von Meerrettichsoßen, die den verschiedensten Verwendungszwecken dienen. Meist sind aber nur die Herren Liebhaber derselben.

Die Schwarzwurzel bleibt auf wenige Verbrau­cher beschränkt. Sie ist nicht billig und ersetzt den Spargel doch nur unvollkommen. Die Petersilienwurzel schließlich dient meist nur als kräftiger Fleischbrühenzusatz. Man kann sie zwar als Gemüse und als Salat bereiten, doch steht sie nicht niedrig im Preise. Wi. — Ha.

Koch-Rezepie.

Zu Drotklößchen werden 400 Gramm geriebenes Brot mit 125 Gramm geschmolzener Butter, drei Eidottern, einer Prise Salz und etwas Milch eine Viertelstunde lang ver­rührt, wonach fntrrt dM "SchMe bet drei Eiweiße hinzu milcht und kleine runde Klöße zum Einlegen in Fleisch- brühsuppe oder auch als Beigabe zu Gräupelchen, Reis usw. daraus formt.

Pfefferkuchen in der Küche. Pfefferkuchen ist eine ge­wöhnlichere Art Lebkuchen, der größtenteils ebenfalls in Ge­

stalt von flachen, länglich-viereckigen Kuchen, aber auch zu­weilen in dicken Kuchen hergestellt wird. Es gibt braune und weiße Pfefferkuchen. Die braunen werden aus Mehl und braunem Zuckersirup bereitet, die weißen aus feinerem Mehl und Zucker. Beide Sorten erhalten als Würze Pfef­fer, Kardamom, Zimt, Zitronat und Mandeln. In der Küche ist der Pfefferkuchen eine sehr beliebte Zutat zu ver­schiedenen Soßen, besonders zu solchen, die zu Sauerbraten. Rouladen aus allen Fleischsorten, Gulasch, sauren Kartoffel- stückchen und Fischgerichten Verwendung finden. Aber auch zu Kaltschalen, heißen Fruchtsuppen oder über vegetarische Salatplatten oder Fruchtsalate kann man geriebenen Pfef­ferkuchen verwenden.

Praktische Winke.

Bei Reinigung der Gläser werden zuweilen noch Feh­ler gemacht, die häufigen Bruch herbeiführen. Man kann nicht benutzte Gläser aus einem kalten Raume plötzlich in kochendes Wasser bringen, ohne daß einige davon springen. Warmes Wasser genügt durchaus. Bei den meisten Ge­tränken ist der Zusatz besonderer Reinigungsmittel gar nicht nötig, aber auch in schwierigen Fällen dürfte der Zusatz von ein wenig Seifenpulver für die gründliche Säuberung aus­reichen. Man spült mit reinem, kästen Wasser nach und poliert sorgsam mit den besonderen Gläser-Poliertüchern nach. Sand sollte man zur Reinigung von Gläsern über­haupt nicht verwenden, denn auch bei sorgsamer Anwendung tob Schrammen und Risie nicht ganz zu vermeiden.

Die sprechenden Köpfe.

Ein Edison des 18. Jahrhunderts.

Unter den Vorläufern des Edinfonfchen Phonographen nimmt die Entdeckung eines Franzosen, des Abbs Mical, der im 18. Jahrhundert lebte, eine besondere Stellung ein. l Es handelt sich um die „sprechenden Köpfe" des erfindungs­reichen geistlichen Mechanikers, über welche die zeitgenös­sische Chronik so ausführlich berichtet, daß die Existenz dreser Eprechapparate nicht bezweifelt werden kann.

Bachaumonts „Geheimen Denkwürdigkeiten" ist zu ent- nehmen, daß der AbbS schon vorher zwei Figuren konstru­iert hatte, die Flöte spielten und 24 Stunden hintereinander die verschiedensten Musikstücke ausführten. Wichtiger als diese Mitteilung ist eine andere, nach der am 4. Mai 1778 der Abbs mit einer neuen Erfindung hervortrat, über die in den genannten Memoiren folgendermaßen berichtet wird: „Man spricht viel von einem Kopf, der nach der sinnreichen Konstruktion seines Schöpfers die Worte sprechen kann: „Der König macht das Glück feiner Völker, und das Glück feiner Völker bedeutet das Glück des Königs." Der Schöpfer dieses aufsehenerregenden sprechenden Kopfes ist ein Abbe namens Mical. Auf Grund der Urkunden, die im Archiv der Pariser Akademie der Wissenschaften verwahrt werden, läßt sich der Werdegang des Priesters weiterverfolgen.

Im Jahre 1783 machte Mical der Akademie offizielle Mitteilung von seiner Erfindung und bat in aller Beschei­denheit die gelehrte Körperschaft, diese zu prüfen. Er be­richtete, daß er nach vielen vergeblichen Versuchen endlich zwei Köpfe konstruiert habe, die vier zusammenhängende Sä«e sprechen konnten. Aus zwei weiteren Briefen ist zu ersehen, daß Mical mit den Akademikern in Verhandlun- gen getreten war und daß er den Auftrag erhielt, eine Denkschrift auszuarbeiten, die noch heute im Archiv der Akademie vorhanden ist. Er gibt darin eine ausführlich« Beschreibung der Konstruktion des Kopfes und beschreibt un­ter anderem ausführlich, daß die darin befindliche Mem­bran aus Tierfell das Zungenband, eine Röhre aus Per- ;

gatnent den Kehlkovs ersetz«, und daß endlich ein Blasebalg die Tätigkeit der Lunge ausübe.

Wie ernst die Akademie der Wissenschaften den Er- finder nahm, geht daraus hervor, daß sie ihn am 19. Sep- tember 1783 — demselben Tag, an dem zu Versailles in Gegenwart des Königs die Montgolfiöre ihren berühmten ersten Aufstieg machte, der Ehre für würdig hielt, einer der sechs Deputierten zu sein, die im offiziellen Auftrag der Akademie dem Ballonaufstieg beiwohnten. Später wurde dann Mical als Verfertiger der sprechenden Köpfe auch dem König vorgestellt. Der Abbs führte diese sprechenden Köpfe auch der Oeffentlichkeit vor, aber da sich der welt- fremde Erfinder nicht auf Reklame verstand, so trat seine Erfindung bald in den Hintergrund, obwohl er, wenn auch unvollkommen, ein Problem gelöst hatte, das seit Archi- medes allgemein als unlösbar galt. Wo diese Sprechma- schine geblieben ist, weiß man ebensowenig, wie das Datum des Todes ihres Konstrukteurs und den Ort feiner letzten Ruhestätte.

Schützt die Wassermeßanlegen vor Frost.

Die Grundstückseigentümer, welche Wasser aus dem Gemeinde-Rohrnetz beziehen, sind nach den Bestimmungen der geltenden Wasserlieferungs-Bedingungen verpflichtet, die Wassermeßanlage einschl. Wassermesser bei Eintritt von Frostwetter frostfrei und in gutem Zustande zu halten, um das Einfrieren und somit die Beschädigung der Wassermesser zu verhindern. Zur Abwendung von Geldschäden, die die Grundstückseigentümer bei Unterlassung treffen würden, und zur Sicherstellung eines ununterbrochenen Wasserzu­flusses in den Häusern wird empfohlen, folgende Vorbeu­gungsmaßnahmen, deren Kosten einschl. etwaigem Wasser­verlust zu Lasten des Grundstückseigentümers gehen, zu treffen: 1. Um die Wassermesseranlage sowie sämtliche Lei­tungen und die in sie eingebauten Absperrhähne frostfrei zu halten, sind in den Kellern die Fenster und Türen, in deren Nähe die Wassermesser stehen, dauernd geschlossen zu halten, die Kellerfenster mit einem frostschützenden Isolier- material wie Torfmull, Stroh, Laub oder dergleichen zu verpacken und die Wassermesseranlagen mit Stroh oder einem anderen Isolierstoffe dicht zu umkleiden. Im Freien liegende Wassermessergruben sind zu überdecken, nicht aus- zufüllen Durch die Verpackung, die bei Eintritt der wär­meren Jahreszeit wieder zu entfernen ist, darf die Zugäng- lichkeit des Wassermesserraumes nicht behindert werden. 2. Die Hauptabsperrhähne vom Wassermesser an sind auf ihre Beweglichkeit und Dichtigkeit zu prüfen; die zu den Hähnen passenden Absverrschlüssel müssen stets an Ort und Stelle fein. 3 Bei starkem Frost empfiehlt es sich, während der Nacht die Hausinnenleitungen durch die im Keller ange­brachten Entleerungshähne nach Schließen des Hauptab- sperrhahnes hinter dem Wassermesser zu entleeren, oder falls dies nicht durchführbar ist, in jedem Steigestrang den ober­sten Zapfhahn ein wenig zu öffnen, um einen ständigen schwachen Wasserdurchfluß zu schaffen.

— Unzulässige Briessendungen nach Sowjetruhland. Nach einer Mitteilung der Postverwaltung der Union der Sozialistischen ©c i-Republiken gehen bei ihren Postanstal­ten häufig offene Briefsendungen ein, die zollpflichtige Wa­ren enthalten, deren Versendung auf diesem Wege nach dem Gebiet der Sowjetunion allgemein verboten ist. Die russische Postverwaltung schickt solche unzulässigen Sendungen ohne weiteres näch dem Aufgabeort zurück. Die Absender werden daher besonders darauf aufmerksam gemacht, daß zollpflich­tige Gegenstände — abgesehen von zollpflichtigen Druck­sachen — mit der Briefpost nach der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken überhaupt nicht versandt werden dürfen.

Die vom „Rauhen Grund".

Roman von Paul Grabein.

Romandienst DIGO Berlin W. 30.

39) (Fortsetzung.)

In einem flehenden Beschwören klammerten sich seine Blicke an sie. Aber seine Lippen blieben fest zusammen­gebissen.

Und Eke ging wirklich, ohne das Haupt auch nur um eines Haares Breite noch einmal nach ihm zu- rückzuwenden. Nun verschwand sie hinter den Stämmen.

Er preßte die Hände ineinander, daß jeder Bluts­tropfen aus den Knöcheln trat. Und nun endlich ein Laut von seinen Lippen. Hart und schrill wie sprin­gendes Glas. Dann wandte auch er sich ab, nach der entgegengesetzten Richtung, stürmte vorwärts, irgend­wohin. So wühlte er sich tief hinein in die Einsamkeit des Waldes. Wie ein Tier, das den tödlichen Schuß empfangen. —

Bis die Dunkelheit sich niedersenkte und ihm den Weg verlegte, lief Gerhard Bertsch hoch droben durch den Bergwald. Da mußte er umkehren, notgedrungen.

Als die Lichter von Rödig endlich vor ihm auf- leuchteten, war es inzwischen völlig Nacht geworden. Vom Kirchturm drunten im Unterdorf schlug es elf.

Die Rückkehr in die Nähe der Menschen, mit all ihrem Zwang, tat nun ihre Wirkung. Als ob er sich schämte, daß er sich so stundenlang seinem Schmerz hingegeben, kam eine schneidende Bitterkeit über ihn und ein wilder Trotz. Ein brennendes Verlangen nach irgendeiner Tat, um sich und ihr zu zeigen: Es war vorbei mit dem kurzen Narrenwahn.

So schritt er durch das Dorf hin, das schon in tiefem Schlummer lag. Es reizte seinen grimmigen Hohn auf. Philisterseelen, alle miteinander! Jetzt ein paar rechte Kumpane hier haben, Desperados wie die Kerls da drüben überm großen Wasser, und dann ein Bechern, voll bacchantischer Raserei, mit grausigem Nervenkitzel. Wüste Erinnerungsbilder schössen in seinem zuckenden Hirn auf: der kaltblaue Morgenschein über fahlen, trunkgedunsenen Gesichtern. Hallo, Jonny, die Wette gilt! Drei Schutz nach dem Pfeifenstummel in dei­nem Munde. Treff ich, hast du verloren — eine Runde Whisky. Fehl ich auch nur einmal, zahl ich drei!

So brandete es in ihm, wie er durch die nacht- dunkle Dorfstraße hinschritt.

Nun bog er ab in das stille Seitengäßchen, das von hinten her zum Hirschen führte. An den Gärten mußte er hier vorbei. Von allen Seiten schlug ihm der warme, duftgeschwängerte Hauch der Sommernacht entgegen.

Was das für eine Luft war! So seltsam schwül und schwer.

, Er riß den Hut vom Kopfe, aber dennoch sog seine Brust den süßbetäubenden Atem der tausend Blüten ; ein. Gierig fast. Auf seine zuckenden Nerven legte es ; sich, sanft, schmeichelnd, wie eine weiche Frauenhand! Wohltuend, aber zugleich auch namenlos aufreizend.

Er war jetzt am Hirschen angelangt. Längs der Gartenmauer des Grundstücks ging er hin. Aber plötz­lich stutzte er. Was war das für ein leises Rascheln gerade über ihm?

Ein Besinnen kam ihm, ein Erinnern. Sein Blick glitt nach oben. Ueber der Mauerbrüstung sah er es im Sternenlicht weiß aus den dunkeln Büschen schimmern. Wie ein weibliches Gewand. Da hielt er den Schritt an.

„Fräulein Reusch?"

Unwillkürlich hatte er die Stimme gedämpft. Und eine sonderbare Spannung schwang in ihm, wie er auf Antwort lauscht«.

Nun kam sie.

„Ja - ich bin'«."

Da kehrte er sich ihr zu, deren Antlitz er jetzt auch ungewiß über sich wahrnahm, und legte die Arme auf die Brüstung.

„Was machen Sie denn noch hier im Garten — so spät?"

Eine kleine Pause. Dann die Entgegnung. Kühl, ablehnend — und doch! Seine erregt vibrierenden Sinne waren heute hellhörig. Verbarg sich da bei ihr nicht etwas, wie sie so gleichgültig hinsagte:

,Jch sitze doch manchmal hier, noch des Abends, ist jetzt immer so schwül in den Zimmern. Und

8s ist jetzt immer so schwül in den Zimmern. Und ich kann doch noch nicht schlafen."

„So geht's mir auch!" Und es zuckte plötzlich etwas, in ihm auf. Dunkel, dämonisch. „Wenn Sie erlauben — komme ich also noch auf ein Viertelstündchen in den Garten."

' Wieder ein Schweigen. Er fühlte dabei, wie es trt seinen Pulsen allmählich zu pochen begann. Schneller und stärker — ein lockender, wilder Rhythmus.

Nun hatte sie sich entschieden. Ein Achselzucken:

„Ich kann es Ihnen nicht verbieten."

Wie ein geheimes Frohlocken durchfuhr es ihn. Ei­lend« glitten seine Arme von der Brüstung, und er Lina »um Gartenpförtchen. Eine Minute später war er bei ihr. Sie saß auf dem erhöhten Platz an der Mauer, auf der kleinen Bank, die dort unter den Jas- minbüschen stand. „

„Guten Abend, Fräulein Margal" - -

Sie überließ ihm ihre Hand. Die Berührung durch« schauerte ihn. Noch nie hatte er es so wahrgenommen, wie weich diese Fingerspitzen waren. Und er hielt sie fest, während er sich neben ihr auf der Mauer- Brüstung niederließ.

„Was Sie für wunderbare Hände haben, Fräulein Marao'"

Ein leises Auflachen. Ein feiner, spröder Klang. Doch suchte sie von ihm freizukommen. „Sie dürfen sich Ihre Liebenswürdigkeiten bei mir ruhig sparen.' „Warum?" _ t h

„Ich weiß nachgerade, was ich davon zu halten habe." „Das müssen Sie mir erst erklären."

Nur fester noch umschlossen seine Hände ihre gegen ihn ankämpfenden Finger.

„Alles ist Ihnen nur Laune, Augenblicksstimmung.

„Kennen Sie mich wirklich so schlecht, Fräulein Marga?"

„Vielleicht können Sie auch anders sein — anders­wo. Aber was kümmert das mich? Ich bin mir jeden- faNs zu gut für ein Spiel."

Gewaltsam wollte sie ihm die Rechte entreißen. Aber wie mit eisernen Klammern hielt er sie. Der Streich hatte getroffen in die noch zuckende Wunde. Lodernd bräunte alles wieder in ihm auf. Sein zer­tretener Mannesstolz, seine zertretene Liebe.,Und plötz­lich ein dämonisches Durchbrechen aus den Tiefen dunk­ler Triebe herauf. _ ,

„Sie irren, Marga." Jäh beugte er sich vor. „Kein Spiel! Ich meine es, wie ich's sage.

Ganz kalt wurde die schmale Hand in der seinen. „Wie soll ich Ihnen das glauben?"

„Fühlen sollen Sie'S!" -

Und plötzlich bräunten seine Lippen auf ihren Fingern.

Sie sprang empor.

„Herr Bertsch!" ....

„Marga, ich war ein Narr — war blind. Du bist so schön!" .

Ehe sie es noch hindern konnte, hatte er sie schon an sich gerissen. Ein heftiges Aufzucken bet ihr, dann erstarb ihr Widerstand. Schwer atmend lag sie an sei­ner Brust. Die Augen geschlossen. Und während seine Küsse ihre Lippen sengten, ging es durch sie hin. Ein Lösen qualvoller, verzehrender Spannung, ein unhörbareS Aufjauchzen befriedigten Ehrgeizes. Also nun doch am Ziel!

Aber wie seine Liebkosungen dann immer weiter auf sie einstürmten, atem- und sinnberaubend, da ver­sank ihr langsam dies klare, Verstandeskühle Bewußt­sein. Der lodernde Brand sprang über auf sie. Nun war er der ihre — nach dessen harter, herrischer Mann- Heit sie sich so lange gesehnt! Ein Zrttern lief durch ihre Glieder, die bisher wie betäubt seine Umarmung nur geduldet hatten, und plötzlich warf sie sich ihm entgegen. Ihre eigene Leidenschaft erwachte. Sie suchte und fand ihn.

(Sortfe^ung folgt.)