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Krets-Kmtsbtatt * MyAneiner SMtlLcherKuMyW für 8m Kreis Ochtüchtan
Nr. JOT
(L Blatt)
GamStag. den 5. September 1931
83. Iahra.
> Amtliche Bekanntmachungen.
21 Kreisausschutz.
8H Bürgermeister Versammlung
2 ■ 3.=Rr. 4322 K. A. Die Herren Bürgermeister der Stabt«
S und Landgemeinden des Kreises werden zu. einer Lespre- 5 chung dienstlicher Angelegenheiten auf Montag, den 1 4. September d. 3 s. vormittags 9 Uhr in den e Zitzungssaal des hiesigen Kreislaufes eingeladen. 3m Bor« 0 dergrund dieser Versammlung steht eine Besprechung über 5 die gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftsfragen. 3m hin- 3 blick auf die Wichtigkeit dieser Fragen ist es unbedingt erforderlich, daß sämtliche Herren Bürgermeister, auch die- 2 jenigen der Städte, erscheinen oder einen Vertreter ent- 5 senden.
„ Schlächtern, den 3. September 1931.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller. 'VI i __
■ । 3.=Rr. 4316 K. A. Um Sonnabend, den 1 9. Se p = ’ tember d. 3 s. vormittags von 1 0 Uhr a b findet in S ch l ü ch t e r n an der Drefchhalle eine
3 Körung für Jungrlegeuböcke
z statt. Zu dieser sind sämtliche junge Ziegenböcke, deren An«
8 ■ Körung gewünscht wird, vorzuführen.
f Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich, dafür 2 zu sorgen, daß das gesamte körfähige Material an Iung- böcken zur Vorführung gelangt. Ts ist erforderlich, daß jede ? Gemeinde durch den Bürgermeister oder eine andere per- ’ sönlichkeit bei der Körung vertreten ist, damit der ersor- 3 derliche Bedarf an Iungböcken gleich gedeckt werden kann.
3 Uach § 1 Abf. 2 des Gesetzes vom 14. Dezember 1920 — Gesetzsammlung von 1921 Seite 263 — muß für je 3 80 deckfähige Siegen ein Bock und. sobald diese Zahl über- '' schritten ist, ein zweiter Bock gehalten werden. Da die t Zählung der Siegen kürzlich stattgefunden hat, sind die I Herren Bürgermeister selbst in. der Lage, zu, prüfen,^Ws- ! viel gekörte Ziegenböcke sie für ihre Gemeinde benötigen,. ' Die Herren Bürgermeister ersuche ich, wiederholt auf die Ziegenbockkörung in ortsüblicher Weise in ihren Gemeinden aufmerksam zu machen.
Schlächtern, den 1. September 1931.
Der Landrat: Dr. Müller.
Bullen sammelkörung betreffend.
I.-Nr. 4244 K. A. Auf Grund der Regierungspolizeiver- ordnung vom 28. August 1930, veröffentlicht im Kreisblatt M. 107 von 1930, über die Körung der Zuchtbullen werden hiermit die Termine für die diesjährige Nach Körung der Gemeindebullen wie folgt festgesetzt:
Donnerstag, den 1 7. September 1931: in Breitenbach norm 8 Uhr (vor dem Bullenstall), in Wallroth vorm. 8V2 Uhr (vor dem Bürgermeister« amt),
in hinter st einau vor. 9 Uhr (vor dem Kriegerdenkmal) für Hintersteinau und Reinhards,
in Uerzell vorm. 9'V2 Uhr (vor der Gastwirtschaft ^ahn) für Uerzell, Uressenbach und Neustall,
in U l in b a ch vorm. 10 Uhr (vor dem Bullenstall) für Ulmbach, Rebsdors-Rabenstein,
in Sarrob norm. IOV2 Uhr (vor dem Lullenstall),
in Marb 0 rn vorm. 11 Uhr (vor dem Bürgermeister« amt),
in Romsthal vorm. 1IV2 Uhr (vor dem Bullenstall) für Uomsthal, Wahlert und Uerbersdorf,
in Bad Soden vorm. 12 Uhr (vor dem Lullenstall), in S a l m ü n st e r nachm. 18/, Uhr (vor dem Lullenstall), in Ahl nachm. 2*/4 Uhr (vor dem Lullenstall), in Steinau nachm.2'/zUhr (vor dem Lullenstall) für Stein au und Seidenroth,
in Riebe r3e 11 nachm. 3 Uhr (vor dem Lullenstall). in Vreunings nachm. 3V2 Uhr (vor dem Lullenstall), in Neuengr 0 n a u nachm. 4 Uhr (an der Brücke), in A11 e n g r 0 n a u nachm. 4i//Uhr (vor b. Bullenstall), in I 0 ssa nachm. 5 Uhr (vor dem Bullenstall), in Marj 0 ß nachm. 5V2 Uhr (vor dem Bullenstgil), in B e 11 i n g s nachm. 6 Uhr (vor dem Bullenstall), in H 0 henzeIl nachm. 6V2 Uhr (vor dem Bullenstall).
Freitag, den 1 8. September 1931: in Schlächtern vorm. 8 Uhr (vor dem Bullenstall), in Her 0 lz vorm. 8 ^ Uhr (vor dem Backhaus), in A I) I c r s b a ch vorm. 9 Uhr (im Gutshof), in voll merz vorm. 9 V2 Uhr (im Gutshof) für voll- ^«3 und Ramholz,
in S a n n e r 3 norm. 10 Uhr (a. b. Straße n. Weiperz), in Weiperz vorm. 101 । Uhr (vor dem Bullenstall), in Stcrbfritz vorm. IOV2 Uhr (vor d. Bullenstall), in Mottgers vorm. 11 Uhr (vor der Gastwirtschaft Günther),
in Weichersbach vorm. 11V2 Uhr (vor der Gastwirtschaft Schlott),
in Schwarzen fels vorm. 12 Uhr (a. d. Hauptstraße), in Züntersbach nachm. %! Uhr (an d. Hauptstraße), in Gberzell nachm. 3 Uhr (vor dem Lullenstall), in heubach nachm. 3^2 Uhr (vor der Gastwirtschaft Schröder),
in U t t r i ch s h a u s e n nachm. 4 Uhr (vor dem Bullenst.) in Gberkalbach nachm. 4l/2 Uhr (vor d. Bullenstall), in Gundhelm nachm. 5 Uhr (vor dem Lullenstall), in Hütten nachm. 5^2 Uhr (vor dem Lullenstall), in L l m nachm. 6 Uhr (vor dem Lullenstall).
vorzuführen sind sämtliche Gemeindebullen, die zum Decken fremder Tiere, sei es unentgeltlich oder gegen Be= Zahlung verwandt werden sollen. Die Lullen müssen mit einem Uasenring versehen sein und mit einer Vorführungs- stange mit kurzer Kette vorgeführt werden. Lösartige Tiere sind außerdem mit einer Blende zu versehen. Ich mache die Herren Bürgermeister dafür verantwortlich, daß diese Anorbnungen strengstens befolgt werden und daß die Bullen pünktlich zur Stelle sind. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß Zuwiderhandlungen bestraft werden und daß die nicht vorgeführten Tiere später auf Kosten der betreffenden Gemeinden in einem besonders festzusetzenden Rachkörungstermin von der Kommission begutachtet werden. Den Gemeinden bleibt es dann überlassen, die hierdurch entstehenden Kosten auf diejenigen Personen abzu- wälzen, die die Schuld für das Richtoorführen der Tiere trifft.
Die Herren Bürgermeister ober deren Stellvertreter wollen bei der Vorführung der Gemeindebullen anwesend sein und das Deck- (Sprung«) Register mitbringen
Für alle nach der vorjährigen Lullensammelkörung (am 18. und 19. September 1930) erworbenen Bullen ist der Abstammungsnachweis mit Körbescheinigung des Fleckvieh- .PQban&S Ueijefje^ ^
Schlüchtern, den 1. September 1931.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.
Santtutskolonnr Schlüchtern
3.=Rr. 532 R. K. Die hiesige freiwillige Sanitätskolonne beabsichtigt, in der nächsten Seit mit einem neuen Kursus zur Ausbildung in der Krankenpflege zu beginnen. Ich bringe dieses Vorhaben hiermit zur öffentlichen Kenntnis mit der Bitte, sich recht zahlreich an der Ausbildung zu be= teiligen. Anmeldungen nehmen jederzeit entgegen:
Kolonnenführer Andreas Möller-Llm, Vorsitzender Moritz Wolf-Schlüchtern.
Schlüchtern, den 3. September 1931.
Vorsitzender des Männervereins vom Roten Kreuz Schlüchtern. Dr. Müller.
Preußische Notverordnung nächste Woche.
Die Kabinettsberntungen in Preußen über die Sparmaßnahmen sind nach zweitägiger Dauer abgeschlossen worden. Es sind Hunderte von einzelnen Punkten beraten worden, so daß die verschiedenen Referenten mehrere Tage gebrauchen werden, den zahlreichen Bestimmungen die erforderliche genaue Fassung zu geben, um sie alsdann in die zu erlassende Notverordnung zu bringen. Einzelheiten, insbesondere über die künftige Besoldung der leitenden Gemeindebeamten, sind noch nicht zu erfahren. Tatfache ist jedoch, daß verschiedene Abstufungen in der Bemessung der Gehälter je nach Größe der Städte vorgesehen sind. Mit der Veröffentlichung der neuen Notverordnung ist erst in der kommenden Woche zu rechnen.
Inzwischen sind Zahlen über die zukünftigen Bürger« meistergehüller durchgesickert, die im Höchstfälle betragen sollen: In Städten bis 2500 Linw. 5 000 MK., bis zu 10 000 Linw. 3 800-5 000 MK., bis zu 50 000 Linw. 4 400—4 800 MK., bis zu 50 000 Linw. 6 200—10 000 MK., bis zu 100 000 Linw. 8 400 12 600 MK., bis zu 400 000 Linw. 15 000—18 000 MK., über 400 000 Linw. 18 000—24 000 MK. Aufwandsentschädigungen sollen nur an höhere städtische Beamte gezahlt werden, die Höhe der .Tantiemen soll beschränkt werden, auch in die privatdienst- verträge soll zwecks allgemeiner Ausgabeneinschränkung eingegriffen werden.
Der Deutsche Beamleubund zur Lage.
Berlin, 4. September. Der Geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamtenbundes beschäftigte sich mit der beamtenpolitischen Lage und den neuen Maßnahmen. Einstimmig nahm der Vorstand eine Entschließung an, in der u. a. Sie bürokratische und fiskalische Art vermeintlicher Sparmaßnahmen verurteilt werden. Die Beamten verlangen, daß weitere wirtschaftliche und rechtliche «chädigungsn unterbleiben.
— In Berlin sind vom 1, Oktober ab alle Wohnungen, deren Friedensmiete mehr als 600 Mark beträgt, von der Zwangsbewirtschaftung befreit.
Daö Ende des Wiener Protokolls.
Meine oder große Zollunion? — Die neuen Aufgaben.
Eine große Aktion der deutschen Außenpolitik ist beendet — eine Aktion, die in einem anderen Zeitpunkt und unter anderen Voraussetzungen zum Wegweiser für eine weitreichende politische Entwicklung hätte werden können. Das Wiener Protokoll vom Februar dieses Jahres wird nicht weiterverfolgt werden. Die Außenminister Deutschlands und Oesterreichs haben in Gens darauf verzichten müssen, aus den Richtlinien, die das Protokoll enthielt, den Vertrag einer Zollunion zu gestalten. Es kann kein Zweifel bestehen, daß unter allen Umständen ein Versuch, die Wirtschaftsgebiete Deutschlands und Oesterreichs mit dem Ziel der Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu- sammenzufassen, auf Widerstände gestoßen war, aber es ist doch auch nicht zu verkennen — und jetzt nach dem Abschluß der Aktion kann man das aussprechen —, daß die Begleitumstände diese Widerstände zur vollen Auswirkung brachten. Deutschland und Oesterreich haben, als sie an das Projekt der Zollunion herangingen, einen ersten praktischen Schritt tun wollen, um aus dem theoretischen Gerede der Genfer Völkerbundsatmosphäre herauszukommen und durch Verhandlungen den Weg zur Ueberwindung der Krise, den Weg zu einer solidarischen Arbeit zu zeigen.
Die französischen Delegierten haben auf der Mailagung des Völkerbundsrales selbst zugegeben, daß ihre 3natfiaifät, daß die Abneigung der französischen Wirlschastskreise gegen jede solidarische Aktion, den Versuch eines selbständigen Vorgehens der deutschen und der österreichischen Regierung erklärte.
Sie haben im Mai angekündigt, daß diese Inaktivität beendet sein werde, und daß sie bereit seien zum aktiven Mitarbeiten an der großen gemeinsamen Aktion. Aber damals hatte man sich durch gegenseitiges Mißtrauen, durch die peinlichen Erfahrungen der vergangenen Wirtschaftstagungen schon so weit auseinandergeredet, daß eine Verständigung kaum noch zu erzielen war.
Der Sinn der deutsch-österreichischen Zollunion war die Zusammenfassung großer Wirtschaftsgebiete, die Erleichte- ^unn-beg ^renauswnichs ^ Verhinderung oer^durch die Verträge von Versailles und St. Germain gezogenen Zollgrenzen, die Beseitigung des unnatürlichen Zustandes, daß jedes der zahlreichen Staatsgebilde der Nachkriegszeit eigene konkurrierende Industrie- und Wirtschaftszweige begründete, die Abschwächung des innereuropäischen Konkurrenzkampfes, der unnatürliche Formen angenommen hatte. Die deutschösterreichische Zollunion sollte ein Beispiel für die Bekämpfung dieses unnatürlichen Zustandes sein, sie sollte im Kleinen durchführen, was im Großen die Gesamtheit der europäischen Staaten tun muß, wenn der innereuropäische Wirtschaftskampf nicht die Gefahren der Weltwirtschaftskrise noch steigern soll. Will man also zu einer wirtschaftlichen Gesundung Europas kommen, so darf der Verzicht auf die deutsch-österreichische Zollunion nur bedeuten, daß man auf ein Beispiel verzichtet hat, nicht auf den Plan selbst. Man hat auf die kleine Zollunion verzichtet, aber man muß versuchen, nunmehr die große Zollunion sofort zu schaffen.
Gerade weil der direkte Weg zu einer großen allgemeinen Zollunion aber schwer zu beschreiten ist, hatten sich Deutschland und Oesterreich seinerzeit zum selbständigen Vorgehen entschlossen.
In den Reden zur Verteidigung des Wiener Protokolls war immer wieder darauf hingewiesen worden, daß die Schwierigkeiten von Wirtschaftsverträgen um so größer sind, je mehr Partner an diesen Verhandlungen sich beteiligen. Die Vielheit der Partner bei dem Projekt einer Zollunion in größerem Rahmen wird die kommenden Verhandlungen zweifellos wesentlich schwieriger gestalten, als es der Fall gewesen wäre, wenn man versucht hätte, mit einzelnen regionalen Zollunionen vorzugehen. Trotz dieser Schwierigkeiten, die niemand verkennt, wird aber nichts übrig bleiben, als den Weg solcher Verhandlungen zu beschreiten, denn andere wirklich brauchbare Projekte zur Behebung der Wirtschaftskrise bestehen bis jetzt nicht. Es wäre eine schlechte Ausrede, wenn etwa die anderen an dem Genfer Europakomitee beteiligten Staaten sich von dem Gedanken der europäischen Zollunion abwenden wollten, weil sie durch die Konflikte mißtrauisch geworden sind, die das deutsch-österreichische Protokoll hervorgerufen hat.
Die größere WIrlschasls-rafl Frankreichs und der ihm nahestehenden Staaten hat das Iollunionsprojekt zu Fall gebracht, das der Anfang einer europäischen Umstellung werden sollte; aber wenn die Zollunionspläne jetzt in größerem Umfange wiederaufgenommen werden, so entsprechen sie ja den französischen Panenropa-Vorschlägen — wenn eben diese Vorschläge nicht nur graue Theorie waren.
Die Regierung in Braunschweig. Nur ein M i n i st e r.
Braunschweig, 4. September.
Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der Haushalte der Länder und Gemeinden erläßt die braunschweigische Regierung eine Verordnung über die Führung der Geschäfte des Staatsministeriums durch einen Minister. Danach besteht das Staatsministerium aus nur einem Minister. Der Landtag ist berechtigt, zwei Minister zu wählen.