planmäßige Unruhen.
Schwere Ausschreitungen in Mannheim.
Mannheim, 12. Juni.
In Anschluß an eine kommunistische Protestkundgebung gegen die neue Notverordnung kam es an verschiedenen Plätzen und Straßen der Innenstadt zu schweren Ausschreitungen der Demonstranten. Die Polizei machte wiederholt von dem Gummiknüppel Gebrauch und nahm mehrere Personen fest. In der westlichen Unterstadt wurden aus Brettern, Lisenstangen, Müllkästen, Wagenleilen usw. aus verschiedenen Straßen Barrikaden errichtet und das Pflaster aufgerissen. Sämtliche Laternen in diesen Straßen wurden eingeworsen, so daß die Straßenzüge völlig im Dunkeln liegen.
Der Verkehr auf den Straßen ist lahmgelegt. Die Wirtschaften und Geschäfte haben ihre Schaufenster durch Rolläden gesichert. Die Straßen waren von meistenteils jungen Personen stark bevölkert.
Von einer Barrikade aus wurde scharf auf die Polizei geschossen. Hinter der Polizei rücken FeuerwehrleulS nach, die die Hindernisse beseitigen. Bei den Barrikaden wurden Steine und Tüten mit Erde gefunden, die wohl als Wurfgeschosse dienen sollten.
Um 23 Uhr war im Unruheviertel die Ordnung wieder- hergestellt und die Aufräumungsarbeit in den Straßen durchgeführt. Wie von amtlicher Seite mitgeteijt wird, wurden von der Polizei insgesamt sechs Verhaftungen vorgenommen.
Gegen Mitternacht wurde die Bereitschaskspolizei nach der DeJarftabt gerufen. Auch dort halte man Pflastersteine herausgerissen. Leim (Eintreffen der Polizei waren die Ruhestörer verschwunden.
Auch Ausschreitungen in Frankfurt a. M.
In den Stadtteilen Bornheim, Sachsenhausen, höchst und besonders in der Frankfurter Altstadt kam es zu kommunistischen Ruhestörungen und Demonstrationen gegen die neue Notverordnung, von der Polizei konnte überall die Ruhe sofort wiederhergestellt werden.
Die anrückenden Polizisten wurden an verschiedenen Stellen mit Steinen beworfen und mußten einzelne Schreckschüsse abgeben, durch die aber bis jetzt niemand verletzt wurde. Die Polizei ist vollkommen Herr der Lage.
Schreckschüsse in der Potsdamer Straße.
WTB. Berlin, 11. 6- Nach Schluß der Kommunistischen Kundgebung im Sportplatz Kam es beim Abmarsch der Kommunisten zu Tumulten. Bei dem Versuch, die Demonstranten von der Potsdamer Strafte abzudrängen und vor allem den Platz vor dem_5portpalast für die noch herausziehenden Teilnehmer freizuhallen, Kam es ju Zusammenstößen mit der Polizei. Die Polizei mußte schließlich vom Gummiknüppel und späterhin auch, als die Menge eine drohende Haltung einnahm und zahlreiche Beamte umzingelte und tätlich angriff, von der Schußwaffe Gebrauch machen. Da es sich jedoch nur um Schreckschüsse handelte, wurde niemand verletzt. -Zahlreiche O^mochKan- ten wurden festgenommen. Insgesamt wurden 21 Demonstranten festgenommen.
Kommunistische UeberfSUe in Kremen.
EDÜB. Bremen, 12. 6- Wegen mehrerer kommunistischer Ueberfälle auf Nationalsozialisten in der letzten Seit oeranstallete die Drtsgruppe Bremen der N. S. D. A. p. gestern abend in der Neustadt eine öffentliche Kundgebung, in deren Verlauf Kommunisten schwere Ueberfälle auf Nationalsozialisten und Polizeibeamte verübten. Drei Polizeibeamte, zahlreiche Nationalsozialisten und mehrere Unbeteiligte wurden verletzt. 20 Kommunisten wurden festgenommen. Line Reihe von Kommunisten wurde beim Vorgehen der Polizei, die mit dem Gummiknüppel und der blanken Waffe einschritt, ebenfalls erheblich verletzt. Die Kommunisten warfen hauptsächlich von den Dächern der anliegenden Häüser mit Steinen nach den Nationalsozialisten und Polizeibeamten. Ferner rissen sie eiserne Straßenroste heraus, zerbrachen sie und bewarfen mit den Lifenstücken Polizei und Nationalsozialisten. Ein Polizeibeamter wurde von ihnen zu Boden geschlagen und mit Füßen getreten.
In Kassel ein Polireimachtmeister erschossen.
Kassel. In den Straften um den Altmarkt bildeten sich am Mittwochabend größere und kleinere Trupps zumeist jugendlicher Kommunisten. Da sie den Aufforderungen der Polizei, die Straften zu räumen, nicht Folge leisteten, räumte die Polizei mit dem Gummiknüppel den Aljmarkt und die in diesen einmündenden Straften. Dabei kam es zu einem heftigen Zusammenstoß mit den Demonstranten und den Beamten, die aus den Häusern mit Blumentöpfen, Steinen, Biergläsern usw. beworfen wurden. Bei diesem Bombardement gingen zahlreiche Schaufenster« scheiden in Trümmer. Die Polizei nahm mehrere Haussuchungen vor und verhaftete einige Personen. Gegen 11 Uhr abends mußte auch die Marktgasse geräumt werden. Dabei fielen plötzlich aus einem Hause mehrere Schüsse. Lin Polizeiwachtmeister erhielt einen tödlichen Bauchschuß. In der Klosterltraße mußten Polizeibeamte, die in Bedrängnis kamen, von der Schußwaffe Gebrauch machen. •Dabei wurde ein Straßenpassant verletzt. Die Polizei schritt barauf zur systematischen Räumung des ganzen Häuser- blocks, erlieft den Befehl „Fenster zu, es wird geschossen", bem sie durch mehrere scharfe Schüsse Nachdruck verlieh und begann mit der Durchsuchung der Häuser. Gegen Mitternacht war die Ruta wieder hergestellt. Das Polizeipräsidium teilt zu dem Zusammenstoß noch mit: Infolge der heimtückischen und hinterlistigen Ueberfälle in der Altstadt, bei denen ein Schutzpolizeiwachtmeister aus dem Hinterhalt erschossen wurde, hat der Polizeipräsident wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bis auf weiteres alle Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel verboten. Der Regierungspräsident hat für die (Ergreifung des Täters, der den Polizeiwachtmeister erschossen hat, eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
Neue Ausschreitungen in Kassel.
WTB. Kassel, 1 1. 6. In der Altstadt, besonders am I Altmarkt und am Martinsplatz, kam es heute abend wie- | der zu großen Ansammlungen. Die Polizei ging gegen die . erregte Menge, die noch weiter aufgehetzt wurde, sofort energisch vor, mußte aber wieder von der Schußwaffe Gebrauch machen. Gegen Mitternacht herrschte in den Straßen der Altstadt noch große Unruhe. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen. Die gestrigen Unruhen in der Kasseler Altstadt haben noch ein weiteres Todesopfer gefordert. heute abend fand man in feiner in der Marktgasse befindlichen Wohnung den 90jährigen Schuhmacher- meister Hau mit einem Kopfschuß tot auf. Wahrscheinlich ist i der Greis bei der gestrigen Räumung der Altstraße beim . Fensterschießen von einer Kugel getroffen worden.
Neue Zusammenstöße in Hamburg. ,
WTB. Hamburg, 12. 6. Im Anschluß an eine kommunistische Protestversammlung gegen die Notverordnung, die von etwa 8 bis 10 000 Personen besucht war, kam es an verschiedenen Stellen der Stadt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Ein besonders schwerer -Zusammenstoß ereignete sich gegen Mitternacht am Volkshausmarkt. Die Polizei mußte hier mehrere Schüsse abgeben, wobei vier Personen verletzt worden sein sollen. Bei einem späteren Zusammenstoß an der englischen Kirche fielen ebenfalls Schüsse: auch hier soll es einen verletzten gegeben haben. Dem energischen Zugreifen der Polizei mit einem größeren Mannschaftsaufgebot gelang es dann, den Volkshausmarkt zu räumen und die Ruhe wiederherzustellen.
Neue Zusammenrottungen in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 11- 6. Während der heutige Tag vollkommen ruhig verlief, kam es in den späteren Abendstunden besonders in der Altstadt erneut zu kommunistischen Zusammenrottungen, die aber von der Polizei mühelos zerstreut wurden. Um das Vordringen der Polizeiautos zu hindern, versuchten jugendliche (Elemente die Tönges- gasse zu sperren, indem sie einen Drückkarren umstürzten und Teile eines Weißbindergerüstes über die Strafte legten. Die Polizei beseitigte das Hindern'? und säuberte die Straßen. Gegen Mitternacht war die Ruhe wiederhergestellt.
Der Empfang der Sozialdemokrateubeim Kanter.
LNB. Berlin, 12. 6. (Eig. Meldung.) Ueber den Verlauf der Besprechung des Reichskanzlers mit den Vertretern der Sozialdemokratie, an der auch der Reichsar- beitsminister Dr. Stegerwald teilnahm, berichtet der Sozialdemokratische Pressedienst, daß die Vertreter der Sozialdemokratie dem Reichskanzler ihre Bedenken gegen die Notverordnung aufmerksam machten, die eine weitgehende Minderung der sozialen Leistungen bezwecken. Der Reichskanzler betonte, daß die (Einberufung des Reichstages mit schweren Gefahren für die Kreditverhältnisse verbunden iei, und man im gegenwärtigen Augenblick davon eine weitere Zuspitzung der Winschaftskrife, der Arbeitslosigkeit und der Finanzschwierigkeit befürchten müsse.
Lin endgültiges (Ergebnis wurde nicht erzielt. Die Besprechungen über die von der Sozialdemokratie gewünschten Abänderungen der Notverordnung sollen nach der Rückkehr des Reichskanzlers von Neudeck und nach einer Fühlungnahme mit dem Reichskabinett fortgesetzt werden.
Nach einer weiteren Mitteilung des Sozialdemokratischen Pressedienstes ist die Reichsregierung zu Aenderungen unter der Voraussetzung bereit, daß dadurch die finanziellen Lr- gebnisse nicht beeinträchtigt werden. Die gewünschten Abänderungen sollen jedoch weder durch den Reichstag, noch durch einen Ausschuß beschlossen, sondern auf dem Wege interner Verhandlungen vereinbart werden.
Parteiführer beim Kanzler. Fortsetzung der Besprechungen am Sonnabend.
Berlin, 12.. Juni.
3m Anschluß an die Sitzung des Reichskabinetts am Donenrstag, in der Kanzler und Außenminister über ihre Londoner Reise berichteten, begann der Empfang der Parteiführer. Zunächst hatte der Kanzler den Besuch des Führers der Landvolkpartei, Dr. Gereke, dann kam der Führer der Deutschen Volkspartei, Abgeordneter Dingeldey, zu ihm. Programmäßig schloß sich an die Unterredung mit dem Abgeordneten Dingeldey der Empfang der sozialdemokratischen Fraktionsführung; es folgte noch eine Besprechung mit dem Zentrum. Am Freitag fuhr der Kanzler nach Neudeck, um dem Reichspräsidenten Bericht zu erstatten.
Für Sonnabend ist zunächst der Empfang der Führung der Christlich-Sozialen, der Staatspartei und der Wirt- schoftspartei angesetzt. Ob der Kanzler auch Vertreter der Opposition empfangen wird, steht noch nicht fest.
Zugzusammenstoß. — 18 Verletzte.
Alton«, 12. Juni. Auf der Altona—Kaltenkirchener Eisenbahn stießen zwischen Tanneneck und Ulzburg ein Triebwagenzug mit einem Gllterzug zusammen. 16 Fahr- gäste des Triebwagenzuges wurden verletzt. Beide Zugführer erlitten ebenfalls Verletzungen. Nach Angabe der nerbeigerufenen Aerzte besteht bei keinem der Verletzten Lebensgefahr.
Die Katastrophe des U-Bootes „Poseidon".
Weihaiwei, 12. Juni. Es steht jetzt fest, daß die in dem gesunkenen Unterseeboot „Poseidon" eingeschlossenen 18 Matrosen nicht mehr am Leben sind. 10 von ihnen, die in einem besonderen Raum eingeschlossen sind, hat man von vornherein als verloren angesehen. Von den übrigen acht hieß es zuerst, daß sie mit dem Schiff „Medway" in telephonischer Verbindung ständen.
- Bor der Verlängerung des Berliner Vertrages. Das unter dem Namen Berliner Vertrag bekannte deutsch-russische Freund- schaftsabkommen läuft am 29. Juni ab. Das Abkommen wird ohne wesentliche Aenderungen verlängert werden.
weile« deutsche Goldsendungen nach London. Deutschland hat eine zweite Goldsendung nach London verschifft. Die Gesamt- Höhe der Ueberweisungen während der letzten Tage stellt sich aus rund 40 Millionen NM.
Segelflieger Groenhoff über dem Iungsrauengebiet. Der deutsche Segelflieger Groenhoff hat im Anschluß an das Baseler Flugmeeting vom letzten Sonntag erfolgreiche Segelflugversuche in den Zentralalpen vom Jungsraujoch aus unternommen. Er startete trotz des starken Windesund landete schließlich wohlbehalten in Interlaken Ueber der Station Jungfraujoch und dem Jungfraugebiet beschrieb der kühne Flieger in 4100 Meter Höhe mehrere Schleifen, um nach etwa zwanzig Minuten dann nach den Niederungen des Vrienzer Sees zu verschwinden. Die Flugversuche werden mit Unterstützung des Schweizerischen Aeroklubs, Sektion Basel, und des Vereins Aviatik beider Basel aus Grund einer Vereinbarung mit dem Forschungsinstitut Rhön-Ros- sitten-Gesellschaft durchgeführt. Groenhoff wird bei seinen Versuchen unterstützt von dem bekannten Motor- und Segelflieger Riedel und dem Flieger Harth.
Sterbsritz. Am Sonntag, den 7. d. Mt?. fand bas diesjährige Anturnen des hiesigen Turnvereins statt und nahm im Beisein von zahlreichen Turn freunden einen guten Verlauf. Die turnerischen Uebungen wurden nach 21/2 stün- diger Dauer durch bas Preisrichterkollegium wie folgt gewertet: Oberstufe 7-Kampf (außer Konkurrenzh Ehrenpreis: Fritz Kirft, 127 Punkte, Konrad Auffahrt 126 Punkte, Iohs. Sperzel 125 pkt, 1. Preis Konrad Frischkorn, 123 Pkt., 2. Pr. Hans Staubitz 119 Pkt., 3. pr. Heinrich Alt 113 Pkt, 4. Pr. Konrad Roth 107 Pkt, 5. Pr. Adam Simon 93 pkt- Unterstufe 7 -Kampf: 1. pr. Adam Sperzel 116 Pkt-, 2. Pr. Heinrich Simon 113 Pkt., 3. Pr- Iohs. Roth 105 Pkt., 4. Pr. Heinrich Röll 102 Pkt., 5. Pr- Fritz Lohmann 101 Pkt., 6. Pr. Iohz. Sperzel II. 98 Pkt., 7. pr. Adolf Simon 93 Pkt. Stiller 5«Kampf: 1. pr. Fritz Müller 90 Pkt-, 2. Pr. Konrad Blum 87 Pkt., 3. Pr. Gerhard Fisch 86 Pkt., 3. Pr. Heinrich Seiler 86 Pkt., 4. Pr. Ioh. Sperzel 77 Pkt, 4. Pr. Iohs. Sperzel 77 Pkt., 5. Pr. Adolf Ommert 68 Pkt., 5. Pr. Konrad Weitzel 68 Pkt. Turnerinnen 4-Kampf: 1. pr. Llfriede Ligenbrod 75 Pkt-, 2. Pr. Anni Glock 69 Pkt., 3. Pr. Käthe Frischkorn I. 68 Pkt, 4. Pr. Anna Sperzel 64 Pkt-, 4. Pr. Käthe Frischkorn 64 Pkt., 5. Pr. Liefet Frischkorn 62 PKH, 5. Pr- Liesel Simon 62 pkt., 6. Pr. Liefe! /Hölzer 58 Pkt., 7. Pr. (Erna Goldschmidt 56 Pkt. Schülerinnen 4-Kamps 1. pr. Ria Kirft 65 pkt-, 2. pr. Dina Koch 62 Pkt, 3. pr. Maria Mack 61 pkt., 4. pr. Käthe Heil 56 Pkt, 5. pr. (Emma Simon 52 pkt-, 6. pr. Ria Heinbuch 51 Pkt., 7. Pr. Leni Sperzel 49 Pkt, 8. Pr. Käthe Röder 45 pkt. — Den Schluß bildete eine von den Turnerinnen aufgeführte Freiübung. Die Leistungen einer Anzahl Turner und Turnerinnen waren als recht gut zu bezeichnen und ließen einen regelmäßigen Turnstundenbesuch erkennen. Hof sentlich läßt sich diese Feststellung bei nächster Gelegenheit bei einer noch größeren Anzahl Turnern und TurneriM"
machen.. ,j I
Fulda. (Der Neuhofer Spackassenskandal). Am Miro och vormittag wurde in dem Prozeß wegen des Spar kvssenskandals von Neuhös nach fast vlerzehntagiger Daw die Beweisaufnahme geschlossen. Sie hatte einige interessante Streiflichter auf die Großzügigkeit geworfen, mit der der Hauptangeklagte, der Bevollmächtigte Ritz, zu wirtschaften in der Lage war. Es wurde festgestellt, daß Ri? innerhalb von 15 Monaten 12000 RMK.. für Reisespes« erhalten hat. Ein Autovermietungsgeschäft in Fulda br rechnete dem Ritz für Autofahrten 9800 RMK„ allerdings verweigerte der als Seuge vernommene Geschäftsmhabcr die Aussage auf die Frage, ob diese Rechnung im Einvernehmen mit Ritz ausgestellt wurde. Iedenfalls wurde die Rechnung mit Geld der Darlehenskasse bezahlt. 7000 M- mußte der Darlehensverein noch für Autoreifen bezahle". die Ritz mit seinem eigenen Auto angeblich gemacht h-ü In feinem Plädoyer hielt es der Staatsanwalt für erwiesen, daß Ritz der geistige Urheber der Geschäfte geM- fen sei. Lr betonte, daß Ritz einen sehr groben Vertrauens' bruch begangen habe, da es sich bei den geschädigten RW gliedern der Darlehenskasse meist um recht arme Lenk gehandelt habe. Im einzelnen beantragte der StaatsanvB gegen Ritz wegen fortgesetzter Untreue, fortgesetzten betrug? und fortgesetzter Unterschlagung drei Iahre Gefängnis. Gegen Bürgermeister Möller acht Monate Gefäng' nis und gegen die übrigen Angeklagten GefängnisslE von sechs, vier und zwei Monaten. Gegen den Angeklagte" Sachse beantragte er Freisprechung wegen erwiesener Unschuld, gegen Ritz außerdem wegen der Höhe der zu erwai tenden Strafe Haftbefehl. Am Montag soll das Urteil V fällt werden.
Marburg. (Wegen Verleumdung der Reichswehr o*1 urteilt). Ein älterer hiesiger Einwohner hatte im VerM eines Gesprächs mit einem Reichswehrsoldaten behaus die Reichswehroffiziere feien nicht verfassungstreu unb1 (Ernstfälle würden sich die Mannschaften wohl deren vf fehlen fügen müssen; nur auf das Reichsbanner könneH der Staat verlassen. Der Soldat erstattete Anzeige, die z» Reichswehrniinister weitergeleitet wurde, der Klage weg^ Beleidigung der Reichswehr erhob. Das Gericht beiO^' die Sache milder und erkannte gegen den Angeklagten11 gen übler Nachrede auf 75 MK. Geldstrafe.
Mainz. (Tagung der Lokomotivführer). In den 4 gen vorn 9. bis 11. Iuni hielt der Gesamtvorftand . Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer in Mainz e ‘ Hauptvorstandssitzung ab. Die Beratungen beschäftigten!. u. a. mit Ltat- und Laufbahnfragen, Dienstdauervorsi!^ ten, Tarisoerhandlungen und sonstigen Berufs fragen • einer einstimmig angenommenen Tutschließung wird 9^. die neue Notverordnung der Reichsregierung schärfßef derspruch erhoben, da sie überspannt und unsozial nL .^ Notverordnung bringe insbesondere die unteren uiib ' leren Besoldungsgruppen in eine unüberwindliche wirtlai liche Notlage, verlangt wird in der Entschließung m a- . Neuregelung des Wohnungsgeldzuschusses der Lokots, führer sowie Neuregelung der Arbeitszeit des Personals.