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Hchluchtemer Zutuns

Kreis Amtsblatt * M-ümLner amULcherKareLtzssfür ßm Kreis OchiüMe t«M«»ö »eriayty.etrinfitU Söhne* Sestböff^- '^ahnhafftv.L* f«»-.NkE* PsfPhecketnpaukstwtaLl^r» Nr. 110 0. Blatt)Gamstag, den 12. September 1931 83. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landrat samt.

Die Eigentümer, Pächter und Nutznießer von Gbstbäu- men werden darauf hingewiesen, daß sie auf Grund meiner Anordnung vom 11. 9. 1930 (Lchlüchterner Zeitung Nr. 111) verpflichtet sind, zur Bekämpfung des Frostspanners s§rostnachtschmetterlings) bis zum 15. Oktober j. 3s. Kleb= ringe an den Stämmen der Apfel« und Nirschbäume anzu- bringen. Don dem Anlegen der Nlebringe sind diejenigen Gbstbaumbesitzer befreit, die im Besitze einer Bescheinigung der Kreisobergärtners sind, daß sie die Schädlingsbekäm­pfung durch Spritzen in der vor geschriebenen Weise durch­geführt haben.

Schlüchtern, den 8. September 1931.

Der Landrat: Dr. Müller.

Stabt Schlüchtern.

©effentlidje Aufforderung

I. Nach der Bestimmung im Ersten Abschnitt der Not­verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 20. Juli 1931 (R. G. BL I. S. 385) sind für die nicht recht­zeitig am Fälligkeitstag entrichteten staatlichen Grundsteuern und Hauszinssteuern sowie die städtische Drundvermögenssteuer und die Gewerbesteuern Verzugszu­schläge zu zahlen, die für jeden angefangenen halben Monat 5 vom hundert betragen.

Am 15. September 1931 werden fällig und sind an diesem Tage zur Vermeidung der vorbezeichneten Verzugszuschläge zu entrichten:

Staatliche Grundvermögenssteuer,

Staatliche Hauszinsst-uer,

Städtische Grundvermögenssteuer,

Städtische Gewerbeertrags- und Gewerbekapitalsteuer. ; II. Der zweite Abschnitt der Notverordnung schreibt vor, ; daß von allen übrigen am Fälligkeitstage nicht eut^ich_t e t.e n Steuern des Staates gpd. der tzemeiiM,! Verzugszinsen in Höhe von 2 vom hundert monatlich zu zahlen sind.

hierunter fallen insbesondere auch die am 1. September d. 3s. fällig gewesenen 'Hundesteuern, die nach der für die Stadt und den Kreis erlassenen Ordnung für das ganze Jahr in einer Summe zu entrichten sind. Sür Hunde, die im ersten Halbjahr ab geschafft werden, wird die für das zweite Halbjahr gezahlte Steuer zurück­vergütet.

III. Für alle übrigen Leistungen, Gebühren und Abgaben Und Verzugszinsen, die im Einzelsalle auf 512% jähr- , lich festgesetzt werden können, zu entrichten. Darunter , fallen die fälligen Schulgelder für Lateinschule und Auf- - bauschule, Wassergelder, Pachtgelder, Kanal« und sonstige ; Ünerkennungsgebüchren sowie die sonstigen Abgaben aller ; Art. Für Holzgelder sind gemäß den Verkaufsbedingungen : Verzugszinsen in Höhe der von der Stadtsparkasse jeweils ; berechneten Konto-Norrent-Schuldzinsen zu zahlen.

IV. Mahnungen erfolgen nur durch öffentliche Bekannt­machung.

V. Anträge und Eingaben heben die Zahlungsverpflich­tung nicht auf, solange Stundungs- oder Fristbescheide nicht ergangen sind.

Schlüchtern, den 10. September 1931.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Die diesjährige Badezeit endet Sonntag, den 13. Sep­tember 1931, abends 7 Uhr.

Schlüchtern, den 11. September 1931.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Als Termin für die hessischen Landtagswahlen ist nach zuverlässigen Informationen der 15. November fest­gesetzt worden. Der Landtag wird seine letzte Sitzung voraussichtlich am 13. Oktober abhalten.

Der badische Staatspräsident Iosef Wittemann ist Donnerstag abend um 23 Uhr im Alter von 65 Jahren M einer Varminfektion gestorben.

Die hessische Regierung hat mit Rücksicht auf die Vorgänge bei der Beisetzung des nationalsozialistischen ^eichstagsabgeordneten Gemeinder in Varmstadt ein Uni- sormverbot für die Nationalsozialistische Deutsche Arbei­terpartei und ihre Unterorganisationen erlassen.

Nach wochenlangen Beratungen ist heute das Ver­gleichsverfahren über die Darmstädter Volksbank verhängt worden, nachdem sich die Zentralkreditinstitute an weiteren Verhandlungen desinteressiert erklärt haben. Der Verlust beträgt insgesamt 2,7 Millionen. Nunmehr ist die Sanie­rung aus eigener Kraft vorgesehen.

Sparkommissar und Schulwesen.

Aufstellung von Richtlinien.

In Verbindung mit den Vorschlägen des Reichsspar- kommissars zur Verwaltungsreform deutscher Länder sind Richtlinien über das Schulwesen aufgestellt, in denen es u. a. heißt:

In der Volksschule

erscheint für einklassige Schulen als Klassenfrequenz die Zahl 60, für mehrklassige die Zahl 50 angemessen. Die Stundenzahl der Klasse kann fast überall um zwei Stunden gekürzt, die Pflichtstundenzahl der männlichen Lehrkräfte auf 30 angesetzt werden. Verwaltungsstunden der Schul­leiter müssen auf das Notwendigste eingeschränkt werden. Stundennachlaß ist lediglich Kranken und Kriegsbeschädigten zu gewähren. Die Abtrennung von Minderbegabtenklassen und die Einrichtung von sogenannten Begabtenklassen hat mit Vorsicht zu erfolgen.

Eine Akademisierung der Lehrerschaft

für Aufbauklassen und Mittelschulen ist nicht erforderlich. Die Klassenstärken für höhere Abteilungen und Aufbauklas­sen sollen 44 und 33 Schüler betragen. Die Begabtenförde- rung kann nicht im Wege allgemeiner Kostenfreiheit, son­dern nur durch Sonderzuwendungen erfaßt werden. Für gehobene Klassen der Volksschulen muß ein Schulgeld, da es sich um eine Sonderleistung handelt, erhoben werden.

Dem Andrang zur höheren Schule

muß dadurch gesteuert werden, daß Zahl und Umfang der Schulen beschränkt und die Auslese verschärft werden. Ver­suche neuen Schulreformen sind nur vorsichtig zu er­proben. Die 30-Stunden-Woche für Schüler verdient jede Förderung. Aus praktischen Gründen ist der kurze Stunden- unterricht zu bevorzugen. Es empfiehlt sich die Festsetzung von Normalzahlen, die um 10 Prozent überschritten sein müssen, bevor eine Klassenteilung eintritt. Was nicht in den Pflichtstundenteil des Unterrichts fällt, muß oon den Interessenten speziell abgegolten werden. Mit einer Ein­schränkung der Bildungsmöglichkeiten muß eine verständige Schulgeldpolitik Hand in Hand gehen, um so Kreise fern- znhalken, Sie- mehr bie Lvv7pp-<cherr als bie-mchticye Bau wendigkeil der höheren Schule im Auge haben.

Die Erhaltung der Leistungssähigkeit der Berufsschule und ihr Ausbau wird in den Richtlinien als wichtige schul- politische Aufgabe bezeichnet. Sie soll der Volksschule einen Teil ihrer Aufgaben nicht abnehmen. Lehrgegenstände, die nicht zur eigentlichen Aufgabe der Berufsschule gehören, sollen zur Erleichterung der Herabsetzung der Stundenzahl ausscheiden. In der allgemeinen Mädchenberufsschule soll man sich im wesentlichen auf die hauswirtschaftlichen Fächer beschränken. Allgemeinbildende Fächer (Literatur, Staats- bürgerftjnbe) können als entbehrlich angesehen werden. Fachschulen sind zu Gunsten der Berufsschulen abzubauen. Durchschnittlich ist eine Klassenstärke von 30 zugrunde zu legen.

Eine einheitliche Regelung der Lehrerbildung

hat sich aus finanziellen Gründen nicht durchführen lassen. Eine Verteuerung des Ausbildungsganges ist nicht zu ver­antworten. Jede Aenderung der Volksschullehrerausbildung, die sich in der Richtung einer irgendwie gearteten Akademi­sierung bewegt, bringt die Gefahr, daß ein laufender Mehr­aufwand für die Volksschullehrerbesoldung entsteht. Wenn ein Land Wert daraus legt, auch Kinder unbemittelter Eltern für den Volksschullehrerberuf zu gewinnen, so muß es erhebliche Zuschußmittel bereitstellen.

Angleichung der Sparmaßnahmen.

Reich und Preußen verhandeln über eine Angleichung der Sparmaßnahmen, Vier Hauptpunkte.

Berlin, 11. September.

Zwischen den zuständigen Ressorts des Reiches und Preußens haben Besprechungen stattgefunden, die eine möglichst weitgehende Angleichung der Maßnahmen bezwecken, von denen bereits in den letzten Tagen die Rede war. Dabei handelt es sich z. B. um die Pensions- k ü r z u n g e n und die B e f ö r dr r u n g s f p e r r e für die Beamten, die nach Auffassung der beteiligten Stellen am besten vom Reich durchgeführt werden, um zu vermei­den, daß alle Länder dieselben Einzelverfügungen treffen müssen. Aehnlich sollen auch noch andere Dinge in Ein­klang gebracht werden. Bisher sind die

Beratungen aber noch nicht zum Abschluß gekommen, und es ist mit der Veröffentlichung der preußischen Notverordnung auch erst im Laufe der n ä ch st e n W o ch e zu rechnen. Sie soll bekanntlich gleichzeitig mit der der Reichsmahnahme» erfolgen. Faßt man die vom Reich und von Preußen in Erwägung gezogenen Pläne in Stichworten zusammen, so handelt es sich um folgende vier Punkte:

1. Abbau der Hauszinssteuer. 3 m Reichsfinanzmini- sterlum wird an zwei Plänen gearbeitet, von denen der eine eine Art Kapitalisierung der Steuer, der andere die Ein- spannung auch der Mieten in den Preisabbau vorsieht.

2. Die gemischt städtisch-ländliche Siedlung für zu­nächst 100 000 Wohlfahrtsunterstühte.

3. Herabsetzung der hohen Pensionen über 12 000 «stark.

4. Zweijährige Beförderungs- Zulagensperre für Be­amte.

Außer diesen Maßnahmen, mit denen sicher zu rech­nen ist, spricht man bekanntlich auch noch von anderen Plä­nen, so von weiteren Einsparungen am Etat, der Reform der Krisen- und Wohlfahrtsfürsorge, der Schaf­fung einer Einsichtmöglichkeit bei den Banken und anderes. Ueber die Gestaltung dieser Pläne wird sich erst im Laufe der nächsten Woche näheres sagen lassen. Zunächst werden die geplanten Notmaßnahmen noch einmal im Reichs- kabinett durchgesprochen werden.

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Auch die süddeutschen Länder beraten.

Dic Regierungen von Bayern, Sachsen, Baden, Hes­sen und Württemberg berieten in Stuttgart die Spar­maßnahmen zum Ausgleich der Haushalte der Länder und Gemeinden.

Teilnahmeschreiben zum Tode Brentanos. Anläßlich des Ab­lebens Lujo Brentanos haben der Reichspräsident und der Reichs­kanzler der Tochter des Dahingeschiedenen telegraphisch ihr Beileid ausgesprochen.

Rücktritt des Vizeadmirals Oldekop. Der Flottenchef der deut­schen Reichsmarine, Vizeadmiral Oldekop, scheidet mit dem 30. eep= tember d. I. aus der Reichsmarine aus.

Englischer Dampfer gesunken. Mit mehrtägiger Ver­spätung lief der deutsche DampferJohn Rheder", der re­gelmäßig Kohlen zwischen Methil (Schottland) und hirs- Hals in Westjütland befördert, in den Hafen von hirs- h a l s ein. Der Kapitän teilte mit, daß die Abfahrt von Methil am Mittwoch voriger Woche erfolgte. Nach zwei Tagen muhte das Schiff wegen eines schweren Drfans um- kehren, da am letzten Tage nur eine Seemeile in der Stunde zurückgelegt werden konnte. Ein englischer und ein nor= wegischer Dampfer, die Methil gleichzeitig mit demJohn Rheder" verlassen hatten, konnten nach Aussage des Ka­pitäns keinen Hafen erreichen. Der englische Dampfer, der sich aus der Fahrt nach Aberdeen befand, sei mit Mann und Maus verschwunden. Der norwegische Dampfer stran­dete an der schottischen Küste, wobei der Kapitän und der Erste Steuermann den Tod fanden.

- ^n«.m mmriAitil. .U15 ^uäudauslecmE Ler- bannte sind in S t. Martin d e R e nach der franMschen Strafkolonie Guayana eingeschifft worden.

Handwerkervertreter bei Stegerwald.

Vertreter des Deutschen Handwerks wurden vom Reichsarbeits- mimster Stegerwald empfangen. In einer fast zweistündigen Aus­sprache wurden alle mit dem Problem der Arbeitslosigkeit zusam­menhängenden Fragen erörtert und ebenso auch die Frage der Wohnungszwangswirtschaft besprochen. Die Vertreter des Hand­werks hatten hierbei Gelegenheit, die Beschlüsse vor,zutragen, die der sozialpolitische Ausschuß und der wirtschaftspolitische Ausschuß der Spitzenverbände in ihren kürzlich obgehaltenen Sitzung«" ge­faßt haben. Endgültige Beschlüsse der Reichsregierung zu diesen Fragen liegen noch nicht vor.

Alsberg verklagt das Ehepaar Glade.

Berlin, 11. Septbr. Im Auftrage des Rechtsan­walts Professor Dr. Alsberg hat Justizrat Löwenstein beim Generalstaatsanwalt Antrag auf öffentliche Klage gegen das Ehepaar Glade wegen verleumderischer Beleidigung, sowie gegen die verantwortlichen Schriftleiter zweier kom­munistischer Blätter wegen übler Nachrede gestellt.

Meinungsverschiedenheiten im Zentralausschuß für die innere ZUiffion. 1

Berlin, 11. September. Im Zusammenhang mit den Vorgängen bei dem Devaheim-Konzern hatten die Ver­treter des Kirchenausschusses und des Evangelischen Ober- kirchenrates im Verwaltungs- bezw. Hauptausschuß des Zentralausjchusfes für innere Mission bestimmte Maßnah­men verlangt. Sie konnten aber keine ausreichende Be­rücksichtigung ihrer Forderungen erreichen. Da auch die kirchlichen Behörden keine handhabe besitzen, jene Forderungen A>urchzusetzen, haben sich die kirchlichen Ver­treter veranlaßt gesehen, aus dem Zentralausschuß für innere Mission a u s z u s.ch e i d e n.

Europäische Kohlenkonferenz in London am 30. Sep­tember.

Essen, 11. Septbr. Die angekündigte Konferenz der europäischen Zechenbesitzer, zu der der Zentralrat des eng« lischen Bergbaues eingeladen hat, wird am 30. September in London eröffnet werden.

Reue Brände in Schleswig-Holstein und Hannover.

Hamburg, 11. Septbr. Die Reihe der großen zum erheblichen Teil auf Brandstiftung zurückzuführenden Brände, die seit Wochen die Bevölkerung in «chleswig-hol» ftein und Nord-Hannover beunruhigen, setzt sich weiter fort. Im Hamburger Versorgungsheim unweit Cuxhaven bräunte zum zweitenmal innerhalb kurzer Zeit eine Scheu:c nieder. In Lüneburg wurde in der Nacht zum Donnerstag eine große mit Korn gefüllte^ Scheune ein- geäfchert, man schätzt den Schaden auf 30 000 Mark. Auch aus Schlesrvig-Holstein sind mehrere neue Brände zu melden. , r , , , .

Schadenfeuer in Karlsbad. Ein Großfeuer brach in dem Lagerhaus einer am Bahnhof Karlsbad gelegenen Zü­richer Speditionsfirma aus, das das Haus und »netz«« Waggons, die mit Porzellan beladen waren, vollständig vernichtete. -