Glücklich gelandet.
Professor P i c c a r d (rechts) und sein Assistent, Dr. K i p= fer, die mit ihrem Ballon nie erreichte Höhen durchforschten und wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt sind.
Gleich nach dem Start wurde der Ballon infolge von Bodenströmungen einige hundert Meter westlich abgetrieben. Der Ballon ging sehr rasch in die Höhe und nahm sofort südwestlichen Kurs. Mit großer Geschwindigkeit stieg er aus 10 000 Meter.
Hm 7 Uhr hatte der Ballon bereits die Stratosphäre erreicht. Nach Augsburger Beobachtungen hatte der Ballon sich um diese Zeit bereits über die Lirrus- Dolken erhoben.
Don Kempten nahm der Ballon Kurs auf Isny an der bayerisch-württembergischen Grenze. Hier verschwand er hinter einer Wolke.
Nach privaten Mitteilungen, die an die Ballonfabrik Riedinger gelangt sind, ist der Ballon des Professors Pic- card im weiteren Verlaufe des Fluges von der bayrisch- württembergischen Grenze wieder in nordöstlicher Richtung getrieben worden. Zwischen 13 und 14 Uhr wurde der Ballon in etwa 8000 Meter Höhe über Schongau (30 Kilometer westlich des Würmsees) gesichtet. Zwischen 14 und 15 Uhr wurde der Ballon über Saulgrub und Dberammer« gau gesehen, *ro er über dem 1634 Meier hohen Berg EUaler Mandl schwebt. Um diese Zeit wLr ber„j&illpn schon wesentlich länger in der Luft, als von Piccard vorgesehen war. Nur für zehn Stunden Sauerstoff war in der Kugelaondel mitgenommen worden. Nach der letzten vor dem Aufstieg ^abgegebenen Erklärung Piccards hatte er nur mit einer Fahrtdauer von fünf bis sieben Stunden gerechnet.
Das Professor Piccard beabsichtigt.
Professor Piccard will in der Stratosphäre, der äußeren gleichkalten Luftschicht um die Erde, Messungen über Lustbewegung, Einwirkung der Höhenstrahlung der elektrischen Energien usw. vornehmen.
Der Ballon, mit dem Professor Piccard aufgestiegen ist, ist der bisher größte der Welt. Auffallend ist, daß keine Sandsäcke, sondern lediglich
10 Zentner Bleislaub als Ballast mitgeführt werden. In Fachkreisen hält man dir'- " i für viel zu wenig. Professor Piccard ist für die ;j|te Not mit einem Fallschirm ausgerüstet, aber das Verlassen der Gondel durch die kleinen Aussteiglöcher dürfte sehr schwierig sein.
Welche Höhen wurden bisher erreicht?
Die in etwa 13 000 Meter beginnende Stratosphäre wurde bereits von einem bemannten Ballon erreicht. Ein Registrierballon konnte bis aus 30 Kilometer Höhe steigen; die größte Höhe wurde jedoch von den Geschossen des deutschen Ferngeschützes, das Paris bombadierte, durch- flogen, deren Weg im Scheitelpunkt 38 400 Meter über der Erdoberfläche lag.
Der Ballon schwebt schon seit mehreren Stunden in etwa 5000 Meter Höhe und treibt im 3nntal. Flugzeuge sind zur Beobachtung aufgestiegen. Oesterreichische po- lizeibeamke verfolgen den Balkon auf Motorrädern.
3n einem Bachbartal des Etschtals niedergegangen.
Innsbruck, 29. Mai.
Der »Tiroler Anzeiger" hak vom karabinierikommando in Hieran die Mitteilung erhalten, daß der Ballon Piccards wahrscheinlich ir Schnalserlal, einem Nachbartal des Etsch- tales, niedergegc ngen sei. Die gesamte italienische Polizei des fraglichen Gebietes ist zur Suche nach dem Ballon auf- geboten worden.
Weitere Nachfrgen über das Schicksal des Piccard-Bal» lons brachten die Bestätigung, daß der Ballon im Schnalser- tal niedergegangen ist. Das Schnalsertal ist ein südlicher Ausläufer des Oetziales. Die Grenze der beiden Täler bildet der Gurgler-Firner. Von Innsbruck und Meran aus sind vier bis fünf Kraftwagen unterwegs.
Der Landungsplatz festgestellt.
Wie bisher feftgestellt werden konnte, befindet sich die Landungsstelle des Piccard-Ballons zuverlässig auf österreichischem Gebiet aus dem Gurgler-Firner, der zur Zeit im Ausapern (Schneeschmelze) begriffen ist. Von der Bkr- cherhätke aus konnten der Ballon und die Gondel in liegendem Zustand beobachtet werden.
Piccard lebst
Am 15.20 Uhr traf in Innsbruck die Mitteilung ein daß Professor piccard am Mittwoch abend um 22.00 Uhr mit seinem Ballon wohlbehalten auf dem Gletscher des
Gurgt-Ferners niedergegangen ist und mit seinem Begleiter Donnerstag frisch und wohlbehalten mit der nach der Landungsstelle unterwegs befindlichen Expedition zusam- menkraf. piccard teilte mit, daß er eine Höhe von 16 000 Meter erreicht habe.
Nach der glücklichen Landung.
Die Nachricht, daß Professor Piccard und sein Begleiter entgegen allen Erwartungen nun doch am Leben geblieben und ohne jede Verletzung sicher auf die Erde zurückgekommen sind, hat die ungeheure Spannung dieser beiden Tage in ebenso erfreulicher wie staunenerregender Weise gelöst. Aus den inzwischen bekannt gewordenen näheren Einzelheiten über die Landung ergibt sich folgendes: Der Ballon ist am Mittwochabend um 22 Uhr auf dem Eisfeld des Gurgl-Ferner glatt gelandet.
Professor piccard erzählte, daß er eine Höhe bis zu 16 000 Metern erreicht habe. Es sei eine herrliche Alpen- fahrl gewesen. 3m allgemeinen habe er den Ballon stets in der Gewalt gehabt. Der Auftrieb des Ballons sei tagsüber so groß gewesen, daß er erst in der Nacht zur Landung habe schreiten können. Für das Landungsmanöver habe er keine besondere Wahl gehabt. Er habe ein Eisfeld gesehen und dies noch als den besten Landungsplatz erachtet. Die Landung sei glatt vonstatten gegangen.
Da es schon zu spät gewesen sei, um noch zu menschlichen Behausungen zu kommen, hätten er und sein Begleiter die Nacht in der Gondel verbracht. Am Morgen hätten sie sich dann orientiert und seien in Richtung Obergurgl abgestiegen. Unterwegs seien sie mit der Rettungsexpedition zusammengetroffen und von einem Teil der Expeditionsteilnehmer bis zur Ortschaft heruntergeführt worden.
Gegen 15 Uhr trafen die Höhenflieger in Obergurgl ein. Unter ihren Begleitern befand sich auch der Söldener Berichterstatter der „Innsbrucker Nachrichten", der wohl als Erster die Kunde von der glücklichen Landung der kühnen Forscher weitergeben konnte. Piccard und sein Begleiter Kipfer sind wohl sehr müde, sonst aber wohlauf. Der Ballon ist wohlbehalten. Kleine Beschädigungen an den Apparaten sind'nicht der Rede wert.
Die Forschungsfahrt hat reichhaltiges Forschungsergebnis gezeitigt. Professor piccard erzählt, daß der Tag für die Beobachtungen äußerst günstig gewesen sei. Er bleibt vorläufig in Gurgl.
Der Ballon wird abmontiert und dann zu Tal gebracht. Von Innsbruck aus sind hochalpine Mannschaften der Bundeswehr auf Lastkraftwagen unterwegs, um bei der Ab- montierung behilflich zu sein.
Zum glücklichen Erfolg seiner Fahrt kann Professor Piccard ein zweites freudiges Ereignis buchen:
Frau Professor piccard hat in Brüssel am Tage des Starts ihres Mannes ihrem fünften Kinde das Leben geschenkt.
Nach der Landung.
Militär will den Ballon bergen.
Zu der Auffindung des Ballons Professor Piccards werden nachfolgende Einzelheiten bekannt: Der Oberlehrer Falkner, der Schullehrer G st r a i n und der Besitzer G r ü n e r, die früh 8 Uhr von Obergurgl aufgebrochen waren, erreichten um 10.30 Uhr als erste die Landungsstelle oesBallorts am Ferner.
Professor piccard und sein Assistent, Ingenieur Kipser, befanden sich bereits außerhalb der Gondel und waren im Begriff. auf die Felsen hinauszusteigen. Die Bergungs- mannschafl machte sie jedoch durch Zeichen aus die Gefährlichkeit dieses Ausstiegs aufmerksam und begab sich zu ihnen hinunter auf den Gletscher. Sie labten dann die beiden Forscher, die an starkem Durst litten, mit Tee und gaben ihnen Lebensmittel. Die Forscher waren selbst noch mit einer geringen Nahrungsmittelmenge versorgt. Prosessor piccard und sein Assistent, die sich sehr wohl fühlen, teilten mit, daß sie die Nacht über in der Gondel verbracht hätten.
Professor Piccard ist um 5 Uhr nachmittags in Ober- gurgl eingetroffen. Eine Abteilung des österreichischen Alpenjäger-Regiments Nr. 12, die sich zur Hilfeleistung ins Oetztal begeben hat, ist in Sölden eingetroffen und sofort unter Führung von Gendarmerie bis zur neuen Karlsruher Hütte aufgeftiegen. Sie wird den Ballon bergen und zu Tal schaffen.
»Glückliche, aber harte Landung."
Piccard hat sofort nach seinem Eintreffen in Obergurgl eine Reihe Drahtungen abgesandt. die über den Verlauf des Fluges interessante Aufschlüsse geben. Aus diesen Telegrammen wird u. a. entnommen:
»herrliche Fahrt in der Stratosphäre, haben die ge- wünschte Höhe erreicht und dort gearbeitet. Konnten erst nach Sonnenuntergang die Stratosphäre verlassen. Landung in 2700 Metern Höhe, hatten große Schwierigkeiten uno konnten erst 21 Uhr niedergehen. Sind wohl und gesund, haben 1'10 Atmosphäre erreicht. Abstieg sehr schwierig, mußten 16 Stunden in der Stratosphäre bleiben. Glückliche, aber harte Landung."
Professor Piccard will drei Tage in Obergurgl bleiben. Er wußte bei seiner Landung nicht, wo er sich befand. Der schweizerische Bundespräsident und der Verkehrsminister haben „den Erfinder des Stratosphärenluftsahrzeuges, den genialen Ballonführer und heroischen Forscher" und seinen Assistenten telegraphisch herzlich beglückwünscht.
Die Ausrüstung für Piccard» Flug.
Sauerstofflaschen für die Atmung und Thermosflaschen füi warme Getränke.
lÄ
S chlüchtern. Immer näher rückt die Spielsperre Hertz mit dem 15. 6. 31 wird König Lutzball den Spielfelds aus fast 8 Wochen 'Lebewohl sagen. Der FäßballveO 1910 Schlächtern hat für die beiden letzten Spielfonnb vor der Sperre Freundschaftsspiele mit dem Lrudervch Rb. Turn- u. Sportverein Victoria Elm abgeschlossen,^ am Kommenden Sonntag mit dem Besuch Elms in S^ tern ihren Anfang nehmen. Die Spiele mit Elm sind L den 5- v. Schlächtern 1910 immer die schönsten und s^ nendsten gewesen und die besonders in der setzten K dazu beigetragen haben, die Beziehungen zwischen b* Vereinen im freundschaftlichen Sinne zu festigen. Die G erscheinen mit drei Mannschaften und zwar wird besmiv- das Spiel der beiden Ligamannschaften, das um 2,15 aus der Auwiefe beginnt, für die Fußballanhänger Umgebung das Hauptinteresse bleiben. Der Ausgang Spieles dürfte vollkommen ungewiß sein. Bei den le^ Begegnungen in den Verbandsspielen teilte man sich Punkte, wir wünschen, daß, die Spiele am Sonntag unfairen und schönen Verlauf nehmen und weiter bajufe tragen, echten und wahren Kameradschaftssinn in bette- Vereinen weiter auszubauen und ju pflegen. Die Sj» anhänger Schlächterns und Umgebung werden sich ch spannenden Spiele vor der Spielsperre nicht entgehen Ich und zahlreich erscheinen. Das Spiel der beiden Jugrt Mannschaften beginnt um 1 Uhr und das der Reserven i- 4 Uhr. i
Altengronau. Am 2. Feiertag war die Liga-Resm von Kickers Würzburg hier zu Gafft Am 1. Pfingstz spielten die Würzburger in Sterbfritz und konnten dort« eindrucksvollen Sieg über die Liga-Mannschaft von Stei! fritz erringen. Man war aus diesem Grunde auf er gutes Spiel der Gäste gefaßt und wurde auch nicht« täuscht. Altengronau zeigte sich in folgender Aufstellung Schüßler; heil, Grösch; Hahn, Maier, (Eigert; Fuß, Hut pert, Köder 2, Maienschein, Räder 1. Gleich von Anfan an zeigte sich ein flottes Spiel und es gab vor beP Toren gefährliche Momente. Aber die Hintermannschaft waren aus dem Damm und so konnten vorläufig k« Erfolge erzielt werden. Endlich, etwa in der Mitte & ersten Halbzeit, konnte Altengronau durch seinen Hai rechten Ruppert den Führungstreffer buchen. Würgbin drängt nun gewaltig und trägt durch seinen glänzn eingespielten Sturm gefährliche Angriffe vor das Tor d Platzvereins. Nach manchen vergeblichen versuchen fiel 6 Ausgleidp Ein weiteres Tor wurde wegen angeblich Abseitsstellung vom Schiedsrichter nicht anerkannt. ® Minute vor Halbzeit kam Würzburg durch einen hm Elfmeter in Führung. Mit 2 :1 für Kickers werden! Seiten gewechselt. Die 2. Halbzeit zeigte ein vollkom verändertes Bild. Konnte in der ersten Halbzeit Altengi nau durch Eifer und Energie ein gleichwertiges Spiel I fern, so waren in der zweiten Halbzeit die Gäste i folge ihrer überlegenen Technik fast durchweg tonangebei Aber die Hintermannschaft von Altengronau konnte r Glück und Geschick alle Angriffe vereiteln. Dagegen « durch ein Selbsttor der Würzburger Gleichstand (2: erzielt, und auch bis zum Schluß beibehalten. Abschließe darf gesagt werden, daß die Würzburger ein wunderb« Spiel zeigten, und daß bei allen Besuchern der IDu' rege wurde, recht bald wieder ein solches Spiel zu sch Es war ein Propagandaspiel in des Wortes wahrster l deutung. Da trotz Zusage der angesorderte Schied-ri ter durch Abwesenheit glänzte, mußte ein Einheimischer 6 SpieMeiten.
3n Paris geschlagen wurde der Bochumer Wetter! wichtler Wieser; der Franzose Lelong besiegte ihn in Runden nach Punkten.
Der 1. FL. Nürnberg schlug den wiener AE. 2 (2 :1) vor 8000 Süddeutschen. — In Stockholm verlor ei kombinierte Elf der schwedischen Metropole gegen den er lischen Fußballmeister Arsenal mit 1:6 (1 : 6).
Wilddieberei — ein schändliches Gewerbe.
Im Anschluß an unsere Notiz in der Dienstog=Ausg« „Wilddieberei in Weiperz" betreffend hören wir in die Angelegenheit weiteres:
Es war bekannt, daß der im Iahre 1924 wegen ^^ dieberei vorbestrafte Maurer I. mit dem abgefaßten llli rer h. seit längerer Zeit dieses schändliche Gewerbe reit1 ausgenommen hatten. Ausser den Genannten beteilig sich an der Wildieberei noch eine Anzahl Personen aus । Gemeinde Weiperz, darunter auch der Sohn eines grös^ Landwirts. Sämtliche an der Wilddieberei beteiligten P fönen sind den Forstbeamten und der Landfügerei beW ebenso die Hehler und Hintermänner.
Die sofort in der Nacht vom Sonnabend zum Sont vorgenommenen 'Haussuchungen haben umgearbeitete rabiner, Schrotgewehre, Armeepistolen mit Anschlags sowie Munition in großer Menge zu Tage gefördert.
Wie wir hören ist die Anklage wegen gemerbsmäfP Wilddieberei eingereicht. (Ob Gemeinden, in denen jagdlichen Zustände • herrschen, für die Folge noch Iagdpächter finden, erscheint uns bei der heutigen Si’U1 läge zweifelhaft.
Ein Wilddieb ist einem Mörder gleichzustellen, ll’< er auf Raub aiuszieht, geht er stets mit dem Vorsatz I* kommt der Forst- und Iagdbeamte, so wird stets von Schußwaffe Gebrauch gemacht. Die vielen Morde an Forst- und Iagdbeamten in den letzten Iahren spreche" c ZU deutliche Sprache; es kommt immer darauf an 1 der Schnellere ist. Jeder anständig denkende Mensch * abscheut Leute, welche die Wilddieberei zu ihrem Gewc machen.