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Börse und Handel.

Berlin, den 5. Mai 1931.

Effektenmarkt. Ohne daß das Geschäft zunächst als um­fangreich zu bezeichnen war, konnte sich die freundliche Stimmung des heutigen Vormittagsverkehrs auf den Bör- fenbeginn übertragen. Allgemein setzten sich Besserungen von 1 bis 2 Prozent durch. Tagesgeld 5% bis 7^ Prozent Berkauf lebhafter bei anziehenden Kursen. Privatdiskont 1°/-Prozent, Reichsbankdiskont 5 Prozent.

Devisenmarkt. Dollar und Paris fester.

Dollar: 4,1960 (Geld), 4,2040 (Brief), engl. Pfund- 20,402 20,442, holl. Gulden: 168,56 168,90, Belga (Bel­gien): 58,335 58,455, ital. Lira: 21,97 22,01, dän. Krone: 112,30 112,52, norw. Krone: 112,30 112,52, frans. Fran­ken: 16,399 16,439, tschech. Krone: 12,427 12,447, schweiz Franken: 80,81 80,97, span. Peseta: 43,86 43,94, sa,wed Krone: 112,41 112,63, österr. Schilling: 59,03 59,15.

produktenmarkk. Die Produktenbörse zeigte ein über­wiegend schwächeres Aussehen; allerdings beschränkten sich die Preisrückgänge ebenso wie die Umsatztätigkeit in der Hauptsache auf den handelsrechtlichen Lieferungsmarkt An­gesichts der günstigen Witterungsverhältnisse erfolgten ver- chiedentlich Realisationen, auch für Rechnung der Provinz Am Promptmarkt waren die Preise für Weizen und Rog­gen behauptet. Hafer und Gerste stetig.

Warenmarkt.

Mittagsbörse. (Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station- Weizen Mark. 28328o (am 4. 5.: 283-285). Roggen Mark. 199-201 (199-201). Braugerste -,-

KU^'UU? Mustriegerste 230-244 (230-244). Hafer Mack. 192196 (192196). Mais loko Berlin ,

(-,-). Weizenmehl 34,2540,25 (34,2540,25). Rooqen- W 27,25-29,25 (27,50-29,25). Weizenkleie 14,28 bis 14,50 (14,2o14,50). Roggenkleie 14,7515 (14,7515). , (,). Leinsaat, (,). Viktoriaerbsen

j 24-29 (2429). Kleine Speiscerbsen 2327 (2327) 1 N^bsen 19-21 (19-21). Peluschken 25-30 (25-301

Ackerbohnen 19-21 (19-21). Wicken 24-26 (24-26). Lu­men blaue 1.5-16,50 (15-16,50), gelbe 22-26 (22-26). ^Tbe\euen6-6r70 (66-70). Rapskuchen 9,80-10,20 9,80-10,20). Leinkuchen 1414,20 (14-14,20) Trocken- s^-tzel 8,20-8,30 (8,20-8,30). So aschrot 12 70-13.80 (12,70-13,90). Kartoffelflocken -,- (-,-).

Heu und Stroh.

Erzeugerpreise für 50 Kilo ab märkischer kur den Berliner Markt in Reichsmark: Roggenitroh 0,70-0,90, desgl. Weizenstroh MM'75, desgl. Haferstroh 0,75-0,90, desgl. Gersten droh Roa^v, Roggenlangstroh 1.00-1,15, bindfadengepreßtes S 0?^0 95, desgl! Weizenstroh 0,65-0,75 -

1 Heu, handelsüblich, gesund und trocken

l Oalg yO- «Utes Heu (1. Schnitt) 2,30-2,65. Luzerne lose lose 3,30-3,70. Kleeheu lose 3,10 S lose Warthe 2,20-2,50. Drahtgepreß-

Heu 30 Pfennig Rot?' Tendenz: Stetig.

Magerviehhof Berliu-Friedrichsfelde.

(Amtlicher Bericht vom 5. Mal.) Auftrieb: ^828 Schweine und 375 Merkel 6-Sahlt im Engroshandel für das Stück: alt 80-42® 8-8 Monate alt -,-, 5-6 Monate

göltet 84 Monate alt 2080 Mark.

^^Wochen alt 16-20, 6-8 Wochen alt 16, bis 6 Wochen alt 1114 Mark.

Berliner Schlachiviehmarki.

Markt Verlauf: Ruhig, bei festen Preisen.

ÄPblich.) Auftrieb: 1147 Rinder (darunter 238 Och- Bullen, 542 Kühe und Färsen), 3250 Kälber, ~ Biegen, 14 562 Schweine, 399 Auslands- w Reichsmark^ ^ ^^ ^ für einen Zentner Lebendgewicht

Achsen:

11 höchsten Schlachtwerts

ältere

21 wnftiqe vollfleischige, jüngere ältere

7 fleischige ^ring genährte

Butten:

8 u!»8^b, vollst., höchsten Schlachtwerts

4 f^ßige vollfleischige oder ausgemästete 7 lleischige .

gering genährte

KiNnn

2 ^"Au vollfl., auSgem, höchst.Schlachtw

3^ sleisch^^rüMEischme oder ausgemästete

Oerinp genährte

Rätselt («albinnen):

2' höchste" Schlachtwert

ffleischtge

fleischige

stresset:

' mä6ifl genährtes Jungvieh

Kälber:

2 ^^ettender bester Mast

Mast- und Saugkälber

mittlere Mast- und Saugkälber «-ringe Kälber

Schafe:

"ud jüngere Masthanimel

3 .Stallmas,^

3' " Mastlämnier, ält. Masihammel fl,lt genährte Schafe

SN 22 - 123

5. 5.

1. 5.

4. fleischiges Schafvieh

5. gering genährtes Schafvieh

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

Schweine:

Fettschweine

34-38

25-31

36-40

2532

über

300 Pfund

vollfleischige von 240300 Pfund vollfleischige von 220 240 ";UHU ^"fleischige von 160-200 Pfund fleischige von 120-160 Pfund fleischige unter 120 Pfund

Sauen

von

200-240 Pfund

46-47 46-47 45-46 42-45 38-41

43

46 45-46 44-45 41-43 38-40

42

llll a r k t v e r l a u f: Rinder ruhig, schwere fette Bullen vernachlaiNgt, Kälber ruhig, Schafe langsam, gute Lämmer gesucht, Schweine glatt, Schluß abflauend.

Die Preise sind Marktpreise für nüchtern aewoaene

_ 5 u ^a. Als die elf Iahre alte Tochter des Rrztes Dr. Schlitzer in Hainzell sich dabei behilflich machen wollte, bei einem Fuldaer Lastkraftwagen, der an eine Laderampe 3urückge[tofjen werden sollte, die herabhängende Hintere Verschlußklappe hochzuheben, wurde sie vom Auto gegen die Laderampe gedrückt und auf der Stelle getötet.

h ä n fe I d. (Der erste Brand seit 200 Iahren.) Durch ein nächtliches Großfeuer ist das Rnwesen der Witwe Kohl, mann in dem Kreisort Reckrod zum größten Teil vernich­tet worden. Dieser Brand ist deshalb bemerkenswert, weil es sich um den ersten Brand handelt, der sich seit 200 Jahren in dem Crt ereignet hat. Angesichts der vielen brande, die sich vielerorts in den letzten Iahren ereignet gaben, dürfte diese Tatsache eine Seltenheit bedeuten.

Reichelsheim i. Odenwald. (Brandunglück.) Bei dem m Öer Nacht zum Montag im hiesigen Schulgebäude aus- gebrochenen Feuer kamen, wie wir bereits kurz mel­deten, zwei Personen durch Erstickungstod ums "Leben. Es handelt sich um den pensionierten 76 jährigen Rektor t R. Bormutb und das 32f.ährige Dienstmädchen Germann aus Steinbach. Die Frau des Rektors erlitt schwere Brand­wunden und wurde ins Darmstädter Krankenhaus einge­liefert, wo sie im bedenklichen Zustand darniederliegt. Das wahrscheinlich durch ein Schornsteindefekt in der Nacht gegen i/24 Uhr entstandene Feuer griff so schnell um sich, daß bald das ganze Schulgebäude lichterloh brannte. Es gelang der Feuerwehr zwar unter großen Anstren­gungen, die Nachbargebäude vor einem Uebergreifen des JeuJrs zu schützen, das Schulhaus selbst, in dessen Par­terreräumen sich zwei Schulsäle befinden, brannte jedoch bis auf die Grundmauern nieder. von dem Mobiliar des Rektors sowie der Schulsäle konnte nichts gerettet werden. Rektor Bormuth erfreute sich allgemeiner Beliebtheit und Rchtung.. Er hatte jahrzehntelang in Reichelsheim gewohnt und gewirkt. Ueber die Ursache des Brandes ist bis zur und gewirkt. Die Frau des Rektors Lormuth ist nun inzwischen gestern abend ihren furchtbaren Brandwunden im Darmstädter Krankenhaus erlegen, wie zu dem Brand selbst, noch mstgeteilt wird, ist -dieser nach, der durch die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft vorgenommenen Untersuchung durch glühende Rschenreste entstanden, die unter der Holztreppe des Hauses in einem Holzverschlag untergebracht war. Kaminbrand kommt nicht in Frage. Augenjeugen wollen im übrigen auch den tot aufgefundenen Rektor an einem Fenster des zweiten Stockes bemerkt habUn, wie er vergeblich versuchte, den Flammen zu entrinnen.

43-45

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39-42 37-38

Sport-EckeHD

Iugendtag des Deutschen Fuflballbunbes lGruppe NeuhofSchlüchtern) am 10. Mai

1931 am Aclsbrunneu Schlüchtern.

Durch die schlechte Witterung (ungünstige Platzverhältnisse) mußte der für den 3. Mai bereite angekündigte Jugendtag erlegt werden. Allmählich scheint jedoch eine Besserung in der Witterung eintreten zu wollen. Der Jugendtag findet nunmehr am 10. Mai 1931 am Acisbrunnen Schlüchtern statt. Was dem Tag für eine Bedeutung zuzumessen ist, ist hinreichend bekannt gegeben worden. Der Jugendtag ist der Tag, an dem einmal alle zusammentreten, an dem ein­mal alle spüren, daß sie Kameraden sind, daß ihre Sport, gegnerschaft eine wahrhaft ritterliche ist und daß sie im Grunde alle zu einander gehören. Der Jugendtag schlägt Brücken von Mannschaft zu Mannschaft, von Verein zu Verein. Er ist kein Kampftag im üblichen Sinne, sondern em Fest. Ja, ein Fest, das Freude und Jubel, Frohsinn und Kraft atmen soll!

So wechseln, je nach den örtlichen Verhältnissen verschie­den, auch Dpiele und Kämpfe in bunter Folge.

In diesem Jahre soll mehr der Leichtathletik Rechnung getragen werden. Es kommt hierbei nicht auf Höchstleistungen an, nicht auf Rekorde und Meisterschaften, sondern auf ein zweckfreies Kämpfen, das sich einmal mehr des Kampfes selber freuen soll, statt immer nur an den Sieg zu denken.

Aber auch einige Fußballspiele der jüngeren Generationen sollen am Jugendtag zum Auslrag kommen. Es spielen Jugendmannschaften und zum ersten Male in diesem Jahre Schülermannschaften. Das Sckülerspicl dürfte seine Anzieh­ungskraft nicht verfehlen. Die Jugendmannschaften werden zusammengestellt aus den Vereinen: Neuhof, Flirten gegen Elm, Herolz, Schlüchtern. Die Schüler spielen: Altengronau, Mottgers gegen Hütten, Schlüchtern. Die Mannschaften stehen sich wie folgt gegenüber: Jugendmannschaft:

Kreß (N.)

Stupp (F.) Will (N.)

Neuland (F.) Möller (N.) Möller (F.) Maubach (N.) Alter (F.) Wttlstadl(F.) Möller (N.) Vagus (F.)

Müller(H.) Kohlhepp(Sch.) Heil lE.) Hagemann (E.) Jost (E.) Paul (E.) Rüffer (Sch.) Richter (E.) Müller (E.)

Krack (H.)

Schülermannschaft:

Fuß (M.)

Herbert (M.)

Ucckert (Sch.)

Berchtold (A.)

Räder (A.)

Müller (A.) Schüßler, F. (A.)

Käfer (M.) Zelter (M.) Sperzel(M.) Schüßler (A.) Schüßler (A.)

46-48

43-45

38-42

35-87

42-44

40 -43 38-39

3486 * 3537

. 31-36

25-30

22-24

18-20

32--37 26-31 22-25 19 -21

42-44

38-41

32-36

42 45

38 -41

33-86

33-37

34 38

6

4

63

30 40

44-48

40-43

33-35

65-78

48- 63

30 42

45-49

42-45

34-36

Die sechs verschüklelen Bergarbeiter bei Mons lebend geborgen. Die sechs in der Grube H 0 rnu bei Mons in Belgien verschütteten Bergarbeiter konnten lebend geborgen werden. Obwohl sie 130 Stunden im Schacht verbringen mußten, befinden sie sich einigermaßen wohl, da es gelungen war, ihnen mit Hilfe von Stricken Lebensmittel zukommen zu lassen.

Ein eigenartiges Flugzeugunglück. In der Nähe von R e v a l ereignete sich ein eigenartiges Flugzeugunglück. Ein estländisches Militärflugzeug flog im dichten Nebel gegen einen Leuchtturm und stürzte ab. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Die beiden Insassen erlitten schwere Verletzungen. Der eine der Verletzten, ein estländischer Flie­germajor, ist seinen Verletzungen erlegen.

Das Giftgasunglück auf den Wilhelmsburger Zinnwer­ken. Zu dem Giftgasunglück auf den Wilhelmsburger Zinnwerken wird weiter gemeldet, daß der Zustand des einen verunglückten Arbeiters nach wie vor unverändert ernst |ei. Die beiden anderen erkrankten Arbeiter befinden sich auf dem Wege der Besserung. Die dem Städtischen Krankenhaus zur Beobachtung auf Vergiftungserscheinun- gen überwiesenen Personen sind bereits wieder entlassen worden. Sie bleiben jedoch bis aus weiteres unter ärztlicher Beobackturm

Alle Achtung... Es macht der deutschen Haus­frau alle Ehr, daß sie das wirklich Gute und Preiswerte mit unfehlbarer Sicherheit erkennt, denn das ist gar nicht so leicht. Von allen Seilen dringen die Ankündigungen brauend auf sie ein : Preissenkung, unerhörte Billigkeit, noch nie dagewesene niedrige Preise. Daß die moderne Frau sich aber kein X für ein 11 vormachen läßt und neben Preiswür- digkcit auch auf Qualität sieht, hat der ungeheure Erfolg der neuen Margarine Sanella gezeigt. Jeder Hausfrau ist bin­nen kurzem Sanella wohlvertraut geworden, da sie nicht nur zeitgemäß im Preise ist, sondern selbst die Ansprüche des ver­wöhntesten Geschmackes erfüllt.

Lins (Sch.) Denhard (Sck.) Schäfer (H.) Ullrich (H.) Lästert (H.) Lästert^ W. (H.) Richter (Sch.) Döll (Sch.)

Lästert, H. (H.) Goldschmidt (Sch.) Urbach (Sch.)

Anschließend an die Spiele findet die Preisverteilung statt. Alsdann gemütliches Beisammensein verbunden mit einem Tanzkränzchen. Die Musik wird auögeführt von der besann» ten Kapelle Baist.

Sport. Die ausgetragenen Gesellschaftsspiele des Fuß. ballvereins 5chlüchtern am Sonntag, den 3. Mai 1931 hatten folgende Ergebnisse: Schlüchtern 2. gegen Sterb, fritz 2. 1 :0. Schlächtern 1. gegen Sterbftitz 1. 2:1.

Hütten. Sp.-B. Alemannia Hütten i. gegen Liga Reserve 1910 Neuhof 5 :1. Die hiesige Mannschaft legte zu Beginn gleich mächtig los und kommt nach wenigen Minuten durch direkte Verwandlung eines Eckdalles zum ersten Tor. Angnff gegen Angnff rollt gegen das Gästetor und die Erfolge bleiben nicht aus. Neuhof kann nicht ver« hindern, daß Hütten zu einem 5:0 Halbzeitergebnis kommt. In der zweiten Halbzeit mehr verteiltes Spiel, aber die Hut- tener Verteidigung arbeitet sicher. Erst gegen Schluß gelingt es dem Gästemittelstürmer an dem zu früh heraus gelaufenen Tormann das Ehrentor zu erzielen. Die Gäste pflegten ein schönes Zuspiel und hatten gute Kräfte in ihren Reihen. Der hiesigen Mannschaft ein Gesamtlob, vor allem der Sturm wartete gegen das schlechte Spiel am Vorsonntag wieder mit einer guten Leistung auf. Die Zuschauer zollten reichen Beifall. Das Spiel stand unter der straffen, sicheren Leitung von Herrn M. Rau, Elm.

Ichschnittes gern..... Nun ist der holde Mai gekommen und mit ihm die Unsitte vieler Ausflügler und Liebespaare, da und dort schöne alle Parkbäume, Bänke und Wetterhütten als klufenthaltsnachweis zu be­nähen. Darum wurde in einem bekannten Ausflugsort eine originelle Mahntafel mit folgender Aufschrift ange­bracht:Schneid' niemals in die Rinden, Herz, Pfeil, und Namen ein die Rinden glatt zu finden wird jedem lieber sein. Ruch ist es gänzlich schnuppe ob hier zu lesen ist daß Du mit Deiner Puppe mal hier gewesen bist!". 5ur Reherzigung überall auf das Wärmste empfohlen.

ALLE

WOCHEN

IMMER GLEICH GUT KOCHEN

DIE FEINE PREISWERT WIE KEINE

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