Die Mi -er Zeit.
Um die Schsießung der Klinik des Geheimrats Bier.
Berlin, 25. Oktober.
Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages beriet Anträge verschiedener Fraktionen gegen die Schließung der Ezeit von Geheimrat Vier geleiteten Berliner Chirur- Men Universitätsklinik in der Ziegelstraße. Die Bericht- erftatterin, Abg. Freifrau Dr. von Watter (Dn.) erinnerte daran, daß gerade diese Klinik unter der Leitung der glän- »ndsten Vertreter der deutschen Chirurgie Weltruf erlangt habe, und daß ihre Schließung auch eine schwere Schädigung der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses bedeuten würde. Nach längerer Debatte nahm der Ausschuß folgenden gemeinsamen Antrag des Zentrums, der Sozialdemokraten, der Staatspartei und der Wirtschaftspartei an:
Die Ehrfurcht vor der großen Persönlichkeit des Ge- heimrats Bier, die Anerkennung feiner großen Verdienste um die medizinische Wissenschaft sowie die ruhmreiche Vergangenheit der chirurgischen Klinik in der Ziegelstraße zwingen uns, das Staatsministerium dringend zu ersuchen, nochmals in ernstliche Erwägungen darüber einzutreten, ob die finanziellen Gründe für den Beschluß des Staatsministeriums so zwingender Natur sind, daß die Schließung der vorgenannten Klinik unvermeidlich erscheint. Andernfalls wird um Rückgängigmachung des Beschlusses ersucht."
Das sichere Auslan- ...?
Verluste der Kapitalflüchtlinge.
Berlin, 25. Oktober.
Das Institut für Konjunkturforschung nimmt an, daß der Betrag der aus Deutschland geflüchteten Kapitalien sich um 3,5 Milliarden RM bewegt. Hiervon dürften in den USA. 1400 Millionen, in der Schweiz 900, in Holland 600, I in den nordischen Ländern (namentlich Schweden) 330 und । in den restlichen Ländern 250 Millionen RM ihren Auf- : erhalt haben.
Man kann sich die Einbußen daher ziemlich ausrechnen, da das Pfund Sterling ein Disagio von 18 bis 20 Prozent hat, die schwedische Krone 10 bis 15 Prozent unter Parität . sieht und auch die anderen von dem Verfall der englischen Valuta betroffenen Währungen Verluste von 10 bis 15 Pro- t zent hinnehmen mußten. Der Vermögensschwund aber, der durch das Rachgeben der Währungen entstanden ist, dürfte noch gering sein gegenüber den Einbußen, die durch den Sturz der Aktien und festverzinslichen Papiere an allen f europäischen Börsen und in Reuyork entstanden sind.
Lohnrsgelung im Hamburger Hafen.
Aus Antrag des Hafenbetriebsvereins fanden Verhandlungen über die Lohnregelung im Hamburger Hafen statt. Eine Einigung formte nicht erreicht werden. Es mußte deshalb eine Schlichterkammer gebildet werden, die den Spruch fällte, daß der Lohn für die erste Werktagsschicht von 8,80 RM auf 8,30 RM herabgesetzt werde.
Einfuhrverbot in Island.
Die isländische Regierung hat eine Verordnung erlassen, wodurch die Einfuhr fremder Waren in Island bis auf einzelne Ausnahmen verboten und auch die Zulassung der letzteren zur Einfuhr Don einer besonderen Genehmigung abhängig geniachi wird. Unter den Waren, die bedingungsweise eingeführt werden diirsen, sind Manufakturwaren, Schuhwaren, Lastautomobile, Möbel, Filme, Rohstoffe, Zuckerwaren und Konfekt, optische Ar- Rei, Photographieapparate, Porzellan, Messer, Schußwaffen, Schisse, Motoren und Büromaschinen.
Welhodistenkirche und Versailler Vertrag.
Der Weltkongreß der Methodisteukirche, der zurzeit in Atlanta im Staate Georgia (USA.) tagt, beschloß die Einsetzung eines Ausschusses „Friede durch Gerechtigkeit", dem der Auftrag erteilt wurde, für die Revision des Artikels 231 des Versailler Vertrages über die Kriegsschuld zu wirken. Ueber 2000 Pastoren der inter- nationaien Methodistenkirche haben sich bereits für die Aufhebung dieses Artikels erklärt.
China will industrialisieren.
Die ersten Maßnahmen zur Durchführung des 3nbuftriafifie= wngsplanes der chinesischen Regierung sollen in der Errichtung einer von ausländischen Sachverständigen geleiteten Schule in Nanking bestehen. Diese soll chinesische Mechaniker heranbilden. Der Plan sieht den Ausbau von Häfen, Eisenbahnen, Kanälen und Straßen vor.
Zwei Autoplünderer festgenommen. Zwei junge Burschen sind in Berlin durch die Polizei festgenommen worden, die in der Nähe des Bahnhofs Zoo und des Kurfürsten- oamms seit längerer Zeit Autos ausplünderten. Die beiden Täter, es handelt sich um einen 23jährigen Ferdinand «ecker und einen 22jährigen Erwin Kamann, brachen entweder die verschlossenen Wagentüren aus oder schnitten das Aerdeck der Wagen durch. In der Wohnung des einen fand man noch zahlreiche Gegenstände, die aus solchen Diebstäh- wn herrühren. Das meiste wurde von den beiden aber gleich oerfauft.
Die Bleiloch-Talsperre vor der Fertigstellung.
E Zusammenhang mit dem großen Fluszregulierungs- ™ ^lektrisizierungsprogramm sind in Mitteldeutschland Mireiche Talsperrenbauten unternommen worden. Eine größten und bedeutendsten davon, die Bleiloch-Tal- ip°kre bei Saalburg (Thüringen), steht kurz vor der Vollendung.
Todesurteil gegen eine Kindesmörderin. Die 29jährige Maurerehefrau Liebmann wurde vom Schwurgericht T o r - g a u wegen Mordes zum Tode und wegen versuchten Mordes zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Verurteilte hatte am Ostermontag dieses Jahres ihre beiden Kinder in ein Wasserloch gestoßen, um sich ihrer zu entledigen. Während es dem neunjährigen Mädchen gelang, fortzulaufen, ertrank der vierjährige Knabe, nachdem er von der Mutter noch mehrere Knüppelhiebe über den Kopf erhalten hatte. Nach ihrer Verhaftung machte die Frau zweimal einen Selbstmordversuch im Gefängnis. Beim letzten Versuch häufte sie glühende Kohlen auf ihre Lagerstatt und legte sich darauf, wobei sie sich schwere Brandwunden zuzog.
Schwerer Unfall im Hamburger Hafen. Ein schwerer Unfall ereignete sich im H a m b u r g e r Hafen. Eine Barkasse die einen größeren Trupp Hafenarbeiter an Bord des im Hafen liegenden Dampfers „Padua" befördern wollte, legte zu diesem Zwecke an einer Kastenschute an, die längsseits des Dampfers festgemacht hatte. Als fünfzehn Hafenarbeiter trotz Warnung auf einmal das Schu- tendeck betraten, um an Bord des Dampfers zu gelangen, brach infolge der Ueberlastung das Deck ein. Sieben Hafenarbeiter stürzten in den etwa zweieinhalb Meter tiefen Innenraum. Sie erlitten anscheinend innere Verletzungen und mußten in ein Krankenhaus geschafft werden. Unmittelbare Lebensgefahr dürfte jedoch bei keinem der Verunglückten bestehen.
Furchtbares Familiendrama. In I s e r l o h n (Westfalen) schoß der Inhaber eines Schuhwarenhauses, Wilhelm Welcke, seinem 24jährigen Sohn, während dieser schlief, mit einer Pistole in den Kopf und schnitt ihm dann den Hals bis zur Wirbelsäule durch. Danach schnitt Welcke sich selbst die Kehle durch. Beide waren sofort tot. Der Grund zu der furchtbaren Tat dürfte darin zu suchen sein, daß Welcke vor kurzem die Nachricht erhielt, daß ein Verwandter von ihm in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist und ein anderer Verwandter ins Irrenhaus gebracht worden war. Der 24jährige Sohn war vor etwa 14 Tagen aus Liegnitz, wo er in Stellung gewesen war, zurückgekehrt, und sollte das väterliche Geschäft übernehmen. Frau Welcke, die im Nebenzimmer schlief, hatte von der unseligen Tat nichts bemerkt. Erst als sie Vater und Sohn zum Nachmittagskaffee rufen wollte, fand sie beide tot vor.
Zusammenstoß zwischen Auto und Zechenbahn. In der Nähe der Provinzialheilanstalt in der Aplerbecker Straße in Dort m und stieß ein Personenkraftwagen aus Bochum-Gerthe mit einem Zechenzug zusammen. Der Wagen wurde von dem Zuge etwa 100 Meter mitgeschleift und geriet in Brand. Zwei Insassen kamen ums Leben. Durch die Brandwunden, die sie davontrugen, wurden ihre Leichen so verstümmelt, daß die Identität der beiden Toten noch nicht festgestellt werden konnte. Zwei Personen, die ebenfalls schwere Brandwunden erlitten, mußten ins Luisen- Hospital gebracht werden.
Selbstmord eines ungetreuen Prokuristen. Seinem Leben ein Ende gemacht hat der Prokurist einer Papierfabrik in Düren (Rheinland), der vor einigen Tagen wegen Unterschlagungen in Höhe von nahezu 60 000 RM verhaftet, jedoch wieder entlassen worden war, da Ber- Lunkelungsgefahr und Fluchtverdacht nicht vorlagen.
Vanditenüberfälle auf Lebensmitlelgeschäfte. In das Buttergeschäft von Reichelt in Berlin-Pankow drangen vier junge Burschen ein und raubten mit vorgehaltener Pistole aus der Ladenkasse etwa 150 Mark. Die Banditen konnten unerkannt entkommen. — Ein gleicher Ueberfall wurde auf die Butterfiliale von Thürmann in Berlin- Reinickendorf verübt. Mit vorgehaltener Pistole drangen mehrere junge Leute in das Geschäft ein und forderten die Verkäuferinnen sowie die anwesenden Kunden auf, sich ruhig zu verhalten. Um die Verwirrung zu vergrößern, stürzte einer der Burschen einen großen Stapel Konserven um, während ein anderer in die Ladenkasse griff und etwa 300 Mark stahl. Die anderen Täter — im ganzen handelt es sich um sieben — packten noch Lebensmittel zusammen, worauf die Bande flüchtete. Der Ueberfall ist planmäßig organisiert worden, da sich herausstellte, daß die Banditen die Telephonleitungen durchschnitten hatten, um die Benachrichtigung von Polizei zu verhindern. Ein Sack mit Lebensmitteln, der den Burschen anscheinend auf der Flucht hinderlich gewesen ist, wurde noch später im Laubengelände gefunden.
Flucht eines Polen aus Danzig. Aus dem D a n z i g e r Gerichtsgefüngnis ist einer der drei polnischen Staatsangehörigen, die im September wegen Menschenraubes von der Danziger Polizei verhaftet wurden, Jan Radziejewski, entflohen. Er hatte mit anderen polnischen Nationalisten den polnischen Kommunisten Balsam, der wegen kommuni- ' stischer Verbrechen und Fahnenflucht aus Polen geflohen war, betrunken gemacht und ihn gewaltsam über die Danzig-polnische Grenze nach Polen geschafft. Radziejewski wird wahrscheinlich über die polnische Grenze geflohen sein. Gegen die beiden anderen in Danzig verhafteten Täter Stephan Wochna und Jerzy Wohlfahrt ist auf Grund des Paragraphen 234 des Strafgesetzbuches Anklage wegen Menschenraubes erhoben worden. Die Verhandlung soll in den nächsten Tagen stattfinden.
Bergungsarbeiten. An dem bei S ch a r h ö r n gestrandeten dänischen Dampfer „Peter Most" sind die Bergungsarbeiten begonnen worden. Es wurden 25 Arbeiter an Bord des Schiffes gebracht, um zunächst die aus Kohlenstaub bestehende Ladung über Bord zu werfen. Man hofft, den Dampfer in drei bis vier Tagen flottmachen zu können.
Zusammenstoß zwiscben Autobus und Güterzug. Ein Autobus der Linie Neusiedl—Wien fuhr in Wie n an der Straßenkreuzung Parndorf in einen Güterzug. Durch die Wucht des Anpralls wurden von den etwa 20 Insassen drei auf der Stelle getötet, 14 schwer und die übrigen leicht verletzt.
Deutsch-brasilianischer Meistbegünstigungsvertrag. In Rio be Ianciro ist zwischen Deutschland unb Brasilien ein allgemeiner Meistbegünstigungsvertrag unterzeichnet worden.
Sonderschllchter im Lohnstreit bei der Reichsbahn. Der Reichs- nrbeitsministcr hat im Lohnstreit bei der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft den Schlichter für den Bezirk Rheinland zum Sander- schlichter bestellt.
Die Lage auf Eypern. Die Loge auf Eypern ist als absolut normal zu bezeichnen. Es ist weder zu Zusammenstößen gekommen, noch haben Kundgebungen stattgesunden.
flus Stadt, Kreis und Provinz
Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Kreisgebiet sind für diese Rubrik willkommen.
Unnütze und böse Worte.
Leo Tolstoi hat einmal folgenden Ausspruch getan: Trachte, nach einem langen Gespräch dich alles bessert zu erinnern, worüber gesprochen war, und du wirst dich wundern, wie leer und unnütz und oft auch wie böse, alles Gesprochene war. Mit diesem Ausspruch hat Tolstoi bei vielen Leuten ins Schwarze getroffen. Unnütz ist das meiste, was auf der Welt gesprochen wird, es sind überflüssige Redensarten, mit denen kein Mensch etwas anzufangen vermag, und viel von dem, was sich die Leute gegenseitig sagen, ist voll von Boshaftigkeiten. Da gibt es Zeitgenossen, die halten stund'enlange Reden, ehe sie auf den Kernpunkt einer Sache kommen, man findet sie im geschäftlichen Leben und im privaten Leben, und man möchte ihnen immer und immer wieder jenen Ausspruch vorhalten: „Sag kurz und bestimmt das, was du willst, laß keine schönen Phrasen deinem Mund entfliehen!" Oder schauen wir einmal ins politische Leben hinein, was wird da an zwecklosen, belanglosen Redensarten verzapft. Da entgeht dem Redner ein Wortschwall, der ungehört und unbeachtet in die Welt hinausgeschrien wird, da werden Forderungen aufgestellt, nach denen der Redner selbst nicht im entferntesten handelt. Lloyd George hat sich einmal ausgiebig mit den politischen Wortführern befaßt, und er hat folgende Maxime aufgestellt: „Männer, die in der Oeffentlichkeit stehenj sollten dahin gebracht werden, auf dem Niveau ihrer Reden zu leben!" Also Lloyd George hat sehr richtig erkannt, daß das meiste von dem, was in der Oeffentlichkeit gesagt wird, Schall und Rauch ist. Den meisten Menschen geht die Gabe ab, sachlich zu argumentieren, Phrasen und Boshaftigkeiten sind der Extrakt ihrer Ausführungen. Da wollen bestimmte Zeitgenossen eine neue Linie schaffen und die Verhältnisse bessern, in dem sie über ihre Mitmenschen einmal tüchtig auspacken und ihnen alles Schlechte nachsagen, was sie nur herausfinden können. Im privaten Leben nennt man das auch Klatsch. Aber wer wollte sich endlich zu der Erkenntnis durchringen, daß man mit allen diesen Gepflogenheiten nichts auf der Welt ändert. Das fachliche Unterhandeln, den Kernpunkt einer Materie erfassen, das ist es, worauf es heute mehr denn je ankommtl B.—
Heiße Getränke bei Erkältungen!
Die erste Regel bei der Behandlung einer Erkältungskrankheit ist die schnelle Herbeiführung von Wärme. Heiße Getränke sind ein beliebtes Hausmittel. Man erzielt damit vortreffliche Wirkungen und es sind nicht nur örtliche Wirkungen, die einen Gesundheitseinfluß ausüben. Jede erfahrene Hausfrau weih, daß bei Heiserkeit z. B. ein Glas heiße Milch oder heißes Zitronenwasser von Vorteil ist. Wichtig ist die allgemeine Wirkung des heißen Getränkes auf den Körper. Jemand hat sich erkältet und dabei einen Mittelohr-Katarrh davongetragen. Ischias oder Rheumatismus. Die Wärme, die mit der heißen Milch in den Körper gelangt, teilt sich vom Magen und Darm aus auch dem Blut mit. Der ganze Blutkreislauf wird angeregt, geht schneller vor sich, und damit kommt in der gleichen Zeit mehr Blut zu der kranken Stelle und mit ihm auch mehr Heilkräfte. Heiße Milch beispielsweise regt die Nierentätlg- keit an. Das bedeutet erst recht eine notwendige Entlastung des Körpers von Bakterienabfällen und Bakteriengiften. Weil eben die Nieren alles ausscheiden müssen, was im Körper an Abfällen flüssiger Art entsteht, werden sie leicht bei Erkrankungen in Mitleidenschaft gezogen. So ist eine Nierenentzündung häufig die Folgeerscheinung einer vorausgegangenen Mandelentzündung. Die Anregung der Nie- rentätigkeit durch heiße Milch beugt auch hier bestens vor.
Bauen und Wohnen.
Die neueste Sonderausstellung der Bauwelt-Musterschau in Berlin zeigt an Gegenbeispielen, welches die geeigneten Ausführungs- und Ausstattungsformen sind und welche als überholt, schädlich, unzweckmäßig und unbequem anzusehen sind. Die Handmerksgerechte, gediegene Arbeit wird an Maurer- und Zimmerarbeiten, Dachdecker- und Putzarbeiten, beim Rohrlegen für Gas, Wasser und Elektrizität, bei Feuer- und Blitzschutz, Oefen und Herden, bei der Beleuchtung und an jeglicher Art der Wohnungsaus- stattung vorgeführt. Sie werden gegenübergestellt leicht vermeidbaren aber Instandsetzungskosten verlangenden Fehlern sowie der Pfuscharbeit. Zahlreiche Handwerksver- Mide und Innungen haben sich an dem Aufbau der Ausstellung beteiligt, um diese wichtige Belehrung des Publikums zu unterstützen. Durch die Gegenüberstellung von Falschem und Richtigem werden die Besucher in fesselnder und doch unauffälliger Form unterrichtet. Bei Häusern und Möbeln handelt es sich um Dinge, die uns jahrzehntelang umgeben, und da sind Sorgfalt und Kenntnis bei der Auswahl um so wichtiger. Nicht nur der Baufachmann sondern auch der Bauherr und die Hausfrau kommen durch die gemeinverständliche Darstellung zu ihrem Recht.
— Beihilfen für begabte Kriegerwaisen. Wie der Reichs- serband Deutscher Kriegsbeschädigter mitteilt, hat der Reichsarbeitsminister die Hauptversorgungsämter ermächtigt, in besonders dringenden Fällen für begabte und fleißige Kriegerwaisen, die nach Vollendung des 21. Lebensjahres und Wegfall der Waisenrente eine Hoch- und Fachschule besuchen, auf Vorschlag der Hauptfürsorgestellen einmalig eine Unterstützung bis zur Höhe von 100 Mark zu bewilligen, wenn aus Fürsorgemitteln nicht ausreichend geholfen werden kann.
— Berufsschulpflicht des über 18 Jahre alten Lehrlings. Der 3. Strafsenat des Kammergerichts hat entschieden, daß nach Artikel 145 der Reichsverfassung die Berufsschulpflicht auch für Handwerkslehrlinge nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bestehe. Besucht der Lehrling jedoch freiwillig die Fortbildungsschule weiter, so habe der Lehrherr nach Paragraph 1l7 der Reichsgewerbeordnung nach Mög- lichkeit darauf hinzuwirken, daß die Lehrlinge die ihnen ge- botene Weiterbildung-Möglichkeit ergreifen. Der Lehrherr dürfe dem Schulbesuch keine Hindernisse in den Weg legen und insbesondere den Lehrlingen für den Fall des freiwilligen Schulbesuchs nichts Nachteiliges, z. B. Lohnabzüge an- drohen.