schwere Giurmscha-en in England
Zahlreiche SOS.Rufe.
London, 6. November.
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Bisher find drei Menschenleben dem ungeheuren «birm, der zur Zeit in England tobt, zum Opfer gefallen, »älirend zahlreiche Personen mehr oder weniger schwere ««klebunaen erlitten. Aus allen Teilen des Atlantik, des Wals und der Biskaya laufen zahlreiche SOS.-Rufe ein.
Die Uebungen des zweiten englischen Kreuzerge- iWaders mußten unterbrochen werden. Infolge ungeheu- et Regengüsse stürzte eine Kohlenhalde in Rhondda Walley ii ? mfammen und begrub einen Teil der Zechengebäude unter M o daß die unter Tage arbeitende Belegschaft in Stärke 5 700 Mann in schwerste Gefahr geriet. Auch aus oer= (tfiiebenen anderen Grubengebieten werden schwere Zer- törungen und teilweise Betriebseinstellungen gemeldet. ; a. ist die Blaina-Grube vorübergehend abgesoffen. In Lowes wurde ein riesiger Transformator im Gewicht von mehreren hundert Tonnen vom Sturme umgeblasen Die
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Mit Malschiffahrt und der Flugverkehr nach dem Kontinent Itit inb entweder völlig eingestellt oder haben sehr große Ver- löqerungen erlitten. Lediglich den Flugzeugen der Leutchen Luft-Hansa gelang es, ihre Passagier- und Frachtflüge ahrplanmäßig durchzuführen. Der Materialschaden, der sich asher noch nicht annähernd übersehen läßt, ist sehr groß.
JJ | Sturmschäden an der französischen Küste.
nal Auch an der französischen Küste hat der über dem Atlantik und im Kanal tobende außergewöhnlich heftige Aurm erheblichen Schaden angerichtet. Die Küstenschiffahrt mußte vollkommen eingestellt werden. Auf der Höhe von Queffant befindet sich ein griechischer Dampfer in Seenot. Hilfsschiffe sind unterwegs. Der Luftverkehr zwischen Paris und London ist unterb-ochen.
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Ueber das Schicksal eines unbekannten Schiffes, das wo den Leuchtturmwächtern der nordfranzöfischen Küste mimend auf hoher See gesichtet wurde, ist man sehr be- orgt.
Sofort ausgesand'te Hilfsschiffe kehrten in den Heimathafen zurück, ohne auch nur die Spur eines Schiffes an- letroffen zu haben. Man befürchtet, daß das Schiff mit der gesamten Besatzung untergegangen ist.
Dem britischen Flugzeug-Mutterschiff „Hermes" ist es gelungen, den Kapitän- und 18 Mann der Besatzung des japanischen Dampfers „Ryujin Maru" (1496 Tonnen) aus schwerer Seenot zu retten. Die „Hermes" hat infolge des Orkans ihre Bemühungen, die „Ryujin Maru" schwimmend zu erhalten, zeitweilig unterbrechen müssen.
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Schiffsunglücke in der Ostsee.
17 Menschenleben sind zu beklagen.
Stockholm, 6. November.
Mehrere schwere Schiffsunglücke haben sich in der Ostsee ereignet. Bei Bredskär an der nordschwedischen üfte strandete der finnische Dampfer „Ansio", der sich auf
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dem Wege von Kopenhagen nach Nordfinnland befand.
Als ein Dampfer der Lolsenstation zu Hilfe kam, war nfio“ bereits von der Brandung zerschlagen. Mut drei Mann klammerten sich noch an dem Wrack fest. Die übrigen sieben Mann der Besatzung waren bereits ertrunken. An Both des Rettungsschiffes starb auch noch ein weiterer Matrose, so daß acht Menschenleben zu beklagen sind.
3n der Rahe von Helsingsors kamen sechs Marine- soldaten bei einem Schiffsunglück ums Leben.
Sie befanden sich auf einem mit Zement überbeladenen Bugsierdampfer. Als der Kapitän versuchte, das Schiff in den Hafen zurückzuführen, brächte eine Welle den Dampfer zum Kentern. Er sank augenblicklich. Vom Lande hörte man die Hilferufe und schickte Rettungsboote aus, die jedoch nur zwei Matrosen retten konnten. Von zwei anderen, die an Land schwammen, starb der eine kurz nach der Rettung an Herzschlag.
In der Nähe von Gotenburg stießen zwei Kanaldampfer, von denen der eine unterging, zusammen. Die Besatzung konnte gerettet werden.
Zusatnmenstoß zwischen Eisenbahn und Kraftwagen. In der Nähe des Bahnhofs Baden-Baden-West durchfuhr ein Kraftwagen in großer Geschwindigkeit die geschlossene Bahnschranke, wurde von einem Personenzug ^faßt und etwa 60 Meter weit mitgeschleift. Der Chauf- seur, ein italienischer Staatsangehöriger, erlitt so schwere -Verletzungen, daß er im Krankenhaus starb. Der Eigentümer des Wagens, ein Hotelbesitzer aus Brig (Schweiz), 'am mit leichteren Verletzungen davon. Der Wagen ist D°utommen zertrümmert worden.
Autobusunglück bei Lodz. Ein Autobus verunglückte m der Nähe von Lodz beim Ueberholen eines Bauern- Whrts. Der Autobus stürzte in den Graben, wobei vier- )khn Personen schwer verletzt wurden.
«lmdlml-Brogramme.
Frankfurt a. M. und Kassel (Sübweftfun!).
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m Jeden Werktag wiederlehrende Programmnuiymern: 6.15 Wettermeldung; Morgengymnastik I, Morgengymnastik II, 7 ei Wetterbericht; 7.15 Frühlonzert; 7.55 Wasferstandsmeldun- MW ß^i 12 Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen; 12.05 Schallplat- M 12.40 und 13.50 Nachrichten; 12.55 Nauen Zeitzeichen; W Schallplatten Forts.; 14 Werbekonzert; 14.45 Gießener Wetterbericht; 15.05, 17, 18.30 und 19.30 Zeitangabe, Wirt- Mftsmeldungen; 17.05 Nachmittagskonzert.
_ Sonntag, 8. November: 7 Bremer Hafenkonzert; 8.15 pu»0. Morgenfeier; 11 „Das dritte Montagskonzert", Ee- (präch; 11.30 Kantate; 12 Schallplatten; 13.50 Zchnminnten- menft der Landwirtschaftskammer Wiesbaden; 14 Stunde Landes; 15 Stunde der Jugend; 16 Nachmittagskonzect; W,-MarUnus, der Bauernapostel", Vortrag; 18.25 Heinrich ^wel zum Gedächtnis; 18.55 „Als deutscher totiibent in Knoble", Vortrag; 19.20 Sonderwetterdienst für die Land- ""^schaft, anschließend Sportnachrichten; 19.30 Mandolinen- Jusert; '20.15 Geschichte einer Erbschaft, Hörspiel; 21.45 Wer Kolonialausstellung, Hörbericht; 22.25 Nachrichten; ^Tanzmusik. m Montag, 9. November: 11.45 Werbevortrag; 15.20 "-parlamentarische Frauenarbeit", Vortrag; 18.40 „Aber- Auben", Vortrag; 19.05 Englischer Sprachunterricht; 19.45 WWPrcisträger‘1931; 20.05 Drittes Montags-Konzert; (in rV-Baufe, etwa 21 Uhr, aktueller Dienst bei Vorlicge» be- ^derer Ereignisse); 21.45 Dichtergalerie; 22.30 Nachrichten.
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Bunter Wochenspiegel.
Rund um lauter Kleinigkeiten. — Die Rumba-Königin.
Landlagsgebäude billig abzugeben. — Rasieren nur mit Waffenschein. — Gegen Zeitungshamster. — Die Gefahren der Doktorhandschrift. — Kulturbarbarei.
Es gibt doch mehr Sorgen in dieser Notzeit als wir uns denken, aber es sind Sorgen, die wir jederzeit gegen unsere privaten Sorgen eintauschen möchten. Es sind Sorgen der Sorglosigkeit. So hat man in Berlin jetzt eine „Rumba-Königin" gewählt, der als Zeichen ihrer Würde eine goldene Banane verliehen wurde. Wissen Sie was Rumba ist? Ein Tanz genau so blöd wie sein Name, und nun können Sie sich auch die Rumba-Königin genau vorstellen.
Ernsthafter ist schon die Sorge, wie die ehemalige thüringische Residenzstadt ihr Landtagsgebüude los wird. Der Thüringer Staat möchte es als billig und preiswert für 190 000 Mark an die Reichspost verkaufen, aber noch hat sie nicht angebissen. Werden schon Staaten ihre Ware nicht los, wieviel schwerer ergeht es dann dem einzelnen. Besonders, wo der Kunde zur Selbsthilfe schreiten kann, wird die Lage geradezu katastrophal, und die Selbsthilfe ist gerade beim Rasieren am leichtesten gemacht. Sich selbst rasieren kann schließlich ein jeder. In Jugoslawien hat diese Selbstrasierwut zu einer sehr schweren Krise im Friseurgewerbe geführt, und dringende Abwehrmaßnahmen erscheinen erforderlich. Der Friseur- und Raseurverband Jugoslawiens hat aber in einer Eingabe an die Regierung Forderungen gestellt, die man nicht nur rigoros jondern auch furios nennen darf. Sie verlangen nicht mehr und nicht weniger, als daß im ganzen Lande der Gebrauch von Rasiermessern und Rasier-Apparaten nur Personen gestattet werden soll, die sich im Besitze eines Waffenscheines befinden. Arbeitslose sollen allerdings durch Lehrlinge kostenlos rasiert werden.
Es ist wohl kaum anzunehmen, daß diese Forderung zum Gesetz erhoben wird, aber auch das Gesetz straft ander- orts Dinge, die bei uns straffrei sind, wenn wir sie auch als unangenehm empfinden So ist zum Beispiel Washington ein Eldorado für die Presse, denn dort wird selbst das Nassauern in fremden Zeitungen schwer geahndet. James Van Burn, der sich diesem Gesetz nicht beugen wollte, stand auf der Straßenbahn und frühstückte aus der Zeitung seiner Nachbarin. Die Dame rückte empört einige Schritte weiter, Van Burn stieg nach — nicht der Dame aber der Zeitung. Als die Straßenbahn hielt, rief der Schaffner seiner öffentlichen Pflicht gehorchend einen Polizisten herbei, der den unverbesserlichen Zeitungsnassauer feststellte. Van Burn wurde vor den Kadi geschleift und zu einer Geldstrafe von 100 RM verurteilt. Es lese jeder seine eigene Zeitung — eine Forderung, die auch bei uns manchmal recht angebracht wäre, denn es ist wirklich ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn einem ein Zeitungsnassauer über die Schulter in die Zeitung blickt.
Haben wir so die Lächerlichkeiten und Kleinigkeiten des Alltags gestreift, so feien auch einige ernstere Punkte nicht vergessen. Kürzlich ist in einer deutschen Stadt ein Patient l^du^ch-ichE MsWA'Norden, ^ Apotheker das Rezept des Arztes falsch entziffert hatte. In den noroischen Ländern macht sich der Arzt st r a f b a r, dessen Rezepte unleserlich sind, bei uns gilt Unleserlichkeit als der Inbegriff einer Doktorenhandschrift. Warum? Nun, der deutsche Arzt wollte durch ein nur für den Apotheker entzifferbares Rezept, den Patienten schonen. Er sollte, um nicht ängstlich zu werden, selbst über die Krankheit oder deren Schwere in Unkenntnis bleiben, und die Apotheker sind zumeist die vollendetsten Handschriftendeuter. Trotzdem kommen auch hier Irrtümer vor, die verhängnisvoll werden, wenn es auch auf viele Millionen Rezepte nur wenige, ganz vereinzelte Fälle sind, so genügen sie doch zu der Frage: Ist es nicht richtiger, mit den unleserlichen Rezepten Schluß zu machen?
steht in unveränderter Güte die
an der Spitze
deutscher Qualitätsfabrikation
Königin Vq7
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Schon diese Tatsache allein muß jeden
Liebhaber von Goldmundstück-Zigaretten
veranlassen, das neue Zwillingsprodukt,
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Haben wir hier auf die Gefahren eines Irrtums aufmerksam gemacht, so verdient ein Verbrechen schwerstens gegeißelt zu werden, das die ganze Verrohung unserer Sitten zeigt. Der Provinzler kennt wohl kaum den herrlichen Märchenbrunnen im Berliner Friedrichshain Er gehört zu den herrlichsten und anmutigsten Brunnenschöpfungen, die wir überhaupt kennen. Wie man nun gelesen hat, haben gemeine Bubenhände die schönen Märchenfiguren des Brunnens beschädigt. Wenn politische Leidenschaft sich zu Denkmalsschändungen hinreißen läßt, so kann man dafü" noch manchmal mildernde Umstände finden, aber dem ,,@ stiefelten Kater" die Pfoten abzuschlagen oder auf,Hänsel und Gretel" einzuhauen, ist Barbarei s ch l i m m st e r Art — Kulturbarbarei, die jedem anständigen Menschen erröten macht, oder steckt Methode dahinter. Will man alle Werte vernichten, die über die rohe Befriedigung des Leibes und der gröbsten Sinne hinausgehen. Ist der Märchenbrunnen auch nur Stein, so sang und klang aus ihm dennoch die reinste Poesie des deutschen Volkes. Dagegen wehren wir uns mit aller Macht, und so lang unsere Kräfte reichen, werden wir dafür kämpfen, daß eine derartige Ver- robung des Gemütes und der Sitten die Grenzen des Großstadtsumpfes nicht überschreitet. 3 ö r a.
Magerviehhos Berlin-Fric-richsfelbe.
(Am t l i ch er Bericht u om 5. November.)
Auftrieb: 309 Rinder (darunter 249 Milchkühe, 1 Bullen, 59 Stück Jungviehs und 111 Kälber.
Es wurden je nach Qualität gezahlt für das Stück:
Milchkuh« und Hochtvaa«nde Kühe: 200—360 Mark.
Tragende Färsen: 180-280 Mark.
Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere und Färsen 24—26 Mark für einen Zentner Lebendgewicht.
M a r k t b e r l a u f: Langsam.
Pferdemarkt:
Auftrieb: 391 Stück. Preise je nach Qualität 200 bis 1000 Mark, Schlachtpferde 30—120 Mark.
Marktverlauf: Still.
Frankfurter Produktenbörse vom 5. November: Weizen 23,35: Roggen 22,6 bis 22.6: Sommergerste 18.5 bis 19: Weizenmehl südd., Spezial Null mit AuStauschweizen 37 biS 38, deSgl. Sondermahlung 35 bis 36, Weizenmehl nicderrhein., Spezial Null mit AuStauschweizen 87 bis 37,75, deSal Sondermahlung 85 bis 35,75: Roggenmehl 31,25 bis 32,26: Weizenkleie 9,25: Roggenkleie 9,75; Ten- den- fest.
Der Frankfurter Ecklichtviehmarkt fiel am Donnerstag aus.
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einmal zu versuchen.
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