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Herabsetzung der Gebühr für Zahnbehandlung bei

den Krankenkassen. i

_ MTV. Berlin, 12. 8. Am 10. August verhandelten die Ppitzenverbände der Zahnärzte und der Krankenkassen im 1 Reichsarbeitsministerium über die Herabsetzung der Der- ' Lütungen für die zahnärztliche Tätigkeit. Die Derhand- ; langen führten zu einer Dereinbarung, aufgrund deren , die Zahnärzte den Krankenkassen Abschläge gewähren, die je nach der Höhe der bisherigen Kosten iO15%' betragen. Soweit schon bisher weitergehende Trinätzigungen verein­bart worden sind, verbleibt es bei diesen. Es wurde i weiter festgelegt, daß während der Dauer des Abkom- - mens Zahnärzte, die im Vertragsverhältnis zu den Kassen ; stehen, nur aus einem wichtigen Grunde (§ 626 LGL) von der Kassentätigkeit ausgeschlossen werden können. Ferner werden die Kassenverbände sich bei ihren lKitgliedern dafür einsetzen, daß dort, wo Kassenkliniken bestehen, die Ver­sicherten nicht zur ausschließlichen Benutzung dieser Kliniken gezwungen werden.

Am 12- August führten Verhandlungen zu einer entspre- chenden Senkung der Gebühren der Zahntechniker.

Hanau. (politische Schlägerei.) Dienstagabend nach 21 Uhr kam es hier zwischen Nationalsozialisten und Beichs- Lannerleuten zu einer schweren Schlägerei. 3m Verlauf der handgreiflichen Auseinandersetzungen erlitten ein Reichs­bannermann sowie ein Nationalsozialist Verletzungen. Der Polizei gelang es erst nach Anwendung des Gummiknüppels die feindlichen Brüder zu trennen.

Frankfurt a. M. (Für 9000 Mark Schmuck suchen gestohlen.) AIs ein Kaufmann aus der,Feuerbachstraße am Dienstag von seinem Urlaub zurückkehrte, mußte er feststellen, daß (Einbrecher während seiner Abwesenheit sei­ner Wohnung einen Besuch abgestattet hatten. Die Tür war mittels eines Nachschlüssels geöffnet worden. Die Diebe hatten eine fachmännische Auswahl unter dem Schmuck getroffen und unter Beiseitelassung aller anderen Dinge für 9000 RITT. Schmucksachen mitgenommen. Unter dem gestohlenen Schmuck befindet sich auch ein Kollier im Werte von 6 000 RBt.

Grünberg- (Beim Laden ertrunken.) Der 16 Jahre alte Heinrich Gohringer von hier ertrank beim Laden im Merlauer reiche, da ihn beim Schwimmen die Kräfte ver­ließen. Rettungsversuche eines gleichaltrigen Kameraden mißlangen, da der verunglückte junge Mensch- in seiner Todesangst sich an den Retter so fest anktammerte, daß dieser wiederholt unter Wasser gezogen wurde und infolge­dessen auf seine eigene Rettung bedacht sein mußte. Einige Stunden später konnte man die Leiche auffinden und an Land bringen-

Sich. (Tödlicher Autounfall.) Dienstagabend geriet das Auto des Kaufmanns Stiefel aus Lich auf der Heimfahrt in der Nähe von Hof-Güll ins Schleudern, wobei es gegen einen Dbstbaum anprallte. Der mitfahrende pferdehänd- Ter Mager Bing aus Sich erlitt dabei einen dovvelten Schädelbruch, an deren Folgen er noch am Abend in der Gießener Klinik, wohin man ihn verbracht hatte, verstarb. Stiefel und fein mitfahrender Sohn kamen mit leichteren Verletzungen davon. Das Auto wurde stark beschädigt)

Wetzlar. (Politischer Zusammenstoß.) Leim Abmarsch des Reichsbanners von der Verfassungsfeier wurde der Reichsbannerzug durch beleidigende Zwischenrufe von po- litischen Gegnern provoziert. Es entwickelte sich, ehe die den Zug begleitenden Polizeibeamten eingreifen konnten, eine schwere Schlägerei- Ein einer Rechtspartei angehören- der junger Mann erhielt einen tiefen Messerstich und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der verletzte wurde, als er zusammenbrach, von einem Polizeibeamten in einen Hausflur geschafft- Die erregte Masse drängte nach und riß von dem Treppengeländer Stangen heraus, die als Waffen benutzt wurden. Dabei gab es noch mehrere ver­letzte- Das Ueberfallkommando sperrte die angrenzenden Straßenzüge ab und sicherte den Weitermarsch des Zuges. Gegen 21 Uhr war die Ruhe in der Stadt wieder hergestellt.

Sobernheim (Rahe). (Familientragödie.) Der Pol­sterer Loch, seit einiger Zeit in Saarbrücken wohnhaft, erschoß am Dienstag in Sobernheim seine Frau, die sich von ihm getrennt hatte und" zu den Eltern nach Hause ge­fahren war- Loch fand die Frau mit Mutter und Kind im Garten des elterlichen Hauses, wo er sie mit einem Re­volver niederstreckte- Der Täter brächte sich darauf eine schwere Kopfverletzung bei und wurde lebensgefährlich ver- . letzt ins Krankenhaus gebracht- Loch war arbeitslos und hatte sich dem Prunke ergeben. Er war erst am Diens­tag in Saarbrücken aus der Haft entlassen worden, nachdem er vor einiger Zeit versucht hatte, sich und seine Frau mit Gas zu vergiften.

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Für Deutschlands Leichtathletik-Länderkämpse in den nächsten Wochen sind jetzt die Mannschaften aufgestellt. Sportler und Turner treten gemeinsam unseren Gegnern gegenüber. Den Anfang macht der Frauen-Leichtathletik- kampf gegen England am 23. August in Hannover, es folgt am 29. August der Kampf (der Männer) gegen die Schweiz in Bern, am 30. August gegen England in Köln und am 6 September gegen Frankreich in Paris. Bon bekannten Athleten fehlen infolge Verletzung nur der Stabhochspringer Wegener und die Turnerin Rotte, ferner der Turnermei­ster Lammers, der außer Form ist, und der Hürdenläufer Troßbach.

Neun Meisterschaftsbewerber treten am Sonntag in Braunschweig in der 4 mal 1500 Meter-Staffel an, darun­ter auch der Titelverteidiger Hannover 78.

Für die Meisterschaft der deutschen Ströme, die am 23. August auf der Oder bei Küstrin ausgetragen wird, ist eine befriedigende Zahl von Meldungen eingegangen. Bei den Herren verteidigt Steinhauff-Berlin seinen Titel nicht,da- aeaen meldete die vorjährige StrommeisterlN Runzler-B.r- Kn wieder. Von der Reichswehr meldeten )ur den son» derwettbewerb 117 Schwimmer. Die Meisterstrecke geht über LM Meter.

Börse und Handel.

Berlin, den 13. August 1931.

Devisenmarkt.

Dollar: 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund: 20,445 20,485, holl. Gulden: 169,73 170,07, Belga (Bel­gien): 58,61 58,73, ital. Lira: 22,05 22,09, dän. Krone: 112,49 112,71, norw. Krone: 112,49 112,71, franz. Fran­ken: 16,49 16,53, tschech. Krone: 12,467 12,487, schweiz. Franken: 82,04 82,20, span. Peseta: 36,06 36,14, schwed. Krone: 112,54 112,76, österr. Schilling: 59,15 59,27.

Produktenmarkt. Die Unsicherheit bezüglich der geplan­ten Regierungsmaßnahmen in der Agrarwirtschaft kommt in den sprunghaften Preis Veränderungen der letzten Tage deutlich zum Ausdruck. Bereits gestern Nachmittag hatte sich nach dem Rückschlag an der Börse eine Erholung geltend gemacht. Auf dem ermäßigten Preis­niveau bekundeten die Mühlen für Brotgetreide regere Kauf­lust, so daß die Preise für Weizen um 34 Mark, für Rog- ge um etwa 2 Mark anziehen konnten, heuu.- 't-.fen sich die Preissteigerungen Weizen 7, Roggen 6 Mark kräf­tig fort, da auch der Handel in Erwartung d"r Ausfüh- rungsbestimmungen für die Erntebewegung als Käufer im Markt war und sich das Inlandsangebot teilweise im Zusammenhang mit den Witterungsverhältnissen m-eder fast völlig zurückgezogen hat. Hafer sehr fest, Gerste zu erhöh­ten Preisen angeboten.

Warenmarkt. '

Mittagsbörse. (Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Mark. 210-212 (am 12. 8.: 203205). Roggen Mark. 167-169 (161-163). Futter- und Industrie- gerste 148-159 (148-159). Hafer Märk. 151-156 (148 bis 153), neuer 139147 (136-144). Weizenmehl 26,50 bis 35 (26,2534,75). Roggenmehl 24-26,25 (24 bis 25,75). Weizenkleie 1111,50 (10,25-10,75). Rog­genkleie 9,75-10,25 (9,75-10,25). Raps 140-150 (140 bis 150). Viktoriaerbsen 2631 (2631). Futtererbsen 1820 (18-20). Leinkuchen 13,20-13,30 (13,20-13,30). Trockenschnitzel 77,10 (7-7,10). Sojaschrot 11,90-12,60 (11,90-12,60). -

Kartoffelpreise.

Amtliche Kartoffelerzeugerpreise je Zentner Waggon- frei ab märkischen Stationen (amtlich ermittelt durch die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg und Berlin): Weiße Speisekartoffel 1,501,70, Odenwälder Blaue 1,601,80, andere gelbfleischige 1,80-2,00 Mark.

Magerviehhof Berlin-Friedrichsselve.

(Amtlicher Bericht vom 1 3. Augu st.)

Auftrieb: 380 Rinder (darunter 362 Milchkühe, 18 Stück Jungvieh) und 156 Kälber.

Es wurden je nach Qualität gezahlt für das Stück: Milchkühe und hochtragende Kühe: 280-430 Mark. Tragende Färsen: 260375 Mark.

Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere und Färsen 30 bis 34 Mark für einen Zentner Lebendgewicht.

Marktverlauf: Sehr langsam, Preise gedrückt.

Pferdemarkt.

Auftrieb: 285 Stück. Preise je nach Qualität 200 bis 1100 Mark. Schlachtpferde 30180 Mark.

Marktverlauf: Ruhig.

Frankfurter Schlacht^ichmarkt vom 13. August: Auf­trieb: 74 Rinder, 134 Schafe, 785 Schweine. Bezahlt wurden pr? 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber 54 bis 59. 49 bis 53, 44 bis 48: Schafe 40 bis 43,, 36 bis 39: Schweine -, 57 bis 61, 56 bis 60, 55 bis 60, 52 bis 56 Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, ausverkauft: Schweine ruhig, geräumt, ge­ringere leichte Schweine vernachlässigt.

RMdsunk-Programme.

Frankfurt a. M. und Kassel (Südwestjunk).

Jeden Werktag wiederkehrende Programmnummern: 5.55 Wettermeldung, anschließend Morgengymnastik !; 6.30 Mor­gengymnastik II; 6.55 Wetterbericht; 7 Frühkonzert; 7.55 Loasserstandsmeldungen; 12 Zeitangabe; 12.05 (außer Diens­tag) Schollplatten; 12.40 Nachrichten; 12.55 Nauener Zeit­zeichen, 13 Schastplatten Forts.; 13.50 Nachrichten; 14 Wer- bekonzert; 14.30 Gießener Wetterbericht; 15 Zeitangabe, Wirt­schaftsmeldungen; 17 Nachmittagskonzert; 18.30 Wirtschafts­meldungen.

Sonntag, 16. August: 7 Hamburger Hasenkonzert; 8.15 Evangelische Morgenfeier; 11 Konzert; 13 Konzert; 13.50 Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden; 14 Stunde des Landes; 15 Stunde der Jugend; 16 und 16.30 Hörberichte vom Frankfurter Rennen; 16.10 Nachmittags­konzert; 16.45 Nachmittagskonzert Forts.; 18 Erlebte Ge­schichten; 18.30Wege und Ziele, des neuen Romans", Ge­spräch; 18.55Geschichte und Leben", Vortrag zum 20. Todestag Diltheys; 19.20 Wetterdienst für die Landwirt­schaft, Sportnachrichten; 19.20 Konzert; 20.30 Ludwig Thoma- Stunde; 21.15 Militärkonzert; 22.15 Nachrichten; 22.35 Un­terhaltungskonzert.

Montag, 17. August: 15.20Alles und neues Spiel­zeug", Gespräch; 18.40USA. Ein Einblick in den Schnür­boden ihrer Außenpolitik", Vortrag; 19.05 Englischer Sprach­unterricht; 19.45 Altdeutsche Märsche; 20.45 Kleiner Reise- Knigge; 21.15 Schubert-Lieder; 22 Unterhaltungskonzert; 22.20 Nachrichten; 22.40 Unterhaltungskonzert.

Dienstag, 18. August: 15.20 Hausfrauennachmittag; 16 (Von Bayreuth)Tristan und Isolde" (in den Pausen 17.30 und 19.50 Vorträge); 22 Nachrichten.

Mittwoch, 19. August: 10.20 Schulfunk; 15.15 Stunde der Jugend; 16.30 Nachmittagskonzert; 18.45Die Börse als Wirtschaftsbarometer", Vortrag; 19.05Der Arbeiter­jugendtag", Gespräch; 19.45 Unterhaltungskonzert; 21.15 Streichquartett; 22 Tanzmusik; 22.30 Nachrichten; 22.50 Tanzmusik Forts.

Donnerstag, 20. August: 15.30 Stunde der Jugend; 18.40 Stunde des Buches; 19.05Lloyd George", Vortrag; 19.45 Unterhaltungskonzert; 21.15 Heitere Rezitationen; 21.45 Tanzmusik; 22.15 Nachrichten; 22.35 Tanzmusik Forts.

Freitag, 21. August: 18.40Das Kinderelend in Ruß­land", Vortrag; 19.05Das deutsche Abendschulwesen", Vor­trag; 19.45 Bayrisch Blau auf Schallplatten; 20 Mozart- Konzert; 21.30 Japanische Lieder; 22.15 Nachrichten; 22.30 Tanzmusik.

Samstag, 22. August: 10.20 Schulfunk; 15.20 Stunde der Jugend; 18.4014- bis 17jährige Berufstätige in Fa­milie, Beruf und Politik", Gespräche; 19.05 Spanischer Sprach­unterricht; 19.45Reisen Sie mit dem Dichter"; 20.30Die Firma geht in Urlaub", ein lustiger Abend; 22.30 Nachrichten: 22.50 Tanzmusik.

i Bunter Wöchenspiegel.

Rückblick auf 3üferboger AtbMlal Ein Sieg des Makc- , rials Der Nachrichtendienst der Reichsbahn 70 000 000

- : 1 Das Publikum als Kriminalist.

Die vergangene Woche ist reich an aufregenden Ereig­nissen gewesen, und im Mittelpunkt des allgemeinen In­teresses stand und steht noch das A t t e n t a t auf den D-Zug bei I ü t e r b o g. Wir fragen uns erschrocken, was treibt die Menschen zu so sinnlosen und gefährlichen Verbrechen? Eine Frage, die man nur damit beantworten möchte, daß nur anormale, krankhafte Triebe die Verbrecher leiten konn- ' ten, denn uns würde ein Grauen packen, wenn bewußte, l klare Absicht solche Taten zeittgen würde. Aber auch die , Möglichkeit ist in unserer verworrenen Gegenwart nicht I ausgeschlossen.

Da aber bei größter Aufmerksamkeit und Gewifsen- j Haftigkeit des Bahnüberwachungsdienstes gerade gemeine verbrecherische Anschläge nur schwer zu verhindern sind, konzentriert sich unser ganzes Sitteneffe darauf, welche Schutzmaßnahmen die Gefahr für die Allgemeinheit mög­lichst vermindern.

Die erste Feststellung, die man hierbei machen konnte, war die, daß das Material und die konstruktive Beschaffen­heit der Eisenbahnwagen eine ausschlaggebende Rolle spielt. Die verunglückten Wagen haben sich wegen ihrer Güte weder ineinandergeschoben noch verbogen, und man darf getrost behaupten, daß diesem Umstände die Rettung- vie­ler Menschenleben zu danken ist.

Der Hauptgehilfe zur Verhütung von Eisenbahnkata­strophen ist jedoch der geradezu hervorragend organisierte Nachrichtendienst der Reichsbahn, der die Verbindung zwischen über 11000 Bahnhöfen, annähernd 17 000 Stellwerken neben unzähligen Schrankenwärter­häuschen und Anschlüssen auf freier Strecke herzustellen hat. Auf den Hauptstrecken findet man mindestens auf einen Kilometer Strecke einen Fernsprechanschluß.

Daß sich die Reichsbahn auch den Funk als Nach- richtenvermittler nicht entgehen läßt,, zeigt derFunkzug", der an der Stätte des Attentats in Tätigkeit trat und von denen die Reichsbahn bisher zwei Stück besitzt. Selbstver­ständlich besitzen auch sämtliche Reichsbahndirektionen eigene Funkanlagen, die zu den etwa 150 000 Fernsprechern und Telegraphen der Reichsbahn hinzukommen.

Man sieht, es ist dafür gesorgt, daß) auch das kleinste Bahnwärterhäuschen schnellen und sicheren Anschluß für wichtige Nachrichten findet. Durch diese zahllosen Siche- rungsmcrßnahmen werden die Eisenbahmunfälle auf ein Mi- ) nimum herabgedrückt. Dem oberflächlichen Beobachter i könnte es leicht erscheinen, als wären Eisenbahnunfälle ziem- i lich häufig, aber dabei vergißt man allzuleicht, um was ! für einen riesenhaften Verkehrsorganismus es sich hier überhaupt handelt. Relativ ist ein Eijsenbahnunfall ein sel­tenes Ereignis. Die deutschen Eisenbahnen legen zusam­men täglich fast 1% Millionen Kilometer zu­rück. Wer diese Strecke zunächst mal mit dem Umfang der Erde von 40 000 Kilometern vergleicht, bekommt einen ge­waltigen Respekt vor dieser Streckenlieistung, die sich schon mit kleinen astronomischen Entfernungen messen kann. Die mittlere Entfernung des Mondes von der Erde beträgt z. B. etwa 385 000 Kilometer. Hat mein sich auf diese Weise einen Begriff von der Verkehrsleistung der Reichsbahn ge­macht, so kann man dem Sicherheitsdienst und dem Nach- richtenapparat der Reichsbahn nur vollstes Vertrauen ent- gegenbringen, denn wie es die Süatistik ausweist, verun­glückt von 70 Millionen Reisenden nur einer tödlich.

Gegen Verbrechen gibt es allerdings keinen sicheren Schutz, da vermag nur schnellste Ermittlung der Täter unk strengste Bestrafung abschreckend zu wirken. Man kann je­doch sagen, daß unter den vorherrhchenden schwierigen Um­ständen die Kriminalzolizei meiste clich gearbeitet hat, denn mit peinlichster Genauigkeit und nach wissenschaftlchen Me­thoden mußte die Spur ergründet und verfolgt werden Freilich ist diese kriminalistische Arbeit ohne Mitarbeit des Publikums nicht mehr denkbar, umb so sei auch hierzu noch ein Wort gesprochen. Wie die gute Beobachtungsgabe bei Inhaber des Inftallationsgefchäft es ihnen sicherlich einer angemessenen Teil der ausgesetzten Belohnung sichern wird so richten schlechte Beobachter dadurch Verwirrung an, das sie auf falsche Spuren führen, deren Verfolgung kostbar! Zeit raubt, denn jede Spur muß so lange verfolgt wer­den, bis ihre Bedeutungslosigkeit klar erwiesen ist.

Auch bei dem Süterbo^er Verbrechen ist die Arbeit dei Kriminalpolizei durch unnütze Angaben sehr erschwert wor­den. Natürlich meldeten sich, wie bei jedem größeren Ver­brechen, auch diesmal zahllose Selbstbezichtiger und Hell­seherinnen. Einer begann seinen Brief mit den Worten- Ich bin der Täter", und fuhr dann mit dem Verspreche« l fortz weitere Angaben zu machen, wenn man ihm 50 006 Mark von der Belohnung abgeben würde. Es ist klar, das durch solche Briefe den Beamten viel Zeit verlorengeht.

Es kann aber jeder gegen Verbrechen und Verbrecher bei Kampf unterstützen, der sich darin übt, genau zu beobach­ten. Wir aber wollen hoffen, daß die augenblicklich in Eu­ropa herrschende Eisenbahnattentatsepidemie in Deutsch­land kettle neuen Katastrophen herbeiführt! Jörg.

9r , ""ch Metz verirrt uno festgenommen.

Auf dem Militärflugplatz F r e s k a t y bei Metz ist ein deut- fches ToiMtenflugzeug gelandet. Die Insassen, ddr Füh> m des Flugzeugs, ein Deutscher namens Heinrich State aus 'Jtaftatt, und der Besitzer des Apparates, ein Holländer namens Friedrich Rasker, wurden vom Metzer Polizei- kommissar verhört, und gaben an, daß sie sich in otqe Nebels E"rt un'd nicht gewußt hätten, daß sie sich über franzö- Mchem Gedret befanden. Sie wären in Stuttgart aufge- stiegen und hätten nach Groningen in Holland fliegen wob ten. Da es verboten ist, das Gebiet von Metz zu überflie- gen, wurden die beiden Flieger bis auf weiteres festqe- h°uen und der Apparat beschlagnahmt.

Diamond zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Jack ^h'cago ist zu vier Jahren Zuchthaus und elftaufend Dollar Geldstrafe verurteilt worden. Die Deckung erfolgte wegen Verstoßes gegen die Alkohol- Erneut Erdbeben verzeichnet. Das Observatorium von Wellington (Neuseeland) meldet, daß die Seismo- graphen der Station um 9.06 Uhr örtlicher Zeit ein schwe- -es Erdbeben verzeichnet haben. Man nimmt an, daß das ?es Bebens etwa 4500 Kilometer entfernt, afclletdjt in der Nahe der Salomon-Jnfeln, liegt. Die Erd- ®&e dauerten fast drei Stunden lang.