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Wilhelm Raabe.

1S31 — S. September 1931.

In der Spreestraße in Berlin wohnte um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Wilhelm R a a b e, ein ganz eigenartiger Mensch mit einem tiefen Blick für die sonder­lichen Neigungen, mit einem warmen Empfinden für die kleinen Schicksale des Alltags, und all dieses verinnerlichte Schauen übersonnt von einem reinen, jedem Spott ab­holden Humor.

So trieb um Das tägliche Treiben in der Spreestraße dazu, die „Chronik der Sperlingsgasse" zu schreiben, die unter dem Namen Corvinus erschien und mit ihrer ent­zückenden Kleinmalerei die gesamte Kritik begeisterte. So : trat einer der größten und feinsten deutschen Erzähler in i die Oeffentlichkeit. Eigenartig wie seine Werke war auch ; das Leben dieses Mannes. Vor hundert Jahren am 8. Sep­tember 1831 wurde Wilhelm Raabe in Eschershaufen bei Holzminden geboren. Er war kein Held in der Schule und gewann seine Bildung erst auf Umwegen, wobei ihn seine Leidenschaft für Bücherlesen wesentlich unterstützte. Diese Leidenschaft trieb ihn auch in die Lehre bei einem Buchhändler, und erst als Raabe 1854 die Berliner Uni­versität besuchte, nahm diese wirr durcheinander erworbene Weisheit geordnete Gestalt an.

Wilhelm Raabe gehört zu den Lieblingen des deutschen Volkes. Als Schilderer origineller Charaktere und seltsamer - Käuze, als der Meister des Charakteridylls hat sich Raabe eine große Lesergemeinde erworben. Aus der Fülle seines Schaffens seien nur noch genannt: „Der Hungerpastor", „Abu Telfan", „Der Schüdderump", „Horacker", .Unseres Herrgotts Kanzlei" und „Stopfkuchen".

Die Menschen, die Raabe schildert, sind ausgestorben, bzw. wir bekommen sie in dem lärmenden Getriebe der Ge­genwart nicht mehr zu sehen, und so werden die Raabeschen Gestalten zu Erinnerungen an eine versunkene Romantik, die so froh und gesund war, daß wir uns förmlich nach ihr sehnen. Aus dieser Sehnsucht heraus wird Raabe "och heute geliebt, weil wir gar zu gern einmal in eine andere Welt flüchten. Was kann man Besseres zum hundertsten Geburts- tag eines Schriftsteller^ sagen, als daß sein Wer? levi uno" weiterwirkt! Raabe hat nicht für den Tag geschrieben, denn die Seele seines Schaffens ist zeitlos und immer gültig. Darum werden die Werke Raubes auch in Zukunft leben­digstes deutsches Schrifttum bleiben.

Mit kleinen Unterbrechungen und Reisen hat Wilhelm

Die vom «Rauhen Grund".

Roman von Paul Grobein.

Romandienst DIGO Berlin W. 30.

7) (Fortsetzung.)

Und sein Technikerblick lag prüfend drüben aus dem Hang, schätzte Distanzen und Gefälle ab, berechnete und konstruierte, und sah bereits die künftige Drahtseil­bahn zur Grube hin mit den hoch durch die Luft schwe­benden Förderkörben — in unermüdlichem Kreisen.

„Was sagst du übrigens zu der Magri?" klang es jetzt von seinem Begleiter herüber. „Hat sich rausge­macht, das Mädel — was?"

Irgendeine zustimmende Bewegung bei Bertsch; seine Gedanken waren noch immer bei dem Basaltbruch.

„Aber sie weiß auch, was sie wert ist. Der Stein- siefen wird keine Seide bei ihr spinnen."

Bertschs Blick kehrte langsam von der Höhe drü­ben zurück.

„Steinsiefen — so? Hat der Absichten mit ihr?" „Na, das Mtt’ft du doch schon merken können!"

„Und sie?"

„Es wird ihr schließlich wohl nichts anderes übrig- blerben. Sre hat ja keine Wahl hier. Der Alte hat ihr im Grunde einen recht schleckten Dienst erwiesen, als er sie ins Pensionat geschickt hat.

Bertsch nickte. Dann fragte er nach einer Weile gerade heraus: „Warum heiratest du sie nicht?"

«Ich — daß mich Gott bewahre!"

„So bange?"

„Ich will doch meine Ruhe haben, wenn ich mal heirate/.'

»Ja, freilich!" spottete Bertsch. „Die Zipfelmütze über die Ohren ziehen und schnarchen! Philister du!"

„Es kann doch nicht jeder ein Heros sein. Uebrigens, wer weiß, ob du selber noch fertig werden würdest mit einem Frauenzimmerchen wie die Magri!"

Gerhard Bertsch lachte nur, aber es ging wie ein Straffen durch seine starken Glieder.

Die Reise nach der Stadt, von der er soeben heim- tzekommen, hatte ihm noch immer nicht die Entschei­dung gebracht. Wohl hatte auf der Landesbank das Gut­achten des Sachverständigen über das von ihm fest- gestellte Erzvorkommen befriedigt. Aber man hegte trotzdem auf der Bank Bedenken, denn der Gang mark- scheidete mit der Nachbargrube, dem Erbstollen. Rechts­schwierigkeiten waren von dort zu befürchten. „Sobald die Sache auch nach dieser Richtung einwandfrei ge­klärt ist, sind wir für sie zu haben, vorher aber — nichts zu machen!" Mit diesem Bescheide des Bank- leiters hatte Bertsch abreisen müssen.

Diese traurigen Bankmenschen! Kalte Rechenmaschi­nen. Wenn er ihnen doch von seinem verzehrenden Drang zur Tat, von seinem unerschütterlichen Ver­trauen nur Sache etwas in die versckrumvften Adern

Raabe sein Leben hauptsächlich tm Draunschweiguwe» zu­gebracht. Wolfenbüttel und Braunschweig sind die Haupt- stüdte seines Lebens. In Wolfenbüttel lernte Raabe seine treue Lebensgefährtin Wilhelmine Leiste kennen, und in Braunschweig ereilte den Dichter am 15. November 1910 der Tod. Man wird nicht so leicht einen Erzähler von glei­cher charaktervoller Eigenart finden, der die Macht ehrs einfachen Gemütes so packend zu gestalten vermag, noch sel­tener aber ist Raabes Humor, denn er ist die Freudigkeit der Seele, ein kluges, allwissendes Lächeln über den sonder- Jbaren Kauz — Mensch. 3- 33.

Die Lteberschwemmungskatastrophe in China

Die Deiche des „Großen Kanals" eingestürzt.

Schanghai, 6. September.

Der Jangtsefluß in Hankau weist immer noch einen kaum verminderten Wasserstand von 17,5 Metern über normal auf. Die Flüsse im Gebiet des „Großen Kanals" sind im Steigen begriffen. Die Deiche an der Einfahrt zum „Großen Kanal" gegenüber Tschingkiang sind eingestürzt, und die einbrechenden Wassermassen haben mehrere hundert Ouadratkilometer überschwemmt.

50 000 Menschen sind obdachlos geworden. Der Gou­verneur der Provinz Kiangtsu gibt nach einer eingehenden Besichtigungsreise bekannt, daß allein in seinem Gebiet 18 Regierungsbezirke von der Katastrophe betroffen und 2,4 Millionen Menschen obdachlos sind. Kommunistische Banden haben sich das Unglück zunutze gemacht und plün­dern die Städte am Südufer des Jangtse unterhalb Wuk- fchang bis hinab nach Wusieh.

An Bord alles wohl!

Die Funkverbindung mit dem „Nautilus" wiederhergestelllt

Tromsö, 6. September.

Es gelang, mit dem Unterseeboot „Nautilus" in Ver­bindung zu kommen. Das U-Voot funkte, daß an Bord alles wohl fei.

Der Funker, der mit dem Unterseeboot etwa 20 Minu­ten sprach, erklärte, er habe nur die Mitteilung erhalten, daß an Bord des Schiffes alles wohlauf sei. Kapitän Wil- kins habe ihm nicht mitgeteilt, warum die Funkverbindung sechs Tage lang unterbrochen war. Wie der Funker hinzu- fügte, sei der „Nautilus" während dieser Zeit wahrscheinlich unter Eis gewesen. Die Funkstation Tromsö sprach später noch einmal mit dem „Nautilus", mit dem auch die Funk­station Bergen und der Bordfünker der Schaluppe „Fridtjsf Nansen", die zu den letzten Vorbereitungsmaßnahmen für eine Hilfsexpedition nach Tromsö unterwegs war, Verbin­dung ausgenommen hatten.

Frauenmord. Seit dem 25. August wurde in Hint - Ringen (Oberbaden) eine alleinstehende Frau vermißt. Sie wurde nunmehr in einem Walde bei Hintschingen er­schlagen aufgefunden. Als der Tat verdächtig wurde ein angesehener Bürgersohn aus Hintschingen verhaftet.

Brandstifter verhaftet. In Gunzenhausen wurde eine Person verhaftet, die im Verdacht steht, in der Nacht die Anwesen dreier Landwirte in Mitteleschenbach in Brand gesteckt zu haben.

SchmuMekschiff gefunden. Zwischen einem angeblichen Schmuggelschiff und Küstenwachbooten ist es auf hoher See in einem überaus erbitterten Kampf gekommen, in dessen Verlauf ein Mitglied der Besatzung des Schmuggelschiffes getötet wurde. Als das überwältigte Schiff in den Hafen Kracht werden sollte, geriet es plötzlich in Brand und versank.

hätte gießen können. Nur frisch zupauen, uno man hatte gewonnenes Spiel hier. Aber fing mans so an, kam man vor lauter Uebervorsicht und Rückendeckung erst gar nicht zum Angriff, dann ließ man ja den andern Zeit, einem vorzukommen.

In quälender Unzufriedenheit schritt Gerhard Bertsch durch die Einsamkeit der Strecke hin.^Das elende Geld! Immer hing's daran. Was nutzte es ihm nun, daß er weiter blickte als die anderen hier und die ver­borgenen Schätze in diesem Lande sah? Er würde sie ja doch nicht heben können. Da hatte man ein Paar Arme wie Stahl, einen Kampfmut, um die Welt aus den Angeln zu rücken, und stand doch mit gebun­denen Händen!

In solchen Gedanken näherte sich Gerhard Bertsch dem Grenzgebiet nach dem Erbstollen hin, wo sie das Gesenke niederbrachten, um so den neu gefundenen Erzgang von oben her aufzuschließen. Da tönten von vorn aus dem Dunkel Schritte, bald schwankte auch durch die Grubennacht ein winziger Lichtschein heran, in regelmäßigem Auf und Nieder und wuchs im Näher­kommen. Ein Mann kam ihm entgegen, in eiligem , Schritt. Jetzt waren sie beieinander.

I „Glückauf!"

Er hielt dem andern die Lampe ins Gesicht, und ; der tat bei ihm ein Gleiches. Es war der alte Mans- : köpf sein Bergverwalter, der nun auch ihn erkannte.

„Der Herr Bertsch! Gott sei Dank, daß Sie wieder da sind."

„Nun, was gtbt's denn?"

„Die drüben," — Manskopf wies nach der Richtung des Erdstollens — „sind am Werk, schon seit drei Ta­gen, sie wollen unsern Gang schnappen — von unten her, von der elften Sohle!"

„Was, denn? Doch nicht möglich!"

»Ja, ja, es ist schon so. Und sie arbeiten mit aller Gewalt, selbst die Nachtschicht durch."

„Also wollen sie uns wirklich ins Feld kommen? Haben Sie denn nicht sofort Einspruch erhoben beim Bergamt?"

„Gewiß, aber der Hannschmidt drüben bestreitet es. Wir sollten es ihm erst nachweisen, meint er."

„Hallunke!"

„Ja, sie wollen's, offenbarlich auf einen Prozeß ankommen lassen."

Ah — da sollte es hinaus! Sie hatten drüben wohl schon etwas läuten hören und trafen richtig — gerade an der wunden Stelle. Aber Bertsch wollte es noch nicht glauben.

„Nee, nee, Manskopf! Sie denken sich das eben nur so!"

„Ganz gewiß, Herr Bertsch, es ist, wie ich sage. Und uns lassen sie nicht voran mit der Arbeit. Sie haben auch ein Aushauen gemacht, grad' unter unserer Grundstrecke,' und ziehen uns so die Berge ab. Die laufen uns nun alle au». Alles gebt schon zu Bruch

Großfeuer in einer türkischen Teppichfabrik. Am Golf von Jsmed ist in der altberühmten Teppichfabrik Hereke ein großes Feuer ausgebrochen, das die Maschinenabtel- lung vernichtete. Durch die Feuerwehr von Stambul ist eine Katastrophe größten Umfanges verhindert worden.

Wolkenbrüche in England, Wolkenbruchartige Regen­fälle führten in verschiedenen Gegenden Englands zu Ueber- ichwemmungen, die zum Teil erheblichen Schaden annch- teten. In Leeds und Sheffield mußten mehrere Familien ihre Häuser aufgeben, da deren Einsturz zu befürchten war. Der Eisenbahnverkehr stockt teilweise, und eine Fabrik müßte geschlossen werden. In vielen Gegenden haben die Ueberschwemmungen erhebliche Ernteschäden hervorgerufen.

Englischer Dampfer gesunken. Der englische 573 Ton- nen große Dampfer „Opal" aus Glasgow ist drei Meilen vom Kap Landsend entfernt in schwerster See gekentert und gesunken. Während es zehn Mann der Besatzung und dem einen Passagier gelungen ist, sich in den Booten zu retten, sind der Kapitän und der erste Ingenieur mit dem Schiff untergegangen. Verschiedene Dampfer, darunter auch ein deutscher unbekannten Namens, sowie zwei Rettungs- boote der Küstenstationen hatten vergebliche Versuche unter- nommen, dem in äußerster Not befindlichen Schiff zu Hilfe zu kommen. Der Dampfer befand sich mit einer Mais-La­dung auf einer Fahrt von Antwerpen nach Cardiff.

Frankfurt a. M. und Kassel (Südwestfunk), -

Jeden Werktag wiederkehrende Programmnummern: 5.55 Wettermeldung, anschließend Morgengymnastik I: 6.30 Mor­gengymnastik II; 6.55 Wetterbericht; 7 Frühkonzert; 7.55 Wasserstandsmeldungen; 12 Zeitangabe, Wirtschaftsmeldun­gen; 12.05 Schallplatte»; 12.40 Nachrichten; 12.55 Nauener Zeitzeichen; 13 Schallplatte», Fortsetzung; 13.50 Nachrichten; 14 Werbekonzert; 14.40 Gießener Wetterbericht; 15 Zeitan­gabe, Wirtschaftsmeldungen; 17 Nachmittagskonzert; 18.30 und 19.30 Wirtschaftsmeldungen.

Dienstag, 8. September: 15.15 Hausfrauen-Nachmittag; 15.45 Ein rheinischer Weberjunge erzählt; 18.40 „Ausländs­deutsche im Reiche der Musik", Vortrag; 19.05 „Arbeitsdienst­pflicht", Vortrag; 19.45 Johann-Strauß-Konzert; 20.45 Erin­nerungen an Wilhelm Raabe; 21.30 Klaviermusik; 22.15 Nach­richten; 22.35 Unterhaltungskonzert.

Mittwoch, 9. September: 10.20 Schulfunk; 15.15 Stunde der Jugend; 18.40 „Die Erforschung der Sahara", Vor­trag; 19.05 „Schutzzollpolitik und Weltwirtschaft", Vortrag; 19.45 „Der Ackermann und der Tod", Vorlesung; 20 „Das möcht ich nicht wieder hören", bunter Abend; 21 Konzert; 22.15 Nachrichten.

Donnerstag, 10. September: 15.30 Stunde der Jugend; 18.40 Zeitfragen; 19.05 „Der pluralistische Parteienstaat", Vortrag; 19.45 Wiener Volksmusik; 20.30 Die Geschichte von Aucassin und Nicolette; 21.30 Kammermusik; 22.35 „Internationale Olympiavorbereitungen", Gespräch; 22.40 Nachrichten; 23 Unterhaltungskonzert.

Freitag, 11. September: „Das Schlichtungswesen", Vor­trag; 19.05 Aerzteoortrag; 19.45 Unterhaltungskonzert; 20.30 Von den Dynamiden bis zu J. S. Bach, musikalische Plau­derei; 21 Segen der Erde, literarisch-musikalische Hörfolge; 22.15 Nachrichten; 0.30 Nachtkonzert.

Samstag, 12. September: 10.20 Schulfunk; 15.15 Stunde der Jugend; 18.40 „Berufsaussichten der Jung- akadcmiker", Vortrag; 19.05 Spanischer Sprachunterricht; 19.45 Im Schloß und Münster Salem in Oberbaden, Vor­trag; 20.30 „Was ist Kitsch? Was uns gefällt", bunter Abend; 22.15 Nachrichten; 22.35 Tanzmusik, als Einlage von 23 bis 23.30: Bericht vom Tanzturnier in Baden-Baden.

brüllen im alten Mann, und wenn wrr'S nachher dem Revierbeamten nachweisen sollen, was sie uns angerichtet haben, ist's natürlich zu spät."

In Bertsch schoß es auf. Heiß und jäh, aber er wahrte äußerlich seine Ruhe.

„Kommen Sie."

Und er ging dem gefährdeten Grenzpunkt zu. Als sie zu dem neuen Gesenke kamen, fanden sie die Leute dort in großer Aufregung vor.

„Was gibt's denn nun schon wieder?" trat Bertsch dazwischen.

„Sie haben eben den Ganter-Philipp gefangen ge­nommen!"

„Gefangen! Unsinn! Wer denn?"

„Die vom Erbstollen drüben! Die Verbindung mit der ersten Sohle ist hergestellt, seit dem Schießen heut" morgen. Da ist nun der Ganter als erster durch­gekrochen. Aber da haben sie ihn drüben zu packen gekriegt, Steiger Hannschmidt vornweg, und er hat sich verschworen, so täten sie's mit jedem von uns machen, der da durchkäme.

„Die Sache wird ja immer toller! Ist der Hann­schmidt denn total verrückt? Los!" Bertsch sprang vor. „Ein paar handfeste Leute mir nach!"

Und er stieg eilends in den dunkel gähnenden Feld­spalt ein, der sich in steilem Fall nach unten senkte. Manskopf und einige andere Leute folgten ihm, ge­spannt auf den Ausgang. Aber nach wenigen Schritten schon stockte der Abstieg. Ein beißender, brandiger Qualm schlug ihnen von unten entgegen und wurde mit jedem Schritt dichter.

„Den Teufel! Was ist das?"

„Ein Strohfeuer haben sie angemacht drunten." Mühsam, unter krampfigem Husten nur, brächte der alte Manskopf die Antwort heraus.

Kein Zweifel, so war es, und der Anschlag des Geg- | ners gelang nur zu gut. All der Qualm zog in der i Kluft herauf. Wie im Rauckfang saßen sie hier drinnen. 1 Aber konnte alles nichts helfen! Man mußte diesem Mund und Augen zusammengepreßt, drängte sich Bertsch vorwärts. Aber da ächzte es hinter ihm.

„Hilfe - ich ersticke!" i

Ein trotziges Aufbäumen des Willens bei Bertsch. Weiter! Doch dann die bessere Ueberlegung: Nein! Er durfte nicht Gesundheit und Leben seiner Leute aufs , Spiel setzen.

„Umkehren!" Laut scholl sein Befehl durch den Qualm, aber sein Antlitz war noch finster, als er dann wieder als letzter bei den Seinen war. Schwer erschöpft hockten und lagen sie herum und saugten ini einziehenden Wetterstrom die Lungen voll frischer Luft. Auch Bertschs Brust ging schwer. Aber aufrecht stand er da. Alles zuckte in ihm. Sofort wollte er aufs Beraamt.