Gchlüchterner Zeitung
2. Blatt
1 [ Al. 134
»l Amtliche Bekanntmachung
Kreisausschuß.
Mir. I 20904 F.
267.
Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Schwerster wirtschaftlicher Druck und härteste Hot lasten auf dem deutschen Volk. Die Arbeitslosigkeit wächst er-
' schreckend. Unzählige, die früher zur Linderung der Not äi, ihrer Mitmenschen beigetragen haben, sind heute selbst ™ hilfsbedürftig. Der kreis Schlüchtern allein zählt Tau
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sende, die arbeitslos oder alt und arbeitsunfähig, auf die Hilfe von Kreis und Gemeinden angewiesen sind. Grim. ' miger noch als bei uns auf dem Lande zeigt sich das Llend in den Städten.
tzM Um die schwerste Not des kommenden Winters für die Betroffenen nicht ins Unerträglich» wachsen zu lassen, haben Vertreter der gesamten Bürgerschaft des Kreises, der kir- ^" und Organisationen der freien Wohlfahrtspflege das Iltl Hilftwerk einer
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Winterhilfe des Kreises Schlächtern
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- zu Linderung der Not der Erwerbslofek, kranken und flr- ® beitrunfähigen ins Leben gerufen.
Die Maßnahmen von Staat und Gemeinden sind allein H nicht im Stande, der Not wirksam zu begegnen. Ruch die = Kraft der freien Wohlfahtspflege reicht nicht aus, wenn nicht alle bietenden, die wirtschaftlich irgend dazu fähig > sind, ein Opfer zu Gunsten ihrer notleidenden Mitbürger bringen und dadurch mithelfen, der Not,zu steuern und
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itai in vielen Samtiren herrschende Elend zu beseitigen, versagt Türe Mithilfe nicht! Glaubt nicht, Luch angesichts ^urer hungernden und frierenden Volksgenossen mit dem Hinweis auf schlechte Geschäfte und verringerte Einkünfte ten Hilfswerk entziehen zu dürfen, solange Ihr selbst noch ein wohnliches heim und das tägliche Brot habt!
i Gerade wegen der schlechten Zeitumstände muß das Er- hebnis der Winterhilfe dasjenige des Vorjahres nicht nur i meichek, sondern weit übertreffen, damit nicht die Ver- szweiflung weiter Kreise furchtbare Gefahren für das ganze Volk, auch für Tuch, heraufführe! Darum gebe und helfe
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Jeden Samstag von 81A 7 Uhr, also auch mittags, durchgehend geöffnet!
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Mä Hausfrauen! ässI ^Eabban^gjAMsD^, ^«n wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung tragend, bringe ich in der Zeit vom 3. bis Montag. den 16. Nov. lKalter Markt am 9- Nov) einen Posten ^ Emaille
zu besonders billigen Preisen
zum Verkauf.
Niemand versäume diese Gelegenheit feinen Bedarf jetzt einzubecken. [
^^ Besichtigung ohne Kaufzwang - -——-
Heinrich Lins, Schlüchtern
jeder nach seiner Kraft und nach seinem Dermögen; auch die kleinste Gabe, auch der geringste Hilfsdienst ist heute unentbehrlich. Jeder, der noch über eine gesicherte Existenz verfügt, wird in der Lage sein, einen Tagesarbeitsverdienst im Monat für seine notleidenden Mitmenschen abzugeben. Das möge Richtschnur sein!
In der vorletzten Woche der Monate November, Dezember, Januar und Februar werden Beauftragte des Magistrats oder des Gemeindevorstandes mit Listen in den Wohnungen vorsprechen und Geldspenden entgegennehmen. Wir bitten herzlich, diese Personen nicht abzuweisen. Die Bürgermeister führen die gesammelten Geldbeträge an die kreiskommu- nalkasse ab. Die Mittel werden von einer Kommission, in der alle Berufsstände, die Kirchen und die Organisationen der freien Wohlfahrtspflege vertreten sind, nach den Vorschlägen der örtlichen Wohlfahrtsausschüsse an die Bedürftigsten nicht nur des Kreises Schlüchtern, sondern auch der Stadt und des Kreises Banau, die wir wegen des besonders großen Elends in der Industriestadt und ihren Vororten in die Betreuung einbeziehen wollen, verteilt werden.
Soweit Kleidungsstücke und Naturalspenden gegeben werden, bitten wir, dieselben bis zur Rbholung zurückzuhalten.
Laßt uns wieder lernen, von Mensch zu Mensch einander beizustehen und einer des andern Last mit zu tragen!
Gebt für die Winterhilfe des Kreises Schlüchtern!
Dr. Müller,
Landrat des Kreises Schlüchtern.
Rlt, Stadtoberinspektor, Schlüchtern, Vorsitzender des
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amtenortskartells Schlüchtern; Deuker, Philipp, Schlüchtern, für die Rrbeiterwohlfahrt; Frau Nmtsgerichtsrat Faust, Schlüchtern, für den vaterländischen Frauenverein vom Koten kreuz; Flemmig, Rektor, Schlüchtern und Spieß, Pfarrer, Gberkalbach für die Arbeitsgemeinschaft der Pfarrer und Lehrer; Friedrich, Schuhmachermeister, Schlüchtern, Vorsitzender des Handwerkervereins' Gaenßlen, Bürgermei« ster, Schlüchtern, für den Männerverein vom Roten Kreuz; Frau Gähringer, Schlüchtern, für den Hausfrauenverein SchlüchternKind, Kuratus, Marborn, für den Karitasverband ; Frau Landwirtschaftsrat Müller. Schlüchtern, für den Kreisverband der ländlichen Hausfräuenvereine,' Richter, Dechant, Herolz,' Rollmann, Kreispfarrer, Schlüchtern,' Ro= senbaum, Kaufmann, Schlüchtern, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe, Roth, Gutsbesitzer, Khlersbach,
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Wo Millionen kaufen, kauft man besser I
Im Jahre 1930 registrierten die Kassen in den 43 Tietz-^äusern 9? 155 505 Käufe. „99 Millionen Käufe ? Wie Ist denn das möglich? Das Deutsche Reich hat doch nur <2 Millionen Einwohner?" Und wenn Sie die Einwohner der Städte, in denen TIetz-Häuser sind, nachzählen, so sind es nur rund 5 100 830 Das bedeutet:
Wenn jeder Einwohner, und selbst das kleinste Kind Tietz-Kunde wäre, würde jeder einzelne etwa zwanzigmal im Jahr bei Tietz kaufen. Gerade an diesem Vergleich ersehen Sie, daß ein großer Teil der Bevölkerung immer wieder bei uns kauft, daß Millionen urteilen: „Bei Tietz kaef: man besser und billiger!“ Warum? — Die „Propaganda-Tage", die gerade jetzt stattfinden, erklären es von neuem: Seit Monaten riesige Sammelaufträge bei der Industrie — eine Verbiliigungs-Akticn von größten Ausmaßen, ein erfolgreicher Versuch, die Lebenshaltung breitester Schichten zu heben!
Propaganda-Tage in 40 TIETZ-HÄU5ERN
HANAU, FSüRNBERSE^ STRASSE 16-18
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♦ von prima Saalkar- toffeln, anerkannt o ^ der Landwirtscbafts- ♦ Kammer, dir. an Landwirte usw aesucht.
♦ Es wollen sich nur gut-
▲ beleumd. Herren, die bei der Landwirtschaft • guteingesührtsindund A ähnl. Stellung, veklei- det haben, schristl. be.
♦ werben. 2lng.erb.unt.
▲ Nr 2059 an d. Exp.
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Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisvereins: Roth, Schlüchtern, und Sauer, Tlm, Vertreter der Organisationen für Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge,' Simon, Schlossermeister, Schlüchtern, Vorsitzender des Innungsausschusses,' Frau Stern, Schlüchtern, für die jüdische Wohlfahrtspflege- Weber, Bürgermeister, Marborn, Vorsitzender des kurhessischen Lauernvereins z Wolf, Max, Fabrikant, Schlüchtern; Wolpert, Pfarrer, Salmünster'für die innere Mission.
„Ein Schimmer von Hoffnung." "
Die Mahnung Leon Blums.
Paris, 6. November
Der sozialistische Abgeordnete Leon Blum schreibt im „Populaire" zur Frage der Reparationen und Kredite und der Stellungnahme Frankreichs zu diesen Problemen: Wenn Hoover sich gegenüber Laval verpflichtet habe, keine neue Initiative zu ergreifen, so laste sich dieses Versprechen nur als bedingt verstehen, nämlich unter der Bedingung, daß Laval und sein Staat die Initiative ergreifen. Diese An nähme werde durch das Verhalten der deutschen Regierun übrigens bestätigt.
Die Eile, mit der Brüning die Besprechungen ausnehme. lasse sich, so glaubt Blum schließen zu dürfen, kaum anders erklären, als durch Informationen, vielleicht sogar ermutigende Angaben, die ihm aus Washington zugegaugen seien.
Ein weiteres Zeichen für die Richtigkeit disser Annahme sei die Haltung der französischen reaktionären Preffe, die, noch bevor Laval nach Paris zurückkehrte, schrieb: Man wolle den Franken der Mark opfern. Frankreich möge sein Gold Huten und sich vor der Inflation in Acht nehmen. Ein weiteres Anzeichen für die Richtigkeit der Annahme sei, daß wirtschaftliche Zeitschriften, wie die „Journ^e Industriell^, nicht in das Konzert der reaktionären Presse ein- stimmten, sondern für eine vorsichtigere Aktion eintreten, die von vernünftigen finanziellen Gesichtspunkten bestimmt sein müsse. Frankreich habe, so schreibt Blum, solange es noch Zeit war, es an Solidaritätsgefühl gegenüber der Umwelt fehlen lasten.
Er sehe den Tag kommen, an dem Frankreich gezwungen sein werde, wohl oder übel sich in der Rot und im Lei- den solidarisch zu zeigen. Deshalb begrüße er auch den kleinsten Schimmer der Hoffnung und bemühe sich, das zuckende Flämmchen vor dem Erlöschen zu bewahren.
— Wie in mehreren anderen Kreisen des Regierungsbezirks sind auch in Ragen Fälle von spinaler kmder- lähmung auf getreten. Von 15 Erkrankungen sind bisher vier tödlich verlaufen.
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