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Nr. HO

Gchlüchterner Zeitung

2. Blatt

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Amtliche Bekanntmachungen.

KreisaussHuß.

I.-Nr. 4316 K. fl. Am 5 onnabend, den 1 9. Sep­tember d. 3s. vormittags v o n 1 0 Uhr ab findet in Schlächtern an der Dreschhalle eine

Köritng für Inngriegenböcke

statt. Zu dieser sind sämtliche junge Skgcnböcüe, deren An- Körung gewünscht wird, vorzuführen.

Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich, dafür zu sorgen, daß das gesamte körfähige Material an Iung- böcken zur Vorführung gelangt. Es ist erforderlich, daß jede Gemeinde durch den Bürgermeister oder eine andere Per­sönlichkeit bei der Körung vertreten ist, damit der erfor­derliche Bedarf an Iungböcken gleich gedeckt werden kann.

Räch § 1 Abf. 2 des Gesetzes vorn 14. Dezember 1920 Gesetzsammlung von 1921 Seite 263 muß für je 80 deckfähige Ziegen ein Bock und, sobald diese Zahl über­schritten ist, ein zweiter Bock gehalten werden. Da die Zahlung der Ziegen kürzlich! stattgefunden hat, sind die Herren Bürgermeister selbst in der Lage, zu prüfen, wie­viel gekörte Ziegenböcke sie für ihre Gemeinde benötigen;.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, wiederholt auf die Ziegenbockkörung in ortsüblicher Weise in ihren Ge­meinden aufmerksam zu machen.

Schlüchtern, den 1. September 1931.

Der Landrat: Dr. Müller.

KMensammelkörnng betreffend.

I.-Nr. 4244 K. 0. Auf Grund der Uegierungspolizeiver- ordnung vom 28. August 1930, veröffentlicht im Kreisblatt Hr. 107 von 1930, über die Körung der Zuchtbullen werden hiermit die Termine für die diesjährige Nach Körung der Gemeindebullen wie folgt festgesetzt:

Donnerstag, den 1 7. September 19 3 1: in Breiten bad) vorm 8 Uhr (vor dem Bullenstall), in Wallroth vorm. 81/2 Uhr (vor dem Bürgermeister­amt),

in hinter st einau vor. 9 Uhr (vor dem Krieger­denkmal) für Hintersteinau und Reinhards,

in Uerzell vorm. 9Va Uhr (vor der Gastwirtschaft Zahn) für Uerzell, Kressenbach und Reustall,

in U l m b a ch vorm. 10 Uhr (vor dem Bullenstall) für Ulmbach, Rebsdorf-Rabenstein,

in § arrod vorm. 101/2 Uhr (vor dem Bullenstall),

in Marborn vorm. 11 Uhr (vor dem Bürgermeister­amt),

in Rom st Hai vorm. UV2 Uhr (vor dem Bullenstall) ur Uomsthal, Wahlert und Kerbersdorf,

in Bad Soden vorm. 12 Uhr (vor dem Bullenstall), in Salmünfter nachm. 1 ^Uhr (vor dem Bullenstall), in Ahl nachm. 2*/4 Uhr (vor dem Bullenstall),

in Steinau nachm. 2Hz Uhr (vor dem Bullenstall) für Steinali und Seidenroth,

in Uiederzell nachm. 3 Uhr (vor dem Bullenstall), in Breunings nachm. 3 ba Uhr (vor dem Bullenstall), in Ueuengronau nachm. 4 Uhr (an der Brücke), in A l t e n g r 0 n a u nachm. 41/2 Uhr (vor d. Bullenstall), in I ossa nachm. 5 Uhr (vor dem Bullenstall),

in Marjoß nachm. 51/2 Uhr (vor dem Bullenstall), in Bellings nachm. 6 Uhr (vor dem Bullenstall), in Hohenzell nachm. 6V2 Uhr (vor dem Bullenstall).

Freitag, den 1 8. September 1931:

in Schlüchtern vorm. 8 Uhr (vor dem Bullenstall), in Herolz vorm. 81/2 Uhr (vor dem Backhaus), in Ahlersbach vorm. 9 Uhr (im Gutshof),

in vollmerz vorm. 91/2 Uhr (im Gutshof) für Voll­merz und Ramholz,

in Sannerz vorm. 10 Uhr (a. d. Straße n. Weiperz), in Weiperz vorm. 101/1 Uhr (vor dem Bullenstall), in Sterbfritz vorm. IOV2 Uhr (vor d. Bullenstall), in Mottgers vorm. 11 Uhr (vor der Gastwirtschaft Günther),

in W e i ch e r s b a ch vorm. 11 Vs Uhr (vor der Gast­wirtschaft Schlott),

in 5 chwarzenfels vorm. 12 Uhr (a. d. Hauptstraße), in Züntersbach nachm. 3/i 1 Uhr (an d. Hauptstraße), in Gberzell nachm. 3 Uhr (vor dem Bullenstall), in Heubach nachm. 3V2 Uhr (vor der Gastwirtschaft Schröder),

in Uttri ch shausen nachm. 4 Uhr (vor dem Bulienft.) in Ober kalbach nachm. 4V2 Uhr (vor d. Bullenstall), in Gundhelm nachm. 5 Uhr (vor dem Bullenstall), in Hütten nachm. 572 Uhr (vor dem Bullenstall), in Tlm nachm. 6 Uhr (vor dem Bullenstall).

Vorzuführen sind sämtliche Gemeindebullen, die zum Decken fremder Tiere, sei es unentgeltlich oder gegen Be= Zahlung verwandt werden sollen. Die Bullen müssen mit Wem Rasenring versehen sein und mit einer Vorführungs- stange mit kurzer Kette vorgeführt werden. Bösartige Tiere sind außerdem mit einer Blende zu versehen. Ich wache die Herren Bürgermeister dafür verantwortlich, daß Meje Anordnungen strengstens befolgt werden und daß die Bullen pünktlich zur Stelle sind. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß Zuwiderhandlungen bestraft werden und Mi die nicht vorgeführten Tiere später auf Kosten der ^treffenden Gemeinden in einem besonders sestzusetzen- ^n Rachkörungstermin von der Kommission begutachtet werden. Den Gemeinden bleibt es dann überlasten, die hier- ^rch entstehenden Kosten auf diejenigen Personen abzu- ^älzen, die die Schuld für das Nichtvorführen der Tiere trifft. I

Die Herren Bürgermeister oder deren Stellvertreter wol- ' len bei der Vorführung der Gemeindebullen anwesend sein und das Deck- (Sprung-) Register mitbringen

Für alle nach der vorjährigen Bullensammelkörung (am 18. und 19. September 1930) erworbenen Bullen ist der Abstammungsnachweis mit Körbescheinigung des Fleckvieh- verbandes versehen, vorzulegen.

Schlüchtern, den 1. September 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Gegen die Großpensionäre.

Notverordnung über Pensions-kürzungsgefetz.

Berlin, 10. September

Das im Reichskabinett bearbeitete Penfionskürzungs- gesetz soll durch Notverordnung in kraft treten. Alle Pen­sionen sollen gekürzt werden, die den Betrag von 12 000 Mark im Jahre übersteigen. Die darüber hinausgehenden Pensionsbeträge sollen so gekürzt werden, daß entsprechend der Anzahl der Jahre, die der Pensionsempfänger in der seiner Pension zugrundeliegenden Besoldungsstufe gestan­den hat, eine Kürzung von 10 bis 50 v. H. eintriff.

In der Notverordnung dürften auch noch eine Reihe anderer beamtenrechtlicher Fragen geregelt werden. Wie verlautet, handelt es sich dabei u. a. um die Herabsetzung der Höchstpensionsgrenze von 80 auf 75 v. H. und um die Erhöhung der Aufrückungsfristen in die nächste Gehalts­stufe von 2 auf 3 Jahre. Gleichzeitig sollen unter diese Be­stimmungen auch die Beamten und Angestellten der öffent­lich-rechtlichen Körperschaften fallen.

Ueber die Frage der Verfassungsrechtlichkeit der Pen- sionskürzungen sind die Auffassungen an den zuständi­gen Stellen noch geteilt.

Es scheint jedoch hierbei der Begriff derangemessenen Versorgung" eine Rolle zu spielen, wobei man sich auf ein Reichsgerichtsurteil vom 10. Juli 1931 sowie auf ein Ur­teil des Reichsfinanzhofes vom 25. März 1931 stützt.

Die Notverordnung soll noch für Ende September in Kraft treten.

Unterstützung der Winterhilfe.

Ein Aufruf der deutschen Frauen.

Berlin, 10. September.

Die deutschen Frauenorganisationen erlassen folgen­den Aufruf:

Schwerster wirtschaftlicher Druck, härteste menschliche Not lasten auf dem deutschen Volk. Die Arbeitslosigkeit wächst erschreckend. Unzählige Einzelne, die früher zur Lin­derung der Not ihrer Mitmenschen beitrugen, sind heute selber hilfsbedürftig. Den Einrichtungen der Gesundheits­und Kinderfürsorge, droht der Zusammenbruch.

Wir alle sehen mit größter Sorge dem kommenden Winter entgegen. Wer wird die Millionen von hungernden und Frierenden, die Alten und Kranken versorgen? Wer hilft den Kindern? Wer hilft den Verlassenen und hoff­nungslosen? Wer wird die ratlos vor dem Leben stehenden Jugendlichen seelisch aufrechterhalten?

Die unterzeichneten Verbände richten deshalb an alle deutschen Frauen den dringenden Ruf:

Versagt Eure Mithilfe nicht!" Die Nothilfe leistenden Organisationen warten darauf, daß Ihr Euch ihnen zur Verfügung stellt. <

Jeder gebe und helfe nach seiner Kraft, nach seinem Vermögen; auch die kleinste Gabe, auch der geringste Hilfs­dienst ist heute unentbehrlich. Laßt uns wieder lernen, von Mensch zu Mensch einander beizustehen und einer des anderen Last mit zu tragen.

Auch das Kartell der republikanischen Verbände Deutsch­lands hat einen Aufruf zur Winterhilfe erlassen, in dem es heißt: Der kommende Winter wird für uns alle, beson­ders aber für die vom harten Schicksal der Arbeitslosigkeit Betroffenen eine bitterste Notzeit sein. Unter Zurückstellung aller Standes-, Berufs- und sonstigen Interessen ist jeder Deutsche verpflichtet, fein Möglichstes zu tun, um die Noi der breiten Volksmassen mit lindern zu helfen. Wir rufen darum alle auf zur republikanischen Nächstenhilfe. Diese Nächstenliebe muß sich auswirken in praktischer Hilfsbe­reitschaft. Darum gebe jeder, was er entbehren kann unt sorge dafür, daß sein Nächster desgleichen tut.

Umfassender Wechsel in der Ceifung der Dresdner Dank. In allernächster Zeit wird ein umfassender Wechsel in der Leitung der Dresdner Bank eintreten. Von den leitenden Männern wird vor­aussichtlich lediglich Geheimrat Frisch sein Amt weiterführen.

Koblenz. (Raffinierter Heiratsschwindler.) Einem raf- , finiert aufgezogenen Heiratsschwindel, dem eine Reihe von Frauen aus Koblenz und Umgebung zum Opfer fiel, ist die Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. Ein Schlosser, der sich seinenKunden" gegenüber als Ingenieur und Ver­treter einer Düsseldorfer Bank ausgab, eröffnete ohne eigene Mittel ein Heiratsbüro und lebte von den Erspar­nissen feiner Opfer. Im Frühjahr 1930 gab er von einer kleinen Mietswohnung aus Heiratsanzeigen auf und fand auch bald in einer Dame aus Koblenz sein erstes Opfer. Er verlobte sich mit ihr und das Heiratsaufgebot wurde erlassen. Die Dame schöpfte auch keinen Verdacht, als ihrVerlobter" sich von ihren (Ersparnissen 8000 Mk. übergeben ließ. Mit diesem Gelde machte der Mann ein neues Heiratsvermittlungsbüro auf und ließ die zahlreichen Kundinnen gegen eine Gebühr von 50 bis 100 Mark in seine Liste einschreiben. Den Rest der Barschaft seiner Braut" eignete sich der Schwindler durch Diebstahl an. Erst als er die Frau auch noch schwer mißhandelte, schöpfte sie Verdacht. Ein zweites Opfer, dessen Sparkassenbuch auf 25 000 Mk. lautete, wurde rechtzeitig gewarnt und das Sparkassenbuch gesperrt. Darauf schloß die Polizei das Heiratsbüro und nahm den Schwindler fest, der nach Ausweis feiner Bücher eine große Anzahl von Frauen geprellt hat.

Llmbau der Wirtschaft.

Muffangen der Deflation. Hauszinssleuer und Sied­lung. Stärkung des Jnnenmarktes.

Im Reichsfinanzminifterium beginnt die Dorberei- lungsarbeit für den Haushaltsplan des Jahres 1932/1933. Zwischen Reichsarbeitsministerium, Reichsernährungsmini- [terium und Gemeinden wird über die Möglichkeit verhan­delt, eine Naturalversorgung der Arbeitslosen im kommen­den Winter durchzuführen. Es schweben die Vorbereitun­gen für die gesetzlichen Ausführungen der Kreditstillhalte- ittion, die Pläne, durch eine Aenderung des Beamtenbesol- dungssystems, durch eine Verschiebung des Aufrückens in höhere Besoldungsklaffen größere Beträge einzusparen. Man fucht zu errechnen, ob vor Ueberbrückung des Winters ne­ben solchen Sparmaßnahmen auch neue Steuern erfor­derlich sein werden. Erst diese Vielheit von Beratungen gibt ein Bild davon, auf welcher breiten Basis die Vorberei­tungen durchgeführt werden müssen, ehe man zu dem Er- Bebnis kommen kann, das als Wirtschaftsprogramm der leichsregierung nun schon seit Wochen erwartet wird. Man iruß bei diesen ganzen Vorbereitungsarbeiten Unterschiede machen zwischen den Maßnahmen, die zur Ueberbrückung der augenblicklichen Notlage getroffen werden, die auf kurze Frist berechnet, den augenblicklichen finanziellen Schwierig­keiten abhelfen sollen, und jenen anderen Plänen, die eine weitreichende Umgestaltung der deutschen Wirtschafts­grundlage anstreben, weil man nach der langen Dauer der Weltwirtschaftskrise an wirtschaftliche Pläne auf weite Sicht denken muß. Die Beratungen neuer Sparprogramme, die Feststellung neuer Steuermöglichkeiten, die Ausarbeitung des neuen Haushaltsplanes, der auf einer ganz anderen finan­ziellen Grundlage aufgebaut werden soll, alles das fällt unter den Begriff der kurzfristigen Notmaßnahmen, die be­stimmt sind, eine Abwehr gegen die Gefahren der nächsten Entwicklungspläne zu bringen.

Aber darüber hinaus muß man sich darauf einrichten, daß die Ursachen, die den jetzigen akuten Ausbruch der Wirtschaftskrise veranlaßten, noch längere Zeit andauern werden. Da man aber nicht die völlige Ausscheidung eines Siebentels der arbeitenden Bevölkerung, also die Arbeits­losigkeit im jetzigen Umfange, auf die Dauer als gegeben hinnehmen kann, muß man nach Wegen suchen, die wenig­stens einen größeren Teil der Arbeitslosen wieder in den Produktionsprozeß einschalten. Das ist nur möglich, wenn man in die Wirtschaftsstruktur selbst eingreift, denn es hat sich gezeigt, daß das jetzige Wirtschaftssystem der Rationa­lisierung von feiten der Industrie, der festen Tarif- und Preisbindungen, nicht in der Lage ist, die Krise zu über­winden. Auf diesem Gebiet liegen die weitreichenden Pläne. Zwangsweise ist ja eine Aenderung der Wirtschaftsstruk­tur auf einem Spezialgebiet schon durch die große Bank­krise herbeigeführt worden, das Eingreifen des Reiches in das Bankwesen, die geplante Reform des Aktienrechts oder die beabsichtigte Bankenaufsicht sind Zeichen einer solchen Strukturänderung. Wesentlich aber ist, wenn man über die Krise überhaupt wegkommen wird, nunmehr eine Aende­rung der Verhältnisse auf dem innerdeutschen Markt. Die deutsche Krise als eine Absatzkrise kann nicht allein über­wunden werden durch Verstärkung der Ausfuhr. Die He­bung des Exportes kann nur eines der Mittel sein durch die man die produzierten Warenmengen unterzubringen sucht. Notwendig ist eine Hebung der innerdeutschen Kauf­kraft, oder ein Auffangen der Deflation.

Vor allem im Zusammenhang mit solchen Plänen, also als Mittel, Bewegung in die Wirtschaft zu bringen, wer­den die Pläne erörtert, die Hauszinssteuer aufzuheben. Dieser Tage ist in einer Rede darauf hingewiesen worden, daß die Aufhebung der Hauszinssteuer eine Mietsenkung um 16,5 Prozent zur Folge habe und die sofortige Bereit­stellung von Krediten an die Wirtschaft ermöglichen würde. Es ist bekannt, daß sich Widerstände gegen diesen Plan vor allem deshalb bemerkbar machen, weil man llch einstwei­len noch fragt, wie der durch die Aufhebung der Haus- zinssteuer entstehende Ausfall in den Staats- und Gemeinde- kasten sich ersetzen lassen würde. Daß aber die Mietsen­kung, die nur bei Aufhebung oder Aenderung der Haus­zinssteuer möglich ist, im gesamtwirtschaftlichen Interesse dringend notwendig ist, wird von keiner Seite bestritten.

Man muß beachten, daß die Hauszinssteuer, deren Ertrag zunächst auf zwei Milliarden veranschlagt wurde, und die noch jetzt 1,2 Milliarden erbringt, zum großen Teil für den städtischen Wohnungsbau Verwendung ge­funden hat. Es ergibt sich nach den Feststellungen des In­stituts für Konjunkturforschung, daß ein tatsächlicher Woh- nungsmangel kaum noch besteht. Die für Wohnungsbau­zwecke bisher erforderlichen Mittel der Hauszinssteuer würden künftighin nicht mehr in Anspruch genommen werden müssen. Der vom Reichsfinanzministerium durch- aearbeitete Plan, bis mim nächsten Frühjahr 100 006 arbeitslose in KleinsiedlerfteUen anzusetzen, wurde bedeu­ten, daß 10 Prozent der Wohlfahrtserwerbslosen allmäh­lich aus der Fürsorge ausscheiden könnten. Bei der Be­lastung der Städte gerade mit der Wohlfahrtsfürsorge ist die Bedeutung dieses Planes nicht zu unterschätzen. Er ist allerdings nur durchführbar, wenn man in wesentlich bescheidenerem Umfang, als es bisher geschah, die Sied­lung in Angriff nimmt. Nur dann würden auch die aus der Hauszinssteuer verfügbaren Mittel zur Verwirklichung dieses Planes ausreichen. Der Sinn des Planes war es natürlich, städtische Arbeitslose zu Selbstversorgern zu machen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, durch eigene Arbeit allmählich wieder in geordnete Verhältnisse zu kom­men. Dabei wird man vom Tarifwesen stark abweichen müssen, denn es ist nicht möglich, die Siedlung durchzufüh­ren, wenn für die Bauarbeiten usw. Tariflöhne gezahlt werden sollten, und auf tariflichem Gebiet ist das ganze Projekt der Beginn eines Auflockerungsprozestes der starren Bindungen. Auch hier wird man zu weiteren Maßnahmen kommen müssen, denn die Lebenshaltungskosten sind in den vergangenen zwei Jahren um mindestens 13 Prozent ge­sunken. Eine Anpassung der Löhne erscheint gerechtfertigt, allerdings nur, wenn sie von einer entsprechenden Regu­lierung der Kosten des Fertigfabrikats begleitet ist. Das Ziel soll nach wie vor eine Stärkung, nicht eine Vermin­derung der inneren Kaufkraft sein. Dieser Prozeß wird sich nur sehr allmählich abwickeln können, besonders auch