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Nr. 139
(1. Blatt)
Sie Bedeutung der Hessen-Wahlen.
Die Hessisckfen Landtagswahlen werden in ihrer grund- Mchen Bedeutung in Berliner politischen Kreisen durchaus gewürdigt. Man ist der Ansicht, daß es nach Lage der Dinge nunmehr an dem hessischen Zentrum liege, den «inzuschlagenden Weg zu finden, wobei man in Zentrumr- freifert darauf hinweist, daß sich in dem großen Umbil- dungsprozeß der Wählermassen das Zentrum als ein Block der Mitte erwiesen habe, der bei den gestrigen Hessenwah- mi sogar noch habe verstärkt werden können. (Gegenüber. den Reichstagswahlen von 13,9 auf 14,3 vom Hundert des Gesamtergebnisses der Stimmen). Es schälten sich cho drei große Blocks heraus, der marxistische (Sozialde- mofrafen und Kommunisten), der Zentrumsblock und der nationalsozialistische Block, der auf Kosten der bisherigen Mittelparteien immer noch weiter zuzunehmen scheine. Ob das hessische Zentrum aus der gegenwärtigen Lage die Folgerung ziehe, nunmehr ein Zusammengehen mit den Na- uonalsozialisten zu versuchen, ließe sich von Berlin aus na= türlich nicht bestimmen. Was die Verhältnisse im Reich angeht, so müßten hinter der Außenpolitik in dem gegen
wärtigen Augenblick größter und die deutsche Zukunft bestimmender Entscheidungen alle Koalitionsgespräche zurllck- treten, da langwierige, innerpolitische Verhandlungen die Benwärtigen außenpolitischen Notwendigkeiten nur gerben könnten.
Das „Darmstädter Tageblatt" (parteilos) kommt in seinem Kommentar zu den Hessenwahlen u. a. zu folgenden, kchlußfolgerungen: In hessischen Regierungskreisen hatte man vor einiger Zeit noch damit gerechnet, daß sich die argenwärtige hessische Regierung vielleicht noch als Ge- schäftsministerium im Amt erhalten könne. Das Ergebnis ber Wahlen dürfte diese Hoffnungen endgültig zerstört haben. Wenn das demokratische System überhaupt einen Sinn haben soll, muß sich auch im neuen hessischen Landtag eine Mehrheit zusammenfinden, welche die Verantwortung für das politische Geschehen in unserem Heimatlande übernimmt Es hieße den Sinn dieser hessischen Wahlen in sein ®egen= teil verkehren, wenn inan etwa ben Versuch un?rnehmen sollte, den Nationalsozialismus auch fernerhin in Hessen politisch auszuschalten. • Die Nationalsozialisten bilden die weitaus stärkste Partei im neuen hessischen Landtag Sie müssen alsbald Gelegenheit erhalten, in der praktischen Politik unseres Landes zu erweisen, ob das Vertrauen, das ihre Wähler ihnen gestern geschenkt haben, gerechtfertigt war.
Das nationalsozialistische „Frankfurter Volksblatt" äußert sich zu den hessischen Wahlergebnissen wie folgt: Nach allem dürfte das Zentrum nunmehr endgültig vor die Frage gestellt werden, ob es mit der „Koalition der Gottesleugner" brechen-will oder ob es, wie es die ganzen Jahre über behauptet hat, mit aufrichtigen nationalen Politikern zusammenarbeiten und sich jenen Vorschriften beugen will, die von diesen aus rein formalen, dann aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen heraus gemacht werden müssen. Das hessische Wahlergebnis zeigt klar und deutlich, daß die Nationalsozialisten unaufhörlich im Vormarsch auf die marxistischen Hochburgen sind. Für diese Entwicklung ist kenn- enend, daß sowohl in den Städten, wie auch auf dem en Lande die Sozialdemokraten zu einem guten Teil dunh die Nationalsozialisten erheblich geschwächt wurden abschließend kann man sagen, daß die hessischen Landtagswahlen im Rahmen der gesamtdeutschen Reichspolitik tatsächlich jene Schlüsselstellung einnehmen, die man ihnen in Deutschland und darüber hinaus vor der Wahl unterstellt hat.
ig ist kenn- ch auf dem
, Der „Völkische Beobachter" stellt den Rückgang der fo- Mdemokratischen Stimmen in den Vordergrund Mit der Niederlage der SPD. habe der Gesamtmarxismus einen empfindlichen Schlag erlitten. Das Blatt führt fort:
„Der Liberalismus ist tot der Parteikamps vereinfacht immer mehr zu einer großen Auseinandersetzung zwi- Mn dem nationalen Sozialismus und dein internationa- k« Marxismus. Auf dieser Ebene wird der Schicksals- °">npf um die deutsche Zukunft ausgetragen. Der Wahl- *a9 in Reffen und fein Ergebnis hat die Fronten weit über hessischen Grenzen hinaus klargestellt. In Reffen haben Juni erstenmal in einem größeren Ausmaße der National- Malismus und der Marxismus unmittelbar ihre Kräfte ge= Wessen. Die Kraftprobe hat mit einer Niederlage des Marxismus geendet. Aber wir wissen, daß wir damit erst
Marxismus geendet. Aber wir wisse
“w Anfang des schweren und entscheidenden Kampfes ste- hin, in dem es nur ein Entweder—Oder, nur Sieg oder Vernichtung gibt."
Ein leichtes Erdbeben von drei Sekunden Dauer wurde Montag abend um 21,30 Uhr in denselben Gegen- o^ Finnlands verspürt, aus denen es am Montagfrüh A<MeIdet wmde.
Semelbet wurde. Schaben wurde nickt angerichtet.
, - Der deutsche Botschafter v. Bvesch hatte am Montag We neue Unterredung mit Finanzminister Flandin, in der die Diskussion über die Befugnisse des Sachverständigenaus- •Mfes fortgesetzt wurde.
- Der ehemalige englische Finanzminister Snomöen ist 3um Lord ernannt worden.
Beim Bau der Lötschberg-Linie bei Goppenstein in Schweiz kamen Arbeitsgeräte durch einen Zufall mit elektrischen Strom in Berührung. Dabei wukden vier Arbeiter getötet.
Mittwoch, den 18. November 1931
Amtliches Gesamtergebnis.
Dar amtliche Wahlbüro teilt folgendes berichtigte Gesamtergebnis der Landtagswahl in
' Partei:
Stimmen:
SPD.
Kommunisten DVP.
Komm. Opp. Staatspartei Radikaldem.
Christi. Soz. Vd.
Volksr. Partei Hess. Landvolk DNVP.
Soz. Arbeiterp.
168 299
112 440
106 775
18 325
14 954
10 793
4 617
16 712
1529
20 776
10 857
8177
291189
(215 747) (104 240) (84 513) (49 929)
(-) (38 829)
(19 086) (4 702) (57 575) (11 902)
(137 981)
ifen mit:
Mandat«:
Mandate der
Landtagr-
wahl 1927:
15
24
10
13
10
6
1
7
1
—
1
5
—
——
1
—
—
3
2
9
1
3
1
—
27
—
Des Zenirums Schlüsselstellung.
Aeußerungen des hessischen Staatspräsidenten.
Darmstadt, 17. November
Zu einem Vertreter des W.T.B. äußerte sich Staatspräsident Adelung über die hessischen Wahlen, wobei er den für die Nationalsozialisten so erfolgreichen Ausgang der Wahl zum Teil auf dis Spaltungen zurückführte, die vor der Wahl in den Lagern der Sozialdemokraten, der ^Kommunisten und der Demokraten eingetreten und die «toßkraft dieser Parteien außerordentlich gelähmt haben. Als be-
merkenswertes präsident auch
die die beiden
Ergebnis der
die schwere
Parteien, die
Wahl bezeichnet der Staats-
Niederlage, die bisherige Regierung am
schärfsten bekämpft hätten, nämlich der j^effiphe Landbund und die Deutsche Volkspartei erlitten hätten, die in ihren Mandaten von neun auf zwei, bezw von sieben auf eins zurückgegangen seien.
Die Bildung einer neuen Regierung sei sehr schwierig, eine aus der Weimarer Koalition aufgebaute Regierung, wie sie nunmehr dreizehn Jahre hindurch bestanden habe, sei nicht mehr möglich, eine reine Rechtsregierung aber nur unter Tolerierung durch das Zentrum, das die Schlüsselstellung in der Hand habe.
Die NSNAp. zur Hessenwahl
Eine Erklärung der Parteileitung.
Die Reichsleitung der Nationalsozialisten veröffentlicht eine Erklärung zu dem Ergebnis der Hessenwahl, in der es u. a. heißt:
„Die Landtagswahlen in Hessen haben der NSDAP. den erwarteten großen Sieg gebracht. Noch weit stärker als bei den letzten Wahlen in Hamburg, Anhalt und Mecklenburg hat die Bewegung das Tempo ihres unaufhaltbaren Vormarsches gestaltet. Die schwarz-rote Re- gierungs-Kcalition ist von der NSDAP. entscheidend geschla- gen worden und verliert von ihren 42 Mandaten 16.
Die NSDAP. konnte ihre Stimmenzahl gegenüber der letzten Reichstagswaht um 115 Prozent steigern.
Unter Berücksichtigung der weit stärkeren Wahlbeteiligung Hot der Gesamt - M ä r x i s m u s eine schwere Niederlage erlitten. Gegenüber dem nationalsozialistischen Riesen sind andererseits die sogenannten rechten bürgerlichen Parteien zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken.
Im neuen Landtag werden die Freiheitskämpfer im Braunhemd allein rund 40 Prozent der gesamten Mandate repräsentieren. Wenn das Zentrum weiter gegen das erwachende Deutschland regieren will, wird es sich seine Bundesgenossen bei den Kommunisten suchen müssen Denn in Hessen ist nicht nur um die Landespolitik gesümpft worden, sondern die ?essenwahl ist in ganz besonderem Maße die Antwort des Volkes an den Kurs des Herrn Brüning, und ein untrügliches Stimmungsbarometer gegen die heutige Reichspolitik.
In Hessen hat das Volk wieder und in weit überzeugenderer Weise als bisher schon zum Ausdruck gebracht, daß es die Herrschaft des Nationalsozialismus will. Wie lange werden noch die Kapitolswächter der Deino- kratie sich weigern, ihre eigenen Gesetze zu vollziehen, wenn der Wille des Volkes sich überzeugendst gegen sie entscheidet?"
Das Rätselraten um die hessische
Regierungsbildung.
Eine neue Kombination.
Darmstadt, 16. 11, heute vormittag beschäftigte sich bereits das Kabinett mit dem Ausgang der Landlagswahl, ohne indes Beschlüsse zu fassen. In politischen Kreisen erörtert man nach wie vor die Lage, die sich a|is der Vrpi- frontenbildung (Zentrum, Sozialdemokraten und Nationalsozialisten) ergeben hat. Beachtenswert sind die Zeußerun- gen, die von nichtoffizieller Zentrumsseite bekannt werden, und die ein Zusammengehen mit den Nationalsozialisten oder eine Tolerierung davon abhängig machen, daß
83. Aahra
diese ihre geistige Haltung zum Zentrum revidieren. Jw teressant ist auch die Kombination, daß das Zentrum oder sogar die Sozialdemokraten eine rein nationalsozialistische Regietnug tolerieren könnten, um so den Uationalsozia- listen Gelegenheit zu geben, durch die aus der Entwicklung zwangsläufig erforderlichen Notverordnungen, Sparmaßnahmen und Steuereintreibungen ihre Wähler selbst von dem Stand der Dinge zu überzeugen. Es ist natürlich unverkennbar. daß die Lage im Reich auf die Regierungsbildung in Hessen von gewisser Bedeutung ist, woraus allerdings auch geschlossen werden muß, daß die Verhandlungen über die Regierungsbildung sich über einen geraumen Zeitraum erstrecken werden. Der neue Landtag wird am 3. Dezember zusammenlreten. Gb die Nationalsozialisten den Landtags- präsidenten stellen werden, ist auck ^ur Zeit noch unentschieden. Allerdings war es bisher üblich, daß die stärkste Partei im Landtag auch den Präsidenten stellte.
Die berufsständische Gliederung des neuen hessischen Landtags.
Darmstadt, 16. 11. Der neue hessische Landtag seht sich zusammen aus 21 Beamten, 12 Zugehörigen der freien Berufe, 11 Arbeitern, 7 Angestellten, 5 Handwerkern, 11 Landwirten und 3 Hausfrauen. Unter den sozialdemo laotischen Landtagsabgeordneten befinden sich 7 Beam'e 3 Angestellte, 2 Zugehörige der freien Berufe, 1 Handwerker, 1 Arbeiter und 1 Hausfrau. Zentrum: 4 Be= amte, 2 Landwirte, 1 Angestellter, 1 Zrbeiter, 1 Zngehöri-
aer der freien Berufe und 1 Hausfrau. Kommunisten: 1 Landwirt, 1 Beamter, 1 Handwerker und
6 Zrbeiter,
1 Hausfrau. Deutsche Beamter.
- hessisches Volkspartei:
Rommunistische Opposition: 1 Angestellter.
Volkspartei: 1 Beamter. Staatspartei: 1 Christlich-Sozialer Volksdienst: 1 Beamter.
Landvolk: 2 Landwirte. - Deutschnationale 1 Beamter. - Sozialistische Arbeiterpartei:
1 Zugehöriger der freien Berufe. — Nationalsozialisten: 6 Beamte, 3 Arbeiter, 6 Landwirte, 2 Angestellte, 8 Zugehörige der freien Berufe, 2 Handwerker.
Die Gegenaktion.
Einheitsfront Sozialdemokraten — Kommunisten?
In einem Teil der Presse ist aus der Stellungnahme des Abg. Breitscheid zu einer sozialdemokratisch-kommu- nistischen Einheitsfront geschlossen worden, daß schon seit längerer Zeit Verhandlungen zwischen sozialdemokraten und Kommunisten geführt würden und daß ein Zusammenschluß beider Parteien nur noch eine Frage der Zeit sei. Von maßgebender socialdemokratischer Seite wird dazu erklärt, daß zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten bisher keinerlei Verhandlungen stattgefunden hätten und daß überhaupt von Verhandlungen von Partei zu Partei weder für die Vergangenheit noch für die unmittelbare Zukunft die Rede sein könne.
Breitscheids Rede gehe im wesentlichen auf die Tatsache zurück, ^aß bei einem beginnenden Bürgerkrieg sich ohn« fedes Zutun absolut aus dem Gefühl der Alenfchen heraus eine Aeberbrückung der Gegensätze zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten anbahne. Wo die Nationalsozialisten als Gegner der Linken auftreten, wie es mit Braunschweig begonnen habe und in den übrigen Ländern sich fortsehen werde, ständen Kommunisten und Sozialdemo- kraken in gemeinsamer Abwehrfront nebeneinander. Durch die Anlikerror-Erklärung des Kommunistischen Zentralkom- mitees sei diese wichtige Tatsache noch deutlicher gemacht worden.
Ein solches Zusammengehen brauche keinerlei organisatorische Aenderungen zur Folge zu haben, so daß auch von parlamentarischen Arbeitsgemeinschaften nicht die Rede sein kann. Ein solches Vorgehen würde auch im Widerspruch zu der offiziellen kommunistischen Parteiparole, dem Kampf gegen die Sozialdemokratie. stehen, die die Partei bisher nicht aufgegeben habe.
Es würde auch eine vollkommene Liquidation der Taktik der Kommunisten in den letzten zehn Jahren bedeuten. Wohin allerdings in späterer Zukunft diese Entwicklung einmal führen werde, lasse sich heute noch in keiner Weise übersetzen.
Die Sozialdemokraten beim Reichskanzler.
In diesen Tagen wird eine Besprechung der ioziald«- mokralisckeu Fi.yrer mit dem Reichskanzler Dr. Brüning stattfinden. Man ist bei der Sozialdemokratie der Auffassung, daß durch das Auftreten der Nationalsozialisten. das auf der anderen Seite eine geschlossene Abrvehrsront auf der Linken geschaffen habe, der Bürgerkrieg in bedrohliche Rabe gerückt sei. Die Sozialdemokratie will diese politischen Fragen zum Gegenstand einer Aussprache mit der Reichsregierung machen.
Sie will von der Reichsregierung eine eindeutige Erklärung verlangen, ob sie die Vorbereitungen des Nationalsozialismus zum Bürgerkrieg weiter dulden wolle ober ob sie bereit sei, diesem Treiben mit allen Mitteln energisch entaeaenmtreten.