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Schlechter Geschäftsgang.

Die Reichsbahn im Juni 1931.

Berlin, 81. Juli.

Die Gesamteinnahmen der Reichsbahn im Juni 1931 hielten sich auf der Höhe des Vormonats. Der Personen­verkehr hat im Juni stärker als erwartet nachgelassen. Die Einnahmen blieben hinter dem gleichen Monat des Vor­jahres um 24 v. H. zurück, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, daß das Pfingstfest im Jahre 1931 in den Monat Makf im Jahre 1930 in den Monat Juni fiel. Der Güterverkehr hat zwar gegenüber dem Vormonat eine geringe Mehrein­nahme gebracht, er ist aber gegenüber dem Vorjahre eben­falls zurückgeblieben.

verglichen mit dem Juni des Vorjahres, ergeben sich folgende Einnahmeausfälle: Personenverkehr 24 v. H., Gü­terverkehr 8,3 v. h., sonstige Einnahmen 10,2 v. H., Gesamt­einnahmen 14.1 v. h. Da die Gesamteinnahmen des Mo­nats Juni 1931 um rund 56 Millionen Rm. niedriger als im Vorjahre waren, erhöhen sich die Gesamkeinnahmeaus- fälle für die Zeit vom 1. Januar 1931 bis 30. Juni 1931 gegenüber 1930 auf 330 Millionen Rm.; gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1929 beträgt der Ausfall so­gar 634 Millionen Rm.

Die Lage -es Handwerks.

Wirtschaftliche Entwicklung im Juli.

Der Reichsverband des deutschen Handwerks teilt u. a. mit: Die Entwicklung der politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse im Monat Juli hat das Handwerk auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen. Die Zahlungs» stockung im ganzen Banksystem und der Mangel an Zah­lungsmitteln ließen Auftragsbestand und Umsatz in den meisten Gewerben rasch zurückgehen. Vereinzelt wird aller­dings darauf hingewiesen, daß durch Angstkäufe des Pub­likums das Schneider- sowie das Tischlerhandwerk eine vor­übergehende Belebung des Absatzes zu verzeichnen hatten.

lleberwiegend waren jedoch die Berichte über die Wirt­schaftslage des Handwerks wenig zufriedenstellend.

Das Dauhaupt- und die Baunebengewerbe litten sehr un­ter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen sowie un­ter der regnerischen Witterung. Für dieses Jahr wird mit einer Besierung des Baumarktes nicht mehr gerechnet. Die Preisgestaltung für Erzeugnisse des Handwerks war der­art gedrückt, daß vielfach die Gestehungskosten nicht mehr gedeckt wurden. Erschwerend kommt hinzu, daß das Borg­unwesen sich weiter ausdehnte.

Die empfindliche Stockung des Zahlungsverkehrs wirkte sich besonders hart aus, weil für jede veriväleke Steuerzahlung Verzugszinsen von 5 v. h. im Monat erhoben werden können.

Ruhe, Arbeit und friedliche Entwicklung.

Die katholischen Arbeiter an Brüning.

Köln, 31. Juli.

Der Reichsverband katholischer Arbeitervereine Deutsch­lands hat an Reichskanzler Dr. Brüning ein Schreiben ge­richtet, in dem es heißt:

Mit sicherem Instinkt fühlt das Volk draußen, welche Kreise auch jetzt wieder unter Ausnutzung der Notlage der öffentlichen Finanzen als Versucher an Regierung und öf­fentliche Meinung herantreten, um sich auf Kosten von Mil­lionen kleiner Existenzen selbst ohne Schaden über den Ab­grund zu retten. Sie dürfen versichert sein, daß jede auch noch so harte Maßnahme getragen wird, wenn es sich darum handelt, eine derartige verhängnisvolle Entwicklung schon im Keim zu ersticken. Tage, die jeden Augenblick entschlos­senes Handeln erforderlich machen, um den stündlich auf­tretenden neuen Gefahren wirkungsvoll zu begegnen, lassen nach unserer Meinung keinen Raum für parteiegoistische Wühlereien, Regierungskrisen, fragwürdige politische Re­formen oder wirtschaftliche Experimente. Wollen die Gläu­biger draußen stille halten, so muß eine starke Regierung das verantwortungslose Maulheldentum im Innern eben­falls zum Schweigen bringen. Nach unseren mannigfachen Erfahrungen ist das deutsche Volk der leeren Prahlereien und unheilvoll wirkenden Demonstrationen längst müde. Es will in Wahrheit: Konsolidierung der Verhältnisse nach innen und nach außen, Ruhe, Arbeit und friedliche Ent­wicklung.

Snowden kündigt Sparmaßnahmen an.

London, 31. Juli.

Im englischen Unlerhaus machte Schatzkanzler Snowden Mitteilungen über die Finanzlage Englands. , Snowden erklärte, auch wenn Ersparnisse erzielt werden könnten, bleibe die Lage ernst. Immerhin sei Englands Haushalt befriedigender, als der irgendeines anderen Lan­des. Jetzt müßten entweder die Steuern erhöht oder die Ausgaben vermindert werden. Die Regierung ziehe den Bericht der Sparkommiffion — der eine Herabsetzung der Ausgaben für die Arbeitslosenversicherung und eine z e h n - prozentige Gehaltskürzung vorsieht — ernsthaft in Erwägung. Im übrigen sei die Lage des Londoner Geldmarktes fundamental geiund, und das möchten die fremden Nationen zur Kenntnis nehmen. Zum Schluß er­wähnte Snowden erstmals offiziell seine bereits in die Oeffentlichkeit gedrungenen Pläne zur Umwandlung der englischen Kriegsanleihe. Angesichts der Krise in Deutsch­land sind diese Pläne, wie der Schatzkanzler noch bemerkte, vorläufig allerdings zurückgestellt worden.

Romreise der deutschen Minister.

Zu den Pressemeldungen über den Termin der Romreise de» Reichskanzlers und des Außenministers wird von zuständiger Stelle sestgestellt, daß der Besuch der deutschen Staatsmänner in Italien bestimmt in Kürze zu erwarten sei. Dr. Brüning und Dr. Curtius würden die Reise antreten, wenn sich die Lage in Deutschland geklärt habe, jedoch voraussichtlich nicht vor der zweiten Hälfte des August. Im übrigen sei anzunehmen, daß der Rombesuch vor dem Gegenbesuch des sranzösischen Ministerpräsi­denten und Außenministers in Berlin stattfinden werde.

Zustand Lloyd George» beftiebigenb. Offiziell wurde bekannt- gegeben, daß der Krankheitszustand Lloyd Georges bisher weiter zufriedenstellend ist.

Erhöhung de» Banfbiefonts in England. Die Bank von Eng­land hat den Bankdiskont von 3,5 auf 4,5 v. h. erhöht.

Warschau und Moskau.

Polen lehnt Bekanntgabe seiner Rüstungsziffern ab.

Die polnische Regierung, hat dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Note übermittelt, die im Zusammen­hang mit der vom Völkerbundsrat auf der Maitagung an sämtliche Mächte gerichteten Aufforderung zur Bekannt­gabe des Rüstungsstandes steht.

Die polnische Rote gehl jedoch dieser Aufforderung aus dem Wege, indem geltend gemacht wird, daß das militä­rische Jahrbuch des Völkerbundes, das eine zusammen­fassende Veröffentlichung der Rüstungsziffern aller Län­der bieten soll, unvollständig sei, da die Rüstungsziffern Sowjetrußlands fehlen. Die polnische Regierung betont In ihrer Rote, damit eine ungleiche Behandlung der Staa­ten vorliege und lehnt es unter Hinweis auf die fehlende Bekanntgabe der - sowjetrufsifchen Rüstungsziffern zunächst ab, den polnischen Rüstungsstand anzugeben.

Bereits in den Verhandlungen des Abrüstungsaus­schusses des Völkerbundes war von polnischer Seite wieder­holt geltend gemacht worden, daß eine Verminderung der polnischen Rüstungen ohne eine gleichzeitige entsprechende Herabsetzung der Rüstungen Sowjetrußlands nicht denkbar sei. Man nimmt daher an, daß die polnische Regierung mit dieser Note auf diese Stellungnahme aufmerksam machen und damit ihre Taktik für die kommende Abrüstungskonferenz vorbereiten will.

Gegen Grenzverletzungen polnischer Flieger.

Zur Vermeidung der in letzter Zeit häufig vorgekommenen Grenzverletzungen durch polnische Flugzeuge sind nunmehr im Netzekreis Maßnahmen getroffen worden, ausländische Flieger beim Ueberfliegen deutschen Gebiets zu warnen. Den Polizeibehörden in Schönlanke und Kreuz sind Signalbomben überlassen worden, deren praktische Erprobung durch eine Kommission von Sachverstän­digen für Lustfahrtangelegenheiten vorgenommen wurde. Die in die Luft geschossenen Signalbomben explodierten unter starker De­tonation, worauf ein weißer Fallschirm zum Vorschein kam, der lange Zeit am Himmel sichtbar war.

Sitzung des Obersten Kriegsrates in Paris.

Unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Doumer fand eine Sitzung des Obersten Kriegsrates statt, an der der Kriegsminister, der Marineminister, der Luftfahrtminister und der Minister für Oeffentliche Arbeiten, sowie die dem Kriegsrat angehörenden Ge­neräle teilnahmen. Nach Presfenachrichten wurde die allgemeine militärische Lage, die augenblicklich im Gange befindlichen großen Manöver und die kommenden Manöver an der Ostgrenze erör­tert. General Weygand berichtete sodann über die Ergebnisse seiner letzten Inspektionsreise und Marschall Petain über die Besichti­gungen in den Hauptzentren der französischen Luftflotte.

Moreau Mitglied des Untersuchungsausschusses der BJZ.

Der ehemalige Gouverneur der Bank von Frankreich und jetzige Präsident der Bank de Paris et des Pays Bas, Moreau, ist zum französischen Mitglied des Ausschusses bestimmt worden, der nach den Beschlüssen der Londoner Konferenz von der BJZ. ein­gesetzt werden und die sofortigen Kreditbedürfnisse Deutschlands prüfen soll. Die Wahl des ehemaligen Gouverneurs der Bank von Frankreich wird in der Presse sehr begrüßt.

Analog auf Tschiangkaischek.

Ein Attentat wurde aus Marschall Tschiangkaischek ausge­führt. Drei unbekannte Männer feuerten aus Parabellum-Pifto- len auf den Marschall und seinen Adjutanten, doch ohne zu tref­fen. Die Polizei wurde sofort alarmiert und verhaftete die Atten­täter. Die Attentäter sollen im Lause von fünf Stunden von dem Gericht zum Tode durch Erschießen verurteilt werden. Nach einer weiteren chinesischen amtlichen Meldung sollen die Attentäter m Beziehungen zur Kanton-Regierung gestanden haben. Es wer­den weitere Verhaftungen vorgenommen, da man vermutet, daß diese Organe weitere Anschläge gegen Tschiangkaischek planen.

Für 10 000 Mark Juwelen und Goldsachen geraubt. Aus dem Gut Damshagen bei Grevesmühlen wurde ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt. Der Täter drang durch die Veranda in das Damenzimmer und stahl aus einer Vitrine eine goldene Herrenuhr, drei goldene Damen- uhren, einen goldenen Armreif, eine goldene Halskette und einen Siegelring. Die gestohlenen Gegenstände stellen einen Wert von rund 10 000 Mark dar, da sie zum Teil un­ersetzliche Erbstücke sind. Die Polizei hat sofort die Fahn­dung nach dem Täter ausgenommen, von dem bisher noch jede Spur fehlt. Der Einbrecher hatte noch versucht, den Geldschrank im Bureau der Gutsverwaltung zu öffnen, muß jedoch gestört worden sein, da er Hammer und Meißel auf dem Schränk liegen ließ.

Lustmörder Kück zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Lustmörder August Kück, der die siebenjährige Tochter seines Arbeitgebers Buck in Hesedorf nach einem Sittlich- keitsverbrechen erwürgt hatte, wurde von der Berufungs- kammer des Großen Jugendgerichts Stäbe auf die Revi­sion des Staatsanwalts hin wegen Totschlags und Sittlich- keitsverbrechens in drei Fällen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte sechseinhalb Jahre be­antragt. In der ersten Instanz war Kück wegen Körper­verletzung mit tödlichem Ausgang und Sittlichkeitsver- brechens zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Wieder politische Krawalle. In den späten Abend­stunden kam es in Neumünster wiederum zu politi­schen Reibereien. Da die Polizei einen geschlossenen Umzug der SA. und SS. verboten hatt«, zogen zahlreiche Natio­nalsozialisten in aufgelösten Gruppen durch die Straßen. Vor dem kommunistischen Lokal „Dithmarscher Hof" kam es zu Zusammenstößen zwischen den politischen Gegnern, in Deren Verlauf mit Steinen und Bierflaschen geworfen und mehrere Fenster des Lokals zertrümmert wurden. Die Krawalle dauerten bis gegen Mitternacht an. Eine Abtei­lung Kieler Schutzpolizei, die anläßlich her Vorfälle angefor­dert worden war, braucht« bei ihrem Eintreffen in Neu- Münster nicht m«hr einzugreifen.

Amy Johnson In Kasan gelandet. Die englische Flie­gerin Amy Johnson landete auf ihrem Fluge nach Japan um 15.50 MEZ. in Kasan an der Wolga, ungefähr 700 Kilometer östlich von Moskau.

heftiger Erdstoß in Neuseeland. Ein heftiger Erdstoß setzte die Bevölkerung von Central Hawkes Bay (Neusee- land) in Schrecken. Bisher sind jedoch keine Verluste an Menschenleben oder erheblicher Sachschaden gemeldet wor­den.

Devise und Bolkswirtschafi.

Die Beratungen ber' Staatsmänner und Sachverstän­digen in Paris und London über die Gesundung Deutsch­lands haben nicht die erhofften Resultate gebracht, denn wie bei allen dem unglückseligen Diktat von Versailles folgenden internationalen Zusammenkünften ist man auch setzt wieder ängstlich um das Kernproblem herumgegangen; dieses heißt- Weg mit allen Reparationenl Wo Macht regiert, muß ge­sunde Volkswirtschaft versagen. Deutschlands Katastrophe, entwicklung liefert hierfür einen nicht zu widerlegenden Beweis. Aber die politische Einsicht ist noch nicht weit ge­nug gediehen, vor allem nicht die Wahrheitsliebe und der Mut zum Wahrheits- und Schuldbekenntnis. Was wir in den letzten Wochen erlebten, war einmal die Fiebersrschcj- nung einer brutal aufgerissenen Wunde am Körper der Weltwirtschaft, zum anderen eine Ausstrahlung Versailler Geistes, der erst Oesterreich, jetzt Deutschland auf die Knie zwingen wollte.

Der letzte Grund zum deutschen Wirtschafts- und Fj- nanzzusammenbruch ist also in den vernunftswidrigen Tri­butlasten zu suchen. Deutschland ist auf Grund des Ver­sailler Diktats und des darauf aufbauenden Dawes- und Boungplans gezwungen, fortlaufend aus der Substanz des deutschen Volksvermögens Zahlungen, und zwar in fremder Währung, d. h. also in Devisen, an das Ausland zu lei­sten. So gestaltete sich jedenfalls die Praxis, wenn es auch in der Vertragstheorie hieß, daß Deutschland die Reparo tionen aus dem Außenhandelsüberschuß leisten sollte. Nach der Gesamtlage der Weltwirtschaft in Zusammenhang mit politischer Voreingenommenheit oder machtpolitischen Be­strebungen ist es in absehbarer Zeit unmöglich, den deutscher Außenhandel so zu entwickeln, daß er einen Gewinn - und damit einen Devisenüberschuß — in der Höhe der Re parationsverpflichtungen abwirft. Bei allen Konferenzen ist man bei den sogenannten Reparationsregelungen davon ausgegangen, die deutsche Ausfuhr werde soviel Devisen aufbringen, daß damit die Tribute abgedeckt werden könn­ten. Das ist eine gewallte Täuschung. Selbstverständlich ist Deutschland jetzt wie vor dem Kriege darauf angewiesen, in wechselseitigem Warenaustausch Devisen hereinzunehmen

Unsere Außenhandelsstatistik sagt uns mit zwingen­der Deutlichkeit, welche Auslandswaren wir sowohl aus volkswirtschaftlichen wie aus devisenpolitischen Gründen einführen müssen. Daß Deutschland noch stärker als bishei in Zukunft den Weg der wirtschaftlichen Selbstbeschrän­kung wird beschreiten müssen, ist unzweifelhaft. Es ist abei eine Illusion, zu glauben, wir könnten mit einem Mal un­sere wirtschaftliche Verflechtung mit der ganzen Welt lö­sen, denn es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sich dir Agrarländer, in denen unsere Jndustrieprodukte bishei einen Markt hatten, gegen die deutsche Einfuhr sperren wer­den, wenn wir uns zu einer rigorosen Drosselung jegliche, Tinfuhr entschließen sollten. Den Ausschlag für die Zu­lassung unserer Einfuhr muß daher immer der Blick aus das volkswirtschaftliche Ganze geben.

Wir dürfen dabei auch nicht übersehen, daß vielfach die Auslandskonkurrenz auf dem deutschen Markt über­haupt erst die Anregung dazu gegeben hat, die deutsche Er­zeugung in den betreffenden Produkten zu einer erfreu­lichen Entwicklung zu bringen, was somit vom volkswiri- schaftlichen Standpunkt aus von außerordentlicher Bedeu­tung gewesen ist. Ein treffendes Beispiel hierfür ist unser heimischer Obst- und Gemüsebau, der unter dem Einfluß bei Auslandskonkurrenz unbestreitbar güte- und mengenmäßig einen gewaltigen Aufschwung genommen hat. Die dadurch, im Inland mehr erzeugten Waren haben es bereits ermög­licht, daß während eines großen Teiles des Jahres bei deutsche Verbrauch hieraus gedeckt werden kann, so daß der Import für diese Produkte sich heute im wesentlichen aus die Wintermonate beschränkt resp, dazu übergegangen ist, sich solchen Produkten zuzuwenden, die im Lande selbst nicht erzeugt werden können.

Devise und Volkswirtschaft gehören also engstens zu­sammen. Aufgabe einer verantwortungsbewußten Wirt­schaftspolitik, die die Gesamtinteressen der deutschen Volks­wirtschaft im Auge behält, ist es, das Ausmaß zu ergrün­den und zu bestimmen, in welchem die Devise in unsere Volkswirtschaft einfliehen darf und muß.

Leichtes Erdbeben in Italien.

In Umbrien wurden mehrfach Erdstöße verspürt, die Mm Teil von unterirdischem Grollen begleitet waren. In Poggio di Otricoli, Narni und in Calvi sind zahlreiche Häuser beschädigt und einige eingestürzt. Zum Glück scheint das Beben keine Menschenopfer gefordert zu haben. Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist nur eine Person verlegt worden. Ein Kind, das von den Trümmern eines ernstürzenden Hauses begraben wurde, konnte unverletzt geborgen werden. Die Vertreter der Behörden haben sich an den Ort des Erdbebens begeben, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Jndustriedirektor wegen Sacharinschmuggels verhaftet. In O ft b ö h m e n wurde der Direktor eines großen In­dustrieunternehmens verhaftet, der im Verdacht steht, den großen Schmuggel von Sacharin von Hamburg nach der Tschechoslowakei finanziert zu haben. Der Süßstoff wurde m Heringsfässern in großen Mengen über die Grenze ge­bracht und besonders an verschiedene Brauereien verkauft Die betreffenden Brauereien wurden nun vom Finanzamt zu Geldstrafen bis über 100 000 Kronen verurteilt und ge­zwungen, mehrere leitende Beamte zu entlassen.

Große Kommunistenverhaftungen Gesamtzahl der bisher im Zusammen bahnanschlägen verhafteten Kommunis

In Rumänien. Die

Gejamtzahl der bisher im Zusammenhang mit den Eisen- ^h^anschlägen verhafteten Kommunisten übersteigt bereits

— Es wird weniger Schnaps getrunken. Nach den amt­lichen Ziffern über den Branntweinabsatz der Monopolver- waltung im Rechnungsjahre 1930 (1. April 1930 bis m März 1931) ergibt sich ein weiteres starkes Absinken des Verbrauchs. So gibt die Monopolverwaltung den Trink- branntweinverbrauch mit rund 474 000 Hektolitern gegen runb 625 000 Hektoliter im Vorjahre an. Auch der gewerb-

-Verbrauch ist* gegenüber dem Vorjahre von rund 18^000 Hektoliter auf rund 1 474 000 Hektoliter gefallen.

ein Rückgang des Gesamtverbrauchs von rund L a21 000 auf rund 1 948 000 Hektoliter zu verzeichnen ist