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ßreis-Kmtsbialt * Allgemeiner amtlicherAnKeLyerfür Sen Kreis Ächtücht.

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Nr. »9

(L Blatt)

Samstag, den 3. Oktober 1931

83. Iahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Land rat samt.

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{ J.-Rr. 4580 a. Es wird darauf aufmerksam gemacht,

- die mit der BezeichnungP. f. R. Rr. 1 bis 113" ver- ( scheuen bisher zugelassenen Hinteren Leuchtzeichen für zwei- räbrige Kraft- und Kleinkrafträder sowie für Fahrräder mit dem 1. Oktober 19 31 ihre Gültigkeit ver- m lieren.

in Don diesem Zeitpunkte an können somit nur noch solche gt hinteren Leuchtzeichen anerkannt werden, die mit der M uj der Verordnung über die Hinteren Leuchtzeichen der zwei­adrigen Kraft- und Kleinkrafträdern vom 27. April 1929 (R. G. Bl. I. S. 88) vorgesehenen BezeichnungP." (Rr.) versehen sind. Alle anders bezeichneten Leuchtzeichen sind ungültig; sie müssen deshalb bis zum 1. Oktober 1931

A aus dem Verkehr gezogen sein.

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Schlüchtern, den 28. September 1931.

Der Landrat. 3. V.: Duroe.

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Kretsausschuß.

Freiwillige KanitatsKolonne Sterbfritz.

stuf Sonntag, den 4. Oktober 1931, nachm.

in I Uhr, werden die Kolonnenmitglieder zu einer verfamm- h lung in den 1. Klassen-Schulsaal der hiesigen Volksschule * eingeladen. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist Lh- M renpflicht.

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Lterbfritz, den 2. GKt. 1931. Schlüchtern, den 2. Gkt. 1931.

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Schneider,

Dr. Müller,

lolonnenführer. Dorf. d. Männer-Vereins v. Roten Kreuz.

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3.=Rr. 4216 K. A. Der verband Kurhessischer Niede- umg-viehzüchter e. V. veranstaltet am Mittwoch, beu-M- Dktober d. 3s., vormittags 10^ Uhr in Guntershausen aus dem Hofe des Gutsbesitzers Schmidt seine diesjährige Herbstauktion. Zum Verkauf gelangen ca. 30 Bullen im Alter von 12 Monaten und älter sowie auch einige jüngere. Die Bullen sind durch die Kommission ausgesucht, haben gute Abstammung und beste Milchleistung der Vorfahren. Ich bringe dieses hiermit zur Kenntnis und ersuche die Herren Bürgermeister, etwaige Interessenten auf diese Versteigerung aufmerksam zu machen.

Schlüchtern, den 1. Oktober 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

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3.=Rr. 4765 K. 6. Die Herren Bürgermeister der Stadt- und Landgemeinden des Kreises ersuche ich, mir binnen 14 Tagen den in diesem Jahre erzielten Erlös aus verkauf- tem Gemeindeobst mitzuteilen.

Schlüchtern, den 1. Oktober 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

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I.-Nr. 4529 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land­gemeinden des Kreises mache ich auf den Ministerial-Erlaß vom 11. September 1931 II B 1869 und IV St 962 III (MinBliv. Seite 874) betreffend Behandlung von 5tundungsgesuchen bei Staat:- und Gemeindesteuern auf- merksam. Der Erlaß, der zu beachten ist, ist in der Zeit- IchriftDie Landgemeinde" Rr. 18 vom 25. September 1931 Oesetzsammlungs-Beilage) ab gedruckt.

Schlüchtern, den 28. September 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller-

Ttadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

/Die Sperre der alten Bahnhofstraße ist aufgehoben. Schlüchtern, den 30. September 193h

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

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Bekanntmachung.

. 3n der Seit vom 6. bis einschl. 10. Oktober 1931 findet kie Reinigung und das Ausbrennen der Schornsteine in folgenden Straßen der Stadt statt: Hanauerstraße, Schlag­es, Schloß-, Wassergasse, Kirchstraße, Sackgasse, alte Vahn- Wtraße und Höbäckerweg.

Die Kontrollbücher sind bereitzuhalten. Schlüchtern, den 1. Oktober 1931.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

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3m Staatsdepartement in Washington wurde erklärt, H es sich bei dem Besuche Lavals in erster Linie um einen Wichkeitsbesuch handele. Von den Unterhaltungen erwarte Mir aber eine durchaus nützliche und wertvolle Auswirkung ^uf die internationale politische Lage.

Jk Zregelung der Arbeiislosenfürsorge.

Mit Wirkung vom 5. Oktober.

Durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 5. 6. 31 ist der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsver­mittlung und Arbeitslosenversicherung ermächtigt und ver­pflichtet. den Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben der Reichsanstalt sicherzustellen.

Auf Grund dieser Verordnung Hai der Vorstand in seiner Sitzung vom i. Oktober d. 3. beschlossen, die Höchst­dauer der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung mit Wirkung vom 5 Oktober von 26 Wochen aus 20 Wo­chen, für berufsüblich Arbeitslose auf 16 Wochen, zu kürzen.

Die durch den Beschluß des Vorstandes erzielte Eim sparung soll die finanziellen Anforderungen sicherstellen, die bei einer Höchstzahl von Millionen Arbeitslosen im kommenden Winter für Unterstützungsleistungen in der Arbeitslosenversicherung erwachsen werden.

Forderungen des Stahlhelms zur Abrüstungskonferenz.

Hamburg, 1. 10. (Eigene Meldung). Der 2. Bundes- führer des Stahlhelm, Oberstleutnant a. D. Düfterberg. beschäftigte sich in einer hier abgehaltenen Stahlhelm- Kundgebung mit der für den Februar 1932 in Genf ange­sehen Rüftungsnadjprüfungshonferenp Er führte aus, der Stahlhelm habe in Anbetracht der Bedeutung dieser Konfe­renz in engster Zusammenarbeit mit allen Bünden und mili­tärischen verbänden sich die Aufgabe gestellt, in den zur Vorbereitung noch verbleibenden fünf Monaten mit allen Mitteln im deutschen Volke den feiten Willen zur Wiederge­winnung der deutschen Wehrhoheit zu entfachen. Deutsch­land, so sagte er, müsse sein Recht geltend machen, im Rah­men eines von Deutschen bestimmten Wehretats nach deut­schem Sicherheitsbedürfnis volle Freiheit für die Regelung feiner Landesverteidigung, für starke Bewaffnung und Aus­bildung seiner Wehrmacht und seiner Jugend zu gewinnen.

Düfterberg betonte, sondern um einen neuen Frieden zu erringen.

Ausschreitungen in Duisburg.

. WEB. Duisburg, 2. Okt. vermutlich als Auswirkung der auch im Duisburg-Hamborner Bezirk hervorgerufenen wilden Streikbewegung kam es am' gestrigen Abend an verschiedenen Stellen der Innenstadt zu größeren Zusam­menrottungen. Mit lautem Gejohle bewegten sich starke Trupps durch die Straßen. Polizei muhte zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung aufgeboten werden. 3m Verlauf der Krawalle kam es an verschiedenen Stellen zu regel­rechten Stürmen auf verschiedene Geschäftslokale, wobei mehrere Fensterscheiben zertrümmert wurden.

In den späten Abendstunden kam es auch in entlegeneren Stadtteilen zu Tumulten. Gegen Mitternacht war die Ruhe noch nicht völlig wiederhergestellt.

Die Stadt ohne Geld.

Tastrop-klauxel, 1. 10. (Eigene ^Meldung). Die Stadt Tastrop-Bauxel ist aus Mangel an "Barmitteln nicht in der Lage, die am 1. 10. 1931 fälligen Gehälter an die städtischen Beamten, Angestellten und Lehrer höherer Schu­len auszuzahlen, auch alle zu diesem Termin fällige Zah­lungen können nicht geleistet werden. Die Volksscbullebrer sollen ein Fünftel bes Gktobergehaltes erhalten. Die Un­terstützungen an die Wohlfahrtserwerbslosen werden jedoch aller Voraussicht nach voll ausbezahlt werden.

Kinder einiger Kölner Schulen find Donnerstag früh am Betreten des Schulgrundstückes verhindert worden, nach­dem gestern seitens der Kommunistischen Partei zum Sckul- streik aufgefiybert worden war. Der Schulbetrieb in den betroffenen Schalen wird unter allen Umständen aufrechter» halten. Dieser Schulstreik ist wegen der Disziplinierung eines kommunistischen Stadtverordneten und Lehrers an einer Kölner Schule in Szene gesetzt worden.

Der versorgnngsanwärter Trick Wagner, her, wie gemeldet, einen Raubüberfall in der Meißener Stadtbank verübt bat. bat sich heute nackt in der Gefän^ni-zeUs erhängt.

Die Beratungen des Ueichskabinetts waren auch Donnerstag nock spät abends im Gange. Diese Dauersitzun­gen zeigen deutlich das Bestreben der Reichsregierung, mit dem Herbstproaramm so schnell wie möglich zum Abschluß zu kommen. Ob das heute nacht noch gelingt, ist schwer.zu sagen, aber man rechnet in unterrichteten Kreisen weiter mit der Möglichkeit, daß das Programm noch in dieser Woche veröffentlicht werden kann.

Eine Kundgebung der Nationalsozialistischen Partei im Berliner Sportpalast mußte abgebrochen werden, weil Dr. Frick in seiner Ansprache heftige Angriffe gegen die Regierung und gegen die Person des Reichskanzlers richtete.

Die letzte Woche.

Berlin und die ganze internationale Politik stand drei Tage unter dem Eindruck des Besuchs Lavals und Briands in Berlin. Die Frage, welches Ergebnis die deutsch-französischen Regierungsverhandlungen haben wür­den, beherrschte die ganze öffentliche Wellmeinung. Und wenige Tage darauf ist dieses Ereignis, das schickfalswen- dend sein konnte, für die deutsch-französischen Beziehungen wie für die Verständigungspolitik überhaupt, in das Meer der Unendlichkeit versunken. Man sagt uns zwar, daß sich die Vereinbarungen erst auswirken konnten, wenn das be­schlossene deutsch-französische Komitee gebildet und an du Arbeit ist Es ist möglich, daß aus dieser Arbeit etwas her- auskoinm!. Aber das, was auf die Weltwirtschaftskrise, was vor allem auf die deutsche Krise Einfluß ausüben könnte, ist ausgeblieben. Die unmittelbare Wirkung der Berliner Ministerbegegnung, und wenn sie nur in einer verbindlichen Zusicherung für die Zukunft bestanden hätte, hat man im deutschen Volk vermißt. Um so unbegreiflicher ist es, daß es auch in Deutschland Presseorgane gibt, die sich und dem deutschen Volk einreden möchten, daß die deutsch-französische Verständigung vollzogen sei, wenn man in Deutschland nur wolle Wenn die Not und die Sorgen immer höher steigen, dann gibt man nichts mehr auf Phrasen und Zukunfts­musik. Daraus erklärt sich wohl auch, daß mit der Abreise der französischen Staatsmänner das Interesse an den deutsch-französischen Ausgleichverhandlungen in der deut­schen Oeffentlichkeit im allgemeinen erloschen ist.

Heute werden öffentliche Meinung und politische Ver­handlungen beherrscht von den Kabinettsberatungen über das W interprogramm. Dahinter tritt sogar die Frage zurück, welche Folgerungen aus der seit langem angekündig­ten Aussprache zwischen Reichskanzler und dem Reichs­außenminister gezogen werden dürften. Diese Aussprache, verbunden mit dem Bericht des Außenministers über Genf, ist erneut aufgeschoben worden. Der Kanzler ist offenbar zu der Auffassung gekommen, daß eine personelle Verände­rung im R e i ch s k a b i n e tt zwangsläufig eine Bewe- gung^eutfejjetu würde, die die ganze Arbeit der Reichsregie- R. iirw-w" nicht- -atrrfrrrrpf rErkEmr kMNIe. Man will offenbar diese Arbeit erst zu einem gewissen Ab­schluß führen, ehe man an solche Fragen herangeht. Auch eine andere Ursache für die Beschleunigung der Kabinetts­arbeit ist unverkennbar: der wachsende Druck der verschie­densten Organisationen auf die Regierung, die immer deut­licher fühlbar werdenden Versuche,' aus die Gestaltung des Winterprogramms entscheidenden Einfluß zu gewinnen. Dieser Druck ist keineswegs einseitig. Wenn die große» Wirtschaftsoerbände, in denen sich das Unternehmertum zu- sammengeschlosjen hat, auf der einen Seite durch ihre Kundgebung sehr weitgehende und sehr deutlich formulierte Forderungen, an den Reichskanzler heranbringen, wenn auch die Landvolkpartei mit vorumschriebenen Wünschen hervortritt, so sind auf der anderen Seite die Organisationen der Arbeitnehmerschaft und mit ihnen die politischen Par­teien. die sich im wesentlichen aus ihnen rekrutieren, über­aus aktiv. Man kann daher sehr wohl von einem Druck auf die Reichsregierung sprechen.

Wie ernst sich die Dinge zugespitzt haben, zeigt die neue Notverordnung über den Lohnkonflikt i m R u h r b e r g b a u. Man kann daraus erkennen, daß die Regierung Brüning ihre bereits im Frühjahr eingeleitete Aktion zur allgemeinen Lohn- und Preissenkung erneut auf- zunehmen gewillt ist. Man hat zunächst mit einer Lohn­herabsetzung im Ruhrkohlenbergbau um 7 Prozent begon­nen, diese Lobnkürzung aber durch Uebernahme der Arbeits­losenbeiträge auf das Reich gemildert. Das bedeutet also, daß die Produktionskosten im Ruhrbergbau um rund 10 Prozent gesenkt werden. Man will damit oorbeugen, um der englischen Konkurrenz die durch die Pfundinflation sich in kürzester Frist auf allen Weltmärkten fühlbar machen wird, zu begegnen. Andererseits bedeutet die Kürzung der Löhne eine weitere Senkung des Realeinkommens der be­troffenen Arbeiterschichten. Man wird verstehen, daß sich der Arbeiterschaft deshalb eine zunehmende Erregung be­mächtigt hat, die dann eine bedenkliche Zuspitzung erfahren müßte, wenn nicht in kürzester Frist eine fühlbare Senkung des allgemeinen Preisniveaus nachfolgt.

Das einst von der Regierung Brüning ausgestellte Steuer- und Wirtschaftsprogramm ist durch die weitere V e r s ch l e ch t c r u n g der Wirtschaftslage fast restlos über den Haufen geworfen. Damals wollte man der Krise beikommen ^durch Entlastung der Wirtschaft, durch Herabsetzung der Steuern. Inzwischen haben sich die finan­ziellen Verhältnisse der Gemeinden weiterhin katastrophal entwickelt Castrop-Rauxel konnte am Ersten die Ge­hälter nicht auszahlen, so daß man ihnen neue Steuer- auellen erschließen mußte. Die Bürgersteuer soll auf das dreifache erhöht werden; was sonst noch an steuerlichen Maßnahmen beschlossen werden wird, liegt noch im Dunkel der behördlichen Vorbereitungen verborgen. Auch auf dem Gebiet des Mietwesens scheint man radikale Aenderungen vornehmen zu wollen. Die Zwangsbewirtschaftung des Wohnraums soll beseitigt werden. Alles das find Maßnah­men, die neue Sorgen beim Steuerzahler wie gewiß auch bei den verantwortlichen Regierungen heraufbestpwören. Hub giles würde man schließlich in Kauf nehmen, wenn