Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
PolKsettlscheid „kandtagsauflösuvg".
Ich weife darauf hin, daß nach § 64 Abs. 4 der Lan- desaxihlordnung vom 29. Oktober 1924 S. 696 jeder Stimm berechtigte sich auf Erfordern dem Ab|'timmung$Dor= stand über seine Person auszuweisen bat Dieses Verlangen ist in allen Fällen ju stellen, in denen die Identität des Erschienenen mit der stimmberechtigten Person nicht unbedingt feststeht.
Ich mache die Herren Bürgermeister dafür verantwortlich, daß jeder verfassungswidrige Zwang zur Beteiligung an der Abstimmung unterbleibt.
Lch.lüchtern, den 6. August 1951.
Der Landrat. I. v.: Radke, Kreisbeputierter.
Allg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.
Die 'alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Beiträge aus den Zahltagen für die Monate April, Mai und Juni 1931 wird hiermit in Erinnerung gebracht.
Hebetermine finden statt:
1. In Sterbfritz, am Mittwoch, den 5. August 1931, von nachmittags 3 bis 7 Uhr, in der Böhm'schen Gastwirtschaft daselbst,
2. In Steinau, am Mittwoch, den 12. August 1931, von vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der Eckartschen Gastwirtschaft daselbst,
3. In Salmünster, am Mittwoch, den 19. August 1931, von nachmittags 272 bis 6 Uhr, im^Gasthause „Zum Engel" daselbst,
' 4. In Soden, am Freitag, den 21. August 1931, bcn_ nachmittags 2s/4 bis 6 Uhr, im Gasthause „Zur Hoffnung" daselbst, und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.
An dem Hebetermintage am 12. August 1931 bleibt die Kasse in Schlüchtern für E i n - und A u s z a h I u n g e n geschloffen, worauf besonders aufmerksam gemacht wird.
Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, müssen alsdann unverzüglich zur zwangsweisen und kostenpflichtigen Einziehung gelangen.
Die Herrn Bürgermeister bitten wir, dieses im Interesse ihrer Gemeindeangehörigen wie seither auch ortsüblich bekannt machen zu laffen.
Schlüchtern, den 30. Juli 1931.
Der Vorstand der Allg. Ortskrankenkasse.
Stadt Schlüchtern.
Die Badezeiten im städtischen Schwimmbad ändern sich mit Wirkung vom Montag, den 10. August 1931 ab, wie folgt:
Familienbad
getrennt für
männl. Personen
weibl. Personen
Montag
8—10 Uhr 14—20 Uhr
10-12 Uhr
12—14 Uhr
Dienstag
8-10 Uhr
14—20 Uhr
—
10—14 Uhr
Mittwoch
8—10 Uhr
14-20 Uhr
10-12 Uhr
12—14 Uhr
Donnerstag
8-10 Uhr 14—20 Uhr
10-12 Uhr
12-14 Uhr
Freitag
8—10 Uhr 14—20 Uhr
10-14 Uhr
—
Samstag
8—10 Uhr 14—20 Uhr
12—14 Uhr
10-12 Uhr
Sonntag
8—20 Uhr
—
—
Aenderungen jederzeit vorbehalten.
Schlüchtern, den 7. August 1931.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Bekanntmachung
In der Zeit vom 7.—12. August 1931 erfolgt die Reinigung der Schornsteine in der Hanauerstraße, Schlagweg, Schloßstraße, Wasjergasje, Kirchstraße, Sackgasse, Alte Bahnhofstraße und Höbäckerweg.
Schlüchtern, den 7. August 1931.
Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.
Bekanntmachung
Freitag, den 14. A u g u st d S. I S., n a ch m i t- tags 2 Uhr verpachtet die Stadt ein Beet auf den Sauerwiesen.
Zusammenkunft der Pachtliebhaber vor der neuen Volksschule in der Lotichiuestraße.
Schlüchtern, den 5. August 1931.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Stadt Steinau.
Bekanntmachung.
Als Vorauszahlung für die Gewerbeertragsteuer für das Rechnungsjahr 1931, sind zum 15. August ds. Is., 30«/o des vorjährigen Satzes zu entrichten.
Die endgültige Festsetzung des Gewerbeertragsteuersatzes erfolgt nach vorgenommener Festsetzung des Steuergrundbetrages durch den Gewerbesteuerausschuß.
Steinau, den 4. August 1931.
Der Magistrat. Dr. Kraft.
Zum Volksentscheid.
Für und Gegen.
Der Senior der Deutschen Volkspartei, Geheimrat Kahl, hat an die „Kölnische Zeitung" nachstehendes Telegramm gerichtet:
„Den Ausführungen meines Freundes Dohna in der kölnischen Zeitung gegen Beteiligung der Deutschen Volks- parkei am Volksentscheid vom 9. August stimme ich aus tiefster Ueberzeugung in vollem Umfang zu und halte nach der gesamten inner- und außenvolitischen Lage die Richlbeteili- gung für vaterländische Pflicht."
Der Christlich-soziale Volksdienst veröffentlicht eine Erklärung, aus der hervorgeht, daß nach Ansicht des Volksdienstes gerade eine Landtagsneuwahl im April des nächsten Jahres aus außen- und staatspolitischen Gründen ungünstig sein würde, da dann nicht nur die Reichspräsidentenwahl stattfinden müsse, sondern auch vor allem die letzte Anstrengung im Reoisionskampfe, der bis zum Ablauf des Hovoer-Jahres zu einem Ergebnis geführt haben müsse.
Da die preußische Regierung nicht den versuch gemacht habe, sich durch eine Vorverlegung der Neuwahl mit der Opposition zu einigen, empfchle der Volksdienst seinen Freunden die Teilnahme an diesem Volksentscheid.
— Buch der frühere volksparteiliche Abgeordnete Dr. Mittelmann hat sich in einem Telegramm an die „Köln- 5tg." gegen den Volksentscheid gewandt.
— In einem Schreiben an den Reichspräsidenten protestiert der Stahlhelm gegen den Aufruf der preußischen Regierung, der heute der gesamten preußischen Presse zu- gestellt worden ist.
— Die Berliner Blätter der hinter dem Volksentscheid stehenden Parteien nehmen in schärfster Form gegen den Aufruf und die Art feiner Verbreitung Stellung, und zwar in der gleichen Nummer, in der sie den Aufruf zwar bestimmungsgemäß in Fettdruck, aber in sehr kleiner Schriftart bringen, während die Entgegnungen in größter Aufmachung mit Ueberschriften in Blockbuchstaben gegeben werden.
Sparkassen zahlen voll aus.
Unter Wahrung der Kündigungsfristen. — Abhebungen bis zu 300 Work ohne weiteres zulässig.
Berlin, 7. August.
Durch die Verordnung des Reichspräsidenten über bis Spar- und Girokassen vom 5. August 1931 ist den Spar fassen die Möglichkeit eröffnet worden, geeignete Unterlagen zu schaffen, auf die sie sich durch Vermittelung der Akzepr- und Garantiebank bei der Reichsbank die nötigen Kassen- mittel verschaffen können. Es besteht daher keine Notwen- digkeit mehr, den Zahlungsverkehr der Sparkassen weiter zu beschränken, zumal das Verhalten der Bevölkerung am ersten Tage des freien Zahlungsverkehrs bei den Banken den Erwartungen entsprochen hat, die der Herr Reichskanzler in seiner Rundfunkrede ausgesprochen hat. und auch an= zunehmen ist, daß die Inhaber von Sparguthaben die oleiche Besonnenheit und das gleiche Vertrauen an den Tag legen werden.
Schon vom nächsten Sonnabend ab soll sich daher der Zahlungsverkehr, soweit es sich um Guthaben aus Sparkonten und Sparbüchern handelt, im wesentlichen so wie vor den Bankfeierlagen gestalten. Allerdings wird er sich in den Grenzen halten müssen, welche schon die — früher nicht überall streng innegehaltene — Wustersahung des Spar- und Giroverbandes vorsieht. Diese Satzung st' reibt bekanntlich vor, daß innerhalb eines Monats bis zu 3 0 0 R M ohne vorherige Kündigung abgehoben verden können, während die Abhebung größerer Beträge wn der Einhaltung gewisser Kündigungsfristen abhängig ist.
Nach der neuen Verordnung kann die Zahlung eines höheren Betrages als insgesamt eines Betrages von dreihundert Reichsmark innerhalb eines Zeitraumes von einem Monat nur gefordert werden, wenn eine rechtzeitige Kündigung erfolgt ist.
Die Kündigungsfrist beträgt, soweit keine längere Frist ausdrücklich vereinbart worden ist, für Beträge von mehr als dreihundert Reichsmark bis zu eintausend Reichsmark einen Monat, für Beträge über eintausend Reichsmark drei Monate.
Ist vor Inkrafttreten dieser Verordnung eine Kündigung erfolgt, so wird der Zeitraum vom 13. Juli 1931 bis zum 7. August 1931, soweit er in die Kündigungsfrist fällt, nicht mitgerechnet. Diese Verordnung tritt am 8. August 1931 in Kraft.
Noch nicht unter den Nordpol.
Kopenhagen, 6. August. Wilkins U-Boot „Nautilius" startete von Bergen nach Tromsö. Professor Bjerknes vom geophysikalischen Institut in Bergen äußerte, daß das U= Boot gerade zur günstigen Heit in die Eisregion kommen werde. Er glaube, daß die wissenschaftlichen Ergebnisse ausgezeichnet sein würden. Wahrscheinlich werde das Boot zwei bis drei Wochen im Eife arbeiten, aber Mitte September müsse es nach Spitzbergen zurück. Man müsse davon ausgehen, daß es in diesem Jahr nur auf kleineren Probefahrten mit Spitzbergen als Basis sein Bewenden haben könne. Unter den Pol zu gehen wäre in diesem Jahre unmöglich.
— Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Eurtius sind am Donnerstag um 16 Uhr an der italienischen Grenze eingetroffen, wo sie in den Zug Mussolinis umstiegen.
— Die New Parker Federal Reserve Bank hat im Einvernehmen mit den übrigen Federal Reserve Banken ihre Beteiligung an dem Abkommen mit der Reichsbank über die kurzfristigen Kredite erneuert-
— Ungeheuren Schaden richtete ein Hagelsturm in der Umgebung von Tours (Frankreich) an. ^n der Stadt wurden Tausende von Fensterscheiben zerschlagen. Alle Ge- mllsekulturen wurden vernichtet.
— Das amerikanische Staatsdepartement hat das Angebot der deutschen Regierung über den Ankauf von Baum- wolle erhalten und an den Farm Board weitergeleitet!.
Die Tagesordnung für Genf.
64. ordentliche Tagung des Völkerbundsrats.
Genf, 7. August
Die Tagesordnung der am 1. September beginnenden 64. ordentlichen Tagung des Völkerbundsrates wird Dom Völkerbundssekretariat amtlich veröffentlicht. Der Präsiden! der Tagung ist der spanische Außenminister Lerroux, d« auch die Vollversammlung des Völkerbundes am 7. Sep- tember eröffnen wird.
Auf der Tagesordnung steht in erster Linie das deutsch- österreichische Zollabkommen.
Die Tagesordnung weist darauf hin, daß das Gutachten des Haager Gerichtshofes, das Ende August erwartet mir), unverzüglich dem Rat unterbreitet werden würde. Sodann wird von neuem die große politische
Beschwerde der Reichsregierung gegen Polen wegen der Lage in Oberschlesien behandelt werden Hierbei werden alle oberschlesischen Fragen und die deutsch-poi- nischen Beziehungen von neuem aufgerollt werden. Fern« wird sich der Rat mit der bekannten Beschwerde des Deutschen Volksbundes über die Zulassung der Kinder zu den deutschen Minderheitenschulen in Oberschlesien befassen.
Hierzu liegt ein dem deutschen Standpunkt voll Rechnung tragendes Gutachten des Haager Gerichtshofes vor.
Außerdem wird den Rat von neuem die Beschwerde bee Fürsten Pleß gegen die polnische Regierung und ein Bericht des Danziger Völkerbundskommissars über die Beziehungen zwischen Danzig und Polen beschäftigen.
Als eine der bisher noch nicht behandelten Frage« Sauf der Tagesordnung eine Beschwerde der finnlärn ,en Regierung gegen England, die die Beschlagnahm! und Verwendung der finnländischen Schiffe durch England während des Weltkrieges behandelt.
Aus der Tagesordnung find ferner noch folgende Punkte zu erwähnen:
Der Bericht des Ständigen Mandatsausschusses, des Finanz- und des Wirtschaftsausschusses des Völkerbundes, die endgültige Konstituierung der im Mai gegründeten neuen internationalen landwirtschaftlichen Hypothekenbank, die Demission des Völkerbundskommissars für Bulgarien, Char- ron, die Schaffung eines besonderen Flughafens für den Völkerbundsrat in G^nf, die bulgarische Flüchtlingsfürsorge, der Bericht über die europäische Konferenz für landwirtschaftliche Hygiene sowie der Konferenz über die Beschränkung der Erzeugung von Rauschgiften, ferner eine Reih« der üblichen Budget- und administrativen Fragen des Löl- kerbundssekretariats.
Kirchkurmeinsturz in München.
München, 7: August. Während eines mit heftigem Sturm verbundenen schweren Gewitters stürzte der Turm der aus dem 16. Jahrhundert stammenden alten Neu- hauser Pfarrkirche in der Winthir-Straße ein. Die Trümmer fielen in den neben dem Kirchlein liegenden Friedhof. — Durch den Sturm wurde im halbfertigen Bi- bliotheksbag des Deutschen Museums, in dem eine Ersatz- ausstellung für die durch Feuer zerstörte Glaspalast-Aus- stellung stattfinden soll, eine dreißig Meter lange und acht Meter hohe Gipswand zum Einsturz gebracht. Einige Bilder wurden beschädigt.
Die preußischen Enklaven.
Preußische Staatsangehörige, die sich am kommenden Sonntag an der Abstimmung zum Volksentscheid beteiligen wollen, sich ledoch außerhalb Preußens aushalten, müssen ihre Stimme auf preußischem Boden abgeben. Preußisches Gebiet sind auch bit zahlreichen in Deutschland zerstreuten preußischen Enklaven. I« Mecklenburg-Schwerin befindet sich die Enklave Rottmannshagen, in Thüringen sind preußische Enklaven Schmalkalden, Suhl-Schleu- singen, der Kreis Ziegenrück, Goßwitz, Blankenberg, Gesell, Sparn- berg, Wandersleben usw. In Württemberg sind preußische Enklaven in erster Linie die hohenzollernschen Lande Sigmaringen und Hechingen, ferner der Ort Achberg bei Lindau, Kloster Beuror, Wittlingen, Bärental, Talheim, Tiergarten, Jgelwies, Tautenbronn, Mühlhausen, Billafingen und Langenenslingen.
Der Ueberbrückungskredit für die Gemeinden.
Gegenüber der Pressemeldung, daß das Reich einen lieben brückungskredit von 80 Millionen RM an die Gemeinden zu: Verfügung gestellt habe, wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die Frage eines Uebrbrückungskredites für die Gemeinden im Zusammenhang mit der Reform der Sparkassen erledigt werben solle. Vorläufig werde diese Frage im Reichssinanzministeriuni aber noch nicht bearbeitet.
Ankündigung von Durchführungsbeflimmunge., zur Steuer- amneftie. In den nächsten Tagen werden ausführliche Durchführungsbestimmungen zur Steueramnestie veröffentlicht werden.
Die zweite Rate der Beamtengehälter. Die Gelder zur Auszahlung der zweiten Rate der Beamtengehälter stehen zur Verfügung. Die Auszahlung wird sich reibungslos vollziehen.
Englisches Konsulat in Gdingen. In ©hingen ist ein englisches Konsulat eröffnet worden, dessen Leitung der Direktor der polnisch-britischen Schiffahrtsgesellschaft, Eecil Iefsrey, übernommen hat.
Starke Zunahme der Erwerbslosigkeit in England. Das Ar- beitsministerium gab bekannt, daß sich die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien am 27. Juli aus 2 713 350 belief. Dies bedeutet gegenüber der Vorwoche eine Zunahme von 52 617 und eine solche von 701 883 gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
— Das Flugboot Do X ist auf feinem Fluge in Rate eingetroffen, von wo es Freitag noch para starten wirb.
— Das Reichskabinett hat am Donnerstag neue umfangreiche Richtlinien über die Durchführung der Fevisem Verordnung erlassen.
Salmünster. (Maler und Weißbinder.) Der im Im seratenteil angekündigte Vortrag in Salmünster wird von einem Frankfurter Maler gehalten. Er wird an Hand von Vorführungen beweisen, daß ein Ausmalen der Räum^ Treppenhäuser etc. voUftänbig ohne Schablonen gemacht werden kann und trotzdem weniger Zeit beansprucht-
F u l d a. Die diesjährige Bischofskonferenz ist am iTUti’ wochabend zu Ende gegangen- Den feierlichen Lchlußakt def Kostserenz bildete eine Andacht am Grabe des HI- Baut' fatius, an der sämtliche in Fulda anwefenben Kirchenfürsten sowie ein zahlreiches Publikum teilnahmen. Während des Gesanges des Bonifatiusliedes wurde den Bischöfen die Reliquie des hl. Bonifatius zur Verehrung gereicht.