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Nr. 72 (1. Blatt) Dienstag, den 16. Juni 193) 83. Jahrs.

Sinnliche Bekanntmachungen.

L a n d r a t s a m t.

I.-Nr. 2735 K. '6. Die Wahl des Schöffen Heinrich Hubert in Lckardroth zum Bürgermeister der Gemeinde Lckardroth habe ich gemäß § 55 ctbf. I der Landge­meindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. Au­gust 1897 bestätigt.

Schlächtern, den 12. Juni 1931.

Der Landrat: Dr. Müller.

Krci sausschuß.

Z.-Nr. 10662 F.

Znfatzreute für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbitebene.

Die Empfänger von Zusatzrcnten sind bestimmungsge­mäß verpflichtet, jede Aenderung in den Voraussetzungen für den Bezug der Renten der Fürsorgcstcllc unverzüglich anzu- zeigen. Hierzu gehören insbesondere Aufnahme einer Er- Werbetätigkeit, Erhöhung des Einkommens (auch der Kinder), Wegfall der Waisenrente oder Kickderzulagc, Tod eines Kin­des usw. Ueberhobene Zusatzrente muß nach den gesetzlichen Vorschriften in jedem Falle zurückgefordert werden.

Die Kriegsbeschädigten, Kricgshintcrblicbcncu und Vor­münder von Waisen, die Zusatzrente beziehen, ersuche ich, diese Bestimmungen künftighin genau zu beachten, damit Ueberzahlungen und Rückforderungen an Zusatzrente vermie­den werden.

Schlächtern, den 13. Juni 1931.

KreiswohlfahrtSamt.

Stadt Stein au. t

Bekanntmachung

Da die Vermessungsarbeiten in der Derkoppelung in den nächsten Tagen verschärft einsetzen, empfiehlt es sich, Es MöglMMNWNs wo UWJ? auWskelktk sirtS ilWW-- gesteint werden, die Heuernte zu beschleunigen.

Steinau, den 12. Juni 1931.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

Gntspannnng der tnnerpntttischrn Kage.

Berlin, 14. 6. (£ig. Meldung.) In unterrichteten Berliner politischen Kreisen hat man am Sonntagabend den Eindruck, daß die innerpolitische Lage seit Sonnabend erheblich Entspannt worden ist. Dazu hat vor allem die Unterredung beigetragen, die der Reichskanzler gestern im 3uge Berlin Hannover mit dem Führer der Deutschen UolkLpartei vingeldey gehabt hat. In dieser Unterhal­tung ist es keineswegs zu irgendwelchen konkreten Dcr= rinbarungen gekommen. Das wäre auch aus verschiedenen Gründen garnicht möglich. Wie aber aus der von uns untgeteilten Information derKöln. 3tg." hervorgeht, die ®w führender volksparteilicher Seite als richtig bezeich­ne wird, ist es doch gelungen, zwischen der Reichsregie- ; tung und der Deutschen Volkspartei eine Drücke zu schla- gen. Gb die Fraktion sie betritt, inbcm sie ihren Vc- P-tuß von Donnerstag rückgängig macht, das hängt natür- M von dem Uusgang der für Montag vorgesehenen neuen Unterhaltung zwischen Dr. Brüning und Dr. Dingeiben W 3n unterrichteten Kreisen glaubt man aber, daß die Schwierigkeiten, die von dieser Seite her kommen, in ihrem , fern schon durch die Sonnabend Aussprache überwunden . Diel beachtet wird in parlamentarischen Kreisen auch >.CI heutige Artikel des Reidystagspräfibenten Lobe im I lonnärts, der ausdrücklich als eine Warnung vor 3Hu ' "Onen gekennzeichnet ist und 'den Eindruck erweckt, daß "uch in sozialdemokratischen Kreisen eine Verständigung mit F^ Uanzerler erwartet wird. Die endgültige Entscheid ^.bas muß auch jetzt noch festgestellt werben, fällt Wies erst am Dienstag.

SchiffsKataNrovste. 300 Tote.

JBüB. pari S, 14. 6- Nach einer Havasmeldung aus ßUazaire bestätigte es sich, daß der DampferSt. Wert", der heute früh mit 500 bis 600 Kusflüglern 11 Borb Nantes verlassen hat, verloren ist. Die Zahl ^ Ertrunkenen wird mit 300 angegeben.

Schweeer Schiftszusommenftost.

, " 0t t e r d a in, 14. 6. Meldungen aus Vlissingen zu-

Ae 'U gestern beim LeuchtschiffWoord Linder" infolge ; Wen Uebels der britische 30ö7 to.-Damp^rUrania" I W oem norwegischen 9000 to.«DampferBeaufort" zu j mengestoßn. DieUrania" sank innerhalb kurzer ^eit. , Bemannung konnte von derBeaufort", die stark jobigt wurde, aber die Weiterreise nach Rotterdam ln*- an Borb genommen iperden.

h Die Hitzewelle in ganz Spanien dauert an. Dichtete Ionen sind an Hitzschlag gestorben.

700 Zahre deuffches Ordensland.

Die Feierlichkeften in marienbUrg.

In den Junitagen vor 700 Jahren überschritt Land­meister Hermann Balk zum ersten Male die Weichsel und bahnte damit die Kulturarbeit der Deutschordensritter im Osten an. Zur Erinnerung an diese denkwürdige Tat fanden in Ost- und Westpreußen würdige Gedenkfeiern statt, die durch die Anwesenheit des Reichspräsidenten eine besondere feierliche Note erhielten. .Festgottesdienst leiteten den Tag ein. Glockengeläut kündete das Nahen Hindenburgs.

Hindenburgs Fahrt nach Marienburg gestaltete sich zu einer Triumphfahrt. Auf dem Markt­platz in Stuhm wurde der Reichspräsident durch Landrat Dr. Zimmer begrüßt. Oberstleutnant von Hindenburg legte am Denkmal des Segelfliegers Ferdinand Schulz einen Kranz nieder. Auch in Braunswalde hielt der Wagen einige Minuten vor den Kriegervereinen. Bis nach Marien- burg bildeten dann Vereine, Schulen und Wehrverbände, Vereinsabordnungen aus Westpreußen und Danzig, Königs- berger und Danziger Studenten in Wichs Spalier.

An der M a r i e n b u r g e r Stadtgrenze begrüßten der Landrat und der erste Bürgermeister den hohen Gast. Unter Vorantritt der Reitervereine und begleitet vom Jubel der Bevölkerung traf dann Hindenburg am historischen Rathaus von Marienburg ein, wo er wiederum feierlich begrüßt wurde.

Unter dem Geläut der Glocken gelangte der Reichspräsi­dent dann zum westpreußischen Abstimmungsdenkmal. Er legte dort einen Lorbeerkranz mit weißer Seidenschleife nie­der, die die Inschrift trägt:Reichspräsident Generalfeld­marschall von Hindenburg mit Dank für die im Abstim- mungskampf bewiesene Treue."

Der erste Bürgermeister Pawelcik begrüßte den Reichspräsidenten als den Befreier Ost- und Westpreußens. schritt von Hindenburg^die Front der Ehrenkompagnic ab und begrüßte in besonders herzlicher Weise die Marien- burger Veteranen und die Vertreter der Behörden.

Der Höhepunkt aller feiern.

Die Hauptfeier fand in dem alten mit Fahnen und Girlanden geschmückten Hochmeistersitz Marienburg in der Marienburg selbst statt, und wurde mit dem Gesang ^,Nach Ostland wollen wir fahren" eingeleitet. Dann sprach der Präsident des Provinzial-Landtages der Provinz Ostpreußen, Wirklicher Geheimer^ Rat D. von Berg. Sein Gruß und Dank galt an erster^Stelle dem Reichspräsidenten, den er als ein Vorbild der Schlichtheit, Opferfreudigkeit, Güte und Stärke und als den Retter Ostpreußens vor' russischer Ueber* flutung pries. Er verwies auf die Wechselvolke Geschichte Ostpreußens, und schloß mit dem Gelöbnis:Dies Land bleibt deutsch!"

In der anschließenden Festrede wies Oberstudiendirektor Dr. S ch u m a ch c r - Marienwerder darauf hin, daß die 700jährige Geschichte des Preußenlandes nicht so sehr ein Kapitel der deutschen Kriegsgeschichte, als deutscher Kultur­politik, deutschen Fleißes und deutscher Volksbewegung wäre.

Der deutsche Orden

ist es gewesen, der diese Verlegung des europäischen.Tat- willens vom Mittelmeer nach der Ostsee durchführte und damit zugleich den Weg betrat, den schon eine große deutsche Volksbewegung, die Ostsiedlung, seit den Tagen Heinrichs des Löwen längst eingeschlagen hatte.

Der Redner ging dann auf die Geschichte des Deutsch­ritterordens ein und schilderte die

politische Bedeutung Ostpreußens

in den Zeiten des Großen Kurfürsten, der ersten preußischen Könige und der Befreiungskriege. Ostpreußen sollte in dieser Zeit von neuem eine maßgebende Rolle spielen.

Nach einem historischen Rückblick auf die Kriegszeit und einem Hinweis auf die Not in diesen Jahren, schloß Dr. Schuhmacher:

Die heutige Festfeier möge Europa erneut ins Gedächt­nis rufen, daß das alte Ordensland einst der Vorkämpfer des Christentums gegen den heidnischen Osten war, wie es heute wieder sein Bollwerk gegen die Feinde und

Verächter der abendländischen Kultur ist

Die Ansprache des Reichspräsidenten.

Nach diesen Ausführungen hörte die Versammlung in lautloser Stille die Ansprache Hindenburg s. Er dankte zunächst für die vielen Grüße von Jung und Alt, mc seinem alten Herzen wohlgetan hätten. Es ist mir, führte er u. a. weiter aus, eine besondere Freude, gerade in diesen Tagen in meiner alten Heimat zu weilen und heute hier in der alten Ordenshaup'ü N anwesend sein zu können. Immer wieder sind während d - Auf und Nieder dieser 700 Jahre hier im Osten n

die Zeiten schtverster Rot überwunden worden, wenn fester Wille und einiger Zusam­menschluß vorhanden waren. Auch jetzt ist Deutschland, und insbesondere das vom übrigen Vaterland durch die unheil­

volle Grenzziehung des Versailler Vertrages abgetrennt« Ostpreußen wieder in einer Zeit harter Bedrängnis, und gerade in Ostpreußen sind Kummer und Sorge in vielen Familien ungebetener Gast.

Wie unsere Vorfahren in zäher Ausdauer und unver­brüchlichen Goktvertrauens auch die schwersten Jahre überwunden, so müssen auch wir der Krise der (Begen- work Herr werden. Freilich: innere Einheit und ge­schlossene Widerstandskraft des ganzen deutschen Bet­tes sind Voraussetzung für die Ueberwindung dieser, die deutsche Wirtschaft so schwer bedrückenden Rot und zur Erringung einer besseren Zukunft. An diese Eini­gung soll uns auch diese festliche Stunde mahnen! wir wollen das gemeinsam geloben, indem wir rufen: Deutsch­land, unser geliebtes Vaterland, Hurra!

Stehend wurde hierauf das Deutschland-Lied gesungen, das den Festakt beendete.

ReichSbanldislont um 2 Prozent erhöht.

A b 13. I u n i

Die Reichsbank hat mit sofortiger Wirkung den Wechsel- diskontsatz um 2 Prozent von 5 auf 7 Prozent und den Lombardzinssatz von 6 auf S Prozent erhöht.

Diese Erhöhung begründete Reichsbankpräsident Dr. Luther in der Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank daniit, daß feit Ultimo des Jahres die Reichsbank in erheb­lichem Maße Gold und Devisen habe abgeben müssen. Zu­nächst zwar hielten sich die Abziehungen in verhältnismäßig engen Grenzen, die angesichts des Gold- und Devisenbestan­des der Reichsbank und angesichts der Tatsache, daß der Noten­umlauf sich entsprechend verminderte, ein weiteres Abwartes als unbedenklich und angezeigt erscheinen ließen. In den letzten Tagen sind jedoch die Anforderungen außerordentlich ge­stiegen. Hinzu kommt, daß auch eine stärkere Inanspruch­nahme des Wechselkredits der Reichsbank eingesetzt hat, so daß die Reichsbank nunmehr gezwungen ist deutliche Ab­wehrmaßnahmen zu ergreifen.

Die umfangreichen Kreditkündigungen und Wertpapier­verkäufe,

-ir^ ^...,...,._ ^...^.. ..j-.^-.^ anderungen innerhalb Deutschlands, sondern auf Ereignisse anderer Art zurück, unter denen die Vorgänge bei der Oester­reichischen Credit-2lnstalt ihre besondere Rolle spielen

Das Reichsbankdirektorium betont, daß ungeachtet der Fortdauer der allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Lage der deutschen Wirtschaft selbst und die deutschen Kreditverhältnisse keine Veranlassung für den eingekretenen Umschwung geben.

Gegenüber der tatsächlichen Entwicklung des Devisen­marktes hält das Reichsbankdirektorium eine Erhöhung des Diskontsatzes um 2 Prozent, und zwar mit dem Heurigen Tage in Kraft rretend, für geboten.

Wie verlautet hat die Reichsbank an Gold und Senilen insgesamt bisher rund 700 Millionen Mark zugeben müßen; man nimmt an, daß der Höhepunkt überschritten ist.

Dr. Oieirich zur ^eparationsfrage.

Die Aufgabe der Rotverordnung.

Auf dem Parteitag der badischen Deutschen Staatspartei in Uebertingen (Bodensee) nahm Reichsfinanzminister Dietrich zur allgemeinen politischen Lage Stellung. Zuerst ging er auf die Notverordnung ein, durch die der Reichshaushalt ausgeglichen werden solle. Die K r i s e n st e u e r solle die erhöhten Mittel für die Krisenunterstützung aufbringen. Auch die Leistungen der Arbeitslosenversicherung hätten ab* gebaut werden müssen, vor allem dürfe die Versicherung nicht zusammenbrechen.

Die Reparationsfrage beleuchtete der Redner eingehend und betonte, daß das Ein- treiben der Schulden kapitalschwacher Länder durch kapital­starke Länder ein schweres Störungsmoment in der Welt­wirtschaft darstelle. Die kapitalsarmen Länder hätten keine Möglichkeit, Waren und Rohstoffe zu taufen.

Die Reichsregierung sei entschlossen, der Repacations- fragc nicht aus dem Wege zu gehen. Die öffentliche Mei­nung der Welt sei offenbar eine Aufrollung dieser Frage nicht ungünstig gesinnt, da man allmählich begriffen hab^ wie gefährlich oer störende Faktor der Reparationen fei.

Deutschland war infolge der ihm auferlegten Lasten ge­nötigt. beispielsweise die Weizeneinfuhr fast völlig abzu- drossel». Auch die Einfichr von Rohölen werden zugunsten der inländischen Erzeugung eingeschränkt werden müssen. Schließlich werde der deutsche Schaden sich auch zum Schaden der anderen auswirken.

Der Minister hob weiter hervor, daß eine Diktatur die Lage nid)t bessern würde, nur den Unzufriedenen wäre die Möglichkeit genommen, sich zu äußern. Die Regierim« werde die Verantwortung für ihre Maßnahmen nicht at# anderen «binären.

3m Flugzeug verbrauut.

Mit 3 Personen brennend abgestürzt.

Das Schulflugzeug des Anhaltischen Vereins für Luft­fahrtBölckc" stürzte in Dessau infolge einer »edienuvgr- fehiers in einer Kurve aus etwa 100 Meter ab, prallte auf die E^l e und verbrannte. Offenbar ist dabei der Beuzintank explodiert. Der Führer Riemann, ein Jungflieger utib d« Fluggast Barteis verbrannten.