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Blumen, die gefährlich sind.

Zuweilen erscheint es, als wollten die Blumen an uns Menschen Rache nehmen, weil wir ihnen zur Sommerszeit die schönsten Blüten rauben. Sie, die sonst in schönstem Glänze erstrahlen, können den Menschen mitunter recht ver­hängnisvoll werden und seine Gesundheit schädigend be­einflussen.

Wir haben kürzlich aus Holland gehört, daß in der weiteren Umgebung der großen Primelzüchtereien eine wahrhafte Ausschlag-Epidemie ausgebrochen ist. Hunderte von Menschen sind bereits an jenem juckenden Hautaus­schlag erkrankt, und die holländischen Zeitungen fordern teilweise recht stürmisch, daß der Verkauf dieser Blumen überhaupt polizeilich verboten wird. Daß jehr viele Men- । scheu durch das bloße Anfassen eines Primelstengels einen ] starken Juckreiz in der Hand verspüren, ist ja allgemein j bekannt, aber wie man jetzt in Holland festgestellt hat, ge- j nügt auch schon der in der Lust umherfliegende Blüten- ; staub um diese Hautreaklionen hervorzurufen. Es handelt sich also nicht wie ursprünglich angenommen wurde, um ■ glasspröde Stengelhaare, die etwa "abbrechen und in der : Saut den Juckreiz verursachen, sondern es ist die bloße , ebertragung von körperfremden Eiweißstoffen.

Einen außerordentlich scharfen Reizjaft besitzt auch der ; echte Oleander. Das frische Blatt eines Oleanderbaumes darf man nicht an das Auge bringen, denn der giftige Saft kann schon eine Beeinträchtigung" des Augenlichtes bewir­ken. Zerriebene Blätter bewirken ferner einen Hautaus­schlag, der eine Art Nesselfieber darstellt und bei vielen Menschen die gleiche Wirkung hat wie etwa der Genuß von Erdbeeren oder Krebsen.

Noch weit gefährlicher aber sind manche ausländischen Pflanzen. In Australien gibt es eine Rosenart, unter dem Namen Manzetta-Rosen bekannt. Diese Blumen haben Dornen, die nicht nur stechen wie die unserer hiesigen Rosen, sondern da sie kurz und spröde wie Glas sind, brechen sie sofort ab und dringen in die Haut ein. Da die Manzetta- Rose aber einen Giftstoff enthält, dringt dieser mit dem Dorn selbstverständlich auch in die Haut ein. Dadurch ent­stehen nicht selten Wunden und Entzündungen, die denen schwerer Bienenstiche gleichkommen und manchmal sogar geschniiten werden müßen. Die Durchforscher Australiens nennen diese Pflanze die Todesrose, denn es wird sogar behaupte-, daß sie vielfach den Tod von Forschern und des Landes Unkundigen herbeigeführt habe.

Trotzdem gibt es in Deutschland eine große Anzahl von Pflanzen, die ebenfalls reichlich gefährlich sind und aus» gesprochene Vergiftungen hervorrufen können, wenn man die Blüten kaut oder in den Mund nimmt, eine Ange­wohnheit, die vielen Kindern und Erwachsenen zu eigen ist. In dieser Beziehung am gefährlichsten sind wohl der Schier­ling und der Löwenzahn. Auch die Blüten des Fingerhuts sind giftig und mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Man sollte unseren Kindern beizeiten beibringen, daß sie nicht jede abgepflückte Pflanze in den Mund zu nehmen haben, denn ein großer Teil von ihnen ist jehr giftig Welche Pflanzen vorwiegend giftig und gefährlich sind, darüber sollte man die Kinder aufklären genau so wie über genieß­bare und ungenießbare PU^e.

Großfeuer in Butojani. In der Stadt B u t o s a n i brach ein Großfeuer aus. das bisher noch nicht gelöscht wer­den konnte, da großer Wassermangel besteht. 25 Häuser sind bereits niedergebrannt. Drei Feuerwehrleute wurden bei j den Löscharbeiten verwundet. 1

-^^^ ^ --..^T^kr SRC- - r^£9K^i^^-'' WMMEiai M 6$O Der MgaMyell.

Originalroman von Maria Harling.

26 - - - (Nachdr. netb.)

krau ^„..., macht zuerst erstaunte Augen, als Wai'.dcr mit seiner Bitte an sie herantritt, doch sie hat ein gutes Herz. Sie verspricht ihm, gleich morgen hinzugehen.

Walter hat recht behalten. Frau Margret pflegt ihre Kinder.wieder gesund und Frau Edith vergißt über der aufopfernden Pflege ganz den eigenen Kummer.

Wenn sie des Abends ermüdet, aber mit glänzenden Augen, mit ihrem Stiefsohn, der sie stets abholt, heim- geht, dann wagt es Rolf nicht, ihr von seiner Liebe zu sprechen. Er ist so froh, daß er sie ihren Grübeleien entrissen hat, würde er nun mit ihr über mc Zukunft sprechen, so würden unwillkürlich die kaum verscheuchten Gedanken an Norbert zurückkehren. Eva Marie, der er seine Not klagte, lachte ihn aus.

„Sei doch nicht so zappelig, Rolf, bist ja sonst kein Nervenmensch! Wir können doch noch warten! Es wird schon alles recht werden."

Ganz schnell und heimlich hat e: die Geliebte umfaßt und geküßt. Hinter der großen Strauchgruppe auf dem Servatiiplatz konnte es schnell geschehen. Einmal auch trafen sie in dem kleinen Gäßchen am Servatiikirchplatz zusammen, da hatte Rolf sich auch schnell einen Kuß ge­raubt.

In der Göbenstraße aber hat sich anstatt der Kinder, die schon wieder aufgestanden sind, ein anderer Patient ins Bett gelegt, der Professor selber: Da wollte Frau Margret zum ersten Male der Mut verlassen und nun war es die sonst so zaghafte Frau Edith, die der Freundin Mut zu- sprach.

Walter Helmut aber steht mit ernstem Antlitz am Bette des Professors. Eine schwere Lungenentzündung hatte sich der Grippe zugesellt. Fast Uedermenschliches leisten die beiden Frauen jetzt in der Pflege, doch der Sensenmann, steht grinsend zu Häupten des Kranken, er läßt sein Opfer nicht los. Als Doktor Helmut, der gerade anwesend ist, dem Toten die Augen zudrückt, da sinkt die tapfere Frau ohnmächtig in die Arme der Krankenschwester.

Groß ist das Mitgefühl, das man der schwergeprüften Familie allenthalben entgegenbringt. Frau Edith ist un­ermüdlich in der Sorge für die noch nicht wieder ganz Ge­nesenden, für die der Tod des geliebten Vaters beinahe verhängnisvo'' worden wäre, indem die Aufregung einen Rückfall herbei,ührte.

Eva Marie eilt nun auch zu Hilfe und die Pflege der Kinder ist das beste Mittel, Frau Margret über die erste Zeit hinwegzuhelfen.

In diesen traurigen Tagen flattert ein Brief von Nor­bert in das Kontor Rolfs.

Börse und Handel.

Berlin, den 7. Juli 1931.

Effektenmarkt. Die endlich zustande gekommene Eini­gung zwischen Washington und Paris löste an der heutigen ' Börse eine Befestigung aus, die bis zu 5 Prozent betrug i Das Geschäft hielt sich jedoch noch in engen Grenzen und wurde meist von der Spekulation bestritten. Die Kursbil­dung im weiteren Verlauf war nicht ganz einheitlich. Die Lage am Geldmarkt war noch wenig entspannt. Tagesgeld »och 8—10% Prozent. Reichsbankdiskont 7, Privatdiskont 7 Prozent .

Devisenmarkt. International war die Reichsnmrk et­was gebessert.

Dollar: 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund: 20,475 20,515, holl. Gulden: 169,43 169,77, ital. Lira: 22,06 22,10, franz. Franken: 16,475 16,515, Belga (Bel­gien): 58,78 58,90, schweiz. Franken: 81,63 81,79, dän. Krone: 112,74 112,96, fchwed. Krone: 112,89 113,11, norm Krone: 112,72 112,94, tschech. Krone: 12,473 12,493, öfterr, Schilling: 59,19 59,31, span. Peseta: 40,36 40,44.

Produktenmarkt. Nach den Preisrückgängen der letz­ten Zeit machte sich im Produktenverkehr eine merkliche Erholung geltend. Weizen setzte 2,75—6,50 Mark, Roggen 2,50—3,50 Mark höher ein, Hafer konnte gleichfalls unter Deckungen 4—5 Mark gewinne». Brotgetreide alter Ernte hate ruhiges Geschäft. Die Forderungen für Weizen- und Roggeumehle lauteten kaum verändert. Hafer bei geringe­ren: Jnlandsangebot und einiger Deckungsnachfrage auch im Promptgeschäft 3—4 Mark fester. Gerste im Abschluß an die Allgemeintendenz gut gehalten.

Warenmarkt.

Mittagsbörse. (Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Mark. 251-252 (am 6. 7.: 249—250). Roggen Märk. 190-195 (201-203). Braugerste -,- (-,-). Futter- und Industriegerste 165—194 (165—196). Hafer Mark. 150-156 (147-153). Mais loko Berlin -,- (—,—). Weizenmehl 31—36,25 (31,75—36,25). Roggen- mehl 27-29,75 (27,25—30). Weizenkleie 12,50-12,75 (12,50-12,75). Roggeukleie 11,25- 11,50 (11,25-11,50). Raps —,— (—,—). Leinsaat —,— (—,—). Piktoriaerbsen 26—31 (26—31). Kleine Speiseerbsen —,— (—,—). Futter­erbsen 19-21 (19—21). Peluschken 26-30 (26-30). Ackerbohnen 19-21 (19—21). Wicken 24^26 (24-26). Lupinen blaue 16—17,50 (16-17,50), ge-be 22-27 (22 bis 27 n Serradella neue —,— (—,—). Rapskuchen 9,30 bis 9,80 (9,30-9,80). Leinkuchen 13,60-13,8.; (13 30 bis 13,50). Trockenschnitzel 7,50-7,70 (7,50.-7,70). Soja- schrot 12,60-13,80 (12,50-13,30). Kartoffelstöcken

Futterpreise.

Amtliche Berliner Notierungen für Butter im Verkehr zwischen Erzeuger und Großhandel. Fracht und Gebinde zu Lasten des Käufers: 1. Qualität 1,21, 2. Qualität 1,11, ab­fallende Qualität 0,97 Mark per Pfund. -= Tendenz: Weiter gebessert.

MAGGPErzeugnisse billiger

MAGGP Würze

Original- Flaschen

RM -.18

-.36

-.63

-.90

1.49

5.85

nachgefüllt

RM -.09

-.20

-39

-.59

1.13

—

MAGGP Suppen

1 Würfel für 2 Teller dA - 28 verschiedene Sorten -

aber in Quaiitätunveränderterstkiassig

Neben der Bitte, ihm eine größere Summe Geldes zu . senden, macht Norbert dem Bruder Vorhaltungen, daß er ; es zugelassen habe, daß die Mutter in das Fontanus'sche , Haus gegangen fei, in dem die Luft durchtränkt und ver­giftet fei von dem Atem der todbringenden Krankheit. „Es ist deine Schuldigkeit, die Mutter dort fernzuhallen: mir scheint, du bist dir über deine Sohnespflichten nicht klar."

Im ersten Augenblick wollte Rolf dem Bruder eine scharfe Antwort geben, doch dann besann er sich. "

„Norbert ist sich jedenfalls der Beleidigung, die in seinen Worten liegt, nicht bewußt gewesen!" denkt er. „Ich will keinen Streit vom Zaun brechen, es müßte die Mutter betrüben." So antwortet er ihm gar nicht auf seinen Brief: er schickt das gewünschte Geld, ohne eine begleitende Zeile.

Der Tod des Professors bringt auch in den Verhältnissen ‘ der Familie Fontanus einen Umschwung. Es heißt sich be­deutend einschränken, wenn man den drei Jungen ihr Stu- : dium ermöglichen will.

Frau Margret zeigt nun wieder, daß sie eine tapfere i Frau ist; sie überlegt, daß ihr die Vermietung ihrer hübsch möblierten Zimmer an gut zahlende Pensionäre ein schönes Sümmchen einbringen wird. Sie selbst und die Kinder brauchen ja das ganze Haus nicht.

Eines Tages aber kommt Walter Helmut. Er mietet frischweg alle überflüssigen Zimmer des Hauses und bittet Frau Margret, sich auch der körperlichen Pflege des alten Junggesellen annehmen zu wollen, da seine bisherige Logis­wirtin gewillt sei, zu ihrem Sohne nach Osnabrück zu ziehen.

Mit frohem Aufblitzen ihrer tränenfeuchten Augen hat Frau Margret dem wackeren Manne die Hand gereicht. Viel Worte wurden nicht gewechselt, aber auch ohne solche haben diese beiden aufrechten, mutigen Menschen einander ver- ^^:?'Uebersiedlung ging schnell vonstatten. Die Unrast und Arbeit, die ein solcher Umzug mit sich bringt, helfen meisterlich über manche schwere Stunde hinweg.

Walter Helmut fühlt sich bald behaglich in seinem neuen Heim: Lieselotte, die auch gerne etwas zur Vergrößerung der Einnahmen beitragen möchte und sich schon um einen Posten im Kindergarten bemühte, wird von ihm als Pri- vatsekretärin angestellt. Aus dem sonst so übermütigen, lebenslustigen Mädchen ist in letzter Zeit eine stille, ernste, junge Dame geworden. Oft blicken die dunklen Augen so sehnsüchtig in nebelgraue Fernen, als suchten oder erwar­teten sie dort etwas.

j Die ganze Familie Fontanus findet in ihrem neuen Mieter bald das Ideal eines Hausgenossen, jeder in feiner Art. Frau Margret kann ihm ihre Sorgen in Betreff ihrer Jungens anvertrauen und diese drei wiederum finden in „Onkel Doktor" immer einen fröhlichen Mentor, der an ihren Streifzügen durch Feld und Wald den gleichen Anteil nimmt wie einst der Vater. Lieselotte aber, das einst so 1 übermütige und doch herbstolze Mädchen, vor dem Onkel

Berliner Gchlachtviehmartt.

(Amtlich.) Auftrieb: 1306 Rinder (darunter 228 Och­sen, 494 Bullen, 584 Kühe und Färsen), 2780 Kälber, 3605 Schafe, — Ziegen, 14 620 Schweine, — Auslands­schweine. — Preise für einen Zentner Lebendgewicht in Reichsmark:

Ochsen:

7. 7.

3. 7.

1. Vollfl., ausgem., höchsten Schlachtwerts

jüngere

—

48—49

ältere

—

—

2. sonstige vollfleischige, jüngere

44-47

46-48

ältere

—

—

3. fleischige

42-44

43-45

4. gering genährte

37-40

38—41

Bullen:

1. jüngere, vollfl., höchsten Schlachtwerts

39-43

41-44

2. sonstige vollfleischige oder ausgemästete

40-42

42—43.

3. fleischige

37-38

38—40

4. gering genährte

35-36

36—37

Kühe:

1. jüng., vollfl., ausgem., höchst. Schlachtw.

•29-35

32-37

2. sonstige vollfleischige oder ausgemästete

25— 29

27—31

3. fleischige

20-24

23—26

4. gering genährte

15-18

18-20

Färsen (Kalbinnen):

1. jüngere, vollfl., höchsten Schlachtwerts

2. vollfleischige

41-43

43-45

38-40

40—42

3. fleischige

33-85

36—39

Fresser:

1. umßig genährtes Jungvieh

30-35

35-38

Kälber:

1. Doppellender bester Mast

—

—

2. beste Mast- und Saugkälber

42-45

45—53

3. mittlere Mast- und Saugkälber

36-47

38—50

4. geringe Kälber

28-35

28-35

Schafe:

1. Mastlämmer und jüngere Masthammel

Weidemast

—

——

Stallmast

50—52

46-48

2. mittlere Mastläinmcr, ält. Masthammel

45-48

42—45

3. gut genährte Schafe

36-39

33-36

4. fleischiges Schafvieh

38-42

34-40

5. gering genährtes Schafvieh

29-32

25-30

Schweine:

1. Fettschweine über 300 Pfund

43-44

45-46

2. vollfleischige von 240-300 Pfund

43-45

43-45

3. vollfleischige von 200—240 Pfund

43-44

44-46

4. vollfleischige von 160-200 Pfund

41-43

43-44

5. fleischige von 120—160 Pfund

37-40

40-41

6. fleischige unter 120 Pfund

—

——

7. Sauen

40-42

42-43

Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht, Markt- und Verkaufskosten, Umsatzsteuer, sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesent­lich über die Stallpreise erheben.

MAGGP Fleischbrühe

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2)onor rennt es reine Scheu, der schaut in manche Herzens« falte, die selbst dem Mutterauge verborgen blieb.

So ist es langsam Frühling geworden und noch immer ve hat Rolf den Mut nicht gefunden, mit der Mutter zu reden. । Er scheut sich, von seinem eigenen Glück zu sprechen, da er f sieht, wie das Mutterherz sich in Sehnsucht nach dem fernen H Sohn verzehrt, der so selten und dann immer nur kurze — Kartengrüße schreibt. Man sieht, eine Kluft gähnt zwischen diesen beiden Menschen, die anscheinend unüberbrückbar ist.

Rolf hat dem Bruder, dessen fast beleidigenden Brief ignorierend, von der Umwandlung bei Fontanus, von des Re Doktors Einzug in das neue Heim geschrieben. Ganz fein TOj und diskret wollte er Norbert dadurch zu verstehen geben, daß Walter Helmut nicht daran denke, die alten Be--, Ziehungen aus der Jugendzeit neu zu knüpfen. Auch von der kleinen, tapferen Lieselotte hatte er geschrieben, bie™1 so treu der Mutter die große Sorgenlast zu erleichtern^ suche: jedoch auf seinen herzlich brüderlichen Brief wartrr Rolf keine Antwort geworden. to1

Gegen Eva Maria hatte Rolf sich ausgesprochen, und bei ipenn sie auch gerne dem Geliebten bald in ihr neues Heimgx, gefolgt wäre, so war sie doch viel zu feinfühlend, um es ihm die merken zu lassen. Sie vertröstete ihn mit fröhlichem Gesichts auf die Zukunft, sie seien beide noch jung genug und hätten^ ein langes Leben vor sich. »

, So ist es nun Frühling geworden, dem Karfreitag mit, seiner Trauer ist das Osterfest gefolgt, und was für einch^ Osterfest! Lachende Sonne und tiefblauer Himmel! Dic^ä durchsichtig klare Luft ist erfüllt von leisem Singen unbteii Klingen. Feingesponnene Schleier haben sich die altenUn Linden ums Haupt geschlungen, wie jugendliche Sräutcfor sehen sie aus, die sich dem Ritter Lenz vermählen wollen.

In den Hausgärten längs der Promenade, in den dichten . Fliederbüsche», deren saftstrotzende Knospenbüschel kaunir , noch die farbensprühende Blütenpracht bergen können, lär-Ml men die Spatzen und Stare, aus dem grünen Rasen leuchten?"! Krokus und Primeln und auf den langen und runderer Blumenbeeten im alten Stadtgraben stehen die Tulpen, wie pausbackige Kinderköpfe. Me

Frau Margret geht mit ihren Kindern, denen sich wßzeg selbstverständlich Walter Helmut angeschlossen hat, die Pro-ixsi menade entlang, sie wollen Tante Edith ein frohes Dftct‘(ej[ fest wünschen. Inniger noch haben sich die beiden Freun^Ui binnen, die ja das gleiche Leid teilen, aneinander angf schlössen und obwohl Frau Margret doch eigentlich dai^, , gröf;ere Unglück getroffen hat, so ist doch sie es, die immet r' «Heber von neuem die so leicht verzagte Frau Edith aus W richten muß. Ja, sie ist in Wahrheit eine LebenskünstlerinUks

sie läfit sich nicht unterkriegen, ihr gläubiges Gottvertraue" laßt sie allem Leid mutig ins Auae schauen.

(Fortsetzung folgt)