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(Bunter Wochenspiegel.

Moralischer Zerfall. Die seelische Rot. Schuh gegen

-erbrechen. Sodom und Gomorra. Die Sintflut historische Wahrheit. Aufgaben der Wissenschaft.

Wenn man sich einen Ueberblick über die Tagesereig- verschaffen will, dann erschrickt man immer wieder M dem Anschwellen aller Kapitalverbrechen. Ist die Ur- dieser Verbrechen wirklich nur die herrschende mate­rielle Not? Wer unter diesem Gesichtspunkt immer wieder mr den Verbrecher mildernde Umstände sammelt, der ver- lmnt ganz und gar die Grundursachen des morali- chen Zerfalls. Nicht die materielle Not steigert allein die Zahl der Verbrechen, es ist vielmehr die geistige, moralische Not, die alle Hemmungen beseitigt. Warum macht sich ge- ra!)e in den Großstädten das Verbrechen so breit? In diesen Zleinmeeren ist zunächst für viele der Zusammenhang mit to Natur zerrissen worden, und dadurch stumpfen alle großen Gefühle ab. Die Flucht aus der Kirche hat nunmehr auch zahllosen Menschen den sittlichen Halt des Glaubens geraubt, der durch keine antireligiöse Morallehre ersetzt wer- I &en kann. So leben diese Menschen nur von materiellen I Trieben geleitet dahin, ohne jeden erhabenen Gedanken, im ahne jede seelische Erbauung, die allein das Leben erst , W menschenwürdig macht. Die Verstumpfung und Verelen- M jung der Seele läßt ein Menschenleben wertlos erscheinen. w> Aus innerer Leere heraus jagen die Menschen von Genuß ie ju Genuß und werden schließlich Verbrecher, gewissenlos, «siiil haltlos. Nicht einmal die Furcht vor harter Strafe ist dank iM des gegenwärtigen milden Strafvollzugs imstande, die ge- I lockerten Gewissen zu bändigen, und es wäre unerträglich, | wenn gegenüber diesem Wachstum der Verbrecherzahl nicht | auch Ansätze zu neuer Lebensgestaltung vorhanden wären, | die den Wert einer durch den Glauben gefestigten Moral Ksehr wohl anerkennen.

er. | Unter den Jugendverbänden begegnet man gar man- chem Bund, der an seine Mitglieder hohe sittliche Anforde- k rungen stellt und strenge Gelübde abfordert. Es sind dies nitf)t nur christlich-kirchliche Jugendorganisationen, es ist I da d» gesunde Abwehrwille der Jugend selbst, die sich ihre M- Ideale nicht rauben lassen will. Man sollte aber nicht die M natürliche Reaktion gegen die Verrohung und Entsittlichung lkMrdlr Gegenwart abwarten, man soll selbst den Verbrechen L entgegenarbeiten.

hilf Die beste Abwehr ist es aber, wenn man zunächst ein- mil mal sich dadurch schützt, daß man den Verbrechern möglichst ^Adie Aussichten auf irgendwelchen greifbaren Erfolg arg e. >> schmälert. Denkt man dabei an den letzten Chauffeurmord

| in der Nähe von Berlin, so erhebt man sogleich die berech- I tigte Frage: Wie kann sich ein Chauffeur gegen Raubmord schützen? Man möchte meinen, das beste wäre es, dem Droschkenchauffeur die Erlaubnis zum Waffentragen zu er- teilen, aber einer solchen generellen Maßnahme stehen wich- 1 i tige Gründe entgegen. Bei der Menge von Chauffeuren, , H die zum Beispiel in der Reichshauptstadt existieren, würden die waffentragenden Chauffeure geradezu eine bewaffnete Macht darstellen. Folglich lehnt man die Bewaffnung ab, "»zumal der Erfolg auch zweifelhaft wäre, weil bei einem ,. H plötzlichen Ueberfall die Waffe doch nicht schnell genug zur E Hand ist. Nächkliche Fahrten in entlegene Gegenden kann | der Fahrer auch nicht regelmäßig ablehnen, denn er würde w manchen Verdienst einbüßen. So bliebe nur übrig, daß der W Chauffeur vor Antritt einer Nachtfahrt sein Geld bei einer Lertrauensstelle hinterlegt, so daß das Motiv des Raub- ,juJ mordes an Chauffeuren wegen Aussichtslosigkeit auf irgend- "^cht nur nennenswerte Beute wegfallen würde. Heut- , M Mage, wo fast jeder Mensch von Verbrechern bedroht ist, | sollte man es sich überhaupt zur Regel machen, größere Be- I träge (Mieten, Lohngelder usw.) auch nicht eine Sekunde länger als notwendig bei sich zu behalten.

'iut

lhlH Doch wenden wir uns von den Verbrechen ab und richten unseren Blick auf eine andere hochinteressante Nach- I richt dieser Woche. Man liest da so nebenbei, daß es eng- i< Eichen Ausgrabungen gelungen ist, die biblischen Städte liejl öDbom und Gomorra aufzufinden. Nach dieser Ent- deckung aber konnte man feststellen, daß die biblische Dar- M stellung vom Untergang dieser beiden Städte vollkommen Vr den Tatsachen entspricht. Nördlich vom Toten Meer hat man bereits über 40 Morgen von dem Gebiet der beiden i vtädte freigelegt. Die Häuser waren tatsächlich unter Asche I Schwefel begraben, ja man fand in den Ruinen sogar I Zeugnisse schrecklicher Menschenopfer. Auch dieser Fund be- xr. | 'latigt nur, daß hinter allen alten Ueberlieferungen viel Ml ^hr historische Wahrheit verborgen liegt, als wir uns ge- "einhin vorstellen. Es ist dies übrigens nicht die erste Maubigte Feststellung einer biblischen Wahrheit. Auch die nflj ®1 n t f I u t wurde durch Ausgrabungen in Ur, der Heimat ^arahams, als ein tatsächliches historisches Ereignis fest- Gleich Man darf damit rechnen, daß die Wissenschaft aus düi« Ole[etn Gebiete noch zahllose Rätsel lösen wird und noch M "Ehrere religiöse Ueberlieferungen bestätigen kann. Hier geitl ?!^° die Wissenschaft, die oftmals zur Religion im Gegen- i gestanden hat, für die Religionsgeschichte zu einem der atisG "^vollsten und unentbehrlichsten Helfer. Jörg, b# ---------

Zwei Kinder durch kochendes Wasser verbrüht. In 1 io e n fielen die Kinder des Glasarbeiters Wallner und des Schlossers Groher im Alter von 3 bzw. 4 Jahren . ^en mit kochendem Wasser gefüllten Waschkessel und t ö Kurden so schwer verbrüht, daß sie kurz darauf starben. M untersucht, wie das Unglück geschehen konnte.

' fpri ^Horb in Elmshorn. Die Leiche des Kaufmanns Pe- "us Elmshorn wurde in dem etwa fünf Kilometer (Fiel , msI)orn entfernten Orte Raa gefunden. Der Tote u Eine schwere Stirnwunde, die vermutlich von einem z-^iMiiger herrührt. Unter dem dringenden Verdacht der .^erschaft wurden die Brüder Schmitz aus Elmshorn, zu "^n Petersen am Abend gegangen war, verhaftet.

, BI t. Raubmord an einer Greisin. Die 65 Jahre alte unver- ratete Christine Rollier, die mit ihren beiden gleichfalls I ^Erheirateten Brüdern zusammenwohnte, wurde in ihrer in Laer (Kr. Steinfurth i. W.) mit einer Axt tot aufgefunden. Es fehlten etwa 100 RM. Der T singend verdächtig ist ein junger Mann namens Peter iglet | >Eyrens aus Osterfeld, der feit etwa acht Tagen bei der tiiil nutie Rollier Unterkunft gefunden hatte. Die Familie grtifl ^ Mür bekannt, daß sie fremde Leute, die kein Obdach trem aufnahm und für sie sorgte. Der Täter hat sich nach Ij^t eine Taxe gemietet und ist damit nach Münster I *Esahren. Weiter fehlt von ihm bis jetzt noch jede Spur.

Börse und Handel.

Berlin, den 12. November 1931.

Dollar: '4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund: 15,89 15,93, holt. Gulden: 169,73 170,07, Belga (Bel­gien) : 58,66 58,78, ital. Lira: 21,73 21,77, dän. Krone: 90,31 90,49, norw. Krone: 89,01 89,19, frans. Franken: 16,55 16,59, tschech. Krone: 12,47 12,49, schweiz. Franken: 82,22 82,38, span. Peseta: 36,66 36,74, schweb. Krone: 89,41 89,59, öftere. Schilling: 58,94 59,06.

Produktenmarkt. Nachdem sich im gestrigen Nachmit- tagsverkehr die Preisrückgänge an den Getreidemärkten noch fortgesetzt hatten, machte sich heute bei Börsenbeginn eine leichte Erholung geltend, und auf dem ermäßigten Preisniveau war die Tendenz als stetig zu bezeichnen. "So­weit Umsätze zustande kamen, wurden im Promptgeschäft etwa gestrige Börsenschlußpreise gezahlt. Für Weizenmehl haben die Mühlen ihre Forderungen den Rohmaterialprei­sen angepaßt. Roggenmehl hat normalen Absatz bei ge­sunkenen Preisen. Bei Hafer waren die Preise gut be­hauptet. Der Gerstenabsatz hat sich nicht gebessert.

Warenmarkt.

Mittagsbörse. (Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Mark. 222225 (am 11. 11.: 222-225). Roggen Mark. 194-196 (196-198). Braugerste 171- 177 (172 bis 177). Futter- und Industriegerste 167170 (168171). Hafer Mark. 147151 (147-152). Weizenmehl 28,50 bis 32,50 (28,5032,50). Roggenmehl 26,90- 29,25 (27,10 bis 29,50). Weizenkleie 10,5011 (10,50-11). Roggenkleie 10,50-11 (10,50-1 1). Viktoriaerbsen 24-30 (24-30). Kleine Speiseerbsen 2528 (2528). Peluschken 1719 (17-19). Ackerbohnen 16,50-18 (16,50-18). Wicken 17 bis 20 (17-20). Luvinen blaue 11-12,50 (1 1-12,50), gelbe 1315 (13-15). Leinkuchen 13,90-14,20 (14 bis 14,30). Trockenschnitzel 6,206,30 (6,20-6,30). Soja schrot 12,1012,70 (12,10-12,80).

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 12. November: Auf­trieb: l Ochse, 82 Kühe, 802 Kälber, 833 Schafe und 1072 Schweine, davon wurden 387 vor Marktbeginn ausgeführt. Es erzielten pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichs­mark: Kälber, 40 bis 43, 35 bis 39. 28 bis. 34; Schafe 24 bis 27,, 20 bis 23, 15 bis 19; Schweine, 4 1 bis ' 46. 13 bis 46, 42 bis -V 38 bis 43, -, 33 bis 40. I Marktverkauf: Bei allen Gattungen langsam, nusve^kanU.

Magerviehhof Verltu-Friedrichsfeldc.

(Amtlicher Bericht vom 1 2. 9tobernber.)

Auftrieb: 245 Rinder (darunter 224 Milchkühe, 21

i Stück Jungvieh) und 87 Kälber.

Es wurden je nach Qualität gezahlt für das Stück: Milchkühe und hochtragende Kühe: 200360 Mark.

Tragende Färsen: 180280 Mark.

Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere und Färsen 2426 Mark für einen Zentner Lebendgewicht.

Marktverlauf: Sehr ruhig.

Pserdemarkt:

Auftrieb: 440 Stück. Preise je nach Qualität 200 bis 1000 Mark, Schlachtpferde 30-120 Mark.

Marktverlauf: Still.

Die nächste Zuchtviehversteigerung findet am Montag, den 16. d. M., statt.

Rundfunk-Programme.

Frankfurt a. M. undBiasjel tSüdwestsunk).

Jeden Werktag wiederkehrende Programmnummern: 6.15 Wettermeldung, Morgengymnastik I; 6.45 Morgengymnastik II, Wetterbericht; 7.15 Frühkonzert; 7.55 Wasserstandsmeldun- gen: 12 Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen; 12.05 Schallplat­ten; 12.40 und 13.50 Nachrichten; 12.55 Nauen Zeitzeichen; 13 Schallplatten, Forts.; 14 Werbekonzert; 14.05 Gießener Wetterbericht; 15.05, 17 und 18.30 Zeitangabe, Wirtschafts­meldungen; 17.05 Nachmittagskonzert.

Sonntag, 15. November: 7 Hamburger Hafenkonzert; 8.15 Katholische Morgenfeier; 11 Stunde der Bühne; 11.30 Kantate; 12 Schallplatten; 13.50 Zchnminutendienst der Land­wirtschaftskammer Wiesbaden; 14 Stunde des Landes; 15 Stunde der Jugend; 16 Nachmittagskonzert; 18Ein Fran­zose sieht Deutschland", Vortrag; 18.25 Dreißig unterhalt­same Minuten; 19 Nobelpreisträger; 19.20 Sportnachrich­ten; 19.30 Jazz auf zwei Flügeln; 20Die geschiedene Frau", Operette; 22.15 Nachrichten; 22.40 Ergebnisse der hesuschen Landtagswahlen; in den Pausen: Unterhaltungsmusik auf Schallplatten.

Montag, 16. November: 18.40Arbeit, Brot, Raum durch organische Planwirtschaft", Vortrag; 19.05 Englischer Sprachunterricht; 19.30 Zeit, Wetter, Landwirtschaftsnach­richten; 19.45 Walzer-Konzert; 20.15 Aktueller Dienst; 20.30 Stunde der Kammermusik; 21 Dem Andenken Arthur Schnitz- lers; 22 Fünfzig Jahre Sozialversicherung, Hörbild.

Eine Stadt in Honduras vom Orkan zerstört. Die Stadt Lasmasica (Honduras) ist durch einen Orkan vollkom­men zerstört worden Die Eisenbahnverbindungen sind um terbrochen. Man fürchtet, daß zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sind^

Der Schwager des Präsidenten hoover verhaftet. Iln= ter dem Verdacht, 19 Flaschen Alkohol zu besitzen, wurde Vannes Leavitt, der Schwager des Präsidenten Hoover, in Santa Monica (Kalifornien» verhaftet. Mit ihm wurde noch ein anderer Mann mit Namen Dailey, ein Ko- lonialwarenhändler, zur Polizei gebracht. Die beiden Ver­hafteten wurden dann gegen Stellung einer Kaution von 250 Dollar wieder auf freien Fuß gefetzt, da sie behaupte­ten, unschuldig zu sein.

Die Folgen der letzten Ueberschwemmungen in China. Amtlichen Berichten aus den Provinzen zufolge, die von den letzten Ueberschwemmungen schwer heimgesucht wurden, und deren Bodenflüche 120 000 Quadratmeilen beträgt, sind in den Provinzen Ngan-Huwi und Kiang-Su 27 bziv. 31 Prozent der Getreideernte und 18 bzw. 26 Prozent der Reisernte und in den anderen Provinzen 29 Prozent der Getreideernte und 24 Prozent der Reisernte vernichtet wor- ! den. Man schätzt den Wert der vernichteten Lebensmittel auf 500 Millionen mexikanische Dollar.

ztauomoro in zuoaoit. yn Der Küche ihrer Wohnung ! in Berlin-Moabit wurde eine Frau Marie Schim- ' melpfennig mit einem Messerstich im rechten Auge, durch | den auch das Gehirn verletzt wurde, tot aufgefunden. Als i Täter kommt ein Neffe der Ermordeten in Frage. Er hat die ganze Wohnung durchgestöbert, bis er schließlich einen Geldbetrag von 200. Mark vorfand. Der Täter ist flüchtig.

Raubüberfall bei Hauen. Der Ingenieur Hein Zanke aus Berlin-Zehlendorf und seine Braut wurden auf der Hertefelder Chaussee zwischen U t e r h o r st und N anen von unbekannten Tätern überfallen und beraubt.

marschiert

mit der seit einem

_ halben Jahrhundert

für alle

Liebhaber einer

Goldmundstück-Zigarette neu geschaffene Zwillingsschwester