Bunisr Wochenspiegsl.
Der Hund als Zeuge — ein harmloser Prozeß — Wie man in Schweden telefoniert — hinter den Kulissen einer Adop- tionsfabrik — wer ist Freifrau von Loburg?
Irgendwo in deutschen Landen hatte man dieser Tage eine Bauersfrau zu einer Geldstrafe verurteilt, weil ihr Hund jemanden gebissen haben sollte, aber die Bauersfrau nahm das Urteil nicht so ohne weiteres hin. Sie erhob Einspruch und erklärte vor Gericht, ihr Hund sei eine „Seele von einem Menschen" und täte keinem etwas zuleide. Hätte er wirklich gebissen, dann müsse er furchtbar gereizt worden sein. Aussage stand gegen Aussage. Für den Vorfall fehlten die Zeugen, aber der Richter wußte sich zu helfen, er ließ den Hund selbst für feine Harmlosigkeit Zeugnis ablegen, und siehe da, als der Hund den Verhandlungsraum betrat, begab er sich sofort schweifwedelnd an den Richtertisch, richtete sich auf den Hinterpfoten auf und legte die Vorderpfoten auf den Richtertisch, den Richter so gutherzig anblickend, daß er sofort von der Unschuld des Hundes überzeugt war und der Herrin dies Tieres die verhängte Strafe erließ.
Wäre ein Mensch in dieser Weise vorgegangen, der jemanden z. B. eine heruntergehauen haben sollte, dann würde ihm vor dem strengen Richter die Methode nichts genützt haben. Der Richter hätte höchstwahrscheinlich gesagt: „Nehmen Sie gefälligst die Hände vom Tisch und simulieren sie hier nicht das Unschuldslamm", womit man dem Hunde eine größere Glaubwürdigkeit nachsagt als den Menschen. Wie aber steht denn der Fall in Wirklichkeit? Viele Hundefreunde behaupten, daß der Hund nicht nur Instinkt, sondern beinahe Menschenverstand besitze. Trifft diese Behauptung zu, dann kann der Hund auch simulieren. Wir bitten also diesen Hundeprozeß wegen feiner grundsätzlichen Bedeutung zur Revision beim Reichsgericht zuzulassen. Zwar war der Hund harmlos, auch der angebliche Biß war harmlos und die bestrafte Bauersfrau war auch harmlos, jedoch Recht muß Recht bleiben — oder 'ollten etwa durch die einzige beifällig begrüßte Notverordnung die Bagatellprozesse unterbunden werden?
Na, mit der Zeit wird sich das ja herumsprechen, so wie sich eine nette Geschichte aus einem schwedischen Kurort jetzt herumgesprochen hat, die einem Berliner Professor begegnete. Neben einem häßlichen Rheumatismus litt dieser Professor daran, daß er nicht lachen konnte. Eines Tages aß er nun mit seiner Gattin im Speisesaal des Hotels, um mit gutem Appetit der schmackhaften schwedischen Küche zu- zusprechen. Während des Mahles beobachtete der Professor, daß ein Herr nach dem anderen den Speisesaal verließ, und verwundert erkundigte er sich am Nachbartisch nach dem Grund des Verschwindens. „Die Herren telefonieren" war die lächelnde Antwort. Der deutsche Professor lächelte nicht, er wurde noch ernster und grübelte darüber, welche Gesetze dieses Massentelefonieren hervorgerufen haben könnten. Roch ehe er seine Ueberlegungen beendet hatte, hieß es: „Herr Professor werden ans Telefon gebeten." Erschrocken fuhr der Deutsche aus seinem Sinnen auf. Das war ja zum Erschrecken, sollte in Berlin etwas vorgefallen sein? Er konnte nur stotternd nach dem Telefon fragen. „Bitte in der Küchen Aoum jedoch statt?-der- Beellestor ben--Htzrer abgenommen, erhob sich hinter seinem Rücken ein schallendes Gelächter. Am Küchentisch waren sämtliche anwesenden Herren bei einem Gläschen Wein versammelt und die Erklärung für diese seltsamen Vorgänge folgte auf dem Fuße: Die betreffende Kommunalverwaltung hatte nämlich, wie es nach schwedischem Gesetz möglich ist, in der Gemeinde den Alkoholausschank verboten, und die Telefongespräche in der Küche waren nur der Borwand zu dem heimlichen Genuß. Nach dieser Erklärung soll der Professor herzlich gelacht haben, so daß nur noch der Rheumatismus zum Kurieren übrigblieb. Man weiß sich nicht nur in Amerika gegen Alkoholverbote zu wehren, man gibt der Sache auch in Schweden einen harmlosen Namen.
Bei dieser Namensgebung fällt mir zugleich eine andere Geschichte ein, in deren Mittelpunkt die durch ihre Anzeigen auch in der Provinz bekannte Berliner Heiratsvermittlerin, Freifrau von Coburg, steht. Um bedürftigen Kandidaten zu einem angesehenen Namen zu verhelfen, hatte sie eine Art Adoptionsfabrik eingerichtet. Ein gewisser 1930 im Alter von 82 Jahren verstorbener geldbedürftiger Freiherr Arthur von Wimmersperg, hatte sieben Leuten mit nichtssagendem Namen behafteten Menschen durch Adoption seinen adligen Namen geliehen. Darunter war auch ein gewisser jetzt verstorbener Theophilus Sauberzweig, dem an seinem Stammbaum der „Sauberzweig" nicht gefiel. So wurde Sauberzweig ein von Wimmersperg. Diese Verwandlung gefiel aber den echten Sprossen derer von Wimmersperg nicht, die die Adoptionsgeschäfte ihres etwas entarteten Namensvettern nicht billigten. So kam es zum Prozeß, in dem es nur um des schönen Namens willen um mehrere Meineide geht. Wie wird es nun der Freifrau von Coburg ergehen, die um des schönen Namens willen sogar den in von Wimmersperg verwandelten Sauberzweig heiratete und jetzt schwer verdächtig wird?
Helene Mayer besiegt ihren Bruder.
Die deutsche Meisterin und Weltmeisterin im Florettfechten Helene Mayer zeigte ihre graziöse und schneidige Kunst einem begeisterten Publikum im Berliner Sportpalast, wo sie anläßlich des Festes der Sportpreise einen Schaukamps gegen ihren Bruder austrug und natürlich Siegerin blieb.
Börse und Handel.
Berlin, den 29. Oktober 1931.
Dollar: 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfundiges 16,33, hvll. Gulden: 170,68 171,02, Belga (Bel- ; gien): 58,74 58,86, ital. Lira: 21,73 21,77, dän. Krone: 92,01 92,19, norw. Krone: 91,41 91,59, franz. Franken: 16,59 16,63, tschech. Krone: 12,47 12,49, schweiz. Franken: 82,32 82,48, span. Peseta: 37,36 37,44, schtved. Krone: 93,91 94,09, österr. Schilling: 58,94 59,06.
Vrobutfenmarft Am Produktenmarkt setzte sich die Aufwärtsbewegung der Preise auch am Donnerstag fort; allerdings waren die Mühlen auf dem erhöhten Preisniveau merklich vorsichtiger, zumal man zunächst die Be- । sprechungen in dem neugebildeten Wirtschaftsbeirat abwarten will. In Weizenmehl ist das Geschäft wieder ruhiger geworden; Roggenmehl bleibt noch angeboten. Am Hafer- und Gerstenmarkt verhalten sich die Käufer gegenüber erhöhten Forderungen abwartend.
Warenmarkt.
ANttagsbörse. (Amtlich.) Getreide und Oelsaaten Per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Mark. 218—221 (am 28. 10.: 218-221). Roggen Mark. 193-195 (191-193). Braugerste 166-174 (166 bis 174). Futter- und Jndustriegerste 160—166 (158—166). Hafer Mark. 145—151 (143-150). Weizenmehl 28 bis 32,25 (28—32,25). Roggenmehl 27,40—29,50 (27,40 bis 29,40). Weizenkleie 10,25—10,50 (10,25—10,50). Roggen- kleie 9,50—10 (9,50—10). Viktoriaerbsen 21—28 (21—28). Leinkuchen 13,60—13,80 (13,40—13,50). Trockenschnitzel 6,10—6,20 (6-6,20). Sojaschrot 12—12.40 (11,80-12,30).
Frankfurter Scklachtvichmarkt vom 29. Oktober: Zufuhr: 135 Rinder, ferner 1053 Kälber, 513 Schafe und 656 Schweine. Bezahlt wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber —, 40 bis 44, 35 bis 39, 60 bis 34; Schafe 27 bis 30, — 22 bis 26, 17 bis 21; Schweine —, 47 bis 50, 46 bis 49, 45 bis 49, 42 bis 47.
Magerviehhof Bertiu-Friedrichsfelde.
(Amtlicher Bericht vom 29. Oktober.) Auftrieb: 373 Rinder (darunter 313 Milchkühe, 3 Zugochsen, 57 Stück Jungvieh) und 122 Kälber.
Es wurden je nach Qualität gezahlt für das Stück: Milchkühe und hochtragende Kühe: 200—360 Mark.
Tragende Färsen: 180—280 Mark.
Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere und Färsen 25—26 Mark für einen Zentner Lebendgewicht.
Marktverlauf: Sehr schleppend trotz weichender Preise. Es bleibt Ueberstand.
Pferdemarkt:
Auftrieb: 402 Pferde. Preise je nach Qualität 200 bis 1100 Mark, Schlachtpferde 30—180 Mark.
Marktverlauf: Sehr ruhig.
Gänse: Auftrieb 130 Stück.
Mgdfunk-Nrogrsmme.
Frankfurt a. M. und Kassel (Südwestfunk).
Jede» Werktag wiederkehrende Progranimnummern: 6.15 Wettermeldung, Morgengymnastik 1; 6.45 Morgengymnastik II; 7.15 Frühkonzert; 7.55 Wasserstandsmeldungen; 12 Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen; 12.05 Schallplatten; 12.40 und 13.50 Nachrichten; 12.55 Nauener Zeitzeichen; 13 Schallplatten, Fortsetzung; 14 Werbekonzert; 14.40 Gießener Wetterberichts 15D5,^7, 1" 1“ Zeitangabe, Wirtschafts- Meldungen; 17.05 Nachmittagskonzert.
Sonntag, 1. November: 7 Hamburger Hafenkonzert; 9.30 Reformations-Gottesdienst; 11.30 Bachkantate; 12 Schallplatten; 13.50 Zehnminutendienst der LanVwirtschaftskammer Wiesbaden; 14 Stunde des Landes; 15 Stunde der Jugend; 16 Marschmusik; 17 „Das Ochsenmenuett", Singspiel; 18 „Bildung oder Erziehung", Dreigespräch; 19.10 Sonderwet- ter dienst für die Landwirtschaft; 19.30 Im Fluge um die Welt; 20.45 Franz Liszt zum Gedächtnis; 22.15 Nachrichten; 22.35 Unterhaltungskonzert.
Montag, 2. November: 18.40 „AIs deutscher Soldat in Erenoble", Vertrag; 19.05 Englischer Sprachunterricht; 19.45 Zitherkonzert; 20 Aktueller Dienst bei Vorliegen besonderer Ereignisse; 20.15 Eine Viertelstunde Lyrik; 20.40 Russische Musik; 22.15 Allerseelen in der Kapuzinergruft; 22.40 Nachrichten.
Dienstag, 3. November: 15.20 Hausfrauen-Nachmittag; - 16.30 „Aus dem Leben der höheren Schule", Vortrag; 18.40 : „Der Himmel im November und Dezember", Vortrag; 19.05 „Die Generation von 1899", Vortrag; 19.45 Musikalische Grundbegriffe; 20 Aktueller Dienst bei Vorliegen besonderer ! Ereignisse; 20.15 Heiterer Abend; 21.45 Sportkämpfe, Schallplattenrevue- 22.15 Nachrichten; 22.35 Briefkasten; 0.30 Nacht- ; konzert.
Mittwoch, 4. November: 10.20 Schulfunk; 11.45 Werbe- vortrag; 15.15 Stunde der Jugend; 18.40 „Ueber Parteien, Gruppen und Konfessionen", Vortrag; 19.05 Eulogius Schneider, ein Schicksal aus der französischen Revolution; 19.45 Unterhaltungskonzert; 20 Aktueller Dienst bei Vorliegen besonderer Ereignisse; 20.15 Aus dem Elsaß; 21.15 Studienkonzert; 22.15 Nachrichten; 22.35 Funkstille.
Donnerstag, 5. November: 9 Schulfunk, 15.30 Stunde der Jugend; 18.40 Zeitfragen; 19.05 „Autarkie oder Weltwirtschaft?", Vortrag; 19.45 Nach der Spätlese; 20.15 Akkordeon-Duette; 20.45 Aktueller Dienst bei Vorliegen besonderer Ereignisse; 21 „Die Jobsiade"; 22.15 Nachrichten; 22.35 Klaviermusik.
Freitag, 6. November: 18.40 „Ueber nassauische Sagen", Vortrag; 19.05 Aerztevortrag; 19.45 Deutsche Humoristen, Gustav Meyrink; 19.45 Aktueller Dienst; 20.05 Symphoniekonzert; 22 Musik des Orients; 22.35 Nachrichten; 23 Tanzmusik.
Samstag, 7. November: 10.20 Schulfunk; 15.15 Stunde der Jugend; 18.40 Soziale Begegnungen; 19.05 Spanischer Sprachunterricht; 19.45 Brautwerber in Opernouetten; 20.15 Aktueller Dienst; 20.30 Europäisches Konzert; 22 Tanzmusik; 22.15 Nachrichten; 22.30 Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft; 22.40 Tanzmusik, Fortsetzung.
Raubmörder verhaftet. Von der Polizei konnte die furchtbare Bluttat an der 76jährigen Zimmervermieterin Luise Wabnitz, die in ihrer Wohnung in B e r l i n ermordet aufgefunden wurde, restlos aufgeklärt werden. Als Täter wurde der 22jährige frühere Kaufmann und Musiker Helmut Kleiner aus Waldenburg in Schlesien ermittelt. Von der Mordkommission war bereits eine Reihe schwerwiegender Indizien gegen ihn zusammengetragen worden, die in Waldenburg zu seiner Verhaftung führten, gerade in dem Augenblick, als er in einem Waldenburger Lokal Zechprellereien begehen wollte. Kleiner hat inzwischen ein volles Ge- > ständnis abaeleat.
vierfacher Word und Selbstmord. In Fi„d walde hat der 40 Jahre alte Kassierer der Ortstr» kasse Richard Kneifel seine Ehefrau und seine drei z erschossen. Man nimmt an, daß er seiner Familie in ein Schlafmittel beigebracht hat. Nach der Tat Kneifel selbst erschossen. Der Grund zur Tat ist bisher unbekannt.
Zur Werkspionage in Bitterfeld. Bei den Verhaft aus Anlaß einer Werkspionage bei der J. G. §arbr Bitterfeld tzgndelt es sich um vier Kommunist Angehörige der RGO sind. Sie waren als Arbeiter in triebe beschäftigt und spielten im kommunalpolitischen j eine Rolle. Die Angelegenheit scheint weitere Kreise hen. Inzwischen hat bereits eine Anzahl Haussuch- stattgefunden. Einzelheiten werden zur Zeit im In;, der weiteren Untersuchung geheimgehalten.
Selbstmord nach Unterschlagung. In der Rch Heide bei dem Ostseebad Graal wurde der vor t« nach Unterschlagung von etwa 200 000 Mark flücht!« wordene Prokurist der Firma C. Fr. Braun in Viktor Matthaei, mit seiner Begleiterin H. Schönesch schössen aufgefunden. Matthaei hatte sein Vorhabe- einem Briefe angekündigt und den Ort bezeichnet, w beiden Leichen zu finden seien.
Berufung in den Falk-Prozessen. Falk und Nobl« den in dem Zucker-Sachlieferungsprozeß Falk, in; Hammel-Sachlieferungsprozeß Falk hat die Staatsam fchaft in Düsseldorf Berufung eingelegt.
Mord aus Rache? Der Landwirt Sülzer wurde noch unbekannter Hand, anscheinend durch Stockschlitz den Kopf, auf dem Heimwege nach seinem Heimatdotz Gummersbach lebensgefährlich verletzt. Schulst fanden am anderen Morgen den Schwerverletzten, her t Schädelbruch davongetragen hat, bewußtlos auf. j brächte ihn in feine Wohnung, wo er feinen Verletz«! erlegen ist. Da bei dem Toten die Uhr und das Selb: vorgefunden wurden, nimmt man einen Racheakt an, hinterläßt Frau und Kinder.
Schweres Autounglück. Auf der Straße Tropp« Komorau stieß bei dichtem Nebel ein Automobil i Troppau mit einem Personenzug zusammen. Die fünf fassen des Kraftwagens wurden sämtlich schwer oeti Vier von ihnen sind im Krankenhaus gestorben. Auch fünfte dürfte kaum mit dem Leben davonkommen.
Zugzusammenstoß bei Leipzig. Auf dem Bch Zwenkau fuhr ein aus Leipzig kommender Person» auf ein falsches Gleis und stieß auf eine Wagengruppe Bei dem Zusammenstoß wurden 24 Personen leicht ml Der L-achschaden ist gering. Der Betrieb wurde durch Unfall nicht gestört. Die Ursache des Unfalles ist bisher' nicht geklärt.
Raubüberfall auf eine Bank. Ein Raubüberfall m auf die Bank Willems in der belebtesten Geschäftch Aachens ausgeführt. Der-Inhaber der Bank wäre im Kafsenraum anwesend und wurde plötzlich von Männern, von denen der eine eine Pistole bei sich h überfallen. Willems trug eine klaffende Kopfwunde von. Ein Betrag von 1000 Mark wurde geraubt. Nur Umstände, daß ein Bekannter Einlaß begehrte, ist « verdanken, daß kein größerer Betrag gestohlen wurde, das Klingelzeichen hin ergriffen die Räuber die Flucht sofort aufgenommene Verfolgung blieb ohne Erfolg.
Reue Erhebungen in der Mordsache Halsmann. Monaten wurde durch die Rechtsanwälte Peßler und zicka in Innsbruck die Strafanzeige wegen Verdi des Mordes, begangen an Max Morduch Halsmann, gi Johann Schneider erstattet. Die Staatsanwaltschaft fi dann den Antrag bei Gericht, daß die Erhebungen in d! Sache vorgenommen werden sollen. Nunmehr liegt Ratskammerbeschluß vor, daß diese Erhebungen dun führen sind.
IUmilientragödie. Eine furchtbare Familientragödil eignete sich in Berlin. Nach einem vorangegangi Streit griff der 50jährige Maschinist August Gryezewsli Pistole und schoß auf seine Frau und sein Kind. Nach Tat brächte sich Gryczewski selbst einen Kopfschuß bei.
Dummer Jungenstreich. An dem auf dem Bahnst« des Charlottenburger Bahnhofs nach dem £ zur Abfahrt bereitstehenden Fernzug wurde ein Dun« jungenstreich verübt. Noch unbekannt gebliebene Tät« festigten am Trittbrett des Zuges ein zehn Meter la geflochtetes Drahtseil und verbanden es mit einem Ast ( auf dem Bahndamm stehenden Baumes. Da dies nid)l merkt worden war, brach beim Anfahren des Zuges Ast ab und wurde vom Zuge mitgeschleift. Erst jetzt deckte der Fahrtdienstleiter den Dummenjungenstreich ließ den Zug halten. Nach Entfernung des Drahtseiles dem Ast konnte der Zug feine Fahrt fortsetzen.
Selbstmord nach einem Ehestreit. In Berlins der 28jährige Presser Richard Kantelhardt mit seiner g> altrigen Ehefrau in heftige Streitigkeiten. Kantelh schlug schließlich feine Ehefrau nieder und verletzte st schwer, daß sie ins Krankenhaus geschafft werden n» Kantelhardt beging dann in feiner Wohnung Selbst durch Erhängen.
Trauerseier für den verunglückten Katapuliflieger. Lloyddampfer „Dresden" brächte die Leiche des in AM verunglückten Fliegers Fritz Simon in die Heimat st Zu Ehren der ums Leben gekommenen Besatzung des tapultflugzeuges „New Bork" des Schnelldampfers » men" hatten sämtliche in Bremerhaven lieg« Dampfer die Flaggen auf Halbstock gesetzt. Unter Klängen des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden" w der Sarg in einen Eisenbahnwagen zur Ueberführung Dessau gehoben.
Segelboot gekentert. Auf der Havel kenterte Nähe der Insel Kälberwerder infolge des Sturmes ein größeres Segelboot. Der Besitzer des der allein das Boot fuhr, fiel dabei ins Wasser. Nach Zeit konnte er aber von einem vorbeifahrenden Moto> ausgenommen und gerettet werden.
Wieder Entwendungen von Lebensmitteln. Von jungen Burschen, die in der Graefestraße in BerlO das Buttergeschäft von Hoffmann eindrangen, wu 25 Pfund Wurst entwendet. Die Diebe flüchteten und n ten nicht festgestellt werden. — Auch die Nordstern-R in der Ratiborstraße wurde von fünf bis sechs fugend" Räubern heimgesucht. Die Bande ist nach der Plünd« unerkannt entkommen. Sie hat siebzig Pfund ™ zwanzig Büchsen Oelsardinen und zwei Büchsen Kakao wendet.