„Haltet dem D. D. A. auch in dieser Notzeit die Treue!"
Die Gesamtverlretung des europäischen Rußcndeutschtums hat dem verein für das Deutschtum im Rusland eine $nh schließung übermittelt, in welcher es heißt:
„Das Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Deutschen ohne Rücksicht auf die Staatsgrenzen muß sich gerade in Notzeiten bewähren. Die Zukunft des deutschen Volkes beruht auf dem Bewußtsein der Schicksalsgemeinschaft aller seiner Glieder. 3m Daseinskampf des deutschen außerhalb deutscher Staatsgrenzen ivertüolle Rußenposten für Kultur und Wirtschaft.
Die Zahrestagung des Verbandes deutscher Volksgruppen in (Europa spricht den im Reiche und in Oesterreich für das Ruslandsdeutschtum tätigen Organisationen, vor allem dem v. D. R. für sein bewährtes lfilfswerk ihren wärmsten Dank aus Gerade in dieser Notzeit wird das Aus* landdeutschtum ,das selbst schrver um seine Erhaltung zu ringen hat, jede Hilfe doppelt dankbar begrüßen. Das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit des Muttervolkes mit allen feinen Gliedern muß noch stärker als bisher in der deutschen Jugend des Reiches und Oesterreichs geweckt werden."
Der Vorsitzende des v. D. R., Reichsminister a. D. Dr Geßler, hat diese Entschließung an alle Mitglieder und Mitarbeiter der Volksdeutschen Bewegung mit einem Ruf- ; ruf weitergegeben, in welchem er darauf hinweist, daß die Ruslanddeutschen nicht nur wirtschaftlicher Hof, sondern häufig noch schwerster nationaler Unterdrückung stand zu halten haben. Es gilt auch in diesem schweren Winter den Volksdeutschen Gedanken hochzuhalten in Arbeit und Gpfer- gefinnung; denn das Bewußtsein der Volkszusammengehörigkeit über die Grenzen hinweg ist die wichtigste Errungenschaft der Nachkriegszeit. Innendeutschtum und Rußen- deutschtum fühlen sich eins unter gleichem Schicksal.
Zum 12. Jahrestag der Technischen Nothilfe.
Rufgabe der am 30. September 1919 gegründeten Technischen Nothilse ist es, durch Einsatz freiwilliger Helfer Und Helferinnen Notstände in lebenswichtigen Betrieben und in Hüllen der Not durch höhere Gewalt zu beseitigen. Unter Wahrung strengster politischer und wirtschaftlicher Neutralität verrichtete sie ihren Dienst am Volk mit rund 109 000 Nothelfern in 6,1 Millionen Arbeitsstunden und zwar mit 91000 eingesetzten Nothelfern in lebenswichtigen Betrieben und 18 000 in Hüllen höherer Gewalt. In der jüngsten Zeit wurde besonders der Katastrophendienst der Technischen Nothilfe, der überall größte Anerkennung fand, stark beansprucht. Ein neues Aufgabengebiet stellt die Vorsorge und Mitwirkung der T. N. im Gasschutz dar. Zahlreiche Gassckutz-Rbteilunaen wurden aufgestellt und ausgebildet. Die Mitwirkung bei allen Maßnahmen, die der Linderung der großen Not dienen, betrachtet die Teckniscke Nochilfe als eine ganz besondere Ehrenpflicht. Bei der Winterhilfe 1950 31 nahm der soziale Hilfsdienst einen größeren Umfang an. Notsreisungen wurden durchgefübrt, Heldkücken mit und ohne Bedienung gestellt. Sammlungen in Nothelferkreisen verunstaltet und a. m. Ruch im kommenden Winter wird die Technische Nothilfe alles tun. um in Rahmen ihrer Möglichkeiten personelle und materielle Hilfe zu leisten. Wenn man noch hinzufügt. daß die Technische Nothilte sich auch im freiwilligen Arbeitsdienst mit ihren arbeitslosen Nothelfern und Norbelferinnen in gemeinnütziger Weise praktisch betätigt, so bekommt man erst einen Begriff von der Vielseitigkeit und Bedeutung der Arbeit der Techniscken Nothilte am Ende ihres 12. und zu Beginn ihres neuen Tätigkeit-jahres.
H u l d a. (Neuer Domhapitular.) Der Bischof von Hulda hat den Dompräbenda'en Anton Woblaemutb 3um Domkavi- tular ernannt. Der neue Domkapitular steht im 44. Lebensjahr und ist in hünfeld geboren.
Kassel. Ruch in Kassel werden sehr viele Großwoh- nungen geräumt, weil die Inhaber die teuren Mieten nicht mehr bezahlen können. Sehr gesucht sind jetzt Drei- und Vierzimmerwohnungen. Am 1. Oktober werden allein von den sechs größeren Speditionsfirmen Kassels 260 Umzüge ausgetührt, wozu sicher noch eine Rnzahl kleinerer Umzüge kommen, die auf Lastkraftwagen usw. bewerkstelligt \ werden.
Frankfurt a. M. vor einigen Tagen wurden in einer Reihe von Hrankfurter Schulen zahlreiche Mäntel der Sckul- Kinder gestohlen. Jetzt ist es "der Kriminalpolizei gelungen, den Dieb bezw. die Diebin tu ermitteln und festzunehmen. Es handelt sick um die wiederholt vorbestrafte 42 Jabre alte Ehefrau Lina Richter, die, wie sie selbst zugibt, eine ganze Rnzahl von Mänteln, Strickwesten, Kopfbedeckungen aus den Schulen arstohlen hat. Sie erschien während des Unterrichts mit einer großen Markttasche in den Schul- gängen und plünderte die Kleiderablagen aus. In der Merianschule stahl sie drei Mäntel, in der Mühlbergsckule fünf, in der Uhlandschule drei, in der Holzhausenschule dreizehn, in der Gberrealschvl» Sachsenhausen zwei. Im ganzen hat sie 22 verschiedene Schulen heimgesucht. In der Uhlandschule wäre sie beinahe erwischt worden. Dort kam sie dem Rektor verdächtig vor, sie redete sich aber damit aus, daß sie wegen einer Umschulung gekommen sei. Der Rektor ließ sie darauf laufen. Sväter fehlte einem Mädchen der Mantel, einem andern die Kopfbedeckung; beides hatte Hrau Richter mitgehm hnßen. Die gestohlenen Kleidungsstück? cerfebte sie im Pfandhaus und bei Pfändersammlern. Da die Stadt ersatzpflichtig ist, entstand ihr durch die Diebereien der Hrau Richter ein beträchtlicher Schaden.
- Der gesamten Bestgschaft der Stinnes'eche vereinigte Welheim ist zum 15. Oktober gekündigt worden. Es werden davon 1400 Arbeiter und 80 Angestellte betroffen.
Handelsteil.
Produkleumarkt. Der Produktenmarkt zeigte ein festeres Aussehen. Infolge des vorzüglichen Wetters ist ’ die Landwirtschaft mit allen verfügbaren Kräften mit Feldarbeiten beschäftigt, so daß das ersthändige Offertenmaterial ; sich beachtlich verringert hat. Die anscheinend schwach ver- ! sorgten Mühlen hatten daher Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Mahlgutes und mußten für prompte Ware etwa 3 RM höhere Preise anlegen. Weizen- und Roggen- i mehle waren nach ruhigem Vormittagsverkehr an der Börse | in den Preisen höher gehalten. Hafer bei mäßigem Angebot und anhaltender Konsumnachfrage für gute Qualitäten fester. 1 Gerste konnte von der Allgemeintendenz nur wenig prost- ; teeren.
Dollar: 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund: 16,68 16,72, holt. Gulden: 169,83 170,17, Belga (Belgien) : 58,84 58,96, ital. Lira: 21,48 21,52, bän. Krone: 92,91 93,09, norw. Krone: 92,91 93,09, franz. Franken: 16,68 16,72, tschech. Krone: 12,48 12,50, schweiz. Franken: 82,47 82,63, span. Peseta: 37,9 t 37,99, schwed. Krone: 96,90 97,10, öftere. Schilling: 58,84 58,96.
Warenmarkt.
Mittagsbörse. (Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Mark. 211—214 (am 30. 9.: 208-211). Roggen ! Mark. 185-187(183-185). Braugerste 157-172 (157'bis i 172). Futter- und Judustriegerste 149—156 (149-156). I Hafer Mark. 134-142 (133-141). Weizenmehl 26,75 ! bis 32 (26,75—32). Roggenmehl 26,15-2*3,75 (26,10 bis : 28,75). Weizenkleic 10,50—10,75 (10,50-10,75). Rog- ! genkleie 9,25-9,50 (9,25-9,50). Viktoriaerbsen 20—27 : (20-27). Leinkuchen 13,20-13,40 (13,20-13,40). Trocken- i schnitzet 6,20—6,30 (6,20-6,30). Sojaschrot 11,10—11.70 (11,10-11,70).
Kartoffelpreise.
Amtliche Kartoffelerzeugerpreise je Zentner waggon- frei ab niärkischen Stationen (amtlich ermittelt durch die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg und Berlin): Weiße 1,30—1,40, Rote 1,40—1,60, Odenwälder Blaue 1,40—1,60, andere gelb fleischige 1,50—1,80. Exportsorten über Notiz. — Fabrikkartoffeln SVe—6V2 Pfennig
Frankfurter Sü lachtvichmarkt vom 1. Oktober: Dem heutigen Ichlachlviehmarkt waren zugetriehen: 107 Rinder, 904 Kälber, 486 Schafe. 632 Schweine. Bezahlt wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber —. 46 bis 50, 40 bis 45, 35 bis 39; Schafe 32 bis 35, —, 27 bis 31. 20 bis 26: Schweine —, 55 bis 58, 54 bis 57, 50 bis 56 — Marktverkauf: Kälber schleppend; Schweine ruhig, geräumt.
Magerviehhof Berlin-FricdrichsfelSe.
(Amtlicher Bericht vom 1. Oktober.) Auftrieb: 225 Rinder (darunter 179 Milchkühe, 46 Stück Jungvieh) und 61 Kälber.
Es wurden je nach Qualität gezahlt für das Stück: Milchkühe und hochtragende Kühe: 260—390 Mark. Tragende Färsen: 240—350 Mark.
Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere und Färsen 27—30 Mark für einen Zentner Lebendgewicht.
Marktverlauf: Langsam bei gedrückten Preisen.
Pserdemartt:
Auftrieb: 405 Stück. Preise je nach Qualität 200 bis 1100 Mark, Schlachtpferde 30-180 Mark.
Marktverlauf: Ruhig.
Gäuse: Auftrieb 250 Stück.
Tüngcmittelpreise
im Oktober 1931.
(Mitgeteilt von der Hanielschen Handelsgesellschaft m. b. H.,
Berlin NW. 7.)
Kalidüngesalze: Kainit 12 Prozent 1,30, Kali 20 Prozent 3,04, 30 Prozent 5,39, 40 Prozent 7,55 Mark je 100 Kilo Frachtparität Sondershausen.
Thomasmehl: 25 Pfg. auf Frachtgrundlage Aachen- Rothe-Erde, 29 Pfg. frei Waggon Hasen Kiel, Lübeck, Wis- mar, Rostock, 30Vi Pfg. frei Waggon Hafen Stettin, Kol-- berg, Rügcnwalde, Stolpmünde, 29% Pfg. frei Waggon Hasen Königsberg i. Pr., Pillau je Kiloprozent citrt Phosphorsäure einschl. 100-Kilo-Jutesack.
Stickstoff: Schwefelsaures Ammoniak THP I 0,77, THPII 0,71, Kalkammonsalpeter JG. 0,84, Kaliammonsalpeter 0,82, Kaliammon DAVV. 0,69, Ammonsulfatsalpeter (Leu- na-Montan) 0,78, Kalkstickstoff A 0,72, Kalkstickoff B 0,72, Natronsalpeter 1,12, Kalksalpeter 0,96 Mark je Kiloprozent N. Der Preis für den Kaligehalt in Kaliammonsalpeter beträgt zurzeit 0,26 Mark für das Kilo KalisK^). Der Preis für Kalksalpeter versteht sich einschließlich neuem 1.00-Kilo-Spezialsack. Nitrophoska JG. I 24,75, II 23,25, III 25,25 Mark für 100 Kilo Ware.
Superphosphat und Ammoniaksicherphosphat: Bezugsgebiet Schleswig-Holstein, beide Mecklenburg, Brandenburg, Pommern. Ammoniaksuperphosphat 9X9 10,76, 6X12 9,5'4, 5X10 8,34, Superphosphat 18 Prozent 6,57 Mark lose, frachtfrei deutscher Voll- oder normalspuriger Kleinbahnstation des Empfängers.
KANdsunl-Brogriimiire.
Franlsurt 0. M. und Kassel (Südwestfuiil).
Jeden Werktag wiederkehrende Programmnummern: 6.15 Wettermeldung Morgengymnastik I; 6.45 Morgengymnastik U; 7.15 Wetterbericht; 7.20 Frühkonzert; 7.55 Wasserstandsmeldungen; 12 Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen; 12.05 Schallplatten; 12.40 und 13.50 Nachrichten; 12.55 Nauener Zeitzeichen; 13 Schallplatten-Fortsetzung; 14 Werbekonzert; 14.40 Gießener Wetterbericht; 15.05 Zeitangabe und $Birt= schaftsmeldungen; 17.05 Nachmittagskonzert; 18.30 und 19.30 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen.
Sonntag, 4. Oktober: 7 Hamburger Hafenkonzert; 8.30 Konzert; 9 Katholische Morgenfeier; 10.30 Laienmusik; 12 Feier zum 25jährigen Bestehen des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit; 13.15 Schallplatten; 13.30 „Zum Welttierschutzlag", Vortrag; 13.50 Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden; 14 Stunde des Landes; 15 Stunde der Jugend; 16 Nachmittagskonzert; 18 „Mosaik", Vortrag; 18.30 Sonderwetterdienst für die Landwirtschaft, anschließend Sportbericht; 19 Rheinische Dichter sprechen vor dem Mikrofon; 20 Zweites Badisches Brucknerfest; 20.40 Deutsche Humoristen; 21.15 Unterhaltungskonzert; 22.30 Nachrichten; 22.50 Unterhaltungs- und Tanzmusik.
Montag, 5. Oktober: 15.20 Gang durch die Hauswirt- schaftliche Ausstellung der Frankfurter Hausfrauenvereine; 18.40 „Geheimrat Alfred Hugenberg", Vortrag; 19.05 Englischer Sprachunterricht; 19.45 Unterhaltungskonzert; 20.30 „Das vergessene Ich", Komische Oper; 22.10 Nachrichten; 22.30 Tanzmusik.
Bunker Wochenspiegel.
Die Schwalbenkakastrophe. — Unrühmliches Ende eine, Abenteuers. — „Kommers-" und Privatbank. — Ehrlich währt am längsten.
„Nach Süden nun sich lenken die Vöglein allzumafi so heißt es in einem Herbstlied, und immer wieder richte» wir die Blicke nach oben, wenn wir eines solchen Vogelzüge, gewahr werden, dessen Geheimnisse die Vogelwarten zu ergründen suchen. Wunderbar der Orientierungssinn der Zug- vögeli Wie finden sie Afrika? Woher wissen sie, wann bis rechte Zeit zum Wanderflug gekommen ist, so fragt der Laie? Nun hörten wir plötzlich von der Vogelzugkatastrophe vo» 100 000 Schwalben, die im österreichischen Alpengebiet in eine Schlechtwetterzone gerieten und ganz erschöpft nach Wien fliehen mußten. Hat hier der Instinkt der Schwalbe» versagt? Auch für sie hat die Natur gefährliche Ueber raschungen.
Neben dem naturwissenschaftlichen Interesse, das dieses Schwalbenunglück beansprucht, hat es in Wien ein reges menschliches Interesse wachgerufen, und trotz aller Not der Zeit ist es dem Wiener Tierschutzverein nicht schwer geworden, die Wiener zu einer großartigen Hilfsaktion zu bewegen. Sie haben, wie ja bekannt, eine große Anzahl Schwalben im Flugzeug über die Alpen transportiert.
So hat der Tierschutzverein eine Tierkatastrophe größten Ausmaßes verhindert, und wie man hört, findet jetzt auch ein anderes Unternehmen, das leicht zur Katastrophe
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hätte werden können, ein unrühmliches Ende. Das Unter- mj
seeboot „Nautilus" von Sir Herbert Wilkins soll versenk!
werden, und man findet nunmehr das bestätigt, was Dr. h. c. Oswald Lamm von der Technischen Hochschule in Berlin, eine der größten Autoritäten des U-Baot-Wesens, zu dem Wilkinsschen Unternehmen gesagt hat: „Absurd, phantastisch, unmöglich!" Dr. Lamm hat dringend von einer Beteiligung! an der Fahrt abgeraten, auch die amerikanischen Behörden! hatten jede Unterstützung versagt. Nun kann man aber nicht! mehr umhin, an dem ganzen Unternehmen einmal «chürssiel Kritik zu üben. Eine Nordpolexpedilion ist oder soll eins wissenschaftliches Unternehmen sein, nicht aber der leicht-! sinnige Streich eines Abenteurers, der dadurch auch noch zwanzig andere Menschenleben in Gefahr bringt und zahl-! lose Hilfsmannschaften mobil macht, die ihn eventuell aus dem Eise befreien müssen. Das gesamte wissenschaftliche Ergebnis besteht darin, daß man jetzt weiß, wie Polareis von unten aussieht. Wilkins glaubt trotz aller Havarien an die! Möglichkeit der Nordpolfahrt im U-Boot, freilich nicht mit dem „Nautilus". Wir wollen die theoretische und später vielleicht auch einmal praktische Möglichkeit eines solchen Unternehmens nicht leugnen, aber wir glauben nicht, daß Wilkins dafür der geeignete Führer ist, der daran geglaubt hat, mit einem ausrangierten U-Boot die Fahrt bereits jetzt wagen zu können. Auch U-Boot-Expeditionen müssen von allerersten Fachleuten organisiert werden.
Wie es jemandem ergehen kann, wenn man in einer Sache nicht recht Bescheid weiß, mußte eine Berliner Schwindlerin erfahren, die ihren ersten Versuch in Scheckschwindeleien machte und einen gefälschten Gheck der Kommerz- und Privatbank bei der Bank vorlegen wollte. Dem Bankbeamten fiel nicht etwa die gefälschte Unterschrift als verdächtig auf, aber die mit der Rechtschreibung auf Kriegs- fuß stehende Schwindlerin hatte „Kommers - und Privatbank" geschrieben. Dieser „Kommers" war nun durchaus nicht feuchtfröhlich, aber auch ihm folgte ein ganz großer Katzenjammer, als die angeklagte Schwindlerin diesen orthographischen Schnitzer mit Gefängnis büßen sollte.
Auch schwindeln will gelernt sein. Jedenfalls war eine Kollegin geschickter, der es in 78 Fällen gelungen war, durch Wohnungsmietschwindel Geld und Wertsachen zu stehlen. Es war ein ganz einfacher Trick. Sie wollte ein Zimmer mieten, besah es genau, wurde ohnmächtig, die Zimmervermieterin holte Wasser, und diese kurze Abwesenheit der Wohnungsinhaberin genügte der schlauen Diebin, um in den Zimmern leicht versteckbare Wertsachen oder Geld zu stehlen; aber man sieht, auch diese virtuose Diebin wurde schließlich erwischt, sodaß das Sprichwort „Ehrlich währt am längsten" auch heute noch seine Gültigkeit besitzt. Jörg-,
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Zwei Gemeindekassen ausgeraubt. Von Berliner Geldschrankknackern wurden die Gemeindekassen der Vorortgemeinden Schöneiche und Klein-Schönebeck (Kreis Niederbarnim) heimgesucht. Es gelang den Verbrechern in beiden Fällen, die Geldschränke mit einem Gebläse aufzu- schneiden. In Schöneiche raubten sie 500, in Klein-Schönebeck 1000 Mark. Wahrscheinlich haben sie in Anbetracht der bevorstehenden Gehalts- und Rentenzahlungen in den Behältnissen größere Beträge vermutet. Die Täter sind unerkannt entkommen.
Georgi wieder in Hamburg. Dr. Georgi, der Meteorologe von der Deutschen Seewarte, der an der Grönlandexpedition Prof. Wegeners teilgenommen und 400 Tage auf dem Inlandeis verbracht hatte, traf in Hamburg ein. Dr. Georgi nannte die Ausbeute der Expedition einzigartig und betonte, daß sie wahrscheinlich von größter Bedeutung für einen künftigen Luftverkehr über Grönland fein werde.
Der Kakapult-Flugdienst des Rorddeulschen Lloyd. Der Katapult-Flugdienst der beiden Schnelldampfer „Europa" und „Bremen" wird für die Wintermonate wieder eingestellt. Schnelldampfer „Europa" gibt nach der Rückkehr von seiner jetzigen Reise am 5. Oktober Katapult und Flugzeug von Bord, während Schnelldampfer „Bremen" erst nach Beendigung der am 1. Oktober beginnenden Rundreise den Katapult-Flugdienst einstellt. Der Katapult-Flugdienst beider Schiffe wird mit Eintritt günstigen Flugwetters wieder- ausgenommen werden.
Grsryäftlichcs.
Der Winter steht vor der Tür. Wir alle denken noch mit Unbehagen an den herben Winter 1928/29. Nach den Voraussagen der Wetterkunbigen ist zu erwarten, daß dieses Jahr wiederum eine sehr kalte Witterung eintreten wird. Da heißt es Vorsorgen und sich rechtzeitig mit gutem Brennstoff eindecken. Sie finden in dem Union-Brikett einen Brennstoff von unübertroffener Heizwirkung. Selbst an den kältesten Tagen werden Sie mit Unionbriketts eine angenehme Wärme erzielen. Dabei ist von besonderer Wichtigkeit, daß Union-Briketts in der Anschaffung billig und im Gebrauch äußerst bequem und sauber sind.