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Müchterner Zeitung

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ItnAant A«to-: 6. StrürfÄÜ Söhne* SefthLst-»' "ahoh«fid?.S * sernA»-.«-.«- * Poftschrck^^mMstwtLa».ttr«» gir. 62 V. Blatt) Samstag, den 23. Mai 1931 83. Iahrg.

Amtliche Bekanntmachungen

«Lndratsaznt.

Z.-Nr 4074. Ruf Anordnung der Reichsregierung findet W 1. Juni d. 3s. eine Lchweme-Zwischenzählung statt. Die Zahlung dient allgemeinen, volkswirtschaftlichen und statistischen Zwecken.

Die näheren Anweisungen für die Durchführung der Zah­lung enthalten die den Herren Bürgermeistern zugehenden Formulare zu den Zählbezirkslisten T und den Gemeinde­listen E. Bitt dem Inhalt dieser Anweisungen und der Zgrmulare wollen die Herren Bürgermeister sich alsbald vertraut machen und wegen der Ausführung der Zahlung das Weitere veranlassen. Etwaiger Mehrbydarf an Formu­laren ist alsbald hier anzumelden.

Die sorgfältig aufgestellten Zählbezirks- und Gemeinde­listen sind vollzählig sobald wie möglich, spätestens je = >och bis zum 5. Juni d. I., nach" Benehmen mit den Bändigen Landjägereibeamten hierher einzureichen und zwar die Zählbezirkslisten in doppelter und die Gemeinde­listen in einfacher Ausfertigung. Der für die Einsendung der Listen festgesetzte Termin darf nicht überschritten wer­den, da zu deren Zusammenstellung und Rachprüsung hier nur wenige Tage zur Verfügung stehen. Auffällige Abweichungen gegenüber derLchweinezwi- chenzählung am'2. März d. Js. sind in be- onderem Berichte zu begründen.

Da bei früheren Zählungen in einigen Fällen Tiere ver- Mlicht worden sind, ersuche ich die Herren Bürgermeister, die Viehbesitzer darauf hinzuweisen, daß neben der Strafe Gefängnis bis zu 6 Monaten oder Geldstrafe bis zu 10000 Rm.) die Beschlagnahme der verheimlichten Tiere «"geordnet werden kann.

Bch mache ferner darauf aufmerksam, daß die in den Zählbezirkslisten aufgenommenen Angaben über den Vieh- esitz der einzelnen Haushaltungen nicktfü äeuerveranlagung verwendet »'erden dürfen. Uel diese ingaben ist das Amtsgeheimnis zu wahren.

üch ersuche die Herren Bürgermeister für geeignete Be- lanntgabe zu sorgen, auch die Zähler anzuweisen, die (Ein» 'ohner ihrer Zählbezirke auf diese Bestimmungen Heson- «r; aufmerksam zu machen.

Die zweite Ausfertigung der Zählerlisten ersuche ich w Landjägereibeamten auf Verlangen zwecks Rachprü- un9 auszuhändigen und sie dabei auf zweifelhafte An­alen aufmerksam zu machen. Die Listen dürfen nicht -er hierher eingesandt werden, bis die Landjägereibeamten ,c eingesehen haben.

ScHüMrn,. *öen 19. Mai 1931.

Der Landrat. Dr. Müller.

34lr. 4078. Die Hebelisten für die Landwirtschaftskam- ^beiträge nebst einem Begleitschreiben der Landwirt- Hastskammer zu Rassel vom 24. April d. 3s. Rr. 209 werden den Herren Bürgermeistern in den »äch- p lagen zugehen.

Unter genauer Beachtung der Ziffern 1 bis 10 des Beitschreibens ist das Weitere sofort zu veranlassen' Besondere ist dafür zu sorgen, daß die Beiträge sowie Hebelisten s. St. pünktlich an die Landwirtschafts- ^"^n«r eingesandt werden.

Schlächtern, den 18. Mai 1931.

Der Landrat. 3. v.: Duwe.

',=^v- 3922. Diejenigen Herren Bürgermeister und Schul- wandsvorsteher, welche mit der Uebersicht über die Zahl p me öffentliche Volksschule besuchenden schulpflichtigen '"der nach dem Stande vom 1. Mai d. 3s. noch im Stande sind vergl. Verfügung vom 11. d. Hits.

^(|22 Zchlüchterner Zeitung Rr. 59 werden um sofortige Erledigung ersucht.

^iluchtern, den 20. IHai 1931.

Der Landrat. 3. v.: Duwe.

3379. Der Herr Rreismedizinalrat wird am Dicns- '

H 26. Mai d. 3s. von 9 Uhr ab im hiesigen Kreis» ^oreckstunKe halten.

"l'uchtern, den 22. Mai 1951.

>Der Landrat. 3. V.: Duwe.

. KrelsauSfKutz.

^' ^' 244 Gew. Diejenigen Herren Bürgermeister,- wel-

.W mit der Erledigung meiner Verfügung vom 14. ^ "s. 3,=Hr. 149 Gew. betr. die Sammlung ^snsenduna der Gewerbeertragsteuererklarungea für i rückständig sind, werden an die alsbaldige Erledigung erinnert.

BMcktern, den 20. Mai 1931.

onitzende des Gewerbesteuerausschusses: Dr. Müller.

J.-Nr. 2496 K. A.

Oetr. Ergebnis der Schafbockkörung am

6. und 7. Mai 1931.

Bei der am 6. und 7. Mai d. Js. vorgenommenen Schaf­bockkörung sind folgende Tiere der nachgenannten Besitzer angekört worden:

Lfd. Nr.

Name der Besitzers:

Wohnort:

Dhr- Nr.

Bemerkungen

I

Stadt

Schlüchtern

75

erneut gekört

2

94

//

3

Faust

Steinau

81

// "

4

Stadt

Salmünster

98

gekört

5

6

Möller, Johannes

Breitenbach

99

97

7

Herbert, Adam

Elm

92

erneut gekört

8

Wolf, Wilhelm

Gundhelm

86

// //

9

Gemeinde

Hohenzell

95

gekört

10

Zeber

Neuengronau

82

erneut gekört

11

Herbert

Niederzell

100

gekört

12

Nüchter, Wilhelm

Ucrzell

7i

erneut gekört

13

Stork, Johannes Der unter lfd. N

Wallroth ummer 6 au st

96 geführt

gekört

Schafbock des

Johs. Möller in Breitenbach ist nur mit Vorbehalt angekört worden. Eine Nachbesichtigung dieses Schafbockes findet im Monat Juli d. Js. statt. Ferner ist der Schafbock des Johs. Stork in Wallroth (lfd. Nr. 13) nicht für Wallroth ange­kört worden. Er darf daher in der Schafherde von Wall­roth nicht zur Zucht verwandt werden.

Die unter lfd. Nummer 4, 5, 9, 11 und 13 aufgeführ- ten Schafböcke, welche auf der diesjährigen Körung zum ersten Mal angckört worden sind, gelten nur bis zum 1. Dezember d. Js. als gekört.

Schlüchtern, den 20. Mai 1931.

Der Landrat: Dr. Müller.

- : a 0 t « ch» « qrern.

Bekanntmachung

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Vadeanlage im neuen Volksschulgebäude auch während des Sommers Freitags und Samstags benutzt werden kann.

Schlüchtern, den 21. Mai 1931.

Der Magistrat: Fenner.

Bekanntmachung.

Die Heberolle über die im Jahre 1931 zur landwirtschaft­lichen Verufsgenossenschaft und deren Haftpflicht-versiche­rungsanstalt von den Unternehmern land- und ^torstrmrt- schaftlicher Betriebe zu zahlenden Beiträge liegt in der Zeit vom 25. Mai bis einschl. 5. Juni 1951 auf der Sladtkassr zur Einsicht der Beteiligten öffentlich aus. Schlüchtern, den 22. Mai 1931.

Der Magistrat. Gaenßlen.

Stadt Steinau.

B e k a n n t m a ch u u g.

Betr. Fischereiverpachtung.

Das der Stadt Steinau a. d. Straße, Kreis Schlüchtern, gehörige Rinzigfischwasser (4 Kim.), soll am Mittwoch, den 27. 5. 195'1, vormittags 10 Uhr auf die Dauer von 6 Jahren evtl. verpachtet merben.

Steinau, den 18, 5. 1951.

Der Magistrat. Dr. Kraft.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in der Zeit vom 1. bis 15. Mai weiter zurückgegangen. Am 15. Mai wurden in Dentschland noch rund 4 211000 Arbeitslose gezählt

3m Ruhrbezirk stehen weitere Lergarbeilerentlas- sungen bevor. Räch den StiHcgungsanträgen zweier Ze­chen kommen insgesamt rund 1360 Arbeiter zur Entlas­sung. Als Grund wird Absatzmangel angegeben.

Bei Rebungsflügen französischer Marineflugzeuge an der marokkanischen Rüste stürzte ein Apparat aus 700 Meter Höhe ab. Die vier Insassen wurden getötet.

In Essen kam es zu Demonstrationen von Erwerbs­losen. Ein Polizeibeamter und zwei Demonstranten wur­den verletzt. Sechs Personen wurden festgenommen.

Die Vorarbeiten für das Wsthilsegesetz sind jetzt abgeschlossen worden. Die Einzelheiten des ersten Teils des Gesetzes sind heute veröffentlicht worden.

Durch eine Forschungsexpedition wurden in (Dft= sibirien an etwa 50 Stellen reiche Kohlenlager entdeckt. Der Gesamtvorrat an Kohle wird bis auf 40 Milliarden Tonnen geschätzt.

In Werksdorf bei Berlin lösten sich in einer Sand- grübe plötzlich etwa 50 Kubikmeter Sand und verschüt­tn sieben Arbeiter. Drei von ihnen konnten nur als Leichen geborgen werden, die übrigen vier wurden schwer verletzt.

Getreidepolttik und Brotpreis.

Ausführungen Schieles vor der Presse.

Berlin, 22. Mai.

Reichsernährungsminister Schiele sprach vor Vertre­tern der Presse über die Brotpreisbildung im Rahmen der Getreidepolitik der Reichsregierung. Er führte u. a. aus:

Der Durchschnitt des Brotpreises betrug vom Oktober 1930 bis zum März 1931 37,34 Pfg., im April 37,79 Pfg. Die Feststellung am 6. Mai hat eine Erhöhung um un­gefähr 1 Pfg. ergeben. Als seinerzeit die Erhöhung der Preise für Roggen und Roggenmehl eine Erhöhung des Brotpreises nach sich zog. hat die Reichsregierung sofort eingegriffen. Bei Abschluß der diesjährigen Kampagne im August dürften etwa noch 3 bis 400 000 Tonnen Roggen vorhanden sein. Die Reichsregierung hat im übrigen im Ausland noch eine eiserne Reserve, die sich in Rotterdam befindet. Im März 1931 ist der Vermahlungszwang von 60 auf 70 v. H. festgesetzt worden. Ferner sind zollpolitische Maßnahmen auf dem Gebiet des Weizens durchgeführt. Im übrigen ist eine weitere Lockerung des Brotgesetzes ins Auge gefaßt worden, die sich schon in nächster Zeit aus­wirken dürfte.

Der Richtpreis der Berliner Bäcker betrug bei Anfang der Brokpreisfenknngsakiion der Regierung 50 Pfg. je 125 Gramm. Er wurde dann auf 46 Pfg. herab­gesetzt.

Als die Preise für Roggen und Roggenmehl anzogen, stieg der Brotpreis wieder auf 48 Pfg.^ dann auf 50 Pfg. In neueren Verhandlungen haben sich die Berliner Bäcker ver­pflichtet, den Brotpreis wieder 6uf 47 Pfg. zu senken. Die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft hat ganz ausgezeich­netes Mehl erhalten, aus dem ein tadelloses Brot herzu­stellen ist.

Die Vorwürfe gegen das Reichsernährungsminisle- rium, daß mangelhaftes Mehl geliefert worden sei, müssen fchärfflens zurückgewiefen werden.

Die Berliner Brotfabriken, die den Preis des Brotes auf ya^u, puven ertiarl, p« umnien für den Fall daß das Nachkbackverbot aufgehoben werde, den Preis bis 8 v. ch lenken. Bei einer Lockerung des Nachtback­verbotes würden sie um 4 bis 5 0. H. billiger liefern.

Die Verteuerung des Brotpreises hat eine lebhafte Aussprache ausgelöst, bei der es scheinen könne, als ob eine neue Teuerungswelle die Lebenshaltung des Volkes bedrohet Demgegenüber muß festgestellt werden, daß zwar seit Anfang April eine geringe Erhöhung der Ernährungs- richtzahl insgesamt von 85,9 aus 86,7 eingetreten ist (der Durchschnitt 1925/29 gleich 100 gesetzt), daß aber diese Richt- zahl immer noch niedriger ist als zu Anfang des Jahres 1931, wo sie 88,9 betrug. Dabei befinden sich die Meß- ziffern wesentlicher Lebensmittelgruppen in einer dauern­den Rückwärtsbewegung. Dies tritt deutlich u. a. bei Fleisch und Eiern hervor. Die Meßziffer für Fleisch, Fleisch­waren und Fisch sank seit Anfang 1931 von 91,7 auf 79,7. Bei Eiern ist ein geradezu katastrophaler Preisrückgang eingetreten. Ganz ähnlich muß die Entwicklung bei Milch, Milcherzeugnissen und Margarine .beurteilt werden, die von Januar 1931 von 85,9 auf 81,2 zurückgegangen ist.

Demgegenüber spielt die Brokpreiserhöhung, die eine Steigerung der Meßziffer von 93,7 im Januar auf S6,S zur Folge hatte, eine verhältnismäßig geringe Rolle.

Trotz der Steigerung liegt die Meßziffer für Brot und Mehl noch immer niedriger als in den Jahren 1927 bis 1930. Daß die Brotpreissteigerung im Gesamtinder für Ernährung sich nicht in dem vielfach befürchteten Maße auswirkt, gebt am besten daraus hervor, daß dieser Inder von 88,9 auf 86,7 zurückgegangen ist.

Vorstellungen bei Brüning

Neuer Vorstoß der Sozialdemokraten.

Der Vorstand der Sozialdemokratischen Reichstags fraklion beschloß am Donnerstag, die Reichstagsfraktion auf Donnerstag,den 28. Mai, nach Berlin einzuberufen. ferner wurde beschlossen, bei dem Reichskanzler Dr. Brüning erneut

ernsteste Vorstellungen in der Drotpreisfrage zu erheben und zu oerlangen, daß die Regierung durch ein- aUgenteine Senkung des Weizen- und Roggenzolls binnen kürzester Frist die Gewähr für die Vermeidung weiterer Brotpreiserhöhungen und für die Rückgängigmachung der bisherigen Preissteigerungen schaffe.

Der Reichskanzler soll dabei nachdrücklichst auf die po­litischen Folgen aufmerksam gemacht werden, die durch ein Versagen der Reichsregierung in dieser politisch und psy- clrologisch so ungemein bedeutungsvollen Angelegenheit ent­stehen würden. -

Der Vorstand erörterte dann die Eventualitäten, die sich aus dem geplanten Erlaß einer neuen Rotverord- n u n g ergeben können. Die überaus ernste Finanzlagk der öffentlichen Körperschaften dürfe nicht zu einem Abbau -der sozialen Einrichtungen benutzt werden. Die Finanz­sanierung müsse mit Mitteln erzielt werden, durch die eine weitere Verschlechterung der Lebensherltung der durch die Wirtschaslskrise im besonderen Maße geschädigten Volks­schichten vermiede» werde.