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Achlüchtermr Rettung

Meis-KmtsblM * Myemeiner smtlicher Anzeiger für ^n Lrets -chlüchtem

♦rodannt S«laH: YSwtnfttd Söhne* Sefchäst^'^ichiihesitr.S * f«>««ei»y * psfifcheKU-PttmbftwtitIU.0»»» Nr. 132<1. Blatt)Dienstag, «a 3. November 1931 83. Iabrg.

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Für das Rüstungsfeierjahr.

UOe Rationen stimmen zu, einschließlich Deutschland und Frankreich.

Genf, 2. November.

Am 1. November begann die R ü st u n g s p a u s e, die die SeptemberDersammlung des Völkerbundes am 29. Sep­tember beschlossen hat. Die Regierungen, die an der Ab­rüstungskonferenz teilnehmen werden, sind in Verfolg dieses Beschlusses vom Völkerbundsras aufgefordert worden, vom 1. November 1931 ab

alle Maßnahmen zu unterlassen, die auf eine Vermeh­rung ihrer Rüstungen zielen,

ohne daß jedoch ein Präjudiz für die Entscheidungen der Konferenz geschaffen werden soll. Die Regierungen wur­den ersucht, bis zum 1. November 1931 zu erklären, ob sie bereit seien, einen derartigen Rüstungsstillstand für die Bauer eines Jahres anzunehmen. Bis zum 31. Oktober abends haben fast alle Nationen der Rüftungspaufe zuge- ftinimt, und zwar durchweg unter dem Vorbehalt, daß auch ihre Nachbarstaaten den R ü st u n g s st i! l - st a nd a n n ä h m e n

Auch die d e u t s ch e R e g i e r u n g hat zu dem Schluß­termin des 1. November, an dem die Antworten aus den Vorschlag eines* Rüstungsfeierjahres eingegangen fein müssen, in einem Schreiben an den Völkerbundsrak ihre Stellungnahme bekanntgegeben. Es ist anzunehmen, daß die Antwort der deutschen Regierung in zustimmendem Sinne ausgefallen ist, wenngleich in der Begründung die Einzig­artigkeit der Lage in Rechnung gestellt sein dürfte, die gerade für Deutschland infolge der Zwangsbestimmungen des Ver- sailler Vertrages in der Rüstungsfrage gegeben ist '

Die französische Regierung hat dem Völkerbunds- letretariat mitgeteilt, daß sie bereit sei. sich dem- ftungsstillstand anzuschließen, wenn er auch von den Frank­reich benachbarten Ländern angenommen werde. Die An­nahme der französischen Regierung werde sich im Rahmen des Wortlautes der Entschließung bewegen, die vom Völ­kerbund verabschiedet worden sei und unter den Bedingun­gen erfolgen, die in dem Bericht festgelegt sind,. der ^ref» Entschließung begleitete.

Immer wiederSicherheit".

Benesch über Vertragsrevision.

Im Budgetausschuß des tschechischen Abgeordnetenhau­ses erwiderte der Außenminister Dr. Benesch auf die präge, welchen Standpunkt die Tschechoslowakei in der Ab- riistungsf^ge vertreten werde, es müßte abgerüstet und zu­gleich müßten Sicherheitsgarantien ge = schaffe n werden. Die drei entscheidenden Faktoren der Abrüstungskonferenz seien: erstens, wie weit die sogenannte moralische Abrüstung durchgeführt sei; zweitens: das Ver­langen der kleinen Staaten nach gewissen Garantien, und drittens: die tatsächlichen Verhältnisse. Auf dem Gebiet des Pazifismus, sagte Benesch, sei ein groizer Fortschritt zu verzeichnen. Dafür könne es keinen ossseren Beweis geben, als die fünfjährige Periode der ocutsch-franzöfischen Annäherungspolitik, die Periode der sogenannten Locarno-Politik.

Zu den F r i e d e n s v e r t r ä g e n und beten R e - P 11 o n erklärte der Minister, jeder Vertrag passe sich mit Zeit der Situation an. Als Außenminister der -Ichechoslowakei verteidige er, Benesch, die Friedensverträge. n gewissen Fragen seien Kompromisse möglich, aber es bestimmte wesentliche Fragen, in denen ein Kompromiß «ton möglich sei. In Zentraleuropa könne nur dadurch Vwnung geschaffen werden, daß sich die Tschechoslowa- mit Ungarn und daß Ungarn sich mit seinen Nach- wrti verständige.

Schiedsspruch für Gememdearbeiier.

Lohnsenkung um 4% Prozent.

Die zweitägigen SchUchtungsverhandlungen über die .."^gelung der Gemeindearbeiterlöhne führten in den Morgenstunden des Sonntags im Reichsarbeitsmini- . J 3u folgendem Schiedsspruch:Sämtliche be= 1 mctien und örtlichen Lohutarifverlräge und Lohnrege- , ^e huret) das Abkommen vom 22. August bzw. Oktober 1931 außer Kraft gefetzt sind. treten mit fiung oom 1. November 1931 wieder in Kraft mit fol- Maßgabe:

Ae um 3i. oftober 1931 bestehenden Stunden-, wogten- und Monatslöhne ermäßigen sich um

, 4% Prck^ent.

? "ohnjchutzklauseln werden dahin abgeändert, daß ihre fl immung ab 1 November 1931 nur auf die am 1. No- ' yr 1931 im Betrieb befindlichen Arbeiter angewendet . oen. z^ gtimben und weniger, ab 1 Januar 1932 ben und weniger arbeiten. Der Arbeitsverdienst lodoch in diesen Fällen nicht höher als der eines gleich- Hten Arbeiters bei längerer Wocheuarbcitszeü und Be- ""g nach den gekürzten Lohnsätzen sein Auf neuein- Kettte Arbeiter finden die Lohnschutzklauseln keine L e n d u n a mehr.

rJKlc neue Lohnregelung kann mit einmonatiger 11 erstmalig zum 31 März 1932 gekündigt werden "

Die Parteien haben sich bis zum 7. November gegen- h r schlichter über Annahme oder Ablehnung des Neosspruches zu erklären.

Reparationskonserenz im Dezember.

Frankreich sucht zunächst Verständigung mit Deutschland.

Paris, 1. November.

Ministerpräsident Laval wird unmittelbar nach seiner Rückkehr mit verschiedenen europäischen Regierungen wegen der Ergebnisse seiner Washingtoner Besprechungen Fühlung nehmen, in erster Linie natürlich mit der deutschen Regie­rung, und es sei sogar möglich, daß cr sich direkt mit Reichskanzler Brüning telephonisch in Verbindung setzen werde.

Sicher sei auch, daß die Londoner Regierung, als deren Vertreter Lord Reading kurz vor Laoals Abreise nach Amerika sich über den bevorstehenden Meinungsaustausch betreffend das Reparations- und Schuldenproblem in Paris unterrichtet hatte, wieder einen Delegierten nach Paris ent­senden werde, um erneut Fühlung r» nehmen.

Das Schulden- und Reparationsproblem werde unver­züglich Gegenstand wichtiger Erörterungen und namentlich einer internationalen Konferenz sein, die wahrscheinlich im Dezember zusammentreten werde.

Laval Montag wieder in Paris.

Es steht nunmehr fest, b;^ der DampferIsle de France" mit dem französischen Ministerpräsidenten an Bord am Montagvormittag um 9 Uhr in Le Havre einläuft, so daß Ministerpräsident Laval und die französische Delegation gegen 13 Uhr in Paris eintreffen werden. Laval wird über das Ergebnis feiner Rhise zunächst dem Ministerrat und alsdann den vereinigten Kammerausschüssen für Aus­wärtiges und Finanzen Bericht erstatten.

Senfrum und Raiionalsoziatismus.

Eine Rede des Prälaten Dr. Schreiber.

Münster, 1. November.

Ueber die neue Reparationskonserenz und den ?tatio= nalsozialismus sprach in einer Zentrumsoersammlung Dr. 8MMW» Die crmwn.,.mg Ses Besuches Lavals' "nr Washington führe zu der neuen Reparationskonserenz. die im übrigen weit besser sei als eine Verlängerung des Hoo verjahres. Letztere würde die Gefahr weiterer Kredüabzügc bedeuten. Die Reparalionsfrage fei fast schon in die zweite Linie gedrängt worden, denn weit wichtiger als sie sei die Abtragung der Prioatschuldenverpflichlungen Deu^ ' lands

Deutschland werde an dem Grundsatz einer opfcrsrcien Revision mit aller Kraft festhaNen müssen. Ein Oft- locarno sei für Deutschland völlig unmöglich. Wer die Sicherheit wolle, der müsse abrüsten. Für Frankreich bestände die beste Sicherheit in restloser Verständigung mit Deutschland.

In der heutigen Lage sei der selbstmörderisc! e Kleinkrieg in Deutschland wenig.verständlich. DieHarzburger Par­teien" trenne eine Kluft. Der offene Brief Hitlers an Brü- ning sei ein -Dokument der Selbstbesinnung, in dem der Wille zu einer positiv gerichteten Legalität ausgedrückt sei.

Für ein Zusammengehen Brünings mit Hitler sei zu­nächst eine innere Umkehr der im Nationalsozialismus herrschenden Meir^ngen erforderlich, eine mit liche Schei­dung revolutionärer und positiver Arbeit der Geister. Es müßten auch Garantien für eine regierungsfähige und aus­geglichene Politik in der Zukunft gegeben werden, die bis jetzt wahrhaftig noch nicht vorhanden seien.

Es sei die Frage, ob der Nationalsozialismus künftig statt einer Politik der Fußtritte eine Politik der morali­schen Eroberung vorziehen werde. Das Zentrum denke jedenfalls nicht beue- sich so schlecht von den National­sozialisten behandeln zu lassen, wie es die Deutschnationalen auf sich nähmen. An sich wäre eine starke nationale Front aller Deutschen nur erwünscht Ein starkes politisches Deutschland sei 'für die Politik des Schicksalsjahres 1932 notwendig.

Zweite Internationale und Ma^dschurei-Konfiikt-

TRB. Paris, 2. 11. ((Eigene Meldung). Per Lxe- Kutiv-Ausschutz der Zweiten Internationale hat gestern eine Entschließung angenommen, die sich mit bem chinesisch- japanischen Konflikt beschäftigt, und in der es heißt, der Exekutivansschuß protestiere mit Entrüstung gegenden japanischen Gewaltstreich in der Mandschurei". Japan trete das Selbstbestimmungsrecht der drei ostchinesischen Provin­zen mit Füßen und schaffe für die Zukunft eine vom internationalen Standpunkt folgenschwere Gefahr. Es sei bedauerlich, daß der Völkerbund bis jetzt nicht in der sage gewesen sei, diesen für den Frieden so gefährlichen Konflikt aus der Welt zu schaffen. Der Völkerbund möge die Räumung der Stellungen durchsetzen,die durch einen Gewaltakt bezogen wurden."

Rm Sonntagnachmiltag ist der DampferKarls« rnhe" auf Tier Unterelbe mit einem unbekannten polni­schen Dampfer zusammengestoßen. Der DampferKarls« i ß he" erhielt schwere Beschädigungen, konnte aber trotz­dem seine Reise fortfetzen. Gb der Pole Befähigungen erhalten hat, konnte noch nicht ermittelt werden.

General von Kuhl 75 Jahre alt.

General der Infanterie Dr. h. c. Hermann vonKuhl, einer der bekanntesten Generalstabsoffiziere der alten Armee, begeht am 2. November seinen 75. Geburtstag. Im Welt­krieg war er zunächst Chef des Stabes der 1 Armee lKluck), später der Heeresgruppe Kronprinz Rupprechl. In der Welt- kriegsgeschichle wird sein Name rühmlich bekanntbleiben dadurch, daß er bei dem Vormarsch in Frankreich neben Generaloberst von Kluck in den schweren Tagen der Schlacht am Ourcq nordöstlich von Paris größte Beherrschung der ! Lage und unerschütterliche Kaltbültigkeit gezeigt hat "Nach : dem Kriege wandte er sich militärwissenschaftlichen Studien über den Weltkrieg zu und war der erste Militärschrift- steiler, der ein populäres Werk über den Weltkrieg auf allen Kriegsschauplätzen verfaßte. Mehrfach wurde er bei den Untersuchungen über den unglücklichen Kriegsausgang als Sachverständiger befragt. General von Kühl gilt' als einer der wissenschaftlich gebildetsten Offiziere des alten deutschen Heeres und ist Mitglied der Historischen Kom­mission des Reichsarchtvs sowie Inhaber des Ordens Pour le merite für Wissenschaften.

Verwattungsreform in Bayern.

Aufhebung des Lanüwirtfchafksministeriums, Zusammen­legung der Regierungsbezirke.

Die dringend notwendige Verwaltungsreform, zu der man sich im Reich und in Preußen nicht aufraffen kann. : ist jetzt von, Bayern aus dem Wege der Notverordnung in Angriff genommen worden.

Mit Wirkung vom 1. April 1932 werden das Siaats Ministerium für Landwirtschaft und Arbeit, das Oberlan- desgericht Augsburg sowie die Landgerichte Fürth, Neu- burg a. d. Donau und Straubing aufgehoben. Die Regie­rungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz werden mit dem Sit} der Kreisregierung in Regensburg am 1. April 1932 zusammengelegt. Die Regierungsbezirke Oberfranken und Miltelfranken werden am 1. Januar 1933 mit dem 5ih der ä'^ ücruru? in Aasiur^ --umkni«, «-reinigt---r-r

Bis zum 1 April 1933 sind weiterhin 24 'Amtsge­richt e. a ch t Bezirksämter, drei Bauämter, zehn Mesfüngs.imter und zwölf Forstämter und Forstamtsstellen a u f z u l ö i e n

Die gleiche Raiverordnung erhöht das Schulgeld an de- höheren Umernchtsanstalten und sieht eine Kürzung bei j Beamtengehälter und Pensionen vor.

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Zusammenlegung preußischer Ministerien?

Der .Vorwärts" bestätigt, daß voraussichtlich Handels­minister Dr Schreiber das Finanzministerium übernehmen werde, und fügt hinzu, daß vielleicht der Aufgabenkreis des preußischen Handelsministeriums zwischen dem Wohlfadrls- minilterium und dem Finanzniinislerium geteilt werde, was zur Einsparung eines Ministeriums, nämlich des Handels- minifteriums führen würde. Eine Entscheidung ist hierüber noch nicht gefallen.

Deutsche Gedenkfeier im Auslande.

Auf dem Schlachtfeld von Spern und bei Belgrad.

An Allerheiligen trafen 600 Mitglieder des deutschen Kriegsteilnehmer- und Kriegsbeschädigtenverbandes Aachens zum Besuche der deutschen Kriegergräber in Flandern ein. Auf dem großen deuischen Friedhof bei B r o o d j e i n d e wurde eine Gedenkfeier abgehalten, bei der auch die deutsche Gesandschaft in Brüssel sowie die Stadi Aachen vertreten war.

Auf dem deuischen Heldensriedhof bei Belgrad, fand wie alljährlich eine eindrucksvolle Kriegcrgedenkfeier statt. Der deutsche Gesandte von Hassell hielt eine Gedenkrede worauf Kranzniederlegungen erfolgten.

Gise«bali«auschlag in Kad UeichentzaU-Kirchberg.

WER. München, 2. 11. wie die Reichsdahndireklion München mitteilt, wurden in der Nacht zum Sonntag im Rahnbof Bab Reichenhall-Rirchberg in verbrecherischer Ab­sicht Zcholtersteine und zwei Rundhölzer von etwa einem Meter Länge und 20 Zentimeter Durchmesser in eine Weiche des bauptgleises eingeklemmt. Der Personenzug Beiftesgaben Bab Reichenhall, der am Soniuagfrüh die weiche zuerst befuhr, erlitt keinen Schaden, sondern konnte die Fahrt ohne Anhalten fortsetzem Die Reichs­bahndirektion München hat für die Ermittlung des Täters eine Belohnung ausgefegt.

Braunschwelg geht ans Reichsgericht.

Braunschweig, 2. Noi>ember Der sozialdemokratische Volksfreund" bleibt trotz der Entscheidung des Reichsinnen. Ministers Groener zunächst noch verboten, da Braun'chweig gegen die Entscheidung des Reichsinnenniinisters das Reichs­gericht an^rufen hat.

Jn Essen stießen zwei Motorräder, die mit sechs Personen besetzt waren, an einer Straßenkreuzung mit voller Wucht zusammen. Drei Personen erlitten schwere Schädelbrüche, die übrigen wurden ebenfalls erheblich Der« letzt.