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poncet, der neue VoWaster in Berlin

Amtsantritt am 20. August.

Paris, 12. August.

Die bevorstehende Ernennung des Anterstaatssekretärs Francols Poncet zum französischen Botschafter in Berlin wird in der großen Pariser Presse mit allgemeiner Genug- tuung ausgenommen. Man unterstreicht, daß Francois Poncet seit 1870 der erste französische Botschafter in Berlin sei, der die Ehre habe, einen französischen Ministerpräsi­denten und einen Außenminister zu empfangen. Seine offizielle Ernennung werde gelegentlich des kommenden Ministerrats am 20. August erfolgen.

Man unterstreicht ferner, daß der Unterstaatssekretär im Wirtschaftsministerium während der Pariser und Lon­doner Besprechungen Gelegenheit gehabt habe, seine Be­ziehungen zu Brüning und Curtius auszubauen, und auch wegen seiner großen Kenntnisse aller deutschen Fragen der rechte Mann am rechten Platze sei.

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Poncet ist am 13. Juni 1887 geboren als Sohn eines höheren Gerichtsbeamten; sein Vater war Kammerpräsident. Poncet war Schüler der Ecole Normale in Paris und ist als Doktor und Professor aus dieser Schule hervorgegangen. Er hat verschiedene Bücher geschrieben, so eins über Goethes „Wahlverwandtschaften", ein zweites, etwa im Jahre 1914/15, „Was die deutsche Jugend denkt", sodann ein Buch über „Frankreich und der Achtstunden­tag" und über „Frankreich und das Kriegsschuldenproblem". Den Krieg hat er als Infanterie-Offizier mitgemacht. Er ist verwundet und mit dem Kriegskreuz ausgezeichnet worden. Er ist übrigen- auch Offizier der Ehrenlegion. Nach feiner Verwundung war ei bis zum Kriegsende in der Schweiz in dem Büro eines Professor- Haguenin tätig. Nach dem Kriege gründete er eine wirtschaftliche Studien- und Nachrichtengesellschaft, deren tägliche Berichte in Frankreich von Banken und großen Wirtschaftsorganisationen viel­fach benutzt werden. Im Jahre 1924 wurde Poncet zum ersten Male in Paris zum Abgeordneten gewählt. Seit dieser Zeit Hai er der Kammer angehört und war verschiedentlich Staatssekretär so zum Beispiel für die schönen Künste. Zuletzt war er Unter­staatssekretär des Ministerpräsidiums und Wirtschaftsministeriums und er hat in dieser Eigenschaft an allen Sitzungen der letzten Monate in Paris, London usw. teilgenommen. Poncet ist verhei­ratet und hat vier Kinder. Er hat eine große und schnelle Karriere gemacht und gilt in Frankreich als einer der kommenden Männer.

Vriands Gesundheitszustand gebessert

Gerüchte über Rücktrittsabsichten des Außenministers.

Paris, 12. August

Der „Pekik Parisien" teilt mit, daß sich der Gesund­heitszustand Briands durch die zehn Tage Ruhe auf dem Landsitz Löcheret schon wieder vollkommen gebessert habe. Alle Spuren von Aeberarbeitung und Rebermüdung seien ausgelöscht. Der Außenminister stehe täglich in Verbindung mit dem Quai d'Orsay, der ihn über die laufenden Angele­genheiten unterrichte. Es sei außer Zweifel, daß er Ende des Monats nach Paris zurückkehre und Frankreich im Sep­tember auf der Völkerbundstagung in Genf vertrete.

Diese Nachricht steht im Widerspruch zu der Auffassung 'gutunterrichteter Kreise, die davon wissen wollen, daß Bri- and endgültig den Entschluß gefaßt habe, zum mindesten bis zu den französischen Wahlen im kommenden Jahr auf - jede politische Tätigkeit zu verzichten. Sein Rücktritt sei nur eine Frage der Zeit, und es sei bestimmt, daß er im No­vember nicht mehr an der Spitze des Außenministeriums stehen werde. Es habe sich bisher lediglich darum gehandelt, ob er noch vor dem Zusammentritt der Kammer oder nach­her zurücktreten solle. Als mutmaßlicher Nachfolger nennen diese Kreise den augenblicklichen Finanzminister Flandin im Gegensatz zu Tardieu, der seine Stunde noch nicht für gekommen halte.

Putschpläne gegen Memelanionomie

Ein litauisches Dementi.

6owno, 12. August.

Zu den in der letzten Zeit wiederholt aufgetauchten Anzeichen über Putschpläne gegen die Memelautonomie, die auch zu einem Schritt der deutschen Regierung bei den Großmächten führten, wird nun in einer nichtamtlichen Verlautbarung der litauischen Telegraphen-Agentur Stel­lung genommen. Darin wird der Verdacht, als ob die litauischeRegierung etwaige Umsturzpläne im Memelgebiet stillschweigend billige, zurückgewiesen. Infolgedessen werde die litauische Regierung gegen den angeblich unbegründeten deutschen Schritt in Berlin Protest erheben.

Bemerkenswert ist, daß die erfolgte Verhaftung von vier Friedhossschändern in Memel, die sämtlich aus Groß- Litauen kamen, in den an einem Putsch interessierten litaui­schen Kreisen niederdrückend und kompromittierend gewirkt hat. Immerhin will das Gerücht über eine sogenannte kalte Abschaffung der Autonomie im Memelgebiet nicht ver­stummen.

Kanzler erstattet dem Reichsrat Bericht.

Am Donnerstag.

Berlin, 12. August.

Reichskanzler Dr. Brüning hat sich bereit erklärt, vor den Vereinigten Ausschüssen des Reichsrats über die gegen­wärtige Finanzlage und das Ergebnis der finanziellen Verhandlungen mit dem Auslande Bericht zu erstatten. Zu diesem Zweck ist auf Donnerstag eine Sitzung der Vereinig­ten Reichsratsausschüsse einberufen worden, die, wie solche Ausschußsitzungen immer, unter vollständigem Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindet. Den Vereinigten Ausschüssen gehören sämtliche Mitglieder des Reichsrats an, so daß es sich gewissermaßen um ei vertrauliche Vollsitzung des «dchll^irats handelt.

Wieder Rückflüsse an die Reichsbank.

Nachdem sich in den letzten beiden Tagen der Vorwoche in- t der Lohnzahlungen und der Freigabe des vollen Auszah- „sverkehrs auch bei den Sparkassen eine leichte Erhöhung des Notenumlaufs ergeben hatte, der allerdings größere Rückflüsse am Beginn der Woche gegenüberstanden, sind am Montag bei der Reichsbank wieder Zuflüsse von 28,9 Millionen RM erfolgt. Zwar berichten die Bankanstalten, die überwiegend noch Auszahlungen 8u leisten hatten, über einen Minnssaldo von 3,6 Millionen RM, aber die Bankanstalten, bei denen die Einzahlungen überwiegen, Weisen einen Plussaldo von 32,5 Millionen RM auf.

Erste Gübamerltafahrt 1031 des „Graf Zeppelin".

Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wird voraussichtlich am | 26. August von Friedrichshafen aus eine Fahrt nach Süb= ’ amerika mit postbeförderung unternehmen, die bis per- ; nambuco führen wird. Von Pernambuco aus soll die Post ' mit einem Zonderzug bis Rio de Janeiro gebracht werden. Sendungen an Empfänger in den südbrasilianischen Staaten parana, Santa Eatharina und Ria Grande do Sul werden außerdem mit planmäßigen Streckenslug des Goudor-Syn- dikats weiterbefördert. Die Deutsche Lufthansa wird ferner einen Sonderflug von Berlin nach Friedrichshafen veran- stalten zum klnschluß an die Südamerikafahrt des Luft­schiffes. Bei Auflieferung von Sendungen in Berlin ist als i Leitvermerk anzugeben: „Mit Luftschiff und Sonderzug bis Rio de Janeiro" oder „Mit Luftschiff bis zur klbwurf- | stelle über einer Insel". Die Sendungen sind in freigemach­ten Umschlag an das Luftpostamt Berlin T zu schicken. Ent- j sprechendes gilt für die Auflieferung, in Friedrichshafen. Die Gebühr beträgt 2 UM. für eine Postkarte und 4 UM. für einen Brief bis 20 Gr. Die Sendungen erhalten Sonderstempel-

Liebestragödie in der Fifchhaufener Wiek. Zwei junge Berliner, der Student Werner Schorisch aus Tempelhof und Annalise Mattheka aus Steglitz, wurden als Leichen in der Fischhausener Wiek treibend von Fischern aufge­funden. In der Nacht hatten die jungen Leute ein Boot van einem Fischer genommen und waren damit auf das Haff hinausgerudert. Hier banden sie dann an ihre Füße einen 30 Pfund schweren Stein. Nachdem sie sich noch gemeinsam mit einem Riemen umschlungen hatten, haben sich die bei­den Liebenden in Wasser gestürzt. In der umschlungenen Stellung wurden die Leichen vorgefunden. Bor der Aus­übung ihrer Tat haben die beiden jungen Leute an ihre Eltern Abschiedsbriefe geschrieben.

Ein Messerstecher überfällt zwei Polizeibeamte. Ohne jegliche Ursache stürzte sich in D o r t m u n d ein Mann hin­terrücks auf zwei Schutzpolizeibeamte mit dem Ruf: „Das ist die Rache für unseren Hunger!" und brächte einem der Beamten einen tiefen Messerstich in den Rücken bei. Der Beamte brach blutüberströmt zusammen. Beim Handge­menge mit dem zweiten Beamten erhielt auch dieser einen tiefen Messerstich in die Hand. Trotzdem konnte er seinen Gegner überwältigen. Der Messerstecher wurde festgenom­men.

Schwere politische Zusammenstöße. In Köln kam es zu Zusammenstößen zwischen Reichsbannerleuten und Na­tionalsozialisten. Ein großer Trupp Reichsbannerleute aus Iserlohn, die auf der Rückfahrt von der Bundesverfassungs- feier in Koblenz zwecks Besichtigung der Stadt hier Halt- gemacht hatten, kamen auf ihrem Rückgang durch die Stadt auch zum Filzengraben, wo sich das Verlagshaus des na­tionalsozialistischen „Westdeutschen Beobachter" befindet Es kam vor diesem Gebäude zu Auseinandersetzungen zwi­schen den Reichsbannerleuten und den im Hause befind­lichen Nationalsozialisten. Es entwickelte sich eine Schläge­rei. Die inzwischen alarmierte Polizei, die in Stärke von über 50 Mann erschien, sorgte für die Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung. 15 Personen, Angehörige beider Par­teien, wurden der politischen Polizei zwecks Klärung der Schuldfrage vorgeführt.

3n 4 Tagen 8 Stunden 20 Minuten von Reuyork nach Eherbourg. Der englische Luxusdampfer „Empreß of Bri- tain", der in Eherbourg eintraf, hat die Ueberfahrt von Neuyork aus in 4 Tagen 8 Stunden und 20 Minuten zu- rückgelegt und feinen bisherigen Rekord um 9 Minuten ver­bessert.

Schmugglerschiff von schwedischem Zolldampfer aufge­bracht. Der schwedische Zollbewachungsdampfer „Triton", der im Aalandsmeer stationiert ist, hat in der Nähe von Maerkets-Feuer den ungarischen Dampfer „Ilona" be­schlagnahmt. Der Dampfer hatte 70 000 Liter Schmuggler­sprit außer einer großen Anzahl von Kisten mit Whisky, Wein sowie Zigarren und Zigaretten geladen. Der Kapitän ist ein Ungar, die beiden Steuermänner sind Deutsche, und die übrige Besatzung besteht aus vier Deutschen, drei Polen und einem Engländer. Sie sind alle verhaftet worden. Dies ist der größte Fang, den jemals schwedische Be- wachungsschiffe gemacht haben.

„Nautilus" auf der Fahrt nach Spitzbergen. Das Un­terseeboot „Nautilus" hat den Hafen von T r o m f ö ver­lassen und Kurs auf die Advents Bay (Spitzbergen) genom­men. Tausende von Menschen waren am Hafen erschiene«: darunter viele englische Touristen.

Bad O r b. (Raubüberfall). Sonntag abend wurde die Kassiererin des Kurtheaters, wohnhaft in der Solgasse, von einem 24 Jahre alten Burschen auf dem Nachhauseweg in dem Hauseingang überfallen, bewußtlos geschlagen und ihr die ca. 100 Mark Inhalt entrissen. Zu Hilfe kommende Leute verständigten sofort die Polizei, der es nach kurzer Zeit gelang, den Täter zu fassen. Das Geld konnte der Be- stohlenen wieder in voller Höhe übermittelt werden.

Offenbach a. M. (Vom Zug erfaßt und getötet). Am Sonntag abend wurde der Streckenarbeiter Hans Fischer aus Klein-Steinheim an der Bahnüberführung Biebererstraße von 'einem Zug getötet. Die Leiche wurde noch etwa 20 Mtr. weit mitgeschleift. Der Verunglückte hinterläßt Frau und drei Kinder.

Fu: anksurt a. M. (Alle festlichen Veranstaltungen un­terbleiben.) 3ur Vorbereitung des Kongresses des Allge­meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes am 31. August in Frankfurt a. ITT. trat am Montag in Berlin der Ausschluß des Gewerkschaftsbundes zusammen. IVie der Bundesvor­stand mitteilte, soll der Gewerkschaftskongreß, zu einer reinen Arbeitstagung gestaltet werden. Alle festlichen Ver­anstaltungen sollen wegen des Ernstes der Zeit unterblei­ben. An einem Tage wird der Kongreß eine öffentliche Tagung in Mainz abhalten.

Würzburg. Vor dem Finanzamt erschien ein Gärt- nermeister mit einem Auto voll Salatgurken (15 Zentner), die er an Stelle seiner Steuerschuld anbot, weil er infolge Bbsatzmangels kein Geld für die Steuern aufbrachte. Der Mann mußte »«verrichteter Dinge wieder abziehen.

Schatzgräber, wo man sie nicht vermutet.

Eine Kassette, die man in Frankreich sucht — Holland gräbt nach Gold — Der Schatz im Bauernhof — Die Geschichte einer Hochstapelei.

In dem französischen Orte Orchies herrscht zur Zeit große Aufregung, um eine Kassette mit Geld, die auf dem Grundstück eines M. Lacquement vergraben sein soll. Ein Münchener, der Kenntnis von dem Testament eines ge­fallenen bayerischen Obersten haben soll, gab an, daß der letztere, bei dem Rückzug der Armee dort einen großen Schatz vergraben habe, der nun geborgen werden soll. Na­türlich sind die Franzosen mit diesem Vorhaben nicht ganz einverstanden und auch der Besitzer des Grundstücks ist nicht gewillt, das Terrain abzutreten. Der Gemeinde sind nun von dem Schatzgräber 100 000 Franken für die Armen des Ortes angeboten worden, wenn sie sich entschließt, diesem Gesuch stattzugeben. Eine Entscheidung darüber ist schon in den nächsten Tagen zu erwarten, während einstweilen das Grundstück Tag und Nacht von bewaffneten Gendar­men bewacht wird.

Es ist in letzter Zeit häufiger vorgekommen, daß plötz­lich irgendwo Schatzgräber auftauchten, wo man sie eigent- lich garnicht vermutete. Erst vor etwa drei Monaten wußte eine Frau mit hellseherischen Eigenschaften von einem gro­ßen Goldschatz in Holland zu berichten. Sie beschrieb eine ganz bestimmte Stelle, wo sich das Gold in großer Tiefe befinden soll. Es soll bereits begonnen worden sein, den vermeintlichen Schatz zu heben und sogar die Stadtverwal­tung hat sich für das Bergungsprojekt wohlwollend inter­essiert. Das Einzige, was man jedoch fand, war eine kleine eiserne Kassette, die keinerlei Inhalt enthielt. Inzwischen ist das große Geschrei verstummt und es ist um den hollän­dischen Goldschatz keine neue Sage gewoben worden.

Weit sensationeller ist dagegen der Fund, der vor eini­gen Jahren auf einem russischen Bauerngehöft gemacht wurde. Dieses Bauerngehöft wurde mit allem Drum und Dran von einer Russin erworben. Nachdem sie etwa vier Wochen auf dem Gehöft war, warf sie mit ein paar Mäg­den eine Grube aus. Als sie etwa einen Meter tief ge­schaufelt hatten, stieß der Spaten der Frau plötzlich auf Metall. Sie legte sofort die Stelle frei und entdeckte einen verrosteten Eisenkasten. Derselbe war so schwer, daß zwei Mägde dabei behilflich fein mußten, den Kasten aus der Grube herauszuheben. In der Kassette befanden sich etwa 800 Goldstücke, alte Silbermünzen, darunter ein Brillant­reif, der allein einen Wert von 200 000 Mark besaß. Trotz eifrigen Suchens fand man keinerlei Aufzeichnungen oder Aufschlüsse darüber, aus wessen Besitz dieser große Schatz stammen konnte. Die Besitzerin ist mit ihren Mägden unter Mitnahme des Schatzes dann über die Grenze geflüchtet und hat erst wenige Jahre später ihre Mitteilungen über diesen sensationellen Fund aus Oesterreich gemacht.

In kurzen Zeitabständen tauchen auch heute immer wieder Nachrichten von irgendwelchen geheimnisvollen Schätzen auf. Schatzgräber tauchen plötzlich da auf, wo man sie garnicht vermutet, aber nur zuoft müssen sie ihre Arbeit unverrichteter Sache wieder einstellen. Die Nachrichten von irgendwelchen Schätzen sind nämlich nicht selten die Ge­schichte einer großangelegten Hochstapelei. Ein Verfahren, das bei Gemeinden und Kommunen auch in früherer Zeit recht häufig mit Erfolg angewendet worden ist. Man er­zählte von einem großen Schatz, den man hier oder da bergen könne und bewegte die betreffenden Stellen die ensstehenden Unkosten zu bevorschussen. Wenn das gelang, ergriffen die Hochstapler meistenteils das Weite und ließen sich niemals wieder sehen

Noch in aller Erinnerung ist sicherlich der Fall des Goldsuchers Redziewski, der vor etwa einem halben Jahr aus der Havel als Leiche geborgen wurde. Die Annahme, daß er einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei, erwies sich nicht als richtig, vielmehr hat er seinem Leben selbst ein Ende gesetzt, da er zahlreiche Leute um große Geldsummen betrogen hatte. Er war ein deutscher Intendantursekretär, der während des Feldzuges in russische Gefangenschaft ge­raten war. Nach seiner Rückkehr berichtete er von unge­heuren Goldfunden, die er im Uralgebiet gemacht haben wollte. Man brauchte das Gold nur zu heben, um in kürze- ter Frist einer der reichsten Leute der Welt zu sein. So agte er und bewog eine ganze Menge von Kapitalisten, tiefe Ausbeute zu finanzieren. Da er seiner Stellung nach chon Vertrauen genoß, gaben ihm viele Leute das ge­wünschte Geld. Sie haben indes nichts mehr von ihm ge­hört, vielmehr war die Geschichte von dem Goldfund im Uralgebiet ein plump aufgemachter Schwindel. Als er ge­wahr wurde, daß sich die Schlinge immer enger um feinen Hals zusammenzog, verübte er in der Nähe von Potsdam schließlich Selbstmord.

Was hat es für eine Bewandtnis, daß ein großer Teil von Menschen immer und immer wieder auf derartige Schwindelmanöver hereinfällt? Es ist die Jagd nach dem Glück, die jeder einzelne mitmacht, wenn ihm nur eins Chance dazu geboten wird. Aber Gold, das man noch nicht sieht, das man erst heben oder bergen soll, es ist meistens Truggold!

Anfechtung des Polksenkscheidsergebniffes durch den Stahlhelm.

Wie das Bundesamt des Stahlhelm mitteilt, sind die zur Anfechtung des Ergebnisses des Volksentscheides erforderlichen Schritte von ihm am 11. August eingeleitet worden. Zahlreiche Einzelfälle von Wahlterror usw. seien bereits gemeldet. Das Bun­desamt des Stahlhelm, Abteilung Volksentscheid, bittet, zur Ver­vollständigung alle im Lande noch beobachteten Vorfälle von zu hoher Berechnung der Stimmberechtigten, von Behinderung der Stimmabgabe bzw. der Ausstellung von Stimmscheinen sowie alle sonstigen Terrorfälle beim Volksentscheid ihm unter Angabe der Beweismittel nach Berlin NW. 7, Mittelstraßx 15, mitzuteilen.

(Eine Vlerpfennlgmünze? Das Reichsfinanzministerium Hai eine Reihe von Wirtschaftsoerbänden über die beabsichtigte Aus­prägung einer Bierpsennigmünze befragt.

Zentrumssihung in Berlin. Der Vorsitzende der Deutsche» Zentrumspartei hat den Geschäftsführenden Vorstand der Partei zu einer Sitzung nach Berlin eingeladen, auf der die politische Lage besprochen werden soll. Auch die preußischen Zentrumsminister werden daran teilnehmen.

Belagerungszustand über Kuba. Um der Aufstandsbewegung gegen den Präsidenten Machado ein Ende zu bereiten, sah sich die Regierung von Kuba genötigt, den Belagerungszustand über ganz RuKa zu verhängen. Bisher ftdnb nur dir Provinz Havanna IÜS »8ÜM»rwri. ----^