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Nr. 137
(1. Blatt) «Samstag, den 14. November 1931
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Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
g. IX Nr. 780. Nach Ziffer 82 lit. a des Tarifs zu der Verwaltungsgebührenordnung oom 30. Dezember 1926 ist für die Ausfertigung von Wandergewerbescheinen eine Verwaltungsgebühr van 2 bis 10 RM. zu erheben. In Abänderung der hierzu durch die Rundverfügungen vom 23. März '1925 — A, IX 476 — i. 10. Mai 1928 — L IX 719 — und 30. Juni 1928 — A. IX 719 6 — getroffenen Einzelne gelang fetze ich hierdurch die Gebühren in Anbetracht der veränderten Wirtschaftslage anderweit wie folgt fest:
1. Für das Feilbieten gewerblicher Leistungen (z. B. Aus» bessern von Gerätschaften und dergl. sowie die persönlichen Dienste der Lchirmslicker, Topfbinder, Klempner, Glaser, Korbmacher, sofern es sich nicht zugleich um die Herstellung von Waren handelt) sowie für Schaustellungen 2.— MC
2. Für den Handel mit:
a) geringwertigen Waren (Lebens- und Genußmitteln, Haus- und Wirtschaftsgeräten, Kurz-, Schreib-, Galanterie- und Metallwaren von geringerem Werte tpwie Ankauf von Altroaren) 2.— E^ b) wertvolleren Waren, (Leinen-, Web- und Manufakturwaren. Stoffe und Bekleidungsstücke, Schuh- waren, mit Ausnahme von Hausschuhen, die als gerinawertige Waren gelten) 4.— K^
c) Ferkeln, Schafen und Siegen 3 — K^ d) Schweinen und Kälbern 5.— H^ e) Rindvieh allein oder in Verbindung'mit dem Handel mit Schweinen, Schafen, Siegen und Kälbern, bei kleinerem Umfange 5.— MC
f) desgl. bei mittlerem Umfange 6.— K^
g) desgl. bei größerem Umfange 8.— MC
h) Pferden allein oder in Verbindung mit sonstigem Vieh, bei kleinerem Umfange 7.— "MC i) desgl. bei mittlerem Umfange 8.— MC k) desgl. bei größerem Umfange 10.— MC Wird neben dem Handel mit Vieh (und Pferden) noch Handel mit anderer Ware betrieben, z. B. mit Fellen, ülanufakturwaren usw., so erhöht sich die Verwaltungsge- ^übr zu c bis i je um 1.—MC.
Diese Verfügung tritt sofort in Kraft. Kassel, den 6. November 1931.
Der Regierungspräsident.
*
> Wird veröffentlicht.
«$ : Schlächtern, den 10. November 1931.
^ Der Landrat. 3. V.: Duwe.
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Kreisausschuß.
T-Nr. 5455 K. A. (Es ist darüber geklagt worden, daß sie Standesämter die Vorschrift der Ziffer 133 a des amt- I'cheu Handbuches für die preußischen Standesbeamten und ^e Aufsichtsbehörden nicht immer beachten. Nach dieser Urschrift ist dem zuständigen 'Versorgungsamt jedesmal W Hinweis auf Ziffer 133 a A. H. ein Geburt«-, geirats« ober Todesschein ' zu übersenden, falls der Kin- Urvater, der (die) verstorbene, der Ehemann der verstorbenen oder einer der Eheschließenden von einem Der- [orgungsamt Versorgungsgebührnisse bezieht oder bezogen hat.
, Die Herren Standesbeamten der Landgemeinden ersuche '^ diese Bestimmung künftig genau zu beachten.
Schlächtern, den 13. November 1931.
Der Vorsitzende des Nreisausschusses: Dr. lNüller.
^'Rr. 5165 K. A. Die Herren Bürgermeister der £anb- Gemeinden mache ich auf den INinisterial-Erlaß vom 14. Blitober 1931 - IV St 1142 u. II B 2477 — betreffend Dnltommenffeuerunterlagen für die Ausfüllung der Steu- "«arten hinsichtlich der Bürgersteuer 1931 aufmerksam. Oer genannte Erlaß ist auf Seite 145 der Gesetzsaammlung »" für die Landgemeinden wichtigen Verordnungen und Erlasse (Beilage zu Nr. 20 der Zeitschrift „Die Land- üemeinbe") veröffentlicht.
Schlüchtern, den 12. November 1931.
Der Vorsitzende des Nreisausschusses: Dr. lNüller.
$Ubt Steinau.
Bekauutma ch u n g.
Diejenigen hiesigen Einwohner, die einen selbständigen abgesonderten Haushalt führen und für das Jahr Loshol, aus der (Dberförfterci Marjoß zu beziehen °^schen, wollen sich bis zum 15. ds. Mts. im Rathaus Kanzlei melden.
•Aeinau, den 11. November 1931.
Der Magistrat. Dr. Kraft.
Bekanntmachung.
Betr. Ernteschäden durch langanbauernbe Regenfälle..
Soweit bei Landwirten infolge der langandauernden Regenfälle Ernteschäden eingetreten sind, und diese durch den landwirtschaftlichen Grtsverein bei der Stadtverwaltung noch nicht zur Anmelbung gelangt sind, sind diese bis zum Montag, den 16. d. Mts. vormittags 10 Uhr im Zimmer der Kanzlei zwecks Geltendmachung von Stundung und Niederschlagung von Steuern, anzumelden.
Bei der Anmelbung ist anzugeben, wieviel Prozent der Ertragsverluste von der Gesamtanbaufläche in Frage kommen.
Steinau, den 12. November 1931.
Der Magistrat: Dr- Kraft.
Stadt Schlüchtern.
Bekanntmachung
Die mit unserer Bekanntmachung vom 14. Oktober d. Js. — Schlüchterner Zeitung vom 17. Oktober 1931, Nr. 125 — genehmigte Gffenhaltung der Ladengeschäfte am 29. November 1931 wird hiermit zurückgezogen.
Scklücktern. den 13. November 1931.
Der Bürgermeister als Grtspolizeibshörde: Gaenßlen.
Allg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.
Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Beiträge aus den Zahltagen für die Monate Juli, August, September 1931 wird hiermit in Erinnerung gebracht.
Hebetermine finden statt:
1. In Sterbfritz, am Donnerstag, den 19. November 1931, von nachmittags 3 bis 7 Uhr, in der Böhmischen Gastwirtschaft daselbst,
2. In Steinau, am Mittwoch, den 25. November ‘ 1931, von vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der j Eckart'schen Gastwirtschaft daselbst,
o. ^n Satmünster, am Mittwoch- ^ — ^<>m-u 1931, von nachmittags 2'/« bis 6 Uhr, im Gasthause „Zum Engel" daselbst,
4. In Soden, am Freitag, den 4 Dezember 1931, von nachmittags 23/4 bis 6 Uhr, im Gasthause „Zur Hoffnung" daselbst, und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.
An dem Hebeiermintage am 25. Uavember 1931 bleibt die Kasse in Schlüchtern für Ein- und Auszahlungen geschlossen, worauf besonders aufmerksam gemacht wird.
Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, müssen alsdann unverzüglich zur zwangsweisen und kosten- Pflichtigen Einziehung gelangen.
Die Herrn Bürgermeister bitten wir, dieses im Interesse ihrer Gemeindeangehörigen wie seither auch ortsüblich bekannt machen zu lassen.
Schlüchtern, am 12. November 1931.
Der Vorstand der Allg. Orlskrankenkasse.
Die politische Mordseuche
Zwischenfälle in Neumünster und Lugau.
In Iteumünfter kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Auf dem Nachhausewege wurden Mitglieder der SA. und der SS. aus dem Großsleck in Neumünster von Kommunisten überfallen. Dabei wurde ein SS.-Mann getötet und sechs Leute schwer verletzt.
Der Kommunist Weißig, der unter dem Verdacht fest« genommen wurde, die Schüsse bei den Zusammenstößen abgegeben zu haben, spielt seit Jahren in der Kommunistischen Partei eine führende Rolle. Weißig ist als gewalttätig bekannt und wegen eines lieberfalls auf einen Polizeibeam- ten mit 10 Monaten Gefängnis vorbestraft. Der getötete Nationalsozialist war 22 Jahre alt und stammte aus Wattenbeck.
Ein Toter, fünfzehn verletzte.
In Lugau wurde nach einer Meldung aus Chemnitz ein Nationalsozialist beim Abstellen seines Motorrades von Kommunisten Überfällen und durch einen Herzstich getötet Die Kommunisten drangen darauf in eine nationalsozialistische Versammlung ein. In dem sich entwickelnden Handgemenge wurden fünfzehn Nationalsozialisten mehr oder weniger schwer verletzt.
Die Akademie der Wissenschaften in Stockholm hat beschlossen, den diesjährigen Nobelpreis für Therme den deutschen Professoren Bosch und Bergius zu verleihen.
Auf dem Münchener Flugplatz Oberwiesenfeld stürzte Donnerstagnachmittag ein Sportflugzeug ab. Der Führer und sein Begleiter waren sofort tot.
Der Magistratwahlausschuß der Stadt Frankfurt hat beschlossen, zum Nachfolger des Kämmerers Afd] den seitherigen Känigsberger Kämmerer Dr. Lehmann 311m Kämmerer vorzuschlagen.
Die letzte Woche.
Der Berliner französische Botschafter Francois-Poncet ist von seinem informatorischen Besuch in Paris auf seinen Posten in der Reichshauplstadt zurückgekehrt. Er wird an diesem Wochenende nur kurz Gelegenheit haben, den Reichskanzler über die mehrfachen Besprechungen, die er in Paris mit dem Ministerpräsidenten Laval und anderen französischen Staatsmännnern hatte, Bericht zu geben, da Reichskanzler Dr. Brüning durch den hessischen Wahlkampf in Anspruch genommen ist, und so wird wohl erst der Beginn der neuen Woche die mit größter Spannung erwartete Entschesdung über die einleitenden Schritte der internationalen Finanzaktion, zunächst der deutsch-französischen Auseinandersetzung, bringen. Auch die französische Regierung und ihr Ehef sind in den nächsten Tagen durch parlamentarische Verpflichtungen in der Fortführung der großen politischen Angelegenheiten behindert, die Kammer ist wieder zusammengetreten, und Lava! will ihren Ausschüssen Rechenschaft geben über die letzte Entwicklung seit seiner Washingtoner Reise. Der Ministerpräsident hat, ohne daß davon großes Aufsehen gemacht worden wäre, bereits Bemühungen eingeleitet, um den zu erwartenden Widerstand der Rechten zu überwinden, er hat eine Reise nach Lyon unternommen, wo er mit dem Führer der Radikalen, Herriot, die parlamentarische Lage im Hinblick auf seine außenpolitischen Absichten besprochen und sich bemüht haben dürfte, die Unterstützung dieser Partei für seine Repara- tionspolitik sicherzustellen.
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In den ehemals alliierten Ländern hat sich die Feier des Waffenstillstandstages zu einer Veranstaltung entwickelt, die überall, in London, Paris, Washington und den sonstigen Hauptstädten mit besonderem Gepränge, mit eindrucksvoller Feierlichkeit und mit einer für uns Deutsche besonders nachahmenswerten Einmütigkeit begangen wird. In Washington hat diesmal Präsident Hoover die Einweihung eines Denkmals für die Gefallenen zum Anlaß einer Rede genommen, in der er die Entwicklung der Nachkriegszeit kurz darstellte und dann auf die Notwendigkeit hinwies,
eii zu uberwmden, dsn Geist des Friedens zu verwirklichen und die Spannungen zu beseitigen. Die Worte Hoovers, daß es zur Sicherung des Vertrauens in der großen Völkerfamilie weder der Verträge noch der Urkunden noch irgendwelcher Bindungen sondern nur einer ehrlichen Zusammenarbeit bedürfe, verträgt durchaus die Deutung, dpß von maßgebender amerikanischer Stelle die Notwendigkeit einer Revision gewisser unerträglich gewordener Bindungen der Zwangsverträge nicht nur erkannt sondern auch bekannt wird, und der Waffenstillstandslag hat auch sonst und an anderen «teilen zu ähnlichen Kundgebungen geführt, denen man Bestand und Wirkung über die Stunde der Einkehr und der Besinnung hinaus wünschen muß. *
Der Zusammentritt des neugewählten Unterhauses hat sehr bald sichtbar gemacht, daß die. Beziehungen zwischen Macdonald und der von ihm zum Siege geführten Konservativen Partei keineswegs unbedingt in ihrer Dauer_finb. Aus dem konservativen Lager haben sich sehr schnell Stimmen erhoben, die das Tempo des Premierministers bei der Inangriffnahme der den Konservativen besonders am Herzen liegenden Probleme, namentlich der Schutzzollfrage als zu gemäßigt und unentschlossen bezeichnen, und wenn einstweilen auch diejenigen Elemente der Konservativen Partei das Uebergewicht haben, die die Notwendigkeit einer vorsichtigen Vorbereitung zollpolitischer Maßnahmen erkennen, so hat doch schon der" parlamentarische Auftakt gezeigt, daß der Druck der radikalen Strömung sehr stark ist. und die von Anfang an befürchtete Gefahr eines Konflikts zwischen Macdonald und den Konservativen beginnt sich deutlicher abzuzeichnen. eines Konflikts, dessen Ausgang nicht Zweifel- haft sein kann und mit der Ausschiffung Macdonalds zu finden sein wird, dem die erfahrenen Taktiker konservativer Politik schon zu gegebener Zeit einen Knüppel zwischen die Beine werfen werden. Das tragische «clücksal des Mannes der eine Partei zu stolzer Höhe geführt hat. um sie bar . zu zertrümmern, und der für dieses im Jjödüten vaicrl. - dischen Interesse aufgebrachte Maß der Selbstüberwindung keinen Dank ernten 'wird, ist noch nicht auf seinem Höhepunkt angelangt.
Es scheint, daß das aktive Eingreifen ->er Vereinigten Staaten in den japanischen Konflikt durch die Entsendung starker Seeftreitträfte wirksamer ist als die von Genf und Paris her erhobenen Vorstellungen, denn Meldungen aus verschiedenen Quellen bestätigen, daß die Kampfpause, die jetzt am Nonni-Fluß eingetreten ist. nicht nur aist die Ermattung der japanischen Truppen zurückgeführt werden muß, sondern offenbar durch direkte Anweisung aus -torio veranlaßt wurde. Zwar herben auch die Japaner die Enk- senduna militärischer und maritimer Kräfte weiter gesteigert, und Die Zwischenfälle in Tsientstn zeigen, daß es mehr als einen Herd gibt, aus dem die Flamme kriegerischer Komplikationen aufschlagen kann, aber man ist in Tokio doch offenbar hellhöriger geworden, seit man mit der Möglichkeit einer nicht nur platonischen sondern sehr fühlbaren Aktion zum Schuze der Interessen dritter Staaten rechnen muß.