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Ichlüchterner Zeitung

Kreis-Kmtsdtatt * Myememev amtlicherKuzeLyev für 6m Kreis Schtüchtem %2££v«tay.H.StrürfÜt Söhne» s<lit>ch^'»ahlchofftr.s* §«nft«:N^.i»-* PafiflheiKtu§«mlstM!tLM.Srao Nr. 77 (1. Blatt) Samstag, den 27. Juni 1031 83. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landraks«»^

J.=Hr. 4620. In der Gemeinde Höllerich, Bezirksamt Lemünden, ist die Schweinepest erloschen.

5chlüchtern, den 22. Juni 1931.

Der sanbrat. I. D.: Duwe.

Kreisn« ssHuß. Bekanntmachung.

Der Gastwirt Ludwig Hahn zu Süntersbady beabsichtigt auf seinem Grundstück, Kartenblatt ITr. 10, Parzelle 14 der Gemeinde 3üntersbach einen Umbau des Backhauses in ein 5chlachthaus varzunehmen. Ich bringe dieses Bau­vorhaben zur öffentlichen Kenntnis mit der Rufforberung, etwaige Einwendungen binnen 14 Tagen nach Ausgabe dieser Blattes bei mir schriftlich in 2 Exemplaren ober : mündlich zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf dieser Stift können Einwendungen in diesen, Verfahren nicht i mehr angebracht werden, oeichnungen und Beschreibungen j der Anlage können während den Dienststunden im Kreis­läufe, Zimmer ITr. 5 und 6, eingesehen werden. Termin zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen steht am Freitag, den 17. Juli 1951 vormittags 10 Uhr vor dem Unterzeichneten an. 3m Halle des Ausbleibens des Un- ternehmers ober der widersprechenden wird, gleichwohl mit der Erörterung des Unternehmens bezw. der Einwen­dungen vorgegangen werden.

Sdluditern, den 25. Juni 1951.

Der Vorsitzende des Kreisausschulies: Dr. Müller.

Stadt Schlächtern.

Geffentliche Mahnung.

An alle ^i^iJy^pf.uT:^ ^> .... i i.... l««

^äl bezw. tur Vormonate zu entrid leiden >?aats :e aern Grundvermögens- und hauszinsüeuern^ ltädtäche S:eu= und sonstigen Abgaben an die Staötkaöe nicht bc- Mdlt haben, ergebt hierdurch öffentliche Mahnung.

Bei Meldung kostenpflichtiger Einziehung sind sofort ja zahlen:

^taatlide Grundvermögenstteuer mit Zuschlag, staatliche Hauszinssteuer,

städtische Grundvermögenssteuer-Zuschläge,

Gewerbeertragsteuern für 1950, Gewerbekapitalsteuern für 1930, Holzgelder, Schulgelder, Wassergelder, Mieten, Polizeistrafen, Hundesteuer, Pachtgelder, Kanal- und Am erkennungsgebühren sowie alle anderen angeforderten Ab­gaben.

Die Steuer. und Abgabenjettel sind zur Vermeidung einer Zeitraubenden Abfertigung unbedingt bei der Zahlung vor- Megen.

Mahnungen erfolgen nur öffentlich, nicht durch Lehändi- SMg von Mahnzetteln.

-chlüchtern, den 25. Juni 1931-

Der Magistrat: Gaenßlen.

^tt der Hoover-Interpellatrottsdebattc in der franrökschrn Sammer.

Paris, 25. 6- In den Wandelgängen der Kammer -hnet man damit, dass die morgige 3nterpcllationsbebatte über den Vorschlag Hoovers, in die wieder der Abgeorb etc ^anklin-vouillon eingreifen wird, bis spät in d:e nacht «p-«m wird. Man bezeichnet Siele Debatte als die mcr. : ^ aui-enpolirüche Aussprache der letzten Jahre, gerad: h'nblidi darauf, baf im Laufe des heutigen C^ge; 2»rhalb verschiedener Hraklionen der Reder- gs ^r ^ -nd der Exposition sowie zwischen Vertretern

Hroktio en Verhandlungen ila igemnde-

behauptet, bat man versucht habe ei e .r^rap s ung "änlicher parlamentarischer Kräne u - ; - - ~g Lava! herbeiz s^bre^ und >2- enliprcher.X' Übungen morgen fertgeieht werden würden D r ~ e. ?*r verschiedener Hraktionen. u a. herriot als Don ? idei der Radikalen Hraktio . Sr r < e, vorigen.:: der ' jsrrpubhhaner und tourenl-Ennoc, Vorsitzender <:: na ^m Linken (Hrahtion Loucheur» haben ein ' un^ " e d: vertreten, daß die morgige Debatte fX : ym . der ^fragen, überhaupt jede innenpolitischen «wagun- ^ auxlchallen mühte. In diesem Geiste so'.. aud^ die ^iüsorbnung, die von der Regierung als Aburlub irr ^-kussion angenommen werben wird, ausgearbcitet ruei

Der Text dieser Tagesordnung werde, so erklärt die Antwort der französischen Regierung auf bo .weis flieslog billigen und dem amerikanischen Angebot im . Üblich auf eine europäische Zusammenarbeit zustimmen, nicht verfehlen, auf die Nnamnstbarkeil des Poung- "^nex und der darin enthaltenen Grundsätze anzuspielen.

Mellon in Paris.

Die Presse zu Brünings Besuch.

Paris, 26. Juni.

Der amerikanische Schahsekretär Hielten ist nach Paris abgereist, um dort auf den Wunsch Hoovers mit der pariser Regierung sowie den Vertretern der übrigen interessierten Mächte die Schuldenbesprechungen auszunehmen. Die Ver­handlungen sollen beschleunigt werden, um den einjährigen Zahlungsaufschub nach Möglichkeit bereits am 1. Juli in Kraft sehen zu können.

Man glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß die französische Regierung beabsichtigt, den Borschlag des Reichskanzlers zu einer deutsch-französischen Zusammenkunft ähnlich der der deutschen und englischen Minister in The- guers in bejahendem Sinne zu beantworten. Eine Ein­ladung nach Paris liegt zur Stunde in Berlin noch nicht vor. Der Gedankenaustausch über Ort und Zeit der Zu­sammenkunft wird jedoch voraussichtlich in kürzester Frist beendet sein.

Besprechungen am 4. Juli?

In politischen Kreisen verlautel, daß der deutsche Bot- schaficr von Hoesch in den nächsten Tagen der sronzösischen Regierung amtlich den Vorschlag einer politischen Ivochen- end-Zusammenkunst machen wird. Als Datum wird vor­aussichtlich der 4. Juli in Frage kommen.

Ein früherer Termin ist deshalb untunlich, weil nicht abgesehen werden kann, wann die amerikaniich-sranzöü- ichen Verhandlungen abgeschlossen sein werden. Es ist nicht die Ausgabe und die Absicht der deutschen Regierung, 'ich in diese Verhandlungen einzuschalien. Die deutsch-franzö­sischen Besprechungen werden zweckmäßig in Paris selbst' abgehalien. da dort am ehesten auch die Möglichkeit bestehl, mit führenden franZwilchen Finanz- ^nd Wirtschaftskreben zu-ammenzukommen. Während des Aufenthalts in Paris werden der Reichskanzler und der Reichsautzenminister oor-

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»Paris Rouvelle ' glaub?, daß der Kanzler und der Reichsaußenminister zwe 'Aloe schon in der nächsten Docks zu einer Bs'prechung mit Ministerpräsident Laval und Briand in Paris Eintreffen würden Bei seinem Besuch bei Briand habe der deutsche Botschafter zum Ausdruck ge­bracht, daß man in Berlin eine deutsch-französische Verstän­digung für unbedingt notwendig Halle und der Kanzler großen Wert darauf lege, mit den Mitgliedern der fran- ^rsischen Regierung persönlich Fühlung zu bekommen. Diese plötzliche Sympathie Deutschlands für Frankreich jdieine ein wenig durch deutsche Interesten diktiert zu sein. Brüning -sei ein erfahrener Wirtschaftler und begreife vermutlich, daß Frankreich zurzeit die europäische Macht sei, die am meisten in der Lage sei, dem in Schwierigkeiten geratenen Nach­barn zu helfen. Wenn also Frankreich bereit sei, die an­gebotene Hand nicht zurückzuweisen, so sei es jedenfalls notwendig, daß diese Hand versöhnliche und dauerhafte ilbsichien verfolge. Auch

der ^paris Midi"

hebt in seinem Leitartikel hervor, daß der an Frankreich aerichlete Appell des Reichskanzlers die französischen amt- lichen Kreise nicht unberührt lassen könne, da der Frieden Europas sehr wesentlich von den 'Beziehungen Zwilchen den beiden Staaten abhängig sei. Es bleibe zu ermitteln, ob diese Beziehungen in einer wirksamen Zusammenarbeit oder in einem ständigen Zwist der Gefühle und Interesten bestehen sollten. Die Haltung der Franzosen beweije, daß die Entscheidung darüber nicht von Frankreich abhangc. Man könne in Paris nichts anderes tun als abwarlen.

Räch Chequers nun Vans.

Frankreichs Einladavg an Dr. Brüning und Dr. Curlins.

Das frarrzöü'che Sabinen hm den Porichlax I: Brj nings zu einer mündlichen Bus rrache nach 3em JRmier von Ehequers angegriffen.

Ja der Unterhaltung, dir Briand mit dem deutschen Bolickmler Halle, kam er caj die Moregung pries und wachte die ofnzirUe Mitteilung daß die iranpükh-r Re cierung sich irhr freuen würde, den Reichskanzler und an­dere Mitglieder des Kabinells recht b- in Paris be- crüyn je können. Eine formelle Einladung auf einen brfti-Tiroten lag il nicht erfolgt

Der Termin für den Br »ch kaun nicht eb etegi Werden, '»lange de. Meinungsousiaufch zwischen Won .ng- io:t und Paris andauen: außerdem ist die Aolresenhen de- Kanzlers und des Außenministers von Berlin un- möglich zu einer Zeit, in der jeden Augenbuck Ueber, ralchungen einireten können. Erst nachdem völlige Klar- beit über den Vorschlag Hoovers befiehl wird die tran- jöfifdje Regierung infragen, ob eine offizielle Einladung angenehm ist.

Wichtige Mission in pari,.

London, 26. Juni. Macdonald hat den Präsidente« der Vereinigten Ausschüsse des Oberhauses, Lord Onslows gebeten, sich in der nächsten Woche in wichtiger Mission nach Paris zu begeben.

LarlBeichsfreiherr vom Giri«

Don

Dr. Walther Schreiber.

Preußischem Minister für Handel und Gewerbe.

In diesen schweren lagen, wo es wieder um die Existenz des Reiches geht, wo ein besiegtes und seiner Machtmittel entblößtes, unter einer erdrückenden Iributlaff schwer leidendes Volk in seelischer und materieller Not durch- die scheinbare Hoffnungslosigkeit all seiner Opfer neuen1 Entscheidungen entgegengedrängt wird, wo wieder einmal unser westlicher Nachbar in tragischer Verblendung das europäische Schicksal dunklen Zeiten entgegenzuführen droht, in diesem Augenblick, wo die führenden Männer wissen, daß die Grenze dessen erreicht ist, was einem Volk an Opfern zugemutet werden darf, grüßt überlebensgroß an seinem hundertjährigen Todestag die ragende Gestalt des Reichsfreiherrn Carl vom Stein das kämpfende deutsche Volk als Mahner und Ansporn, als Trost und Verheißung. Weiß Gott, der Augenblick, da ihn sein königlicher Herr Zum zweitenmal an das Rad der preußischen Geichichte rief, war für sein Land verzweifelter als unsere Tage. Das glorreiche Preußen hatte eine vernichtende Niederlage er­litten. Der Staat war halbiert, der Rest zum großen Teil verwüstet und von einer Beiatzungarmee von 160 000 Mann ausgesogen. Die Höhe der Kriegsentschädigungen war offen gelassen, die Regierung in die östlichste Stadt des Landes ver'chlagen, die Beamtenichast zersprengt, die öffentlichen Kassen leer, Handel und Wandel besonders auch durch die Kontinentalsperre fast lahnigeleg! In Berlin schaltet der Generalintendant der sraozostichen Beiatzungsarmee, Napo- ieon steht aus dem Höhepunkt seiner Möcht das Ende Preußens 'cheint gekomme Aber Stein besinnt uch nicht einen Augenblick. In ihm lebt eine überwältigende Srah des Glaubens, er e Dän ante des Willens, und er allein steht auch den einzigen Weg. das namenlose Unglück zu wenden und wie Krä^e freijukgen, die auch das »durch

* 0 ik.£ :eftr^! ernt-^r^Mtjir Geb. -Ze" des L Terdr ^ers zur. Aujsmmenbruch bringen werden. Er erkennt uno fuhU es im Tiefsten, daß in dieser höchsten Not die Rettung nur kommen kann, wenn es ge« singt, a U e Kräfte des Volkes ;ür den Dienst am staat zu mobilisieren, die bisher brachliegenden gewaltigen Kraft- ströme der Nation durch wirtschaftliche, soziale und sittliche Maßnahmen zu entfalten, durch Beteiligung an der öffent­lichen Verwaltung zu schulen, ihre Wirksamkeit in orga­nischer Ordnung auf das höchste zu steigern und auf diese Weise den auf den Lorbeeren Friedrichs des Großen ein- geschlafenen, in Unfreiheit und Bevormundung, in lebens- feindlichen ständischen Bindungen erstarrten preußischen Staat mit jungem, blühendem Leben zu erfüllen. Um das deutsche Volk zu retten, stößt Stein mit starker revolutio­närer Hand die Tür auf, die vom Absolutismus zum Volks­staat führt. In feinemPolitischen Testament" vom 24. No­vember 1808 fordert er diesen auf der Liebe und dem Willen freier Menschen ruhenden, von Zufall und Willkür befreiten, auf Recht und Gerechtigkeit gegründeten Staat, in dem jeder aktive Staatsbürger, er besitze hundert Hufen oder eine, er habe ein bürgerliches Gewerbe oder er sei durch geistige Bande an den Staat geknüpft", durch eineallge­meine Nationalrepresevtation" an den Siaalsgeschäsien be^ teiligt ist. dielen Staat als seinen oiaat liebt und ihn mit Gut und Blut zu verteidigen als eine selbstverständliche und vornehme Pflicht empfindet. Durch Neubelebung des reli­giösen Sinnes und durch P'lcge und Förderung des Unter­richts und der Erziehung der Jugend hofft der große Re- former,ein phy'i'ch und moralisch kräftiges Geschlecht auf. wachsen und eine bessere Zukunft »ich eröffnen zu sehen".

Dar fi-b Gedanken, die uns heute beinahe als selbst« verstand ck erscheinen, d e der 'ur die Zeit der Kabinetts, mir -ast des ab oluten Staates van einer unerhörten reoof : e taren Starte: : waren, die Ste - als er ;:e zum erstemal iei em königlichen Herrn and« mie, feine io-or: ge Enüc >UNA als eines »w der p-ast reit. :roz » hertroi gen und u gehariar: -n Slaairdieners" e getragen honen 13. Januar löOT).

In den vier^hv Man: en <e *tr zweneu W rk^amkeik hak Stein nir: alte eine en *4äne verwirk cken kön­nen. Aber er Hai gekürt r ; 6 e t« Ben Erfahrungen einer 27jähriger 2c'-je : " er ori. ^ t*h Verroalrung mit der herrlichen ^ arheit e es G; ies und der unge­stümen Krast st ;= 2 »ns den Weg > ,m Vocksstc:: mir kühnen ©rissen m e ntr Wei'e fre rtlegi die kinr-. Namen »är alle Zeiten mit ehernen Lettern in das Heldenbuch des Ringens im deutsche Fre.hrit und Einheit eingeschrieben hat Re i Tage nach feinem Dienstantritt beginnt das große Werk der Bauernbefreiun? durch die Aufhebung der Erduntenänigkcit und der Leibeigenschaft, die gleid^eiti: die (ebenabü+nürenbe kastcnn ? ye Sw-nbetorbnung durch­brach. Am 19. November 180h soiv!« die Einkübruno der Selbstverwaltung in den Städten, die die Staatsaufsicht ein- sckiankie, die Bürgerschaft ihre Angelegenheiten selbst ver- wallen ließ und blühendes, verantmorlungsbemuhies Leben in die erstarrten Gewohnheiten zünftiger und innungs- gebundener Verwaltung trieb.

Es würde zu weit sühren, in diesen wenigen Zeilen auch noch Steins Pläne zur Durchführung der Selbstoer-