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Amtliche Bekanntmachungen.
L a n d r a t s a m t.
Jagdverordnnug.
Auf Grund des § 40 Bbs. 2 c der Iagdverordnung vom 15. Juli 1907 (G. S. S. 207) hat der Bezirksausschuß in seiner heutigen Sitzung beschlossen:
Den Beschluß vom 17. Juli 1931 L. A. 432 b/31 (A. BL S. 145) über die Busdehnung der Schouzeit für Reh- hälber dahin zu ergänzen, daß
1. an allen Stellen der Bbschnitt B. und B. hinter den Worten „des gesamten Staatswaldes", da wo dieser Zusatz nicht schon ausgenommen ist, hingesetzt wird „mit angeschlossenen Iagdenklaven"
2. dem Bbschnitt B noch angefügt wird: „Ligenjagdbe- zirk der Gberförsterei Brolsen".
Jn dem unter 2 genannten Bezirk ist also der Schuß auf weibliche Rehkälber in den Monaten Houember und Dezember ebenfalls erlaubt.
Kassel, den 21. Bugust 1931.
Der Bezirksausschuß.
Wird veröffentlicht.
Schlüchtern, den 3. September 1931.
Der Sandrat. J. D.: Vuwe.
3m Monat Bugust 1931 sind folgenden Personen Iahres- jagdscheine ausgestellt worden:
Dr. Kots], Paul, prakt. Brzt, Sterbfritz,
Seipel, Peter, Schneider, Marborn,
Müller, Heinrich, Landwirt, Heubach,
Gläser, Georg, Reichsbahnobersekretär, 3offa,
Müller, Kaspar, Maurermeister, Vollmerz, Hildebrand, Reinhard, Landwirt, Marjoß.
Schlüchtern, den 1. September I^P
Der Landrat. 3. D.: Duwe.
Naturalleistungen für Arbeitslose.
Gemeinsame Opfer der beteiligten Wirtschaftskreise.
Berlin, 6. September.
Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft und im Reichsarbeitsministerium fanden Besprechungen zwischen den beteiligten Ressorts und den kommunalen Spitzenverbänden darüber statt, in welchem Umfange im kommenden Winter Arbeitslosen und. anderen Unterstützungsempfängern Naturalleistungen an Stelle von Geldleistungen gewährt werden könnten Die in Frage kommenden Gesichtspunkte wurden eingehend erörtert. Die Ressorts werden sich nun mit den beteiligten Wirtschaftskreisen in Verbindung setzen. Dann wird die Aussprache fortgesetzt. Im Reichsernährungsministerium ist man der Auffassung, daß es angesichts der bevorstehenden weiteren Steigerung der Arbeitslosigkeit und angesichts der aufs äußerste angespannten Lage der öffentlichen Finanzen neben der allgemeinen Ernährungspolitik das besondere Ziel sein müsse,
Vorsorge für eine ausreichende und verbilligte Ernährung der Arbeitslosen zu tressen. Zu dem Zwecke müßten alle beteiligten Wirtschastskreise — die Landwirtschaft, die Lebensmittelindustrien, der Zwischen- und Einzelhandel — gemeinsame Opfer bringen.
Die Bemühungen des Reichsernährungsministeriums gingen dahin, die notwendigen Vorbereitungen für die Maßnahmen der Reichsregierung vom ernährungswirtschaft-' lichen Standpunkte aus zu leisten.
Kampf gegen die Not.
In einer kürzlich im Preußischen Wohlfahrtsministe- rium abgehaltenen Besprechung wurde allgemein das Bedürfnis betont, zur wirksamen Bekämpfung der Not des kommenden Winters in der öffentlichen Fürsorge mehr als bisher durch Naturalleistungen, insbesondere Volksspeisungen, Verabreichung von Brot, Kartoffeln, Holz und Kohle zu helfen.
In ländlichen Bezirken besteht die Möglichkeit, die erforderlichen Mengen teilweise durch Entgegennahme an Steuerstatt vom Erzeuger aufzubringen. Die Art der Durchführung der Naturalversorgung erweist sich jedoch als stark örtlich und zeitlich verschieden bedingt, so daß sich eine Regelung im Gesetzeswege nicht empfiehlt. Die Durchführung soll daher der Entschließung der örtlichen Wohlfahrts- behörde überlassen bleiben. Um diese anzuregen, wird das aus verschiedenen Landesteilen vorliegende Material bekanntgegeben werden, ohne daß eine der bereits angewandten Arten der Raturalversorgung als vorbildlich empfohlen werden soll.
Nach der letzten Meldung hat „Graf Zeppelin" das europäische Festland erreicht und um 21 Uhr MTZ Kap Finisterre über flogen. Montagmiltag dürfte die Landung in Friedrichshafen erfolgen.
Der französische Bußenminister Briand ist Sonntag 3benb in Genf eingetroffen.
Kämpfe in Chile.
Bombenflugzeuge gegen die Flotte. — Kriegsrecht verhängt.
Neuyork, 7. September.
Nach den aus der südamerikanischen Republik Chile einlaufenden Meldungen sind von verschiedenen Marinestationen Bombenflugzeuge abgeflogen, um die meuternde Flotte zu bombardieren, nachdem letztere ein Ultimatum, sich zu ergeben, ignoriert hat. Außerdem besetzten Bundestruppen die Küstenverteidigungsanlagen sowie ausländische Liegenschaften, darunter ein großes der Anaconda Copper Co. gehörendes Bunkeröldepot in Tocopilla. Ueber das ganze Land wurde für 30 Tage das Kriegsrecht verhängt.
Kurz nach der Bekanntmachung, daß Bombenflugzeuge gegen die meuternde Flotte abgeflogen seien, ließ der stellvertretende Präsident Trucco durch das Kriegsministerium bekanntgeben, daß die Luftflotte und die Armee in gemeinsamer Aktion einige meuternde Landlruppen und Abteilungen der Küstenartillerie zur Uebergabe gezwungen hätten.
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Zusammenstöße zwischen mexikanischen Arbeitern.
Veracruz, 7. September. In Rautla und in Iicaltepec haben Zusammenstöße zwischen Hafenarbeitern stattgefunden. Sieben Personen wurden getötet, zehn schwer verletzt.
General Hacquemot t.
Paris, 5. September.
Der französische General Iacquemot. der bei den Manövern in den französischen Alpen durch einen Blitzschlag verwundet wurde, ist im Krankenhause seinen Verletzungen erlegen.
Ausstoßung des General Anido aus dem Heer,
z Madrid. 7. September.
Der spanische Kriegsminister hat den General Martine; Anido, Innenminister des Diktators Primo de Rivera, aus der Lifte des Heeres bei Degradierung und Aberkennung der militärischen Ehren und Rechte gestrichen. Diese Maß-
nähme wird damit begründet, daß General Anivo, der vor drei Monaten an ihn ergangenen Aufforderung, sich den
republikanischen Untersuchungsbehörden zu stellen, nicht nachgekommen ist.
Vorschläge der Giaaispariei.
Für die Unterbringung der Arbeitslosen.
Reichstagsabgeordneter Dr. Weber, der Vorsitzende der staatsparteilichen Fraktionsgemeinschaft, hat in einem Schreiben dem Reichskanzler verschiedene Anregungen für die Unterbringung von Erwerbslosen übermittelt. Durch energische Anfassung der Rücksiedlung. so heißt es in dem Schreiben, ließe sich für eine große Zahl von Erwerbslosen Beschäftigungs- und Zukunftsmöglichkeiten erschließen. Ein erheblicher Prozentsatz der Erwerbslosen in den Städten stamme vom Lande und iei mit landwirtschaftlichen Dingen vertraut. Aus ihnen müßten in sorgfältiger Auswahl Arbeitsgemeinschaften gebildet werden, deren Aufgabe die Aufstiegssiedlung wäre. Sie mürbes damit die Basis für den Wiederaufbau ihrer Existenz erhalten, und es würde gleichzeitig die Vernichtung großer volkswirtschaftlicher Werte, die aus dem Zusammenbruch vieler großer Güter zu befürchten sei, verhindert werden.
Die preußische Landtagsfraktion der Deutschen Staatspartei hielt in Frankfurt a. M. in Anwesenheit des preußischen Handelsminister Dr. Schreiber eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung standen Reichsreform, Sparmaßnahmen, Personalpolitik und die nächstjährigen Wahlen zum Landtag.
Beiiragssenkung im Reichsstädtebund.
Berlin, 7. September.
Der Gefamtvorftand des Reichsstädtebundes hat mit Rücksicht aus die mißliche Lage der mittleren und kleinen Städte beschlossen, den Mitgliedsbeitrag, der schon bisher in engen Grenzen gehalten war, für das kommende Geschäftsjahr um 10 Prozent zu senken.
Erfolgreiche Abwehr eines tteberfatts.
Hamburg, 7. September.
Ein etwa 20jähriger Mann ließ sich m einem See- mannsausrüstungsgeschäft Bekleidungsstücke im Werte von etwa 200 Mark einpacken. Dann verlangte er noch Taschentücher. Als der Geschäftsmann sich umdrehte, versetzte der „Kunde" ihm plötzlich mit einem schweren Hammerstiel mehrere heftige Schläge über den Kopf. Der Ladeninhaber konnte ben Angreifer jedoch abwehren und so lange fest- halte», bis polizeiliche Hilfe eintraf. Der Angreifer, ein an» geblicher Malergehilfe Siegfried Ditzur, gestand, einen Raul- Überfall geplant zu haben.
Bei dem Mailänder Autorennen geriet ein Alfa Romeo-Wagen aus der Bahn und fuhr in die Zuschauermenge. Don den Zuschauern wurden zwei getötet und 14 verletzt, während der Wagenführer unverletzt blieb.
Was wird im Völkerbundsrat?
Unbefriedigender Bericht des Grafen Gravina über die Lage in Danzig.
Genf, 7. September.
Das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes über die Rechtsgrundlagen einer österreichisch-deutschen Zollunion wird nunmehr den Völkerbundsrat beschäftigen. An den Sitzungen wird jetzt auch der französische Außenminister Briand teilnehmen, der am Sonnabend von seinem Landgut Locherel nach Paris zurückgekehrt ist und sich dann am Sonntag nach Genf begeben hat. In Vorbereitung der heutigen Sitzung des Rates hatte Reichsaußenminister Dr. Eurtius stundenlange Besprechungen mit verschiedenen Delegations- führern.
Auf eine große politische Debatte im Rat ist man nicht gefaßt, gibt doch selbst der in Paris erscheinende „Matin" der französischen Delegation den Rat, sich klugerweise mit den erzielten Verzichterklärungen zu begnügen. Ebenso meint auch der „Temps", Frankreich habe jetzt Grund, zufrieden zu sein. Das hindert jedoch Blätter wie das Pariser „Journal" nicht, auch noch eine politische Debatte über das Haager Gutachten zu fordern, um so Frankreich eine neue Gelegenheit für die Anmeldung politischer Forderungen zu verschaffen.
Der in Genf weilende Außenpolitiker des „Petit Pa- rifien" geht sogar so weit, seinem Blatte zu melden, dadurch, daß Präsident Adatschi-Japan und der angesehene belgische Jurist Rolin-Jacguement sich der deutschen "These angeschlossen haben, „bestehe die Gefahr, daß die Entspannung der Atmosphäre wieder aufgehalten roerbi "
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Abgesehen von dem Haager Gutachten wird sich Völkerbundsrat in Fortsetzung seiner Arbeiten auch mit Bericht des Danziger Völkerbundskommissars Graf G
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v i n a beschäftigen müssen. Zur Erstattung des Berichts ist Graf Gravina in Genf bereits eingetroffen. Ueber den Inhalt des Berichts verlautet, daß in diesem Bericht einerseits zwar anerkannt wird, daß von Danziger Seite wirksam« Maßnahmen zur Wiederherstellung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit getroffen worden sind: andererseits herrscht
gewartet werden muß —, daß der Völkerbundskommissai diesmal von der bisherigen streng objektiven Linie, und zwar zuungunsten Danzigs, abgewichen ist.
Bei der Schilderung der in Danzig immer noch herrschenden Schwierigkeiten unterläßt es ;. B. Gravina, namenl, lich darauf hinzuweisen, daß diese unbefriedigenden Zustände auf die mangelnde Auswirkung der wirtschaftspoliti- schen Verpflichtungen Polens in erster Linie zurückzuführen sind, ein Zusammenhang, der in seinem Mai-Bericht mit be- merkenswerter Deutlichkeit aufgezeigk worden war. Auch hat es den Anschein, als ob Gravina das naturgegebene $o- lidaritätsgefühl der Danziger Bevölkerung mit Deutschland als eine Unkorrektheit gegenüber Polen auffassen möchte.
Das Echo in Holland.
Schärfste Ablehnung des Gutachtens dgrch eine führende Zeitung.
Während die großen Zeitungen Hollands sich zunächst auf die textliche Wiedergabe des Haager Gutachtens beschränkt haben, übt „Algemeen Handelsblad 'bereits eine scharfe Kritik an dem Gutachten. Das Blatt schreibt, man müsse sich wirklich über die Weise wundern, in der die Mehrheit, die an sich schon in ihrer Zusammensetzung eine starke politische Färbung aufweise, das Wagnis unternommen habe, tatsächlich ohne jede nennenswerte Begründung die Erklärung auszusprechen, daß die deutsch-österreichische Zollunion gegen das Genfer Protokoll verstoße.
Die Minderheit des Richterkollegiums habe den Nagel auf den Kopf getroffen, daß während des ganzen Prozesses kein Beweis für die These, daß Zollunionen die staatliche Existenz der bei ihnen betroffenen Länder in Gefahr brächten, geliefert worden sei. Außerdem habe die Minderheit deutlich gezeigt, daß keine einzige Bestimmung des Wiener Protokolls zum Genfer Protokoll in Widerspruch stehe. Aus biefem ganzen Vorgänge ergebe sich somit nur zu deutlich, daß bei der Zusammenstellung des jetzigen Richterkollegiums die Politik eine zu große Rolle gespielt habe.
Gegen Frankreichs Hegemonie.
„Dafür haben wir nicht gefochten!"
London, 7. September.
Der frühere Erste Lord der britischen Admiralität! Alexander, fordert in einem Artikel zur Bekämpfung der neuen Regierung Macdonald auf und bemerkt dabei: „Die konservativen Regierungen haben durch Baldwin und Churchill Kontrakte abgeschlossen, die sie sich unseren.Kriegsgläubigern gegenüber verpflichteten, zu zahlen,^nährend sie unseren Kriegsschuldnern den Hauptteil ihrer Schulden erließen.
heule sehen wir Frankreich mit einer Goldreserve, die wir ihm erlassen haben. Es Ist daher in der Lage, den Londoner Banken Bedingungen zu diktieren. Nicht dafür haben wir im Weltkrieg gefochten!"
- Nach einer Schätzung der Kuomm-Rachrichtcnagen- tur sind infolge der Reberschwemmungen des Gelben Flusses in Nord-Honan eine Million Menschen ums Leben gekommen.