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Dein Schicksal ruht in deiner eigenen Brust!

Keine Angsi vor Fischvergiftung!

Vergiftungen durch Fische sind auf drei Arten möglich: Einmal kann es sich um Fische handeln, die ähnlich den Giftpilzen an sich giftig sind. Solche Fische kommen in Deutschland und auf den von deutschen Fahrzeugen be- fisch.ten Gründen überhaupt nicht vor.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, daß Fische wäh­rend des Lebens krankmachende Bakterien durch Verseuchung von Flüssen, Bächen und Teichen in sich ausgenommen haben. Dies kann gelegentlich einmal bei Süß- oder Brack- wasserfischen zutreffen, macht sich aber dann meist durch ein allgemeines Fischsterben in den betreffenden Gewässern be­merkbar.

Zum dritten können krankmachende Bakterien nach­träglich, d. h. in der Zeit vom Fischfang bis zum Kochtopf, in die Fische hineingelangen, genau wie dies bei anderen Nahrungsmitteln möglich ist. Das ist aber keine eigentliche Fischvergiftung, sondern dabei handelt es sich meist um Bazillen, die, wie bei anderen Nahrungsmitteln, auch im Fischfleisch besonders in der warmen Jahreszeit einen pas­senden Nährboden finden.

In bezug auf Bakterien in dem Verpackungsmaterial, insbesondere im Eis und Eiswasser, mit dem der Fisch in Berührung kommen kann, ist zu sagen, daß speziell der Seefischtransport heutzutage im besonderen allen Anforde­rungen der Hygiene entspricht.

Fischkonserven soll man, besonders an heißen Tagen, nicht in angebrochenen Dosen aufbewahren. Es ist für so­fortigen restlosen Verzehr zu sorgen, oder die Fische sind auf einen Teller zu legen, der, am besten mit einem Draht­netz bedeckt, an einem kühlen Ort aufbewahrt wird.

Koch-^ezepie.

Gute sättigende Gemüsesuppe. (45 Personen.) Einen gehäuften großen Suppenteller verschiedenen Gemüses (ge­kochte oder rohe Reste, letztere nach dem Weichwerden) und 5 frisch gekochte Kartoffeln durch ein Sieb treiben, das Mus mit 2% Liter siedendem Wasser auffüllen, einen Maggis Fleischbrühwürfel und einen Würfel zerdrückte, angerührte Maggis Grünkernsuppe hinzumischen und gemächlich 3040 Minuten kochen. Die mit einer Spur Muskatnuß, 25 Gramm Margarine oder Butter und einer Obertasse Voll­milch fertiggemachte Suppe über gerösteten dünnen Weih­brotschnitten anrichten. Wer die Suppe noch nahrhafter ge­stalten will, quirle ein Eigelb darunter.

Sirschcreme. 20 Gramm Mondamin verrührt man mit 6 Eigelb, 125 Gramm Zucker, 14 Liter Kirschsaft und H Liter süßer Sahne und schlägt die Mischung auf dem Feuer bis zum Dicklichwerden, nimmt sie vom Feuer, zieht den Schnee von 6 Eiern darunter und gibt die Masse zum Erkalten in die Schüssel. Zum Anrichten spritzt man hübsche Muster von Schlagsahne und verziert mit ausgesteinten gekochten oder kandierten Kirschen.

Brotsuppe mit Aepfeln. 100 Gramm Brot, 1 Liter Wasser, eine Prise Salz, 30 Gramm Butter, 20 Gramm

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Orlglnalroman von Maria Harling.

(86 1 (Nachdr. verv.)

Gottegottl Sagt das Mädchen ich hätte ein schmutziges Bla-i und hat's doch vor ein paar Minuten erst die alte Botenmarie unten beim Bäcker abgegeben. Freilich, wenn man den ganzen Tag arbeitet, sind die Hände nicht immer fein sauber, unh es mag dann wohl kommen, daß es einen Flecken auf dem Blatt gibt, wenn man's anfaßt. Ja, solch »eine Fingerchen wie unser Fräulein hat, kann ich mir bei meinen Arbeiten nicht leisten."

Schimpf nur, ich bin's gewohnt!" sagt Milli g...,. mistig.Also in Hamburg hast du eine Stelle für mich?. Ja, meinst du denn, daß mich eine große Firma so ohne weitere? nimmt?"

Da leuchten die Augen der alten Frau, die meisten» so mürrisch blicken, triumphierend auf.

Wenn sie dich sehen, nehmen sie dich schon, und erst recht wenn sie deine Arbeit sehen; solche Kunstwerke macht dir ) leicht keine nach. Wenn dich Hausmann u. Sohn nur gehen lassen?"

! Milkl zuckt die Achseln.Na, riesig erfreut werden sie ja wohl über die Kündigung nicht sein, aber verhindern können sie es ja schließlich doch nicht, wenn ich mich zu ver­ändern beabsichtige."

So willst du es also versuchen?"

Nun ja, warum nicht? Mehr wienein" können sie mir nicht antworten und ich brauche erst zu kündigen wenn ich die Antwort von drüben in der Tasche habe." s l Sie hat es sich blitzschnell überlegt, daß ihre Abreise die beste Lösung ihrer Beziehungen zu Norbert sei. Es bleiben ihr hier noch etliche Wochen, die will sie gut benutzen und dann dann heißt es eben wieder vernünftig sein und «inen Strich unter die letzte Rechnung ziehen.

Der Plan glückt lückenlos. Hausmann u. Sohn sind zwar ärgerlich, daß ihnen ihre beste Kraft genommen wird, aber sie stellen dessen ungeachtet ein brillantes Zeugnis aus. Sie sind oemünftig genug, sich zu sagen, daß ein junge» Mädchen ein derartiges Angebot nicht wohl ab. schlagen darf

Milli ist wie im siebenten Himmel; der Gedanke, in kurzer Zeit erste Arbeiterin in einem vornehmen Ham­burger Atelier zu sein, berauscht sie förmlich. Freilich ver­ursacht der Gedanke an Norbert ihr manchmal Gewissen», bisse, aber leichtlebig, wie sie ist, hält sie sich bet ernsten Gedanken nicht zu lange auf. Mit Norbert trifft sich da» leichtfertige Mädchen fast jeden Abend im Hosaarten; die Mutter drückt ein Auge zu, denn sie kennt ja ihr« Tochter und merkt au» ihrer ganzen SIU, daß sie nicht» ErnsUich«» zu befürchten hat,

Zucker, 25 Gramm Korinthen, % Pfund Aepfel, % Liter Wasser, 30 Gramm Zucker. Das zerkleinerte eingeweichte Brot wird mit Wasser und Salz gekocht und durch ein Sieb gestrichen. Dann gibt man die in der Zuckerlösung weich­gekochten Aepfel und die Korinthen in die durchgestrichene Suppe und schmeckt sie mit Zucker ab. Nachdem sie auf heißer Herdplatte noch etwas nachgekocht hat, wird sie warm angerichtet.

Früher Sahnenkohl. Der zarte Weißkohl ist nur zu diesem Zweck geeignet, er wird wie Sauerkraut feinstreifig geschnitten, kurz abgekocht, gut abgetropft und dann in den Schmortopf gelegt, den man vorher mit Butter aus- streichen muß. Der Kohl wird mit Milch und etwas süßer Sahne überfüllt und mit einer Prise Zucker, Pfeffer, ganz wenig Muskat und Nelken gewürzt. Der Kohl darf nur aus gelindem Feuer schmoren, da er sonst leicht ansetzt; er muß . auch wiederholt während des Schmorens behutsam durch- gerührt werden. Um den Kohl, der alle Flüssigkeit auf- gesogen haben muß, legt man einen dichten Kranz kleiner i Bratkartoffeln.

praktische Winke.

Ranzige Butter. Ranzig gewordene Butter, Margarine oder Oel können wieder brauchbar gemacht werden, wenn man sie unter Zusatz einer Schwarzbrotrinde ausbrät. Das Brot nimmt den ranzigen Geschmack in sich auf.

Bürsten steif zu machen. Die weichgewordenen Borsten von Haar- und Kleiderbürsten werden wieder steif, wenn man sie einige Male in eine starke Alaunlösung taucht.

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Das Land der rechtlosen Frauen.

Der Stand der Frauenfrage in Japan. Schlechte Bezah­lung für Berufstätige. Wo man Liebesheiraten nicht kennt. Scheiden tut nicht weh. Rur die Schwieger­mutter herrscht. Geisha und Ehefrau.

So weit die Entwicklung Japans zum modernen Kul­turstaat nach europäisch-amerikanischem Muster auch ge­schritten ist die Frauenfrage ist einer befriedigenden Lösung noch weltenfern. Es gibt wohl höchst aktive Japa­nerinnen, die politische Versammlungen abhalten, um ihre Forderungen zu vertreten, und sich dabei der Unterstützung durch einige Zeitungen erfreuen. Aber an wirkliche Erfolge, also etwa an eine Teilnahme am parlamentarischen Leben oder an der Verwaltung in Stadt und Staat, ist einstweilen noch nicht zu denken. Noch immer ist die Japanerin dem Mann völlig untergeordnet und nur dazu da, Kinder zu gebären. Will sie mehr als das, sich also in einem Beruf betätigen, so muß sie sich damit abfinden, daß ihre gerin­geren Leistungen, wie sie ihren geringen körperlichen Kräf­ten entsprechen, auch niedriger bewertet werden. Japan ist ein Ackerbauland; von der Bearbeitung des Bodens leben 48 Prozent der Bevölkerung, und daher ist auch die Frau in der Landwirtschaft tätiger, als dies in Europa der Fall ist. Ihre Bezahlung steht jedoch weit hinter der des Mannes zurü-ck. Erhält dieser für den Tag einen Den, so bekommt sie nur drei Fünftel dieser Summe. Sucht sich die Frau der Stadt außerhalb der Hauswirtschaft Beschäftigung, so stehen ihr nicht viele Berufe offen. Viele sind Arbeiterin­nen in den Seidenfabriken, andere bekleiden auch schon Posten in den Kaufmannsbüros. Aber alle werden weitaus schlechter bezahlt als die Männer. Die Mädchen, die in den Büros tätig find, haben eben viel zn wenig in der Schule gelernt und können nur in ganz untergeordneten Stellungen verwandt werden. Für die Mädchenbildung ist nämlich in

Zum letzten Male ist Milli mit Norbert zusammenge­troffen. Morgen in aller Frühe wird der Zug sie in die weite Welt führen. Noch ist Norbert ahnungslos, sie wird ihm auch nichts von ihrem Vorhaben sagen. Das überläßt sie der Mutter, die wird schon mit ihm fertig werden.

Von Norberts Armen umschlungen geht sie noch ein­mal die altgewohnten Wege int Hofgarten, sie atmen ge­meinsam den süßen Duft der Rosen, den betäubenden Hauch der Reseden. Norbert plaudert von einer schönen, gemein­samen Zukunft, und Milli blickt mit bezauberndem Lächeln zu ihm auf. Endlich aber schlägt dennoch die Trennungs- stunde.

Bis morgen, mein Liebling!"

Norbert hält die schmale Mädchenhand ein wenig länger fest, ihm deucht es es liege ein so seltsam wehmütiger Zug über dem Antlitz der Geliebten.

In Millis Antlitz steigt ein feines Rot unter Norberts forschendem Blick, doch sucht sie ihrer Stimme einen mög­lichst harmlosen Klang zu geben.

Ich weiß nicht, ob ich morgen kommen kann; überhaupt werden wohl ein paar Tage vergehen, ehe wir uns wieder­sehen. Wir haben im Geschäft sehr viel zu tun, da müssen wir Ueberstunden machen."

Jetzt, um diese Zeit? Ich meine, es wäre jetzt die stille Zeit, so sagtest du doch neulich?"

Ach geh, Schätzer!, das verstehst du nicht, wir arbeiten schon vor!" sucht sich Milli aus der Verlegenheit zu helfen. Ich will sehen, ob ich es möglich machen kann."

So werde ich dich vom Geschäft abholen."

Auf keinen Fall! Ich wünsche nicht, daß die anderen Angestellten vorläufig von unserem Verhältnis erfahren. Du kannst ja im Hofgarten ein Weilchen warten, mußt mir aber versprechen, daß du ruhig nach Hause gehst, wenn ich nicht komme. Du darfst weder zum Geschäft noch zu meiner Wohnung gehen, wenn dir an einer Fortsetzung unserer Beziehungen gelegen ist."

Sie spricht die letzten Worte halb bittend, halb drohend, wie in ängstlicher Sorge.

Nun wohl, ich verspreche es dir, obschon ich eigentlich nicht einsehe, warum dn dieses Versprechen von mir for­derst."

Weil ich es gut mit dir meine, Norbert, oder zweifelst du an meiner Liebe?"

Nein, Milli, sonst könnte ich nicht so ruhig vor dir stehen."

Noch einmal wirft sie sich an seine Brust, sie umklam­mert ihn mit ihren Armen, als ob sie ihn niemals lassen wolle, dann eilt sie hastig ins Haus, die Treppe hinauf.

Norbert blickt ihr mit sonderbaren Gefühlen nach. Ihm ward bei dem stürmischen Abschied eigenartig zu Mute.

oapan vis yeme sehr wenig geschehen. Er gibt nur ganz wenig Mädchenschulen, die außerdem nur die elementarsten Kenntnisse vermitteln. An den Elementarschulen gibt es zwar ausgebildete Lehrerinnen, aber deren Arbeit wird nicht hoch eingeschätzt. Auch sie stehen bis 50 Prozent im Gehalt dem Manne nach.

Welche Rolle spielt die Frau im Hause? Keine. Sie ist im Grunde noch dieselbe wie zu den Zeiten des Kon- fuzius. Eine Ehe aus Liebe gibt es nicht. Daß das Mädchen sich den Gatten selbst erwählte, wäre unerhört; auch der Gatte trifft keine Auswahl. Die Ehe ist ein Geschäft, mit dem sich die beiderseitigen Eltern zu befassen haben. Die Ehescheidung hat sich der in den westlichen Ländern üblichen Form einigermaßen angepaßt; freilich ist sie in Japan auch nie auf solche Schwierigkeiten gestoßen wie bei uns. Da die japanische Ehe keinen sakramentalen Charakter hat, sondern nur ein Kontrakt ist, und zwar ein Kontrakt nicht zwischen Mann und Frau, sondern zwischen Eltern und Eltern oder Mann und Eltern, können die Japaner immer ohne Mühe geschieden werden. Zu Haufe ist die Frau nur Dienerin. Der Mann herrscht, und neben ihm seine Mutter. Der jungen Frau winkt also auch einmal die Macht, aber erst dann, wenn sie selbst Schwiegermutter geworden ist. So besitzt sie auch keinerlei Verfügungsrecht über ihr Geld. Streng genommen, hat sie ja auch keins, denn das von ihr in die Ehe eingebrachte Gut gehört nicht ihr, sondern den Eltern, und im Falle der Scheidung fällt es an diese zurück. Ein. Scheidungsgrund ist zum Beispiel Respektlosigkeit gegen die Schwiegereltern. Das Vorhandensein eines illegitimen Kindes tut dem Ruf der Frau keinen Abbruch. Es wird einfach von der Familie übernommen, wie überhaupt in Japan die Familie, nicht der einzelne im Vordergrund steht. Die Erziehung der Kinder besorgt neben dem Mann die Schwiegermutter.

Die im Westen so häufig idealisiert« Geisha hat den Europäer ausgiebig mit der japanischen Frau bekanntge­macht. Zwar nehmen die Geishas keine verachtete Stellung ein, aber auch vom Gegenteil ist nicht die Rede. Da die japanische Ehefrau keine Rolle im öffentlichen Leben spielt, kann natürlich auch die Geisha keinen Anspruch auf beson­dere Achtung machen. Eltern verkauften früher einfach ihre Mädchen an Teehäuser, und dann gab es kein Zurück mehr für sie. Wenn eine Geisha ausriß, wurde sie von der Polizei wieder zurückgebracht. Diese Zustände sind seit einigen Jahrzehnten glücklich beseitigt; heute darf die Geisha fort­laufen, und es gibt sogar, nach westlichem Muster, wohl­tätige Einrichtungen, die sich ihrer annehmen.

Der Unterschied zwischen Geisha und Ehefrau ist nicht sehr groß. Immer ist die Frau Dienerin. Wenn der Gatte Gäste mit ins Haus bringt, darf sie diesen nur aufwarten und die Speisen auftragen. An der Unterhaltung nimmt sie nicht teil. Uebrigens könnte sie es auch nicht, selbst wenn sie es wollte. Ebensowenig läßt sich die Japanerin mit ihrem Gatten in der Oeffentlichkeit sehen; sie begleitet ihn nicht einmal auf dem Spaziergang. Einstweilen findet der überwiegende Teil der Japanerinnen an diesen Verhält­nissen Genüge; aber es ist doch zu erwarten, daß auch im Lande der aufgehenden Sonne der Ruf der Frauen nach Gleichberechtigung einmal gehört werden wird.

U Jntere||unte Ausgravungsergevultze in Lanemark. Bei den Ausgrabungen in Köge (Dänemark) ist man etwa vier Meter unter dem Meeresboden auf gewaltige Torz- fchichten gestoßen, die darauf schließen lassen, daß hier vor 6000 bis 8000 Jahren riesige Föhrenwälder waren. Gleich­zeitig beweist dieser Fund, daß sich die Insel Seeland seit der Eiszeit 13 bis 14 Meter gehoben bat.

Am andern Morgen eilt Milli in aller Frühe zum Bahnhof. Sie hat die Begleitung der Mutter abgelehnt, denn sie will mit ihren Gedanken allein sein. Während der Nacht hat sie kein Auge geschloffen, sondern in ihre Kissen geschluchzt, denn erst in der Abschiedsstunde ist es ihr klar geworden, wie lieb.sie Norbert hat. Sie hat leicht­sinnig mit dem Feuer gespielt und sich daran verbrannt.

Bedrückt und niedergeschlagen sitzt sie in der Ecke ihres Abteils; ein junger Geschäftsreisender, der sich die Lanae- wcile der Eisenbahnfahrt durch einen kleinen Flirt mit dem hübschen Mädchen verkürzen will, erhält eine scharst Abweisung.

Na, dann nich!" sagt der pomadisierte Jüngling und rekelt sich auf der gegenüberliegenden Bank zurecht. Zu jeder anderen Zeit würde Milli kein Spaßverderber ge­wesen sein, heute aber kann sie ihre Gedanken nichi von Norbert losreißen. Sein fester Glaube an ihre Treue und Liebe, die Selbstverständlichkeit, mit der er ihre Lügen als Wahrheit hingenommcn, treiben ihr zum ersten Male in ihrem Leben die Nöte der Scham in ihre Wangen. Zuo'-ich auch beschleicht sie der quälende Gedanke, ob es nicht doch unklug war, eine so treue, aufrichtige Liebe zu hintergehen! Sie geht doch einer ungewissen Zukunft entgegen. Norbert- Liebe aber war gewissermaßen immer noch ein Rettungs­anker aus dem unsicheren Leben hinaus in einen sicheren Hafen. Lag dieser Hafen auch noch ziemlich fern, er war aber da. Norbert war viel zu anständig, sein ihr gegebenes Wort zu brechen.

Aus ihren schweren Gedanken heraus erfaßt sie plötzlich eine jähe Angst.

Was wird aus Norbert werden, wenn er ihre Falsch­heit erfährt? Wird er sich gar ein Leid antun?" Ihre Pulse beginnen zu hämmern, das Herz klopft ihr bk nun Halse hinauf. Doch mit aller Macht sucht sie diesen ichreck- lichen Gedanken, der ihr wie ein Vorwurf in der -eele bremst, niederzudriickcn.Nein, nein, ein Leid wird sich Norbert nicht antun, denn wer solche Augen hat rote er, Augen, die so stahlhart funkeln können, der läßt ü' vom Leben nicht unterkriegen, der wird es meistern." iciei Gedankc beruhigt. sie zwar ein wenig, aber er we nttdj sogleich wieder den ganzen Jammer in ihr, daß sie ikkm Manne entsagen soll. Vielleicht wenn die Mutter nicht wäre; aber sie weiß, die läßt solch einephantastische Liebe­lei", wie sie sagen würde, nicht zu und im Kampf mit bei Mutter liegen, nein, das kann sie nicht, sie will ihre Haus, liche Bequemlichkeit und Ruhe haben.---

Fortsetzung folgt.)